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Die Hölle von Lamsdorf

19.11.06, 21:55
Die Hölle von Lamsdorf



Wir veröffentlichen dieses - im ungekürzten Original noch viel grauenhaftere -
Dokument aus der polnischen Hölle, weil wir der Meinung sind, dass die, von
den gleichgeschalteten Medien, beeinflusste, Öffentlichkeit, überhaupt keine
Ahnung hat, welche unglaublichen Verbrechen die tschechischen und polnischen
und russischen Verantwortlichen an der hilflosen deutschen Zivilbevölkerung
nach Kriegsende begangen haben. Untaten, die heute aber von den deutschen
Politikern und Medienvertretern im Zuge eine völlig einseitigen "Versöhnung"
ohne "Wenn und Aber" totgeschwiegen und für nicht existent erklärt werden.

UND: Nicht wir Deutschen, sondern ein Pole schreibt über das größte - nach
1945 - polnische Konzentrations-Lager in Lamsdorf für Deutsche. Wie man sieht,
gibt es in jedem Land Menschen, die den Mut aufbringen und das Risiko auf sich
nehmen, für die Wahrheit einzutreten, gegen den bestimmenden Zeitgeist. Die
Zeitschrift "ZIy" (Böse) war herausgegeben durch Herrn Jerzy Urban, früherer
Presse-Sprecher der VRP, und verantwortlicher Redakteur war seine Frau. Vor
paar Wochen wurde die Zeitschrift durch Warschau praktisch verboten. Der Autor
des Interviews mit dem Stellvertreter des Kommandanten von Lamsdorf, Ignac
SzypuIa, ist der bekannte Schriftsteller Janusz Rudnicki. Der Kommandant von
Lamsdorf, Czeslaw Geborski, wohnt in der Nähe der Staatsanwaltschaft in
Kattowitz und bleibt weiterhin unbehelligt von Justitia. Wie lange wird sich
die Regierung in Warschau mit dem EU-Beitritt befassen, ohne Stellung zu
beziehen gegenüber solch einem ungeheuerlichen Verbrechen? (Inzwischen wurde
Anklage erhoben… Siehe die entsprechende Presseerklärung des BDV)


www.deutsche-zeitung.net/serif/page21.html
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    • oppelner_os Re: Die Hölle von Lamsdorf 19.11.06, 22:02
      Dalem ten watek na opolskie forum.
      Niech Poloki ucza sie swojej historii na nowo.
      • dede99 Re: Die Hölle von Lamsdorf 19.11.06, 22:34
        czlowiek-czlowiekowi zgotowal ten los;((((

        oppelner,dales ten watek po Polsku czy Niemiecku???
        • oppelner_os Re: Die Hölle von Lamsdorf 19.11.06, 22:47
          Dalem go po niemiecku:) Niech sie Poloki ucza jezykow:))))
          • cirano Re: Die Hölle von Lamsdorf 20.11.06, 13:40
            Wontek, boja sie hybiony.
            Niy wierza, że Poloki chcom ta Geschichta poznawać, a jeszcze gorzij po
            Niymiecku na niyftore prowdy som uoni pieronym immun
            • ballest Re: Die Hölle von Lamsdorf 20.11.06, 14:25
              No, to uech je richtig ciekawy, czy se jakis Polok uodezwie?
              • hanys_hans Re: Die Hölle von Lamsdorf 20.11.06, 17:37
                In einer Webseite aus Norwegen - www.deutsche-zeitung.com - wurde dieses, im
                ungekürzten Original noch viel grauenhaftere Dokument, aus der polnischen Hölle
                veröffentlicht:

                Der Autor des Interviews mit dem Stellvertreter des Kommandanten von Lamsdorf,
                Ignac SzypuIa, ist der bekannte Schriftsteller Janusz Rudnicki. Der Kommandant
                von Lamsdorf, Czeslaw Geborski, wohnt in der Nähe der Staatsanwaltschaft in
                Kattowitz und bleibt weiterhin unbehelligt von Justitia.

                Auszug aus der Henker von Lamsdorf, Ignacy Szypula, berichtet:

                “.... ich lebe noch. Aber kann sterben. Ich gehe zu Ende wie dieses Jahrhundert,
                Jahrhundert des Teufels, jeder muß mir Recht geben. -

                Nicht mehr lange gehe ich dort, wo ich selbst geschickt habe.

                Wie viele? In Deutschland leben noch ein paar, die scheißen weich, wenn sie
                meinen Namen hören, reicht es?

                Ich heiße Ignac Sz. (Szypula), im Lager bekannt als "pan Ignac" (Herr Ignac). In
                unserem Lager, für sie (die Deutschen).

                Tod für Tod. Dachten, daß was, daß sie ein Patent haben zum Töten? Wer sollte
                Gerechtigkeit ausüben, die Geschichte? Und warum nicht ich, ein Pole? Mit Namen
                Ignac, Nachname Sz.?

                Sofort, auf der Stelle und von der Hand.

                Den Verstand habe ich nicht löffelweise gegessen, aber das Hirn habe ich anderen
                befohlen zu essen, direkt von der Erde, reicht es?

                Ich beginne von Anfang.

                Man sagte mir kurz, "du wirst im Lager arbeiten." Sie gaben keine Richtlinie.
                Sie sagten, du kennst deutsche Lager, selbst hast du gesessen, dein Chef G.
                auch, da wißt ihr ja. Gut.

                Zuerst mußte man kraft des Abschnittes XIII des Potsdamer Vertrages das Gesindel
                zusammenklauben. Dreieinhalb Millionen dieses haben wir nach Deutschland
                ausgesiedelt. Verifiziert, ausgesiedelt und umgesiedelt. Alles, was deutsch,
                nach Deutschland! Und da schnell!

                Im Juli 1945 lagerten am Bahnhof in Oppeln 20000 Unsere aus dem Osten! Sollten
                wir warten? Bis was, daß die Deutschen von selbst verschwinden? Wir haben ihnen
                das Leben schwer gemacht, wie wir nur konnten. Sie versteckten sich wie Mäuse,
                wenn sie einen von uns in Uniform sahen, aber sie saßen.

                Wir packten ihnen die Repatrianten in ihre Häuser. Mußten zusammen wohnen, sie
                erstickten fast wie in der Hölle, aber sie blieben.

                Wenn so, da haben wir angefangen. Von Bielic. Wir sind angefahren mit LKW im
                Morgengrauen. Das Militär umzingelte das Dorf und wir, die Miliz, und die
                Sicherheitspolizei zogen sie aus den Häusern. Alles, was deutsch ist, in 5
                Minuten raus.Sachen auf sich und auf die Weide, mit dem Vieh! Wußten nicht wozu,
                wußten nicht wohin, wie das wohin?!

                Raus aus Polen! Nach Deutschland! Nach Hause! Mit kleiner Haltestelle für eine
                Übergangs-Ruhepause, in Lamsdorf. Beim "Herrn Ignac".

                Manche kamen aus dem Haus barfuß, direkt aus dem Bett, manche mit schlafenden
                Kindern auf dem Arm. Manche wollten uns narren, probierten polnisch zu sprechen,
                nix da, an den verlausten Kopf und raus aus der Bude. Jetzt sind sie Polen!?

                Mit der Hand Kopfschläge oder mit dem Kolben und auf den Weg.

                Haj-li Haj-lo, Haj-la, Hitler-Lieder befahlen wir ihnen zu singen. Unterwegs
                auch in die Schnauze (w drodze -tez wpierdol).

                Heiß war es, schleppten sich, da prügelten wir. Alte mußten gestützt werden, von
                den Jungen. Damit sie das Tempo mithalten konnten.

                Wir trieben sie aus Gracz, Jaczowic, Jakubowic, Klucznika, Korfantowa, Kuznicy
                Logockiej, Ligoty Tulowieckiej, Lipowa, Lipna, Magnuszowie, Oldrzyszowic,
                Przechoda, Szydlowa, an alle kann ich mich nicht erinnern. Zusammen waren es an
                die 30 Dörfer. Etwas trieben wir auch zusammen aus Niemodlin und Prudnik.

                Sie gingen nach Lamsdorf wie die Ameisen unter unseren schweren polnischen Stiefeln.

                Es gab auch welche, die sangen "Pod Twoja Obrone" (Unter deine Obhut Herr).
                Jetzt da sind sie Polen!

                "Arbeits-Lager in Lamsdorf", so war die Uberschrift über dem Eingangstor. Jetzt
                werdet ihr sehen, was ihr ausgedacht habt.

                Ich habe es ausgedacht? Oder irgend ein Pole? Mich anklagen? Für was? Ich habe
                ausgedacht das Töten Unschuldiger für Schuldige? Ich habe ausgedacht das
                Gipsbett für meinen Vater?

                Im Lager hinter dem Tor wartete auf sie die Gerechtigkeit. Wartete auf sie unser
                Chef, Czeslaw Geborski, 20 Jahre alt, so wie wir. Unser Mann, von den Deutschen
                hat er seins gelitten. War bei unseren Partisanen. 1944 fiel er in ihre
                (deutschen) Tatzen und saß im Lager Myslowitz. Partisanen-Abteilung (Czarny)
                befreite ihn aus dem Transport nach Auschwitz.

                Gleich 1945 nach der Befreiung trat er in die MO (Bürgeriniliz) ein, um in
                Schlesien die Deutschen auszurotten. Jung war er und schon Feldwebel.

                Wartete auf sie sein Stellvertreter Stanislaw D., Edek Z., Antek K., unser
                polnischer Deutsche Jan F., und Herbert P. .und andere und auch ich, die rechte
                Hand des Chefs, Ignac.

                Die Gerechtigkeit ließ sie vor der Baracke stehen und warten auf die
                Registrierung, es konnte auch mal den ganzen Tag sein.

                Die Registrierung haben wir angefangen mit einer gründlichen Durchsuchung. Wir
                nahmen alles. Eine versteckte ihren Ring in den Haaren, wir schnitten sie ab.
                Wir nahmen und prügelten. Mit Kolben, Händen, Füßen. Alte, Junge, Frauen. Alles,
                was sich bewegte, außer Kindern. Zum "Guten Morgen", psychologisch, wie der
                Czesiek Geborski sagte, damit man den Gehorsam in ihnen zupflügt.

                Ich erinnere mich, wie wir solchen sechs Helme auf die Köpfe setzten und
                prügelten drauflos so lange, bis Blut über die Aügen floß. Die hatten trotzdem
                noch Glück.

