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Unrecht Gut gedeiht nicht ;-)

IP: *.dip0.t-ipconnect.de 28.06.04, 23:54
Unrecht Gut gedeiht nicht.
Ehrlich währt am längsten.
Ehrlich: Gutes Unrecht währet solange
ehrlich nicht gedeihet.
Das beste Unrecht gedeiht desto länger
als Ehrlich sich wehrt.
Unehrlich gewährt recht gutes gedeihen.
Unrecht geht gut und dauert nicht so lange.
Ehrlich währt es jedenfalls am längsten.
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    • Gość: Marek PS IP: *.dip0.t-ipconnect.de 28.06.04, 23:57
      sorry.. ;)

      zapomnialem dopisac - lata tez nie te ;-(

      Das Wort zum Dienstag

      eine schöne gute Nacht! träumt gut!
      • Gość: builder Re: PS IP: *.cable.ubr02.hari.blueyonder.co.uk 29.06.04, 00:07
        Gość: Marek IP: *.dip0.t-ipconnect.de
        Data: 28.06.2004 23:57 + dodaj do ulubionych wątków

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        sorry.. ;)

        zapomnialem dopisac - lata tez nie te ;-(

        Das Wort zum Dienstag

        eine schöne gute Nacht! träumt gut!

        taki stary a taki gupi!
        pierunie kas` ty sie chowoul?!(((,
    • ballest88 Trauma und Konflikt 29.06.04, 00:04
      Trauma und Konflikt

      Nach fünfzig Jahren werden Menschen, die unter der nationalsozialistischen
      Herrschaft als Zwangsarbeiter vegetieren mußten, "entschädigt". Und nach
      fünfzig Jahren wird in Berlin ein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus
      gebaut. Beides nach langen Diskussionen in den höchsten Kreisen von Politik,
      Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Medien. Die Diskussion um die Zukunft von
      Peenemünde im dritten Jahrtausend wird bei manchen Vertretern dieser wichtigen
      Kreise ängstlich vermieden, um nicht als 'Komplizen' verdächtigt zu werden, was
      in unserer Skandal-Inszenierungs-Gesellschaft jeden treffen kann. Politische
      Aufklärung und moderne Existenzqualität werden mit einem Tabu belegt, als würde
      sich beides gegenseitig ausschliessen und nicht eben gerade wesenhaft bedingen -
      derweil stirbt Peenemünde - und Auschwitz - aus. Die Gründe für die
      Tabuisierung sind das nach wie vor ungenügend durchgearbeitete deutsche Schuld-
      Trauma Nationalsozialismus und die damit direkt zusammenhängende Konfliktperson
      Wernher von Braun. An von Braun führt kein Weg vorbei in Peenemünde.
      Das "Historisch-Technische-InformationsZentrum Peenemünde" bietet historisch-
      politische Aufklärung über den nationalsozialistischen Terror und die
      technischen Innovationen in Peenemünde und über die Person von Braun. Eine
      monumentale Ehrung für von Braun wäre eine politisch-historische und ethische
      Verfälschung seiner Persönlichkeit, denn er selber hatte keine Ehre, und er
      handelte nicht ehrenvoll. Nicht von Braun gilt die Ehrung durch ein Denkmal,
      sondern den Opfern. Erst dreizehn Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges wurde
      die NASA gegründet, und die Saturn-Mondraketen hat von Braun zwei Jahrzehnte
      nach dem Ende des zweiten Weltkriegs und seiner Peenemünde-Produktionen in den
      USA entwickelt. Das "Historisch-Technische-InformationsZentrum" dokumentiert
      engagiert und richtig den Peenemünder Terror-Wissenschaftler von Braun und den
      technokratischen "Lunetta"-Wissenschafter von Braun in der Folgezeit in den
      USA. Das ist wichtig und notwendig - und genügt. Es geht nicht an sich um von
      Braun, es geht an sich und jetzt um die "Gedenkstätte" als das "Historisch-
      Technische-InformationsZentrum" und um die Lebenden in Peenemünde und deren
      Zukunft.


      pyrsk !
      Ballest
      • Gość: Marek Zdrowie ponad wszystko IP: *.dip0.t-ipconnect.de 29.06.04, 00:07
        nudzisz! mam nadzieje, ze inni rozumieja ze ty nic nie rozumiesz.

