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aby slonske fany ...

16.11.08, 15:53
Hunderttausend Menschen entschieden sich für eine Nationalität, die
es offiziell nicht gibt: die schlesische. Das stärkt das Verlangen
nach mehr regionaler Selbstbestimmung, aber auch den Verdacht, die
alten deutschen Gebiete wollten weg von Polen. Die Konflikte
entladen sich im Sport.

An den Rändern der Bürgersteige sind Bäume gepflanzt, und doch
möchte man die stille Straße nicht Allee nennen. Dazu mutet sie zu
bescheiden an. Die Fassaden der zweistöckigen Häuser sind
geschwärzt. Solche Straßen gibt es im Ruhrgebiet. Doch an dieser
parkt kaum ein Auto und auf ihr spielen Kinder Fußball. Es ist eine
Straße am Rand der oberschlesisichen Industriestadt Gliwice, die bis
1945 Gleiwitz hieß. Hier steht das Geburtshaus von Lukas Podolski,
hier lebt noch seine Großmutter.

Podolski kam im Alter von zwei Jahren nach Köln. Dennoch forderte
ein polnischer Abgeordneter, nachdem der Bayern-Stürmer bei der
Europameisterschaft zwei Tore gegen Polen schoss, diesem solle
aberkannt werden, was er nicht besitzt - die polnische
Staatsbürgerschaft. Der lächerliche Vorgang, den auch polnische
Kommentatoren genussvoll ausschlachteten, verweist auf die
politischen Komponenten, die der Fußball so oft enthält. Auch hier
in Schlesien.

In der Vergangenheit gerieten schlesische Fußballer immer wieder in
die Nationalitätenkonflikte zwischen Polen und Deutschen. Spielten
sie für Polen, galten sie Deutschen als Verräter, spielten sie für
Deutschland, wurden sie in Polen gebrandmarkt. Eine Ausstellung in
Berlin, organisiert vom Gleiwitzer „Haus für deutsch-polnische
Zusammenarbeit“, an deren Eröffnung auch der polnische Botschafter
teilnahm, zeigt solche Schicksale. Es gibt aber neuerdings auch ein
Beispiel dafür, dass die ganz enge nationale Sicht erweitert wird.
In Gleiwitz’ Nachbarstadt Zabrze, die zwischen 1915 und 1945 nach
dem Feldmarschall Hindenburg benannt war, erhielt ein Fußballstadion
den Namen des Spielers Ernst Pohl, obwohl der nach Essen
ausgewandert war. Die Namensgebung war lange umstritten. Denn die
politische Aufladung des Fußballs ist nicht nur Vergangenheit.

Das erfuhren einige junge Leute, die in einer Kneipe in der
oberschlesischen Bezirkshauptstadt Kattowitz beim Spiel Deutschland
gegen Polen Podolskis Tore beklatscht hatten. Sie wurden verhauen.
Selbst im österreichischen Klagenfurt, wo dieses Spiel stattfand,
kam es auf der Seite der polnischen Zuschauer zu einem merkwürdigen
Vorfall. Dort wurden zwei Männer und eine Frau attackiert, obwohl
die Frau einen polnischen Fan-Schal trug. Die beiden Männer aber
trugen Trikots mit dem schlesischen Adler. Die Angreifer wohnen auch
in Schlesien: Stadträte aus dem Geburtsort von Miroslaw Klose, der
Bezirkshauptstadt Oppole (Oppeln). Die Räte benahmen sich erst
manierlich, nachdem ihnen klar geworden war, dass sie erkannt worden
waren.

Solche Vorfälle registriert Jerzy Gorzelik, der Vorsitzende
der „Bewegung für die Autonomie Schlesiens“. Warschauer
Nationalisten unterstellen ihm gern, er wolle Schlesien erst
unabhängig machen und dann an Deutschland anschließen. Als er mit
einigen Gesinnungsfreunden Anfang Mai in Warschau demonstrierte,
wurde in der nationalgesinnten Presse nur berichtet, dass die
Demonstranten einige deutsche Ortsbezeichnungen verwendet hatten.
Dass sie auch polnische Namen geschrieben hatten, blieb unerwähnt.
Dabei ist Gorzelik alles andere als ein Separatist. Er möchte aber,
was auch in anderen Landesteilen Polens gewünscht wird: mehr
regionale Selbstbestimmung, am liebsten eine bundesstaatliche
Verfassung für den nach französischem Muster organisierten
Zentralstaat, der nur wenig Dezentralisation zulässt.

Brisanz erhalten Gorzeliks Aktivitäten, weil bei der letzten
Volkszählung in Polen, 2002, sich mehr als 100 000 Menschen zu einer
Nationalität bekannten, die es in Polen offiziell gar nicht gibt.
Sie bezeichneten sich weder als Polen noch als Deutsche, sondern als
Schlesier.

