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Lola Potok

23.02.08, 18:45
Lola Potok (* 20. März 1921 in Będzin; † nach 1997, in Australien ?)
war Holocaustüberlebende und von Februar bis November 1945 als
Mitglied der polnischen Geheimpolizei Urząd Bezpieczeństwa
Kommandantin des Gefängnisses in Gliwice im ehemaligen Oberschlesien.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Besatzungszeit
2 UB
3 Emigration
4 Literatur
5 Weblinks



Besatzungszeit [Bearbeiten]Potok lebte nach dem Polenfeldzug 1939
unter deutsche Besatzung in Schlesien. Um einer Deportation zu
entgehen, heiratete sie im August 1941 Schlomo Ackerfeld und gebar
im April 1942 eine Tochter. Nach Ghettoaufenthalt ab Herbst d.J.
wurde die Familie am 1. August 1943 ins KZ Auschwitz deportiert, wo
man ihr das Kind wegnahm. Potok fertigte dort Munition in einer
Rüstungsfabrik. Am 18. Januar 1945 evakuierte die SS das Lager; auf
dem Todesmarsch gelang ihr die Flucht. Zehn ihrer Verwandten starben
im KZ, darunter ihre Mutter.


UB [Bearbeiten]Vier Wochen später, am 13. Februar 1945, wurde sie
von der polnischen UB (Ministerium für öffentliche Sicherheit), bei
der sie sich beworben hatte, zur Gefängniskommandantin in Gleiwitz
ernannt. Das Gefängnis hatte etwa 50 Aufseher mit überwiegend
jüdischer Abstammung die 500–1000 meist Deutschstämmige bzw.
Polendeutsche bewachten. Es diente dem Geheimdienst zur Untersuchung
von Nazikollaboration. Die Verdächtigen wurden gefoltert,
vergewaltigt und waren den Aggressionen der ehemaligen KZ-Häftlinge
und Partisanen ausgeliefert, was Potok, die selbst Vernehmungen
durchführte, mehrere Monate lang forçierte. Etwa 15% starben an
Typhus. Nachdem sie die gewünschten Geständnisse unterschrieben
hatten, wurden die Verdächtigen in das Arbeitslager Zgoda Salomon
Morels verlegt, einige wenige auch entlassen. Im Herbst 1945 verließ
Potok, wie die meisten jüdischen Mitarbeiter der UB, die
Volksrepublik Polen.


Emigration [Bearbeiten]Lola Potok gelangte über die SBZ in die
westlichen Besatzungszonen und ging nach Paris, wo sie ihren
künftigen Mann Michal Blatt traf, den sie später in Deutschland
heiratete. Beide verzogen 1948 in die USA. In New York lernte sie
Englisch und arbeitete in der Arztpraxis ihres Mannes. Sie kaufte
einen bankrotten, Chapter 11 - Flugzeugausrüster für 25.000 $
(Aircraft supplies, (Clifton (New Jersey)), schloss einen
Liefervertrag mit der US Luftwaffe und entwickelte das Unternehmen
in den 80er Jahren zu einem Jahresumsatz von 10 Mio US$. Nach ihrer
Scheidung zog sie 1986 nach Kalifornien in die Nähe ihrer vier
Töchter.

Potok, die Apartments in New York und Rio de Janeiro unterhielt,
lebte zuletzt in Australien. Sie litt an der Alzheimer-Krankheit.
Ihr Leben recherchierte John Sack.

de.wikipedia.org/wiki/Lola_Potok#Literatur
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    • szwager_z_laband Re: Lola Potok 23.02.08, 18:48
      www.johnsack.com/images/lola.jpg
    • szwager_z_laband Re: Lola Potok 19.03.08, 17:41
      www.telewizja.gliwice.pl/artykul.php?id=761

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