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co nom Ramon niy pedziou

11.04.06, 19:50
www.erzbistum-koeln.de/erzbistum/thema/osterzeit/osterei.html
„Ova paschalia“ - über den Sinn österlicher Eier

PEK - Hinterlistige Mitmenschen, die gerne ihre unübertreffliche
Bauernschläue durch unbeantwortbare Fragen belegen, fragen gerne: Was war
denn wohl zuerst da: die Henne oder das Ei? Ähnlich lässt sich fragen, was
gab es denn zuerst: die Fastenzeit oder das Osterei? Diese Frage würde viele
Menschen noch mehr verwirren als die erste Frage. Das Osterei hat doch etwas
mit Ostern zu tun? In welcher Beziehung steht denn das Fasten zum Osterei?

Das klassische Osterei oder Paschei (von lat. pascha oder hebr. passah), das
schon vor dem Ost-West-Schisma (1054) in der Ost- und in der West-Kirche am
Ostermorgen als Symbol geschenkt wurde, war ein durch Erhitzen haltbar
gemachtes und dann rotgefärbtes Ei. Es symbolisiert das Grab Jesu. Das Ei ist
hart wie ein Stein, tot, leblos und kalt. Und doch beinhaltet es das Leben,
das durch die Farbe des Blutes ausgedrückt wird. Die Botschaft des
klassischen Ostereis lautet: Christus ist auferstanden und lebt! Er hat Tod
und Grab überwunden. Da rotgefärbte Osterei symbolisiert die Macht Gottes
über den Tod: Wer die Schale durchbricht wie Frauen am Grab, die den Stein
vor der Öffnung wegrollen mussten, trifft auf das Leben. Die Frauen haben als
erste die Erfahrung gemacht, Christus ist auferstanden. Wer die Eierschalen
aufbricht, trifft auf den köstlichen Inhalt des Eies.

Aber es bleibt die Frage: Warum ist ausgerechnet das Ei Symbol des Grabes
Christi? Das hat tatsächlich mit dem Fasten zu tun. Die - gleichfalls aus
symbolischen Gründen - vierzigtägige Fastenzeit, forderte den Christen
auf, „secundam spiritum“ zu leben, also geistig. Wer nicht mehr „secundam
carnem“, gemäß dem Fleische lebt, sondern „secundam spiritum“, der verzichtet
auch äußerlich auf Fleisch und Fett. Traditionell aß man in der Fastenzeit
kein Fleisch und kein Fett, im Mittelalter also auch keine Laktizinien, also
alles, was auf Milch basiert wie Butter, Rahm oder Käse.

Aber das Ei? Das Ei galt unseren Ahnen als „flüssiges Fleisch“. Deshalb aß
man in der Fastenzeit auch keine Eier. Dadurch entstand ein Problem: Das
Frühjahr ist die „legefreudige“ Zeit der Hühner, Eieranfall und Eierverzehr
stehen in keinem günstigen Verhältnis - und das war für eine Zeit, die keinen
Kühlschrank kannte, ein echtes Problem. Eier konnte man nur für kurze Zeit
konservieren - durch Einlegen oder durch Erhitzen. Unsere Vorfahren lösten
ihr Problem geschickt: Wenn man den Eieranfall bei Hühnern nicht regulieren
konnte, dann aber die Zahl der Hühner und damit schließlich auch die Zahl der
Eier. Vor der Fastenzeit also, wenn man noch fleischlich leben durfte,
mussten deshalb etliche Hühner ihr Leben lassen und kamen so zu einem Namen:
die Fastnachtshühner. Gelegentlich sieht man sie im Süddeutschen noch an
Fastnachtswagen dargestellt, wenn sie am langen Halse aufgehängt vorgezeigt
werden. Ob der norddeutsche Ulkbarde, der - wenn im deutschen Fernsehen
Lustigkeit ausbricht - nicht fehlen darf, um eine Polonaise anzuführen, sein
Huhn, das er unter dem Arm trägt, als Fastnachtshuhn erkennt, ist nicht
bekannt.

