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Hitlerjugend.

22.11.08, 19:55
video.google.com/videoplay?docid=-5043656170356214222
Obserwuj wątek
    • oppelner_os Re: Hitlerjugend. 22.11.08, 20:31
      de.youtube.com/watch?v=6wzutGpQDY4&feature=related
      • oppelner_os Re: Hitlerjugend. 22.11.08, 20:32
        de.youtube.com/watch?v=F4dqsWZjsQQ&feature=related
        • oppelner_os Re: Hitlerjugend. 22.11.08, 20:33
          de.youtube.com/watch?v=a2-MNrpc64A&feature=related
          To cos dla stixa:))))
          • hanys_hans Polski Hitlerjugend. 22.11.08, 20:55
            oppelner_os napisał:

            > de.youtube.com/watch?v=a2-MNrpc64A&feature=related
            > To cos dla stixa:))))


            https://i2.ytimg.com/vi/a2-MNrpc64A/default.jpg
            • hanys_hans Re: Polski Hitlerjugend. 22.11.08, 21:14
              Polski Hitlerjugend -> Młodzież Wszechpolska


              https://czad.blox.pl/resource/mleczko1.jpg
              • socer-schlesier A na odwrot. 23.11.08, 09:42
                Ciekawe jakie bylo by stanowisko strony Polskiej gdyby np. malzenstwo Niemki i
                Polaka mieszkajacych w Polsce,ich dzieci urodzily by sie w Polsce, by sie
                rozpadlo i ta Niemka wziela ich dzieci i wywiozla by je do Niemiec?
    • szwager_z_laband Re: Hitlerjugend. 23.11.08, 10:19
      myslisz ize te polske rodzice naduzywajom tyj sprawy w jakims cylu?
      • hanys_hans Re: Hitlerjugend. 23.11.08, 11:58
        Die Hitlerjugend oder Hitler-Jugend (abgekürzt HJ) war die Jugend- und
        Nachwuchsorganisation der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei
        (NSDAP). Sie wurde in der Zeit des Nationalsozialismus ab 1933 zum einzigen
        staatlichen Jugendverband mit bis zu 8,7 Millionen Mitgliedern (98 Prozent aller
        deutschen Jugendlichen) ausgebaut.

        Der totalitäre Anspruch sollte möglichst ungehemmt von Familie und Schule
        verwirklicht werden: „Die HJ will sowohl die Gesamtheit der Jugend, wie auch den
        gesamten Lebensbereich des jungen Deutschen erfassen.“[1] Dies galt seit
        Gründung des Bundes Deutscher Mädel (BDM) 1930 für beide Geschlechter.

        Der 1939 auch gesetzlich geregelte Pflichtdienst aller HJ-Angehörigen war nach
        dem „Führerprinzip“ organisiert und umfasste rassistische und
        sozialdarwinistische Indoktrination, gemeinsame Wanderungen bzw. Märsche und
        körperliche Übungen im Freien. Diese sollten schon die zehnjährigen männlichen
        Jugendlichen abhärten und langfristig auf den Kriegsdienst vorbereiten: „Was
        sind wir? Pimpfe! Was wollen wir werden? Soldaten!“[2] Das Einüben von Befehl
        und Gehorsam, Kameradschaft, Disziplin und Selbstaufopferung für die
        „Volksgemeinschaft“ gehörten zu den vorrangigen Erziehungszielen. Im Zweiten
        Weltkrieg versahen HJ-Einheiten spezifische soziale, polizeiliche und
        militärische Hilfsdienste und stellten in der Endphase des Krieges einen hohen
        Anteil der Kriegsopfer.
        Flagge der Hitlerjugend

        Am 10. Oktober 1945 wurde die HJ zusammen mit allen übrigen der NSDAP
        angeschlossenen Organisationen durch das Kontrollratsgesetz Nr. 2 verboten und
        aufgelöst, ihr Vermögen beschlagnahmt. Sie gehört in der Bundesrepublik
        Deutschland mit allen ihren Untergliederungen zu den verfassungswidrigen
        Organisationen im Sinne von § 86 StGB. Ihre Symbole und Kennzeichen unterliegen
        dem Verbreitungsverbot nach § 86a
        • hanys_hans Re: Hitlerjugend. 23.11.08, 11:59
          Vorläufer

