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20.05.04, 09:09
Airbus-Gegner erwirken Baustopp
Für das neue Riesenflugzeug A380 will Airbus in Hamburg die Landebahn
verlängern. Anwohner, denen deshalb die Enteignung droht, erstritten vor
Gericht jedoch ein vorläufiges Ende des Projektes. Das bringt die Pläne des
Flugzeugbauers durcheinander.
REUTERS
Airbus A380: Ärger mit Anwohnern in Hamburg
Hamburg - Um 589 Meter sollte die Werkspiste des Airbus-Werkes in
Finkenwerder verlängert werden, so der Plan des Flugzeugbauers. Dabei ist
allerdings der Neuenfelder Hauptdeich im Weg, außerdem müssten 20 Anwohner
dafür ihre Grundstücke aufgeben.
In einer Sammelklage wehrten sich jedoch 158 Bürger von Neuenfelde gegen das
Vorhaben - und hatten Erfolg. Heute wurde eine Entscheidung des
Verwaltungsgerichts bekannt, wonach der Deich zunächst nicht durchbrochen
werden darf. Das Gericht will damit nach eigenen Angaben verhindern, dass
noch vor dem Ende des Eilverfahrens vollendete Tatsachen geschaffen werden.
"Durch den heutigen Beschluss des Verwaltungsgerichts Hamburg ist die
zeitliche Abfolge der notwendigen Arbeiten zur Verlängerung der Start- und
Landebahn nicht sichergestellt", hieß es in einer ersten Stellungnahme des
Flugzeugbauers. "Airbus Deutschland wird noch heute Beschwerde beim
Oberverwaltungsgericht Hamburg einreichen", so das Schreiben weiter. Ein
Sprecher wollte die Frage, ob nun der Zeitplan für das Gesamtprojekt in Frage
stehe, jedoch nicht kommentieren.
Die Verlängerung der Start- und Landebahn in Finkenwerder ist Airbus zufolge
nötig, damit ab 2006 auch die Frachtversion des A380 in Hamburg starten und
landen kann. Sollte sich das Unternehmen in dem Verfahren durchsetzen, dann
müssten die betroffenen Anwohner mit der Enteignung ihrer Grundstücke rechnen.
Der A380 wird an mehreren Standorten gefertigt. Am Airbus-Hauptsitz im
französischen Toulouse sollen die Hauptarbeiten erledigt werden. Das
Hamburger Werk übernimmt die Innenausstattung und Lackierung und übergibt
einen Teil der Flugzeuge an die Kunden.
Für die Erweiterung des Werksgeländes war das Naturschutzgebiet Mühlenberger
Loch teilweise zugeschüttet worden. Dagegen klagten Umweltschützer und
Anwohner zum Teil vergeblich.