Ostatni rouz -(znoud zech we Spiegel)

05.12.12, 08:11


Antisemitismus-Debatte
Willkommen im Land der Täter
Von Sebastian Hammelehle

Der New Yorker Tuvia Tenenbom, Sohn von Holocaust-Überlebenden, ist durch Deutschland gereist und hat darüber ein Buch geschrieben. Das erstaunliche Porträt einer Nation, in der mancher die Israelis für die wahren Nazis hält. Schon vor Veröffentlichung sorgte es für einen Skandal.

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Was fällt einem New Yorker auf, wenn er durch Deutschland reist? Wenn er zudem Jude ist, wenn seine Familie im Holocaust ermordet wurde? Tuvia Tenenbom ist so ein New Yorker. Er ist durch Deutschland gereist. Im Sommer 2010. In Südafrika fand die Fußball-WM statt, im Mittelmeer schipperte ein Schiffskonvoi Richtung Gaza. Zwei nicht unwesentliche Daten für Tenenboms Exkursion, sind es doch die Pole, zwischen denen sich die öffentliche Meinung in diesen Tagen bewegt: Während der Auftritt der DFB-Elf noch einmal die deutsche Selbstdiagnose eines neuen, unverkrampfteren Nationalbewusstseins fördert, führt die Mission der Protestflotte zu unverhohlener Israel-Kritik.


ANZEIGE Nun erscheint Tenenboms Bericht bei Suhrkamp: "Allein unter Deutschen. Eine Entdeckungsreise". Der Veröffentlichung vorausgegangen war eine für die Verlags- und Medienbranche einzigartige Abwehrreaktion: Rowohlt-Verleger Alexander Fest, der Tenenboms Bericht zuerst ins Deutsche bringen wollte, entschied sich persönlich gegen eine Publikation - aus, wie Fest behauptete, formalen und juristischen Gründen. Die "Süddeutsche Zeitung" veröffentlichte daraufhin einen polemischen Text über die amerikanische Version von Tenenboms Buch. Friedenspreisträger Saul Friedländer bezeichnete die Wortwahl von Rowohlt und "Süddeutsche" im Umgang mit Tenenbom daraufhin auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE als "antisemitisch".

Wer "Allein unter Deutschen" aufschlägt, dürfte sich wundern: Das Buch mag keine empirische Studie sein - ebenso wenig aber ist es eine Hetzschrift. Tenenboms Deutschland-Reportage auf 430 Seiten ist geradlinig und lässig formuliert, getragen von einer sanften Verzweiflung, von Spott und einem guten Maß Selbstironie. Und sie ist trotz der Abgründe, die sie auslotet, ziemlich unterhaltsam. In einigen Passagen wurde Tenenboms Manuskript von Suhrkamp gekürzt: Es sind die Abschnitte, in denen die Gesprächspartner des Autors ihre Zitate nicht veröffentlicht sehen wollten - unter ihnen der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Volkhard Knigge, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald.

"Mit einem Lied in den Tod"

Tenenbom beginnt seine Reise in Hamburg. Im Vorfeld der Krawalle zum 1. Mai begegnet er Linksradikalen. Auf seine Frage, ob es in Hamburg auch Rechtsradikale gebe, "brüsten sich die stolzen Hamburger: 'Wir haben in Norddeutschland keine Nazis'", "'du musst in den Osten' sagen sie mir. 'Bayern' sagen andere. Viele wollen mich nach Österreich schicken." Die Nazis sind eben immer die anderen. Letztlich ist es dann doch nur eine kurze Zugfahrt ins schleswig-holsteinische Neumünster, wo Tenenbom den berüchtigten Neonazi-Treff Club 88 besucht.

Freundlich weisen die Neumünsteraner Tenenbom den Weg, als er sich nach dem Nazi-Lokal erkundigt. Freundlich bewirtet ihn der Barkeeper Frank, als er sich dort als deutschstämmiger Amerikaner ausgibt. Bevor er hergekommen sei, hätten ihn viele gewarnt, schreibt Tenenbom. "Diese Leute sehen die Neonazis im Fernsehen und halten sie für Bestien." Was ihn an Frank aber am meisten verblüfft habe, sei, "dass es sich um einen wirklich liebenswürdigen Menschen handelt. Er singt auch gern: 'Wir haben Krematorien und in jedem steckt ein kleiner Jude'. Er lächelt, während er das singt", schreibt Tenenbom und folgert: "So wurde wahrscheinlich meine Familie in den Tod geschickt. Mit einem Lied und einem Lächeln auf den Lippen."

