szwager_z_laband 24.12.11, 09:34 www.youtube.com/watch?v=ebdhl2gcxNQ Odpowiedz Link Obserwuj wątek Podgląd Opublikuj
szwager_z_laband Re: Dzieciontko u Sorbow 24.12.11, 09:47 Das Weihnachtsfest Die überragende Bedeutung des Weihnachtsfestes spricht schon aus dem deutschen und dem sorbischen Namen. Weihnacht ist die heilige Nacht, sorbisch hody, das heißt „die Zeit“. Der Weihnachtsabend heißt sorbisch patorzica. Wahrscheinlich bedeutet es Hirtenabend. Es war auch ein Ehrenabend für die Dorfhirten. Sie durften Kuchen singen gehen wie zur Kirmes. Bei den Sorben gab es zur patorzica früher neunerlei Gerichte oder wenigstens Zutaten. Der Kamenzer sorbische Prediger M. Conrad berichtet uns 1782 in den Görlitzer „Provinzialblättern“: „Am Tage vor dem heiligen Weihnachtsfeste warten sie mit dem Essen bis auf den Abend und genießen alsdann neun Gerichte, als Erbsen, Heringe, abgetrocknete Pilze, Erdbirnen, Obst und Zugemüse.“ Von den Erbsen warfen sie noch um die Jahrhundertwende einen Löffel voll in die Stubenecke. Das war eine Opfergabe für die Hausgeister. Diesen Sinn hatte schon vor 300 Jahren der erste sorbische Volkskundler Abraham Frenzel aus Großpostwitz erkannt: „Sorben und auch einige Deutsche haben an dem Christabend die Gewohnheit, dass sie etliche hartgekochte Erbsen mit den Händen in alle vier Winkel der Stube werfen und geben vor, dass ihnen davor das neue Jahr über alles vollauf in der Nahrung sein werde.“ 1782 berichtet Jan Hortzschansky in seiner Abhandlung „Von den Sitten und Gebräuchen der heutigen Wenden“: „Am heiligen Abend vor dem Weihnachtsfeste legen einige Stroh unter den Tisch, wenn sie essen. Davon knüpfen sie Seile und binden solche um fruchttragende Bäume, damit das Obst besser gerate.“ Der Christbaum Vor hundert Jahren erschien auf dem Lausitzer Weihnachtstisch die grüne Fichte. Jan A. Smoler schreibt 1841 in seinem „Volksliedern der Wenden“: „In der Christnacht wird auch bei den Sorben für die Kinder ein Christbaum angeputzt und mit Äpfeln, Nüssen und Pfefferkuchen behangen, sie auch außerdem mit kleinen Geschenken bedacht, von denen ihnen gesagt wird, das Gotteskind habe sie gebracht (boze dzeco je wobradzalo).“ Dabei reitet das Christkind auf einem Schimmel und artige Kinder legen ihm am Abend Heu vor das Hoftor. In seiner heutigen Gestalt ist der Christbaum jung, aber seine Elemente sind alt: Blattgrün, brennende Lichter und Äpfel gehören zum Bestand der antiken Kalenderfeier. Den ersten Beleg über den Weihnachtsbaum haben wir aus Straßburg im Jahre 1605, aber er hatte noch keine Lichter und bildete nicht den Mittelpunkt der Bescherung. Als solchen finden wir ihn zum ersten Male in Sachsen, und zwar 1737 in Zittau. Hier wurde damals jedem Familiengliede ein mit Lichtern geschmücktes Christbäumchen aufgestellt. Doch dieses zeitliche Ereignis blieb ein vereinzelter Stadtbrauch und verbreitete sich nicht einmal im Zittauer Kreis. Durch viele Nachfragen wurde festgestellt, dass man im Landkreis Zittau 1870 noch keine Weihnachtsbäume hatte, aber dass 10 Jahre später die dortigen Heimweber sie schon kannten. Das wichtigste Merkmal des Christbaums sind die Kerzen. Aber in alter Zeit waren sie sehr teuer. Sie wurden aus Bienenwachs hergestellt. Solche Wachskerzen konnten sich die Fronbauern, Hof- und Heimarbeiter nicht leisten. Sie beleuchteten ihre Stuben mit Kienspänen, Talg- und Oellichteln, bevor sie das Petroleum kannten. Darum hielten sie viel länger an der Christpyramide fest, die neben dem Christbaum entstanden war, weil sie sie auch mit ihren primitiven Lichteln beleuchten konnten. Erst als die Wissenschaftler das