Gość: Giles
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29.01.02, 16:22
Aussiedlerbeauftragter Jochen Welt
warnt Landsmannschaften und BdV
Arnulf Hein
Der Aussiedlerbeauftragte der Bundesregierung, Jochen Welt (SPD), hat "mit
Besorgnis registriert", dass in Teilen der deutschen Minderheit in
Oberschlesien aus den Reihen der Landsmannschaften versucht werde, mit
revanchistischem Gedankengut Fuß zu fassen.
Diese Initiativen" der Landsmannschaft Schlesien und der Landsmannschaft der
Oberschlesier wertet Welt eindeutig als Verstoß gegen die 4 plus 2-Verträge,
den Freundschaftsvertrag mit Polen und die gutnachbarschaftlichen Beziehungen".
Konkret konnte sich Welt nach seiner Rückkehr aus Polen, wo er am 20. und 21.
März u.a. mit Vertretern der Minderheitenvereine und der polnischen Regierung
zusammentraf, allerdings nicht äußern, trotz seiner schweren Vorwürfe.
Sollten sich die Erkenntnisse verdichten", so Welt in einer vom
Bundesministerium des Innern verbreiteten Presseerklärung, daß von einigen
Revanchisten in der Bundesrepublik Deutschland versucht wird, Einfluss auf die
Strukturen der deutschen Minderheit in Polen auszuüben und damit eine neue
Isolationspolitik eingeläutet wird, wird die Bundesregierung mit aller Schärfe
reagieren." Dazu würde dann auch gehören, dass die Minderheitenverbände bei
nachweislichen Kontakten zu rechtsextremen Organisationen" nicht mehr von
Seiten der Bundesregierung gefördert werden könnten. Wir werden diese Hinweise
sehr ernst nehmen und schnellstens versuchen, eine Klärung herbeizuführen."
Auch der Bundesverband der Vertriebenen (gemeint ist der Bund der Vertriebenen
Anm. d. Red.) sollte seine Einflussmöglichkeiten wahrnehmen und für die aktive
Verständigung nach Polen werben", forderte Jochen Welt. Die deutschen
Vertriebenen können kein Interesse daran haben, dass der mühsam erreichte
Verständigungsprozess von engen irregeleiteten und verstockten Extremisten
gestört wird."
War das 20. Gleiwitzer Heimattreffen am 7. Oktober zugleich das letzte? Die
Stadtverwaltung von Bottrop, Patenstadt der vertriebenen und ausgesiedelten
Gleiwitzer, will in Zukunft kein Heimattreffen mehr ausrichten, heißt es aus
Vertriebenenkreisen. Verärgert zeigt sich die Stadt, daß radikale Gleiwitzer um
Sigrid von Zalewski mit äußerst rüdem Ton den sowohl von der Stadt wie auch von
den Organisatoren des Heimattreffens eingeladenen Stadtpräsidenten von Gleiwitz
und den Bischof Johannes Wieczorek eingenmächtig wieder ausgeladen hätten. Die
Art und Weise dieses Vorgehens könne nicht hingenommen werden, mit der
Konsequenz, daß Bottrop sich aus der Patenschaft zurückziehen werde, heißt es.