Tenenbom wird auf seiner Reise nur noch wenigen Judenhassern begegnen, die derartig offen auftreten wie im Club 88. Die Deutschen des Jahres 2010, die er kennenlernt, entsprechen eher dem Bild, das auch die Übertragungen von den Fanmeilen vermitteln: Sie legen Wert auf eine propere Optik, sind ziemlich bierselig und haben ein Faible dafür, in der Masse aufzugehen.

Israel-Kritik in Buchenwald

Ein Gutteil der Leute, die Tenenbom trifft, bedauert den Holocaust, äußert sich aber explizit israelkritisch. "Sie feiern die toten Juden", schreibt Tenenbom, "sind aber in ihrer Kritik an den lebenden Juden unbeirrbar." Nur die toten Juden sind die guten Juden.

Selten werden Vorwürfe gegen Israel so explizit geäußert wie in Köln, wo auf - ausgerechnet Klagemauer genannten - Protest-Stellwänden nahe dem Dom im Bezug auf Israel von "Massakern", "Landraub", "ethnischen Säuberungen" und "Staatsterror" die Rede ist. Immer wieder wird Tenenbom während seiner Reise, die ihn durch einen Großteil der Bundesländer und gesellschaftlichen Schichten führt, auf den israelisch-palästinensischen Konflikt angesprochen.

Sogar auf dem Gelände des früheren Konzentrationslagers Buchenwald trifft Tenenbom einen Mitarbeiter, der frei heraus berichtet, im Jahr zuvor für die Bewohner des Gaza-Streifens demonstriert zu haben. Er ist Leiter der Abteilung Gedenkstättenpädagogik. Tenenbom ist fassungslos. "Die Geschichte von Israel und Gaza ist ziemlich kompliziert und vielschichtig", schreibt er und fährt in Bezug auf den Gaza-Streifen fort: "Nirgendwo auf der Welt leben so viele Menschen, die die Juden am liebsten ins Meer treiben würden." Warum, so Tenenbom, hat jemand, der an einer Erinnerungsstätte für die Opfer des NS-Systems arbeitet, nicht das Bedürfnis, ein klein wenig sensibler aufzutreten?

Diese Frage ist ein entscheidender Schlüssel zu Tenenboms Reportage. Deutschland mag sich nicht nur als Wahrer europäischer Haushaltsdisziplin verstehen, sondern auch als Hüter der Menschenrechte. Eine ehrenwerte Rolle, die allerdings auch die Gefahr von Selbstgerechtigkeit mit sich bringt. Selten zeigte sich das so deutlich wie im Fall von Günter Grass' Gedicht "Was gesagt werden muss."

"Wie die Nazis"

Tuvia Tenenbom hat auf seiner Reise viele Deutsche getroffen, deren Haltung zu Israel an die von Günter Grass erinnert. Wie muss es den Nachfahren von Holocaust-Opfern vorkommen, von den Kindern und Enkeln der damaligen Täter über das Verhalten von Juden oder Israelis belehrt zu werden?

Israel steht wie wenige andere Länder im Zentrum kritischer Auslandsberichterstattung deutscher Medien. Ist diese Fokussierung antisemitisch? Nicht grundsätzlich. Aber es kann durchaus sein, dass sie speziell für die Nachfahren der ermordeten Juden einen ziemlich unguten Beigeschmack hat - genau das dürfte Tenenbom meinen, wenn er sich über die fehlende Sensibilität der Deutschen wundert.

Es ist eine auf den ersten Blick wenig spektakuläre Einschätzung des früheren Bundeskanzlers Helmut Schmidt, die Tenenbom am Ende seines Buchs zu einem Fazit verhilft. Völker neigten dazu, so Schmidt, stolz auf die positiven Ereignisse in ihrer Geschichte zu sein. Dies gelte auch für die Deutschen. Für den Holocaust aber würden sich die Deutschen schämen und sich an ihn erinnern, so lange, wie die Juden sich der babylonischen Gefangenschaft erinnerten.


