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Sender Gleiwitz

16.11.06, 20:29
Sender Gleiwitz

Am 31. August 1939 wurde der Reichssender Gleiwitz vom SS-Sturmbannführer
Alfred Naujocks zusammen mit fünf oder sechs SS-Leuten im Auftrag des Chefs
des deutschen Sicherheitsdienstes Reinhard Heydrich überfallen, die sich – in
Zivil gekleidet – als polnische Aufständische ausgaben und eine vorbereitete
Rede verlasen ("Die Stunde der Freiheit ist gekommen!"). Für Adolf Hitler
lieferte diese Aktion den Vorwand für den Beginn des Zweiten Weltkriegs.
Hitler auf der Reichstagssitzung am 1. September 1939: "Seit 5 Uhr 45 wird
jetzt zurückgeschossen!". Der Sender Gleiwitz verfügt über den einzigen noch
vorhandenen Sendeturm in Holzbauweise, der mit einer Höhe von 118 Metern die
höchste Holzkonstruktion der Welt sein dürfte. Siehe auch: Sender Gleiwitz
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    • hanys_hans Re: Sender Gleiwitz 16.11.06, 20:37
      Sender Gleiwitz
      Der Sender Gleiwitz war ein deutscher Radiosender in Gleiwitz, einer Großstadt
      im damals deutschen Oberschlesien. Heute gehört Gleiwitz (polnisch Gliwice) zu
      Polen. Der erste Rundfunksender in Gleiwitz wurde am 15. November 1925 an der
      Raudener Straße in Betrieb genommen. Er verwendete als Sendeantenne eine
      T-Antenne, die an zwei 75 Meter hohen Stahltürmen befestigt war. Da diese
      Anlage, deren Sender 1928 in der Leistung gesteigert wurde, nicht mehr den
      Anforderungen genügte, wurde zwischen dem 1. August 1934 und dem 23. Dezember
      1935 an der Tarnowitzer Landstraße ein neuer Sender gebaut, der als Antennenturm
      einen noch heute vorhandenen 118 Meter hohen Holzturm besitzt. Berühmt wurde der
      Rundfunksender in Gleiwitz-Petersdorf (poln. Gliwice-Szobiszowice) nahe der
      damaligen Grenze zu Polen durch einen von der SS fingierten Überfall am 31.
      August 1939. Zusammen mit einigen anderen, offenbar ebenfalls von der SS
      organisierten Aktionen zum selben Zeitpunkt sollte dieser Zwischenfall den
      Angriff auf Polen propagandistisch vorbereiten. Das Weißbuch des deutschen
      Auswärtigen Amts, das den Angriff auf Polen rechtfertigen sollte, führte jedoch
      später keinen der von der SS organisierten Vorfälle als Übergriff polnischer
      Truppen auf, sondern nannte andere Orte, an denen polnische Truppen deutsches
      Territorium verletzt haben sollten. Auch Hitler erwähnte Gleiwitz in seiner Rede
      am 1. September 1939 nicht, so daß der Angriff auf den Sender Gleiwitz 1939
      nicht die Bedeutung als Schlüsselereignis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges am
      1. September 1939 hatte, die ihm in der Nachkriegszeit zugewiesen wurde.
      Organisiert und geplant wurden alle Aktionen vom Chef des
      Reichssicherheitshauptamtes Reinhard Heydrich.
      • hanys_hans Re: Sender Gleiwitz 16.11.06, 20:38
        Der Überfall auf den Sender Gleiwitz