Aber nicht nur die Fastnachtshühner stehen in Beziehung zu den Eiern, die in
der Fastenzeit anfallen. Die Fastenzeit-Eier gerieren auch nicht bloß zu
Pascheiern, also Schenkeiern, sondern auch zu Pachteiern. Die Pachteier
wurden eingelegt als Soleier oder frischgehalten in Erde unverziert
übergeben. Die Schenkeier wurden, nachdem sie haltbar gemacht waren, mit
unterschiedlichsten Techniken verziert, wobei sich einzelne Regionen durch
spezifische Kunstfertigkeiten auszeichneten. Vielleicht hat sich in dem
schlicht roten Osterei, das in der griechisch-orthodoxen Kirche nach dem
Ostergottesdienst überreicht wird, eine Urform des österlichen Schenk-Eies
erhalten, das heute nicht mehr wegen seines Symbolgehaltes, sondern nur wegen
seiner Form in allen denkbaren Materialien hergestellt und verzehrt wird.
Bemalte Eier haben die Chinesen schon vor 5.000 Jahren zum Frühlingsanfang
verschenkt. Es war für sie ein Symbol der Fruchtbarkeit, ebenso wie für die
Ägypter und die Germanen.

Übersehen wird gerne, dass das Ei auch im Judentum eine symbolische Rolle
spielt. Brezel und Eier stehen sinnbildlich für den zyklischen und
fortdauernden Charakter des Lebens. Eben deshalb werden sie bei
jüdischen 'Trauermahlzeiten serviert. Zum Seder zu Passah wird ein Teller mit
symbolischen Speisen auf den Tisch gestellt: Kräuter, Gemüse, Nüsse, Äpfel,
Geflügelteile und ein hartgekochtes Ei mit Schale. Das Ei ist ein Symbol für
das vorschriftsmäßige Festopfer der Zeit, zu der in Jerusalem der Tempel
stand. Da Ei symbolisiert verhindertes Leben und ist damit Zeichen der
Trauer. Zugleich ist es Symbol des Lebens und der Hoffnung, das lehrt, die
Hoffnung nicht aufzugeben, selbst wenn die Realität der Hoffnung zu
widersprechen scheint. Die runde Form drückt die Hoffnung auf Wiederkehr ins
Leben aus, wünscht, dass das neue Jahr „vollständig“ sei, nicht von einer
Tragödie unterbrochen.

Das Schenken von Eiern zu Ostern durch Christen lässt sich schon in den
ersten christlichen Jahrhunderten in Armenien nachweisen. Hier war das
Osterei kein Frühlingsopfer, diente nicht als Grund- und Bodenzins und war
auch nicht das Ergebnis eines Eierverbotes in der vorösterlichen Fastenzeit.
Die christlichen Ostereier symbolisieren das neue, übernatürliche Leben. In
Österreich war das rote Osterei bis zu Beginn des Ersten Weltkrieges die
Regel. In der Westkirche setzte das Bemalen von Ostereiern im 12./13.
Jahrhundert ein. Neben den roten Eiern traten die Farben grün, blau, gelb,
schwarz auf, aber auch silber und gold. Die Eier waren bald nicht nur
einfarbig, sondern wurden verziert, besprenkelt, ausgekratzt, beschrieben,
beklebt, bemalt, ausgeblasen und gefüllt. Einzelne Landschaften haben
unterschiedlichen Ostereierschmuck hervorgebracht. In Russland taucht man
gekochte Eier in flüssigen Bienenwachs und legt sie dann in Farbbäder. Andere
bemalen die Eier mit flüssigem Wachs und färben sie dann. Mehrere Farbbäder
hintereinander bringen Schattierungen und Muster hervor. „Pysanka“, die
Geschriebene“, wird das mit grafischen Mustern in Batiktechnik kunstvoll
verzierte Osterei in der Ukraine genannt. Die Pysanky werden durch Ornamente
und Figuren mit - früher magischer jetzt - christlicher Bedeutung geschmückt.
In Österreich ist es Brauch, gefärbte Eier mit einer in Salzsäure getauchten
Stahlfeder zu ätzen. Auf diese Weise lässt sich auf den Eiern zeichnen.
Berühmt sind die sorbischen Ostereier, die durch Kratz- und Ätztechniken oder
durch Batik entstehen. In Mittel- und Ostdeutschland werden Binsenmark-Eier
hergestellt, indem an fadendicke Mark der Binsen in Kringeln und Spiralen auf
ausgeblasene Eier klebt. In Mähren stellt man Stroh-Eier her. Durch
Einweichen von Strohhalmen, die man aufschlitzt und zu Bändern bügelt,
gewinnt man das Material, mit dem man di Eier beklebt. Ausgeblasene oder
gekochte Eier werden mit Rechtecken und anderen Mustern beklebt.

