ehoffmann 23.12.06, 12:36 www.kprkpr.de/Weihnachten/Weihnachtsbilder/Weihnachtsmann/weihman3.htm Odpowiedz Link Zgłoś czytaj wygodnie posty
Gość: jurajski Re: Obrazek z Unii IP: *.pools.arcor-ip.net 05.01.07, 13:18 W jakiej wysokosci byla dotacja na budowe serwisu? Jaka kategoria tego rozwojowego dla Polski biznesu? Odpowiedz Link Zgłoś
Gość: Odin-2 Re: Obrazek z Unii IP: *.telia.com 08.01.07, 08:24 Polen Ein Skandal ungeahnten Ausmaßes Die Causa Wielgus wird die katholische Kirche in Polen auch nach dem Rücktritt des Erzbischofs noch weiter beschäftigen. Nach dem überraschenden Schritt gibt es jetzt Gerüchte um eine gezielte Denunziation. Von Gernot Facius Warschau/Bonn - Der Riss im polnischen Katholizismus hätte deutlicher kaum zutage treten können als gestern in der Warschauer Kathedrale. Als Erzbischof Stanislaw Wielgus (67), erst seit vergangenem Freitag als Metropolit von Warschau im Amt, zu Beginn des Elf-Uhr-Gottesdienstes nach vorn trat und seinen Rücktritt erklärte, ertönten lautstarke "Nein, nein"- und "Bleibe bei uns"-Rufe der Gläubigen. Wielgus, seit Wochen wegen seiner Kontakte zum ehemaligen kommunistischen Geheimdienst in der Kritik, hat seiner Kirche einen Skandal, ein Desaster beschert, dessen wahres Ausmaß noch nicht abzusehen ist. Die Affäre fällt in eine Zeit lebhafter Debatten über den Umgang mit den giftigen Hinterlassenschaften des kommunistischen Regimes, die vor allem von der Staats- und Regierungsführung der Kaczynski-Zwillinge befeuert wird. Direkt involviert in die Causa Wielgus ist natürlich der Papst selbst, auch wenn sich der Unmut im Vatikan momentan auf den päpstlichen Botschafter in Warschau und dessen Informationspolitik konzentriert. Während seiner Polen- Reise im Mai 2006 hatte Benedikt XVI. dazu aufgerufen, sich nicht zum Richter über vergangene Generationen zu machen, jedoch hinzugefügt, dass die Wahrheit "nicht verdunkelt" werden dürfe. Am 6. Dezember 2006 ernannte er den damaligen Bischof von Plock und früheren Rektor der traditionsreichen Katholischen Universität Lublin zum Nachfolger von Primas Kardinal Jozef Glemp an der Spitze der Warschauer Erzdiözese. Als die ersten Berichte über die Geheimdienstkontakte des designierten Erzbischofs auftauchten, ließ sich der Vatikan nicht von seiner Personalentscheidung abbringen. "Der Heilige Stuhl hat bei seiner Entscheidung zur Ernennung des neuen Erzbischofs von Warschau alle Umstände seines Lebens untersucht, auch die, die mit seiner Vergangenheit in Zusammenhang stehen." Und dann folgte ein Hinweis, der heute zu vielerlei Spekulationen Anlass geben wird: Der Papst habe Wielgus auch in Kenntnis der Lebensumstände "bewusst" sein neues Amt gegeben. Noch am vergangenen Freitag, als sich in Polen die Kritik an Wielgus längst zugespitzt und der hohe Würdenträger einen "Augenblick der Schwäche" gegenüber dem Geheimdienst eingeräumt hatte, zog sich Rom auf die vor zwei Wochen veröffentlichte Erklärung zurück: Man habe ihr nichts hinzuzufügen. Ein fehlerhaftes Krisenmanagement unter dem Papst aus Deutschland und dessen hochgerühmten Diplomaten? Die Frage wird so schnell nicht verstummen. Umso weniger, als es an warnenden Stimmen nicht gefehlt hat - weder aus dem polnischen Episkopat noch