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w dzisejszym "Der Spiegel"

08.12.05, 08:57
EKLAT BEI NOBELPREISREDE

Pinters Frontalangriff auf die USA

Wer altersmilde Dankesworte erwartet hatte, wurde von einem Donnerschlag
überrascht: Der diesjährige Literaturnobelpreisträger Harold Pinter nutzte
seine heute veröffentlichte Rede für eine massive Amerika-Kritik. Fazit: Die
USA sind "brutal, verächtlich und skrupellos".

Letztes Jahr hatte sich Elfriede Jelinek noch in ausladende Sprachartistik
eingesponnen, von Politik oder gar Gesellschaftskritik kein Ton. Ganz anders
der britische Dramatiker Harold Pinter, der in seiner gerade veröffentlichten
Literaturnobelpreisrede die Gelegenheit nutzte, über die Suche des
Schriftstellers nach Wahrheit zu sprechen - und wie diese Suche von korrupten
Machthabern immer mehr erschwert wird.



AP
Dramatiker Pinter: "Die Wahrheit bestimmen"
Ausgehend von einigen kurzen Bemerkungen zu seinen politischen
Theaterstücken "Die Geburtstagsfeier", "Berg-Sprache" und "Asche zu Asche"
gelangt der englische Dramatiker zur Einsicht, dass die politische Rhetorik
den Bürger verdumme und ihm die Wahrheit vorenthalte.

Durchgespielt wurde diese These am Beispiel der USA, die Pinter
systematischer Verbrechen in aller Welt beschuldigte. So erklärte er in der
in Stockholm auf Video abgespielten Rede, Amerika zerstöre souveräne Staaten
mittels Korruption und verdeckter Gewalt. Man verfahre so, "dass man das Herz
des Landes infiziert, dass man eine bösartige Wucherung in Gang setzt und
zuschaut wie der Faulbrand erblüht. Ist die Bevölkerung unterjocht worden
oder totgeprügelt - es läuft auf dasselbe hinaus - und sitzen die eigenen
Freunde, das Militär und die großen Kapitalgesellschaften bequem am
Schalthebel, tritt man vor die Kamera und sagt, die Demokratie habe sich
behauptet".

Nach dem Zweiten Weltkrieg hätten die USA außerdem "jede rechtsgerichtete
Militärdiktatur auf der Welt" unterstützt oder sie in vielen Fällen erst
hervorgebracht. "Ich verweise auf Indonesien, Griechenland, Uruguay,
Brasilien, Paraguay, Haiti, die Türkei, die Philippinen, Guatemala, El
Salvador und natürlich Chile", so Pinter. "Die Schrecken, die Amerika Chile
1973 zufügte, können nie gesühnt und nie verziehen werden. In diesen Ländern
hat es Hunderttausende von Toten gegeben. Hat es sie wirklich gegeben? Und
sind sie wirklich alle der US-Außenpolitik zuzuschreiben? Die Antwort lautet
ja, es hat sie gegeben, und sie sind der amerikanischen Außenpolitik
zuzuschreiben. Aber davon weiß man natürlich nichts."

Den Irak-Krieg geißelte der Autor als niedrigste Aggressionsform eines
Landes, das "brutal, gleichgültig, verächtlich und skrupellos" seine
Interessen durchsetze. "Die Invasion des Irak war ein Banditenakt, ein Akt
von unverhohlenem Staatsterrorismus, der die absolute Verachtung des Prinzips
von internationalem Recht demonstrierte", erklärte Pinter. "Die Invasion war
ein willkürlicher Militäreinsatz, ausgelöst durch einen ganzen Berg von Lügen
und die üble Manipulation der Medien und somit der Öffentlichkeit."

Gerecht wäre deshalb, wenn US-Präsident George W. Bush und der britische
Premier Tony Blair vor den Internationalen Gerichtshof kämen. "Aber Bush war
clever. Er hat den Internationalen Strafgerichtshof gar nicht erst
anerkannt", folgerte der Autor bitter. Dennoch, so das Fazit Pinters, müsse
man, "den existierenden, kolossalen Widrigkeiten zum Trotz", die
Entschlossenheit bewahren, "als Bürger die wirkliche Wahrheit unseres Lebens
und unserer Gesellschaften zu bestimmen".

"Wenn sich diese Entschlossenheit nicht in unserer politischen Vision
verkörpert, bleiben wir bar jeder Hoffnung, das wiederherzustellen, was wir
schon fast verloren haben - die Würde des Menschen."

Ze takie przemowienie jest jusz jako eklat nazywane?