        ##################
        do wszystkich ktorzy naszego kolego nie rozumieja: prosze kierowac pytania
        bezposrednio do niego. Od paru godzin nie robi nic innego niz kopiowanie
        niezrozumialych tekstow. czy to moze byc zdrowe?...
        • ballest88 Warszawa na pomoc Mareczkowi 29.06.04, 00:09
          Szpital Tworki

          Wojewódzki Samodzielny Psychiatryczy
          Zespół Publicznych Zakładów Opieki Zdrowotnej
          ul. Partyzantów 2/4
          05-802 Pruszków
          tel.+48 22 758 60 05
          fax:+48 22 758 75 70

          Szpital położony jest w Tworkach dzielnicy miasta Pruszkowa, oddalonego o 18 km
          od centrum Warszawy.
          Obecny teren Szpitala ( po przekazaniu gospodarstwa rolnego Agencji Rolnej)
          obejmuje obszar wielkości 57 ha, z których 23 przypada na bogato zadrzewiony i
          zakrzewiony park.
          Zgodnie z założeniami Programu Rozwoju Psychiatrii- Liczba łóżek w Szpitalu
          Podlegać będzie dalszemu stopniowemu zmniejszaniu.
          Aktualnie Szpital dysponuje 895 łóżkami.
          W szpitalu znajduje się:
          19 oddziałów psychiatrycznych,
          1 oddział neurologiczny,
          1 oddział leczenia odwykowego.


          więcej informacji: www.tworki.internetdsl.pl


          pyrsk !
          Ballest
          • Gość: Marek Re: Warszawa na pomoc Mareczkowi IP: *.dip0.t-ipconnect.de 29.06.04, 00:10
            i znowu nie na temat. nie wstyd tobie?
            • ballest88 Das Tabu 29.06.04, 00:11
              Das Tabu

