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komu wierzyc

IP: *.dip.t-dialin.net 13.05.02, 23:31
Pamięć o agresji sowieckiej
"Agresja sowiecka na Polskę 17 września 1939 r. wciąż należy do mało zbadanych
tematów naszej historii. Wprawdzie po latach komunistycznych przemilczeń i
przeinaczeń wiedza o tragicznych wydarzcniach staje się coraz pełniejsza, w
niewielkim stopniu przenika jednak do powszcchnej świadomości Polaków. ...
Nadal
jednak powszechnie sądzi się, że atak sowiecki był jedynie konsekwencją agresji
niemieckiej. Świadomość pełnej koordynacji działań Niemców i Sowietów Jest
nikła.
Nie w pełni uświadamiany jest również rozmiar zarówno strat poniesionych przez
Polskę z. rąk sowieckich, jak i rozmiarów polskiego oporu. Według obliczeń
Normana Daviesa, straty ludzkie na terenach zajętych przez bolszewików były w
ciągu dwóch pierwszych lat okupacji kitkakrotnie wyższe niż na terenach
okupowanych przez Niemców (odpowiednio: 750 i 120 tyś. osób). Sowiecka
strategia
psychologicznej i społecznej dezintegracji ludności na terenach okupowanych
pociągała za sobą groźniejsze skutki niż podobne zabiegi Niemców. . . . Zmiany
w
świadomości Polaków nie dokonają się-jednak bez udziału kullury masowej. Nie
wystarczy wydawanie solidnych opracowań historycznych. Temu powinno towarzyszyć
korygowanie lektur szkolnych"
Bogdan Gancarz
za "Gościem Niedzielnym" z 12.09.1999 (nr 37)
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    • Gość: Withold No1 IP: *.mcbone.net / *.pppool.de 14.05.02, 00:32
      I. Die letzte Phase der deutsch-polnischen
      Krise

      Nachstehend werden die Dokumente abgedruckt, die in der letzten Zeit vor der
      Einleitung der deutschen Abwehraktion gegen Polen und dem Eingreifen der
      Westmächte ausgetauscht wurden oder sonst auf diese Ereignisse Bezug haben.
      Diese Dokumente ergeben, kurz zusammengefaßt, das folgende Bild:

      1. Anfang August erhielt die Reichsregierung Kenntnis von dem Schriftwechsel
      zwischen dem Vertreter Polens in Danzig und dem Senat der Freien Stadt, wonach
      die Polnische Regierung die Zurücknahme einer angeblichen, in Wahrheit gar
      nicht erlassenen Anordnung des Senats hinsichtlich der Tätigkeit der polnischen
      Zollinspektoren mit kurzer ultimativer Frist und unter Androhung von
      Vergeltungsmaßnahmen gefordert hatte (Anlage 1 bis 3). Dies gab der
      Reichsregierung
      Veranlassung, der Polnischen Regierung am 9. August mitzuteilen, daß eine
      Wiederholung solcher ultimativer Forderungen eine Verschärfung in den
      deutsch-polnischen Beziehungen herbeiführen würde, für deren Folgen allein die
      Polnische Regierung verantwortlich sein werde. Zugleich wurde die Polnische
      Regierung darauf aufmerksam gemacht, daß die Aufrechterhaltung der von Polen
      gegen Danzig getroffenen wirtschaftlichen Maßnahmen die Freie Stadt zwingen
      würde, sich nach anderen Ein- und Ausfuhrmöglichkeiten umzusehen (Anlage 4).
      Die Polnische Regierung beantwortete diese Mitteilung der Reichsregierung mit
      einem der Deutschen Botschaft in Warschau übergebenen Aide-Memoire vom 10.
      August, das in der Feststellung gipfelte, Polen werde jede Intervention der
      Reichsregierung in Danziger Angelegenheiten, die die dortigen polnischen Rechte
      und Interessen schädige, als Angriffshandlung ansehen (Anlage 5).

      2. Am 22. August richtete der Britische Ministerpräsident Neville Chamberlain
      unter dem Eindruck der Meldungen über den bevorstehenden Abschluß eines
      Nichtangriffsvertrages zwischen Deutschland und der Sowjet-Union ein
      persönliches Schreiben an den Führer. Darin wurde einerseits der feste
      Entschluß der
      Britischen Regierung, ihre Bündnispflicht gegenüber Polen zu erfüllen, und
      andererseits die Auffassung zum Ausdruck gebracht, daß es geboten sei, zunächst
      wieder
      eine Atmosphäre des Vertrauens herzustellen und die deutsch-polnischen Probleme
      dann auf dem Wege der Verhandlung durch ein international zu garantierendes
      Abkommen zu lösen (Anlage 6). Der Führer legte in seiner Antwort vom 23. August
      die wahren Ursachen der deutsch-polnischen Krisis dar. Er wies insbesondere
      auf seinen großzügigen Vorschlag vom März dieses Jahres hin und stellte fest,
      daß die damals von England aus verbreiteten falschen Nachrichten über eine
      deutsche
      Mobilmachung gegen Polen, die ebenso unrichtigen Behauptungen über deutsche
      Angriffsabsichten gegenüber Ungarn und Rumänien und endlich die Polen
      zugesicherte Garantie Englands und Frankreichs die Polnische Regierung dazu
      ermutigt hätten, nicht nur das deutsche Angebot abzulehnen, sondern eine Welle
      von
      Terrorakten gegen die deutsche Volksgruppe in Polen zu entfesseln und Danzig
      wirtschaftlich abzudrosseln. Zugleich erklärte der Führer, daß Deutschland sich
      durch
      keine wie auch immer gearteten Einschüchterungsversuche davon abbringen lassen
      werde, für die Wahrung seiner Lebensrechte einzutreten (Anlage 7).

      3. Obwohl das erwähnte Schreiben des Britischen Ministerpräsidenten vom 22.
      August und ebenso auch die am folgenden Tage von den britischen Staatsmännern
      gehaltenen Reden jedes Verständnis für den deutschen Standpunkt vermissen
      ließen, entschloß sich der Führer doch, noch einen neuen Versuch zu machen, um
      mit
      England zu einer Verständigung zu gelangen. Er empfing am 25. August den
      Britischen Botschafter, legte ihm noch einmal in aller Offenheit seine
      Auffassung über die
      Lage dar und teilte ihm die Grundlinien einer umfassenden, auf weite Sicht
      bemessenen Verständigung zwischen Deutschland und England mit, die er nach
      Bereinigung des Danzig- und Korridorproblems der Britischen Regierung anbieten
      werde (Anlage 8).

      4. Während die Britische Regierung über die vorstehende Mitteilung des Führers
      beriet, fand ein Briefaustausch zwischen dem Französischen Ministerpräsidenten
      Daladier und dem Führer statt. Der Führer begründete in seiner Antwort wiederum
      ausführlich den deutschen Standpunkt in der deutsch-polnischen Frage und
      wiederholte noch einmal seinen festen Entschluß, die gegenwärtige deutsch-
      französische Grenze als endgültig anzuerkennen (Anlagen 9 und 10).

      5. In ihrer am 28. August abends übergebenen Antwort auf den Schritt des
      Führers vom 25. August gab die Britische Regierung ihre Bereitschaft zu
      erkennen, auf
      den Gedanken einer Neugestaltung der deutsch-englischen Beziehungen einzugehen.
      Ferner teilte sie mit, daß sie von der Polnischen Regierung die bestimmte
      Zusicherung erhalten habe, mit der Reichsregierung in direkte Verhandlungen
      über die deutsch-polnischen Fragen einzutreten. Dabei wiederholte sie, daß nach
      ihrer
      Auffassung ein deutsch-polnisches Abkommen durch internationale Garantien
      gesichert werden müsse (Anlage 11). Trotz der schweren Bedenken, die sich aus
      dem
      ganzen bisherigen Verhalten Polens ergaben, und trotz der berechtigten Zweifel
      an einer aufrichtigen Bereitschaft der Polnischen Regierung zur unmittelbaren
      Verständigung nahm der Führer in seiner dem Britischen Botschafter am 29.
      August nachmittags übergebenen Antwort den britischen Vorschlag an und
      erklärte, daß
      die Reichsregierung mit dem Eintreffen einer mit allen Vollmachten versehenen
      polnischen Persönlichkeit am 30. August rechne. Zugleich kündigte der Führer
      an, daß
      die Reichsregierung die Vorschläge einer für sie akzeptablen Lösung sofort
      auszuarbeiten und diese, wenn möglich, bis zur Ankunft des polnischen
      Unterhändlers
      auch der Britischen Regierung zur Verfügung stellen werde (Anlage 12).

      6. Während des 30. August traf in Berlin weder ein polnischer bevollmächtigter
      Unterhändler noch auch eine Mitteilung der Britischen Regierung über die von ihr
      unternommenen Schritte ein. Dagegen erhielt die Reichsregierung an diesem Tage
      die Nachricht von der Anordnung der allgemeinen polnischen Mobilmachung
      (Anlage 13). Erst um Mitternacht übergab der Britische Botschafter ein neues
      Memorandum, das indes keinerlei sachlichen Fortschritt in der Behandlung der
      deutsch-polnischen Fragen aufwies, sondern sich auf die Mitteilung beschränkte,
      daß die Antwort des Führers vom vorhergehenden Tage der Polnischen Regierung
      übermittelt werden solle und daß die Britische Regierung es für untunlich
      halte, die deutsch-polnische Fühlungnahme schon am 30. August herzustellen
      (Anlage 14).

      7. Obwohl durch das Ausbleiben des polnischen Unterhändlers die Voraussetzung
      dafür entfallen war, der Britischen Regierung noch Kenntnis von der Auffassung
      der Reichsregierung über die möglichen Verhandlungsunterlagen zu geben, wurden
      dem Britischen Botschafter gelegentlich der Übergabe des letzterwähnten
      britischen Memorandums doch die Vorschläge mitgeteilt, die inzwischen von der
      Reichsregierung ausgearbeitet worden waren, und noch im einzelnen erläutert. Die
      Reichsregierung erwartete, daß nun wenigstens nachträglich die Benennung eines
      polnischen Bevollmächtigten erfolgen würde. Anstatt dessen gab am 31. August
      nachmittags der Polnische Botschafter in Berlin gegenüber dem
      Reichsaußenminister eine mündliche Erklärung des Inhalts ab, die Polnische
      Regierung habe in der
      vorausgegangenen Nacht von der Britischen Regierung die Nachricht von der
      Möglichkeit einer direkten Aussprache zwischen der Reichsregierung und der
      Polnischen Regierung erhalten und erwäge die britische Anregung in günstigem
      Sinne. Auf die ausdrückliche Frage des Reichsaußenministers, ob er befugt sei,
      mit
      ihm über die deutschen Vorschläge zu verhandeln, erklärte der Botschafter, daß
      er dazu nicht ermächtigt sei, sond
      • Gość: Withold Re: No1 IP: *.mcbone.net / *.pppool.de 14.05.02, 00:57
        7. Obwohl durch das Ausbleiben des polnischen Unterhändlers die Voraussetzung
        dafür entfallen war, der Britischen Regierung noch Kenntnis von der Auffassung
        der Reichsregierung über die möglichen Verhandlungsunterlagen zu geben, wurden
        dem Britischen Botschafter gelegentlich der Übergabe des letzterwähnten
        britischen Memorandums doch die Vorschläge mitgeteilt, die inzwischen von der
        Reichsregierung ausgearbeitet worden waren, und noch im einzelnen erläutert. Die
        Reichsregierung erwartete, daß nun wenigstens nachträglich die Benennung eines
        polnischen Bevollmächtigten erfolgen würde. Anstatt dessen gab am 31. August
        nachmittags der Polnische Botschafter in Berlin gegenüber dem
        Reichsaußenminister eine mündliche Erklärung des Inhalts ab, die Polnische
        Regierung habe in der
        vorausgegangenen Nacht von der Britischen Regierung die Nachricht von der
        Möglichkeit einer direkten Aussprache zwischen der Reichsregierung und der
        Polnischen Regierung erhalten und erwäge die britische Anregung in günstigem
        Sinne. Auf die ausdrückliche Frage des Reichsaußenministers, ob er befugt sei,
        mit
        ihm über die deutschen Vorschläge zu verhandeln, erklärte der Botschafter, daß
        er dazu nicht ermächtigt sei, sondern lediglich den Auftrag habe, die
        vorstehende
        mündliche Erklärung abzugeben. Auch die weitere Frage des Reichsaußenministers,
        ob der Botschafter mit ihm die Angelegenheit sonst sachlich diskutieren könne,
        verneinte der Botschafter ausdrücklich.

        8. Die Reichsregierung mußte somit feststellen, daß sie zwei Tage vergeblich
        auf einen polnischen Bevollmächtigten gewartet hatte. Sie gab am 31. August
        abends
        die deutschen Vorschläge mit einer kurzen Darstellung ihrer Vorgeschichte
        öffentlich bekannt (Anlage 15). Diese Vorschläge wurden vom polnischen Rundfunk
        als
        unannehmbar bezeichnet (Anlage 16).

        9. Nachdem somit alle Möglichkeiten zu einer friedlichen Regelung der deutsch-
        polnischen Krise erschöpft waren, sah sich der Führer genötigt, die von Polen
        schon
        seit langem gegenüber Danzig, dem Deutschtum in Polen und schließlich gegenüber
        Deutschland durch zahlreiche Grenzverletzungen angewandte Gewalt mit Gewalt
        abzuwehren (Anlage 17).

        10. Am Abend des 1. September überreichten die Botschafter Großbritanniens und
        Frankreichs dem Reichsaußenminister zwei gleichlautende Noten, in denen sie
        Deutschland die Zurückziehung der deutschen Truppen vom polnischen Gebiet
        forderten und erklärten, daß ihre Regierung bei Ablehnung dieser Forderungen
        unverzüglich ihre vertraglichen Pflichten gegenüber Polen erfüllen würden
        (Anlagen 18 und 19).

        Der Reichsaußenminister erwiderte beiden Botschaftern, daß Deutschland die in
        den Noten zum Ausdruck gebrachte Ansicht des Vorliegens eines deutschen
        Angriffes gegen Polen ablehnen müsse.

        11. Um die durch diese Noten in bedrohliche Nähe gerückte Kriegsgefahr zu
        bannen, machte der Duce einen Vorschlag, der einen Waffenstillstand und eine
        anschließende Konferenz zur Lösung des deutsch-polnischen Konflikts vorsah
        (Anlage 20). Dieser Vorschlag wurde von der Deutschen und der Französischen
        Regierung positiv beantwortet, von der Britischen Regierung indessen abgelehnt
        (Anlagen 21 und 22). Dies ergab sich schon aus den Reden, die der Britische
        Premierminister und der Britische Staatssekretär für Auswärtige Angelegenheiten
        am 2. September nachmittags im Britischen Parlament hielten, und wurde dem
        Reichsaußenminister vom Italienischen Botschafter am 2. September abends
        mitgeteilt. Damit war auch nach Auffassung der Italienischen Regierung die
        Initiative des
        Duce durch England zu Fall gebracht.

        12. Am 3. September, vormittags 9 Uhr, erschien der Britische Botschafter im
        Auswärtigen Amt und überreichte eine Note, in der die Britische Regierung mit
        zweistündiger Befristung die Forderung auf Zurückziehung der deutschen Truppen
        wiederholte und sich für den Fall der Ablehnung nach Ablauf dieser Zeit als im
        Krieg mit Deutschland befindlich erklärte (Anlage 23). Der Britische
        Staatssekretär für Auswärtige Angelegenheiten richtete am 3. September 1939,
        vormittags
        11.15 Uhr, an den deutschen Geschäftsträger in London eine Note, in der er
        diesen davon unterrichtete, daß ein Kriegszustand zwischen den beiden Ländern,
        von
        11 Uhr vormittags den 3. September an gerechnet, bestehe (Anlage 24).

        Am gleichen Tage um 11.30 Uhr vormittags händigte der Reichsaußenminister dem
        Britischen Botschafter in Berlin ein Memorandum der Reichsregierung aus, in
        dem die Ablehnung der ultimativen Forderungen der britischen Regierung
        ausgesprochen und nachgewiesen wurde, daß die Verantwortung für den Ausbruch des
        Krieges allein bei der Britischen Regierung liege (Anlage 25).