Stearin und Paraffin erfanden, konnte sich das Volk diese Kerze eher kaufen, weil sie billiger waren, und es übernahm dadurch auch den ehemals bürgerlichen Lichterbaum. So können wir im allgemeinen sagen, dass er sich in Folge der wirtschaftlichen Entwicklung der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts in jeder Familie einbürgerte. Die Weihnachtsbescherung Auf anderem Boden als der Christbaum ist die Sitte der Bescherung gewachsen. Schon im alten römischen Reich war es Brauch, am Neujahrstag sich gegenseitig zu beschenken. Schenken zum Jahresbeginn ist ein Anfangszauber, der für das ganze Jahr Einnahmen gewährleisten soll. Von den Kamenzer Sorben teilt uns M. Conrad mit: „Am Neujahrstage werden die Kinder bis zum siebenten und achten Jahr von ihren Paten mit Semmeln und Pfefferkuchen beschenkt, welche sie „nowe letko“ (neues Jährchen) nennen, und es müssen soviel Semmeln gekauft werden, als sie Patenkinder haben, welches manchem viel genug kostet. Allen Bäckern in ist zu dieser Zeit erlaubt, Semmeln zu verkaufen.“ In der übrigen Lausitz haben die Sorben noch zu M. Conrads Zeiten dieses „nowe letko“ am Abend vor dem Neujahr und dem Dreikönigstage selbst gebacken in Gestalt von Kühen, Schafen, Schweinen, Gänsen und dergleichen. Diese Figuren wurden teils von den Kindern ihren Paten geschenkt, von denen sie ein Gegengeschenk erhielten, teils aber dem Vieh zum Fressen gegeben, damit es gut gedeihe und nicht erkranke. Diese schöne Neujahrssitte wurde mit der Verbreitung des Christbaums auf Weihnachten verlegt. Im Laufe der Zeit ist ja jede Verteilung von Gaben auf das Geburtsfest Christi gelegt worden. Zuletzt fiel auch die Beschenkung der Kinder durch den heiligen Nikolaus weg. Aus der Beschenkung der Kinder am Dreikönigstag ist wohl die sorbische Vogelhochzeit entstanden. Odpowiedz Link
szwager_z_laband Re: Dzieciontko u Sorbow 24.12.11, 09:52 Viele Familien in der ostsächsischen Gegend, in der die slawische Minderheit zu Hause ist, bevorzugen am Heiligen Abend Bockwurst mit Kartoffelsalat. „Das ist jedoch nichts speziell Sorbisches“, sagt Stefan Mahling, der Wirt vom Bautzener Restaurant „Wjelbik“. Das Essen ließ sich gut vorbereiten, bevor die Leute in die Kirche gingen. Bei Mahlings gab es dagegen früher am 24. Dezember die feine schlesische Bratwurst mit einem Hauch von Zitrone. „Damit bin ich groß geworden“, gesteht der Sorbe, dessen Großmutter aus Schlesien stammte. An diesem Brauch hält der Koch jedoch nicht mehr fest. Zum diesjährigen Fest bringt er wahrscheinlich Karpfen auf den Tisch. Fisch dieser Art konnten sich früher nur wohlhabende Leute leisten, erzählt Maria Mazalla. Die Sorbin führt in Grubschütz bei Bautzen ein Landhotel und einen Gasthof. „Wir essen zum Heiligen Abend Gans“, verrät die Wirtin. Zu Weihnachten sei es der einzige Tag, an dem die Familie in Ruhe zusammen ist. Bei den Weihnachtstraditionen in der zweisprachigen Region habe sich durch Einflüsse aus anderen Gegenden im Laufe der Zeit manches gewandelt, stellt Martin Walde, Wissenschaftler am Sorbischen Institut in Bautzen, fest. So haben längst auch der lichtergeschmückte Weihnachtsbaum, Adventskranz, Schwibbögen, Pyramiden oder Figuren wie Engel und Bergmann in sorbischen Familien Einzug gehalten. Allenfalls im Nordosten Sachsens hat sich eine wirkliche Besonderheit erhalten: In den Dörfern um Schleife etwa wird noch heute das Sorbische Christkind in der Adventszeit herumgeführt. Wen das junge Mädchen in Brauttracht und mit weißem Schleier vor dem Gesicht besucht, dem soll es Glück und Segen bringen, so sagt der sorbische Volksmund. Odpowiedz Link