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Politolog Chalmers Johnson na temat USA -imperium.

IP: *.pool.mediaWays.net 18.02.03, 15:10
Herr Johnson, Sie gelten seit Ihrem Buch "Ein Imperium verfällt" neben dem
ehemaligen amerikanischen Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski als einer
der profiliertesten Theoretiker eines amerikanischen Imperialismus.
Allerdings halten Sie die Übernahme einer imperialen Gesinnung durch Ihre
Landsleute für verhängnisvoll. Doch nach Ihrer Analyse hat dieser Prozeß
bereits begonnen - und zwar nicht erst seit dem 11. September 2001. Welche
Anzeichen sehen Sie dafür?

Johnson: Die USA unterhalten weltweit 725 Militärstützpunkte im Ausland. Wie
würden Sie das nennen, wenn nicht Imperium? Während des Kalten Krieges schien
unsere globale Präsenz noch gerechtfertigt, inzwischen ist die Sowjetunion
zerfallen, das US-Satellitensystem besteht aber immer noch. Daran wird
deutlich, daß es sich in Wirklichkeit nicht um ein Verteidigungssystem
gehandelt hat, statt dessen wird der tatsächliche imperiale Charakter dieser
Konstruktion sichtbar.

Fürsprecher der USA argumentieren, die Vereinigten Staaten stehen als einzige
Supermacht weltweit in der Verantwortung, deshalb müssen sie omnipräsent sein.

Johnson: Denken Sie doch einmal über die Verhältnismäßigkeit nach, die
Deutschen zum Beispiel haben mehr Kontakt mit den US-Truppen als die
Amerikaner selbst. Denn von den 32 Stützpunkten der US-Army in Europa
befinden sich alleine 27 in Deutschland, dazu kommen außerdem zwei
Fliegerhorste. Und das fünfzig Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges! Die
Erfahrung zeigt, haben die USA erst einmal irgendwo Militärstützpunkte
errichtet, geben sie diese nach Möglichkeit nicht mehr auf. Denn es geht in
erster Linie um die Ausweitung der US-Militärpräsenz weltweit. Aber nicht nur
die Anzahl der Stützpunkte verrät die Absicht, sondern oftmals auch ihren
Charakter. So unterhalten wir auf dem Balkan zwei Stützpunkte, die für die
Friedensmission, die Amerika dort zusammen mit den Europäern durchführt,
völlig überdimensioniert sind. Die Frage ist also, zu welchem Zweck betreibt
man diesen Aufwand? Glauben Sie auch nicht, daß die Militärbasen, die nach
dem 11. September 2001 in Usbekistan und Kirgisien - wichtige Positionen an
der Südflanke Rußlands - vermeintlich nur zum Angriff auf Afghanistan bezogen
wurden, nach dem Abschluß der Militäroperation wieder geräumt werden. Ebenso
die Einrichtungen in Afghanistan, deren Nutzung keineswegs darauf beschränkt
ist, den Auftrag in Afghanistan zu erfüllen, sondern die als Ausgangspunkt
für neue Operationen dienen werden.

Der zentrale Begriff Ihrer Theorie ist das Wort "Blowback" - zu
deutsch "Rückstoß, Rückschlag" ,im Sinne von actio und reactio. Es handelt
sich um einen Terminus aus dem CIA-Jargon.

Johnson: Ja, Blowback beschreibt in der Sprache des US-Geheimdienstes die
unbeabsichtigten Konsequenzen geheimer außenpolitischer Maßnahmen der USA.
Denn oftmals handelt es sich bei dem, was die Tagespresse als verwerfliche
Akte von Terroristen, Drogenbossen, verbrecherischer Regime oder illegaler
Waffenhändler darstellt, lediglich um den "Rückstoß" früherer amerikanischer
Geheimdienst-Operationen. Da sie verdeckt durchgeführt wurden, erkennen die
Bürger die Zusammenhänge natürlich nicht und bleiben über den wahren
Charakter dieser Blowbacks, über ihren Zusammenhang mit der US-Außenpolitik,
im unklaren.

Ihr Buch erschien bereits 1999, Kritiker zollen Ihnen heute Respekt, weil
Ihre Theorie auf analytischem Niveau den 11. September im Prinzip
vorausgesagt hat.

Johnson: Der 11. September war ein klarer Blowback, das Problem ist, daß eine
ganze Reihe von Völkern uns Amerikaner von ganzem Herzen hassen, und daß sie
ein Motiv haben, Ungeheuerlichkeiten gegen Amerika zu begehen. Die Regierung
hat uns nie die Gründe der Attentäter von New York für ihren Angriff auf das
Welthandelszentrum genannt. Man hat erklärt, bei diesen Leuten handle es sich
um islamistische Übeltäter. Nach der amerikanischen Logik von Gut und Böse
haben Übeltäter keine Motive, denn ihr Wesen ist es schließlich, Übles zu
tun. Darin erschöpft sich jede Erklärung. Geben Sie sich aber mit solch einer
Darstellung zufrieden? Das sollten Sie nicht, denn die US-Regierung weiß,
warum sie die Darlegung der Motive lieber schuldig bleibt. Die USA dehnen
ihre Macht bis in den letzten Winkel der Erde aus und zwingen entlegenen
Völkern ihr Wirtschaftssystem auf. Wir Amerikaner schaufeln uns unser eigenes
Grab.

Der "Blowback" ist auch Ihr Ansatz zur Erklärung des vermutlich kurz
bevorstehenden Irak-Krieges.