        Am 3. September mittags suchte der Französische Botschafter in Berlin den
        Reichsaußenminister auf und fragte, ob die Reichsregierung in der Lage sei, die
        von der
        Französischen Regierung in ihrer Note vom 1. September gestellte Frage
        befriedigend zu beantworten. Der Reichsaußenminister erwiderte dem Botschafter,
        daß
        nach der Überreichung der englischen und französischen Note vom 1. September
        der Italienische Regierungschef einen neuen Vermittlungsvorschlag gemacht habe,
        und zwar mit dem Bemerken, daß die Französische Regierung diesem Vorschlag
        zustimme. Die Reichsregierung habe dem Duce am Vortage geantwortet, daß sie
        ebenfalls bereit sei, den Vorschlag anzunehmen. Darauf habe jedoch später am
        Tage der Duce mitgeteilt, daß sein Vorschlag an der Intransigenz der Britischen
        Regierung gescheitert sei. Die Britische Regierung habe vor mehreren Stunden
        eine auf zwei Stunden befristete ultimative Forderung an Deutschland gestellt,
        die
        deutscherseits durch ein Memorandum abgelehnt worden sei, das er, der
        Reichsaußenminister, dem Französischen Botschafter zur Kenntnis übergebe. Wenn
        die
        Haltung Frankreichs gegenüber Deutschland durch dieselben Erwägungen bestimmt
        werden sollte, wie die Haltung der Britischen Regierung, so könne die
        Reichsregierung das nur bedauern. Deutschland habe immer einen Ausgleich mit
        Frankreich gesucht. Sollte die Französische Regierung trotzdem auf Grund ihrer
        Verpflichtung gegenüber Polen eine feindliche Haltung gegen Deutschland
        einnehmen, so würde das deutsche Volk dies als einen durch nichts
        gerechtfertigten
        Angriffskrieg Frankreichs gegen das Reich ansehen. Der Französische Botschafter
        erwiderte, er entnehme den Ausführungen des Reichsaußenministers, daß die
        Reichsregierung nicht in der Lage sei, auf die französische Note vom 1.
        September eine befriedigende Antwort zu geben. Unter diesen Umständen habe er
        die
        unangenehme Pflicht, der Reichsregierung mitzuteilen, daß die Französische
        Regierung gezwungen sei, vom 3. September 5 Uhr nachmittags an, ihre Polen
        gegenüber eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen. Gleichzeitig übergab der
        Französische Botschafter eine entsprechende schriftliche Mitteilung (vgl.
        Anlage 26).
        Der Reichsaußenminister erklärte daraufhin, daß die Französische Regierung die
        volle Verantwortung für die Leiden trage, die den Völkern zugefügt werden würde,
        wenn Frankreich Deutschland angreife.
    • Gość: Withold No.2 IP: *.mcbone.net / *.pppool.de 14.05.02, 00:33
      1. Erste Note des Diplomatischen Vertreters der Republik Polen in der Freien
      Stadt Danzig an den Präsidenten des Senats der
      Freien Stadt Danzig vom 4. August 1939

      (Übersetzung)

      Danzig, den 4. August 1939.

      An den

      Herrn Präsidenten des Senats der Freien Stadt Danzig,

      Arthut Greiser, Danzig.

      Ich habe erfahren, daß die lokalen Danziger Zollbehörden an den Grenzstellen
      zwischen der Freien Stadt Danzig und Ostpreußen sich an die polnischen
      Zollinspektoren mit der in ihrer Art beispiellosen Erklärung gewandt haben, daß
      die Danziger Ausführungsorgane beabsichtigen, sich vom 6. August um 7 Uhr ab der
      Ausübung der Kontrollfunktionen durch einen gewissen Teil der polnischen
      Inspektoren zu widersetzen, welche Funktionen sich aus den Rechten der
      Polnischen
      Regierung an der Zollgrenze ergeben.

      Ich bin überzeugt, daß dieses Vorgehen der lokalen Organe entweder einem
      Mißverständnis oder auf einer irrigen Auslegung der Instruktion des Senats der
      Freien
      Stadt Danzig beruht.

      Ich zweifle nicht, daß Sie, Herr Präsident des Senats, keinen Zweifel darüber
      hegen, daß eine derartige Antastung der fundamentalen Rechte Polens unter keinem
      Vorwand von der Polnischen Regierung geduldet wird.

      Ich erwarte Ihre zugesicherte Antwort, daß Sie Anordnungen erlassen haben, die
      das Vorgehen Ihrer Untergebenen annullieren, spätestens bis zum 5. August um 18
      Uhr.

      Angesichts der Tatsache, daß das erwähnte Vorgehen an einer Reihe von
      Grenzstellen stattgefunden hat, bin ich gezwungen, Sie, Herr Präsident des
      Senats, zu
      warnen, daß alle polnischen Zollinspektoren den Befehl erhalten haben, ihren
      Dienst in Uniform und mit der Waffe am 6. August d.J. und den nachfolgenden
      Tagen
      an allen Grenzpunkten auszuüben, die sie für die Kontrolle als notwendig
      erachten. Alle Versuche, ihnen die Ausübung des Dienstes zu erschweren, alle
      Überfälle
      oder Interventionen der Polizeibehörden wird die Polnische Regierung als einen
      Gewaltakt gegen die amtlich Bediensteten des Polnischen Staates während der
      Ausübung ihres Dienstes betrachten. Falls die obenerwähnten Mißbräuche
      angewandt werden sollten, wird die Polnische Regierung unverzüglich Vergeltung
      (Retorsion) gegen die Freie Stadt anwenden, für die die Verantwortung
      ausschließlich auf den Senat der Freien Stadt fällt.

      Ich hoffe, bis zu der erwähnten Zeit eine zufriedenstellende Aufklärung zu
      erhalten.

      gez. Chodacki

      Diplomatischer Vertreter der
      Republik Polen
    • Gość: Withold No3 IP: *.mcbone.net / *.pppool.de 14.05.02, 00:33
      2. Zweite Note des Diplomatischen Vertreters der Republik Polen an den
      Präsidenten des Senats der Freien Stadt Danzig vom 4.
      August 1939

      (Übersetzung)

      Danzig, den 4. August 1939.

      Herr Präsident des Senats.

      Die Polnische Regierung gibt ihrer Verwunderung Ausdruck, daß der Senat bei der
      Beantwortung einer so einfachen Angelegenheit technische Schwierigkeiten hat.
      Im Interesse der Vermeidung drohender Folgen nehme ich einstweilen zur
      Kenntnis, daß keine Gewaltakte gegen unsere Zollinspektoren erfolgen werden und
      daß
      sie ihre Funktionen werden normal ausüben können. Ich bestätige jedoch, daß die
      in meiner Note vom 4.8. - 23.40 Uhr - enthaltenen Warnungen in Kraft bleiben.

      Genehmigen Sie ......

      gez. Chodacki

      An

      Seine Exzellenz Herrn Arthur Greiser, Präsident des Senats der Freien Stadt
      Danzig.
    • Gość: Withold No4 IP: *.mcbone.net / *.pppool.de 14.05.02, 00:34
      3. Antwortnote des Präsidenten des Senats der Freien Stadt Danzig an den
      Diplomatischen Vertreter der Republik Polen vom 7.
      August 1939


      Danzig, den 7. August 1939.

      Seiner Exzellenz

      dem Diplomatischen Vertreter der Republik Polen,

      Herrn Chodacki, bevollm. Minister,

      Danzig.

      Herr Minister,

      Auf Ihre beiden Schreiben, datiert vom 4.d.M., von denen das zweite am 5.
      August zugestellt wurde, muß ich Ihnen mein Erstaunen darüber zum Ausdruck
      bringen,
      daß Sie ein völlig unkontrolliertes Gerücht zum Anlaß nehmen, der Danziger
      Regierung ein kurzfristiges Ultimatum der Polnischen Regierung zu übersenden
      und damit
      in dieser politisch bewegten Zeit grundlos Gefahren heraufbeschwören, deren
      Auswirkung unübersehbares Unheil anrichten kann. Die plötzliche Anordnung der
      Polnischen Regierung, daß a l l e polnischen Zollinspektoren ihren Dienst in
      Uniform und mit Waffe auszuüben haben, verstößt gegen die vertragliche Abmachung
      und kann nur als eine beabsichtigte Provokation aufgefaßt werden, um
      Zwischenfälle und Gewaltakte bedenklichster Art herbeizuführen.

      Nach den von mir inzwischen getroffenen Feststellungen, von denen ich Ihnen
      sogleich am Sonnabend, dem 5.d.M. vormittags, telefonisch Mitteilung machte,
      ist von
      keiner Stelle, insbesondere von keiner Dienststelle des Landeszollamts der
      Freien Stadt Danzig, eine Anordnung des Inhalts gegeben worden, daß die Danziger
      Ausführungsorgane sich vom 6. August, 7 Uhr früh ab, der Ausübung der
      Kontrollfunktionen durch einen gewissen Teil der polnischen Zollinspektoren zu
      widersetzen haben. Ich verweise außerdem auf mein Schreiben vom 3. Juni d.J.,
      in dem ich bereits das Verhältnis der Danziger Zollbeamtenschaft zu den
      polnischen
      Zollinspektoren an der Grenze genau präjudizierte.

      Die Danziger Regierung protestiert mit aller Entschiedenheit gegen die von der
      Polnischen Regierung angedrohten Retorsionen, die sie als völlig unzulässige
      Drohung
      ansieht und deren Folgen allein auf die Polnische Regierung zurückfallen.

      Genehmigen Sie, .....

      gez.Greiser
    • Gość: Withold No5 IP: *.mcbone.net / *.pppool.de 14.05.02, 00:34
      4. Mitteilung des Staatssekretärs im Auswärtigen Amt an den Polnischen
      Geschäftsträger in Berlin vom 9. August 1939

      Die Reichsregierung hat mit großem Befremden von der Note der Polnischen
      Regierung an den Senat der Freien Stadt Danzig Kenntnis erhalten, in der die
      Zurücknahme einer angeblich - auf unwahren Gerüchten beruhenden - Anordnung des
      Senats zwecks Verhinderung der polnischen Zollinspektoren an der Ausübung
      ihres Dienstes, die in Wirklichkeit von dem Senat der Freien Stadt gar nicht
      erlassen war, in ultimativer Form gefordert wurde. Im Falle einer Weigerung
      wurden
      Vergeltungsmaßnahmen gegen die Freie Stadt Danzig angedroht.

      Die Reichsregierung sieht sich veranlaßt, die Polnische Regierung darauf
      hinzuweisen, daß eine Wiederholung solcher ultimativer Forderungen an die Freie
      Stadt
      Danzig und die Androhung von Vergeltungsmaßnahmen eine Verschärfung in den
      deutsch-polnischen Beziehungen herbeiführen würde, für deren Folgen die
      Verantwortung ausschließlich auf die Polnische Regierung fallen würde und für
      die die Reichsregierung schon jetzt jede Verantwortung ablehnen muß.

      Die Reichsregierung lenkt fernerhin die Aufmerksamkeit der Polnischen Regierung
      auf die Tatsache, daß die von der Polnischen Regierung getroffenen Maßnahmen
      zur Verhinderung der Einfuhr gewisser Waren aus der Freien Stadt Danzig nach
      Polen geeignet sind, schwere wirtschaftliche Schädigungen für die Bevölkerung
      Danzigs hervorzurufen.

      Sollte die Polnische Regierung auf der Aufrechterhaltung derartiger Maßnahmen
      beharren, so bliebe nach Auffassung der Reichsregierung nach Lage der Dinge der
      Freien Stadt Danzig keine andere Wahl, als sich nach anderen Ausfuhr- und damit
      auch Einfuhrmöglichkeiten umzusehen.
    • Gość: Withold No6 IP: *.mcbone.net / *.pppool.de 14.05.02, 00:35
      5. Mitteilung des Unterstaatssekretärs im Polnischen Außenministerium an den
      Deutschen Geschäftsträger in Warschau vom
      10. August 1939


      (Übersetzung)

      Die Regierung der Republik Polen hat mit lebhaftester Überraschung von der
      Erklärung Kenntnis genommen, die der Staatssekretär im deutschen Auswärtigen Amt
      dem Geschäftsträger Polens a i. in Berlin am 9. August 1939 über die zwischen
      Polen und der Freien Stadt Danzig bestehenden Beziehungen gemacht hat. Die
      Polnische Regierung kann tatsächlich keine juristische Grundlage erkennen, die
      eine Einmischung Deutschlands in die vorgenannten Beziehungen rechtfertigen
      könnte.

      Wenn über das Danziger Problem zwischen der Polnischen Regierung und der
      Reichsregierung Meinungsaustausche stattgefunden haben, so war dies allein in
      dem
      guten Willen der Polnischen Regierung begründet und ergab sich keineswegs aus
      irgendwelcher Verpflichtung.

      In Beantwortung der vorgenannten Erklärung der Reichsregierung ist die
      Polnische Regierung gezwungen, die Deutsche Reichsregierung darauf hinzuweisen,
      daß sie
      wie bisher auch in Zukunft gegen jeden Versuch der Behörden der Freien Stadt,
      die Rechte und Interessen in Frage zu stellen, die Polen auf Grund seiner
      Abkommen in Danzig besitzt, vorgehen wird, und zwar durch Mittel und Maßnahmen,
      die sie allein für angebracht hält, und daß sie eventuelle Einmischungen der
      Reichsregierung zum Schaden dieser Rechte und Interessen als Angriffshandlung
      ansehen wird.
    • Gość: Withold No7 IP: *.mcbone.net / *.pppool.de 14.05.02, 00:36
      6. Schreiben des Britischen Premierministers an den Führer vom 22. August 1939


      (Übersetzung)


      London, den 22. August 1939.

      Euer Exzellenz!

      Euer Exzellenz werden bereits von gewissen Maßnahmen Kenntnis erhalten haben,
      die von Seiner Majestät Regierung getroffen und heute abend in der Presse und
      im Rundfunk bekanntgegeben wurden.

      Diese Maßnahmen sind nach Ansicht Seiner Majestät Regierung notwendig geworden
      durch Truppenbewegungen, über die aus Deutschland berichtet worden ist,
      und durch die Tatsache, daß anscheinend die Ankündigung eines deutsch-
      sowjetischen Abkommens in gewissen Kreisen in Berlin als Anzeichen dafür
      aufgefaßt
      wird, daß eine Intervention seitens Großbritanniens zugunsten Polens nicht mehr
      eine Eventualität darstellt, mit der zu rechnen notwendig ist. Kein größerer
      Fehler
      könnte begangen werden. Welcher Art auch immer das deutsch-sowjetische Abkommen
      sein wird, so kann es nicht Großbritanniens Verpflichtung gegenüber Polen
      ändern, wie Seiner Majestät Regierung wiederholt öffentlich und klar dargelegt
      hat, und diese entschlossen ist, zu erfüllen.

      Es ist behauptet worden, daß, wenn Seiner Majestät Regierung ihren Standpunkt
      im Jahre 1914 klarer dargelegt hätte, jene große Katastrophe vermieden worden
      wäre. Unabhängig davon, ob dieser Behauptung Bedeutung beizulegen ist oder
      nicht, ist Seiner Majestät Regierung entschlossen, dafür zu sorgen, daß im
      vorliegenden Falle kein solch tragisches Mißverständnis entsteht.

      Nötigenfalls ist Seiner Majestät Regierung entschlossen und bereit, alle ihr
      zur Verfügung stehenden Kräfte unverzüglich einzusetzen, und es ist unmöglich,
      das Ende
      einmal begonnener Feindseligkeiten abzusehen. Es würde eine gefährliche
      Täuschung sein, zu glauben, daß ein einmal begonnener Krieg frühzeitig enden
      würde,
      selbst wenn ein Erfolg auf einer der verschiedenen Fronten, an denen er geführt
      werden wird, erzielt worden sein sollte.

      Nachdem unser Standpunkt auf diese Weise vollkommen klar dargelegt ist, möchte
      ich Euer Exzellenz wiederholt meine Überzeugung dahingehend zum Ausdruck
      bringen, daß Krieg zwischen unseren beiden Völkern die größte Katastrophe
      darstellen würde, die überhaupt eintreten könnte. Ich bin überzeugt, daß weder
      unser
      Volk noch das Ihrige einen Krieg wünscht, und ich kann nicht ersehen, daß die
      zwischen Deutschland und Polen schwebenden Fragen irgend etwas enthalten, das
      nicht ohne Gewalt gelöst werden könnte und sollte, wenn nur ein Zustand des
      Vertrauens wiederhergestellt werden könnte, der es ermöglichen würde,
      Verhandlungen in einer besseren als der heute bestehenden Atmosphäre zu führen.

      Wir sind immer bereit gewesen, und werden es auch stets sein, zu der Schaffung
      von Bedingungen beizutragen, in denen solche Verhandlungen stattfinden können,
      und in denen es möglich sein würde, gleichzeitig jene größeren, zukünftige
      internationale Beziehungen berührende Probleme zu erörtern, einschließlich die
      uns und
      Euer Exzellenz interessierenden Angelegenheiten.

      In dem heute bestehenden Spannungszustande nehmen jedoch die Schwierigkeiten
      zu, die friedlichen Verhandlungen im Wege stehen, und je länger diese Spannung
      aufrechterhalten wird, desto schwerer wird sich Vernunft durchsetzen können.

      Diese Schwierigkeiten könnten jedoch gemildert, wenn nicht beseitigt werden,
      wenn über einen anfänglichen Zeitraum auf beiden Seiten - und überhaupt auf
      allen
      Seiten - eine Pause eingehalten werden könnte, in der Pressepolemik und jedwede
      Aufreizung einzustellen sei.