              Zum vierzigsten mal jährt sich in diesem Jahr die Uraufführung von Benjamin
              Brittens "War Requiem" in der nach dem Krieg wieder aufgebauten Kathedrale von
              Coventry, die 1941 durch deutsche Luftangriffe zerstört worden war. Hier waren
              die Feinde nicht nur durch V-2-Raketen und Bomben "indirekt" getötet worden,
              sondern auch durch die Zerstörung der umweltlichen Lebensgrundlagen (Häuser,
              Lebensmittel, Atmosphäre), und dies zynischerweise aus der sauberen Oberluft
              heraus nach unten. Die Organisatoren des Usedomer Musikfestivals, Dr. Werner
              Molik und Thomas Hummel, lassen zum diesjährigen Auftakt am 28. September
              das "War Requiem" von Benjamin Britten in der Turbinenhalle von Peenemünde
              aufführen. Als Dirigent haben die Organisatoren den Russen Mstislaw
              Rostropowitsch, der wohl bedeutendste Violoncellist und einer der bedeutendsten
              Dirigenten unserer Zeit, gewinnen können. Rostropowitsch war noch mit Britten
              befreundet und beide waren musikalisch tief miteinander verbunden. Britten ließ
              sich von Rostropowitsch zu Cellokonzerten, -sonaten und -suiten inspirieren,
              wie vor ihm Prokofjev und Schostakovitsch. Und Britten wirkte als
              Klavierbegleiter von Rostropowitsch. Davon zeugen legendäre Konzerte mit
              Rostropowitsch am Cello und Britten am Piano, bei denen u.a. Schubert, Schumann
              und Debussy interpretiert wurden. Und es wird der Kinderchor von Coventry
              singen, die Stadt, der neben London die Hauptzerstörungen deutscher Bomben und
              Raketen galt. Die Realität der eigenen Todesmöglichkeit im eigenen Land durch
              Außenwirkung wird durch dieses Konzertereignis ins Bewußtsein gerufen. Der
              britische Dichter Wilfred Owen, dessen Dichtung Britten im "War Requiem"
              verarbeitete, schreibt über die "wissend-bewußte Opferung der unwissend-
              unbewußten Jugend" im 2. Weltkrieg, in seiner Neufassung der Geschichte von
              Abraham und Isaak: Nachdem Gott Abraham befohlen hatte, seinen Sohn Isaak zu
              opfern, und er sah, daß Abraham ihm gehorchen würde, ließ er Abraham einen
              Engel erscheinen: "Doch siehe, ein Engel rief ihm vom Himmel, und sprach: "Lege
              deine Hand nicht an den Knaben, und tu ihm nichts. Siehe, ein Widder mit seinen
              Hörnern in einer Hecke hängend; opfere den Widder des Stolzes an seiner Statt´.
              Doch der alte Mann wollte nicht, sondern schlachtete seinen Sohn, und die halbe
              Saat Europas, einen nach dem anderen". Beide Orte, Auschwitz und Peenemünde,
              die Bewohner der Orte, leiden an den Spätfolgen des Terrors der Vergangenheit,
              der ein halbes Jahrhundert zurück liegt. Der Bürgermeister und die Bürger von
              Auschwitz beklagen mangelnde Infrastrukturen und Arbeitsplätze, da Industrie
              und höherer Mittelstand vermeiden sich anzusiedeln und zu investieren, und die
              Jugend beklagt mangelnde Einrichtungen für Freizeitgestaltung und Unterhaltung.
              Bürger wandern ab, Auschwitz stirbt aus. Eine Art Bannfluch des Terrors lastet
              auf Auschwitz und reicht mittlerweile bis ins dritte und vierte Glied. Nicht
              anders in Peenemünde, keine Investitionen, keine Arbeit, keine Infrastruktur,
              keine zeitgemässen Lebensmöglichkeiten, die Menschen wandern ab, Peenemünde
              stirbt aus. Auschwitz ist ein Topos der mit einem Tabu wegen der Opfer belegt
              ist. Das Tabu wirkt als Berührungsangst: wer sich für die Ansiedlung moderner
              Existenzmöglichkeiten einsetzt oder sie praktiziert, könnte als Entweiher,
              Verhöhner der Opfer dastehen. Peenemünde ist ein Topos der mit einem Tabu wegen
              der Täter belegt ist. Das Tabu wirkt als Berührungsangst: wer sich für die
              Ansiedlung moderner Existenzmöglichkeiten einsetzt oder sie praktiziert, könnte
              als Komplize der Täter dastehen. Spätfolgen der extremistischen Zerstörung der
              ökonomischen und ökologischen Lebenswelt des Feindes im 2. Weltkrieg,
              Dauerfolgen des Naziterrors.


              pyrsk !
              Ballest
            • Gość: Marek PS IP: *.dip0.t-ipconnect.de 29.06.04, 00:12
              czy ty potrafisz wogole czytac?
              pomysl troche. moze wlasnie to jest przyczyna twoich problemow.
              • Gość: builder Re: PS IP: *.cable.ubr02.hari.blueyonder.co.uk 29.06.04, 00:25
                ość: Marek IP: *.dip0.t-ipconnect.de
                Data: 29.06.2004 00:12 + dodaj do ulubionych wątków

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                czy ty potrafisz wogole czytac?
                pomysl troche. moze wlasnie to jest przyczyna twoich problemow.

                mnie to tez` pisales` pamietasz?,
                to jak to jest?,
                wiekszos`c` jez gorsza niz` ty?,
                no nie?, nie moge Niemca obrazic` bo pomys`la, ze jestem nazista?,
                idz sie wylecz ze swoich problemo`w a potem pogadamy,ok?
                • Gość: Marek Re: PS IP: *.dip0.t-ipconnect.de 29.06.04, 00:27
                  2 osoby wiekszoscia? nie osmieszaj sie.
                  • Gość: builder Re: PS IP: *.cable.ubr02.hari.blueyonder.co.uk 29.06.04, 00:35
                    nikt mi nie odpisal podobnie wiec sam rozumiesz))))
                    • Gość: Marek Re: PS IP: *.dip0.t-ipconnect.de 29.06.04, 00:38
                      a tekst zrozumiales? bo w przeciwnym przypadku nie jestes lepszy w demokracji
                      od babc wybierajacych tyminskiego.
                • Gość: Marek PS PS IP: *.dip0.t-ipconnect.de 29.06.04, 00:28
                  a tekst przeczytales?
                  • Gość: builder Re: PS PS IP: *.cable.ubr02.hari.blueyonder.co.uk 29.06.04, 00:38
                    nie bede sie powtarzal,
                    jak nie pamietasz to juz` nie moja wina,
                    • Gość: Marek Re: PS PS IP: *.dip0.t-ipconnect.de 29.06.04, 00:40
                      ein Rückzieher? ;-)))))))
      • ballest88 Peenemuende 29.06.04, 00:08
        Die Täter

