hanys_hans
20.02.03, 22:02
Westfaelische Nachrichten, Nr.129 Dienstag, 6 Juni 1995
Kriegsende
Zum Kriegsende vor 50 Jahren schreibt dieser Leser:
Auf dem Staatsbankett in Moskau sagte der Bundeskanzler u. a.: ,,Das national
sozialistische Regime in Deutschland hat den Zweiten
Weltkrieg entfesselt. Es hat den Vernichtungsfeldzug —zuerst gegen Polen —
usw.
Diese Aussage des Historikers Kohl ist objektiv unrichtig. Im Juli 1939 sagte
der damalige polnische Marschall Rydz-Smigly vor polnischen
Offizieren: "Polen will den Krieg mit Deutschland, und Deutschland wird ihn
nicht vermeiden können, selbst wenn es das wollte." Am 3. September 1939 er
klärte Frankreich und England dem Deutschen Reich den Krieg und am selben Tag
sagte der damalige englische Außenminister Lord Halifax:
"Jetzt haben wir Hitler zum Krieg gezwungen, daß er nicht mehr ,auf
friedlichem Wege‘ ein Stück des Versailler Vertrages nach dem anderen auf
heben kann."
Churchill hingegen bemerkte am 12.11.1939: "Dieser Krieg ist ein englischer
Krieg, sein Ziel ist die Vernichtung Deutschlands". Am
7. September 1939 kopnte man u. a. in der französischen Zeitung "Gringoire"
lesen:
"Ein Boche ist ein Boche, ob er sich Erzberger oder Göring nennt."
Eine letzte Stimme vom 7. April 1919, damals sagte der US-Präsident
Wilson: "Das einzig wahre Interesse Frankreichs an Polen besteht in der
Schwächung Deutschlands, indem Polen Gebiete zugesprochen werden, auf die es
kein Anrecht besitzt!"
Von allen Deutschen Politikern und von allen Deutschen Parteien, ganz beson
ders jedoch von dem Kanzler darf man erwarten, daß jederzeit von der
deutschen Geschichte nur die Wahrheit berichtet wird. Man kann und darf die
(leutsche Geschichte nicht auf 1933 bis 1945 reduzieren, denn ohne Versailles
1919 hätte es kein "1933" gegeben.
Wenn heute von Schuld gesprochen wird, dann kann man nur die Väter des Ver
sailler Vertrages meinen.
Willi. Otto Jucknat
Arneckestraße 75
Dortmund