          Den historischen Hintergrund der HJ bilden Konzepte zur „Jugendpflege“ im
          Kaiserreich, die allgemein „Wehrertüchtigung“ und nationale Erziehung der
          männlichen Jugend zwischen Volksschule und Kaserne vorsahen und seit 1888 in
          Staatsgesetzen eingeführt wurden. Seit 1916 sahen Pläne der dritten OHL eine
          allgemeine Dienstpflicht der Jugend zur Vorbereitung auf die Front vor, die der
          „Vaterländische Hilfsdienst“ großenteils erfüllte. Diese militaristischen
          Konzepte wurden nach der Novemberrevolution in Form zahlreicher
          „Wehrsportgruppen“ rechtsgerichteter Parteien und paramilitärischer Vereine
          weitergeführt. Militärische Disziplinierung war auch üblicher Bestandteil der
          Aktivitäten der meisten nicht parteigebundenen Jugendorganisationen.[3]

          Im März 1922 wurde der „Jugendbund der NSDAP“ als erste offizielle
          Jugendorganisation der Partei in München gegründet. Die Initiative dazu ging vom
          NSDAP-Mitglied Adolf Lenk, nicht von der Parteiführung aus. Der Jugendbund war
          untergliedert in „Jungmannschaften“ (14- bis 16-Jährige) und den „Jungsturm
          Adolf Hitler“ (16- bis 18-Jährige). Letzterer unterstand unmittelbar der SA und
          galt als deren Jugendabteilung. Anfangs trugen die Jugendlichen daher die
          gleiche Uniform wie SA-Angehörige. Folglich wurde der Jugendbund öffentlich und
          innerparteilich kaum als eigenständige Organisation wahrgenommen.

          Nach dem Verbot der NSDAP 1923 löste sich der Jugendbund weitgehend auf und
          wurde danach nicht wieder gegründet. Nur verschiedene Einzelgruppen daraus
          wurden unter Decknamen weitergeführt und konkurrierten nach der Wiederzulassung
          der NSDAP um deren Anerkennung als Parteijugend: darunter die von Gerhard
          Roßbach gegründete „Schilljugend“. Kurt Gruber in Plauen im Vogtland gelang es
          1926, einige dieser Gruppen zu vergrößern und zur „Großdeutschen Jugendbewegung“
          (GDJB) zusammenzuschließen, die sich zunächst auf Sachsen beschränkte. Nach
          kurzem Machtkampf setzte sich Gruber gegen Roßbach durch und erreichte, dass die
          GDJB als Parteijugend anerkannt wurde.
          • hanys_hans Re: Hitlerjugend. 23.11.08, 12:00
            Entwicklung bis 1933

            Auf dem ersten Parteitag der neu gegründeten NSDAP im Juli 1926 in Weimar wurde
            die GDJB auf einer Sondertagung für Jugendfragen im Vereinslokal „Armbrust“ in
            „Hitlerjugend, Bund deutscher Arbeiterjugend“ umbenannt. Namensgeber war Hans
            Severus Ziegler, später stellvertretender Gauleiter in Thüringen; Julius
            Streicher schlug den Namen erfolgreich vor. Gruber wurde zum „Reichsführer“ der
            HJ ernannt und in die Reichsleitung der Partei berufen.