Neue Zeiten bringen nicht nur neue Ideen, etwa die, dass man ausgeblasene
Eier auch mit einem elektrischen Zahnbohrer perforieren und anschließend
bemalen kann, sondern auch die alte Idee, dass man Eier nicht nur mit
käuflicher Chemie, sondern mit natürlichen Materialen färben kann.
Naturfarben haben aus ökologischen Gründen wieder Interesse gefunden. Im
17./18. Jahrhundert kamen „reimgefüllte Eier“ in Mode. In ein ausgeblasenes
Ei wurde als Längsachse ein Holzstäbchen durchgesteckt, um das ein
beschriebener Papierstreifen gewickelt war, den man
Obserwuj wątek
    • szwager_z_laband Re: co nom Ramon niy pedziou 11.04.06, 19:51
      Neue Zeiten bringen nicht nur neue Ideen, etwa die, dass man ausgeblasene Eier
      auch mit einem elektrischen Zahnbohrer perforieren und anschließend bemalen
      kann, sondern auch die alte Idee, dass man Eier nicht nur mit käuflicher
      Chemie, sondern mit natürlichen Materialen färben kann. Naturfarben haben aus
      ökologischen Gründen wieder Interesse gefunden. Im 17./18. Jahrhundert
      kamen „reimgefüllte Eier“ in Mode. In ein ausgeblasenes Ei wurde als Längsachse
      ein Holzstäbchen durchgesteckt, um das ein beschriebener Papierstreifen
      gewickelt war, den man herausziehen konnte. Auf ihm steht ein Osterglückwunsch
      oder ein Sinnspruch.

      Hatte man im 18. Jahrhundert noch Ostereierbildchen als Freundschaftssymbole
      untereinander ausgetauscht - kleine Klappbildchen, die, geöffnet, den
      Auferstandenen oder das Lamm Gottes in einem zerbrochenen Ei zeigten -
      entwickelte sich das Osterei in Frankreich auch zur amourösen Kunst: Ludwig XV.
      (1715 - 1774) z. B. beglückte seine Mätresse Madame Dubarry mit einem Osterei,
      das sich öffnen ließ und anzüglich einen Cupido zeigte. Zar Alexander III.
      (1881 - 1894) schließlich steigerte eine in adeligen Kreisen Russlands übliche
      Praxis. Hatte man sich dort untereinander kostbare aus Edelsteinen und
      Porzellan hergestellte Eier, die mit Rubinen und Diamanten besetzt waren,
      verschenkt, engagierte er einen Goldschmied, der variantenreiche, höchst
      bestaunte Spielereien aus kostbarsten Materialien herstellte. Der zum
      Hofjuwelier avancierte Carl Fabergé zauberte en miniature den Landsitz der
      Romanows oder das Reiterstandbild Peter des Großen in ein Ei . Die „imperialen
      Ostereier“, wie man die Fabergé-Eier bald nannte, wurden so berühmt, dass sie
      1900 auf der Weltausstellung in Paris gezeigt wurden. Die Hohenzollern ließen
      sich durch die Fabergé-Eier zu Porzelllaneiern anregen, die - versehen mit
      Porträts Friedrich II. und des Berliner Schlosses - gefüllt mit Weihwasser oder
      Schnaps, verschlossen durch ein Krönchen, verschenkt wurden. Der Sinn dieser
      Geschenke war nicht mehr der österliche Auferstehungsglaube. Pierre de Ronsard
      formuliert ihn in einem seiner Sonetten: „Je vous donne, en donnant un oeuf,
      tout l'univers“ - Ich gebe Ihnen, indem ich Ihnen ein Ei schenke, das ganze
      Universum!

