Gość: hanys_hans
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30.03.04, 20:05
Jeder elfte Bundesbürger ist arm. Zu diesem Schluss kommt der gemeinsame
Armutsbericht der Hans-Böckler-Stiftung, des Deutschen Gewerkschaftsbundes
(DGB) und des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, der am Mittwoch in Berlin
vorgestellt wurde.
Danach ist die Zahl der Armen seit Mitte der 80er Jahre konstant. Die Quote
der "Einkommensarmen" lag 1998 im gesamten Bundesgebiet bei 9,1 Prozent. Die
Rate fiel in den alten Ländern mit 8,7 Prozent etwas niedriger aus als in den
neuen (10,7 Prozent).
Als einkommensarm gelten dem Bericht nach Bürger, deren Einkommen weniger als
die Hälfte des durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommens der Bevölkerung betrug.
Pro Person waren dies in den alten Bundesländer 1.038 Mark monatlich, in den
neuen Bundesländern 855 Mark.
Am stärksten von der Armut betroffen sind Arbeitslose, große Familien, allein
Erziehende und Migranten. Altersarmut sei mit einer Quote von rund vier
Prozent "nicht das Problem", sagte der Mitverfasser der Studie, Walter
Hanesch. Er wertete es als positiv, dass es wegen der hohen Fluktuation bei
den Betroffenen keine "verfestigte Armut" in Deutschland gebe. Dennoch müsse
die Bundesregierung mit einer aktiveren Politik gegen die Armut vorgehen.
Auch die stellvertretende DGB-Vorsitzende, Ursula Engelen-Kefer, sprach sich
für eine "breitere Initiative" der Regierung aus. Die positive
Wirtschaftsentwicklung sei kein Grund für eine Entwarnung. Trotz der
erfreulichen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt könne man den Abbau der Armut
nicht dem "Selbstlauf" überlassen.«