            Die HJ war fortan die wichtigste Jugendorganisation der NSDAP, blieb aber bis
            1932 der SA unterstellt. Mitglied konnte man frühestens mit 14 Jahren werden,
            mit 18 musste man der NSDAP bzw. ab 1927 der SA beitreten. Alle HJ-Führer
            mussten sich schriftlich von NSDAP-Ortsgruppenführern bestätigen lassen. Sie
            leisteten anfangs keine Jugendarbeit, sondern nahmen an Straßenkämpfen und
            Aufmärschen der NSDAP teil. Ab 1928 veranstaltete man Heimabende,
            Gruppenfahrten, Ausflüge usw. Ab 1929 entstanden HJ-Schülergruppen, die Adrian
            von Renteln im Nationalsozialistischen Schülerbund (NSS) zusammenführte. Auch
            das Deutsche Jungvolk von 10- bis 14-Jährigen entstand damals. Die ebenfalls
            seit 1926 gebildeten „Schwesternschaften“ wurden 1930 in „Bund Deutscher Mädel“
            umbenannt.

            Im März 1931 trat Gruber vom Amt des Reichsführers der HJ zurück. Die
            HJ-Zentrale wurde von Plauen nach München verlegt. Der bislang selbständige Bund
            Deutsches Jungvolk wurde der HJ angegliedert: 15-Jährige mussten zur
            eigentlichen HJ, 18-Jährige weiterhin in die SA wechseln. Baldur von Schirach,
            der auf dem Gründungsparteitag nur als Melder fungiert hatte, führte seit 1929
            den NSDStB. Er wurde im Oktober 1931 von Hitler zum „Reichsjugendführer“ der
            NSDAP im Rang eines SA-Gruppenführers ernannt und führte nun auch die HJ und den
            NS-Schülerbund.

            Im März 1932 hob Hitler die Eingliederung der HJ in die SA auf, da der SA ein
            staatliches Verbot drohte. Dennoch wurde die HJ am 13. April 1932 kurzzeitig
            verboten. Schirach behauptete, in diesen Monaten habe die HJ 35.000 Mitglieder
            dazugewonnen. Nach Aufhebung des SA- und HJ-Verbots übernahm er die
            Gesamtleitung der NS-Jugendarbeit, gliederte den NS-Schülerbund in die HJ ein
            und zentralisierte deren Strukturen. Ab September 1932 wurden auch
            HJ-Betriebszellen aufgebaut.

            Beim Reichsjugendtag der HJ in Potsdam am 1. und 2. Oktober 1932 nahmen ca.
            80.000 Jugendliche teil, die sieben Stunden lang in Kolonnen an Hitler
            vorbeimarschierten.[4] Die HJ wurde überraschend in den Reichsausschuss der
            Deutschen Jugendverbände, in dem alle deutschen Jugendverbände sich freiwillig
            vereint hatten, aufgenommen.[5]
            • hanys_hans Re: Hitlerjugend. 23.11.08, 12:01
              Gleichschaltung der Jugendverbände

              Zum Jahresbeginn 1933 hatte die HJ 108.000 Mitglieder. Seit Hitlers Amtsantritt
              am 30. Januar 1933 lief eine gewaltige Werbekampagne, um die Jugendlichen zum
              Eintritt in die HJ zu bewegen. Geworben wurde mit Fahrten und Zeltlagern. Die
              Reiter-, Motor-, Flieger-, Marine-, Nachrichten-HJ und weitere Sonderformationen
              sprachen die technisch begabten und sportlichen Jugendlichen an; für
              künstlerisch Talentierte gab es Fanfarenzüge und Theaterspielscharen. Feiern wie
              zur Sommersonnenwende oder zum Gedenken an die „Märtyrer der Bewegung“
              versprachen Gemeinschaftserlebnisse.

              Am 5. April 1933 besetzte die HJ unter Schirach die Geschäftsstelle des
              Reichsausschusses deutscher Jugendverbände. Daraufhin ernannte Hitler ihn am 17.
              Juni zum „Jugendführer des Deutschen Reiches“. Schirach führte den
              Reichsausschuss noch bis zum 22. Juli 1933 fort und berief die entmachteten
              Verbandsführer in einen „Jugendrat“. Einige hatten zwar gegen die Besetzung
              protestiert, ließen sich aber nun auf Schirachs Berufung ein, darunter Erich
              Stange für den Reichsverband der evangelischen Jungmännerbünde und die Vertreter
              des Katholischen Jungmännerverbands und der Wehrverbands-Jugend.[6]