seitens der Regierung. Noch in der Nacht zum Sonntag, als der Erzbischof sein Amt schon angetreten hatte, soll es Gespräche zwischen Warschau und dem Heiligen Stuhl gegeben haben. Der Apostolische Nuntius verlas dann am Morgen die Mitteilung über den Rücktritt des Metropoliten unter Berufung auf Kanon 401, Paragraf 2 des Kirchenrechts. Danach ist ein Amtsverzicht möglich, wenn ein Diözesanbischof "wegen seiner angegriffenen Gesundheit oder aus einem anderen schwerwiegenden Grund nicht mehr in der Lage ist, seine Amtsgeschäfte wahrzunehmen". Die schwer wiegenden Gründe liegen in diesem Fall wohl in den scheibchenweise eingestandenen Geheimdienstkontakten des hohen Geistlichen. Ein "äußerst brutaler Beamter", so suchte Wielgus seine Zusammenarbeit mit der Staatssicherheit zu erklären, habe ihn unter der Androhung der Vernichtung zur Unterschrift genötigt, als er in den 70er-Jahren einen Pass für ein Studium in der Bundesrepublik benötigte. Nie habe er jedoch mit dem Inlandsgeheimdienst zusammengearbeitet, und er habe niemandem geschadet. Und gegenüber den Gläubigen seiner Erzdiözese erklärte Wielgus: "Wenn Ihr mich annehmt, worum ich Euch mit reuevollem Herzen bitte, werde ich zum Bruder unter Euch, der einen und nicht spalten möchte." Gleichzeitig versicherte er, dass er sich jeder Entscheidung des Papstes unterwerfen werde. In der polnischen Bevölkerung war die päpstliche Personalentscheidung von vornherein mit Skepsis und später mit Befremden aufgenommen worden. In einer von der Zeitung "Dziennik" veröffentlichen Umfrage hatten zwei Drittel der Befragten erklärt, ein Priester, der mit dem kommunistischen Geheimdienst zusammen gearbeitet habe, könne keine höheren Funktionen in der Hierarchie ausüben. Und 73 Prozent waren dafür, dass der Vatikan seine umstrittene Entscheidung revidiert. Dies ist nun geschehen - unter dem Druck der Gläubigen und von Teilen der veröffentlichten Meinung: ein seltener Vorgang in der Geschichte der katholischen Kirche. Der greise Kardinal Glemp (77) wird nun vorerst weiter an der Spitze der Warschauer Erzdiözese stehen. Er verteidigte den nun tief gefallenen Amtsbruder: "Heute wird über Euch ein Gericht gehalten. Was für ein Gericht ist das? Aufgrund von ein paar Papieren, die drei Mal kopiert wurden?" Noch sind freilich nicht alle Geheimnisse in der Causa Wielgus enthüllt. Es gibt Anzeichen dafür, dass die Hinweise auf die Spitzeltätigkeit des Erzbischofs gezielt in Umlauf gesetzt wurden, entweder aus Regierungs- oder Kirchenkreisen, für die Stanislaw Wielgus heute ein verdächtiger "Liberaler" ist. Wielgus ist kein Mann nach dem Geschmack polnischer Nationalisten. Er blieb auf Distanz zur Kaczynski-Politik und erhob seine Stimme gegen antideutsche und antieuropäische Ressentiments, wie sie in Polen unter anderem von dem umstrittenen Rundfunksender "Radio Marya" geschürt werden. Der Papst ging gestern beim Angelus-Gebet mit keinem Wort auf die Affäre Wielgus ein. Doch Pater Tadeusz Isakowicz-Zaleski, der seit Jahren darauf hinweist, dass es im Episkopat immer noch eine starke Lobby gegen die Aufarbeitung der Vergangenheit gibt, gibt sich überzeugt: Die Causa Wielgus wird ein Umdenken bewirken. Artikel erschienen am 08.01.2007 Odpowiedz Link Zgłoś