Papież powiedział prawdę i nikogo nie obraził!
Jak można zrozmieć poniższy tekst Benedykta jako obrazę? To nie jest
nieporozumieniem lecz zwykłą propagandą!
Glaube, Vernunft und Universität.
Erinnerungen und Reflexionen.
Eminenzen, Magnifizenzen, Exzellenzen,
verehrte Damen und Herren!
Es ist für mich ein bewegender Augenblick, noch einmal in der Universität zu
sein und noch einmal eine Vorlesung halten zu dürfen. Meine Gedanken gehen dabei
zurück in die Jahre, in denen ich an der Universität Bonn nach einer schönen
Periode an der Freisinger Hochschule meine Tätigkeit als akademischer Lehrer
aufgenommen habe. Es war – 1959 – noch die Zeit der alten
Ordinarien-Universität. Für die einzelnen Lehrstühle gab es weder Assistenten
noch Schreibkräfte, dafür aber gab es eine sehr unmittelbare Begegnung mit den
Studenten und vor allem auch der Professoren untereinander. In den
Dozentenräumen traf man sich vor und nach den Vorlesungen. Die Kontakte mit den
Historikern, den Philosophen, den Philologen und natürlich auch zwischen beiden
Theologischen Fakultäten waren sehr lebendig. Es gab jedes Semester einen
sogenannten Dies academicus, an dem sich Professoren aller Fakultäten den
Studenten der gesamten Universität vorstellten und so ein Erleben von
Universitas möglich wurde – auf das Sie, Magnifizenz, auch gerade hingewiesen
haben – die Erfahrung nämlich, daß wir in allen Spezialisierungen, die uns
manchmal sprachlos füreinander machen, doch ein Ganzes bilden und im Ganzen der
einen Vernunft mit all ihren Dimensionen arbeiten und so auch in einer
gemeinschaftlichen Verantwortung für den rechten Gebrauch der Vernunft stehen –
das wurde erlebbar. Die Universität war auch durchaus stolz auf ihre beiden
Theologischen Fakultäten. Es war klar, daß auch sie, indem sie nach der Vernunft
des Glaubens fragen, eine Arbeit tun, die notwendig zum Ganzen der Universitas
scientiarum gehört, auch wenn nicht alle den Glauben teilen konnten, um dessen
Zuordnung zur gemeinsamen Vernunft sich die Theologen mühen. Dieser innere
Zusammenhalt im Kosmos der Vernunft wurde auch nicht gestört, als einmal
verlautete, einer der Kollegen habe geäußert, an unserer Universität gebe es
etwas Merkwürdiges: zwei Fakultäten, die sich mit etwas befaßten, was es gar
nicht gebe – mit Gott. Daß es auch solch radikaler Skepsis gegenüber notwendig
und vernünftig bleibt, mit der Vernunft nach Gott zu fragen und es im
Zusammenhang der Überlieferung des christlichen Glaubens zu tun, war im Ganzen
der Universität unbestritten.
All dies ist mir wieder in den Sinn gekommen, als ich kürzlich den von Professor
Theodore Khoury (Münster) herausgegebenen Teil des Dialogs las, den der gelehrte
byzantinische Kaiser Manuel II. Palaeologos wohl 1391 im Winterlager zu Ankara
mit einem gebildeten Perser über Christentum und Islam und beider Wahrheit
führte. Der Kaiser hat vermutlich während der Belagerung von Konstantinopel
zwischen 1394 und 1402 den Dialog aufgezeichnet; so versteht man auch, daß seine
eigenen Ausführungen sehr viel ausführlicher wiedergegeben sind, als die seines
persischen Gesprächspartners. Der Dialog erstreckt sich über den ganzen Bereich
des von Bibel und Koran umschriebenen Glaubensgefüges und kreist besonders um
das Gottes- und das Menschenbild, aber auch immer wieder notwendigerweise um das
Verhältnis der, wie man sagte, „drei Gesetze“ oder „drei Lebensordnungen“: Altes
Testament – Neues Testament – Koran. Jetzt, in dieser Vorlesung möchte ich
darüber nicht handeln, nur einen – im Aufbau des ganzen Dialogs eher marginalen
– Punkt berühren, der mich im Zusammenhang des Themas Glaube und Vernunft
fasziniert hat und der mir als Ausgangspunkt für meine Überlegungen zu diesem
Thema dient.