        Der terroristische Massenmord an den Häftlingen im KZ-Auschwitz ist mit einem
        Mann verbunden, Adolf Hitler, und mit seinen Schergen und mit der Vision, die
        Welt der nationalsozialistischen Übermensch- und "Vorsehungs"- Ideologie
        unterzuordnen. Der terroristische Massenmord an den Zwangsarbeitern in
        Peenemünde (und damit zusammenhängend Menschen an anderen Orten) ist eng
        verbunden mit einem Mann, Wernher von Braun und mit der Vision, die Welt der
        technischen Eroberung des Weltraums, dem "Sensorium Gottes", wie Isaak Newton
        es nannte, unterzuordnen. Adolf Hitler und Wernher von Braun verbinden Visionen
        und die Mittel der Durchsetzung: pathologischer Fanatismus und pragmatischer
        Terror, "kalte Grausamkeit", wie es der Psychoanalytiker und Sozialphilosoph
        Alexander Mitscherlich nannte. Egomanische Vision und fanatischer Terror haben
        ähnliche Ergebnisse bewirkt: tote und lebende Opfer durch den Massenmord in
        Auschwitz und Trauma, Angst, Schuldgefühl und Verdrängung; tote und lebende
        Opfer durch den Massenmord in Peenemünde und Trauma, Angst, Schuldgefühl und
        Verdrängung - und: in der Folgezeit die Verwirklichung eine der ältesten
        Utopien der Menschheit - der Flug ins Weltall, in die noch unangegriffene
        Umwelt, eine Atmosphäre ohne Tod, - oder eine tote Atmosphäre? Kaum eine
        Erfindung, vom Faustkeil über Pfeil und Bogen bis insbesondere hin zu chemisch-
        technischen Erfindungen wie Schiesspulver und Kernspaltung, die die Menschheit
        nicht nur zum Segen, sondern auch zu ihrer Selbstzerstörung benutzt hätte. Die
        Peenemünder "Wunderwaffen" jedoch wurden nicht nur für Terror benutzt, sondern
        Wernher von Braun hat sie gezielt zum Vernichtungs-Terror von Menschen und
        Städten geplant, entwickelt und eingesetzt, die Hölle der "Vorsehung" von unten
        nach oben verlagert, und ihre Entwicklung selber hat er mit dem
        VernichtungsTerror gegen Zwangsarbeiter betrieben, mit "technizistischer
        Unmoral", wie Joachim Fest schreibt, ("... habe mir ... in Buchenwald einige
        weitere geeignete Häftlinge ausgesucht und ... ihre Versetzung ins Mittelwerk
        erwirkt", Brief von Wernher von Braun an den Technischen Direktor Sawatzki, am
        15.8.1944, aus dem Buch "Mondsüchtig", Rainer Eisfeld, Rowohlt-Verlag). Sein
        Handeln geht weit über Opportunismus und Mitläufertum hinaus: von Braun war
        evident ein Terror-Täter, mal im Kostüm des Biedermannes, mal im Kostüm des SS-
        Mannes


        Historisch-Technisches Informationszentrum
        Im Kraftwerk
        17449 Peenemünde

        www.peenemuende.de
        HTI@peenemuende.de

        Tel.: (03 83 71) 50 50
        Fax: (03 83 71) 50 51 11


        pyrsk !
        Ballest

    • ballest88 Obraz Mareczka .. w lustrze 29.06.04, 00:16
      Wer ist das - der "häßliche Deutsche"?