                Einmal erblickten wir einen mit einem Bart, der kam gar nicht in die Baracke zur
                Registrierung, Judas. Johann hieß er, Johann L. Wir zogen ihn am Bart in die
                Werkstatt und dort schraubten wir ihm den Bart in den Schraubstock und zündeten
                den Bart an, damit er aussieht wie ein Bettler. Er schrie, daß er Kinder hat.
                Die Reste vom Bart schnitten wir mit dem Messer ab, mit der Haut!

                Mit Zangen rissen wir ihm die Fingernägel aus, einen nach dem anderen. Dann
                steckten wir ihm eine Schulter in den Schraubstock und brachen sie. Mit der
                anderen dasselbe.

                Dann haben wir angefangen, ihm mit Schlüsseln auf den Kopf zu klopfen, puk, puk,
                ist da wer? Und dann hämmerten wir auf den Schädel, es gluckste, Knochen krachten…

                Geteilt haben wir die Baracken so:

                Für Männer, für Frauen, Frauen mit Kindern und Frauen, die arbeiten konnten. Und
                Ruhe. Keiner kennt den anderen. Sollte irgendein Mann zu seiner Frau ein Wort
                sagen oder eine Frau zu ihrem Mann oder Kind sagen, Prügel. 25 Schläge.

                Einmal sah eine Frau ihren Mann, lief zu ihm, was haben wir gemacht.

                Drei Tage in der Sonne ohne Essen und Trinken. Sie hielten sich an den Händen
                und lagen. Es gab kein Mitleid.

                Von der Erde in die Krankenstube, von der Stube unter die Erde!

                Einer hat mich mal gebeten, ich möchte ihn doch nicht töten, sondern erst
                nächsten Morgen, er möchte gern noch seine Frau sehen, er hat sie nicht gesehen!

                Meine Nummer 14 am Tag der Feuersbrunst, aber ich komme noch darauf.

                Der Tagesablauf sah so aus: Um 6 Uhr wecken, aufstehen und auf den Platz. Laufen
                - fallen - kriechen - laufen. Alt nicht alt. Krank nicht krank,
                "Morgengymnastik" auf polnisch. Kommando und abzählen auf polnisch, von eins bis
                wie viele es waren.

                Wer nicht konnte, wer falsche Zahl zahlte, Prügel, alt oder krank. Mit Knüppeln,
                Füßen, Händen. Wir prügelten so lange, bis.... Wer krepierte, der krepierte.
                Schuhe runter und ins Loch mit dem Aas. Manchmal, zum Zeitvertreib, befahlen wir
                einigen, auf die Bäume zu klettern bis in die Wipfel. Andere wiederum mußten die
                Bäume absägen. Sie sind runtergefallen wie Birnen.

                Gemborski hat mal einem befohlen, auf den Baum zu klettern und schreien, ich bin
                ein Affe! Und wir haben geschossen, bis er runterfiel! Schuhe runter und ins
                Loch, ob er lebte oder nicht, seine Sache. Dann Appell, Einteilung in
                Arbeitsgruppen im Lager und außerhalb. Um 12 Uhr Ruhepause, dann wieder Arbeit,
                am Abend, um 20 Uhr Ruhe.

                Ich
                • hanys_hans Re: Die Hölle von Lamsdorf 20.11.06, 17:39
                  Ich sage Prügel, aber solche Prügel muß man sehen! ... Wir droschen, wie das
                  Korn auf der Tenne. Haut und Fleischfetzen hingen in Streifen. Sie lagen in der
                  Krankenstube und waren am Krepieren. In den Wunden tummelten sich Klumpen von
                  Fliegen. Eins sage ich dazu, daß keiner von uns sie vergewaltigt hat. Der Tod
                  war für sie die Erlösung. Sie starben an Blutvergiftung.

                  Wir hatten keine Pferde, da haben wir vor den Pflug und die Egge Männer
                  vorgespannt. Vor den Pflug 12, vor die Egge 8 bis 12, es kam darauf an, wie
                  stark sie waren. Es kam vor, daß auch Frauen ziehen mußten. Wir hatten keine
                  Autos, da spannten wir sie auch vor einen Wagen oder Anhänger, um Proviant zu
                  holen, z.B. Oder vor eine Kutsche, um mit dem Kommandanten spazieren zu fahren.

                  Wie richtige polnische Herren!

                  Fünfzehnten September spannten wir vor den Wagen 16 Mann, denn wir mußten
                  schweres Gerät ins Dorf bringen. Wir prügelten sie mit Stöcken, was das Zeug
                  hielt, sie schafften es. Auf dem Rückweg, im Wald, haben wir etwas
                  herumgeschossen. Die Hälfte von ihnen (Männern) haben wir mit Schüssen zum Teich
                  getrieben und ersoffen. Sechs davon haben uns zum Lager gezogen. Drei davon
                  haben vor Schreck die Sprache verloren, einer hat sich selbst erhängt.

                  Wir schossen auf die Leute in den Bäumen, wie auf Affen, schossen in die Leute
                  wie auf Fliegen. Einmal sind zu viele Weiber in die Latrine reingegangen, ich
                  schoß eine ganze Serie in sie hinein.

                  Manche bekamen in den Bauch, andere in die Brust. Die Kugeln trafen wie das
                  blinde Los.

                  Stöhnten, jammerten, röchelten. Ins Loch damit! Damit keine Spur bleibt, unter
                  die Erde. Sie bogen und krümmten sich in der Erde, wie große Würmer, wir
                  schütteten sie mit Sand zu. "Herr

                  Ignac" kannte kein Mitleid. Aber jeder kannte "Herrn Ignac". Höchstens, daß
                  nicht, da prügelte ich, oder ich gab Befehl zum Prügeln.

                  Zwei junge Hurensöhne gingen an mir vorbei, so an die 15 Jahre. Weder
                  "Achtung", Morgen", Einer musste den anderen prügeln. Über einen Hocker und 25
                  auf den Arsch. Geschont haben sie sich, da habe ich ihnen gezeigt, wie es geht.
                  Mit einem dicken Kabel. -

                  Wir prügelten und töteten. Wir haben sie ausgesiedelt aus dieser Erde. Lehrer,
                  Pl Beamte, Kaufleute, Geistliche haben die Vorfahrt gehabt. Wir begossen sie mit
                  Sejche, bewarfen sie mit Scheiße, unter die Fingernägel trieben wir ihnen Nägel ein.

                  Einem Schuster aus Bielic, 58 Jahre, (1 sprang ich so lange auf dem Rücken
                  herum, bis er krepierte. Seinem Kumpel aus demselben Dorf, 65 Jahre, kam das
                  Hirn heraus, so habe ich ihm mit in dem Kolben den Schädel zertrümmert. Einen
                  erschoß ich, weil er Brillen trug, so ein Intelligent. - --

                  Zusammen mit dem Chef, Czeslaw G., haben wir dem Lehrer Wolf aus Bielic mit der
                  Säge sein krankes Bein abgesägt. Er schrie sich zu Tode. Wir erschossen eine
                  Frau im 9. Monat schwanger -. dann auch ihre kleine Tochter, als sie Blumen
                  legte auf das Grab der Mutter.

                  Auf dem Lagergelände streunten Tag und Nacht hungernde Kinder. Waisen oder
                  Getrennte von ihren Müttern. Bettelten vom Fenster zum Fenster und starben leise.

                  Eines Tages gaben wir bekannt, da» wir in der Baracke Milch haben für die
                  Kinder. Sie kamen, wir erschossen sie!!!Janek F. war gut, er mußte gut sein,
                  denn bis zum Ende war er nicht einer von uns.

                  Eine Mutter mit ihrem Baby auf dem Arm bat um Suppe, er schlug zu, direkt aufs
                  Köpfchen. Und dann prügelte er die Mutter, sie floh vor ihm mit einer roten
                  Kugel im Arm (blutiges Köpfchen des Kindes).

                  Wir klopften ihm anerkennend auf die Schulter, daß er wenn auch nicht einer von
                  uns, so doch wie unser. Janek F. tötete zig Babys, gleich zwei auf einmal. Er
                  zertrümmerte die Köpfe, indem er sie zusammenschlug.

                  Wir verboten für die Toten Kreuze aufzustellen.

                  Paar Frauen mit Kindern wollten es doch tun, fielen erschossen gleich auf ihre
                  Männer, Väter und Kinder. Wen wir nicht erschlagen haben, der krepierte an
                  Hunger oder Krankheit. An Typhus starben sie wie die Fliegen. Läuse fraßen ihnen
                  die Haut so, daß man blanke Rippen sehen konnte.

                  So oder so haben wir zu wenig getötet. Czesiek G. wollte wenigstens zehn (10) am
                  Tag.

                  Später mehr und mehr, Dörfer mußten schließlich geräumt werden für unsere, aus
                  dem Osten, denn sie nächtigen im Bahnhof in Oppeln, aber das habe ich schon
                  geschrieben.

                  Am 4. Oktober zündeten wir zusammen mit D. die Baracke Nr. 12 an. Vorher haben
                  wir alle getrunken.

                  Da war nicht was zu löschen, aber den Frauen haben wir befohlen, Wasser und Sand
                  zu schöpfen, den Männern das aufs Dach tragen, schütten und löschen. Wir
                  schossen, wenn sie runter wollten. Das Dach ist eingebrochen, die Männer fielen
                  rein und verbrannten. Die, die Angst hatten, näherzukommen, warfen wir ins
                  Feuer. Die Familienmitglieder flehten uns auf Knien an, es gab kein Mitleid, der
                  Ehemann brannte vor den Augen seiner Fraü und umgekehrt.

                  Czeslaw 6. gab Befehl zum Schießen, weil angeblich Aufruhr der Gefangenen, weil
                  es brennt, und sie wollen fliehen. So fingen wir an zu schießen. Wir haben
                  geschossen alle in alle.

                  Wer kann das heute zusammenzählen, paar hundert Getötete könnten es sein. Aus
                  der Nähe, aus der Ferne, wie sie standen oder flohen. Jeder von uns hat laut
                  gezählt, wie viele er hat. D., der Vertreter von Czeslaw G. tötete
                  sechsundvierzig, ich verlor die Übersicht. Aus der Krankenstube zog ich ein
                  altes Weib heraus und zertrümmerte sie gleich am Graben, ich tötete einen Vater
                  von 6 Kindern, denn nach dem Feuer brach er psychisch zusammen.