      Wenn eine solche Pause herbeigeführt werden könnte, dann dürfte Grund zu der
      Hoffnung bestehen, daß, nach Ablauf dieses Zeitraums, in dem Schritte
      unternommen werden könnten, um die von beiden Seiten erhobenen Beschwerden
      bezüglich der Behandlung von Minderheiten zu untersuchen und in Angriff zu
      nehmen, geeignete Bedingungen geschaffen sein würden für die Aufnahme von
      direkten Verhandlungen zwischen Deutschland und Polen über die zwischen ihnen
      bestehenden Fragen (unter Mitwirkung eines neutralen Vermittlers, sollten beide
      Parteien dies für zweckmäßig erachten).

      Ich fühle mich jedoch verpflichtet, zu sagen, daß nur eine geringe Hoffnung
      bestehen würde, solche Verhandlungen zu einem erfolgreichen Abschluß zu
      bringen, wenn
      es nicht von Anfang feststünde, daß ein zu erreichendes Abkommen bei seinem
      Abschluß von anderen Mächten garantiert werden würde. Seiner Majestät Regierung
      würde bereit sein, wenn der Wunsch dazu ausgesprochen werden sollte, zu der
      wirksamen Durchführung solcher Garantien nach ihrem Vermögen beizutragen.

      In diesem Augenblick gestehe ich, daß ich keinen anderen Weg sehe, eine
      Katastrophe zu vermeiden, die Europa in den Krieg führen wird.

      Im Hinblick auf die schweren Folgen für die Menschheit, die aus einer Handlung
      ihrer Herrscher entstehen können, vertraue ich darauf, daß Euer Exzellenz mit
      tiefster Überlegung die Ihnen von mir dargelegten Gesichtspunkte abwägen werden.

      gez. Neville Chamberlain
    • Gość: Withold No8 IP: *.mcbone.net / *.pppool.de 14.05.02, 00:36
      7. Antwortschreiben des Führers an den Britischen Premierminister vom 23.
      August 1939


      Den 23. August 1939.

      Euer Exzellenz!

      Der Königlich Britische Botschafter hat mir soeben ein Schreiben überreicht, in
      dem Eure Exzellenz namens der Britischen Regierung auf eine Reihe von Punkten
      hinweisen, die Ihrer Auffassung nach von größter Wichtigkeit seien.

      Ich darf dieses Ihr Schreiben wie folgt beantworten:

      1. Deutschland hat niemals Konflikte mit England gesucht und sich nie in
      englische Interessen eingemischt. Es hat sich im Gegenteil - wenn auch leider
      vergebens -
      jahrelang bemüht, die englische Freundschaft zu erwerben. Es hat aus diesem
      Grunde freiwillige Begrenzungen seiner eigenen Interessen in einem großen Gebiet
      Europas vorgenommen, die ansonst nationalpolitisch nur sehr schwer tragbar
      wären.

      2. Das Deutsche Reich besitzt aber - wie jeder andere Staat - bestimmte
      Interessen, auf die Verzicht zu leisten unmöglich ist. Sie liegen nicht
      außerhalb des Rahmens
      der durch die frühere deutsche Geschichte gegebenen und durch die
      wirtschaftliche Lebensvoraussetzungen bedingten Notwendigkeiten. Einige dieser
      Fragen
      besaßen und besitzen zugleich eine nationalpolitisch und psychologisch für jede
      Deutsche Regierung zwingende Bedeutung.

      Zu ihnen gehören die deutsche Stadt Danzig und das damit im Zusammenhang
      stehende Problem des Korridors. Zahlreiche Staatsmänner, Geschichtsforscher und
      Literaten, auch in England, waren sich wenigstens noch vor wenigen Jahren
      dessen bewußt. Hinzufügen möchte ich noch, daß alle diese Gebiete, die in der
      vorher
      erwähnten deutschen Interessensphäre liegen, und insbesondere die seit 18
      Monaten zum Reich zurückgekehrten Länder ihre kulturelle Erschließung nicht
      durch
      Engländer, sondern ausschließlich durch Deutsche erhalten haben, und zwar zum
      Teil schon in und seit einer Zeit, die über tausend Jahre zurückliegt.

      3. Deutschland war bereit, die Frage Danzig und die des Korridors durch einen
      wahrhaft einmalig großzügigen Vorschlag auf dem Wege der Verhandlungen zu
      lösen. Die von England ausgestreuten Behauptungen über eine deutsche
      Mobilmachung gegenüber Polen, die Behauptung von Aggressionsbestrebungen
      gegenüber
      Rumänien, Ungarn usw., sowie die später abgegebenen sogenannten
      Garantieerklärungen hatten die Geneigtheit der Polen zu Verhandlungen auf einer
      solchen für
      Deutschland tragbaren Basis beseitigt.

      4. Die von England Polen gegebene Generalzusicherung, ihm unter allen Umständen
      beizustehen, ganz gleich, aus welchen Ursachen ein Konflikt entstehen könnte,
      konnte in diesem Lande nur als eine Ermunterung aufgefaßt werden, nunmehr -
      gedeckt durch einen solchen Freibrief - eine Welle furchtbaren Terrors gegen
      die 1
      1/2 Millionen zählende deutsche Bevölkerung, die in Polen lebt, anlaufen zu
      lassen. Die Greuel, die seitdem dort stattfinden, sind für die Betroffenen
      entsetzlich, für
      das dabei zusehen sollende Deutsche Reich als Großmacht unerträglich. Der
      Freien Stadt Danzig gegenüber hat Polen zahlreiche Rechtsverletzungen begangen,
      Forderungen ultimativen Charakters geschickt und mit der wirtschaftlichen
      Abdrosselung begonnen.

      5. Die Deutsche Reichsregierung hat der Polnischen Regierung nun vor kurzem
      mitteilen lassen, daß sie nicht gewillt ist, diese Entwicklung stillschweigend
      hinzunehmen, daß sie nicht dulden wird, daß weitere ultimative Noten an Danzig
      gerichtet werden, daß sie nicht dulden wird, daß man die Verfolgungen des
      deutschen Elements fortsetzt, daß sie ebenso nicht dulden wird, durch
      wirtschaftliche Maßnahmen die Freie Stadt Danzig umzubringen, das heißt,, durch
      eine Art
      Zollblockade der Danziger Bevölkerung die Lebensgrundlage zu vernichten, und
      daß sie auch nicht dulden wird, daß sich sonstige weitere Provokationsakte gegen
      das Reich ereignen. Unabhängig davon müssen und werden die Fragen des Korridors
      und von Danzig ihre Lösung finden.

      6. Sie teilen mir, Exzellenz, im Namen der Britischen Regierung mit, daß Sie in
      jedem solchen Fall des Einschreitens Deutschlands gezwungen sein werden, Polen
      Beistand zu leisten. Ich nehme diese Erklärung zur Kenntnis und versichere
      Ihnen, daß sie keine Änderung in die Entschlossenheit der Reichsregierung
      bringen kann,
      die Interessen des Reiches in dem in Punkt 5 mitgeteilten Sinn wahrzunehmen.
      Ihre Versicherung, daß Sie in einem solchen Fall an einen langen Krieg glauben,
      teile
      ich ebenfalls. Deutschland ist - wenn es von England angegriffen wird - darauf
      vorbereitet und dazu entschlossen. Ich habe schon öfters als einmal vor dem
      Deutschen Volk und der Welt erklärt, daß es über den Willen des neuen Reiches
      keinen Zweifel geben könne, lieber jede Not und jedes Unglück und auf jede Zeit
      auf sich zu nehmen, als seine nationalen Interessen oder gar seine Ehre
      preiszugeben.

      7. Die Deutsche Reichsregierung hat Kenntnis davon bekommen, daß die Britische
      Regierung beabsichtigt, Mobilmachungsmaßnahmen durchzuführen, deren
      eindeutiger Charakter als nur gegen Deutschland gerichtet, nach den eigenen
      Erklärungen in Ihrem Schreiben an mich, Herr Ministerpräsident, feststeht. Dies
      soll
      auch für Frankreich zutreffen. Da Deutschland niemals die Absicht hatte, sei es
      gegen England oder gegen Frankreich, militärische Maßnahmen außer solchen
      defensiver Natur zu treffen, und - wie schon betont - nie beabsichtigte und
      auch für die Zukunft nicht beabsichtigt, England oder Frankreich anzugreifen,
      kann es sich
      in dieser Ankündigung, wie Sie sie, Herr Ministerpräsident, in Ihrem Schreiben
      mir bestätigen, nur um einen in Aussicht genommenen Akt der Bedrohung des
      Reiches handeln. Ich teile daher Euer Exzellenz mit, daß ich im Falle des
      Eintreffens dieser militärischen Ankündigungen die sofortige Mobilmachung der
      deutschen
      Wehrmacht anordnen werde.

      8. Die Frage der Behandlung der europäischen Probleme im friedlichen Sinn kann
      nicht von Deutschland entschieden werden, sondern in erster Linie von jenen, die
      sich seit dem Verbrechen des Versailler Diktats jeder friedlichen Revision
      beharrlich und konsequent widersetzt haben. Erst nach der Änderung der
      Gesinnung der
      dafür verantwortlichen Mächte kann auch eine Änderung des Verhältnisses
      zwischen England und Deutschland in einem positiven Sinne eintreten. Ich habe
      Zeit
      meines Lebens für eine deutsch-englische Freundschaft gekämpft, bin aber durch
      das Verhalten der britischen Diplomatie - wenigstens bisher - von der
      Zwecklosigkeit eines solchen Versuches überzeugt worden. Wenn sich dies in der
      Zukunft ändern würde, könnte niemand glücklicher sein als ich.

      gez. Adolf Hitler
    • Gość: Withold No9 IP: *.mcbone.net / *.pppool.de 14.05.02, 00:37
      8. Erklärung des Führers gegenüber dem Britischen Botschafter vom 25. August
      1939, mittags 13.30 Uhr

      Der Führer erklärte einleitend, daß der Britische Botschafter am Schluß der
      letzten Unterredung der Hoffnung Ausdruck gegeben habe, daß doch noch eine
      Verständigung zwischen Deutschland und England möglich sein wird. Er, der
      Führer, habe sich daraufhin die Dinge noch einmal durch den Kopf gehen lassen
      und
      wolle heute England gegenüber einen Schritt unternehmen, der genau so
      entscheidend sei wie der Schritt Rußland gegenüber, der zu der kürzlichen
      Vereinbarung
      geführt habe.

      Auch die gestrige Unterhaussitzung bzw. die Reden Chamberlains und Lord
      Halifax` hätten dem Führer veranlaßt, noch einmal mit dem Britischen
      Botschafter zu
      sprechen. Die Behauptung, daß Deutschland die Welt erobern wolle, ist
      lächerlich. Das Britische Imperium umfaßt 40 Millionen qkm, Rußland 19 Mill.
      qkm,
      Amerika 9 1/2 Mill. qkm, während Deutschland noch nicht 600 000 qkm umfaßt. Wer
      also die Welt erobern will, ist klar.

      Der Führer teilt dem Britischen Botschafter folgendes mit:

      1. Die polnischen Akte der Provokation sind unerträglich geworden, gleich, wer
      verantwortlich ist. Wenn die Polnische Regierung die Verantwortung bestreitet,
      so
      beweist das nur, daß sie selbst keinen Einfluß mehr auf ihre militärischen
      Unterorgane besitze. In der letzten Nacht seien wieder 21 neue
      Grenzzwischenfälle erfolgt,
      auf deutscher Seite habe man größte Disziplin gewahrt. Alle Zwischenfälle seien
      von der polnischen Seite hervorgerufen worden. Außerdem wurden
      Verkehrsflugzeuge beschossen. Wenn die Polnische Regierung erkläre, nicht
      verantwortlich dafür zu sein, so beweise dies, daß es ihr nicht mehr möglich
      sei, ihre
      eigenen Leute im Zaume zu halten.

      2. Deutschland sei unter allen Umständen entschlossen, diese mazedonischen
      Zustände an seiner Ostgrenze zu beseitigen, und zwar nicht nur im Interesse von
      Ruhe
      und Ordnung, sondern auch im Interesse des europäischen Friedens.

      3. Das Problem Danzig und Korridor müsse gelöst werden. Der Britische
      Ministerpräsident habe eine Rede gehalten, die nicht im geringsten geeignet
      sei, einen
      Wandel in der deutschen Einstellung herbeizuführen. Aus dieser Rede könne
      höchstens ein blutiger und unübersehbarer Krieg zwischen Deutschland und England
      entstehen. Ein solcher Krieg würde blutiger sein als der von 1914 bis 1918. Im
      Unterschied zu dem letzten Kriege würde Deutschland keinen Zweifrontenkrieg mehr
      zu führen haben. Das Abkommen mit Rußland sei bedingungslos und bedeute eine
      Wende in der Außenpolitik des Reiches auf längste Zeit. Rußland und
      Deutschland würden unter keinen Umständen mehr die Waffen gegeneinander
      ergreifen. Davon abgesehen würden die mit Rußland getroffenen Abmachungen
      Deutschland auch wirtschaftlich für eine längste Kriegsperiode sichern.

      Dem Führer habe immer an der deutsch-englischen Verständigung gelegen. Ein
      Krieg zwischen England und Deutschland könne im günstigsten Fall Deutschland
      einen Gewinn bringen, England aber überhaupt nicht.

      Der Führer erklärt, daß das deutsch-polnische Problem gelöst werden müsse und
      gelöst werden würde. Er ist aber bereit und entschlossen, nach der Lösung dieses
      Problems noch einmal an England mit einem großen umfassenden Angebot
      heranzutreten. Er ist der Mann großer Entschlüsse und wird auch in diesem Fall
      zu einer
      großen Handlung fähig sein. Er bejaht das Britische Imperium und ist bereit,
      sich für dessen Bestand persönlich zu verpflichten und die Kraft des Deutschen
      Reiches
      dafür einzusetzen, wenn

      1. seine kolonialen Forderungen, die begrenzt sind und auf friedlichem Wege
      ausgehandelt werden können, Erfüllung finden, wobei er hier zu einer weitesten
      Terminbestimmung bereit ist,

      2. seine Verpflichtungen Italien gegenüber nicht tangiert werden, d.h. mit
      anderen Worten: er fordert von England nicht die Preisgabe seiner französischen
      Verpflichtungen, und könne sich seinerseits auch nicht von den italienischen
      Verpflichtungen entfernen.

      3. Er wünscht ebenso den unverrückbaren Entschluß Deutschlands zu betonen, nie
      mehr mit Rußland in einen Konflikt einzutreten.

      Der Führer ist bereit, dann mit England Abmachungen zu treffen, die, wie schon
      betont, nicht nur die Existenz des Britischen Weltreichs unter allen Umständen
      deutscherseits garantieren würden, sondern auch, wenn es nötig wäre, dem
      Britischen Reich die deutsche Hilfe sicherten, ganz gleich, wo immer eine
      derartige Hilfe
      erforderlich sein sollte. Der Führer würde dann auch bereit sein, eine
      vernünftige Begrenzung der Rüstungen zu akzeptieren, die der neuen politischen
      Lage
      entsprächen und wirtschaftlich tragbar wären. Endlich versichert der Führer
      erneut, daß er an den westlichen Problemen nicht interessiert sei und daß eine
      Grenzkorrektur im Westen außerhalb jeder Erwägung stehe; der mit Milliarden
      Kosten errichtete Westwall sei die endgültige Reichsgrenze nach Westen.

      Wenn die Britische Regierung diese Gedanken erwägen würde, so könnte sich
      daraus ein Segen für Deutschland und auch für das Britische Weltreich ergeben.
      Wenn sie diese Gedanken ablehnt, wird es Krieg geben. Auf keinen Fall würde
      Großbritannien aus diesem Krieg stärker hervorgehen; schon der letzte Krieg habe
      dies bewiesen.

      Der Führer wiederholt, daß er ein Mann großer und ihm selbst verpflichtender
      Entschlüsse sei und daß dies sein letzter Vorschlag wäre. Er werde sofort nach
      Lösung der deutsch-polnischen Frage mit einem Angebot an die Britische
      Regierung herantreten.
    • Gość: Withold No10 IP: *.mcbone.net / *.pppool.de 14.05.02, 00:38
      9. Schreiben des Französischen Ministerpräsidenten an den Führer vom 26. August
      1939


      (Übersetzung)


      Paris, den 26. August 1939

      Sehr geehrter Herr Reichskanzler!

      Der Französische Botschafter in Berlin hat mir Ihre persönliche Mitteilung zur
      Kenntnis gebracht.

      In der Stunde, wo Sie von der schwersten Verantwortung sprechen, die zwei
      Regierungschefs unter Umständen übernehmen können, das heißt, das Blut von zwei
      großen Völkern, die sich nur nach Frieden und Arbeit sehnen, zu vergießen, bin
      ich Ihnen persönlich und unseren beiden Völkern schuldig zu sagen, daß das
      Schicksal des Friedens noch in Ihren Händen liegt.