      Sollte ihm diese Lektüre unterkommen, wird er sich, wo immer er auch sei,
      sogleich wiedererkennen - denn obwohl millionenfach individualisiert, reagiert
      er doch auf die Vergangenheit mit der gleichen kollektiven
      Verdrängungsideologie:
      "Es waren ja gar keine sechs Millionen Juden, die umgebracht wurden"


      - der Völkermord an den Juden im deutschbesetzten Europa ist für ihn vor allem
      eine Frage der Zahl, der Quantität. Die Logik des "häßlichen Deutschen": je
      niedriger diese Ziffer wäre, des beruhigter wäre er.
      "Die anderen haben auch Verbrechen begangen"
      - Opfer anderer Unmenschlichkeitssysteme werden zu Kompensationsobjekten für
      das eigene schlechte Gewissen - Ermordete entsetzen nicht mehr, sie trösten.

      "Die Konzentrationslager waren keine deutsche Erfindung, sondern eine britische
      im Kampf gegen die Buren Südafrikas"

      - vorgegebene Erkenntnis weit zurückliegender Ereignisse in zehntausend
      Kilometer Entfernung und in einem fremden Land, bei gleichzeitiger Beharrung
      auf Unkenntnis der eigenen Geschichte im eigenen Land zu seinen Lebzeiten:

      "Wir haben nichts gewußt und konnten nichts dagegen machen"

      - wogegen wollte der "häßliche Deutsche" etwas machen? Gegen das, was er nicht
      gewußt hat?

      "Die Todesstrafe gehört wieder eingeführt!"

      - und zwar für Taximörder und Terroristen, nicht aber für die NS-Verbrecher vor
      deutschen Schwurgerichten. Dafür lautet das Motto des "häßlichen Deutschen":

      "Es muß doch mal vergessen, es muß doch mal ein Schlußstrich gezogen werden"

      - wobei er genau sortiert: KZ und alles wofür der Begriff ein Synonym ist -
      vergessen; die verlorenen deutschen Gebiete jenseits der Oder/Neiße-Linie -
      nicht vergessen! Der "häßliche Deutsche" ist der hartnäckige Erinnerer.

      "Hitler hat nicht nur Schlechtes, er hat auch Gutes geschaffen, zum Beispiel
      die Autobahnen"

      - noch nach dreißig Jahren völliger Informationsfreiheit über den als System
      undifferenzierbaren NS-Verbrecherstaat mit seinem Führerprinzip beharrt
      der "häßliche Deutsche" auf der Zweiteilung in einen "guten" und einen "bösen"
      Hitler. Das äußert sich auch an einem anderen Affekt:


      "Unter Hitler herrschten jedenfalls Zucht und Ordnung, da konnte man wenigstens
      nachts ruhig auf die Straße gehen"

      - daß an einem einzigen Tag oft genug auch in einer einzigen Stunde, in einem
      der zahlreichen Konzentrationslager des Dritten Reiches allein schon mehr
      Menschen aus politischen und rassischen Gründen ermordet wurden, als es in der
      Bundesrepublik Deutschland seit ihrer Gründung Morde (mit ganz anderem
      Charakter und Ursachen) gegeben hat, das kommt dem "häßlichen Deutschen"
      überhaupt nicht in den Sinn. Auf den Staat selbst als kriminelle Energie
      angesprochen, erwidert er ebenso stereotyp wie spontan: "Das ist etwas ganz
      anderes" - die Reaktion eines moralischen Wracks.