Johnson: Es gibt in der kritischen Debatte in den USA drei
Haupterklärungsmodelle für den bevorstehenden Irak-Krieg. Das erste ist der
Hunger nach dem Öl. Die Verbindungen der Bush-Administration mit den Öl-
Multis ist hinreichend bekannt, und schließlich verfügt der Irak nach Saudi-
Arabien vermutlich über die zweitgrößten Ölvorkommen der Welt. Das zweite
Modell ist die Nahost-Theorie, danach ist der vermutlich kommende Krieg eine
Folge der guten Kontakte, die viele Angehörige der gegenwärtigen US-Regierung
zum rechten Likud-Block im israelischen Parlament haben, der ein Interesse an
einer Konfrontation mit dem Irak hat. Das dritte Modell ist die Innenpolitik-
Theorie, die besagt, der Irak-Krieg sei nur ein außenpolitisches Abenteuer,
mit dem die Regierung von den enormen Problemen zu Hause ablenken will. Ich
halte Bestandteile aller drei Theorien durchaus für zutreffend. Allein diese
Zusammenhänge jeweils zu einer eigenständigen Erklärung zu verdichten, halte
ich für zu gewagt.

Beim Angriff auf den Irak handelt es sich doch nicht um eine Reaktion,
sondern um eine Aktion. Wie erklären Sie diesen Konflikt also nach
dem "Blowback"-Prinzip?

Johnson: Blowback bedeutet mehr als simple actio-reactio. Vor fünfzig Jahren
gab es die erste verdeckte CIA-Operation in der Golfregion, den Sturz des
demokratisch gewählten iranischen Ministerpräsidenten Mohammed Mossadegh
1953. Mossadegh wollte die in der Hand der British Petroleum befindlichen
Ölquellen nationalisieren. Unter Schah Resa Pahlewi wurde statt dessen unter
Ausschaltung der Opposition eine neue, äußerst repressive Regierung
installiert. Der Blowback folgte 1979, als junge fundamentalistische Moslems
unter der Führung Ajatollah Khomeinis das Regime des Schah stürzten.
Ebenfalls 1979 marschierten die Sowjets in Afghanistan ein, woraufhin die USA
mit der Anwerbung islamischer Fundamentalisten als Mudschaheddin-
Freiheitskämpfer in der ganzen Welt begannen. Darunter ein gewisser Osama bin
Laden. Der nächste Blowback war programmiert. Die US-Politik für die Golf-
Region ruhte traditionell auf zwei Säulen: den reaktionären
Marionettenregimes in Saudi-Arabien und im Iran. Als die persische Säule
einstürzte, mußte man sich nach einer Ersatzkonstruktion umsehen, um den
Zugang zu den Ölvorkommen in der Region zu sichern. Da fügte es sich günstig,
daß ebenfalls 1979 der irakische Tyrann Saddam Hussein an die Macht kam, den
die USA in seinem Krieg gegen den Iran mit Waffenlieferung und
Satellitenaufklärung unterstützen. Doch nach Beendigung des 1. Golfkrieges
1988 besann sich der Verbündete der USA auf die traditionelle Haltung eines
jeden irakischen Staatschefs, nämlich, daß es sich bei Kuwait um unerlöstes
irakisches Gebiet handle. Mit der Invasion Kuwaits 1990 schlug die von den
USA betriebene Politik, Saddam gepäppelt zu haben, erneut gegen uns zurück.
Obserwuj wątek
    • Gość: as Re: Politolog Chalmers Johnson na temat USA cd. IP: *.pool.mediaWays.net 18.02.03, 15:17
      Nachdem diese Entwicklung im 2. Golfkrieg 1991 rückgängig gemacht worden war,
      errichteten die USA im Zuge dessen dauerhafte Militärstützpunkte in Saudi-
      Arabien, Bahrain, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Oman und Kuwait
      und lenkten damit den Zorn der Gläubigen und Fundamentalisten auf sich. Und
      nach den Ereignissen vom 11. September läßt sich voraussagen, daß in den
      kommenden Dekaden viele weitere Amerikaner bitter unter dem Blowback-Phänomen
      werden leiden müssen.

      Die "Blowback"-Theorie ist also kein zweidimensionales System, sondern geht vom
      Prinzip des Teufelskreises aus. Das actio-reactio-Prinzip pflanzt sich in einer
      Eskalationsspirale fort. Jeder "Blowback" macht eine erneute Aktion nötig, um
      seine Folgen zu beseitigen, diese führt aber nur zu einem weiteren "Blowback",
      die Situation gerät endgültig außer Kontrolle.

      Johnson: Ja, der Sturz Mossadeghs 1953 hatte in der Region eine Ereigniskette
      in Gang gesetzt, der sich in den kommenden Wochen in Gestalt eines 3.
      Golfkrieges wahrscheinlich ein weiteres Glied anschließen wird.

      Die "Blowback"-Theorie offenbart also, daß es sich beim bevorstehenden Angriff
      auf den Irak nicht um einen "Krieg gegen den Terror" und auch nicht um eine
      Vorbeugemaßnahme gegen die Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen
      handelt?

      Johnson: Genau, sondern um eine folgerichtige Reaktion der USA auf die
      Blowbacks früherer US-Politik in der Region. Es mag aussehen wie der Konflikt
      eines neuen Geschichtsabschnittes, tatsächlich aber folgt es einer inneren
      Logik. Und der Plan zum Krieg war schon vor dem 11. September gefaßt. Es fehlte
      allerdings am Katalysator, um die öffentliche Meinung in den USA und in der
      Welt zu einer Zustimmung zu diesem Plan zu bringen. Der 11. September war
      dieser Katalysator - auf solch einen Angriff hatte man nur gewartet! Das
      Ergebnis des neuerlichen Irak-Krieges wird die Etablierung von US-Stützpunkten
      zwischen Euphrat und Tigris sein. Der Eroberung des Irak wird dann ein Krieg
      gegen den Iran folgen, der die Region ganz und gar unter US-Kontrolle bringen
      soll.