ANZEIGEWie umgehen mit dieser Erinnerungslast? Tuvia Tenenbom schätzt: "Der Antisemitismus, dem ich in Deutschland begegnet bin, ist vermutlich eher bewusster als unbewusster Natur." Der schnellste und kindischste Weg aber, sich vom "Gewicht der Erinnerung an den Holocaust zu befreien", so meint er, bestehe für die Deutschen darin, "'den Juden' die Schuld zu geben. Sie sind die wahren Nazis, nicht Opa, und Oma schon gar nicht."

Folgt man Tenenbom in dieser Argumentation, ergäbe sich folgender Schluss: Wenn sogar die Israelis sich gegenüber den Palästinensern "wie die Nazis" verhalten, kann das, was in Deutschland nach 193
    • szwager_z_laband Re: Ostatni rouz -(znoud zech we Spiegel) 05.12.12, 09:04
      dociep jeszcze reszta tego tekstu
      • ballest Re: Ostatni rouz -(znoud zech we Spiegel) 05.12.12, 09:41
        Tysz uech se do konca nie doczytou, ale jak to czytosz:
        "Tuvia Tenenbom hat auf seiner Reise viele Deutsche getroffen, deren Haltung zu Israel an die von Günter Grass erinnert. Wie muss es den Nachfahren von Holocaust-Opfern vorkommen, von den Kindern und Enkeln der damaligen Täter über das Verhalten von Juden oder Israelis belehrt zu werden? "

        Niemcy maja yno dowac, a nie wolno im ale nic krytykowac, dzisiej przyjedzie prawie caly rzad Israela do Niemiec i powiedzom Niemcom co majom jak zrobic, zeby Israel nowe pieniazki z Niemiec dostou, bo ze Holocaust Opfer za dlugo zyjom, to juz bylo, za U-Boote tysz nie placom, z niemiecki strony biora w tych konsultacjach yno wybrane ministry przez Merkel.
        Liczam, ze Niemcy bydom pomogac Israelowi w badaniach naukowych w dziedzinach kere Israel zazadou, dodom, ze BND jest od pora lot Filiala Mossadu.
        • ballest Re: Ostatni rouz -(znoud zech we Spiegel) 05.12.12, 09:52
          A Lieberman nie przyjedzie, bo po co? ;)

          www.stern.de/news2/aktuell/israels-aussenminister-nicht-bei-gespraechen-in-berlin-1937009.html
          To se musicie przedstawic:
          "Am Abend will Netanjahu in Berlin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel essen, bevor er mit mehreren seine Minister am Donnerstag mit dem Bundeskabinett zu Beratungen zusammenkommt"

          a tu sa jeszcze osoby co Merkel chwolom, wstydzcie se wszyscy, dodom, ze Netanjahu wydaje rozkazy do mordowania osob, co chcieli pokoju z Israelem.


          jak se to zwie, fto czytac umie mou zawsze przewaga.
          • ballest Re: Ostatni rouz -(znoud zech we Spiegel) 05.12.12, 10:07
            "Schlimm genug, dass sich Kanzlerin Merkel auch schon immer dieser Terminologie bedient. Es gab kein Propaganda- und Hetz-Klischee, dass von Prosor vergessen wurde. Mit diesem Staat, das sah man nach dieser Rede endgültig, ist kein Frieden möglich! Schade, dass kein deutscher Sender diese denkwürdige UNO Sitzung live übertrug. Am Samstag nach der Sitzung bekräftigte Merkel (in ihrer wöchentlichen Video-Botschaft) erneut ihre Unterstützung für Israel und will unverändert an seiner Seite stehen. Sie ging auch nicht auf die UNO-Sitzung und die Aufwertung ein, sondern bekräftigte nochmals das Recht auf Israels Selbstverteidigung und seine Pflicht seine Bürger zu verteidigen. Seit an Seit mit Israel, wir sehen, die jüdischen Preise hinterlassen ihre Spuren! Die Belohnungen folgen auf dem Fuße,