      pyrsk !
      Ballest
      • ballest88 Obraz Mareczka .. w lustrze II 29.06.04, 00:17
        Die kollektiven Affekte gegenüber der Vergangenheit sind nur der Ausschnitt
        einer nichtreformierbaren Mentalität mit offensichtlichem Massencharakter, der
        sich vor allem und am ungehemmtesten in der Rubrik "Leserbriefe" auf den Seiten
        der veröffentlichten Meinung niederschlägt. Die Wertvorstellungen
        des "häßlichen Deutschen" sind nicht die des Jahres 1979, sondern 1939. In
        meinen Augen ist er deshalb als Zeitgenosse eine optische Täuschung, gleich,
        welcher Generation er angehören mag.
        Ich halte den "häßlichen Deutschen" aber auch im ethischen, nicht im physischen
        Sinne des Wortes - als Mensch für eine optische Täuschung. Hinter der
        Unbelehrbarkeit der kollektiven Affekte steht die Identifikation mit den
        herrschenden Ideen einer deutschen Geschichtsepoche (mit fließenden Grenzen
        zwischen Preußentum, Wilhelminischen und Alldeutschen Imperialismus und Drittem
        Reich), deren Enthumanisierungsdruck bis in unsere Tage hinein wirkt. Für mich
        besteht kein Zweifel, daß die unkritische Übernahme der Nazi-Ideologie samt
        ihrer historischen Vorstufen die menschliche Substanz eines beträchtlichen
        Teils der alten und älteren Generationen zerstört hat. Natürlich beschränken
        sich Ansichten wie diese keineswegs nur auf Angehörige und Staatsbürger der
        Bundesrepublik Deutschland, sondern begreifen jene in der Deutschen
        Demokratischen Republik mit ein - der Unterschied besteht nur darin, daß hier
        der Mensch der demokratischen, dort der sozialistischen Nächstenliebe über den
        häßlichen Deutschen" gebreitet worden ist.
        Theodor Heuss hat einmal von "Kollektivscham", statt "Kollektivschuld",
        gesprochen. Wenn es stimmen sollte, daß die gigantische Verdrängungsleistung
        des "häßlichen Deutschen" gegenüber der Hitlervergangenheit tatsächlich
        ursprünglich mal Scham, also ein moralischer Antrieb, war, dann ist es doch
        ebenso wahr, daß diese Verdrängung ihre Initialzündung im Verlauf von mehr als
        drei Jahrzehnten längst vergessen und sich bis in die Versteinerung hinein
        völlig verselbständigt hat.
        Ich bin immer, ohne je zu schwanken, ein Anhänger der Kollektivschuld-These
        gewesen. Nicht in dem Sinne, wie die Demagogen der Kollektivunschuld-These sie
        mißinterpretieren wollen, nämlich daß Kollektivschuld unter Hitler auch den
        deutschen Säugling in der Wiege, ja das Embryo im Mutterleib betreffe
        (schamloser Versuch, den Sachverhalt zu trüben), sondern in diesem: die
        überwiegende Mehrheit der damals von ihrem Lebensalter her verantwortlichen
        Deutschen, und hier spreche ich als historischer Augenzeuge, war eindeutig
        pronazistisch, sie hat mitgemacht, und nichts hätte ihr ferner gelegen als
        Widerstand - er ist bezeichnender Weise beim "häßlichen Deutschen" noch heute
        verpönt.
        In diesem Sinne also, bezogen auf bestimmte Altersstufen, kann es überhaupt
        kein Zweifel an der Kollektivschuld und -verantwortlichkeit der damaligen
        Deutschen geben. Hitler hat sich auf sie verlassen, und er konnte es, wie die
        Geschichte gezeigt hat.