Gorzeliks Bewegung mit 7000 Mitgliedern und etwa 150 Aktivisten ist
also alles andere als die Schau eines Einzelnen. Sie formuliert ein
weit verbreitetes Gefühl. Bisweilen tritt sie - so bei Lokal- und
Bürgermeisterwahlen - als Partei auf. Mit dieser Methode ist sie vor
allem in der alten Kreisstadt Rybnik und deren Umgebung erfolgreich.
Das mag damit zu tun haben, dass hier viele Menschen leben, die sich
ihrer deutschen Herkunft verbunden fühlen. So sehr sich Gorzelik
über die Wahlerfolge freut, so sehr legt er doch Wert auf Distanz zu
der durch Gesetz und internationale Abkommen geschützten deutschen
Minderheit. Diese vernachlässige, sagt er, die freiheitlichen, anti-
totalitären deutschen Traditionen. Vor allem aber möchte Gorzelik
als loyaler Pole wahrgenommen werden, der nur mehr Rechte für die
Region fordert, in der er lebt. Öfter als Partei zeigt sich die
Autonomie-Bewegung deshalb als Verein, der die kulturellen
Eigenarten vor allem Oberschlesiens betont.

Anders als die deutsche Minderheit in Schlesien, die immer älter
wird und - nachdem die urspüngliche Mehrheit geflüchtet oder
vertrieben war - seit den 80er Jahren durch mehrere Ausreisewellen
zusätzlich geschwächt wurde, erfreut sich die Autonomie-Bewegung
regen Zulaufs vor allem junger Intellektueller. Die Bewegung will
nämlich nicht nur die deutschen, sondern alle Traditionen dieses
Landes - auch die tschechisch-böhmischen, die ungarischen, die der
Industriekultur - im Bewusstsein halten. Sie will keine Sonderrechte
für bestimmte Minderheiten, sondern regionale Selbstbestimmung: „Was
für Oberschlesien wichtig ist, sollte in Oppeln und Kattowitz
entschieden werden,“, sagt Gorzelik.

Den Blick auf die verschiedenen Traditionen des Landes verbindet die
Autonomiebewegung mit einem Modernisierungsprogramm für das heutige
Polen. Dort steuert der Staat immer noch wichtige Industrien wie
etwa den Bergbau. Diese Mischung aus offenem Blick auf die
Vergangenheit und Streben nach wirtschaftlicher Effizienz macht die
Autonomie-Bewegung attraktiv.

Vielfalt ist das Schlüsselwort, das der Kunsthistoriker Gorzelik
nicht nur gegen die deutsche Minderheit, sondern auch gegen
zentralpolnische Kulturbestrebungen setzt. Denen unterstellt er ein
Streben nach Homogenität, das sich nur einem engen Kultur-Kanon
verpflichtet fühle. Gorzelik betont dagegen, die angestrebte
Vielfalt fange schon bei der Sprache an.

Während das Deutsche zwischen 1970 und 1990 durch eine gezielte
Kulturpolitik marginalisiert wurde, lebt noch ein schlesischer
Dialekt, der aus einer anderen Tradition kommt: das Wasserpolnisch.
Das hat eine polnische Sprachstruktur, die durch zahlreiche deutsche
Lehnworte und Betonungen so angereichert wurde, dass sie viele Polen
nur mit Mühe verstehen. Oder auch als Verhunzung ihrer Sprache
empfinden. Wer diesen schlesischen Dialekt benutzt, weiß Gorzelik,
gerät oft bei auch in Schlesien ansässigen nationalbewussten Polen
in den Verdacht, kein Pole sein zu wollen.

Dabei übersieht der Blick aufs nationale Ganze das Naheliegende. In
den Schulen Oberschlesiens gibt es keine Heimatkunde. So findet die
Jugendorganisation der Autonomie-Bewegung ein reiches
Betätigungsfeld: Sie besucht jüdische Friedhöfe, alte Industrie-
Anlagen, Städte mit historisches Bausubstanz.

Freilich: Während Breslau es geschafft hat, große Teile der dort
lebenden intellektuellen Schichten an sich zu binden, die seine
Interessen formulieren und vertreten, steht dieser Prozess in
Oberschlesien noch am Anfang. Die Region hat es schwer, in anderen
Regionen Polens wahrgenommen zu werden.

Ein Beispiel dafür liefert wiederum der Fußball: 2012 findet die
Europameisterschaft in der Ukraine und in Polen statt. Das größte
Fußballstadion Polens ist bereits so ausgebaut, dass es voll
einsatzfähig ist. Es steht im alten König
Obserwuj wątek
    • szwager_z_laband Re: aby slonske fany ... 16.11.08, 15:54
      Ein Beispiel dafür liefert wiederum der Fußball: 2012 findet die
      Europameisterschaft in der Ukraine und in Polen statt. Das größte
      Fußballstadion Polens ist bereits so ausgebaut, dass es voll
      einsatzfähig ist. Es steht im alten Königshütte (heute Chorzow).
      Doch während heute schon festgelegt ist, dass in Warschau, Krakau,
      Posen gespielt wird, hat Königshütte noch keine Zusage.
    • cirano Re: aby slonske fany ... 16.11.08, 19:03
      A joby pod ta slonsko fana tako mniyjszo niymiecko pszipnol
      • kubiss Re: aby slonske fany ... 16.11.08, 20:20

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