        Am Abend des 31. August 1939 drang der SS-Sturmbannführer Alfred Naujocks
        zusammen mit fünf oder sechs SS-Leuten in den Sender Gleiwitz ein, um einen
        polnischen Überfall vorzutäuschen. Die Aktion wäre beinahe daran gescheitert,
        dass der Sender Gleiwitz gar kein eigenes Programm ausstrahlte, sondern sein
        Programm vom Sender Breslau übernahm. Ein Rundfunkspezialist im SS-Kommando fand
        schließlich ein so genanntes „Gewittermikrofon“. Nur mit diesem
        Mikrofonanschluss waren Live-Durchsagen überhaupt möglich, damit die
        Sendeleitung mitteilen konnte, wenn eine Sendung – etwa bei Gewitter – gestört
        war. Das laufende Programm konnte unterbrochen werden und über den Sender wurde
        ein angeblicher Aufstand der polnischen Minderheit ausgerufen: :Achtung!
        Achtung! Hier ist Gleiwitz. Der Sender befindet sich in polnischer Hand … Die
        Stunde der Freiheit ist gekommen! :Die vorbereitete Rede wird verlesen. Sie
        dauert knapp vier Minuten. Die Sendung endet mit dem Aufruf: Hoch lebe Polen!
        Ein Toter – aus einem KZ herbeigeschafft und intern als „Konserve“ bezeichnet –
        wurde als „Beweis“ für den angeblichen polnischen Überfall in der Sendeanlage
        zurückgelassen. Die Aktion dauerte nur wenige Minuten, dann verschwanden
        Naujocks und seine Männer wieder.
        • hanys_hans Re: Sender Gleiwitz 16.11.06, 20:39
          Nachtrag zum Überfall

          Die Aktion am 31.August 1939 ist nicht so verlaufen, wie sie geplant und später,
          nach dem Krieg, in Büchern beschrieben und verfilmt wurde. Wegen technischer
          Fehler wurde die Sendung nach den Worten:"Achtung! Achtung! Hier ist Gleiwitz.
          Der Sender befindet sich in polnischer Hand …" abgebrochen. Sie wurde auch nicht
          im ganzen Reich empfangen. Adolf Hitler und Reinhard Heydrich haben die Sendung
          in Berlin nicht gehört.
          • hanys_hans Re: Sender Gleiwitz 16.11.06, 20:39
            Nachtrag zur Kleidung

            Immer wieder findet sich (auch in der Wikipedia) der Hinweis, die beteiligten
            SS-Angehörigen hätten polnische Uniformen getragen. Das ist falsch. Richtig ist:
            - Im Vorfeld der Aktion hatte die SS polnische Armeeuniformen (von der
            Wehrmacht) besorgt.
            - In derselben Nacht fanden an der polnischen Grenze noch weitere Aktionen
            statt. Es ist nicht auszuschließen, dass einige der SS-Angehörigen dabei diese
            Uniformen auch trugen. Die Beteiligten am Sender Gleiwitz waren jedoch definitiv
            in Zivil gekleidet — Sie „spielten“ schließlich polnische Zivil-Aufständische.
            • hanys_hans Re: Sender Gleiwitz 16.11.06, 20:40
              Nachkriegsnutzung

              Die Sendeanlage in Gleiwitz-Petersdorf überstand - im Unterschied zu vielen
              anderen Sendeanlagen in Deutschland und den von Deutschland besetzten Gebieten -
              den 2. Weltkrieg fast unversehrt. Vom 4. Oktober 1945 bis 1955 diente der Sender
              Gleiwitz zur Verbreitung von Radioprogrammen im Mittelwellenbereich, bevor ein
              neuer Sender in Ruda Śląska seine Funktion übernahm. Ab 1955 diente er auch als
              Störsender, um den Empfang westlicher Rundfunksender in Gleiwitz zu stören. Nach
              Abschaltung der Störsendeaktivitäten in den 80er Jahren wurde der Sender
              stillgelegt. Heute trägt der Sendeturm in Gleiwitz zahlreiche Sendeantennen für
              den Mobilfunkdienst und den nicht-öffentlichen Landfunkdienst.
              • hanys_hans Re: Sender Gleiwitz 16.11.06, 20:40
                Nachtrag zur Nachkriegsnutzung