        pyrsk !
        Ballest
        • ballest88 Obraz Mareczka .. w lustrze III 29.06.04, 00:18
          Ebenso offen, wie ich mich zur Kollektivschuld-These bekenne, gebe ich zu: wenn
          mein persönliches Schicksal nach der Befreiung von der Lernfähigkeit der von
          ihrem Lebensalter her für Hitler verantwortlichen Generationen abhängig gewesen
          wäre, so wäre ich längst emigriert. Mich hat hiergehalten, was Karl Jaspers
          einmal treffend als "die glückliche Einschränkung unserer Souveränität"
          bezeichnet hat.
          Das heißt hier, weil Deutschland geteilt ist, und maße mir an, zu behaupten:
          diese Wahrheit gilt für viele der wenigen Juden, die sich auf dem Territorium
          der Bundesrepublik Deutschland (und der Deutschen Demokratischen Republik)
          befinden - sie sind hier, geblieben oder zurückgekommen, weil Deutschland keine
          selbstständige Großmacht mehr ist. Ein einheitliches Deutschland, gegen das
          Italien ein Säugling, England ein Liliputaner und Frankreich ein Zwerg wären?
          Die Summe meiner Erfahrungen ist viel zu sehr von der unheimlichen Kontinuität
          des "häßlichen Deutschen" und seiner Verbreitung geprägt, als daß mir diese
          Vorstellung nicht kalte Schauder den Rücken herunterlaufen ließe.
          Dazu kommt, daß sich in meinen Augen ein professioneller, von der Nazi-
          Ideologie her entscheidend geprägter, also undemokratischer und inhuman
          motivierter Antikommunismus bestätigt sehen will: "In diesem Punkte, seinem
          Antibolschewismus, hatte Hitler also recht!"
          Jeder kann sich selbst die Antwort geben, wieviel Vertrauen eine Demokratie in
          die Anhänger eines ebenfalls totalitär bestimmten Antikommunismus haben kann -
          nämlich überhaupt keines. Ein gnädiges Schicksal hat der Bundesrepublik bisher
          die Probe aufs Exempel erspart.
          Der "häßliche Deutsche" - er ist mein, er ist das Problem. (...)
          Die Gesellschaft der Bundesrepublik muß wissen, daß Juden unter ihr sich
          fragen, wie es kommt, daß der Todfeind von gestern, sei es im altem, sei es in
          neuem Gewand, in Gestalt der betagteren oder der jüngeren Generation, auf dem
          Territorium der zweiten deutschen Demokratie sein Haupt so frech erhebt - haben
          sich die NS-Anhänger doch selbst am überzeugensten als notorische Feiglinge
          ausgewiesen!
          Die überlebenden Opfer brauchten nicht einmal ein überdurchschnittliches
          Erinnerungsvermögen zu haben: nach dem Zusammenbruch des Hitlerregimes war
          Feigheit quer durch die ganze Skala von Schuld und Mitschuld, Verantwortung und
          Mitverantwortung so überwältigend offenbar, so massenhaft schäbig, so
          grauenhaft einhellig, daß sich dieser Eindruck sogar den vergeßlichsten Naturen
          eingeprägt hätte. Niemand wollte Nazi, wollte dabei gewesen sein - für eine
          kurze Weile bestand das Deutsche Volk ausschließlich aus Hitlergegnern.
          (...) Die Jugend von heute hätte sie damals sehen, hätte sie erleben sollen,
          all diese früheren Anhänger, Befürworter, Großsprecher, Nutznießer,
          Beschöniger, Mitläufer, Denunzianten und Mörder - es hat in der Geschichte kein
          Beispiel so schamloser Selbstcharakterisierung gegeben wie das deutsche.
          Verwunderlich ist an dieser Feigheit nichts, sie liegt im Wesen der
          Naziideologie. Besonders offenkundig wurde das übrigens an Mitgliedern des
          Vernichtungsapparats selbst. Der Massenmord an Millionen wehrloser Frauen und
          Kinder sowie waffenloser Männer durch schwerbewaffneter Schergen, der
          industrielle Fließbandmord, wäre ohne diese Art Feigheit überhaupt nicht
          denkbar - nur Feiglinge konnten so morden! Die um Gnade winselnden SS-Männer
          bei den zunächst erfolgreichen Häftlingsaufständen der Vernichtungslager
          Treblinka und Sobibor im August und November 1943 runden hier nur ein
          unumkehrbares Bild ab.