      Sie können weder an meinen Gefühlen Deutschland gegenüber noch an den
      friedlichen Gefühlen Frankreichs für Ihre Nation einen Zweifel hegen. Kein
      Franzose hat
      mehr als ich selbst getan, um zwischen unseren beiden Völkern nicht nur den
      Frieden, sondern eine aufrichtige Mitarbeit in ihrem eigenen Interesse, sowie im
      Interesse Europas und der Welt zu bekräftigen.

      Es sei denn, Sie trauen dem französischen Volke einen weniger hohen Begriff der
      Ehre zu, als ich selber dem deutschen Volke anerkenne, so können Sie nicht
      bezweifeln, daß Frankreich seine Verpflichtungen anderen Mächten gegenüber treu
      erfüllt, Mächten, wie zum Beispiel Polen, die, davon bin ich überzeugt, mit
      Deutschland in Frieden leben wollen.

      Diese beiden Überzeugungen sind vollkommen vereinbar.

      Bis heute gibt es nichts, das eine friedliche Lösung der internationalen Krise
      in Ehren und Würden für alle Völker verhindern könnte, wenn auf allen Seiten
      der gleiche
      Friedenswille besteht.

      Mit dem guten Willen Frankreichs bekunde ich denjenigen aller seiner
      Verbündeten. Ich übernehme selbst die Garantie für diese Bereitschaft, die
      Polen immer
      gezeigt hat für die gegenseitige Anwendung eines Verfahrens des freien
      Ausgleichs, wie man es sich vorstellen kann zwischen den Regierungen zweier
      souveränen
      Nationen. Mit dem besten Gewissen kann ich Ihnen die Versicherung geben, daß es
      unter den zwischen Deutschland und Polen mit Bezug auf die Danziger Frage
      entstandenen Differenzen keine gibt, die nicht einem solchen Verfahren
      unterbreitet werden könnte zwecks einer friedlichen und gerechten Lösung.

      Auf meine Ehre kann ich auch bekunden,daß es in der klaren und aufrichtigen
      Solidarität Frankreichs mit Polen und seinen Verbündeten nichts gibt, das die
      friedliche
      Gesinnung meines Vaterlandes irgendwie beeinträchtigen könnte. Diese
      Solidarität hat uns niemals daran gehindert und hindert uns auch heute nicht,
      Polen in dieser
      friedlichen Gesinnung zu erhalten.

      In einer so schweren Stunde glaube ich aufrichtig, daß kein edelgesinnter
      Mensch es verstehen könnte, daß ein Krieg der Zerstörung unternommen würde,
      ohne daß
      ein letzter Versuch einer friedlichen Lösung zwischen Deutschland und Polen
      stattfindet. Ihr Friedenswille könnte sich in aller Bestimmtheit dafür
      einsetzen, ohne der
      deutschen Ehre irgendwie Abbruch zu tun. Ich, als Chef der französischen
      Regierung, der ich eine gute Harmonie zwischen dem französischen und dem
      deutschen
      Volke wünsche, und der ich andererseits durch Freundschaftsbande und durch das
      gegebene Wort mit Polen verbunden bin, bin bereit, alle Anstrengungen zu
      machen, die ein aufrichtiger Mensch unternehmen kann, um diesen Versuch zu
      einem guten Ende zu führen.

      Sie waren wie ich selbst Frontkämpfer im letzten Kriege. Sie wissen wie ich,
      welche Abscheu und Verurteilung die Verwüstungen des Krieges im Gewissen der
      Völker hinterlassen haben, ganz gleich wie der Krieg endete. Die Vorstellung,
      die ich mir von Ihrer hervorragenden Rolle machen kann als Führer des Deutschen
      Volkes auf dem Wege des Friedens, der Vollendung seiner Aufgabe in dem
      gemeinsamen Werk der Zivilisation entgegen, führt mich dazu, eine Antwort auf
      diesen
      Vorschlag zu erbitten.

      Wenn das französische und das deutsche Blut von neuem fließen, wie vor 25
      Jahren, in einem noch längeren und mörderischeren Krieg, dann wird jedes der
      beiden
      Völker kämpfen im Vertrauen auf seinen eigenen Sieg. Siegen werden am
      sichersten die Zerstörung und die Barbarei.

      gez.Daladier
    • Gość: Withold No11 IP: *.mcbone.net / *.pppool.de 14.05.02, 00:39
      10. Antwortschreiben des Führers an den Französischen Ministerpräsidenten vom
      27. August 1939


      Berlin, den 27. August 1939.

      Sehr geehrter Herr Ministerpräsident!

      Ich verstehe die Bedenken, die Sie aussprechen. Auch ich habe niemals die hohe
      Verpflichtung übersehen, die denen auferlegt ist, die über das Schicksal der
      Völker
      gestellt sind. Als alter Frontsoldat kenne ich wie Sie die Schrecken des
      Krieges. Aus dieser Gesinnung und Erkenntnis heraus habe ich mich auch ehrlich
      bemüht, alle
      Konfliktstoffe zwischen unseren beiden Völkern zu beseitigen. Ich habe dem
      französischen Volk eins ganz offen versichert, daß die Rückkehr des
      Saargebietes die
      Voraussetzung dazu sein würde. Ich habe nach dieser Rückkehr sofort feierlich
      meinen Verzicht bekräftigt auf irgendwelche weiteren Ansprüche, die Frankreich
      berühren können. Das deutsche Volk hat diese meine Haltung gebilligt. Wie Sie
      sich selbst bei Ihrem letzten Hiersein überzeugen konnten, empfand und
      empfindet es
      gegen den einstigen tapferen Gegner im Bewußtsein seiner eigenen Haltung
      keinerlei Groll oder gar Haß. Im Gegenteil. Die Befriedigung unserer Westgrenze
      führte
      zu einer steigenden Sympathie, jedenfalls von seiten des deutschen Volkes.
      Einer Sympathie, die sich bei vielen Anlässen geradezu demonstrativ zeigte. Der
      Bau der
      großen Westbefestigungen, der zahlreiche Milliarden verschlang und verschlingt,
      stellt für Deutschland zugleich ein Dokument der Akzeptierung und Festlegung der
      endgültigen Reichsgrenze dar. Das deutsche Volk hat damit auf 2 Provinzen
      Verzicht geleistet, die einst zum alten Deutschen Reich gehörten, später durch
      viel Blut
      erobert und endlich mit noch viel mehr Blut verteidigt wurden. Dieser Verzicht
      stellt, wie Sie mir, Exzellenz, zugeben müssen, keine taktische, nach außen
      gezeigte
      Haltung dar, sondern einen Entschluß, der in allen unseren Maßnahmen seine
      konsequente Erhärtung erfuhr. Sie werden mir, Herr Ministerpräsident, nicht
      einen Fall
      nennen können, in dem auch nur durch eine Zeile oder eine Rede gegen diese
      endgültige Fixierung der deutschen Reichsgrenze nach dem Westen hin verstoßen
      worden wäre. Ich glaube, durch diesen Verzicht und durch diese Haltung jeden
      denkbaren Konfliktstoff zwischen unseren beiden Völkern ausgeschaltet zu haben,
      der zu einer Wiederholung der Tragik von 1914-1918 würde führen können. Diese
      freiwillige Begrenzung der deutschen Lebensansprüche im Westen kann aber
      nicht aufgefaßt werden als eine auch auf allen anderen Gebieten geltende
      Akzeptierung des Versailler Diktats. Ich habe nun wirklich Jahr für Jahr
      versucht, die
      Revision wenigstens der unmöglichsten und untragbarsten Bestimmungen dieses
      Diktats auf dem Verhandlungswege zu erreichen. Es war dies unmöglich. Daß die
      Revision kommen mußte, war zahlreichen einsichtsvollen Männern aus allen
      Völkern bewußt und klar. Was immer man nun gegen meine Methode anführen kann,
      was immer man an ihr aussetzen zu müssen glaubt, so darf doch nicht übersehen
      oder bestritten werden, daß es durch sie möglich wurde, ohne neues Blutvergießen
      in vielen Fällen nicht nur für Deutschland befriedigende Lösungen zu finden,
      sondern daß durch die Art des Verfahrens die Staatsmänner anderer Völker von
      der für
      sie oft unmöglichen Verpflichtung enthoben wurden, diese Revision vor ihren
      Völkern verantworten zu müssen; denn immerhin eines werden Eure Exzellenz mir
      zugeben müssen: Die Revision mußte kommen. Das Versailler Diktat war untragbar.
      Kein Franzose von Ehre, auch Sie nicht, Herr Daladier, hätte in einer ähnlichen
      Lage anders gehandelt als ich. Ich habe nun in diesem Sinne auch versucht, die
      unvernünftigste Maßnahme des Versailler Diktats aus der Welt zu schaffen. Ich
      habe
      der Polnischen Regierung ein Angebot gemacht, über das das Deutsche Volk
      erschrocken ist. Kein anderer als ich konnte es überhaupt wagen, mit einem
      solchen
      Angebot vor die Öffentlichkeit zu treten. Es konnte daher auch nur einmalig
      sein. Ich bin nun zutiefst überzeugt, daß, wenn besonders von England aus
      damals, statt
      in der Presse gegen Deutschland eine wilde Campagne loszulassen, Gerüchte von
      einer deutschen Mobilmachung zu lancieren, Polen irgendwie zugeredet worden
      wäre, vernünftig zu sein, Europa heute und auf 25 Jahre den Zustand des
      tiefsten Friedens genießen könnte. So aber wurde erst durch die Lüge von der
      deutschen
      Aggression die polnische öffentliche Meinung aufgeregt, der Polnischen
      Regierung die eigenen notwendigen klaren Entschlüsse erschwert und vor allem
      durch die
      dann folgende Abgabe des Garantieversprechens der Blick für die Grenze realer
      Möglichkeiten getrübt. Die Polnische Regierung lehnte die Vorschläge ab. Die
      polnische öffentliche Meinung begann in der sicheren Überzeugung, daß ja nun
      England und Frankreich für Polen kämpfen würden, Forderungen zu erheben, die man
      vielleicht als lächerliche Verrücktheit bezeichnen könnte, wenn sie nicht so
      unendlich gefährlich wären. Damals setzte ein unerträglicher Terror, eine
      physische und
      wirtschaftliche Drangsalierung der immerhin über 1 1/2 Millionen zählenden
      Deutschen in dem vom Reich abgetrennten Gebieten ein. Ich will hier nicht über
      die
      vorgekommenen Scheußlichkeiten sprechen. Allein auch Danzig wurde mit
      fortgesetzten Übergriffe polnischer Behörden steigend zum Bewußtsein gebracht,
      daß es
      scheinbar rettungslos der Willkür einer dem nationalen Charakter der Stadt und
      der Bevölkerung fremden Gewalt ausgeliefert ist.

      Darf ich mit nun die Frage erlauben, Herr Daladier, wie würden Sie als Franzose
      handeln, wenn durch irgendeinen unglücklichen Ausgang eines tapferen Kampfes
      eine Ihrer Provinzen durch einen von einer fremden Macht besetzten Korridor
      abgetrennt würde, eine große Stadt - sagen wir Marseille - verhindert würde,
      sich zu
      Frankreich zu bekennen und die in diesem Gebiete lebenden Franzosen nun
      verfolgt, geschlagen, mißhandelt, ja bestialisch ermordet würden? Sie sind
      Franzose,
      Herr Daladier, und ich weiß daher, wie Sie handeln würden. Ich bin Deutscher.
      Herr Daladier, zweifeln Sie nicht an meinem Ehrgefühl und an meinem
      Pflichtbewußtsein, genau so zu handeln. Wenn Sie nun dieses Unglück hätten, das
      wir besitzen, würden Sie dann, Herr Daladier, verstehen, wenn Deutschland ohne
      jede Veranlassung dafür eintreten wollte, daß der Korridor durch Frankreich
      bleibt, daß die geraubten Gebiete nicht zurückkehren dürfen, daß die Rückkehr
      Marseilles nach Frankreich verboten wird? Ich kann mir jedenfalls nicht
      vorstellen, Herr Daladier, daß Deutschland aus diesem Grunde gegen Sie kämpfen
      würde,
      denn ich und alle Welt haben auf Elsaß-Lothringen verzichtet, um ein weiteres
      Blutvergießen zu vermeiden. Um so weniger würden wir Blut vergießen, um ein
      Unrecht aufrechtzuerhalten, das für Sie untragbar sein müßte, wie es für uns
      bedeutungslos wäre. Alles, was Sie in Ihrem Brief, Herr Daladier, schreiben,
      empfinde
      ich genau so wie Sie. Vielleicht können gerade wir uns als alte Frontsoldaten
      auf manchen Gebieten am leichtesten verstehen, allein ich bitte Sie, verstehen
      Sie auch
      dies: daß es für eine Nation von Ehre unmöglich ist, auf fast 2 Millionen
      Menschen zu verzichten und sie an seinen eigenen Grenzen mißhandelt zu sehen.
      Ich habe
      daher eine klare Forderung aufgestellt: Danzig und der Korridor müssen an
      Deutschland zurück. Die mazedonischen Zustände an unserer Ostgrenze müssen
      beseitigt
      werden. Ich sehe keinen Weg, Polen, das sich ja nun im Schutze seiner Garantien
      unangreifbar fühlt, hier zu einer friedlichen Lösung bewegen zu können. Ich
      würde
      aber an einer ehrenvollen Zukunft meines Volkes zweifeln, wenn wir unter
      solchen Umständen nicht entschlossen wären, die Frage so oder so zu lösen. Wenn
      das
      Schicksal nun dadurch unsere beiden Völker wieder zum Kampfe zwingt, dann würde
      doch in den Mot
    • Gość: Withold No12 IP: *.mcbone.net / *.pppool.de 14.05.02, 00:39
      11. Dem Führer vom Britischen Botschafter am 28. August 1939, abends 22.30 Uhr,
      übergebenes Memorandum der Britischen
      Regierung


      (Übersetzung)

      Seiner Majestät Regierung hat die ihr vom Herrn Deutschen Reichskanzler durch
      den Britischen Botschafter in Berlin übermittelte Botschaft empfangen und hat
      dieselbe mit der ihr gebührenden Sorgfalt geprüft.

      1. Seiner Majestät Regierung hat den vom Herrn Reichskanzler zum Ausdruck
      gebrachten Wunsch, daß Freundschaft die Grundlage der Beziehungen zwischen
      Deutschland und dem Britischen Imperium bilden möge, zur Kenntnis genommen, und
      sie teilt diesen Wunsch voll und ganz. Auch sie glaubt, wie der Herr
      Reichskanzler, daß, wenn eine vollständige und dauernde Verständigung zwischen
      diesen zwei Nationen hergestellt werden könnte, es beiden Völkern unermeßlichen
      Segen bringen würde.

      2. Die Botschaft des Herrn Reichskanzlers behandelt zwei Gruppen von Fragen -
      diejenigen, die gegenwärtig Gegenstand von Differenzen zwischen Deutschland und
      Polen sind, und diejenigen, die die endgültigen Beziehungen zwischen
      Deutschland und Großbritannien berühren. Im Zusammenhang mit diesen zuletzt
      genannten
      Fragen ersieht Seiner Majestät Regierung, daß der Herr Reichskanzler gewisse
      Vorschläge angedeutet hat, die er unter einer Bedingung der Britischen
      Regierung zur
      Herbeiführung einer allgemeinen Verständigung zu unterbreiten bereit sein
      würde. Diese Vorschläge sind naturgemäß in sehr allgemeiner Form gehalten und
      würden
      eine genauere Definierung erfordern, aber Seiner Majestät Regierung ist voll
      und ganz bereit, sie mit einigen Zusätzen als Gegenstand von Unterhaltungen
      anzunehmen, und sie würde bereit sein, wenn die Streitfragen zwischen
      Deutschland und Polen auf friedlichem Wege beigelegt werden, sobald wie möglich,
      diesbezügliche Besprechungen einzuleiten mit dem aufrichtigen Wunsche, zu einer
      Verständigung zu gelangen.

      3. Die Bedingung, die der Herr Reichskanzler festlegt, ist, daß eine Lösung der
      zwischen Deutschland und Polen bestehenden Differenzen vorangehen muß. In dieser
      Beziehung ist Seiner Majestät Regierung vollkommen gleicher Ansicht. Alles
      hängt jedoch ab von der Art der Lösung und von der Methode, die zur Erzielung
      derselben angewandt wird. Zu diesen Punkten, deren Wichtigkeit dem Herrn
      Reichskanzler gegenwärtig sein wird, ist in seiner Botschaft nichts gesagt, und
      Seiner
      Majestät Regierung fühlt sich gezwungen, darauf hinzuweisen, daß eine
      Verständigung bezüglich dieser beiden Punkte für die Erzielung eines weiteren
      Fortschrittes
      unbedingt notwendig ist. Die Deutsche Regierung wird sich dessen bewußt sein,
      daß Seiner Majestät Regierung gegenüber Polen Verpflichtungen hat, die sie
      binden
      und die einzulösen sie beabsichtigt. Sie könnte nicht wegen irgendeines
      Großbritannien angebotenen Vorteils einer Lösung zustimmen, die die
      Unabhängigkeit eines
      Staates gefährden würde, dem sie ihre Garantie gegeben hat.