              Nach dem Verbot aller politischen Parteien außer der NSDAP im Juli 1933 forderte
              Schirach auch die Gleichschaltung der Jugendverbände: „Wie die NSDAP nunmehr die
              einzige Partei ist, so muß die HJ die einzige Jugendorganisation sein.“[7] Durch
              Verbot, Auflösung, Selbstauflösung, Übertritt und Übernahme anderer
              Jugendverbände – unter den ersten der Großdeutsche Bund – wuchs die HJ bis 1935
              auf knapp vier Millionen Mitglieder an. Das Amt des Reichsjugendführers wurde zu
              einer „Obersten Reichsbehörde“, in der staatliche Jugendpolitik und HJ-Leitung
              vereint waren. Schirach führte es bis 1940, ihm folgte Arthur Axmann. Wer der HJ
              nicht beitrat, zählte als Außenseiter. Beamte wurden dazu verpflichtet, ihre
              Kinder in die HJ zu schicken.

              Dem Versuch einer Eingliederung der evangelischen Jugendverbände kamen diese
              großenteils durch ihre Selbstauflösung zuvor. Die missglückte Gleichschaltung
              der evangelischen Jugend verschärfte in einigen Landeskirchen den Kirchenkampf
              innerhalb der Deutschen Evangelischen Kirche
              • hanys_hans Re: Hitlerjugend. 23.11.08, 12:01
                Ideologische Ausrichtung

                „Der nationalsozialistische Staat verstand sich als die Verkörperung des
                ‚jungen‘ Deutschland“ und „sah in der Jugend den wichtigsten Träger einer
                politisch-soldatischen Zukunftsgestaltung“.[8] Die HJ sollte die Jugendlichen
                frühzeitig auf die ihnen zugedachte Rolle als nationale Rasseelite vorbereiten,
                sollte dazu anhalten, alles Schwache zu verachten und „auszumerzen“ und hatte
                die vielseitige Einsetzbarkeit der Heranwachsenden im Krieg vorzubereiten.

                Der autoritätshörigen Gesamtausrichtung des NS-Staates entsprechend, hatten
                Hitlers „Führerworte“ auch in der Erziehung richtungweisendes Gewicht. Bereits
                in seiner während der Landsberger Festungshaft angelegten Schrift Mein Kampf,
                die dann später den Brautpaaren zur Eheschließung übereignet wurde, hatte Hitler
                sein Erziehungsideal entwickelt. Demnach sollte ein körperlich und geistig
                „unverdorbenes Geschlecht“ herangezogen werden, „das bewußt wieder zurückfindet
                zum primitiven Instinkt“ und das alles zu bekämpfen hatte, was nach Hitlers
                Vorstellungen in der abendländisch-christlich geprägten Zivilisation zu
                „Verweichlichung“ und „Zersetzung“ des nationalen Selbstbehauptungswillens
                geführt hatte.

                In Massenveranstaltungen verkündete Hitler seine Erziehungsziele
                propagandistisch-bildhaft. So forderte er in seiner Rede vom 14. September 1935
                vor 50.000 HJ-Jungen, sie sollten „flink wie die Windhunde, zäh wie Leder, hart
                wie Kruppstahl“ werden:

                „Es wird nichts im Völkerleben geschenkt; alles muß erkämpft und erobert
                werden. […] Ihr müßt lernen, hart zu sein, Entbehrungen auf euch zu nehmen, ohne
                jemals zusammenzubrechen.“

                Ein körperlicher Aktivismus war es also, der zu den vorrangigen Merkmalen der
                HJ-Erziehung gehörte und den jugendlichen Betätigungsdrang zweckgerichtet
                kanalisieren sollte. Mit einem Großangebot an verschiedensten Wettkämpfen und
                Leistungsabzeichen wurde die „Auslese der Tüchtigsten“ gefördert und eine
                kämpferische Haltung zur Pflicht gemacht. „Nur Kampf und Sieg“, heißt es in der
                Dissertation eines HJ-Führers, „gibt dem Einzelnen wie auch dem ganzen Volk
                Stolz und Selbstvertrauen gegenüber seinen Widersachern.“[9]