          pyrsk !
          Ballest
          • ballest88 Obraz Mareczka .. w lustrze IV 29.06.04, 00:19
            Die Bundesrepublik Deutschland aber wird sich fragen müssen, was sie falsch
            gemacht hat, daß die Anhänger einer notorischen Feigheitsideologie heute längst
            wieder "Mut" gefaßt haben, denn stark fühlen sie sich nur dort, wo sie Schwäche
            wittern, frech werden Nazis nur unter den Bedingungen der Risikolosigkeit -
            Überzeugungstäter von rechts unter Bedingungen, die nicht die ihren sind, hat
            man in Deutschland allemal mit der Lupe suchen können.
            Es gibt keine politische Untat, die auf dem Boden der Bundesrepublik den
            Ermordeten und den überlebenden Opfern nicht angetan wäre - die Jahrgänge
            der "Allgemeinen Jüdischen Wochenzeitung" widerspiegeln eine fast lückenlose
            Chronik: von den periodisch wiederkehrenden Schändungen jüdischer Friedhöfe;
            der Komödie der Entnazifizierung und der Inflationierung neonazistischer
            Druckerzeugnisse über die Gründung neonazistischer Parteien bis hin zu den
            skandalösen Minimalurteilen gegenüber NS-Verbrechern, die einen klaren
            Aufschluß zulassen, wieviel diesen Gerichten an Tagen oder auch nur Stunden
            Haftzeit ein ermordeter Jude wert war.
            (...)
            Auf die Frage, warum die braune Vergangenheit so massiv ihr Haupt erheben kann,
            gibt es nur _eine_ Antwort: weil die zweite deutsche Demokratie dem Feind von
            rechts, anders als dem Feind von links, nie _militant_ entgegengetreten ist _
            Januskopf Bundesrepublik!
            (...)
            Die frühe Bestätigung des "häßlichen Deutschen" durch den Gang der Geschichte
            begann mit dem Zerfall der Anti-Hitler-Koalition fast unmittelbar nach der
            militärischen Zerschmetterung des Dritten Reiches. Die Neuformierung der Sieger
            in die globale Rivalität der beiden Supermächte USA und UdSSR und ihre
            Hemissphären schuf eine Situation, die für die Rehumanisierung einer von der
            Nazi-Ideologie schwerinfizierten Bevölkerung nur als Katastrophe bezeichnet
            werden kann - ganz plötzlich sahen sich die Deutschen als Partner gegnerischer
            Bündnissysteme umworben, fand sich das geteilte Land in einer Rolle, die für
            erzieherische Wirkungen denkbar ungünstig war. (...) Die Deutsche Demokratische
            Republik, indem sie, allerdings nach einer rigorosen Zerschlagung des alten
            nazistischen Staats- und Verwaltungsapparats, sich zu einem immer schon
            antifaschistischen Territorium ausrief und damit die Bewältigung der
            Vergangenheit unter den Teppich einer offiziell verordneten Polithaltung
            kehrte, hinter deren Fassade nichts wirklich und schmerzhaft ausgestanden ist;
            die Bundesrepublik Deutschland, indem Konrad Adenauer, ihr erster Kanzler, das
            131er Gesetz schuf - von wenigen Ausnahmen abgesehen, wurde fast der gesamte
            Beamten- und Verwaltungsapparat der Hitlerzeit samt seinem hierarchischen
            Status quo übernommen. Das heißt: die ehemaligen Diener der totalitären
            Staatsbürokratie bildeten das administrative Rückgrat auch des demokratischen
            Staates, eingeschlossen Justiz, Polizei, Lehrerschaft - von dieser Entscheidung
            wird die Bundesrepublik personell noch bis in die achtziger Jahre hinein
            gezeichnet bleiben.
            (...) Der "häßliche Deutsche" und sein organisierter und unorganisierter Anhang
            sind aber noch in anderer Beziehung perspektivlos: Die Welt wird sich nie ein
            zweites Nazi-Deutschland gefallen lassen!
            Deshalb hätte der "häßliche Deutsche" als Wahlpotential nur bis zu einer
            bestimmten meiner Meinung nach ziemlich niedrigen, Prozentschwelle
            Erfolgsspielraum. Alles, was darüber läge, würde nur bestätigen, wie
            unvergessen Hitler und sein Angriffskrieg wirklich sind. Mit anderen Worten:
            Der "häßliche Deutsche" kann als in seinem Sinne erfolgreiches Wahlpotential
            der Bundesrepublik nichts als die Aussicht, das ungeheure Erinnerungsvermögen
            des ehemals deutschbesetzten Europa zu mobilisieren, wenn nötig, bis zur
            Intervention von NATO-Bundesgenossen. Ohne selbst zu triumphieren, könnte der
            häßliche Deutsche auf diese Weise immerhin der zweiten deutschen Demokratie den
            Garaus machen.
            Ich bleibe, weil ich meinen persönlichen Anteil daran haben will, diese
            destruktivste aller destruktiven Möglichkeiten des "häßlichen Deutschen"
            verhindern zu helfen. Ich bleibe, weil ich mir vor, bei und nach der Befreiung
            immer wieder geschworen habe: Diesen Feind läßt du nicht, bis er unschädlich
            ist.
            Militärisch ist er endgültig geschlagen, ideologisch lebt er wie eh und je.
            Der "häßliche Deutsche" - er ist mein, er ist das Problem.


            pyrsk !
            Ballest
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