                In der Zeit des Kommunismus in Polen machte die Geschichte vom
                "Störsender-Gliwice" ihre Runden. Doch diese Version stimmt nicht. Die Sowjets
                unterhielten im fernen Sibirien einen sehr starken Radiosender, der den Empfang
                solcher Sendungen wie "Radio Free Europe" oder "Deutschlandfunk" in Schlesien
                stören sollte. Doch die Gleiwitzer konnten ohne besondere Probleme eben diesen
                Sendern zuhören. (Dieser Störsender in Sibirien hätte ein Kurzwellensender
                gewesen sein müssen. Der Deutschlandfunk hat aber nur auf Lang- und Mittelwelle
                gesendet! Ein Einsatz des Senders Gleiwitz als Mittelwellenstörsender war aber
                durchaus möglich und da Radio Free Europe seine polnischen Programme auf
                Mittelwelle sendete, auch nicht unbedingt abwegig) In den Innenräumen des
                Gleiwitzer Senders befand sich in der Nachkriegszeit eine Produktions- und
                Testhalle, in der Radioteile hergestellt wurden.
                • hanys_hans Re: Sender Gleiwitz 16.11.06, 20:42
                  Einziger noch erhaltener Sendeturm aus Holz

                  Der 118 Meter hohe Sendeturm des Gleiwitzer Senders ist heute noch erhalten. Er
                  ist aus sächsischem Lärchenholz gebaut und dürfte heute nach dem Abriss des
                  hölzernen Sendeturms in Ismaning am 16. März 1983 der höchste Holzturm der Welt
                  (und der einzige noch erhaltene Sendeturm aus Holz) sein. Er trägt eine
                  Sendeantenne für Mittelwelle. Der Sender Gleiwitz war nach dem Zweiten Weltkrieg
                  als Mittelwellensender für den polnischen Rundfunk (Radio Katowice) in Betrieb.
                  Heute dient der Turm dem Mobilfunk und einem leistungsschwachen UKW-Sender als
                  Antenne. Die Endstufe des alten Mittelwellensenders ist nicht mehr vorhanden.
                  Der Sendeturm in Gleiwitz wird von Bronzeschrauben zusammengehalten. Katowice
                  • hanys_hans Re: Sender Gleiwitz 16.11.06, 20:43
                    Museum
                    Seit dem 2. Januar 2005 ist der Sender Gleiwitz ein Museum. Das Museum zeigt die
                    alte Rundfunktechnik des Senders und dokumentiert den "Überfall" von 1939.
                    Literatur
                    "Funkamateur", 9/2005, Seite 900/901
                    • hanys_hans Re: Sender Gleiwitz 16.11.06, 20:48
                      Weblinks


                      www.h-ref.de

                      www.h-ref.de/dk/krieg/polen/gleiwitz/gleiwitz.shtml


                      www.radiostacjagliwicka.republika.pl/


                      www.structurae.de/de/structures/data/s0012024/index.cfm


                      www.radiostacjagliwicka.republika.pl/muzeum/ndol7.htm

                      www.radiostacjagliwicka.republika.pl/foldery/FoldeRAng.htm

                      radiopolska.pl/portal/staticpages/index.php?page=wykaz-archiwum-am

                      www.kopnet.gliwice.pl/?id=819

                      www.muzeum.gliwice.pl/wystawy_stale/wystawy_stale.php?page=5

                      www.muzeum.gliwice.pl/de/news_fullpage.php?nid=719&ret_top=/de/index.php

                      www.muzeum.gliwice.pl/image/mapa_radiostacja.gif
                      • ballest Re: Sender Gleiwitz 16.11.06, 21:35
                        Danke, Hanys! ale nie skrysloues, ze to je najwyzszou drewnianou budowla swiata!
                        • hanys_hans Re: Sender Gleiwitz 16.11.06, 21:39
                          ballest napisał:

                          > Danke, Hanys! ale nie skrysloues, ze to je najwyzszou drewnianou budowla swiata
                          > !

                          Jako niy? Cza czytac´ uwrznie!
                          We piyrszym Beitragu!!!
                          • ballest Re: Sender Gleiwitz 16.11.06, 22:01
                            "Der Sender Gleiwitz verfügt über den einzigen noch
                            vorhandenen Sendeturm in Holzbauweise, der mit einer Höhe von 118 Metern die
                            höchste Holzkonstruktion der Welt sein dürfte"

                            Mosz juzas recht Hanys, fto czytac umie, mou zawsze przewaga!
                            ;)
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