                Im HJ-Organisationsrahmen wurde dieses Leistungs- und Ausleseprinzip in einem
                sehr ausgeprägten System von Rangstufen, Beförderungen und Rangabzeichen zur
                Wirkung gebracht. Nach Arno Klönne ergab sich aus der Linie
                „Aktivismus-Leistung-Kampf-Sport-Körperertüchtigung“ zugleich der Zugang zur
                biologistischen Weltanschauung des NS in Gestalt der Rassenlehre.[10] Auf
                geistige Bildung im herkömmlichen Sinn wurde dagegen in der NS-Erziehung wenig
                Wert gelegt. Die Stoßrichtung war vielmehr antiintellektuell. Es gehe nicht an,
                hatte Hitler bereits in „Mein Kampf“ gemeint, die jungen Gehirne mit unnötigem
                Ballast zu beladen. Die Schule, schrieb er, müsse „unendlich mehr Zeit
                freimachen für die körperliche Ertüchtigung.“ Vor allem das Boxen dürfe nicht
                vergessen werden. Geschult und entwickelt würden dadurch Angriffsgeist,
                blitzschnelle Entschlusskraft und stählerne Geschmeidigkeit. „Das mag in den
                Augen unserer heutigen Geisteskämpfer natürlich als wild erscheinen. Doch hat
                der völkische Staat eben nicht die Aufgabe, eine Kolonie friedsamer Ästheten und
                körperlicher Degeneraten aufzuziehen.“ [11] Dass diese Ziele unerwünschte Folgen
                hatten, geht aus dem „ganz niederschmetternden“ Urteil nach einer 1942
                stattgefundenen Musterung des Jahrgangs 1925 im fränkischen Bezirk Ebermannstadt
                hervor:[12]

                „Es scheint doch so zu sein, daß unmittelbar nach der nationalen Erhebung
                die Schulkinder vor lauter Schulferien, Staatsjugendtagen (schulfreie
                Sonnabende), freien Ganztagen und Halbtagen, beschränkten Stundenzahlen,
                sportlichen Veranstaltungen, Wanderungen, Beurlaubungen, Durchführung von
                Sammlungen usw. gar nicht mehr dazu gekommen sind, in erster Linie einmal
                richtig Schreiben und Rechnen usw. zu lernen.“

                Das der HJ verordnete nationalsozialistische Erziehungsleitbild bedeutete eine
                vollständige Abkehr von den seit der Aufklärung auch in Deutschland wirksamen
                freiheitlichen Traditionssträngen, die unter anderem in den reformpädagogischen
                Ansätzen der Weimarer Republik noch vielfältig zur Entfaltung gekommen waren. In
                der HJ dagegen ging es um den Kampf gegen alles, was als „undeutsch“ und
                „unsoldatisch“ galt, darunter die Werte des Humanismus, die allgemeinen
                Menschenrechte und die Demokratie. Der kulturelle Bruch hatte neben der
                innergesellschaftlichen auch eine gezielt antibolschewistische und antiwestliche
                Stoßrichtung. Diese betraf im allgemeinen das „dekadente internationale
                Judentum“, führte aber auch speziell zur Abgrenzung etwa von als Entartete Kunst
                apostrophierten amerikanischen Filmen, vom Jazz und von modernen Kunstformen.[13]
                • hanys_hans Re: Hitlerjugend. 23.11.08, 12:02
                  Durchsetzung der Dienstpflicht

                  Der von Hitler am 17. Juni 1933 zum „Jugendführer des Deutschen Reiches“
                  ernannte Baldur von Schirach führte im selben Jahr einen „Staatsjugendtag“ ein,
                  an dem für alle Mitglieder von Jungvolk und Jungmädeln für den HJ-Dienst eine
                  Befreiung vom Schulunterricht bestand. So wurden als Nebenfolge die
                  Nichtmitglieder angereizt und sozial unter Druck gesetzt, ebenfalls in die HJ
                  einzutreten.

