ichklaus
02.11.06, 21:23
podtytul: ### Freistadt Danzig w 20-leciu miedzywojennym ###
ponizej bardzo interesujacy cytat. Osobiscie jestem zdania, ze temat
stosunkow polsko-niemieckich 20-lecia miedzywojennego jest dzisiaj w bardzo
niklym stopniu wykorzystywany we wszelkiego rodzaju analizach historycznych.
Moim zdaniem wydarzenia polityczne wlasnie tego okresu byly decydujace we
wspolnej polsko-niemieckiej historii i ich bilateralna analiza moze znaczaca
poprawic proces proces poprawy stosunkow polsko-niemoieckich.
moze moznaby bylo na tym forum rozpoczac dyskusje na ten temat i wymiane
materialow zrodlowych, niezaleznie w jakim jezyku.
"
Der Zollkonflikt um das deutsche Ausflugsschiff .Adler Dania" in der
vergangenen Woche ist ein Zeichen der Gereiztheit, die das deutsch-polnische
Verhältnis zwar nicht mehr beherrscht, aber immer noch beeinflußt. Die Art
und Weise, wie sie von den Politikern beider Länder behandelt wird, zeigt
aber immerhin, daß Geschichte sich nicht wiederholen muß.
Die drei polnischen Zöllner, die Alkohol und Zigaretten konfiszieren wollten
und daraufhin vom deutschen Kapitän zu einem unfreiwilligen Landgang auf dem
deutschen Teil der Insel Usedom gezwungen wurden, seien eventuell Opfer
eines „Minimal-Kidnapping" geworden, meinte der für Rechtsfragen zuständige
Konsul an der polnischen Botschaft in Berlin. Das klingt beinahe niedlich,
und das war der Vorgang ja auch. Um so mehr, wenn man die aktuelle
Zollbeamten-Affäre mit der vom Sommer 1939 vergleicht. Damals hatte die
Republik Polen die Zahl seiner Zollinspektoren in der Freien Stadt Danzig -
gemäß dem Versailler Vertrag ein deutscher Miniaturstaat, der zollrechtlich
zu Polen gehörte - drastisch heraufgesetzt. In der international aufgeheizten
Atmosphäre wollte Polen seinen Anspruch auf die Hansestadt demonstrieren.
Der Handelsverkehr ins ostpreußische Hinterland des Deutschen Reiches wurde
massiv behindert. Der Danziger Senat übergab am 3. Juni 1939 eine Protestnote
an den polnischen Vertreter in Danzig, Marian Chodacki, die am 10. Juni
zurückgewiesen wurde. Polen argumentierte, die Zahl der Inspektoren sei eher
noch zu niedrig, im Verteidigungsfall sollten sie die Respektierung der
polnischen Zollvorschriften sicherstellen. Indirekt war damit die Zernierung
(Einschließung) bzw. Invasion der Stadt angedroht.
Danzigs Lage war kaum komfortabler als später die Lage West-Berlins. Am 6.
Juni vermeldete der deutsche Botschafter, Hans Adolf von Moltke, wegen des
Danzig-Konflikts herrsche in Polen eine „aufgepeitschte Stimmung", die
allgemeine Entschlossenheit zum Krieg und das „Vertrauen auf (den) Endsieg
der Einkreisungsmächte".
Manche glaubten sogar, die Konstellation für einen Schlag gegen Deutsch¬land
sei günstig, denn die britische Rückendeckung sei nie so stark wie jetzt
gewesen. Hintergrund war eine Londoner Garantieerklärung für Polen, die in
Warschau als Blankoscheck aufgefaßt wurde. Außerdem wußte man durch die
Berichte des polnischen Botschafters in Washington, Graf Jerzy Potocki, daß
es in der US-Führung eine tiefe Abneigung gegen das Deutsche Reich gab.
Am 17. Juli wies Generalkommissar Chodacki den Danziger Senatspräsidenten
daraufhin, daß die „einseitige Rückkehr Danzigs zum Reich für Polen absoluter
Kriegsgrund" sei. Am 22. Juli führte Polen Beschwerde über Behinderungen und
Beleidigungen seiner Zoll¬beamten. Die Ausfuhren einer Danziger
Margarinefabrik, die mehr als zwölf Prozent der Danziger Exporterlöse
erwirtschaftete, wurden blockiert. Der Senat schrieb am 31. Juli in einer
Note, die Zahl der polnischen Zollbeamten sei nicht gerechtfertig, und die
Versuche, ihre Befugnisse auszuweiten, würden nicht mehr anerkannt.
Völkerbundkommissar Carl Jacob Burckhardt versuchte die Situation zu
entspannen. Er bat Chodacki, Polen solle einlenken, sonst würde Danzig
Gegenmaßnahmen ergreifen. Chodacki fragte lächelnd, was Danzig denn schon tun
könne. Burckhardt nannte die Öffnung der- Grenze nach Ostpreußen. Chodacki
sagte nur, das bedeute Krieg.
Am 4. August übergab er eine offizielle Note an den Senat, in der schwere
Vergeltung angekündigt wurde, falls die Anweisung, die Zollbeamten zu
ignorieren, nicht rückgängig gemacht würde. Alle polnischen Beamten würden ab
dem 6. August in Uniform und mit Waffe an allen für notwendig erachteten
Punkten Stellung beziehen. Der Senat wich zurück und sprach von einem
Mißverständnis. Doch der Konflikt schwelte weiter, man weiß, zu welchem Ende.
Eine vergleichbare Zuspitzung ist heute undenkbar. Zbigniew Brzezinski,
Nestor der US-Außenpolitik mit polnischen Wurzeln, mahnte kürzlich die
Regierung in Warschau, die Beziehungen zu Deutschland nicht zu verschlechtern
und dem Irrtum zu unterliegen, die Sympathien der Amerikaner dabei auf ihrer
Seite zu haben. Gewiß sei Polen ein wichtiger Verbündeter für die USA, aber
nur in dem Maße, wie es gute Beziehungen zu Deutschland unterhielte. Denn
Berlin sei für Washington nach wie vor ein Verbündeter der ersten, Polen erst
der dritten Kategorie.
Weder träumen Präsident Lech und Premier Jaroslaw Kaczynski vom Marsch auf
erlin, noch will Kanzlerin Angela Merkel ab 5.45 Uhr zurückschießen. Die CDU-
Chefin hat genug zu tun mit der Gesundheitsreform und demnächst mit der
Präsidentschaft in der Europäischen Union, der inzwischen auch Polen
angehört. Und überhaupt haben die abgekämpften europäischen Nationen in
zwischenstaatlichen Konflikten nur noch die Kraft zur Farce, nicht mehr zur
Tragödie.
"