hanes
29.10.03, 20:43
Tutaj masz koczkodanie czarno na białym, ze te wasze historyczno-biblijne ględzenie, o waszym dziedzictwie w Palestynie, nie trzyma się kupy. ?Królowie? Dawid i Salomon byli najwyżej wodzami miejscowych szczepów itp. itd.
I kto to napisał! Izraelczyk i Amerykanin.
Jahrzehntelang wurden die Texte des Alten Testaments als Grundlage für die archäologische Forschung im Gebiet des heutigen Israel und Palästina genommen. Der israelische Archäologe Israel Finkelstein und sein amerikanischer Kollege Neil Asher Silberstein stellen nun in einem Aufsehen erregenden Buch die historischen Annahmen in Frage, die heute noch die israelische Siedlungspolitik bestimmen.
Das Alte Testament: historisches Dokument oder alles nur Legende? Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Bibel Gegenstand archäologischer Forschung. Überraschenderweise entdeckten Wissenschaftler im damaligen osmanischen Palästina tatsächlich viele der in den fünf Büchern Mose beschriebenen Stätte. Lange galt das Alte Testament deshalb als wenigstens halbwegs zuverlässiges Zeugnis der Geschichte des jüdischen Volkes. Mit weitreichenden politischen Konsequenzen: So gründen sich gegenwärtig die territorialen Ansprüche Israels in großen Teilen auf die Beschreibungen des Königreich Davids.
Kein Königreich Davids
Bereits seit einigen Jahren hegen die beiden Archäologen Israel Finkelstein und Neil Asher Silberstein Zweifel an dieser Version der Geschichte. So haben Forscher nach Grabungen im nördlichen Israel Anhaltspunkte dafür gefunden, dass das alte Israel seine Blütezeit nicht wie bisher angenommen unter der Herrschaft der Könige David und Salomon erreichte, sondern erst zweieinhalb Jahrhunderte später. Aus dieser Zeit stammen wahrscheinlich auch die Geschichten vom Auszug aus Ägypten und den Schlachten um Kanaan. Das glorreiche Königreich Davids selbst scheint eher ein in die Vergangenheit projizierter Wunschtraum des späteren Herrschers Ahab zu sein, der mit der Geschichte ein wenig die Propagandatrommel rührte und durch die Legenden seine eigene Macht zu legitimieren suchte.
Was viele nicht wahrhaben wollen
Finkelstein und Silberstein zeigen, was viele nicht wahrhaben wollen: Der kulturelle Ursprung Israels liegt nicht, wie es das Alte Testament vorgibt, in einer durch David von Jerusalem aus beherrschten Hochkultur, sondern besteht vielmehr aus einer Vielzahl von miteinander verwobenen historischen Fragmenten und Mythen der damals in Kanaan lebenden Volksstämme. Wahrscheinlich, so die beiden Forscher, waren David und Salomon regionale Stammesfürsten mit sehr viel weniger Einfluss, als es in der Bibel dargestellt ist.
Archäologie als Zeitzeuge
Finkelstein, Leiter des archäologischen Instituts in Tel Aviv, beschreibt sein Vorgehen so: "Die biblische Archäologie stellt den Text in Vordergrund. Archäologische Funde wurden immer benutzt, um den Bibeltext zu dekorieren. Was wir tun: Wir stellen die Archäologie in den Vordergrund, ohne den Text herunterzuspielen. Aber wir sagen: Nachdem vieles erst in einer sehr viel späteren Periode niedergeschrieben wurde und stark von der Ideologie und der Theologie der späteren Schreiber beeinflusst wurde, suchen wir nach einem wirklichen Zeitzeugen. Und der einzige Zeitzeuge für die Ereignisse der Bibel ist die Archäologie."
Brisante Erkenntnisse
Solche Korrekturen der Geschichte sieht man vor allem in orthodoxen Kreisen Israels gar nicht gerne; werden doch vor allem die Ansprüche auf Jerusalem als religiöses Zentrum und Hauptstadt durch die Berichte vom Bau des ersten Tempels durch König Salomon legitimiert. Dieser hat nach Erkenntnis von Finkelstein wahrscheinlich gar nicht oder nur als unbedeutende Kultstätte existiert. Solche Thesen bescheren den Vertretern israelischen Siedler arge Legitimationsprobleme.
Entsprechend skeptisch beobachtet man dort auch die Arbeit der beiden Forscher, die ihre Erkenntnisse in diesem Jahr unter dem Titel "Keine Posaunen vor Jericho. Die archäologische Wahrheit über die Bibel" veröffentlicht haben. aspekte sprach mit Israel Finkelstein in Israel - mehr dazu am Freitag, den 18. Oktober, ab 22.20 Uhr.
Keine Posaunen vor Jericho. Die archäologische Wahrheit über die Bibel.
von Israel Finkelstein und Neil Asher Silberman
C.H. Beck, August 2002
380 Seiten, 26,90 Euro
von Torben Lohmüller