      Das "Blowback"-Prinzip steht auch im Mittelpunkt Ihrer These vom Fall des
      amerikanischen Imperiums.

      Johnson: Auch wenn die Expansion in der Entstehungsphase von Imperien
      vermeintlich der Erreichung gewisser Ziele dient - etwa Saturierung, Sicherung,
      Prävention -, so folgt der Imperialismus tatsächlich doch einem eigenen Gesetz.
      Die Expansion dient nicht - sie ist das Gesetz. Denn das Charakteristikum eines
      Imperiums ist die Ausdehnung an sich. Das Blowback-Prinzip treibt es dabei
      vorwärts. So funktioniert die Herrschaft durch Marionettenstaaten am Golf nach
      der Blowback-Eskalation dort heute nicht mehr, deshalb versuchen die USA
      nunmehr das überholte Herrschaftsprinzip durch direkte Militärpräsenz zu
      ersetzen.

      Was dem Prinzip aber keinen Abbruch tut, sondern im Gegenteil den Teufelskreis
      noch weiter in Schwung bringt.

      Johnson: So ist es, bis die imperiale Macht in einen Zustand der Überdehnung
      gerät und folglich der Verfall beginnt. Die US-Militär-Doktrin besteht heute
      darin, die Entstehung eines Gegners gar nicht mehr zuzulassen. Das ist schon an
      sich eine Definition für imperiale Überdehnung. In den USA diskutieren wir
      derzeit offen, ob wir ein neues Rom sind, doch tatsächlich gleichen wir eher
      einem neuen Napoleon.

      Offen beim Namen genannt wird der Imperialismus erst in Folge des 11.
      September. Wann aber datieren Sie die tatsächliche Entstehung des US-Imperiums?

      Johnson: Die Wurzel des heutigen US-Imperialismus liegt im Zweiten Weltkrieg,
      denn Pearl Harbor beendete den amerikanischen Isolationismus. So wie die
      Sowjetunion erkennen mußte, daß der Kommunismus in Osteuropa nicht durch
      demokratische Wahlen aufgerichtet werden konnte und deshalb ein System von
      Satellitenstaaten etablierte, mußten die USA erkennen, daß die Staaten, die sie
      in Ostasien erobert hatten, zum Beispiel Japan und Südkorea, nicht auf
      demokratischem Wege zu stabilen, amerikafreundlichen Regimes kamen. Deshalb
      errichtete man ebenfalls Satellitenstaaten. Sollten Sie sich über diese
      Feststellung, zumindest was die Erwähnung Japans angeht, wundern, so bedenken
      Sie, daß Japan seit dem Krieg eine Ein-Parteien-Herrschaft hat. Japan ist im
      Grunde genommen nichts anderes, als eine extrem reiche DDR - es ist unser
      Satellit. Unterstrichen wird diese Tatsache dadurch, daß wir dort sage und
      schreibe 91 Militärstützpunkte unterhalten.

      Bereits 1965 zogen die ersten US-Truppen in dem Bewußtsein nach Vietnam,
      die "neuen Römer" zu sein, wie ein Veteran berichtete. Hat aber die Vietnam-
      Erfahrung die USA nicht davon "geheilt"?

      Johnson: Aus Vietnam zog zwar die Mehrheit des Volkes den Schluß, sich in
      Zukunft mit Interventionen zurückzuhalten, doch es täuscht, wenn man das für
      die entscheidende Lehre in Amerika hält. Große Teile der Elite zogen genau den
      umgekehrten Schluß, nämlich daß wir den Krieg hätten gewinnen sollen und dies
      deshalb mißlang, weil wir nicht stark und entschlossen genug waren. Das sollte
      in Zukunft anders werden. Und der 2. Golfkrieg bot die Möglichkeit, dem Volk zu
      beweisen, daß die Planer ihre Lektionen gelernt hatten und Amerika durchaus
      wieder Krieg führen konnte. Damit war jenes Hindernis aus dem Weg geräumt, das
      seit Vietnam eine amerikanische Expansion behindert hatte.

      Der Nahostexperte Peter Scholl-Latour sagte in einem Interview dieser Zeitung,
      zwar halte er die Strategie der USA für verfehlt, allerdings solle man
      sich "nicht zu einem einfältigen Anti-Imperialismus verleiten lassen. Imperien
      können notwendig sein, um Ordnung zu stiften."