                  Die letzte Leiche an diesem Tag war von mir. Mit einem Schuß in den Hinterkopf
                  erschoß ich den Sanitäter, er trug eine Armbinde des Roten Kreuzes, und trug
                  Suppe für ein krankes Kind-. Herbeigerufen habe ich zwei, damit sie ihn auf
                  einer Trage zum Graben bringen, da bei dem Toten das Hirn zu sehen war, befahl
                  ich ihnen, es zu essen. Sie wollten nicht, ich prügelte sie- mit dem Kolben.

                  Tote und Schwerverwundete haben wir befohlen in Gräben zu werfen und zuschütten.
                  Die Erde bewegte sich, man hörte das Röcheln, die Totengräber mußten solange
                  darauf trampeln, bis sich die Erde aufhörte zu bewegen und es war still.

                  Durchgeführt wurde die Exhumierung der Leichen von Soldaten der Roten Armee. Wir
                  haben befohlen, die aus der Erde herauszuholen, die ihre (deutsche) Soldaten
                  dort vergraben haben. Mit bloßen Händen, Männern und Frauen. Von den Leichen
                  stank es wie aus der Hölle, verwest waren sie schon so, daß ihre Teile man sogar
                  in den Stiefeln hatte.

                  In manchen Gräbern waren die Leichen so verwest, daß, wenn wir jemanden
                  reinwarfen, der kam aus dieser schleimigen Masse nicht mehr raus.

                  Wir vergruben auch solche, die nur ohnmächtig wurden. Sie kamen zu sich als man
                  Sand auf sie schüttete. Sie schrieen wie irre. Totengräber- vergruben sie in so
                  einem Fall im Eil-Tempo.

                  Wenn mich heute jemand fragen würde, ob ich diese Schreie höre, da nein, ich
                  höre nicht. Für Sünden bereue ich nicht. Amen.

                  Ignac Sz.“


                  Janusz Rudnicki


                  www.opfergang.de/ignac_la.htm
                  • dede99 Re: Die Hölle von Lamsdorf 20.11.06, 17:51
                    czegos tak okropnego jeszcze w zyciu nie czytalem.
                    • hanys_hans Re: Die Hölle von Lamsdorf 20.11.06, 18:28
                      www.deutscherosten.de/Lamsdorf.htm

                      Bericht des Arztes Heinz Esser über ein polnisches Lager, welches polnische
                      Behörden im oberschlesischen Lamsdorf nach Beendigung des II. Weltkrieges für
                      die deutsche Bevölkerung eingerichtet hatten.

                      Heinz Esser, Die Hölle von Lamsdorf, Dokumentation über ein polnisches
                      Vernichtungslager

                      Dülmen, 2000, 13. unveränderte Auflage, S. 13 - 29

                      www.amazon.de/exec/obidos/search-handle-form/ref=sr_sp_go_qs/028-0900960-8231717




                      Zwischen Oppeln und Neiße lag das polnische Internierungslager für Deutsche,
                      Lamsdorf. In der Geschichte Oberschlesiens bedeutet es einen monumentalen
                      Grabstein, unter dem Tausende von Oberschlesiern, Männer, Frauen und Kinder,
                      nach grauenvollen Erlebnissen und qualvollen Leiden ruhen, für Polen aber ist es
                      ein Schandmal, errichtet nach Beendigung des Krieges im Juli 1945, zu einem
                      Zeitpunkt, an dem in Deutschland die Kriegsverbrecher und Verbrecher an der
                      Menschheit ihrer Aburteilung und einer gerechten Strafe entgegensahen.



                      Lamsdorf war ein Vernichtungslager. Ein damals etwa zwanzigjähriger, grausamer,
                      zu sadistischen Exzessen veranlagter Kommandant mit dem Namen Ceslaw Gimborski
                      führte an der Spitze von etwa 50 blutrünstigen Milizianten seine
                      Schreckensherrschaft in diesem Lager, das von der Bevölkerung als „Blutlager"
                      oder auch als „Hölle von Lamsdorf" bezeichnet wurde. Viele Tausende von Menschen
                      Oberschlesiens kamen in dieses Lager, beraubt und ausgeplündert, um es niemals
                      mehr verlassen zu können. In der Hauptsache wurden die Dorfbewohner des Kreises
                      Falkenberg ohne Altersunterschied und Geschlecht, ja sogar Schwerkranke und
                      Sterbende, dorthin gebracht. Am härtesten betroffen wurden die Dörfer Bielitz,
                      das fast völlig ausgerottet wurde, Neuleipe, Ellguthammer, Steinaugrund, Lippen,
                      Lamsdorf, Arnsdorf, Hilbersdorf, Goldmoor, Mangersdorf, Jakobsdorf, Groditz,
                      Kleuschneritz, Jatzdorf u. a.

                      Nachts wurden die Menschen unerwartet und plötzlich in aller Eile aus den
                      Häusern getrieben, zusammengejagt und nach Lamsdorf verschleppt. Die
                      Schwerkranken und Sterbenden legte man im Lager auf die Straße, wo sie bald
                      verstarben oder man tötete sie sofort. In anderen Fällen mußten die Sanitäter
                      diese in die sogenannten Krankenbaracken tragen, wo sie mangels Ernährung,
                      Pflege oder Medizin bald zu Grunde gingen. Es waren nicht politisch belastete
                      Menschen, sondern hauptsächlich Bauern- und Arbeiterfamilien, manchmal auch
                      Geschäftsleute, Lehrer, Beamte, Angestellte usw. „Politisch Belastete" waren auf
                      einer Stube zu etwa 45 Mann zusammen-gefaßt. Aber auch bei diesen wenigen wurde,
                      abgesehen von fünf Fällen, niemals untersucht, ob sie tatsächlich in der Partei
                      waren. Sie waren nur auf Denunziation zur Anzeige gekommen und hatten unter dem
                      Zwang der Anwendung grausamer Folterungen und Mißhandlungen die Zugehörigkeit
                      zur NSDAP schließlich entgegen den Tatsachen erklären müssen, sehr oft im
                      Zustand geistiger Ohnmacht. Diese Männer wurden im Laufe der Zeit alle ermordet,
                      nachdem sie vorher den entsetzlichsten Grausamkeiten und Qualen ausgesetzt
                      worden waren.



                      Die Aufnahme ins Lager vollzog sich etwa so: Die meistens des nachts
                      ausgesiedelten und ausgeraubten Menschen eines Dorfes wurden mit dem Rest ihrer
                      Habe ins Lager gejagt. Dort mußten sie den ganzen Tag bei Wind und Wetter vor
                      dem Büro stehen und auf ihre Registrierung warten. Nachdem jedem einzelnen auch
                      das Letzte, einschließlich Mantel, Rock oder Schuhen geraubt worden war, wurde
                      er verprügelt, mit Kolben gestoßen, mit Bleikabeln geschlagen usw., so daß diese
                      Menschen im Gesicht völlig unkenntlich, blutüberströmt und oft mit zerbrochenen
                      Gliedern und Rippen weggestoßen wurden. Markerschütternde Schreie hallten von
                      dort in das Lager. Viele wurden erschlagen oder erschossen, die Überlebenden
                      starben in zahlreichen Fällen an den Folgen der vorausgegangenen
                      unbeschreiblichen Mißhandlungen. Sie wurden geschlagen und getötet, nur weil sie
                      Deutsche waren. Die Hinmordung geschah entweder durch Erschlagen mit Knüppeln
                      oder Zaunlatten auf den Schädel, wobei der Unglückliche meist niederknien mußte,
                      oder er erhielt einen Schlag gegen die Halsschlagader, worauf er regelmäßig tot
                      hinstürzte, oder er wurde durch Fußtritte auf den Leib und auf die Kehle
                      ermordet. Oft bediente man sich hierbei auch eines sechzehnjährigen
                      Henkersknechtes mit dem Namen Jusek. Er war Ukrainer und polnischer Spitzel. Vor
                      dem Zusammenbruch hatte er Jahre in Erziehungsheimen und im Gefängnis verbracht.
                      Trotz seiner Jugend vereinte er in sich alle Merkmale des brutalen Mörders und
                      Verbrechers. Er mordete „auf Bestellung" zu allen Tages- und Nachtzeiten, bis
                      ihn schließlich seine eigenen Freunde und Auftraggeber im Streit nach
                      Alkoholgenuß durch Kopfschuß beseitigten. Ich untersuchte die Leiche dieses
                      jugendlichen Verbrechers. Sie bot einen schrecklichen Anblick.



                      Der Gastwirt Max H. aus Tillowitz z. B. wurde grundlos als SS-Mann angesehen.
                      Ich sah, wie man ihn mit Knüppeln und Kabelstücken schlug, bis er blutüberströmt
                      zusammenbrach. Ein letztes Mal richtete er sich auf und schrie seinen Peinigern
                      entgegen: „Ich sage die Wahrheit und wenn Ihr mich totschlagt, aber niemals
                      werde ich lügen unter Eurer Gewalt." Darauf führte man ihn mit 8 Wachposten
                      hinter Baracke ab. Eine Stunde später stellte ich an seiner Leiche fest:
                      Stichwunden, offenbar von Bajonetten, in Brust, Bauch, Oberschenkel ­und Wangen,
                      2 Schußkanäle im Kopf und in der Brust.



                      Johann L. wurde bereits vor dem Büro blutig geschlagen wegen seines Bartes. Dann
                      wurde er als SA-Führer bezeichnet, obwohl er Unterlagen vorweisen konnte, die
                      seine politische Unbelastung bewiesen, aber man trieb ihn unter Johlen und
                      Schreien und der Bezeichnung „Judas" in die Werkstätte, wo man ihn mit dem Barte
                      in einen Schraubstock einklemmte und mißhandelte. An seiner Leiche stellte ich 2
                      Stunden später fest: Schädel mehrfach gespalten, Bart abgetrennt und verbrannt,
                      Brandwunden im Gesicht, Fingernägel ausgerissen, rechts Schlüsselbein gebrochen,
                      beide Unterarme zwei- und dreifach gebrochen.