                  Am 1. Dezember 1936 wurde das „Gesetz über die Hitler-Jugend“ erlassen:

                  „Von der Jugend hängt die Zukunft des deutschen Volkes ab. Die gesamte
                  deutsche Jugend muß deshalb auf ihre künftigen Pflichten vorbereitet werden. Die
                  Reichsregierung hat daher das folgende Gesetz beschlossen, das hiermit verkündet
                  wird.

                  * § 1 Die gesamte deutsche Jugend innerhalb des Reichsgebietes ist in
                  der Hitlerjugend zusammengefaßt.

                  * § 2 Die gesamte deutsche Jugend ist außer in Elternhaus und Schule in
                  der Hitlerjugend körperlich, geistig und sittlich im Geiste des
                  Nationalsozialismus zum Dienst am Volk und zur Volksgemeinschaft zu erziehen.“

                  Damit wurde die HJ für alle deutschen Jugendlichen ab dem 10. Lebensjahr zur
                  einzigen Erziehungsinstitution neben Familie und Schule. Sie wuchs bis 1938 auf
                  sieben Millionen Jugendliche. Der Staatsjugendtag wurde wieder aufgehoben, weil
                  eine nur noch fünftägige Schulwoche Nachteile mit sich brachte. Der
                  Schulunterricht am Samstag wurde stattdessen auf vier Schulstunden begrenzt. Nun
                  wurden immer mehr Dienstpflichten für HJ-Angehörige eingeführt, darunter ein
                  „Landjahr“, ein „Arbeitsjahr“ und ein „Pflichtjahr für Mädchen“ im Alter
                  wehrpflichtiger Männer.

                  Mit Erlass der zweiten Durchführungsverordnung zum HJ-Gesetz wurde am 25. März
                  1939 die Jugenddienstpflicht eingeführt: Nun konnte die Mitgliedschaft in der HJ
                  auch gegen den Willen der Eltern polizeilich erzwungen werden. Damit waren schon
                  die zehnjährigen Jugendlichen zum Eintritt in das Jungvolk gezwungen. Fortan
                  wurden nochmals 1,7 Millionen Jugendliche zusätzlich in der HJ erfasst.[14]
                  • hanys_hans Re: Hitlerjugend. 23.11.08, 12:02
                    Aufgabenfelder des HJ-Dienstes
                    Marschtrommel, Abzeichen und Druckwerke der HJ (Sammlung Kindheit und Jugend,
                    Stadtmuseum Berlin)

                    Der allgemeine Dienstplan sah bis zum Krieg einen je zweistündigen
                    „Heimnachmittag“ – immer samstags – und „Sportnachmittag“ – oft mittwochs – für
                    Jungvolk und Jungmädel vor, ab 16 Jahren entsprechende „Heim- und Sportabende“.
                    Hinzu kamen schon für das Jungvolk „Gelände-“ und „Schießdienst“. Einmal im
                    Monat musste jede der vier Gliederungen in Uniform zu einem „Gruppenappell“
                    antreten, bei dem Dienstanweisungen weitergegeben wurden. Ebenfalls einmal
                    monatlich ging jede Gruppe der vier Hauptgliederungen auf eine Fahrt. Auf dem
                    Tagesplan der Zeltlager standen Exerzieren, jede Art von Sport, Schießübungen,
                    Fahnenappelle und Geländemärsche. Die Sondereinheiten mussten zusätzlich zwei
                    Abende für ideologische Schulung und einen Sonntag für praktische Dienste
                    aufbringen.