      4. Nach Ansicht Seiner Majestät Regierung könnte und sollte eine vernünftige
      Lösung der Differenzen zwischen Deutschland und Polen auf dem Wege der
      Vereinbarung zwischen den beiden Nationen erzielt werden auf einer Grundlage,
      die die Sicherstellung der wesentlichen Interessen Polens einbeziehen würde, und
      Seiner Majestät Regierung erinnert sich, daß der Herr Reichskanzler in seiner
      Rede am 28. April die Wichtigkeit dieser Interessen für Polen anerkannt hat.

      Wie jedoch der britische Premierminister in seinem Schreiben vom 22. August an
      den Herrn Reichskanzler zum Ausdruck brachte, ist es nach Ansicht Seiner
      Majestät Regierung unerläßlich für den Erfolg der Besprechungen, die der
      Vereinbarung vorangehen würden, daß es im voraus feststünde, daß ein zu
      erzielendes
      Abkommen von anderen Mächten garantiert werden würde. Seiner Majestät Regierung
      würde bereit sein, wenn der Wunsch dazu ausgesprochen werden würde
      sollte, zu der wirksamen Durchführung einer solchen Garantie beizutragen.

      Nach Ansicht Seiner Majestät Regierung folgt hieraus, daß als nächster Schritt
      direkte Verhandlungen zwischen der Deutschen und Polnischen Regierung
      eingeleitet
      werden sollten auf einer Grundlage, die die obenerwähnten Grundsätze
      einschließen würde, nämlich die Sicherstellung der unentbehrlichen Interessen
      Polens und die
      Sicherstellung des Abkommens durch eine Internationale Garantie. Seiner
      Majestät Regierung hat bereits eine definitive Zusicherung von der Polnischen
      Regierung
      erhalten, daß diese bereit ist, auf dieser Grundlage in Besprechungen
      einzutreten, und Seiner Majestät Regierung hofft, daß die Deutsche Regierung
      ihrerseits
      ebenfalls bereit sein würde, einem solchen Verfahren zuzustimmen.

      Wenn, wie Seiner Majestät Regierung hofft, solche Besprechungen zu einer
      Vereinbarung führen würden, so wäre der Weg offen für Besprechungen über jene
      breitere und umfassendere Verständigung zwischen Großbritannien und
      Deutschland, die beide Nationen erstreben.

      5. Seiner Majestät Regierung stimmt mit dem Herrn Reichskanzler darin überein,
      daß. eine der hauptsächlichsten Gefahren in der zwischen Deutschland und Polen
      bestehenden Lage, in Berichten über die Behandlung der Minderheiten ihren
      Ursprung hat. Der gegenwärtige Spannungszustand, zusammen mit den ihn
      begleitenden
      Grenzzwischenfällen, Berichten über Mißhandlungen und der aufreizenden
      Propaganda ist eine ständige Gefahr für den Frieden. Es ist offensichtlich eine
      Frage
      äußerster Dringlichkeit, daß alle Zwischenfälle dieser Art unverzüglich und mit
      fester Hand unterdrückt werden, und daß die Verbreitung unbestätigter Gerüchte
      verhindert wird, um eine Frist zu erlangen, in der ohne Provokation auf beiden
      Seiten eine eingehende Prüfung der Möglichkeiten einer Lösung unternommen werden
      könnte. Seiner Majestät Regierung ist überzeugt, daß beide Regierungen sich
      dieser Erwägung völlig bewußt sind.

      6. Seiner Majestät Regierung hat ihre eigene Haltung gegenüber den besonderen
      zwischen Deutschland und Polen strittigen Angelegenheiten erschöpfend zum
      Ausdruck gebracht. Sie vertraut darauf, daß der Herr Reichskanzler nicht
      glauben wird, daß Seiner Majestät Regierung, weil sie ihre Verpflichtung
      gegenüber Polen
      genau nimmt, aus diesem Grunde nicht bestrebt ist, ihren ganzen Einfluß für das
      Zustandekommen einer sowohl Deutschland wie Polen befriedigenden Lösung
      einzusetzen.

      Daß eine solche Lösung erzielt werden sollte, erscheint Seiner Majestät
      Regierung als unbedingt notwendig, nicht nur aus Gründen, die in unmittelbarem
      Zusammenhang mit der Lösung selbst entstehen, sondern auch wegen der
      umfassenderen Erwägungen, von denen der Herr Reichskanzler mit solcher
      Überzeugung
      gesprochen hat.

      7. Es ist unnötig, in der vorliegenden Antwort die Vorteile einer friedlichen
      Lösung hervorzuheben gegenüber einem Entschluß, die in Frage kommenden Probleme
      mit Waffengewalt zu lösen. Die Folgen eines Entschlusses, Gewalt zu gebrauchen,
      sind in dem Schreiben des Premierministers vom 22. August an den Herrn
      Reichskanzler klar dargelegt worden, und Seiner Majestät Regierung zweifelt
      nicht daran, daß diese Folgen vom Herrn Reichskanzler genau so klar erkannt
      werden
      wie von Seiner Majestät Regierung selbst.

      Andererseits glaubt Seiner Majestät Regierung, indem sie mit Interesse den in
      der Botschaft des Herrn Reichskanzlers enthaltenen Hinweis auf eine Begrenzung
      der
      Rüstungen zur Kenntnis nimmt, daß, wenn eine friedliche Lösung erreicht werden
      kann, die Unterstützung der Welt zuversichtlich vorausgesetzt werden könnte für
      praktische Maßnahmen, die es ermöglichen würden, den Übergang von einer
      Vorbereitung zum Kriege auf eine normale Tätigkeit friedlichen Handelns sicher
      und
      reibungslos durchzuführen.

      8. Eine gerechte Lösung dieser zwischen Deutschland und Polen bestehenden
      Fragen kann den Weg zum We
    • Gość: Withold No13 IP: *.mcbone.net / *.pppool.de 14.05.02, 00:40
      12. Dem Britischen Botschafter am 29. August 1939, nachmittags 18.45 Uhr,
      übergebene Antwort des Führers an die Britische
      Regierung

      Der Kgl. Britische Botschafter in Berlin hat der Kgl. Britischen Regierung
      Anregungen vermittelt, die ich vorschlagen zu müssen glaubte, um

      1. dem Willen der Reichsregierung nach einer aufrichtigen deutsch-englischen
      Verständigung, Zusammenarbeit und Freundschaft noch einmal Ausdruck zu geben;

      2. keinen Zweifel darüber aufkommen zu lassen, daß eine solche Verständigung
      nicht erkauft werden könnte mit dem Verzicht auf lebenswichtige Interessen oder
      gar
      einer Preisgabe von Forderungen, die ebenso im allgemeinen menschlichen Recht
      wie in der nationalen Würde und Ehre unseres Volkes begründet sind.

      Mit Befriedigung hat die Deutsche Reichsregierung aus den Antwortschreiben der
      Kgl. Britischen Regierung und den mündlichen Erläuterungen des Kgl. Britischen
      Botschafters entnommen, daß die Kgl. Britische Regierung auch ihrerseits bereit
      ist, das deutsch-englische Verhältnis zu bessern, es im Sinne der deutschen
      Anregungen zu entwickeln und auszubauen.

      Die Kgl. Britische Regierung ist dabei ebenfalls überzeugt, daß die Lösung der
      unerträglich gewordenen deutsch-polnischen Spannung die Voraussetzung für eine
      Realisierung dieser Hoffnung ist.

      Seit dem Herbst des vergangenen Jahres und zuletzt im März 1939 wurden der
      polnischen Regierung mündlich und schriftlich Vorschläge unterbreitet, die unter
      Berücksichtigung der damals zwischen Deutschland und Polen bestehenden
      Freundschaft eine für beide Teile annehmbare Lösung der strittigen Fragen
      ermöglichen
      konnten. Es ist der Kgl. Britischen Regierung bekannt, daß die polnische
      Regierung glaubte, diese Vorschläge im März dieses Jahres endgültig ablehnen zu
      müssen.
      Sie hat diese Ablehnung zugleich zum Vorwand oder Anlaß genommen, militärische
      Maßnahmen zu treffen, die seitdem eine fortgesetzte Steigerung erfuhren. Schon
      Mitte des vergangenen Monats hat der polnische Staat tatsächlich mobil gemacht.
      In Verbindung damit haben zahlreiche Übergriffe in der Freien Stadt Danzig
      stattgefunden, hervorgerufen durch polnische Behörden; mehr oder weniger
      drohend ultimative Forderungen wurden an die Stadt gerichtet. Die Verhängung
      einer
      erst zollpolitisch durchgeführten, nunmehr aber auch militärisch und
      verkehrstechnisch erweiterten Grenzsperre mit dem Ziel der politischen
      Zermürbung und
      wirtschaftlichen Zerstörung dieses deutschen Gemeinwesens fand statt.

      Hinzukommen himmelschreiende, barbarische Mißhandlungen und sonstige
      Verfolgungen der großen deutschen Volksgruppe in Polen, die bis zur Tötung
      vieler dort
      lebender Deutschen oder zur Verschleppung unter grausamsten Begleitumständen
      führten. Diese Zustände sind für eine Großmacht unerträglich. Sie haben
      Deutschland gezwungen, nach monatelangem Zusehen nunmehr ebenfalls die
      notwendigen Schritte zur Wahrung der berechtigten deutschen Interessen zu
      ergreifen.
      Und die Deutsche Reichsregierung kann der Britischen Regierung nur auf das
      ernsteste versichern, daß nunmehr jener Zustand erreicht ist, der ein weiteres
      Hinnehmen oder auch nur Zusehen ausschließt.

      Die Forderung der Deutschen Reichsregierung entspricht der von Anfang an
      notwendig erkannten Revision des Versailler Vertrages in diesem Gebiet;
      Rückkehr von
      Danzig und dem Korridor an Deutschland, Sicherung des Lebens der deutschen
      Volksgruppen in den restlich Polen verbleibenden Gebieten.

      Die Deutsche Reichsregierung nimmt mit Befriedigung zur Kenntnis, daß auch die
      Kgl. Britische Regierung im grundsätzlichen überzeugt ist, daß die entstandene
      Lage einer Lösung entgegengeführt werden muß. Sie glaubt weiter annehmen zu
      dürfen, daß sich auch die Kgl. Britische Regierung keinem Zweifel darüber
      hingibt,
      daß es sich hier nicht nur um Zustände handelt, zu deren Beseitigung Tage oder
      gar Wochen, sondern vielleicht nur Stunden zur Verfügung stehen. Denn es ist in
      jedem Augenblick angesichts der desorganisierten Verhältnisse in Polen mit der
      Möglichkeit des Eintretens von Akten zu rechnen, die hinzunehmen für Deutschland
      unmöglich sein könnte.

      Wenn die Kgl. Britische Regierung noch immer glaubt, daß diese schwerwiegenden
      Differenzen auf dem Wege direkter Verhandlungen zu lösen seien, so kann die
      Deutsche Reichsregierung diese Auffassung von vornherein nicht mehr teilen.
      Denn sie hat es ja versucht, den Weg einer solchen friedlichen Verhandlung
      einzuleiten,
      wurde aber dabei von der polnische Regierung nicht unterstützt, sondern durch
      brüsk eingeleitete Maßnahmen militärischen Charakters im Sinne der schon
      angedeuteten Entwicklung abgewiesen.

      Die Kgl. Britische Regierung sieht 2 Momente als wichtig an:

      1. daß durch direkte Verhandlungen schnellstens die vorhandene Gefahr einer
      drohenden Entladung beseitigt wird, und daß

      2. der Existenz des im übrigen dann fortbestehenden polnischen Staates durch
      internationale Garantien wirtschaftlich und politisch die notwendige Sicherung
      gegeben
      wird.

      Die Deutsche Reichsregierung hat dazu folgende Erklärung abzugeben:

      Trotz ihrer skeptischen Beurteilung der Aussichten solcher direkten
      Besprechungen will sie dennoch den englischen Vorschlag akzeptieren und in
      diese eintreten. Sie
      tut dies ausschließlich unter dem Eindruck der - wie schon betont - ihr
      zugegangenen schriftlichen Mitteilung der Kgl. Britischen Regierung, daß auch
      diese ein
      Freundschaftsabkommen unter Zugrundelegung der dem Botschafter Henderson
      gegebenen Anhaltspunkte wünscht. Die Deutsche Reichsregierung will dadurch der
      Kgl. Britischen Regierung und dem englischen Volk einen Beweis für die
      Aufrichtigkeit der deutschen Absicht, zu einer dauernden Freundschaft mit
      Großbritannien
      zu kommen, geben.

      Die Reichsregierung muß die Britische Regierung pflichtgemäß aber darauf
      hinweisen, daß sie im Falle einer Neugestaltung der territorialen Verhältnisse
      in Polen nicht
      mehr in der Lage wäre, ohne Hinzuziehung der Sowjet-Union sich zu Garantien zu
      verpflichten oder an Garantien teilzunehmen.

      Im übrigen hat die Deutsche Reichsregierung bei ihren Vorschlägen nie die
      Absicht gehabt, lebenswichtige Interessen Polens anzugreifen oder die Existenz
      eines
      unabhängigen polnischen Staates in Frage zu stellen. Die Deutsche
      Reichsregierung ist unter diesen Umständen daher damit einverstanden, die
      vorgeschlagene
      Vermittlung der Kgl. Britischen Regierung zur Entsendung einer mit allen
      Vollmachten versehenen polnischen Regierung nach Berlin anzunehmen. Sie rechnet
      mit dem
      Eintreffen dieser Persönlichkeit für Mittwoch, den 30. August 1939.

      Die Reichsregierung wird die Vorschläge einer für sie akzeptablen Lösung sofort
      ausarbeiten und diese wenn möglich bis zur Ankunft des polnischen Unterhändlers
      auch der Britischen Regierung zur Verfügung stellen.
    • Gość: Withold No14 IP: *.mcbone.net / *.pppool.de 14.05.02, 00:40
      13. Telephonat des Deutschen Geschäftsträgers in Warschau an das Auswärtige Amt
      vom 30. August 1939, nachmittags 17.30
      Uhr

      Seit einer Stunde ist in Polen durch Anschlag die allgemeine Mobilmachung
      befohlen worden. Erster Mobilmachungstag ist der 31. August; zu melden haben
      sich alle
      Personen, die eine weiße Einberufungskarte besitzen.
    • Gość: Withold No15 IP: *.mcbone.net / *.pppool.de 14.05.02, 00:41
      14. Dem Reichsminister des Auswärtigen am 30. August 1939, nachts 24 Uhr, vom
      Britischen Botschafter übergebenes
      Memorandum der Britischen Regierung


      (Übersetzung)

      1. Die Regierung Seiner Majestät weiß die Tatsache zu würdigen, daß die
      Deutsche Regierung in der in ihrer Antwort enthaltenen Erklärung freundlichst
      auf ihren
      Wunsch einer deutsch-englischen Verständigung hinweist, und weiß ebenso den
      Hinweis zu würdigen, daß diese Erwägung ihre Politik beeinflußt hat.

      2. Die Regierung Seiner Majestät bringt wiederholt zum Ausdruck, daß sie den
      Wunsch der Deutschen Regierung nach einer Verbesserung der Beziehungen
      durchaus teilt; es ist jedoch dabei zu berücksichtigen, daß sie um dieser
      Verbesserung willen nicht die Interessen ihrer Freunde preisgeben kann. Sie hat
      volles
      Verständnis dafür, daß die Deutsche Reichsregierung Deutschlands
      Lebensinteressen nicht opfern kann, aber die Polnische Regierung befindet sich
      in der gleichen
      Lage, und die Regierung seiner Majestät glaubt, daß die Lebensinteressen der
      beiden Länder nicht unvereinbar sind.

      3. Die Regierung Seiner Majestät nimmt zur Kenntnis, daß die Deutsche Regierung
      den britischen Vorschlag annimmt und bereit ist, mit der Polnischen Regierung in
      unmittelbaren Meinungsaustausch zu treten.

      4. Die Regierung Seiner Majestät glaubt annehmen zu dürfen, daß die Deutsche
      Regierung im Prinzip die Bedingungen annimmt, daß jedwede Regelung zum
      Gegenstand einer internationalen Garantie gemacht werden sollte. Die Frage, wer
      sich an einer solchen Garantie beteiligen soll, wird später zu erörtern sein,
      und die
      Regierung Seiner Majestät hofft, daß, um Zeitverlust zu vermeiden, die Deutsche
      Regierung sofort Schritte unternehmen wird, um die Zustimmung der Union der
      Sozialistischen Sowjetrepubliken zu erreichen, deren Beteiligung an der
      Garantie die Regierung Seiner Majestät stets vorausgesetzt hat.