                      Die übrigen bei der Registrierung nicht Getöteten oder halb Totgeschlagenen
                      kamen in Baracken, in denen ihnen unter furchtbaren Drohungen und Prügeln noch
                      die Leibwäsche, evtl. verstecktes Geld usw. abgenommen wurde, wobei leider auch
                      deutsche Stubenkommandanten eine niederträchtige Rolle spielten. Sie raubten den
                      Neuangekommenen diese Dinge aus den unmöglichsten Verstecken, nur um es der
                      polnischen Lagermiliz auszuhändigen und dafür ein Lob oder eine besondere
                      Vergünstigung, entgegenzunehmen, wie z. B. L., der zahlreiche Männer, die
                      niemals Parteigenossen gewesen waren, ausplünderte, als Nazis beschuldigte und
                      sogar dem Tod durch Mord auslieferte. Sein Vorbild war der sogenannte „deutsche
                      Lagerführer" Fuhrmann. Er riß z. B. mißhandelten Müttern den Säugling aus den
                      Armen und erschlug ihn. Vor ihm zitterte jeder Deutsche. Er stahl den Frauen,
                      die zum Teil über 50 km weit zu Fuß gekommen waren, um ihren gefangenen Männern
                      eine dürftige und oft unter Schlägen mit Blut errungene Liebesgabe zu bringen,
                      achtlos ihre Habe und teilte sie im besten Falle mit seinen Günstlingen. Die
                      Frauen von längst Ermordeten bestellte er immer wieder mit dem Verlangen nach
                      weiteren Liebesgaben und versuchte ihnen glaubhaft zu machen, ihre Männer seien
                      noch am Leben und würden von ihm bevorzugt behandelt.



                      Um sich vor seinen polnischen Auftraggebern auszuzeichnen, veranstaltete er die
                      jedem Lamsdorfer in grausamer Erinnerung gebliebene N a c h t ü b u n g , bei
                      der 25 Männer völlig entstellt und 15 getötet wurden. Dies war sein Werk, dessen
                      er sich oft in Gemeinschaft mit der polnischen Lagermiliz rühmte.

                      • hanys_hans Re: Die Hölle von Lamsdorf 20.11.06, 18:32
                        Während so die friedlichen Bewohner der Dörfer massenhaft und ohne jeden Grund
                        ins Lager gebracht und dort vernichtet wurden, wurde mit einzelnen Personen auf
                        Grund von Anzeigen und Denunziationen, die an der Tagesordnung waren,
                        folgendermaßen verfahren: Man holte diese Menschen tags oder nachts für sie
                        völlig überraschend aus der Wohnung oder von ihren Arbeitsstätten und brachte
                        sie zur Geheimpolizei, wo sie zunächst in dunkle, feuchte Keller kamen, die von
                        Schmutz und Ungeziefer strotzten. Sie wurden hierbei Zeugen der Mißhandlungen
                        ihrer Leidensgefährten in den Nachbarzellen, aus denen Tag und Nacht die Angst-
                        und Schmerzensschreie gellten. Dann begannen die Vernehmungen. Die Unglücklichen
                        wurden gefesselt, getreten und geschlagen, mit dem Kopf nach unten aufgehängt
                        und wieder geschlagen, bis das Blut aus zahlreichen Wunden floß und dem
                        Gefolterten das Geständnis einer nicht begangenen Tat erpreßt wurde. Manchmal
                        trat man den so Gefolterten auf die Zehenspitzen oder quetschte ihnen die
                        Daumen, oder man schlug sie mit Stahlfedern auf die nackten Fußsohlen. Auf dem
                        Wege zu solchen Vernehmungen trieb man die Verhafteten unter Schlägen durch die
                        Ortschaften. Nach den tage- und nächtelang dauernden Vernehmungen und
                        Folterungen kamen diese Menschen zu den anderen ins Lager, wo für sie die zweite
                        Phase ihrer Leidensgeschichte begann. Hier wurden schließlich die Häftlinge, um
                        sie auch nach außen als Verbrecher zu bezeichnen, mit dem Buchstaben W als
                        Kennzeichen auf ihrem zerrissenen Anzuge bezeichnet.

                        Das Lagerleben vollzog sich etwa folgendermaßen: Früh morgens war kurz nach dem
                        Wecken um 5 Uhr Appell und sogenannter „Frühsport". Während des Sportes, den
                        alle Männer ohne Rücksicht auf Krankheit oder Gebrechen und Alter, ja sogar
                        Männer von 80 - 90 Jahren mitmachen mußten, wurde wieder geschlagen, getreten
                        usw. Anlaß hierzu war meist die Tatsache, daß die Kommandos in polnischer
                        Sprache gegeben wurden, die die meisten überhaupt nicht verstanden, oder weil
                        die Männer gezwungen waren, in polnischer Sprache abzuzählen, wozu sie natürlich
                        nicht in der Lage waren. Hierbei kam es zu Mißhandlungen, die überhaupt nicht zu
                        beschreiben sind und die regelmäßig mit tödlichem Ausgang bei mehreren Menschen
                        endeten. Die alten Männer, die jeglicher Sportbetätigung unfähig waren, wurden
                        dabei fast alle in bestialischer Weise umgebracht. Nach einem solchen
                        „Frühsport" wurden in den ersten 4 Monaten durchschnittlich am Tage etwa 10 Tote
                        vom Platze geschleppt. Manche der so Gequälten, die noch gar nicht tot waren,
                        kamen dessen ungeachtet darauf ins Massengrab. Die übrigen Wachtposten sahen
                        diesen Mordtaten ebenso wie ihr Kommandant Gimborski lachend höhnend zu.



                        Dann wurden die Männer und Frauen in Arbeitskommandos eingeteilt.



                        Am 15. September 1945 wurden 16 Männer vor einen Wagen gespannt mußten unter
                        ständigen Stockschlägen schwere Eisenteile im Nachbardorf holen. Sie konnten
                        sich kaum halten vor Schwäche und Hunger. Unterwegs im Walde wurden auf diese
                        Männer regelrechte Schießübungen veranstaltet, wobei die Hälfte der
                        Unglücklichen unter Feuer in einen Teich gejagt wurde und darin ertrank. Die
                        anderen, worunter sich auch der jetzt noch lebende Erhard Sch. befand, kehrten
                        blutüberströmt und sich nur mühsam vorwärtsschleppend zurück. Drei ihnen hatten
                        von den Schreckenserlebnissen die Sprache verloren. Einer schrie vor Schmerzen,
                        weil er vier tiefe Bajonettstiche im Körper hatte. Aber er durfte nicht ins
                        Revier oder ärztlich behandelt werden. Er erhängte sich in derselben Nacht neben
                        der Schlafstelle eines Mithäftlings.





                        Die Arbeit, die bei einer Verpflegung von etwa 200 - 300 Kalorien am Tage
                        verrichtet werden mußte, unter Stock- und Peitschenhieben oder schwersten,
                        blutigen Mißhandlungen, war schlimmer als Sklavenarbeit. Männer und Frauen, ohne
                        Rücksicht auf ihren schlechten Ernährungs- und Kräftezustand oder auf bestehende
                        Krankheit, mußten 12 Stunden und länger in dürftiger und zerrissener Kleidung,
                        voll Ungeziefer und eiternden Wunden, die nicht behandelt werden durften, bei
                        allen Witterungslagen schwerste Arbeit verrichten. Diese Arbeiten wurden bei
                        Regen und grimmigster Kälte rücksichtslos verlangt, bis die Menschen
                        zusammenbrachen. Frauen und Männer mußten zu 10 - 12 den Pflug oder die Egge
                        ziehen, mit Kartoffeln überladene schwere Pferdewagen oder Jauchefässer ziehen
                        usw. Frauen, zarte und kranke, mußten sich mit den Männern ohne Schutz vor Regen
                        und Kälte am Barackenbau betätigen und unmenschliche Lasten tragen, bis sie
                        entkräftet und blutüberströmt von den Schlägen zusammenbrachen. Sie mußten mit
                        den Händen Hunderte von Leichen, die längst verwest waren, ausscharren und waren
                        dabei stundenlang dem penetranten Verwesungsgeruch ausgesetzt. Dabei kam das
                        Unglaubhafte vor, daß sie verweste Leichenteile mit dem Munde berühren oder Kot
                        essen mußten.



                        Aber auch bei den im Lager Verbliebenen wütete tagsüber Terror und Mord.
                        Entweder wurden auf den Stuben wahllos Männer erschlagen, so z. B. der
                        Oberstudienrat Kr. aus Neustadt, der fünf Minuten nach Betreten seiner Stube als
                        Leiche herausgetragen wurde, weil er eine „Intelligenz-Brille" trug, oder der
                        Bürgermeister F. von Buchelsdorf, weil er so groß war „wie ein SS-Mann", und
                        viele andere mehr.



                        F. war mit mir von Neiße gekommen, wo wir von jeder Schuld freigesprochen worden
                        waren. Er wurde, auf Anzeige Fuhrmanns, dem Hauptmörder Ignaz besonders
                        empfohlen, der auch ungehemmt seine Tötung verlangte. So mußte dieser
                        weißhaarige und bei allen beliebte frühere Bürgermeister niederknien und erst
                        die Schläge hinnehmen. Dann nahm der Henker Jusek eine Latte und schlug in
                        kurzen Abständen damit dem Unglücklichen auf den Schädel, aus dem das Blut
                        spritzte. Er flehte vor Schmerzen um Erbarmen, mit zum Gebet gefalteten und
                        erhobenen Händen. Als er mit dem Kopfe den Boden berührte, zwang man mich als
                        Arzt festzustellen, ob er noch am Leben sei. Erregt und empört forderte ich, mit
                        dem Martyrium aufzuhören und mir den Halbtoten ins Revier zu geben, damit ich
                        ihm das Ende erleichtern und die Schmerzen lindern konnte. Man jagte mich unter
                        mehreren Schüssen vom Platze. Zurückblickend sah ich noch, wie man F. weiter mit
                        der Latte bearbeitete, bis er tot war.



                        Man schoß auch auf Menschen, die zum Beispiel zur Latrine gingen oder einen
                        Auftrag auszuführen hatten, am hellichten Tage wie auf Schießbudenfiguren.
                        Einmal stellte man einem jungen fünfzehnjährigen Wachtposten, der eben erst
                        eingekleidet worden war und kurze Schießinstruktionen erhalten hatte, einen
                        alten Mann, der gerade des Weges kam, als Schießübungsfigur zur Verfügung, bis
                        dieser endlich tödlich getroffen zu Boden sank. Andere Männer kamen in den
                        berüchtigten Bunker, in dem sie durch Fußtritte „fertiggemacht" wurden. Hierbei
                        spielten auch bedauerlicherweise die eigenen deutschen „Vorgesetzten" (der
                        Lagerführer Fuhrmann und seine Stubenkommandanten) eine üble Rolle.