      Johnson: Scholl-Latour irrt, denn er läßt außer acht, daß ein Imperium
      notwendigerweise Militär zur Stabilisierung und Expansion benötigt. Da das
      Imperium wächst, wächst auch das Militär. Es beginnt also ein Prozeß der
      Militarisierung, der nicht nur an den Grenzen, sondern natürlich auch in der
      Heimat stattfindet. Das heißt, der imperiale Militarismus wird Amerika
      verändern: Das Amerika der Zivilität, der Freiheit und Bürgerrechte wird
      verlorengehen. Und auch hier wirkt das Blowback-Prinzip, da die Reaktion auf
      einen Blowback nicht nur eine äußere ist, sondern ebenso, im Namen der inneren
      Sicherheit, auch zu Einschränkungen an Bürgerrechten und zur Verschärfung der
      Atmosphäre im Land führen kann. Die Amerikaner werden also selbst ihr Land
      verlieren. Denn blicken Sie in die Geschichte: Die Entwicklung von der
      Römischen Republik zum Römischen Reich - ein über einhundert Jahre dauernder
      Prozeß - war die Entwicklung von einem funktionierenden römischen Senat hin zu
      einer Diktatur, denn das Imperium Romanum war eine Militärdiktatur! Wir wissen
      nicht, wie die Entwicklung in den USA vonstatten gehen wird, aber die
      Entstehung einer Diktatur ist eine realistische Gefahr, und sogar das Entstehen
      einer Art faschistischen Systems kann nicht ausgeschlossen werden.

      Wie weit ist dieser Prozeß derzeit fortgeschritten?

      Johnson: Unsere Streitkräfte haben inzwischen eine Art Autonomie erlangt. Sie
      sind nicht mehr Instrument der Regierung, sondern haben eine Art politisches
      Eigenleben entwickelt. Denn sie sind eben der Garant des Imperialismus. Im
      Ausland sind die US-Truppen dabei noch unabhängiger als hier und Sie sollten in
      Deutschland lieber darauf achten, was der amerikanische Oberkommandierende für
      Deutschland und Europa General B.B. Bell in seinem Hauptquartier in Heidelberg
      meint, als auf das, was der US-Botschafter - wer auch immer das gerade sein
      mag - in Berlin zu sagen hat. Und was glauben Sie, wie das erst in Ländern wie
      Südkorea ist! Das State-Department, also das US-Außenministerium, hat im Laufe
      der Zeit enorm an Bedeutung verloren, gleichzeitig vollzog sich aber der
      Aufstieg des Pentagon, also des Verteidigungsministeriums.
      • Gość: as Re: Politolog Chalmers Johnson na temat USA cd. IP: *.pool.mediaWays.net 18.02.03, 15:21
        Das heute allerdings nicht mehr viel mit Verteidigung zu tun hat, sondern zu
        einer Art Nebenregierung geworden ist. Leider beherzigen die Amerikaner nicht
        die klassischen Warnungen etwa George Washingtons oder Dwight D. Eisenhowers:
        Ein zu großes stehendes Heer gefährdet die Demokratie.

        Welche Rolle spielen die US-Geheimdienste, erleben auch sie einen die
        Verfassung gefährdenden Aufstieg?

        Johnson: Unsere Geheimdienste sind heute keine Geheimdienste im eigentlichen
        Sinne mehr, die klassische Spionage-Abwehr und Aufklärung betreiben sollen.
        Statt dessen ist ihre Hauptbetätigung inzwischen die Durchführung verdeckter
        Operationen geworden. Damit stellt die CIA quasi eine Art Privat-Armee des
        Präsidenten dar.

        Wer für die Ordnungsmacht von Imperien plädiert, scheint auch das für sie
        typische kriegerische Ausfransen der Peripherie zu übersehen?

        Johnson: Ja, so brachte zum Beispiel die imperiale Politik der USA in den
        achtziger Jahren Lateinamerika seine schlimmste Dekade seit der spanischen
        Eroberung - blutig und desaströs. Oder denken Sie an den Afghanistan-Krieg, den
        die USA immer wieder angeheizt haben, und nach dem Rückzug der Sowjets haben
        wir das Land einem vernichtenden Bürgerkrieg überlassen. Und auch die
        anstehende Operation gegen den Irak wird zahlreiche Unschuldige das Leben
        kosten.

        Welche Rolle spielt die Ausbreitung des US-Wirtschaftssystems und des "american
        way of live" als dessen Vorraussetzung für das amerikanische Imperium?

        Johnson: Das US-Wirtschaftssystem spielt eine entscheidende Rolle im imperialen
        System der USA, denn die alte Trennung von Wirtschaft und Politik existiert
        heute nicht mehr. Dabei ist Globalisierung der entscheidende ideologische
        Begriff. Denn in Wirklichkeit bedeutet Globalisierung nichts anderes als
        Amerikanisierung. Man will verschleiern, daß die Völker Opfer des
        amerikanischen Imperialismus werden und macht ihnen weis, es handle sich um
        einen unvermeidlichen wirtschaftlichen Prozeß, der durch den Fortschritt
        herbeigeführt werde und an dem sie durch Anpassung teilhaben könnten.
        Tatsächlich aber ist es unmöglich teilzuhaben, ohne Bestandteil des
        amerikanischen Imperiums zu werden. Globalisierung spiegelt eine Fassade
        internationalen Rechts vor, an das sich die USA selbst nicht halten, wenn es
        ihren Interessen widerspricht.

        Die Deutschen fühlen sich dagegen augenscheinlich recht wohl im US-Imperium.

        Johnson: Ja, solange es nicht von einem Blowback getroffen wird, was wohl über
        kurz oder lang passieren wird. Denn mit dem Hegemon geraten auch seine treuen
        Bundesgenossen ins Visier asymmetrischer Kriegführung, also der terroristischen
        Reaktion. An sich aber hat Deutschland den Vorteil, stabil, demokratisch und
        amerikafreundlich zu sein. Wir unterhalten zahlreiche Stützpunkte in
        Deutschland, darunter den Fliegerhorst Ramstein, den größten amerikanischen
        Luftwaffenstützpunkt außerhalb der USA - und das, ohne daß sich die Deutschen
        in das was dort geschieht einmischen können. Wäre die Situation in Deutschland
        nicht so US-freundlich, sähe die Einmischung in die Angelegenheiten Ihres
        Landes wohl ganz anders aus. Denken Sie zum Beispiel nur an Italien.