            Netanjahu wird begeistert sein, wenn er am fünften Dezember mit seinem Kabinett nach Berlin kommt. Wird er bei Merkel auch seine Aussagen den illegalen Siedlungsbau betreffend wiederholen? O-Ton: „Wir bauen heute, und wir werden weiterbauen, wie es den strategischen Interessen Israels entspreche. Als“ Antwort auf den Angriff auf den Zionismus und den Staat Israel“ müssen die Siedlungsbemühungen verstärkt werden, so zitierte Netanjahu den ehemaligen Ministerpräsidenten Rabin. Die Palästinenser hätten die mit Israel geschlossenen Abkommen durch ihren Gang zur UNO eklatant verletzt fügte er noch hinzu. Welche Abkommen meint Netanjahu eigentlich? Es ist ein Hohn wie sich dieses Regime so ungebremst mit seinen Völker- und Menschenrechtsverbrechen fortfahren kann.

            Als weitere Strafmaßnahme will das israelische Regime noch Steuereinnahmen einbehalten. Finanzminister Steinitz kündigte am Sonntag an, ungefähr zweiundneunzig Millionen Euro einzubehalten, die den Palästinensern zustehen, wegen angeblicher palästinensischer Schulden bei den israelischen Elektrizitätswerken. Was muss eigentlich noch alles passieren, damit man dieser verbrecherischen und trickreichen Politik des jüdischen Staates Einhalt gebietet? Wie will Merkel uns das eigentlich noch verkaufen? Bei Netanjahus Berlin-Besuch kommt es dann wieder zu der gemeinsamen Kabinett-Sitzung zwischen Deutschland und Israel. Außerdem werden wir Israel jetzt noch geballter mit Waffen versorgen, was bedeutet: verstärkte Lieferungen für die Landkriegsführung, neueste Geräte für Funk und Aufklärungstechnik, Sonar- und Radar-Geräte für die israelische Marine, Pläne für Startvorrichtungen von ballistischen Flugkörpern aus Torpedorohren der von uns bereits gelieferten U-Boote, auch moderne Panzerfäuste, die im Häuserkanpf (Gaza) eingesetzt werden können und vieles mehr.

            Dynamit Nobel Defence, eine Tochter des israelischen Rüstungsunternehmens Rafael bekommt alle Wünsche erfüllt. Eine erschreckende Entwicklung, in die uns diese Regierung manövriert. Bestärkt es den jüdischen Staat doch immer weiter fortzufahren in seiner faschistischen Besatzungspolitik. Gerade kam die Ankündigung vom Bau von dreitausend illegalen neuen Siedlungen im Westjordanland und Ost-Jerusalem, sowie der Pläne für die Verbindungsstrecke zwischen Jerusalem und der berüchtigten illegalen Großsiedlung Maale Adumim mit mehr als sechsunddreißigtausend Bewohnern, damit wird die Trennung immer deutlicher, die das Westjordanland in zwei Teile zerteilt. Außerdem wird laut Washington Post ein unterirdischer Bunker für hundert Millionen Dollar in Israel für die israelische Kriegsarmee geplant, bei Tel Aviv, wieder mit einem blumigen Namen “Site 911“. Da sollen dann auch die Atom- Missiles untergebracht werden. Eine schreckliche Zukunftsvision, wie in einem Horror Science Fiction-Film. Orwell lässt grüßen!

            Was nun "dekorierte" Kanzlerin Merkel? (1) Was werden Sie Ihren israelischen Freunden noch alles versprechen für ihren "Sicherheitskampf"? Was werden Sie und Außenminister Westerwelle noch dafür tun, dass Groß-Israel weiter vom Jordan bis zum Mittelmeer seine End-Pläne vollenden kann? Hilft Ihnen dabei, Kanzlerin Merkel, die Erleuchtung des Leuchters, den sie von Präsident Graumann während ihres Besuches beim Zentralrat am Sonntag dem achtzehnten November überreicht bekamen? In der Wirklichkeit verdunkelt sich die katastrophale Lage der Palästinenser, auch dank Ihrer tatkräftigen Hilfe stündlich!...."

            www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=18493

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