Hallo,
herzlich willkommen im Forum

Das starke Übergewicht des Polnischen im Alltag ist auch bei uns ein Problem, zumal in dem Alter (zumindest bei meiner 7-jährigen Tochter) noch nicht unbedingt das Bewusstsein vorhanden ist, Zweisprachigkeit als etwas Positives anzusehen.
Bei uns war es so, dass unsere Tochter etwa zu ihrem 4. Geburtstag mir gegenüber von (fast ausschließlich) Polnisch zu Deutsch umgeschwenkt ist und seitdem auch ausnahmslos mit mir Deutsch spricht, auch wenn es ihr wesentlich schwerer fällt, Deutsch als Polnisch zu sprechen. Wir wohnen ebenfalls in einem rein polnischsprachigen Umfeld, zudem noch mit den polnischen Großeltern in einem Haus.
Mit zunehmendem Alter werden die Wortschatzlücken leider immer größer, weil es schon allein zeitlich nicht möglich ist, neben Schule und sonstigen Aktivitäten alles das, was ein Grundschüler tagtäglich Neues erlebt und lernt, auch auf Deutsch zu vermitteln.
Ich bin jedoch überzeugt, dass man auch dann, wenn ein Kind selber überhaupt nicht bzw. nicht so gerne die "schwächere" Sprache spricht, den Versuch der zweisprachigen Erziehung nicht aufgeben sollte, denn solange das Kind einen versteht, entwickelt es umfangreiche passive Kenntnisse, die sich dann bezahlt machen, wenn es sich in Zukunft selbst dazu durchringen sollte, doch die "schwächere" Sprache aktiv zu verwenden.
Freundliche Grüße nach Warschau
--
Risando (corka 11/2001, tata (to ja): niem, mama: pol, mieszkamy w Polsce)