        Dort manipulierte die CIA über Jahrzehnte völkerrechtswidrig die inneren
        Verhältnisse und baute sogar ein eigenes Terrornetzwerk auf - "Gladio" genannt -
        , das bei Bedarf hätte putschen sollen, um eine repressive rechtsradikale,
        aber amerikafreundliche Diktatur zu etablieren.

        Johnson: So ist es, treue Staaten wie Deutschland oder auch Japan werden von
        den USA durchaus auch gut behandelt. Denn der amerikanische Imperialismus kennt
        nicht nur die Sprache des Militarismus, sondern er beherrscht auch die Kunst
        der Bestechung.

        Also ist das deutsche Wohlverhalten eine Angelegenheit der Rückgratlosigkeit?

        Johnson: Die USA behandeln Deutschland gut, aber sie nehmen ihr Land nicht
        ernst. Deshalb haben die völlig überraschenden Aussagen von Bundeskanzler
        Schröder hier auch solchen Aufruhr verursacht. Die Franzosen reden ja immer so
        und lassen dem dann nie Taten folgen, aber wenn plötzlich die Deutschen so
        reden!? Und das, wo sie sich doch nach dem Zweiten Weltkrieg als die am
        leichtesten korrumpierbare Nation der Welt erwiesen haben.

        Was würde passieren, wenn Deutschland das amerikanische Imperium verlassen, aus
        der Nato austreten, die US-Truppen freundlich nach Hause bitten und sich
        künftig als freundlich neutral gegenüber jedermann erklären würden?

        Johnson: Wir würden einen gewaltigen Schritt hin zu einer friedlicheren Welt
        machen. Denn Deutschland ist immerhin die einzige bedeutende Nation der Welt,
        die es gewagt hat den Irak-Krieg als das zu bezeichnen, was er ist, ein -
        imperialistisches - Abenteuer.

        Würden die USA in Deutschland einmarschieren oder uns gehen lassen?

        Johnson: Sie würden alles in ihrer Macht stehende tun, um Deutschland zu
        unterwandern. Und verlassen sie sich drauf, darin sind die USA wirklich gut.
        Aber, obwohl ich zu Anfang sehr hoffnungsfroh war, habe ich die Befürchtung,
        Gerhard Schröders Anti-Kriegs-Kurs war nur ein Wahlkampftrick.

        Das steht zu befürchten.

        Johnson: Man kann nur hoffen, daß dann die politische Klasse in Deutschland mit
        ihrem Kurswechsel angesichts der Wahlversprechen in der Öffentlichkeit nicht
        durchkommt. Denn das Haupthindernis für die Pläne der US-Regierung ist derzeit
        der wachsende Widerstand in der Öffentlichkeit.

        Wie wird der Untergang des amerikanischen Imperiums aussehen?

        Johnson: Krisen im Mutterland, Aufstände an den Rändern - die Blowbacks nehmen
        zu -, die allerdings nicht unbedingt erfolgreich sein werden. Es wird die
        innere Schwäche sein, an dem das Imperium zerbricht, ebenso wie Ende der
        achtziger Jahre die Sowjetunion.

        Der amerikanische ultrakonservative Politiker Pat Buchanan, dessen Credo
        bezüglich des US-Selbstverständnises "Eine Republik, kein Imperium!" lautet,
        hat im Interview mit dieser Zeitung einen "Aufstand der Patrioten" eines jeden
        Landes - auch die Patrioten Europas und Amerikas - gegen die unilaterale Macht,
        die versucht, die Welt zu dominieren, prophezeit. Stimmen Sie dem zu?

        Johnson: Auf jeden Fall. Man kooperiert mit den USA, weil man dazu gezwungen
        ist, nicht, weil man will. Die Implosion beginnt, wenn das schwächste Glied der
        Kette, die das Imperium zusammenhält, reißt, das könnte zum Beispiel die
        Wirtschaft sein. Die Völker aber werden Rache nehmen, wenn sie die Schwäche des
        Hegemon wittern. Ich sage ihnen aber, wenn islamischer Fundamentalismus eine
        Gefahr darstellt, dann ist der christliche Fundamentalismus eine viel größere
        Bedrohung.

        Sie spielen auf Buchanans Warnung vor dem Islam in seinem Buch "Der Tod des
        Westens" an?

        Johnson: Ich bedauere das sagen zu müssen, aber ich halte Pat Buchanan für
        einen typischen amerikanisch-irischen Rassisten. Und bin extrem mißtrauisch
        gegenüber seiner Einstellung gegenüber Einwanderern ebenso wie gegenüber
        seinem - wie ich es nennen möchte - christlichen Fundamentalismus.

        Allerdings kämpft er gegen den amerikanischen Imperialismus, ganz im Gegensatz
        zu zahlreichen Liberalen, die ihn geradezu propagieren.

        Johnson: Da begrüße ich Buchanans Engagement auch, aber ich halte die
        grundsätzliche Haltung, die er und seine Anhänger einnehmen, genau für die
        Haltung, die den amerikanischen Imperialismus verursacht haben.

        Herr Johnson, sind Sie ein Patriot?

        Johnson: Aber natürlich.

        Warum?

        Johnson: Nun, vielleicht habe ich kein Sternenbanner am Auto, aber ich fühle
        mich verantwortlich für mein Land.