      In der katholischen Kirche kam und kommt mancherorts noch immer das Osterei
      nicht aus dem Hühnernest auf den Frühstückstisch, sondern nimmt seinen Weg
      durch die Kirche. In einem Körbchen („Weihekorb“) werden die geschmückten
      Ostereier und andere Speisen am Ostersonntag zum Hochamt in die Kirche
      getragen, wo nach dem Hochamt die Speisenweihe stattfindet. Die vom Priester
      gesegneten (= geweihten) Speisen, außer Eiern ein Osterfladen, Osterbutter, ein
      Stück Schinken oder Speck, Wurst, Meerrettich und Salz, trägt man nachdem
      österlichen Segen nach Hause. Hier wird der Weihekorbinhalt zum Frühstück
      serviert, denn es besteht der alte (Aber-) Glaube: Geweihtes muss man nüchtern
      essen, damit der Segen wirkt. Anschaulich wirkt hier die uralte Vorschrift vom
      nüchternen Empfang der Eucharistie nach. Von schlitzohrigen Kindern wird
      erzählt, dass sie vor der Speisenweihe die Ostereier an beiden Enden anschlagen
      („anditschen“), „damit die Weihe besser hineingeht“. Im Mittelalter vergrub
      manch einer ein gesegnetes Ei - oder wenigstens seine Schalen - auf dem Acker,
      um auch diesen an dem Segen teilnehmen zu lassen, der sich wiederum bei der
      kommenden Ernte für den Bauern rentierte.

      Unterden Ostereiern galt eines als etwas besonders: das Antlassei.
      Gründonnerstag hieß auch Antlasstag, ein Wort, das von antlâz, Ablass, Nachlass
      von Sündenstrafe, herkommt. Gründonnerstag wurden nämlich früher die
      öffentlichen Büßer, also jene, die öffentlich zu einer Kirchenstrafe verurteilt
      worden waren, wieder in die kirchliche Gemeinschaft aufgenommen. Die an
      Gründonnerstag gelegten Eier hießen entsprechend Antlasseier. Sie galten als
      besonders heilkräftig und wurden für die Eier- und Speisenweihe aufgehoben. Als
      besonders wirkmächtig galten auch die Kräuter, die an Gründonnerstag gesammelt
      wurden. Zusammen mit Blumen wurden sie zum Antlasskranz geflochten. Diesen
      Kranz hub man oft das ganze Jahr über auf und steckte ihn - zusammen mit einem
      Antlass-Ei - in den Erntekranz.

      Die Eier- oder Speisenweihe zu Ostern ist uralt. Im 12. Jahrhundert führte die
      Kirche die feierliche Benedictio ovorum ein. Zur Zeit des Papstes Paul V.
      (1605 - 1621) betete der Priester in der Ostermesse: „Segne, Herr, wir bitten
      dich, diese Eier, die du geschaffen hast, auf dass sie eine bekömmliche Nahrung
      für deine gläubigen Diener werden, die sie in Dankbarkeit und in Erinnerung an
      die Auferstehung des Herrn zu sich nehmen.“ (PEK/MBH)

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