ballest88
28.06.04, 16:15
"Aktion Zamosc" - 2. Teil
Zamosc sollte Himmlerstadt heißen
Die Vorbereitungen für die geplante Wehrmachtsausstellung in Schwäbisch Hall
(30.Mai bis 14.Juli 2003) laufen auf Hochtouren. Eher unerfreuliche Debatten
werden folgen ... Aber was hat die Wehrmachtsausstellung mit Halls polnischer
Partnerstadt Zamosc zu tun? Im Kreis Zamosc statuierten von November 1943 bis
August 1942 die Nazis mit Unterstützung der Wehrmacht ein Exempel. Dort
sollte die Idee der "Germanisierung des Ostens" durch Entvölkerung der
polnischen Bewohner und Bevölkerung deutscher Bewohner zum ersten Mal in die
Tat umgesetzt werden - der sogenannte "Generalplan Ost". Im folgenden geben
wir leicht gekürzt einen Artikel von Werner Röhr (junge Welt vom 27./ 28. 11.
02) wieder. (Teil 2)
Mit dem Krieg gegen die Sowjetunion hatten die deutschen Okkupanten ihre
Zielstellung für das "Generalgouvernement" (GG) entscheidend verändert. War
bis dahin verkündet worden, das Gebiet sei "Heimstätte des polnischen
Volkes", sollte es nun im Verlaufe von 15 bis 20 Jahren ein "rein deutsches"
Land werden. Hatte es bis dahin dazu gedient, die aus Deutschland und den
annektierten Gebieten "hinausgesäuberten" Juden und Polen aufzunehmen, sollte
es nun "entjudet" werden. Das bedeutete das Todesurteil für die dort
zusammengepferchten Juden.
"Generalgouverneur" Hans Frank hielt es für zweckmäßiger, mit der Aussiedlung
erst nach dem Krieg zu beginnen. Er warnte davor,
Unruhe "hereinzubringen": "Wir müssen mit brutaler Hand dort zuschlagen, wo
Gefahren drohen; aber auf weite Sicht große volkspolitische Experimente zu
machen, ist im Augenblick nicht angängig. Unlängst hat Reichsmarschall Göring
gesagt: ›Es ist wichtiger, daß wir den Krieg gewinnen als Rassenpolitik
durchsetzen‹. Wir müssen heute froh sein über jeden Polen, den wir in der
Werkstätte haben. Ob der Pole oder der Jude uns paßt oder nicht, spielt jetzt
keine Rolle; wichtig ist nur, daß er indirekt im Dienste des deutschen Volkes
steht."
Der Reichsführer SS Heinrich Himmler wollte nicht bis zur
vollständigen "Eindeutschung" der annektierten Gebiete Polens warten und
leitete im März 1941 die "Vorplanung" der Aussiedlungen ein. Die Zielstellung
war, den gesamten Distrikt Lublin mit deutschen bzw. nordischen Kolonisten zu
besiedeln und die Polen allmählich wirtschaftlich und biologisch zu
erdrücken. Als erstes wurde die unter der Losung "Heim ins Reich" laufende
Rücksiedlung deutscher Bauern aus dem Osten in das Wartheland eingestellt.
pyrsk !
Ballest