        Chalmers Johnson gilt als einer der profundesten Analytiker und exponiertesten
        Kritiker des wachsenden amerikanischen Imperialismus.

        • Gość: as Najemnicy Pentagonu. IP: *.pool.mediaWays.net 18.02.03, 17:45
          Die US-Armee kann Kriege nicht allein führen, sie braucht Hilfe von privaten
          Sub-Unternehmern. Der Markt dieser modernen Söldner wächst. Sie arbeiten in
          fast jedem Bereich und werden kaum kontrolliert.

          Früher hießen sie schlicht Söldner. Heute nennen sich Unternehmen, die jeden,
          der es wünscht, mit Militärtechnik und -logistik unterstützen, private
          militärische Dienstleister. Ohne solche Unternehmen wäre das Pentagon kaum noch
          in der Lage, einen Krieg zu führen.
          Laut einer Analyse der ŤNew York Timesť war während des Golfkriegs 1991 einer
          von 50 amerikanischen Männern auf dem Schlachtfeld ein angemieteter Zivilist.
          Bei der UN-Friedensmission in Bosnien 1996 hatte die amerikanische Armee
          bereits zehn Prozent zivile militärische Berater, Wartungsmechaniker oder
          Computer-Techniker in ihren Reihen.

          Die ŤTimesť zitiert John Hamre, der während der Clinton-Regierung
          stellvertretender Verteidigungsminister war, mit den Worten: ŤWerden es in der
          Zukunft mehr von ihnen sein? Ja, und sie werden nicht die Suppenküchen
          betreiben.ť

          Eine der erfolgreichsten Firmen dieser Art ist DynCorp. Aus dem
          Luftfrachtunternehmen, das einige ehemalige Air Force-Piloten nach dem Zweiten
          Weltkrieg gründeten, ist ein Konzern geworden, der Sicherheit inzwischen sogar
          an die Armee und das Verteidigungsministerium verkauft.

          Bomben und Computer für die Armee

          Während des Koreakrieges flog die Firma Material für die Armee nach Übersee,
          inzwischen wartet DynCorp Kampfflugzeuge, bewacht den afghanischen Präsidenten
          Hamid Karsai oder entwickelt möglichst realistische Schieß-Übungen für
          amerikanische Soldaten in Kuwait. DynCorp betreibt die Kontrollposten an der
          Grenze zwischen und den USA und Mexiko oder flog Überwachungs-Einsätze über den
          Drogen-Feldern von Kolumbien. Der Firma gehören mehrere Waffen-Testgelände des
          Pentagon, darunter das Raketen-Testgelände ŤWhite Sandsť, DynCorp-Leute
          betankten und bewaffneten im Golfkrieg die Kampfhubschrauber der Armee und sie
          warten die Air Force One des Präsidenten und sämtliche anderen Flugzeuge und
          Helikopter, die er benutzt.

          Doch ist dies nur die Hälfte der Einnahmequellen. DynCorp hat auch eine gut
          ausgebaute Computer-Abteilung, die für das FBI, die amerikanischen Botschaften
          in aller Welt oder das Justizministerium arbeitet. DynCorp stellt außerdem
          sämtliche Pocken- und Anthrax-Impfstoffe her, mit denen Amerikaner geimpft
          werden sollen.

          ŤDynCorp repräsentiert nicht weniger als die Zukunft der nationalen
          Sicherheitť, schreibt das Magazin ŤWiredť. Es biete der Armee eine ŤAlternative
          zu sich selbstť.

          100 Milliarden Dollar

          Und der Markt wächst. Konkrete Zahlen gibt es nicht, doch Schätzungen gehen
          davon aus, dass er weltweit 100 Milliarden Dollar wert ist. Nicht erst seit dem
          11. September 2001 gibt es in den USA einen starken Trend, Ťpraktisch jeden
          Aspekt der nationalen Sicherheit zu privatisierenť, so ŤWiredť. Bereits die
          Reagan-Regierung erlies eine entsprechende Direktive, die Ausdehnung von
          Sicherheitskontrollen und Überwachungen in den USA im vergangenen Jahr haben
          diese Entwicklung noch verstärkt.

          Gleichzeitig sinkt seit Jahren die Größe der amerikanischen Armee. 1991 hatte
          die US Army noch 780.000 Mann unter Waffen, heute sind es noch 480.000, die für
          die weltweit verteilten Aufgaben zur Verfügung stehen.

          Die Hälfte aller verteidigungsrelevanten Jobs werden inzwischen von privaten
          Firmen erledigt, glaubt ŤWiredť.

          35 solcher Firmen arbeiten in den USA, sie heißen Kellogg Brown & Root,
          Vinnell, ICI of Oregon oder MPRI. Letztere gilt als das bekannteste Unternehmen
          der Branche und wirbt damit, Ťdass es mehr Generäle pro Quadratmeter hat als
          das Pentagonť.

          Schmutzige Jobs

          Die Mitarbeiter dieser Firmen tragen keine Uniformen und sie müssen nicht auf
          politische Empfindlichkeiten Rücksicht nehmen, ein enormer Vorteil: ŤPrivate
          Dienstleister gehen dorthin, wo das Pentagon lieber nicht gesehen werden
          möchteť, schreibt die ŤNew York Timesť. Sie seien, so Beobachter, wie ein
          Bruder im Schatten, der für das Pentagon Dreckarbeit erledigt.