                        Der deutsche Lager-Funktionär Herbert Pawlik, ein Günstling des polnischen
                        Kommandanten, gefürchteter Spitzel und Intrigant, der meist betrunken war und
                        ein ausschweifendes Leben führte, rühmte sich eines Tages vor mir: „Ich habe
                        heute den 25. Deutschen ins Jenseits befördert!"



                        Manche kamen in einen unterirdischen, stockfinsteren Raum, der bis fast
                        Mannshöhe mit fauligem Wasser gefüllt war, und mußten hierin mehrere Tage und
                        Nächte unter entsetzlichen Qualen verbringen, bis sie endlich durch den Tod
                        erlöst wurden. Ihr Jammern und Stöhnen drang nachts bis in die Baracken, in
                        denen die noch Lebenden ängstlich und zitternd saßen und beteten, denn auch sie
                        konnte das Schicksal ereilen. Es gingen nämlich nachts meist betrunkene
                        Mordkommandos durch die Stuben, trieben die Menschen aus den Betten, schlugen
                        sie, wobei die Männer niederknien mußten, stießen ihnen die Kolben in den Leib
                        und quälten so viele zu Tode. Die Tote
                        • hanys_hans Re: Die Hölle von Lamsdorf 20.11.06, 18:35
                          Die Toten wurden von den sogenannten Beerdigungskommandos, dessen Führer der
                          Häftling Th. aus G. war, auf Befehl schnell verscharrt, wobei durchaus der Tod
                          nicht immer feststand. Manchmal wurden Männer unter Maschinengewehrfeuer auf
                          Bäume gejagt und bis in die Baumspitzen getrieben. Darauf mußten andere Männer
                          den Baum absägen, während die Posten unter Lachen und Höhnen zusahen, wie sich
                          die Abgestürzten das Genick brachen.





                          War die Frauen-Latrine voll besetzt, so richtete ein Posten aus unserer Nähe
                          Maschinenpistolenfeuer darauf. Alle Frauen wurden durch schwere Bauch- und
                          Brustschüsse verletzt und blutüberströmt ins Revier gebracht, in dem Sanitäter
                          Hubert W. und Schwester W. Hilfe leisten wollten. Aber sie wurden gewaltsam
                          daran gehindert, und die Schwerverletzten kamen kurzerhand (bis auf eine, die
                          später den Hungertod starb) ins Massengrab, um jede Spur der Bluttat zu verwischen.



                          Selbst vor den Schwerkranken und Sterbenden machten Raub, Mißhandlungen und
                          Totschlag nicht halt. Hinter den mit dem Roten Kreuz bezeichneten Baracken der
                          Kranken fanden furchtbare Greuelszenen statt, wobei die Sanitäter G., Sch. und
                          R. u. a. Zeugen wurden. Bei allen diesen Mord- und Bluttaten spielten die
                          gefürchteten Polen Ignaz, Antek, der „Mörderling" und der „Neunfingerige", eine
                          berüchtigte und grausame Rolle. Bei ihrem Erscheinen zitterten Männer und
                          Frauen. und die Kinder schrieen. Bei ihrer Namensnennung überlief es jeden
                          eiskalt. Oft wollten die beiden alle Kranken aus den Krankenbaracken herausholen
                          und erschießen, um Platz zu machen für die Einwohner eines neuen Dorfes, das
                          wieder von neu eingeströmten Polen besetzt werden sollte.



                          Lehrer, Beamte, Kaufleute und Geistliche waren besonderen Schikanen ausgesetzt,
                          die fast immer das Leben kosteten. Man kam hierbei auf die grausamsten Methoden.
                          Die polnische Miliz trieb zum Beispiel unter die Zehennägel der Gefolterten
                          lange Nadeln, knebelte sie, übergoß sie unter Schlägen mit Kot und Urin (Alois
                          St. aus Proskau) oder ließ Frauen und Männer sich entkleiden und zwang sie unter
                          Schlägen zu sexuellen und sadistischen Handlungen, ließ sie manchmal auch
                          menschliche Exkremente essen (Ing. Sch. aus Berlin). Entkleideten Mädchen
                          preßten sie mit Petroleum getränkte Geldscheine zwischen die Glieder, steckten
                          diese in Brand und brachten den Opfern furchtbare Brandwunden bei, ohne daß
                          später Verbandsmaterial oder Behandlung zur Verfügung stand (Geschwister H. aus
                          Lamsdorf u. a.).



                          Eine bekannte, weit und breit hochgeachtete geistliche Persönlichkeit, Pater D.
                          aus Neiße, zwang man im geistlichen Habit zur Teilnahme am Exerzieren und
                          Jauchefahren. An der vornehmen und geduldigen Haltung dieses hochgeachteten und
                          ehrwürdigen Geistlichen prallten alle Schmähungen und Lästerungen dieser
                          polnischen Unmenschen ab. Sein heroisches Aushalten, seine gütige Nächstenliebe
                          und vorbildliche Kameradschaft wirkten ermutigend auf alle Lagerinsassen.



                          Ebenso wie man den Schwerkranken und Sterbenden den letzten geistlichen Beistand
                          versagte, obwohl ein katholischer Geistlicher im Lager war, verweigerte man dem
                          Geistlichen selber die Abhaltung eines Gottesdienstes, mit Ausnahme eines
                          Feiertages, wogegen es aber an diesem Tage für das ganze Lager weder Essen noch
                          Wasser gab, dafür aber um so härtere Schläge und Arbeit. Als im Mai 1946 in der
                          Krankenbaracke Mai-Andachten abgehalten wurden, verbot diese sofort der
                          Lagerkommandant. Es zeugt schon von größter menschlicher Abscheulichkeit und
                          Verkommenheit, daß die polnischen Wachtposten selbst den Schwerkranken und
                          Sterbenden die letzten Gebete fluchend und brüllend verboten. Es war tief
                          erschütternd, das heldenmütige und geduldige Sterben dieser Menschen zu
                          beobachten, insbesondere sie vor dem Tode das letzte Vaterunser beten zu hören.





                          Wie gleichgültig gegenüber diesen furchtbaren Zuständen und seelischen Nöten der
                          neue polnische Geistliche aus Lamsdorf war, geht daraus hervor, daß er den
                          Schwerkranken und Sterbenden jeden Beistand und die Sakramente verweigerte,
                          sowie jede hilfesuchende Annäherung der Gefangenen rigoros ablehnte.
                          Demgegenüber soll aber an dieser Stelle der vorbildliche bereite Einsatz von
                          zwei Lehrerinnen (Fräulein M. und A.) in seelsorgerischen Angelegenheiten der
                          Ausübung praktischer Nächstenliebe und Krankenpflege erwähnt werden.





                          Den sadistischen Grausamkeiten der Lagerbewachung waren Männer und Frauen
                          gleichermaßen ausgesetzt. Es war auch keine Seltenheit, daß Frauen und Mütter
                          Prügelstrafen erhielten, während selbst schwerkranke Frauen vergewaltigt wurden.
                          Am 2. September 1945 kamen etwa 100 Frauen am Abend. von einem Arbeitskommando
                          bei strömenden Regen bis auf die Haut durchnäßt ins Lager zurück. Sie mußten
                          Nazi-Lieder singen und dabei nach dem Übungsplatz marschieren. In der Platzmitte
                          wurde ein Schemel aufgestellt, worüber sich der Reihe nach jede Frau legen mußte
                          und dann etwa 25 - 30 Schläge mit dicken Knüppeln auf das Gesäß erhielt. Diesen
                          Frauen hingen nach diesen Marter-Prozeduren die Haut und Muskulatur buchstäblich
                          in Fetzen herunter, und sie bekamen nur auf ärztlichen Protest Einlaß in die
                          Krankenstube. Dort lagen sie ohne Verbandszeug, das der Kommandant verweigerte,
                          auf schmutzigen Strohsäcken wimmernd vor Schmerzen, während massenhaft
                          Fliegenschwärme in den eiternden Wunden saßen. Nach qualvoller Leidenszeit
                          wurden sie endlich durch den Tod erlöst.



                          Männer mit schweren Schußverletzungen am Arm, denen der Unterarm in zwei
                          besonderen Fällen nur noch durch einige Sehnen und Muskeln am Oberarm hing,
                          mußten ohne Behandlung bleiben. Auch Deutsche, die bereits für den polnischen
                          Staat optiert hatten, erfuhren als neue polnische Staatsbürger keine andere
                          Behandlung als ihre übrigen Leidensgenossen.



                          Kinder erlebten ähnliche Grausamkeiten. Wegen Kleinigkeiten und oft auf Grund
                          bewußt falscher Anzeigen eines polnischen Postens wurden Jungen von 12 bis 14
                          Jahren ausgepeitscht, bis sie zusammenbrachen.­

                          Kleine Kinder wurden von den Müttern, die irgendwohin nach Polen verschleppt
                          wurden, grausam getrennt. Sie sahen sich nie wieder. Das Flehen und Schreien der
                          Mütter und Kinder wurde mit Schlägen, Treten und Schüssen beantwortet. Auch
                          Mütter, die ihre Säuglinge stillten, wurden von diesen getrennt, so daß die
                          Kinder verhungerten, während ihre Mütter wie Vieh mit Stöcken gejagt geprügelt
                          wurden.





                          Leichen wurden nackt auf Karren geladen und ins Massengrab geworfen. Erst gab
                          man sich nicht einmal die Mühe, sondern warf die Leichen einfach in die zwischen
                          den Baracken verlaufenden Zickzackgräben und bedeckte sie nur etwa 20 cm hoch
                          mit Erde. Jeder Grabschmuck (Blume oder Kreuz) war verboten. Als einmal einige
                          Frauen mit ihren Kindern an der letzten Ruhestätte ihrer erschlagenen Männer und
                          Väter weilten und einige Blumen dorthin warfen, wurde auf sie geschossen, und
                          man faßte sogar den grausamen Entschluß, am nächsten Tage alle Frauen dieser
                          Baracke zu erschießen. Durch unvorhergesehenes Erscheinen einer
                          Besichtigungskommission wurde dann diese Tat in letzter Minute verhindert.



