04.02.10, 11:48
Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie fordern eine Begründung, wie es dazu kam, dass mein Zaun von
einem Sturm
zerstört worden ist.
Nach anfänglicher Ratlosigkeit, was man da wohl schreiben soll, ich
dennoch
gezwungen bin zu antworten, um meine Pflichten als
Versicherungsnehmerin
nachzukommen, trage ich nun ordnungsgemäß vor:
"Die Sonne wärmt die Luft weltweit unterschiedlich. Wo sie senkrecht
auf die
Erde trifft (am Äquator), wärmt sie stärker als da, wo sie schräg
auftrifft (Nord- und Südpol).
Und über Land wärmt sie stärker als über dem Meer. Aufgewärmte Luft
dehnt sich aus,
der Luftdruck wird an diesen Stellen höher (man nennt das "Hochs").
An kühleren Stellen bleibt der Luftdruck niedrig ("Tiefs"). Die Luft
versucht, diese
Druckunterschiede wieder auszugleichen:
Sie strömt von Gebieten mit hohem Luftdruck in Gebiete mit niedrigem
Luftdruck - je größer die Druckunterschiede sind, umso schneller
bewegt sich
die Luft; mit 6 Km/h, nennt man das Wind. Ab 75 Km/h nennt man diese
Bewegung
Sturm, ab 118 Km/h Orkan.
So schnell ist die Luft aber nur bei extremen Druckunterschieden.
Ein solcher
Druckunterschied lag am Schadenstag über Deutschland vor. Zur
Unglückszeit
passierte schnelle Luft den Großraum Hessen, wobei sie auch durch
Asterode
und an meinem Haus vorbeikam. Da mein Haus der schnellen Luft im
Wege stand,
sollte es weggepustet werden. Das jedoch ließ mein treuer Zaun nicht
zu.
Um das Haus zu schützen, hat sich mein armer Zaun mit aller Kraft
gegen die
schnelle Luft gestemmt. Es gelang ihm zunächst, sich und das Haus
erfolgreich
zu verteidigen, so dass die schnelle Luft gezwungen war, den Weg
durch das
Nachbarhaus zu nehmen.
Als das große Dach des Nachbarhauses in einem Stück vorbeigeflogen
kam, was
nur in sehr seltenen Fällen vorkommt, muss mein Zaun erschrocken
oder zumindest
kurz abgelenkt gewesen sein. Die schnelle Luft hat ihre Chance
sofort genutzt und
meinen treuen Zaun heimtückisch niedergedrückt. Der Held brach
zusammen und
starb noch am Boden liegend vor dem Haus, welches er jedoch immerhin
erfolgreich
beschützt hatte."
Das ist meiner Ansicht nach der Vorgang, so wie er sich real
zugetragen hat.
Es könnte jedoch auch weniger dramatisch gewesen sein und der Fall
ist als
ganz gewöhnlicher Sturmschaden zu behandeln, dem nichts hinzuzufügen
ist,
außer, das an dem Tag in Asterode - wie in ganz Deutschland - Sturm
war.
Sollte weiterer Vortrag notwendig sein, Zeugenaussagen begehrt oder
Ihrer
Ansicht nach eine Obduktion des Zaunes erforderlich sein, stehe ich
gerne
zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Obserwuj wątek
    • donnerbalken Re: Sturm ... 04.02.10, 11:57


      Sehr amüsant und lustig....

      Wer hat aber die ? Rechte für die Geschichte?
    • drugiich Re: Sturm ... 04.02.10, 12:35
      forum.gazeta.pl/forum/w,51283,106749032,106751649,Re_proponuje_nauke_jezyka_rosyjskiego_.html

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