          Außerdem sind sie auch noch schneller und flexibler als die Armee. ŤWir können
          innerhalb von 24 Stunden 20 kompetente Leute an der serbischen Grenze habenť,
          sagt der Sprecher von MPRI, ein General und ehemaliger Chef des militärischen
          Geheimdienstes DIA, Harry Soyster, der NYT. ŤDie Army kann das nicht.
          Auftragnehmer (Contractors) schon.ť

          Keine Kontrolle

          Doch schafft die Beschäftigung solcher Firmen auch erhebliche Probleme, wie
          Kritiker sagen. Zum Beispiel der ehemalige Colonel David Hackworth, einer der
          am höchsten dekorierten amerikanischen Soldaten: ŤDiese neuen Söldner arbeiten
          für das Verteidigungs- und das Außenministerium und der Kongress schaut in eine
          andere Richtungť, sagte er gegenüber der ŤNew York Timesť. ŤDer amerikanische
          Steuerzahler finanziert unsere eigene Söldnerarmee, die missachtet, was unsere
          Gründungsväter sagten.ť

          ŤIch glaube, dass der Einsatz von mit Steuergeldern bezahlten Privat-Armeen in
          Kolumbien und in der Anden-Region eine verfehlte Politik und ein Desaster istť,
          sagte die damalige Kongress-Abgeordnete Jan Schakowsky im Jahr 2001. ŤMit der
          Billigung unseres Außenministeriums und anderer Behörden operieren private
          Dienstleister der Armee ohne Transparenz und ohne den amerikanischen Menschen
          Rechenschaft schuldig zu sein.ť

          Keinen Staub aufwirbeln

          Zum Beispiel können die Firmen der Armee diskret dabei helfen, vom Kongress
          festgelegte Grenzen zu umgehen. In Bosnien waren maximal 20.000 US-Soldaten
          stationiert, wie es der Kongress vorgeschrieben hatte. Gleichzeitig hatte die
          Armee dort aber auch 2000 private Leute unter Vertrag.

          1994 zum Beispiel löste das Pentagon ein Problem in Kroatien mit Hilfe von
          MPRI. Ein UN-Embargo verbot seit 1991 den Verkauf von Waffen an Kriegsparteien
          auf dem Balkan und auch jede militärische Unterstützung dieser Länder. Um den
          Kroaten, deren Armee als schwach und schlecht ausgebildet galt, welche die USA
          aber als wichtig für die regionale Stabilität erachteten, trotzdem zu helfen,
          empfahl das Pentagon dem kroatischen Verteidigungsminister, doch MPRI zu
          engagieren. Er tat es und ließ die Armee von den Beratern ausbilden. Ein Jahr
          später startete sie ein blutige Offensive gegen die Serben, mehrere beteiligte
          Offiziere sind deswegen vor dem Haager Kriegsverbrecher-Tribunal angeklagt.

          Die Berrater erregen dagegen im Zweifel kaum Aufmerksamkeit. Weder wenn sie
          anrücken, noch wenn sie sterben. Und auch nicht, wenn sie Schwierigkeiten
          machen: In Bosnien hielten sich Mitarbeiter von DynCorp minderjährige Mädchen
          als Sexsklaven, handelten mit Prostituierten und filmten eine Vergewaltigung.
          Da sie keine Soldaten waren, wurden sie von keinem Militärgericht bestraft und
          auch nicht von der zivilen Justiz belangt. Die Firma entließ sie und schickte
          sie nach Hause. Genau wie diejenigen, welche die kriminellen Geschäfte an die
          Öffentlichkeit gebracht hatten.

          Einer der ŤVerräterť, Ben Johnston, sagte vor einem Kongress-Ausschuss im Jahr
          2001 aus: ŤDynCorp-Mitarbeiter lebten ohne Kontrolle und sie besaßen diese
          Kinder und diese Frauen und diese Mädchen als Sklaven. Das lässt alle
          Amerikaner übel aussehen. Ich glaube, das DynCorp der schlechteste Diplomat
          ist, den unser Land nach Übersee schicken kann.ť
          • Gość: as Re: Polnocna Korea. IP: *.pppool.de 26.02.03, 19:00
            Nordkoreas Vorbereitungen auf einen Krieg

            26. Februar 2003 Nordkorea hat seine Streitkräfte und Bevölkerung aufgefordert,
            sich auf einen Krieg gegen die Vereinigten Staaten einzustellen. Das geht aus
            einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA hervor, die am Mittwoch von
            der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert wurde.

            Darin werde eine Erklärung des Außenministeriums zitiert, derzufolge die
            Amerikaner jederzeit mit einem Angriff beginnen könnten. Hintergrund sind
            offenbar die gemeinsamen amerikanisch-südkoreanischen Manöver im März, die von
            Nordkorea jedes Jahr kritisiert werden. �Die Vereinigten Staaten können
            jederzeit einen Präventivschlag gegen uns führen�, zitiert Yonhap die amtliche
            nordkoreanische Mitteilung. �Das erfordert, dass unsere Streitkräfte und unsere
            Bevölkerung alle unsere Mittel mobilisieren, um auf alle Eventualitäten
            vorbereitet zu sein.�

            Die Vereinigten Staaten haben wiederholt erklärt, dass sie keinen Angriff auf
            Nordkorea planten und die Krise um das im Oktober bekannt gewordene
            Atomwaffenprogramm Pjöngjangs diplomatisch lösen wollten. Die Erklärung des
            nordkoreanischen Außenministeriums kam wenige Stunden nach der Vereidigung des
            neuen südkoreanischen Präsidenten Roh Moo Hyun.