                          Das Beerdigungskommando war Tag und Nacht beschäftigt unter Einsatz des eigenen
                          Lebens. Eines Abends beim Appell waren wieder einige Männer erschlagen worden,
                          und das aus 6 Mann bestehende Beerdigungskommando mußte seinen traurigen Dienst
                          versehen. Nach dieser Arbeit schoß man die 6 Männer am Grabe nieder und warf sie
                          zu den anderen Toten.

                          Der berüchtigte „Adjutant" des Kommandanten, „Ignaz", fluchte und drohte, wenn
                          die tägliche Sterbeziffer nicht weiter anstieg, sondern etwa ausnahmsweise
                          gesunken war. Es wurden dann einige Menschen rücksichtslos erschossen, um die
                          Quote mindestens auf gleicher Höhe zu halten.

                          Während diese Greueltaten und Morde die Menschen schnell vernichteten, wurde
                          noch eine systematische Vernichtung im großen Stil durchgeführt, und zwar durch
                          Aushungern. Die
                          • hanys_hans Re: Die Hölle von Lamsdorf 20.11.06, 18:36
                            Die Menschen erhielten an Verpflegung täglich etwa 3 bis 4 Kartoffeln und sonst
                            nichts. Hin und wieder gab es wohl zusätzlich mal 1 oder 2 Schnitten Brot für
                            diejenigen, die besonders schwere Arbeit zu verrichten hatten. Im Allgemeinen
                            gab es pro Tag und Kopf 200 bis 250 Kalorien. Der günstigste Tag war wohl der 8.
                            Juni 1946, an dem die Zahl der Lagerinsassen nur noch 334 betrug. An diesem Tage
                            gab es 15 Brote, 5 kg Mehl und 50 kg Kartoffeln. Das sind 530 Kalorien pro
                            Person. Aus diesen täglichen Kalorien läßt sich ohne weiteres errechnen, wie
                            lange die meisten Lagerinsassen durchschnittlich zu leben hatten, bis sie
                            massenhaft an Hungerödemen erkrankten und bald darauf starben.



                            Das Massensterben erreichte seinen Höhepunkt, als, unterstützt durch
                            Unterernährung und Mangel an allem, auch nur der primitivsten hygienischen
                            Einrichtungen, Waschgelegenheit, Bekleidung sowie auch Arzneien, die, wie
                            bereits gesagt, grundsätzlich nicht beschafft werden durften, noch Seuchen
                            ausbrachen in Form von Bauch- und Flecktyphus, denen die Menschen massenhaft
                            (etwa 95°/0) zum Opfer fielen. Die Aushungerungstaktik hatte furchtbare
                            Auswirkungen, besonders unter den Kindern, die Tag und Nacht vor Hunger weinten
                            und wimmerten. Viele von ihnen gingen durchs Lager und bettelten von Fenster zu
                            Fenster vergeblich, da ja niemand etwas zu spenden hatte. So gingen diese Kinder
                            mit müden schleppenden Schritten, abgemagert zum Skelett, mit Augen tief in den
                            Höhlen, nur noch Kleiderfetzen am Leibe, barfüßig bei Eis und Schnee, mit
                            ausgestreckten bittenden Händen, um den Hals oft das Skapulier der verstorbenen
                            oder erschlagenen Eltern tragend oder auch den Rosenkranz, und so wankten sie,
                            bis sie vor einem Fenster oder auf dem Wege leise wimmernd zusammenbrachen und
                            ihr junges, qualvolles Leben still aushauchten.





                            Im Lager waren 828 Kinder, wovon etwa 100 in unbestimmten Zeitabständen wieder
                            herauskamen. Von diesen aber kamen nach späteren Feststellungen in Neiße in den
                            Kasematten schätzungsweise 60 bis 70% durch Krankheit, Hunger und Kälte um. Von
                            den über 700 im Lager verbliebenen starben 218 ebenfalls an Hunger- und
                            Infektionskrankheiten, wofür keine Medikamente zur Verfügung gestellt wurden.
                            Von den Überlebenden kamen durch ärztliche Bemühungen nach Fühlungnahme mit
                            Geistlichen außerhalb des Lagers 78 Waisenkinder zur Entlassung und zu
                            Pflegeltern, während der Rest anderweitig entlassen wurde.



                            Kinder über 10 Jahre mußten schwere, oft unmenschliche Arbeiten verrichten.



                            Mir stand eine Revierstube ohne Instrumente oder Medikamente und ohne jegliches
                            Verbandszeug zur Verfügung. Daneben eine Krankenstube mit 8 Bettgestellen und
                            Strohsäcken, dazu ein Gefangener als Sanitäter, der Student war, und der mir für
                            den Anfang schätzenswerte Dienste in der Aufbauarbeit leistete (Hubert W. aus
                            Bielitz), außerdem die frühere Caritasschwester Lucie W., ebenfalls aus Bielitz.



                            Es war grundsätzlich verboten, Verletzten und Verwundeten Hilfe zu gewähren.
                            Dies war nur unbeobachtet möglich. Anfangs „organisierten“ wir unter
                            Lebensgefahr heimlich Medikamente und Verbands­zeug, später sogar eine Spritze
                            und ein altes Küchenmesser für Operationszwecke.

                            Die von der UNRA stammenden oder von Angehörigen mit Liebesgaben
                            herbeigebrachten Medikamente wurden von den Posten sofort vernichtet.



                            Allmählich gelang es, die sogenannte Krankenstation mehr und mehr dem Zutritt
                            der Wachtposten zu bewahren. Nur hin und wieder drangen diese während der Nacht
                            oder mitunter auch am Tage ein, wo dort ihr grausames Spiel zu treiben, die
                            Pflegerinnen und Kranken zu mißhandeln oder zu vergewaltigen, den Sterbenden die
                            Schuhe unter dem Bett oder das zerrissene Hemd vom Leibe zu rauben.



                            De meisten Kranken mußten sterben, sei es an den Folgen der Aushungerung, sei es
                            infolge Fehlens von Medikamenten oder Hilfsmitteln für ärztliche Behandlung oder
                            infolge der Schwere der Krankheit und der völlig fehlenden Abwehrfähigkeit und
                            Widerstandskraft sowie den furchtbaren Folgezuständen der unvorstellbaren
                            Verletzungen durch Mißhandlung und Folterung. Eine ärztliche und sachgemäße
                            stationäre Behandlung in dem ca. 3 km entfernt liegenden Krankenhaus in
                            Friedland war verboten. Das Krankenhaus in Friedland mit seinen schlesischen
                            Ordensschwestern schickte oft heimlich Liebesgaben für die Kranken, die aber
                            meist von den Posten unterschlagen oder von dem berüchtigten Fuhrmann gestohlen
                            wurden. Immer wieder bat ich den polnischen Kommandanten, besonders dringliche
                            Fälle, die einer sofortigen chirurgischen oder gynäkologischen Hilfe bedurften,
                            dorthin einzuweisen, ggf. auch unter Bewachung. Aber meine Bitten wurden
                            jedesmal barsch abgelehnt. Akute Blinddarmentzündungen, eingeklemmte Brüche,
                            Darmverschluß, Sepsis, unstillbare Blutungen nach Entbindung und verhaltene
                            Nachgeburt, Diphtherie mit hochgradiger Atemnot usw., diese und ähnliche Fälle,
                            bei denen das Leben durch ärztliche Hilfe bei sachgemäßer Behandlung hätte
                            erhalten werden können, wurden für die Krankenhausaufnahme höhnisch
                            abgeschlagen, während die Wachtposten wegen leichter Erkrankung sofort ins
                            Krankenhaus kamen, um dort wochenlang zu bleiben.



                            Wie bereits erwähnt, ging die Grausamkeit so weit, daß den Sterbenden der letzte
                            Trost und Beistand versagt wurde. Zwar versuchten die Geistlichen beider
                            Konfessionen immer wieder, den Lagerkommandanten zu bewegen, ihnen zu den
                            Kranken und Sterbenden Zugang zu gewähren. Erzpriester O. führte deswegen unter
                            eigener Lebensgefahr mit den höheren polnischen Behörden, wie dem Landrat von
                            Falkenberg als auch dem Lagerführer Gimborski, mutige Verhandlungen, aber leider
                            ohne Erfolg. Er wurde schließlich verlacht und mit Schüssen davongejagt. Nicht
                            einmal der ebenfalls ins Lager verschleppte katholische Geistliche, Pater D.,
                            durfte die Kranken und Sterbenden besuchen, abgesehen von einer einzigen
                            Ausnahme. Die polnische Geistlichkeit, an die ich mich in zahlreichen Schreiben
                            heimlich gewandt habe, überging diese vollständig und ohne Anteilnahme für uns.
                            Wie konnten sie auch Verständnis für solche Bedürfnisse in größter menschlicher
                            Not haben, da sie selber leider sehr oft von der Demoralisierung infiziert
                            waren. Die Wachtposten erzählten mir mehr als einmal, daß der neue polnische
                            Pfarrer von Lamsdorf, dem der deutsche, bei allen beliebte und hoch angesehene
                            Pfarrer T. zwangsmäßig hatte weichen müssen, jede Nacht dem Trunke huldige und
                            morgens dann mit Verspätung wankenden Schrittes die Kirche betrat. Ich
                            beobachtete selber, wie aus der vorbeiziehenden Fronleichnamsprozession der
                            polnische Pfarrer von Falkenberg in vollem Ornat von zwei Milizianten gestützt
                            herausgeführt wurde, weil er völlig betrunken war und das Gleichgewicht verloren
                            hatte.





                            Nur mit Entrüstung konnte ich feststellen, ohne es verhindern zu können, wie den
                            Schwerkranken in den eisigkalten Wintermonaten bei offenen Fenstern und
                            undichter Bedachung Decken vom Körper gerissen und als Beute eingesteckt wurden.
                            Voller Verzweiflung mußten wir zusehen, wie die Fieberkranken und Sterbenden mit
                            Peitschen geschlagen wurden, oder wie man selbst schwerkranke Frauen und Mädchen
                            von 14 Jahren brutal und mit sadistischen Methoden vergewaltigte, zumal ich ja
                            die Gewißheit hatte, daß diese Bestien alle geschlechtskrank waren. Dafür wurden
                            nach solchen unmenschlichen Schandtaten die beim Kommandanten von der UNRA
                            abgelieferten Medikamente, wie zum Beispiel einmal etwa 5000
                            Sulfonamid-Tabletten unter höhnischem Gelächter der versammelten
                            Wachmannschaften vor meinen Augen zertreten.