Obserwuj wątek
    • ramon6 Re: na tyn som tymat FAZ 08.12.05, 09:06
      Eklat bei der Nobelrede
      Nobelpreisträger Pinter will Bush und Blair vor Strafgerichtshof sehen


      08. Dezember 2005 Der britische Schriftsteller Harold Pinter, dem am Samstag in
      Stockholm der Literaturnobelpreis verliehen wird, hat am Mittwoch in seiner
      Nobelrede gefordert, den amerikanischen Präsidenten Bush und den britischen
      Premierminister Blair vor den Internationalen Strafgerichtshof zu stellen.


      Die Invasion des Irak sei „ein Banditenakt und Staatsterrorismus” gewesen, der
      Tod von mindestens 100.000 Irakern für Bush und Blair eine „bedeutungslose
      Lappalie”. In seiner weitgehend politischen Rede - wegen seiner Erkrankung
      wurde sie in London auf Video aufgenommen - warf der Dramatiker Washington
      vor, „jede rechte Militärdiktatur nach dem Zweiten Weltkrieg” unterstützt zu
      haben; das „erbärmliche Großbritannien” sei diesen „systematischen Verbrechen”
      wie „ein blökendes Lämmchen” gefolgt. „Die Verbrechen der USA waren
      systematisch, konstant, infam, unbarmherzig.”

      Der Autor hatte seine Rede am Wochenende unmittelbar vor seiner Einlieferung in
      ein Londoner Krankenhaus in einem TV-Studio eingespielt. Schon vorher hatten
      Ärzte ihm für Samstag die Teilnahme an der Verleihungszeremonie mit dem
      schwedischen König Carl XVI. verboten (siehe: Pinter zu krank für Nobelpreis-
      Verleihung) .

      Pinter sagte in seiner einstündigen Rede, die Vereinigten Staaten hätten
      zahlreiche Länder durch eine Strategie der „asymmetrischen Kriegführung” („Low
      Intensity Conflict”) unterjocht. Auch dabei seien tausende von Menschen
      gestorben, aber nicht auf einen Schlag wie mit einer Bombe. „Es bedeutet, daß
      man das Herz des Landes infiziert, daß man eine bösartige Wucherung in Gang
      setzt und zuschaut wie der Faulbrand erblüht”, meinte Pinter.

      Dem mit Theaterstücken wie „Der Hausmeister” (1960) berühmt gewordenen
      Dramatiker war der mit zehn Millionen Kronen (1,1 Millionen Euro) dotierte
      Nobelpreis im Oktober zuerkannt worden. Die Schwedische Akademie begründete
      ihre Entscheidung damit, daß Pinter „in seinen Dramen den Abgrund unter dem
      alltäglichen Geschwätz freigelegt hat und in den geschlossenen Raum der
      Unterdrückung eingebrochen ist”.


      • ramon6 Re: na tyn som tymat "Der Standard" 08.12.05, 09:15
        Nobelpreis-Rede: Harold Pinter attackiert die USA
        Invasion im Irak sei ein "Akt von unverhohlenem Staatsterrorismus", 100.000
        Tote für Bush und Blair eine "bedeutungslose Lappalie"

        Harold Pinter Kompletter
        Redetext
        unter:

        svenska
        akademien.se

        Stockholm - Der diesjährige Literatur-Nobelpreisträger Harold Pinter (75) hat
        den USA am Mittwoch systematische Verbrechen mit hunderttausenden Toten und der
        brutalen Unterjochung zahlreicher Staaten vorgeworfen. Der krebskranke
        britische Dramatiker sagte drei Tage vor der Verleihung der Nobelpreise in
        Stockholm in einer auf Video abgespielten Rede über die Politik Washingtons
        nach dem Zweiten Weltkrieg: "Die Verbrechen der USA waren systematisch,
        konstant, infam, unbarmherzig

      • ballest Re: na tyn som tymat FAZ 08.12.05, 09:18
        "Durchgespielt wurde diese These am Beispiel der USA, die Pinter
        systematischer Verbrechen in aller Welt beschuldigte. So erklärte er in der
        in Stockholm auf Video abgespielten Rede, Amerika zerstöre souveräne Staaten
        mittels Korruption und verdeckter Gewalt. Man verfahre so, "dass man das Herz
        des Landes infiziert, dass man eine bösartige Wucherung in Gang setzt und
        zuschaut wie der Faulbrand erblüht. Ist die Bevölkerung unterjocht worden
        oder totgeprügelt - es läuft auf dasselbe hinaus - und sitzen die eigenen
        Freunde, das Militär und die großen Kapitalgesellschaften bequem am
        Schalthebel, tritt man vor die Kamera und sagt, die Demokratie habe sich
        behauptet".

        Ramon, dziekuje, widzam ze sa jeszcze ludzie na Swiecie co tak myslom jak jou,
        bo czytajac wypowiedzi naszych RASowcow myslou uech, ze juz niy ma
        sprawiedliwosci na Swiecie.
        Widze, ze Harold Pinter zauwazou, kto i co przyczny SWIATOWEGAS ZLA jest!

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