            In seiner Antrittsrede hatte Roh Pjöngjang aufgefordert, sein
            Atomwaffenprogramm aufzugeben. Dann werde dem Not leidenden Land von der
            internationalen Gemeinschaft beim Wiederaufbau seiner Wirtschaft geholfen. Die
            nordkoreanischen Streitkräfte befinden sich zurzeit inmitten eines
            Wintermanövers. Dabei feuerten sie kurz vor der Vereidigung Rohs eine Anti-
            Schiff-Rakete im Japanischen Meer ab, was auch als Verschärfung der seit
            Oktober andauernden Spannungen gewertet wurde.

            Während der Atomkrise vor zehn Jahren hatte Nordkorea seine 1,1 Millionen
            Soldaten in Kriegsbereitschaft versetzt. Die amerikanischen Streitkräfte in
            Südkorea hatten die jährlich stattfindenden Manöver mit südkoreanischen Truppen
            im vergangenen Monat angekündigt und ihren defensiven Charakter betont.

            AP
            • Gość: as Re: Polnocna Korea.Manewry. IP: *.pppool.de 28.02.03, 22:06
              Gemeinsames Manöver der USA und Südkoreas

              von

              Südkorea und die USA haben am Donnerstag mit einem gemeinsamen Manöver
              begonnen. An der Militärübung, die sieben Tage dauern soll, nehmen neben
              650.000 südkoreanischen Soldaten auch die meisten der in Südkorea stationierten
              37.000 US-Soldaten sowie 10 000 Soldaten eines der 7 US-Flotte unterstehenden
              Flugzeugträgers aus Japan, Guam und den USA selbst teil.
              Es ist das größte gemeinsame Manöver beider Länder seit Ende des Korea-Krieges
              in der 50er Jahren.

              Es ist offensichtlich, dass sich die Stoßrichtung des Manövers gegen Nordkorea
              wendet, weshalb es von der nordkoreanischen Seite scharf kritisiert wird.

              Ein Sprecher des nordkoreanischen Außenministeriums sagte, US-Präsident George
              W. Bush habe Nordkorea vor kurzem einer „Achse des Bösen“ zugeordnet, die US-
              Regierung habe Nordkorea zudem als Atom-Angriffsziel festgelegt.

              Wenn die USA unter diesen Umständen in Südkorea das größte Manöver der
              Geschichte starten, werde dies von Nordkorea selbstverständlich aufmerksam
              verfolgt. Die Lage auf der koreanischen Halbinsel sei sehr kritisch und „beim
              ersten Anstoß drohe der sofortige Ausbruch eines Krieges“.

              Die jüngsten Entwicklungen zeigten, dass die von der Bush-Regierung angestrebte
              Wiederaufnahme des Dialogs mit Nordkorea nur ein Deckmantel sei, unter dem die
              USA ihre Kriegsintrigen verstecken wollten, so der nordkoreanische Sprecher.

              Er fügte hinzu, sein Land hoffe, dass es nicht zu einem Krieg kommen werde.
              Allerdings werde sein Land einem aufgezwungenen Krieg auch nicht ausweichen.
              Armee und Bevölkerung Nordkoreas reagierten mit einer Kriegsmobilmachung auf
              die aktuelle kritische Lage.

              Ein Sprecher der Nordkoreanischen Kommission für friedliche Wiedervereinigung
              des Vaterlandes erklärte, der Umfang dieses gemeinsamen Manövers der USA und
              Südkoreas überlagere eindeutig dessen „Kooperationsgeist“.

              Zudem seien die Manöver, die sonst immer südlich von Seoul stattfanden, dieses
              Mal an die nordkoreanische Grenze verlegt worden.

              Dies könne die Situation auf der koreanischen Halbinsel zurückwerfen auf den
              Stand der Dinge vor dem Gemeinsamen Nord-Süd-Kommunique im Jahre 2000. Der
              Sprecher forderte die USA und Südkorea auf, das Manöver abzubrechen.

              In den letzten Tagen hatten auch mehrere nordkoreanische Massenorganisationen
              die gemeinsame Militärübung kritisiert.


              Während sich die politische Struktur der Welt nach Ende des kalten Krieges
              verändert hat, beherrscht dessen Geist weiterhin die koreanische Halbinsel:
              Nord- und Südkorea befinden sich permanent im Kriegszustand .

              Mit dieser Begründung wird auch die Stationierung von US-Soldaten in Südkorea
              gerechtfertigt, gleiches gilt für die alljährlichen Manöver.

              Trotz der Widerstände sowohl Nordkoreas als auch der südkoreanischen
              Bevölkerung sind die USA weiterhin entschlossen, Südkorea in ihr
              Raketenabwehrsystem TMD einzubeziehen.

              Die Beziehungen zwischen den USA und Nordkorea, die während der Clinton-
              Regierung verbessert wurden, stehen wegen der harten Nordkorea-Politik der Bush-
              Regierung still, bzw. entwickeln sich rückläufig.

              Obgleich George W. Bush kürzlich in Südkorea äußerte, dass sein Land Nordkorea
              nicht angreifen werde, und obwohl noch immer Arbeitskontakte zwischen beiden
              Ländern bestehen, deutet nichts darauf hin, dass sich die Beziehungen
              grundlegend verbessern könnten.

              Zugleich steht es auch um die Chancen für Frieden und Stabilität auf der
              koreanischen Halbinsel nicht zum Besten, solange die USA von ihrer feindlichen
              Haltung gegenüber Nordkorea nicht abgehen und solange die in Südkorea
              stationierten US-Soldaten ihre provokanten Aktivitäten fortsetzen.






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Nakarm Pajacyka