                            Die Schändungs- und Vergewaltigungsakte erfuhren ihren Höhepunkt durch folgende
                            Anordnung des Kommandanten Gimborski in Zusammenarbeit mit Fuhrmann: Anfang
                            Oktober 1945 sollten alle Frauen und Mädchen im Alter von 15 bis 40 Jahren von
                            mir auf Geschlechtskrankheiten untersucht werden. Diese Anordnung war schon
                            deswegen unsinnig,
                            • hanys_hans Re: Die Hölle von Lamsdorf 20.11.06, 18:38
                              Diese Anordnung war schon deswegen unsinnig, weil keinerlei Untersuchungsgeräte
                              zur Verfügung standen. Unter dem geilen Grinsen und Gelächter der versammelten
                              Posten wurden die Frauen und Mädchen vorgeführt und sollten sich nun in
                              Anwesenheit der betrunkenen Soldateska entkleiden. Ich protestierte dagegen und
                              verweigerte die Durchführung der Untersuchung, so daß ich wieder mit der
                              vorgehaltenen Pistole bedroht wurde. Ein Teil der Frauen wurde brutal vergewaltigt.





                              Am Mittag des 4. Oktober 1945, der für sehr viele Männer und der Todestag wurde,
                              brach in der Baracke 12 ein Brand aus, dessen Ursache nie geklärt wurde. Während
                              in der Wachstube Orgien mit Wodka gefeiert wurden, wobei sich auch ein
                              Brandsachverständiger mit Namen Nowack in Gestalt eines polnischen
                              Feuerwehroffiziers befand, entstand plötzlich ein Brand. Der Lagerkommandant
                              Gimborski war mit seinen Milizianten an der Brandstelle, bevor die Gefangenen
                              überhaupt ahnten, was geschehen war. Das Lager wurde alarmiert. Durch Hetze,
                              ungerechtfertigte Vorwürfe und Anschuldigung­en, Fluchen und Treiben und Schläge
                              wurde eine unvorstellbare Panik unter den an und für sich schon in Schrecken
                              lebenden Männern und Frauen hervorgerufen. Alles sollte den Brand löschen, womit?

                              Etwa 30 Posten liefen mit vorgehaltenen Schußwaffen hinter den ratlosen nach
                              Löschmitteln suchenden Menschen, wobei sie einen Kordon um die Brandstelle
                              bildeten und ihre Gewehre und Maschinengewehre schußfertig machten. Da fiel auch
                              schon der erste Schuß als Signal zum Beginn eines furchtbaren Massakers. Man
                              schoß nunmehr ununterbrochen und unterschiedslos auf jeden, der von der Hitze
                              zurückgetrieben und in die Nähe des Postenringes kam. Es waren durchweg
                              wohlgezielte, in voller Ruhe und Grausamkeit abgegebene Kopfschüsse, oft aus
                              einer Entfernung von 1 - 3 m. Andere wurden bei lebendigem Leib in die Flammen
                              getrieben. Die Posten munterten sich gegenseitig lachend auf und wetteiferten
                              miteinander in ihren Abschußzahlen.



                              Nach der Verbrennung der Baracke ging die Jagd auf Menschen im Lager weiter und
                              damit auch das Erschießen. Überall und fernab von der Brandstelle lagen am
                              nächsten Tage die Leichen der Erschossenen. Jeder, der einem Wachtposten
                              begegnete, verlor sein Leben. So wurde der Sanitäter F., der die
                              Rote-Kreuz-Binde deutlich sichtbar am linken Arm trug, auf dem Wege zu einem
                              kranken Kinde, dem er etwas Suppe bringen wollte, von dem berüchtigten Ignaz
                              durch Genickschuß getötet. Ähnlich erging es einer alten Frau, die gerade bei
                              mir zwecks Aufnahme im Lazarett weilte. Diese nahm der berüchtigte Ignaz aus dem
                              Arztzimmer und erschoß sie am Rande eines Massengrabes.

                              Der deutsche Stubenkommandant L., bei seinen Kameraden wegen seines rigorosen
                              Verhaltens und bei den Polen wegen seiner Denunziationen bekannt, bat diesen
                              Ignaz, einen Mann aus seiner Stube wegen angeblicher Geisteskrankheit zu
                              erschießen, was auch sofort erfolgte. Es handelte sich dabei um den Deutschen
                              M., der Vater von 6 Kindern war und durch die Brandkatastrophe einen
                              Nervenzusammenbruch erlitten hatte.





                              Der Lehrer O. aus Moschen und ein unbekannter weißhaariger Schulrektor aus
                              Mangersdorf wurden ohne ein Wort zu verlieren auf der Straße durch Stirnschüsse
                              getötet.



                              Über die Zahlen der beim Barackenbrand verlorenen Toten gibt es genaue
                              Feststellungen. Ich wurde mit vorgehaltener Pistole durch den Kommandanten
                              Gimborski gezwungen, dem grausamen Massenmor­den zuzusehen und die Toten nach
                              drei verschiedenen Richtungen hin entfernen zu lassen, um den Überlebenden
                              unmöglich zu machen, zu einer annähernd richtigen Schätzung zu kommen. Ich habe
                              die Toten, die in panikartiger Stimmung von Männern und Frauen verscharrt
                              wurden, außer von den offiziell damit beauftragten Kommandos gezählt.



                              Es waren:

                              36 Männer und 11 Frauen (diese wurden erschossen);

                              25 Männer und 15 Frauen (diese waren in den Flammen verbrannt und wurden von mir
                              als verkohlte Leichen festgestellt);

                              285 Männer und Frauen (diese wurden mit Gewalt aus der Krankenstube ins
                              Massengrab geworfen, wobei sie entweder vorher durch Genickschuß getötet oder
                              durch Kolbenschläge betäubt, noch lebendig ins Grab geworfen wurden);

                              209 Männer und Frauen (diese starben am nächsten Tage oder einige Stunden später
                              an den Folgen der während der Katastrophe erlittenen Schuß- oder
                              Körperverletzungen).



                              Daß dieser Massenmord bis heute keine Sühne fand, liegt wohl daran, weil alle
                              nachträglich mit einer gewissen Oberflächlichkeit eingeleiteten Untersuchungen
                              frucht- und erfolglos verlaufen mußten, zumal die noch heute lebenden Zeugen des
                              Brandes vom 4. 10. 1945 zum Stillschweigen gezwungen wurden. Es kamen zwar
                              mehrmals nach dem Brande Vertreter der Wojewodschaft, aber die verängstigten
                              Lagerinsassen erhielten von dem Lagerführer Fuhrmann abends vorher genaue
                              Anweisungen über die zu gebenden Antworten. Durch schwerste Bedrohungen
                              eingeschüchtert, wagte niemand die Wahrheit zu sagen, aus Angst vor einem
                              qualvollen Tod. Ähnlich verhielt es sich auch, wenn Abgeordnete einer
                              übergeordneten polnischen oder alliierten Dienststelle kamen und die Männer
                              fragten, ob sie mißhandelt würden, oder wie die Verpflegung sei. So kam die
                              Wahrheit niemals an den Tag.





                              Niemand kann bestreiten, daß die polnischen oder alliierten Behörden von
                              ungeheuerlichen Greueltaten und den hohen Sterbeziffern im Lager Lamsdorf
                              wußten. Eines Tages wurde der Mordkommandant Gimborski seines Dienstes enthoben,
                              und man versuchte die wenigen am Leben verbliebenen Deutschen damit zu trösten,
                              daß der für schuldig befundene Kommandant zum Tode verurteilt würde oder
                              wenigstens 10 Jahre Zuchthaus erhielte. Bald aber erfuhr man die Wahrheit, daß
                              der Kommandant wieder frei sei und sogar befördert wurde. Er wurde sogar vom
                              Mord an seiner Geliebten freigesprochen, die er 1945 unter Alkoholeinfluß im
                              Lager erschossen hatte.





                              Über die Toten durften keinerlei Aufzeichnungen oder Listen geführt en. Auch
                              nach außen hin durften keine Angaben gemacht werden, nicht einmal gegenüber den
                              eigenen Angehörigen, wie ja überhaupt jeder Briefverkehr mit der Außenwelt
                              verboten war, ebenso wie Unterhaltung mit Personen außerhalb des Lagers.





                              Ich führte dennoch als Arzt sorgfältig eine Liste über die Verstorbenen mit
                              Krankheitsbezeichnung und überantwortete diese bei meiner Abkommandierung der
                              Schwester Lucie W. unter Mitnahme einer Durchschrift.



                              De Polen behaupteten immer wieder, in der Nähe des Lagers Lamsdorf seien
                              angeblich 90 000 Polen von den Deutschen erschossen und in Massengräbern im
                              früheren russischen Kriegsgefangenenlager verscharrt worden. Eines Tages
                              erschien eine Kommission unter Führung eines hohen russischen Offiziers und
                              namentlich bekannter alliierter Offiziere, um die Angelegenheit der Massengräber
                              zu untersuchen. Die Lagerinsassen erhielten den Befehl, sofort geschlossen zum
                              Massenfriedhof zu marschieren und mit der Ausgrabung der Toten zu beginnen.



                              Soweit diese Arbeiten unter Aufsicht russischer Truppen ausgeführt wurden,
                              verliefen sie normal und unter einigermaßen menschlichen Bedingungen. Daß die
                              Menschen im Lager kein Essen erhielten, wußten die Russen nicht, soweit sie es
                              in Einzelfällen erfuhren, teilten sie ihr Brot mit den Unsrigen!



                              Aber an den abseits gelegenen Gräbern vollzogen sich Greuelszenen. Unsere
                              Männer und Frauen mußten unter furchtbaren Schlägen der polnischen Posten mit
                              den bloßen Händen die verwesten Leichen ausscharren von morgens bis abends.
                              Dabei kam es zu unvorstellbaren Bestialitäten. Frauen mußten auf Befehl der
                              polnischen Miliz die Leichen küssen und wurden mit diesen in schamlose Berührung
                              gebracht. Der Verwesungsgeruch der Leichen drang in die nassen Kleider und
                              abends in das Lager und in die Stuben. Der furchtbare Geruch ging wochenlang
                              nicht mehr heraus.