      5. Die Regierung Seiner Majestät nimmt gleichfalls zur Kenntnis, daß die
      Deutsche Regierung den Standpunkt der Britischen Regierung hinsichtlich der
      Lebensinteressen und der Unabhängigkeit Polens anerkennt.

      6. Hinsichtlich besonderer Forderungen, die die Deutsche Regierung in einem
      früheren Absatz ihrer Antwort anmeldet, muß die Regierung Seiner Majestät einen
      ausdrücklichen Vorbehalt machen. Sie glaubt zu verstehen, daß die Deutsche
      Regierung zur Zeit Vorschläge für eine Lösung ausarbeitet. Zweifelsohne werden
      diese
      Vorschläge während des Meinungsaustausches sorgfältigst geprüft werden. Es kann
      dann entschieden werden, wie weit diese mit den wesentlichen Bedingungen
      vereinbar sind, die die Regierung Seiner Majestät bekanntgegeben hat, und die
      anzunehmen die Deutsche Regierung ihre Bereitwilligkeit zum Ausdruck gebracht
      hat.

      7. Die Regierung Seiner Majestät wird die Polnische Regierung sofort von der
      Antwort der Deutschen Regierung verständigen. Die Art der Fühlungnahme und die
      Vorbereitungen für einen Meinungsaustausch müssen selbstverständlich in aller
      Eile zwischen der Deutschen und der Polnischen Regierung vereinbart werden. Die
      Regierung Seiner Majestät ist jedoch der Ansicht, daß es untunlich wäre, diese
      Fühlungnahme schon heute herzustellen.

      8. Die Regierung Seiner Majestät erkennt voll an, daß bei der Aufnahme der
      Verhandlungen Eile geboten ist, und teilt die Befürchtungen des Herrn
      Reichskanzlers,
      die sich aus dem Umstande ergeben, daß zwei mobilisierte Armeen sich in
      allernächster Nähe gegenüberstehen. Sie möchte daher auf das dringendste
      nahelegen,
      daß beide Parteien sich verpflichten, daß während der Verhandlungen keine
      aggressiven militärischen Bewegungen stattfinden. Die Regierung Seiner Majestät
      vertraut darauf, daß sie von der Polnischen Regierung eine derartige Zusage
      erhalten würde, wenn die Deutsche Regierung eine gleichartige Versicherung
      abgeben
      wollte.

      9. Die Regierung Seiner Majestät möchte ferner noch vorschlagen, daß vorläufig
      ein modus vivendi für Danzig geschaffen wird, um Zwischenfälle zu verhüten, die
      geeignet wären, die deutsch-polnischen Beziehungen noch schwieriger zu
      gestalten.

      Berlin, den 30. August 1939.
    • Gość: Withold No16 IP: *.mcbone.net / *.pppool.de 14.05.02, 00:42
      15. Amtliche deutsche Mitteilung vom 31. August 1939, abends 21 Uhr enthaltend
      den Vorschlag für eine Regelung des
      Danzig-Korridor-Problems sowie der deutsch-polnischen Minderheitenfrage

      Die Königlich Britische Regierung hat sich in einer Note vom 28. August 1939
      gegenüber der Deutschen Regierung bereit erklärt, ihre Vermittlung zu direkten
      Verhandlungen zwischen Deutschland und Polen über die strittigen Probleme zur
      Verfügung zu stellen. Sie hat dabei keinerlei Zweifel darüber gelassen, daß
      auch ihr
      angesichts der fortdauernden Zwischenfälle und der allgemeinen europäischen
      Spannung die Dringlichkeit des Vorganges bewußt wäre.

      Die Deutsche Reichsregierung hat sich in einer Antwortnote vom 29. August 1939
      trotz ihrer skeptischen Beurteilung des Willens der Polnischen Regierung,
      überhaupt zu einer Verständigung zu kommen, im Interesse des Friedens bereit
      erklärt, die englische Vermittlung bzw. Anregung anzunehmen. Sie hat unter
      Würdigung aller der zur Zeit gegebenen Umstände es für notwendig erachtet, in
      dieser ihrer Note darauf hinzuweisen, daß, wenn überhaupt die Gefahr einer
      Katastrophe vermieden werden soll, dann schnell und unverzüglich gehandelt
      werden muß. Sie hat sich in diesem Sinne bereit erklärt, bis zum 30. August 1939
      abends einen Beauftragten der Polnischen Regierung zu empfangen, unter der
      Voraussetzung, daß dieser auch wirklich bevollmächtigt sei, nicht nur zu
      diskutieren,
      sondern Verhandlungen zu führen und abzuschließen.

      Die Deutsche Regierung hat weiter in Aussicht gestellt, daß sie glaubt, bis zum
      Eintreffen dieses polnischen Unterhändlers in Berlin der Britischen Regierung
      die
      Grundlagen über das Verständigungsangebot ebenfalls zugänglich machen zu können.

      Statt eine Erklärung über das Eintreffen einer autorisierten polnischen
      Persönlichkeit erhielt die Reichsregierung als Antwort auf ihre
      Verständigungsbereitschaft
      zunächst die Nachricht der polnischen Mobilmachung, und erst am 30. August 1939
      gegen 12 Uhr nachts eine sehr allgemein gehaltene britische Versicherung der
      Bereitwilligkeit, ihrerseits auf den Beginn von Verhandlungen hinwirken zu
      wollen.

      Trotzdem durch das Ausbleiben des von der Reichsregierung erwarteten polnischen
      Unterhändlers die Voraussetzung entfallen war, der Britischen Regierung noch
      eine Kenntnis über die Abfassung der Deutschen Regierung in Bezug auf mögliche
      Verhandlungsgrundlagen zu geben, da die Britische Regierung ja selbst für
      direkte
      Verhandlungen zwischen Deutschland und Polen plädiert hatte, gab
      Reichsaußenminister v. Ribbentrop dem Britischen Botschafter anläßlich der
      Übergabe der
      letzten englischen Note eine genaue Kenntnis des Wortlautes der für den Fall
      des Eintreffens des polnischen Bevollmächtigten als Verhandlungsgrundlage
      vorgesehenen deutschen Vorschläge.

      Die Deutsche Reichsregierung glaubte ein Recht darauf zu haben, daß unter
      keinen Umständen wenigstens nachträglich die sofortige Benennung einer
      polnischen
      Persönlichkeit stattfinden würde. Denn es ist der Reichsregierung nicht
      zuzumuten, ihrerseits fortgesetzt die Bereitwilligkeit zur Inangriffnahme
      solcher Verhandlungen
      nicht nur zu betonen, sondern auch dafür bereitzusitzen, von der polnischen
      Seite aber nur mit leeren Ausflüchten und nichtssagenden Erklärungen
      hingehalten zu
      werden.

      Aus einer inzwischen stattgefundenen Demarche des polnischen Botschafters geht
      erneut hervor, daß auch dieser nicht bevollmächtigt ist, in irgendeine
      Diskussion
      einzutreten oder gar zu verhandeln.

      Somit haben der Führer und die Deutsche Regierung nun 2 Tage vergeblich auf das
      Eintreffen eines bevollmächtigten polnischen Unterhändlers gewartet.

      Unter diesen Umständen sieht die Deutsche Regierung auch dieses Mal ihre
      Vorschläge praktisch als abgelehnt an, obwohl sie der Meinung ist, daß diese in
      der
      Form, in der sie auch der englischen Regierung bekanntgegeben worden sind, mehr
      als loyal, fair und erfüllbar gewesen wären.

      Die Reichsregierung hält es für angebracht, der Öffentlichkeit Kenntnis von
      diesen dem britischen Botschafter durch den Reichsaußenminister von Ribbentrop
      mitgeteilten Verhandlungsgrundlagen zu geben.

      Vorschlag für eine Regelung des Danzig-Korridor-Problems sowie der deutsch-
      polnischen Minderheitenfrage

      Die Lage zwischen dem Deutschen Reich und Polen ist zur Zeit so, daß jeder
      weitere Zwischenfall zu einer Entladung der beiderseits in Stellung gegangenen
      militärischen Streitkräfte führen kann. Jede friedliche Lösung muß so
      beschaffen sein, daß sich nicht bei nächster Gelegenheit die diesen Zustand
      ursächlich
      bedingenden Ereignisse wiederholen können und dadurch nicht nur der Osten
      Europas, sondern auch andere Gebiete in die gleiche Spannung versetzt werden.

      Die Ursachen dieser Entwicklung liegen

      1. in der unmöglichen Grenzziehung, wie sie durch das Versailler Diktat
      vorgenommen wurde,

      2. in der unmöglichen Behandlung der Minderheiten in den abgetrennten Gebieten.

      Die Deutsche Reichsregierung geht daher bei diesen Vorschlägen von dem Gedanken
      aus, eine endgültige Lösung zu finden, die die unmögliche Situation der
      Grenzziehung beseitigt, beiden Teilen ihre lebenswichtigen Verbindungsstraßen
      sichert, das Minderheitenproblem - soweit irgend möglich - beseitigt, und
      soweit dies
      nicht möglich ist, das Schicksal der Minderheiten durch eine sichere Garantie
      ihrer Rechte erträglich gestaltet.

      Die Deutsche Reichsregierung ist überzeugt, daß es dabei unerläßlich ist,
      wirtschaftliche und physische Schädigungen, die seit dem Jahr 1918
      stattgefunden haben,
      aufzudecken und im vollen Umfange wieder gutzumachen. Sie sieht
      selbstverständlich diese Verpflichtung als eine für beide Teile bindende an.

      Aus diesen Erwägungen ergeben sich folgende praktische Vorschläge:

      1. Die Freie Stadt Danzig kehrt auf Grund ihres rein deutschen Charakters sowie
      des einmütigen Willens ihrer Bevölkerung sofort in das Deutsche Reich zurück.

      2. Das Gebiet des sogenannten Korridors, das von der Ostsee bis zu der Linie
      Marienwerder-Graudenz-Kulm-Bromberg (diese Städte einschließlich) und dann
      etwa westlich nach Schönlanke reicht, wird über seine Zugehörigkeit zu
      Deutschland oder Polen selbst entscheiden.

      3. Zu diesem Zweck wird dieses Gebiet eine Abstimmung vornehmen.
      Abstimmungsberechtigt sind alle Deutschen, die am 1. Januar 1918 in diesem
      Gebiet
      wohnhaft waren oder bis zu diesem Tage dort geboren wurden, und desgleichen
      alle an diesem Tage in diesem Gebiet wohnhaft gewesenen oder bis zu diesem Tage
      dort geborenen Polen, Kaschuben usw. Die aus diesem Gebiet vertriebenen
      Deutschen kehren zur Erfüllung ihrer Abstimmung zurück.

      Zur Sicherung einer objektiven Abstimmung sowie zur Gewährleistung der dafür
      notwendigen umfangreichen Vorarbeiten wird dieses erwähnte Gebiet ähnlich dem
      Saargebiet einer sofort zu bildenden internationalen Kommission unterstellt,
      die von den Großmächten Italien, Sowjetunion, Frankreich, England gebildet
      wird. Diese
      Kommission übt alle Hoheitsrechte in diesem Gebiet aus. Zu dem Zweck ist dieses
      Gebiet in einer zu vereinbarenden Frist von den polnischen Militärs, der
      polnischen Polizei und den polnischen Behörden zu räumen.

      4. Von diesem Gebiet bleiben ausgenommen der polnische Hafen Gdingen, der
      grundsätzlich polnisches Hoheitsgebiet ist, insoweit er sich territorial auf
      die polnische
      Siedlung beschränkt.

      Die näheren Grenzen dieser polnischen Hafenstadt wären zwischen Deutschland und
      Polen festzulegen und nötigenfalls durch ein internationales Schiedsgericht
      festzusetzen.

      5. Um die notwendige Zeit für die erforderlichen umfangreichen Arbeiten zur
      Durchführung einer gerechten Abstimmung sicherzustellen, wird diese Abstimmung
      nicht
      vor Ablauf von 12 Monaten stattfinden.

      6. Um während dieser Zeit Deutschland seine Verbindung mit Ostpreußen und Polen
      seine Verbindung mit dem Meere unbeschränkt zu garantieren, werden die
      • Gość: Withold Re: No16 IP: *.mcbone.net / *.pppool.de 14.05.02, 01:01
        6. Um während dieser Zeit Deutschland seine Verbindung mit Ostpreußen und Polen
        seine Verbindung mit dem Meere unbeschränkt zu garantieren, werden die
        Straßen und Eisenbahnen festgelegt, die einen freien Transitverkehr
        ermöglichen. Hierbei dürfen nur jene Abgaben erhoben werden, die für die
        Erhaltung der
        Verkehrswege bzw. für die Durchführung der Transporte erforderlich sind.

        7. Über die Zugehörigkeit des Gebietes entscheidet die einfache Mehrheit der
        abgegebenen Stimmen.

        8. Um nach erfolgter Abstimmung - ganz gleich, wie diese ausgehen möge, die
        Sicherheit des freien Verkehrs Deutschland mit seiner Provinz Danzig -
        Ostpreußen
        und Polen seine Verbindung mit dem Meere zu garantieren, wird, falls das
        Abstimmungsgebiet an Polen fällt, Deutschland eine exterritoriale Verkehrszone,
        etwa in
        Richtung Bütow-Danzig bzw. Dirschau, gegeben zur Anlage einer Reichsautobahn
        sowie einer viergleisigen Eisenbahnlinie. Der Bau der Straße und der Eisenbahn
        wird so durchgeführt, daß die polnischen Kommunikationswege dadurch nicht
        berührt, d.h. entweder über- oder unterfahren werden. Die breite dieser Zone
        wird
        auf einen Kilometer festgesetzt und ist deutsches Hoheitsgebiet.

        Fällt die Abstimmung zugunsten Deutschlands aus, erhält Polen zum freien und
        uneingeschränkten Verkehr nach seinem Hafen Gdingen die gleichen Rechte einer
        ebenso exterritorialen Straßen- bzw. Bahnverbindung, wie sie Deutschland
        zustehen würden.

        9. Im Falle des Zurückfallens des Korridors an das Deutsche Reich erklärt sich
        dieses bereit, einen Bevölkerungsaustausch mit Polen in dem Ausmaß vorzunehmen,
        als der Korridor hierfür geeignet ist.

        10. Die etwa von Polen gewünschten Sonderrechte im Hafen von Danzig würden
        paritätisch ausgehandelt werden mit den gleichen Rechten Deutschlands im Hafen
        von Gdingen.

        11. Um in diesem Gebiet jedes Gefühl einer Bedrohung auf beiden Seiten zu
        beseitigen, würden Danzig und Gdingen den Charakter reiner Handelsstädte
        erhalten,
        d.h. ohne militärische Anlagen und militärische Befestigungen.

        12.Die Halbinsel Hela, die entsprechend der Abstimmung entweder zu Polen oder
        zu Deutschland käme, würde in jedem Fall ebenfalls zu demilitarisieren sein.

        13. Da die Deutsche Reichsregierung heftigste Beschwerden gegen die polnische
        Minderheitenbehandlung vorzubringen hat, die Polnische Regierung ihrerseits
        glaubt, auch Beschwerden gegen Deutschland vorbringen zu müssen, erklären sich
        beide Parteien damit einverstanden, daß diese Beschwerden einer international
        zusammengesetzten Untersuchungskommission unterbreitet werden, die die Aufgabe
        hat, alle Beschwerden über wirtschaftliche und physische Schädigungen sowie
        sonstige terroristische Akte zu untersuchen.

        Deutschland und Polen verpflichten sich, alle seit dem Jahre 1918 etwa
        vorgekommenen wirtschaftlichen und sonstigen Schädigungen der beiderseitigen
        Minoritäten
        wieder gutzumachen bzw. alle Enteignungen aufzuheben oder für diese und
        sonstige Eingriffe in das wirtschaftliche Leben eine vollständige Entschädigung
        den
        Betroffenen zu leisten.

        14. Um den in Polen verbleibenden Deutschen sowie den in Deutschland
        verbleibenden Polen das Gefühl der internationalen Rechtlosigkeit zu nehmen und
        ihnen vor
        allem die Sicherheit zu gewähren, nicht zu Handlungen bzw. zu Diensten
        herangezogen werden zu können, die mit ihrem nationalen Gefühl unvermeidbar
        sind,
        kommen Deutschland und Polen überein, die Rechte der beiderseitigen
        Minderheiten durch umfassendste und verbindende Vereinbarungen zu sichern, um
        diesen
        Minderheiten die Erhaltung, freie Entwicklung und Betätigung ihres Volkstums zu
        gewährleisten, ihnen insbesondere zu diesem Zweck die von ihnen für erforderlich
        gehaltene Organisierung zu gestatten. Beide Teile verpflichten sich, die
        Angehörigen der Minderheiten nicht zum Wehrdienst heranzuziehen.

        15. Im Falle einer Vereinbarung auf der Grundlage dieser Vorschläge erklären
        sich für Deutschland und Polen bereit, die sofortige Demobilisierung ihrer
        Streitkräfte
        anzuordnen und durchzuführen.