In der von Professor Khoury herausgegebenen siebten Gesprächsrunde (διάλεξις –
Kontroverse) kommt der Kaiser auf das Thema des Djihād, des heiligen Krieges zu
sprechen. Der Kaiser wußte sicher, daß in Sure 2, 256 steht: Kein Zwang in
Glaubenssachen – es ist eine der frühen Suren aus der Zeit, wie uns die Kenner
sagen, in der Mohammed selbst noch machtlos und bedroht war. Aber der Kaiser
kannte natürlich auch die im Koran niedergelegten – später entstandenen –
Bestimmungen über den heiligen Krieg. Ohne sich auf Einzelheiten wie die
unterschiedliche Behandlung von „Schriftbesitzern“ und „Ungläubigen“
einzulassen, wendet er sich in erstaunlich schroffer, uns überraschend schroffer
Form ganz einfach mit der zentralen Frage nach dem Verhältnis von Religion und
Gewalt überhaupt an seinen Gesprächspartner. Er sagt: „Zeig mir doch, was
Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden
wie dies, daß er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das
Schwert zu verbreiten“. Der Kaiser begründet, nachdem er so zugeschlagen hat,
dann eingehend, warum Glaubensverbreitung durch Gewalt widersinnig ist. Sie
steht im Widerspruch zum Wesen Gottes und zum Wesen der Seele. „Gott hat kein
Gefallen am Blut”, sagt er, „und nicht vernunftgemäß, nicht „σὺν λόγω” zu
handeln, ist dem Wesen Gottes zuwider. Der Glaube ist Frucht der Seele, nicht
des Körpers. Wer also jemanden zum Glauben führen will, braucht die Fähigkeit
zur guten Rede und ein rechtes Denken, nicht aber Gewalt und Drohung… Um eine
vernünftige Seele zu überzeugen, braucht man nicht seinen Arm, nicht
Schlagwerkzeuge noch sonst eines der Mittel, durch die man jemanden mit dem Tod
bedrohen kann...".
Der entscheidende Satz in dieser Argumentation gegen Bekehrung durch Gewalt
lautet: Nicht vernunftgemäß handeln ist dem Wesen Gottes zuwider. Der
Herausgeber, Theodore Khoury, kommentiert dazu: Für den Kaiser als einen in
griechischer Philosophie aufgewachsenen Byzantiner ist dieser Satz evident. Für
die moslemische Lehre hingegen ist Gott absolut transzendent. Sein Wille ist an
keine unserer Kategorien gebunden und sei es die der Vernünftigkeit. Khoury
zitiert dazu eine Arbeit des bekannten französischen Islamologen R. Arnaldez,
der darauf hinweist, daß Ibn Hazn so weit gehe zu erklären, daß Gott auch nicht
durch sein eigenes Wort gehalten sei und daß nichts ihn dazu verpflichte, uns
die Wahrheit zu offenbaren. Wenn er es wollte, müsse der Mensch auch
Götzendienst treiben.
An dieser Stelle tut sich ein Scheideweg im Verständnis Gottes und so in der
konkreten Verwirklichung von Religion auf, der uns heute ganz unmittelbar
herausfordert. Ist es nur griechisch zu glauben, daß vernunftwidrig zu handeln
dem Wesen Gottes zuwider ist, oder gilt das immer und in sich selbst? Ich denke,
daß an dieser Stelle der tiefe Einklang zwischen dem, was im besten Sinn
griechisch ist, und dem auf der Bibel gründenden Gottesglauben sichtbar wird.
Den ersten Vers der Genesis, den ersten Vers der Heiligen Schrift überhaupt
abwandelnd, hat Johannes den Prolog seines Evangeliums mit dem Wort eröffnet: Im
Anfang war der Logos. Dies ist genau das Wort, das der Kaiser gebraucht: Gott
handelt „σὺν λόγω”, mit Logos. Logos ist Vernunft und Wort zugleich – eine
Vernunft, die schöpferisch ist und sich mitteilen kann, aber eben als Vernunft.
Johannes hat uns damit das abschließende Wort des biblischen Gottesbegriffs
geschenkt, in dem alle die oft mühsamen und verschlungenen Wege des biblischen
Glaubens an ihr Ziel kommen und ihre Synthese finden. Im Anfang war der Logos,
und der Logos ist Gott, so sagt uns der Evangelist. Das Zusammentreffen der
biblischen Botschaft und des griechischen Denkens war kein Zufall. Die Vision
des heiligen Paulus, dem sich die Wege in Asien verschlossen und der nächtens in
einem Gesicht einen Mazedonier sah und ihn rufen hörte: Komm herüber und hilf
uns