Gość: aga_s
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04.07.05, 20:47
Ich fand dazu ein schönes Märchen:
Gebrüder Grimm - Der alte Großvater und der Enkel
Es war einmal ein steinalter Mann, dem waren die Augen trüb geworden, die
Ohren taub, und die Knie zitterten ihm. Wenn er nun bei Tische saß und den
Löffel kaum halten konnte, schüttete er Suppe auf das Tischtuch, und es floß
ihm auch etwas wieder aus dem Mund. Sein Sohn und dessen Frau ekelten sich
davor, und deswegen mußte sich der alte Großvater endlich hinter den Ofen in
die Ecke setzen, und sie gaben ihm sein Essen in ein irdenes Schüsselchen und
noch dazu nicht einmal satt; da sah er betrübt nach dem Tisch, und die Augen
wurden ihm naß. Einmal auch konnten seine zitterigen Hände das Schüsselchen
nicht festhalten, es fiel zur Erde und zerbrach. Die junge Frau schalt, er
sagte aber nichts und seufzte nur. Da kaufte sie ihm ein hölzernes
Schüsselchen für ein paar Heller, daraus mußte er nun essen. Wie sie da so
sitzen, so trägt der kleine Enkel von vier Jahren auf der Erde kleine
Brettlein zusammen. 'Was machst du da?' fragte der Vater. 'Ich mache ein
Tröglein,' antwortete das Kind, 'daraus sollen Vater und Mutter essen, wenn
ich groß bin.' Da sahen sich Mann und Frau eine Weile an' fingen endlich an
zu weinen, holten alsofort den alten Großvater an den Tisch und ließen ihn
von nun an immer mitessen, sagten auch nichts, wenn er ein wenig
verschüttete.