        16. Die zur Beschleunigung der obigen Abmachungen erforderlichen weiteren
        Maßnahmen werden zwischen Deutschland und Polen gemeinsam vereinbart.
    • Gość: Withold No17 IP: *.mcbone.net / *.pppool.de 14.05.02, 00:43
      16. Meldung des polnischen Rundfunksenders Warschau vom 31. August 1939, abends
      23 Uhr


      (Übersetzung)

      Die heutige Bekanntmachung des deutschen offiziellen Communiques hat die Ziele
      und Absichten der deutschen Politik klar gezeigt. Es beweist die offenen
      Aggressionsabsichten Deutschlands gegenüber Polen. Die Bedingungen, unter denen
      das Dritte Reich bereit ist, mit Polen zu verhandeln, lauten: Danzig kehrt
      sofort
      zum Reich zurück. Pommerellen mit den Städten Bromberg und Graudenz unterliegt
      einem Plebiszit, wobei alle Deutschen, die nach dem Jahre 1918 aus
      irgendwelchen Gründen von dort ausgewandert sind, hineingelassen werden sollen.
      Polnisches Militär und Polizei evakuiert Pommerellen. Die Polizei Englands,
      Frankreichs, Italiens und der Sowjetunion übernimmt die Gewalt. Nach Ablauf von
      12 Monaten findet das Plebiszit statt. Das Gebiet der Halbinsel Hela wird vom
      Plebiszit gleichfalls erfaßt. Gdingen ist als polnische Stadt ausgeschlossen.
      Unabhängig vom Ausgang des Plebiszits wird eine exterritoriale Straße in der
      Breite eines
      Kilometers gebaut ...

      Die deutsche Agentur gibt bekannt, daß der Termin für die Aufnahme dieser
      Bedingungen gestern abgelaufen ist. Deutschland hat vergeblich auf einen
      Abgesandten
      Polens gewartet. Die Antwort waren die militärischen Anordnungen der polnischen
      Regierung.

      Keine Worte können jetzt mehr die Aggressionspläne der neuen Hunnen
      verschleiern. Deutschland strebt die Herrschaft über Europa an und
      durchstreicht mit einem
      bisher nicht dagewesenen Zynismus die Rechte der Völker. Dieser unverschämte
      Vorschlag beweist deutlich, wie notwendig die militärischen Anordnungen der
      polnischen Regierung gewesen sind.
    • Gość: Withold No18 IP: *.mcbone.net / *.pppool.de 14.05.02, 00:44
      17. Rede des Führers vor dem Deutschen Reichstag vom 1. September 1939

      Abgeordnete, Männer des Deutschen Reichstages!

      Seit Monaten leiden wir alle unter der Qual eines Problems, das uns einst der
      Versailler Diktat beschert hat und das nunmehr in seiner Ausartung und Entartung
      unerträglich geworden war.

      Danzig war und ist eine deutsche Stadt!

      Der Korridor war und ist deutsch!

      Alle diese Gebiete verdanken ihre kulturelle Erschließung ausschließlich dem
      deutschen Volk, ohne das in diesen östlichen Gebieten tiefste Barbarei herrschen
      würde.

      Danzig wurde von uns getrennt! Der Korridor von Polen annektiert! Die dort
      lebenden deutschen Minderheiten in der qualvollsten Weise mißhandelt! Über eine
      Million Menschen deutschen Blutes mußten schon in den Jahren 1919/1920 ihre
      Heimat verlassen!

      Wie immer, so habe ich auch hier versucht, auf dem Wege friedlicher
      Revisionsvorschläge eine Änderung des unerträglichen Zustandes herbeizuführen.
      Es ist eine
      Lüge, wenn in der Welt behauptet wird, daß wir alle unsere Revisionen nur unter
      Druck durchzusetzen versuchten. Fünfzehn Jahre, bevor der Nationalsozialismus
      zur
      Macht kam, hatte man Gelegenheit, auf dem Wege friedlicher Verständigung die
      Revisionen durchzuführen. Man tat es nicht! In jedem einzelnen Falle habe ich
      dann
      von mir aus, nicht einmal, sondern oftmals Vorschläge zur Revision
      unerträglicher Zustände gemacht. Alle diese Vorschläge sind, wie Sie wissen,
      abgelehnt worden.
      Ich brauche sie nicht einzeln aufzuzählen: die Vorschläge der
      Rüstungsbegrenzung, ja wenn notwendig, zur Rüstungsbeseitigung, die Vorschläge
      zur Begrenzung der
      Kriegsführung, die Vorschläge zur Ausschaltung von in meinen Augen mit dem
      Völkerrecht schwer vereinbaren Methoden der modernen Kriegsführung. Sie kennen
      die Vorschläge, die ich über die Notwendigkeit der Wiederherstellung der
      deutschen Souveränität über die deutschen Reichsgebiete machte, die endlosen
      Versuche,
      die ich zu einer friedlichen Verständigung über das Problem Österreich
      unternahm, und später über das Problem Sudetenland, Böhmen und Mähren. Es war
      alles
      vergeblich.

      Eines aber ist unmöglich: zu verlangen, daß ein unerträglicher Zustand auf dem
      Weg friedlicher Revision bereinigt wird - und dann die friedliche Revision
      konsequent
      zu verweigern!

      Es ist auch unmöglich, zu behaupten, daß derjenige, der in einer solchen Lage
      dann dazu übergeht, von sich aus diese Revisionen vorzunehmen, gegen das Gesetz
      verstößt. Das Diktat von Versailles ist für uns Deutsche kein Gesetz! Es geht
      nicht an, von jemand mit vorgehaltener Pistole und der Drohung des Verhungerns
      von
      Millionen Menschen eine Unterschrift zu erpressen und dann das Dokument mit
      dieser erpreßten Unterschrift als ein feierliches Gesetz zu proklamieren!

      So habe ich auch im Falle Danzigs und des Korridors versucht, durch friedliche
      Vorschläge auf dem Wege der Diskussion die Probleme zu lösen. Daß sie gelöst
      werden mußten, das war klar! Und daß der Termin dieser Lösung für die
      westlichen Staaten vielleicht uninteressant sein kann, ist begreiflich. Aber
      uns ist dieser
      Termin nicht gleichgültig! Vor allem aber war er und konnte er nicht
      gleichgültig sein für die leidenden Opfer.

      Ich habe die Besprechungen mit polnischen Staatsmännern die Gedanken, die Sie
      von mir hier in meiner letzten Reichstagsrede vernommen haben, erörtert. Kein
      Mensch kann behaupten, daß dies etwa ein ungebührliches Verfahren oder gar ein
      ungebührlicher Druck gewesen wäre. Ich habe dann die deutschen Vorschläge
      formulieren lassen, und ich muß es noch einmal wiederholen, daß es loyaleres
      und bescheidneres als diese von mir unterbreiteten Vorschläge nicht gibt. Und
      ich
      möchte das jetzt der Welt sagen: Ich allein war überhaupt in der Lage, solche
      Vorschläge zu machen! Denn ich weiß ganz genau, daß ich mich damals zur
      Auffassung
      von Millionen von Deutschen in Gegensatz gebracht habe. Diese Vorschläge sind
      abgelehnt worden! Aber nicht nur das! Sie wurden beantwortet: mit
      Mobilmachungen, mit verstärktem Terror, mit gesteigertem Druck auf die
      Volksdeutschen in diesen Gebieten und mit einem langsamen wirtschaftlichen,
      politischen
      und in den letzten Wochen endlich auch militärischen und verkehrstechnischen
      Abdrosselungskampf gegen die Freie Stadt Danzig. Polen hat den Kampf gegen die
      freie Stadt Danzig entfesselt! Es war weiter nicht bereit, die Korridorfrage in
      einer irgendwie billigen und den Interessen beider gerecht werdenden Weise zu
      lösen!
      Und es hat endlich nicht daran gedacht, seine Minderheitenverpflichtungen
      einzuhalten.

      Ich muß hier feststellen: Deutschland hat diese Verpflichtungen eingehalten!
      Die Minderheiten, die im Deutschen Reich leben, werden nicht verfolgt. Es soll
      ein
      Franzose aufstehen und erklären, daß etwa die im Saargebiet lebenden Franzosen
      unterdrückt, gequält und entrechtet werden! Keiner wird dies behaupten können!

      Ich habe nun dieser Entwicklung vier Monate lang ruhig zugesehen, allerdings
      nicht, ohne immer wieder zu warnen. Ich habe in letzter Zeit diese Warnungen
      verstärkt. Ich habe dem polnischen Botschafter vor nun schon über drei Wochen
      mitteilen lassen, daß, wenn Polen noch weitere ultimative Noten an Danzig
      schicken
      würde, wenn es weitere Unterdrückungsmaßnahmen gegen das Deutschtum vornehmen
      würde, oder wenn es versuchen sollte, auf dem Wege zollpolitischer
      Maßnahmen Danzig wirtschaftlich zu vernichten, dann Deutschland nicht länger
      mehr untätig zusehen könnte.

      Ich habe keinen Zweifel darüber gelassen, daß man in dieser Hinsicht das
      heutige Deutschland nicht mit dem Deutschland, das vor uns war, verwechseln
      darf.

      Man hat versucht, das Vorgehen gegen die Volksdeutschen damit zu entschuldigen,
      daß man erklärte, sie hätten Provokationen begangen. Ich weiß nicht, worin die
      »Provokationen« der Kinder und Frauen bestanden haben sollen, die man
      mißhandelt und verschleppt, oder die »Provokationen« derer, die man in der
      tierischsten,
      sadischtischsten Weise gequält und schließlich getötet hat!

      Eines weiß ich: daß es keine Großmacht von Ehre gibt, die auf die Dauer solchen
      Zuständen ruhig zusehen würde! Ich habe trotzdem noch einen letzten Versuch
      gemacht! Obwohl ich innerlich überzeugt war, daß es der Polnischen Regierung -
      vielleicht auch infolge ihrer Abhängigkeit von einer nunmehr entfesselten
      Soldateska
      - mit einer wirklichen Verständigung nicht ernst ist, habe ich einen
      Vermittlungsvorschlag der Britischen Regierung angenommen. Sie schlug vor, daß
      sie nicht selbst
      Verhandlungen führen sollte, sondern versicherte, eine direkte Verbindung
      zwischen Polen und Deutschland herzustellen, um noch einmal in das Gespräch zu
      kommen.

      Ich muß hier folgendes feststellen: Ich habe diesen Vorschlag angenommen! Ich
      habe für diese Besprechungen Grundlagen ausgearbeitet, die Ihnen bekannt sind!
      Und ich bin dann mit meiner Regierung zwei volle Tage dagesessen, und habe
      gewartet, ob es der Polnischen Regierung paßt, nun endlich einen
      Bevollmächtigten zu
      schicken oder nicht!

      Sie hat uns bis gestern abend keinen Bevollmächtigten geschickt, sondern durch
      ihren Botschafter mitteilen lassen, daß sie zur Zeit abwäge, ob und wie weit
      sie in
      der Lage sei, auf die englischen Vorschläge einzugehen; sie würde dies England
      mitteilen.

      Meine Herren Abgeordneten! Wenn man dem Deutschen Reiche und seinem
      Staatsoberhaupt so etwas zumuten kann, und das Deutsche Reich und sein
      Staatsoberhaupt das dulden würden, dann würde die deutsche Nation nichts
      anderes verdienen, als von der politischen Bühne abzutreten!

      Meine Friedensliebe und meine endlose Langmut soll man nicht mit Schwäche oder
      gar mit Feigheit verwechseln! Ich habe daher gestern abend der Britischen
      Regierung mitgeteilt, daß ich unter diesen Umständen auf Seiten der Polnischen
      Regierung keine Geneigtheit mehr finden kann, mit uns in ein wirkliches Gespräch
      • Gość: Withold Re: No18 IP: *.mcbone.net / *.pppool.de 14.05.02, 01:04
        Meine Friedensliebe und meine endlose Langmut soll man nicht mit Schwäche oder
        gar mit Feigheit verwechseln! Ich habe daher gestern abend der Britischen
        Regierung mitgeteilt, daß ich unter diesen Umständen auf Seiten der Polnischen
        Regierung keine Geneigtheit mehr finden kann, mit uns in ein wirkliches Gespräch
        einzutreten.

        Damit sind diese Vermittlungsvorschläge gescheitert, denn unterdes war als
        Antwort auf diesen Vermittlungsvorschlag erstens die polnische
        Generalmobilmachung
        gekommen und zweitens neue schwere Greueltaten. Diese Vorgänge haben sich nun
        heute nacht abermals wiederholt. Nachdem schon neulich in einer einzigen
        Nacht 21 Grenzzwischenfälle zu verzeichnen waren, sind es heute nacht 14
        gewesen. Darunter drei ganz schwere.

        Ich habe mich daher nun entschlossen, mit Polen in der gleichen Sprache zu
        reden, die Polen seit Monaten uns gegenüber anwendet!

        Wenn nun Staatsmänner im Westen erklären, daß dies ihre Interessen berühre, so
        kann ich eine solche Erklärung nur bedauern; sie kann mich aber nicht eine
        Sekunde in der Erfüllung meiner Pflicht wankend machen. Ich habe es feierlich
        versichert und wiederhole es, daß wir von diesen Weststaaten nichts fordern und
        nie
        etwas fordern werden. Ich habe versichert, daß die Grenze zwischen Frankreich
        und Deutschland eine endgültige ist. Ich habe England immer wieder eine
        Freundschaft und, wenn notwendig, das engste Zusammengehen angeboten. Aber
        Liebe kann nicht nur von einer Seite geboten werden, sie muß von der anderen
        Erwiderung finden. Deutschland hat keine Interessen im Westen, unser Westwall
        ist zugleich für alle Zeiten die Grenze des Reiches. Wir haben auch keinerlei
        Ziel für
        die Zukunft, und diese Einstellung des Reiches wird sich nicht mehr ändern.

        Die anderen europäischen Staaten begreifen zum Teil unsere Haltung. Ich möchte
        hier vor allem Italien danken, das uns in dieser ganzen Zeit unterstützt hat.
        Sie
        werden aber verstehen, daß wir für die Durchführung dieses Kampfes nicht an
        eine fremde Hilfe appellieren wollen. Wir werden diese unsere Aufgabe selber
        lösen!

        Die neutralen Staaten haben uns ihre Neutralität versichert, genau so, wie wir
        sie ihnen schon vorher garantierten. Es ist uns heiliger Ernst mit dieser
        Versicherung,
        und, solange kein anderer ihre Neutralität bricht, werden wir sie ebenfalls
        peinlichst beachten. Denn was sollten wir von ihnen wünschen oder wollen?

        Ich bin glücklich, Ihnen nun von dieser Stelle aus ein besonders Ereignis
        mitteilen zu können. Sie wissen, daß Rußland und Deutschland von zwei
        verschiedenen
        Doktrinen regiert werden. Es war nur eine Frage, die geklärt werden mußte:
        Deutschland hat nicht die Absicht, seine Doktrin zu exportieren, und in dem
        Augenblick,
        in dem Sowjetrußland seine Doktrin nicht nach Deutschland zu exportieren
        gedenkt, sehe ich keine Veranlassung mehr, daß wir auch nur noch einmal
        gegeneinander
        Stellung nehmen sollten! Wir sind uns beide darüber klar: Jeder Kampf unserer
        Völker gegeneinander würde nur anderen einen Nutzen abwerfen. Daher haben wir
        uns entschlossen, einen Pakt abzuschließen, der zwischen uns beiden für alle
        Zukunft jede Gewaltanwendung ausschließt, der uns in gewissen europäischen
        Fragen
        zur Konsultierung verpflichtet, der das wirtschaftliche Zusammenarbeiten
        ermöglicht, und vor allem sicherstellt, daß sich die Kräfte dieser beiden
        großen Staaten
        nicht gegeneinander verbrauchen. Jeder Versuch des Westens, hier etwas zu
        ändern, wird fehlschlagen! Und ich möchte das eine hier versichern: diese
        politische
        Entscheidung bedeutet eine ungeheure Wende für die Zukunft und ist eine
        Endgültige!

        Ich glaube, das ganze Volk wird diese politische Einstellung begrüßen! Rußland
        und Deutschland haben im Weltkrieg gegeneinander gekämpft und waren beide
        letzten Endes die Leidtragenden. Ein zweites Mal soll und wird das nicht mehr
        geschehen! Der Nichtangriffs- und Konsultativpakt, der am Tage seiner
        Unterzeichnung bereits gültig wurde, hat gestern die höchste Ratifikation in
        Moskau und auch in Berlin erfahren. In Moskau wurde dieser Pakt genau so
        begrüßt, wie
        Sie ihn hier begrüßen.

        Die Rede, die der russische Außenkommissar Molotow hielt, kann ich Wort für
        Wort unterschreiben.

        Unsere Ziele!

        Ich bin entschlossen: Erstens die Frage Danzig, zweitens die Frage des
        Korridors zu lösen und drittens dafür zu sorgen, daß im Verhältnis Deutschlands
        zu Polen eine
        Wende eintritt, die ein friedliches Zusammenleben sicherstellt!

