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2004 droht neuer Pleite-Rekord

IP: *.dip.t-dialin.net 17.12.03, 20:32
Frankfurt/Main (dpa) - Die Pleitewelle in Deutschland droht 2004 einen neuen
Höchststand zu erreichen. Der Wirtschaftserholung fehlt nach Ansicht der
Wirtschaftsauskunftei Creditreform die Kraft, um den seit zehn Jahren
ununterbrochenen Negativtrend stoppen zu können. «Das prognostizierte
Wachstum von unter zwei Prozent ist zum Überleben zu wenig», sagte
Hauptgeschäftsführer Helmut Rödl in Frankfurt.

Er rechnet mit 40 000 bis 42 000 Unternehmenszusammenbrüchen nach
hochgerechnet 39 700 in diesem Jahr. Damit kletterte die Insolvenzzahl 2003
im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 Prozent nach oben.

Obwohl sich im 2. Halbjahr die Firmenschieflagen abschwächten, ist keine
Trendwende in Sicht. «Im günstigsten Fall verharren wir 2004 auf dem
diesjährigen Niveau», betonte Rödl. Insbesondere im Mittelstand sei die
finanzielle Situation wegen der zögerlichen Kreditvergabe der Banken, den
stark zunehmenden Ausständen und der fehlenden Eigenkapitaldecke
dramatisch. «Selten war die Lage bei den deutschen Mittelständlern elender
als heute.»

Bei den Privatpleiten und übrigen Insolvenzen werde es 2004 erneut einen
starken Anstieg auf 68 000 bis 70 000 geben. Im laufenden Jahr beträgt die
Zahl nach Schätzung von Creditreform 60 100 - fast 30 Prozent mehr als 2002.

Von den Firmeninsolvenzen waren im laufenden Jahr 613 000 Arbeitsplätze
betroffen - fast vier Prozent mehr. Der gesamtwirtschaftliche Schaden belief
sich auf 40,5 Milliarden Euro. Dies war eine Zunahme von 2,1 Milliarden
Euro. Dabei waren 2003 mehr traditionsreiche Unternehmen betroffen als
zuvor. Ein Drittel der betroffenen Betriebe war älter als zehn Jahre. Unter
anderem waren Grundig, Wienerwald und Aero Lloyd betroffen.

Während im Westen mit 29 700 fast zwölf Prozent mehr Unternehmen den Gang
zum Insolvenzrichter antreten mussten, ging in den neuen Bundesländern die
Zahl um knapp zehn Prozent auf 10 000 zurück. «Dies liegt aber eher daran,
dass im Osten für den Pleitegeier nicht mehr viel zum Fressen da ist»,
berichtete Rödl.

Vor allem im Dienstleistungssektor und im Handel gingen Betriebe die Luft
zum Überleben aus. Hier gab es ein Plus von 13,4 Prozent beziehungsweise 8,1
Prozent. Im krisengeschüttelten Baugewerbe wurden dagegen - insbesondere
durch den Rückgang in Ostdeutschland - 5,5 Prozent weniger Ausfälle
registriert. Bei einem Vergleich der Insolvenzen mit den existierenden
Betrieben zeige sich jedoch, dass immer noch der Bau am stärksten von
Pleiten bedroht ist.

Bei den Unternehmensgründungen gab es 2003 dagegen eine positive
Entwicklung. 761 000 oder sechs Prozent mehr Betriebe ließen sich in die
Handels- und Gewerberegister eintragen. Nach Abzug der Löschungen verblieb
sogar mit 105 000 ein um mehr als ein Viertel höherer Positivsaldo. Im
Bundesländer-Vergleich liegt dabei Nordrhein- Westfalen an der Spitze vor
Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Hessen.
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Nakarm Pajacyka