                              Nach einigen Tagen wurde ich unter Bewachung vorgeführt und gezwunge
                              • hanys_hans Re: Die Hölle von Lamsdorf 20.11.06, 18:39
                                Nach einigen Tagen wurde ich unter Bewachung vorgeführt und gezwungen, an der
                                ärztlichen Untersuchung der Leichen teilzunehmen. Bei keiner dieser Leichen
                                wurden Anzeichen einer gewaltsamen Todesursache festgestellt. Bei den
                                Verstorbenen handelte es sich um Russen. Es befanden sich auch einige Deutsche
                                darunter, wie man an den Erkennungsmarken feststellen konnte. Der russische
                                Offizier erklärte ruhig und sachlich in wenigen Worten unseren Leuten, die
                                Untersuchung habe für die Deutschen nichts Belastendes ergeben! Ich konnte die
                                Zahl der Toten nicht feststellen, es mögen annähernd 500 gewesen sein. (Es waren
                                die Opfer einer Tuberkulose- und Flecktyphus-Epidemie).





                                Nunmehr, als die Reihen bereits stark gelichtet waren, stand im Vordergrund des
                                Lagerterrors das Schänden der Frauen und Mädchen durch betrunkene Posten, die
                                nach ärztlicher Feststellung alle geschlechtskrank waren. Es wurden zwar von dem
                                neuen Kommandanten im März 1946 Vernehmungen durchgeführt und Protokolle
                                aufgesetzt zur Weiterleitung an die polnischen Regierungsstellen, die aber
                                leider ohne Erfolg blieben. Die Mörder und Schänder bewegten sich weiterhin frei
                                umher.



                                Die Hauptschuldigen aus dem Lager Lamsdorf sind der ehemalige Kommandant Ceslaw
                                Gimborski, sein erster Gehilfe Ignaz, seine Komplizen Antek, der
                                „Neunfingerige", der „Mörderling", Jan Fuhrmann und die übrigen mit Namen nicht
                                bekannten, sowie der Feuerwehrmann Nowack. Ignaz rühmte sich mir gegenüber
                                allein 24 Deutsche durch Kopfschuß getötet zu haben. Nach Absetzung des Mörders
                                Gimborski hörte der Massenmord in der bisherigen Form zwar auf, während die
                                Vernichtung durch Aushungerung und Seuchen weiterging. Ein gewisser Pawlik
                                schlug und mißhandelte Frauen und Jungen von 14 Jahren oder lieferte diese den
                                Mördern durch Denunziation zur Ermordung aus. Ein Vierzehnjähriger kam einmal
                                ins Revier, der über 60 Schläge mit einem Spatenstiel von dieser Bestie erhalten
                                hatte und schwere Blutergüsse mit eitrigen Prozessen davontrug.





                                Etwa im Dezember erschien eine Vernehmungskommission aus Falkenberg unter
                                Leitung des von dorther bekannten und wegen seiner Brutalität gefürchteten
                                polnischen Leutnants Kuczmerczyk, wieder in Begleitung des berüchtigten
                                Gimborski. Die Lagerinsassen sollten wieder vernommen werden über angebliche
                                Verstecke von Wertsachen „ausgewanderter" Deutscher. L. hatte bereits zwei
                                Monate vorher seine ehemaligen Landsleute bei den Polen angezeigt und diesen
                                große Werte in die Finger gespielt. Diese Vernehmungen verliefen wie üblich
                                unter den gräßlichsten Mißhandlungen. Das Geschrei der Gequälten drang jede
                                Nacht durch das Lager, währenddessen wurden Festgelage mit Wodka veranstaltet,
                                Frauen vergewaltigt, Kranke ihrer Bekleidung beraubt und nächtliche Razzien mit
                                Folterungen veranstaltet, während Sterbende in Gruben geworfen wurden.





                                Eine UNRA-Kommission hatte schließlich erfahren, daß im Lager ein Arzt
                                festgehalten wurde. Offenbar sind wohl einige Vorkommnisse in die weitere
                                Öffentlichkeit gedrungen. Ab Juni 1946 wurden in Lamsdorf plötzlich Entlassungen
                                durchgeführt. Ein Teil der Überlebenden sollte schnell nach Westdeutschland
                                transportiert werden. Auch ich wurde auf höheren Befehl entlassen, sofort als
                                Chef eines polnischen Krankenhauses eingesetzt und mit der Leitung der Inneren
                                Abteilung beauftragt. Aber mancher von denjenigen Deutschen, die im Juni
                                angeblich in die Heimat entlassen wurden, holte man aus dem zur Abfahrt
                                bereitstehenden Transportzug heraus, darunter Frauen und Kinder. Sie kamen
                                erneut in Arbeitslager und dort weiterhin Frondienste leisten. Viele von diesen
                                konnte ich durch ärztliche und materielle Hilfe unterstützen. Polnische Ärzte
                                hingegen lehnten durchweg eine Behandlung ab, da die Deutschen keine Mittel zur
                                Zahlung hatten. Eine rühmliche Ausnahme bildete der polnische Arzt Dr. Olcha in
                                Falkenberg. Die Deutschen waren weiter Freiwild und durften noch lange Zeit
                                nicht zu den Ihren.

                                Die chaotischen Zustände nach dem Zusammenbruch hatten sich in den zwei Jahren
                                meiner Inhaftierung nirgends geändert oder gebessert.
                                • hanys_hans Re: Die Hölle von Lamsdorf 20.11.06, 18:45
                                  Dr. med. Heinz Esser:

                                  Die Hölle von Lamsdorf

                                  Dokumentation über ein polnisches Vernichtungslager


                                  www.versandbuchhandelscriptorium.com/angebot/0815holl.html
                                  • oppelner_os Re: Die Hölle von Lamsdorf 20.11.06, 20:49
                                    Polacy sa do wszystkiego zdolni!
    • pistulka2 Re: Die Hölle von Lamsdorf 20.11.06, 22:17
      Te tlumaczenie jest mocno skrocone.
      • hanys_hans Re: Die Hölle von Lamsdorf 21.11.06, 18:18
        www.zdf.de/ZDFde/inhalt/25/0,1872,2004473,00.html
        Die Hölle von Lamsdorf

        Deutsche Zivilisten in polnischen Lager interniert

        In Polen steht der ehemalige Kommandant des Internierungslagers Lamsdorf wegen
        Verbrechen an Deutschen vor Gericht.

        Seit Anfang 2001 läuft ein Aufsehen erregender Prozess gegen Czeslaw Geborski,
        den ehemaligen Lagerkommandanten von Lambinovice, früher Lamsdorf. Der
        Milizoffizier a. D. muss sich vor einem Gericht in Opole für seine brutalen
        Vergehen gegen deutsche Internierte verantworten.

        Erster Prozess in Polen
        Zum ersten Mal in Polen sind Verbrechen an Deutschen Gegenstand einer
        Verhandlung. Geborski, vielfach von den Kommunisten ausgezeichnet, bekennt sich
        bis heute zu keiner Schuld. Er habe Häftlinge ins offene Feuer treiben lassen,
        lautet einer der Anklagepunkte. Viele der über hundert vernommenen Zeugen
        beschuldigen ihn der eigenhändigen Tötung von etwa 50 Menschen.

        • hanys_hans Re: Die Hölle von Lamsdorf 21.11.06, 18:19
          www.zdf.de/ZDFde/inhalt/25/0,1872,2004473,00.html
          Czeslaw Geborski - Kommandant im Lamsdorf

          Ehemals deutsches Kriegsgefangenenlager
          Die Wehrmacht hatte 1939 im schlesischen Lamsdorf eines der größten
          deutschen Kriegsgefangenenlager errichtet. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs
          wurden hier über 300.000 alliierte Soldaten unter unmenschlichen Bedingungen
          festgehalten. Durch Krankheiten, Hunger, Zwangsarbeit und Misshandlungen kamen
          Tausende Inhaftierte um. Allein von den sowjetischen Kriegsgefangenen, die
          besonders hart behandelt wurden, starben 40.000 in Lamsdorf und wurden in
          Massengräbern verscharrt.

          Inhaftierte deutsche Frauen bei der Exhumierung von Gräbern Kriegsgefangener

          Polnische Milizen nahmen grausam Rache
          Nach Kriegsende wurde Schlesien auf Beschluss der Siegermächte Polen
          zugeteilt. Polnische Behörden übernahmen das Territorium - und schrieben die
          grausame Geschichte von Lamsdorf weiter. Auf der Flucht vor der Roten Armee
          hatten viele Schlesier ihre Heimat verlassen. Die Deutschen, die geblieben
          waren, wurden in Sammellagern interniert.

          In Oberschlesien entstanden im Sommer 1945 sieben Lager, von denen das
          Arbeitslager Lamsdorf das berüchtigtste war. Gewaltexzesse der polnischen
          Wachmannschaften gehörten zum Alltag - ehemalige Häftlinge erinnern sich bis
          heute schmerzvoll an die "Hölle von Lamsdorf". Systematische Vernichtung, wie in
          den deutschen KZs, gab es hier nicht - aber unkontrollierte Rache. Über tausend
          der insgesamt 9000 internierten Deutschen wurden getötet.

          • hanys_hans Re: Die Hölle von Lamsdorf 21.11.06, 18:20
            www.zdf.de/ZDFde/inhalt/25/0,1872,2004473,00.html
            Tabu-Thema in Polen

            In kommunistischer Zeit waren Vergehen an Deutschen in Polen ein
            Tabu-Thema. Überlebende, die auf die Verbrechen aufmerksam machten, wurden des
            Revanchismus bezichtigt. Heute, im demokratischen Polen, wird auch die
            Nachkriegsgeschichte von Lamsdorf endlich aufgearbeitet. Die Opfer werden
            namentlich benannt, und ihrer wird öffentlich gedacht.

            Buchempfehlung:
            Der polnische Historiker Edmund Nowak hat die Geschehnisse in Lamsdorf untersucht:
            Schatten von Lambinovice. Versuch einer Rekonstruktion der Geschichte des
            Arbeitslagers in Lambinovice in den Jahren 1945/46. Opole 1994.


            • ballest Re: Die Hölle von Lamsdorf 21.11.06, 18:31
              tak richtig, to Poloki se za tyn tymat nie wzieli!

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