        Ich bin dabei entschlossen, so lange zu kämpfen, bis entweder die derzeitige
        Polnische Regierung dazu geneigt ist, diese Änderung herzustellen, oder bis
        eine andere
        Polnische Regierung dazu bereit ist!

        Ich will von den deutschen Grenzen das Element der Unsicherheit, die Atmosphäre
        ewiger, bürgerkriegähnlicher Zustände, entfernen.

        Ich will dafür sorgen, daß im Osten der Friede an der Grenze kein anderer ist,
        als wir ihn an unseren anderen Grenzen kennen.

        Ich will dabei die notwendigen Handlungen so vornehmen, daß sie nicht dem
        widersprechen, was ich Ihnen hier, meine Herren Abgeordneten, im Reichstag
        selbst als
        Vorschläge an die übrige Welt bekanntgab:

        Das heißt, ich will nicht den Kampf gegen Frauen und Kinder führen! Ich habe
        meiner Luftwaffe den Auftrag gegeben, sich bei den Angriffen auf militärische
        Objekte
        zu beschränken. Wenn aber der Gegner glaubt, daraus einen Freibrief ablesen zu
        können, seinerseits mit umgekehrten Methoden zu kämpfen, dann wird er eine
        Antwort erhalten, daß ihm Hören und Sehen vergeht!

        Polen hat nun heute nacht zum erstenmal auf unserem eigenen Territorium auch
        durch reguläre Soldaten geschossen. Seit 5,45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen!
        Und
        von jetzt ab wird Bombe mit Bombe vergolten!

        Wer mit Gift kämpft, wird mit Giftgas bekämpft. Wer sich selbst von den Regeln
        einer humanen Kriegsführung entfernt, kann von uns nichts anderes erwarten, als
        daß wir den gleichen Schritt tun.

        Ich werde diesen Kampf, ganz gleich gegen wen, so lange führen, bis die
        Sicherheit des Reiches und seine Rechte gewährleistet sind!

        Über sechs Jahre habe ich nun am Aufbau der deutschen Wehrmacht gearbeitet. In
        dieser Zeit sind über 90 Milliarden für den Aufbau unserer Wehrmacht
        aufgewendet worden. Sie ist heute die am besten ausgerüstete der Welt und steht
        weit über jedem Vergleich mit der des Jahres 1914!

        Mein Vertrauen auf sie ist unerschütterlich!

        Wenn ich diese Wehrmacht aufrief, und wenn ich nun vom deutschen Volk Opfer
        und, wenn notwendig, alle Opfer fordere, dann habe ich ein Recht dazu, denn ich
        selbst bin heute genau so bereit, wie ich es früher war, jedes persönliche
        Opfer zu bringen!

        Ich verlange von keinem deutschen Mann etwas anderes, als was ich selber über
        vier Jahre lang bereit war, jederzeit zu tun!

        Es soll keine Entbehrungen Deutscher geben, die ich nicht selber sofort
        übernehme!

        Mein ganzes Leben gehört von jetzt ab erst recht meinem Volke! Ich will nichts
        anderes sein als der erste Soldat des Deutschen Reiches!

        Ich habe damit wieder jenen Rock angezogen, der mir selbst der heiligste und
        teuerste war. Ich werde ihn nur ausziehen nach dem Sieg oder - ich werde dieses
        Ende nicht erleben!

        Sollte mir in diesem Kampf etwas zustoßen, dann ist mein erster Nachfolger
        Parteigenosse Göring.

        Sollte Parteigenosse Göring etwas zustoßen, ist sein Nachfolger Parteigenosse
        Heß.

        Sie würden diesen dann als Führer genau so zu blinder Treue und Gehorsam
        verpflichtet sein wie mir!

        Für den Fall, daß auch Parteigenosse Heß etwas zustoßen sollte, werde ich durch
        Gesetz nunmehr den Senat berufen, der dann den Würdigsten, das heißt den
        Tapfersten aus seiner Mitte wählen soll!

        Als Nationalsozialist und deutscher Soldat gehe ich in diesen Kampf mit einem
        starken Herzen! Mein ganzes Leben war nichts anderes als ein einziger Kampf für
        mein Volk, für seine Wiederauferstehung, für Deutschland, un
        • Gość: Withold Re: No18 IP: *.mcbone.net / *.pppool.de 14.05.02, 01:09
          Für den Fall, daß auch Parteigenosse Heß etwas zustoßen sollte, werde ich durch
          Gesetz nunmehr den Senat berufen, der dann den Würdigsten, das heißt den
          Tapfersten aus seiner Mitte wählen soll!

          Als Nationalsozialist und deutscher Soldat gehe ich in diesen Kampf mit einem
          starken Herzen! Mein ganzes Leben war nichts anderes als ein einziger Kampf für
          mein Volk, für seine Wiederauferstehung, für Deutschland, und für diesen Kampf
          stand nur ein Bekenntnis: Der Glaube an dieses Volk!

          Ein Wort habe ich nie gekannt: es heißt: Kapitulation.

          Wenn irgend jemand aber meint, daß wir vielleicht einer schweren Zeit
          entgegengehen, so möchte ich bitten, zu bedenken, daß einst ein Preußenkönig
          mit einem
          lächerlich kleinen Staat einer der größten Koalitionen gegenübertrat und in
          drei Kämpfen am Ende doch erfolgreich bestand, weil er jenes gläubige starke
          Herz
          besaß, das auch wir in dieser Zeit benötigen.

          Der Umwelt aber möchte ich versichern: ein November 1918 wird sich niemals mehr
          in der deutschen Geschichte wiederholen!

          So wie ich selber bereit bin, jederzeit mein Leben für mein Volk und für
          Deutschland einzusetzen, so verlange ich dasselbe auch von jedem anderen!

          Wer aber glaubt, sich diesem nationalen Gebot, sei es direkt oder indirekt,
          widersetzen zu können, der fällt.

          Verräter haben nichts mit uns zu tun!

          Wir alle bekennen uns damit nur zu unserem alten Grundsatz: Es ist gänzlich
          unwichtig, ob wir leben, aber notwendig ist es, daß unser Volk, daß Deutschland
          lebt!

          Ich erwarte von Ihnen als den Sendboten des Reiches, daß Sie nunmehr auf allen
          Plätzen, auf die Sie gestellt sind, ihre Pflicht erfüllen!

          Sie müssen Bannerträger sein des Widerstandes, koste es was es wolle! Keiner
          melde mir, daß in seinem Gau, in seinem Kreis oder in seiner Gruppe oder in
          seiner
          Zelle die Stimmung einmal schlecht sein könnte. Träger, verantwortlicher Träger
          der Stimmung sind Sie! Ich bin verantwortlich für die Stimmung im deutschen
          Volk,
          Sie sind verantwortlich für die Stimmung in Ihren Gauen, in Ihren Kreisen!
          Keiner hat das Recht, diese Verantwortung abzutreten. Das Opfer, das von uns
          verlangt
          wird, ist nicht größer als das Opfer, das zahlreiche Generationen gebracht
          haben. All die Männer, die vor uns den bittersten und schwersten Weg für
          Deutschland
          antreten mußten, haben nichts anderes geleistet, als was wir auch zu leisten
          haben; ihr Opfer war kein billigeres und kein schmerzloseres und damit kein
          leichteres, als
          das Opfer sein würde, das von uns verlangt wird.

          Ich erwarte auch von der deutschen Frau, daß sie sich in eiserner Disziplin
          vorbildlich in diese große Kampfgemeinschaft einfügt!

          Die deutsche Jugend aber wird strahlenden Herzens ohnehin erfüllen, was die
          Nation, der Nationalsozialistische Staat von ihr erwartet und fordert!

          Wenn wir diese Gemeinschaft bilden, eng verschworen, zu allem entschlossen,
          niemals gewillt zu kapitulieren, dann wird unser Wille jeder Not Herr werden!

          Ich schließe mit dem Bekenntnis, das ich einst aussprach, als ich den Kampf um
          die Macht im Reich begann. Damals sagte ich:

          Wenn unser Wille so stark ist, daß keine Not ihn mehr bezwingen vermag, dann
          wird unser Wille und unser deutscher Stahl auch die Not zerbrechen und besiegen.

          Deutschland - Sieg Heil!
    • Gość: Withold No19 IP: *.mcbone.net / *.pppool.de 14.05.02, 00:45
      18. Dem Reichsaußenminister am 1. September 1939, abends 21.30 Uhr, vom
      Britischen Botschafter übergebene Note


      (Übersetzung)


      Berlin, den 1. September 1939.

      Euer Exzellenz,

      Im Auftrage des Ministers Seiner Majestät für Auswärtige Angelegenheiten beehre
      ich mich, folgende Mitteilung zu machen.

      In den frühen Morgenstunden des heutigen Tages hat der Deutsche Reichskanzler
      einen Aufruf an die Deutsche Wehrmacht erlassen, aus dem klar hervorging, daß
      er im Begriff war, Polen anzugreifen.

      Aus Nachrichten, die zur Kenntnis der Regierung Seiner Majestät im Vereinigten
      Königreich und der Französischen Regierung gelangt sind, geht hervor, daß
      deutsche Truppen die polnische Grenze überschritten haben, und daß Angriffe auf
      polnische Städte im Gange sind.

      Unter diesen Umständen sind die Regierungen des Vereinigten Königreichs und
      Frankreichs der Auffassung, daß die Deutsche Regierung durch diese ihre Handlung
      die Voraussetzung geschaffen hat (nämlich einen aggressiven Gewaltakt gegenüber
      Polen, der dessen Unabhängigkeit bedroht), welche seitens der Regierungen des
      Vereinigten Königreichs und Frankreichs die Erfüllung ihrer Verpflichtungen,
      Polen Beistand zu leisten, erheischen.

      Ich bin daher beauftragt, Euer Exzellenz mitzuteilen, daß die Regierung Seiner
      Majestät im Vereinigten Königreich ohne Zögern ihre Verpflichtungen gegenüber
      Polen
      erfüllen wird, wenn nicht die Deutsche Regierung bereit ist, der Regierung des
      Vereinigten Königreichs befriedigende Zusicherungen dahingehend abzugeben, daß
      die
      Deutsche Regierung jegliche Angriffshandlung gegen Polen eingestellt hat und
      bereit ist, ihre Truppen unverzüglich aus polnischem Gebiet zurückzuziehen.

      Ich benutze diese Gelegenheit .....

      gez. Neville Henderson

    • Gość: Withold No20 IP: *.mcbone.net / *.pppool.de 14.05.02, 00:46
      19. Dem Reichsaußenminister am 1. September 1939, abends 22 Uhr, vom
      Französischen Botschafter übergebene Note


      (Übersetzung)


      Berlin, den 1. September 1939.

      Euer Exzellenz,

      Im Auftrage des Französischen Außenministers beehre ich mich, folgende
      Mitteilung zu machen.

      In den frühen Morgenstunden des heutigen Tages hat der Deutsche Reichskanzler
      einen Aufruf an die Deutsche Wehrmacht erlassen, aus dem klar hervorging, daß
      er im Begriff war, Polen anzugreifen.

      Aus Nachrichten, die zur Kenntnis der Französischen Regierungen Frankreichs und
      des Vereinigten Königreichs gelangt sind, geht hervor, daß deutsche Truppen die
      polnische Grenze überschritten haben und daß Angriffe auf polnische Städte im
      Gange sind.

      Unter diesen Umständen sind die Regierungen Frankreichs und des Vereinigten
      Königreichs der Auffassung, daß die Deutsche Regierung durch diese ihre Handlung
      die Voraussetzungen geschaffen hat (nämlich einen aggressiven Gewaltakt
      gegenüber Polen, der dessen Unabhängigkeit bedroht), welche seitens der
      Regierungen
      Frankreichs und des Vereinigten Königreichs die Erfüllung ihrer
      Verpflichtungen, Polen Beistand zu leisten, erheischen.

      Ich bin daher beauftragt, Euer Exzellenz mitzuteilen, daß die Französische
      Regierung ohne Zögern ihre Verpflichtungen gegenüber Polen erfüllen wird, wenn
      nicht die
      Deutsche Regierung bereit ist, der Französischen Regierung befriedigende
      Zusicherungen dahingehend abzugeben, daß die Deutsche Regierung jegliche
      Angriffshandlung gegen Polen eingestellt hat und bereit ist, ihre Truppen
      unverzüglich aus polnischem Gebiet zurückzuziehen.

      Ich benutze diese Gelegenheit .....

      gez. Coulondre
    • Gość: Withold No21 IP: *.mcbone.net / *.pppool.de 14.05.02, 00:46
      20. Dem Auswärtigen Amt am 2. September 1939, vormittags, vom Italienischen
      Botschafter übergebene Notiz

      Zur Information läßt Italien wissen, natürlich jede Entscheidung dem Führer
      überlassend, daß es noch die Möglichkeit hätte, von Frankreich, England und
      Polen eine
      Konferenz auf folgenden Grundlagen annehmen zu lassen:

      1. Waffenstillstand, der die Armeen läßt, wo sie jetzt sind;

      2. Einberufung der Konferenz in zwei bis drei Tagen;

      3. Lösung des polnisch-deutschen Streits, welche, wie die Sachen heute liegen,
      sicher günstig für Deutschland sein würde.

      Für den Gedanken, der ursprünglich vom Duce ausgegangen ist, setzt sich heute
      besonders Frankreich ein.
    • Gość: Withold No22 IP: *.mcbone.net / *.pppool.de 14.05.02, 00:47
      21. Mitteilung der Havas-Agentur vom 2. September 1939


      (Übersetzung)

      Die Französische Regierung ist ebenso wie mehrere andere Regierungen mit einem
      italienischen Vorschlag zur Regelung der europäischen Schwierigkeiten befaßt
      worden. Nach Beratung über diesen Vorschlag hat die Französische Regierung eine
      positive Antwort gegeben.
    • Gość: Withold No23 IP: *.mcbone.net / *.pppool.de 14.05.02, 00:48
      22. Auszug aus der Erklärung des Britischen Staatssekretärs für Auswärtige
      Angelegenheiten im Oberhaus vom 2. September
      1939, nachmittags *)


      (Übersetzung)

      »........ Auf die mahnende Botschaft, die gestern abend Deutschland übermittelt
      wurde, ist bisher noch keine Antwort eingelaufen.

      Es ist möglich, daß diese Verzögerung auf von der Italienischen Regierung
      gemachten Vorschläge zurückzuführen ist, wonach eine Einstellung der
      Feindseligkeiten
      erfolgen und unverzüglich eine Konferenz zwischen Großbritannien, Frankreich,
      Polen, Deutschland und Italien einberufen werden sollte.

      Der Britischen Regierung ist es aber nicht möglich, an einer Konferenz
      teilzunehmen, zu einer Zeit, da Polen einer Invasion ausgesetzt ist, polnische
      Städte mit
      Bomben belegt werden und Danzig durch Gewalt Gegenstand einer einseitigen
      Lösung geworden ist.........«

      _________________

      *) Nach dem Text im »Observer« vom 3. September 1939. Eine gleichlautende
      Erklärung war zu gleicher Zeit vom Britischen Premierminister im Unterhause
      abgegeben worden.
    • Gość: Withold No24 IP: *.mcbone.net / *.pppool.de 14.05.02, 00:48
      23. Vom Britischen Botschafter am 3. September 1939, vormittags 9 Uhr, im
      Auswärtigen Amt übergebene Note


      (Übersetzung)


      Den 3. September 1939.

      Euer Exzellenz,

      In der Mitteilung, welche ich die Ehre hatte, Ihnen am 1. September zu machen,
      unterrichtete ich Sie auf Weisung des Staatssekretärs für Auswärtige
      Angelegenheiten Seiner Majestät, daß die Regierung Seiner Majestät im
      Vereinigten Königreich ohne Zögern ihre Verpflichtungen gegenüber Polen
      erfüllen werde,
      wenn nicht die Deutsche Regierung bereit sei, der Regierung Seiner Majestät im
      Vereinigten Königreich befriedigende Zusicherungen dahingehend abzugeben, daß
      die Deutsche Regierung jegliche Angriffshandlung gegen Polen eingestellt habe
      und bereit sei, ihre Truppen unverzüglich aus polnischem Gebiet zurückzuziehen.

      Obwohl diese Mitteilung vor mehr als 24 Stunden erfolgte, ist keine Antwort
      eingegangen, hingegen wurden die deutschen Angriffe auf Polen fortgesetzt und
      verstärkt. Ich habe demgemäß die Ehre, Sie davon zu unterrichten, daß, falls
      nicht bis 11 Uhr vormittags britische Sommerzeit am heutigen Tage, dem 3.
      September,
      eine befriedigende Zusicherung im obenerwähnten Sinne von der Deutschen
      Regierung erteilt wird und bei Seiner Majestät Regierung in London eintrifft,
      ein
      Kriegszustand zwischen den beiden Ländern von dieser Stunde an bestehen wird.

      Ich benutze diese Gelegenheit ......

      gez. Neville Henderson

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