                    Nach dem Motto „Jugend soll durch Jugend geführt werden“ wurden in der HJ Jungen
                    und Mädchen jeder Altersstufe von nur wenig älteren Kindern und Jugendlichen
                    geführt. Schirach gab die Linie vor, dass „Charakterbildung durch Erfahrung“
                    höher einzustufen sei als „formale Geistschulung.“ Im Unterschied zur
                    Jugendbewegung der Weimarer Zeit wurden diese Jugendführer von oben bestimmt und
                    konnten von den ihnen unterstellten HJ-Mitgliedern nicht zur Verantwortung
                    gezogen werden. Arno Klönne resumiert:[15]

                    „Der Führungsaufbau der HJ war somit völlig hierarchisch; eine formelle
                    Verantwortung der Führerschaft war nur jeweils nach oben hin gegeben […] Die
                    Befehlswege, Dienstbereiche und Kompetenzen waren nach militärischem Vorbild bis
                    ins letzte geregelt.“

                    Dabei waren die höheren Führungsränge von der Position des Bannführers bzw. der
                    Bannmädelführerin an hauptamtlich tätig, die Hauptstellenleiter der Bannstäbe
                    wurden besoldet, in den Gebietsführungen fast der gesamte Stab. Ein Historiker
                    urteilt:[16]

                    „Dieses Führerschaftsprinzip mag jungen Deutschen damals verlockend
                    erschienen sein, es öffnete aber Inkompetenz, Missbrauch und Korruption Tür und
                    Tor.“

                    Karl-Heinz Janßen beschrieb die Wirkungsmechanismen aus eigenem Erleben als
                    Hitlerjunge folgendermaßen:[17]

                    „Zwölfjährige Hordenführer brüllten zehnjährige Pimpfe zusammen und jagten
                    sie kreuz und quer über Schulhöfe, Wiesen und Sturzäcker. Die kleinsten
                    Aufsässigkeiten, die harmlosesten Mängel an der Uniform, die geringste
                    Verspätung wurden sogleich mit Strafexerzieren geahndet – ohnmächtige
                    Unterführer ließen ihre Wut an uns aus. Aber die Schikane hatte Methode: Uns
                    wurde von Kindesbeinen an Härte und blinder Gehorsam eingedrillt […] Wie haben
                    wir das nur vier Jahre ertragen? Warum haben wir unsere Tränen verschluckt,
                    unsere Schmerzen verbissen? Warum nie den Eltern und Lehrern geklagt, was uns da
                    Schlimmes widerfuhr? Ich kann es mir nur so erklären: Wir alle waren vom Ehrgeiz
                    gepackt, wollten durch vorbildliche Disziplin, durch Härte im Nehmen, durch
                    zackiges Auftreten den Unterführern imponieren. Denn wer tüchtig war, wurde
                    befördert, durfte sich mit Schnüren und Litzen schmücken, durfte selber
                    kommandieren, und sei es auch nur für die fünf Minuten, in denen der ‚Führer’
                    hinter den Büschen verschwunden war.“

                    Die Hauptaufgabe der HJ bildete also die „Körperertüchtigung“ der Jugend. Seit
                    1934 führte sie den zweistündigen wöchentlichen schulischen Pflichtsport für
                    Jugendliche durch. 1936 übernahm sie auch den außerschulischen freiwilligen
                    Sport der 10- bis 14-jährigen und richtete fortan sämtliche
                    Jugendsportwettkämpfe aus. Bis 1937 erreichte Schirach auch gegenüber
                    konkurrierenden NS-Organisationen wie dem Reichsbund für Leibesübungen und der
                    Organisation Kraft durch Freude ein Monopol der HJ auf Breiten- und
                    Leistungssport, die nun stärker als vor 1933 miteinander verschmolzen wurden.
                    Die Jugendabteilungen des Reichsbundes wurden nun von HJ-Führern geleitet und
                    sicherten den Sportvereinen den Nachwuchs. Große Teilnehmerzahlen fanden
                    jährliche Wettkämpfe wie der Reichssportwettkampf und der Reichsberufswettkampf
                    für Lehrlinge aller Berufssparten. [18]

                    Damit sowie mit Ernteeinsätzen, Land- und Gesundheitsdiensten besetzte die HJ
                    einen großen Teil der Freizeit der Jugendlichen. Dabei kam es den HJ-Führern
                    nicht darauf an, das selbstständige und kritische Denken der Kinder zu fördern.
                    Ziel war allein die körperliche Tüchtigkeit und die soldatische Disziplin der
                    Mitglieder. Dabei sollte vor allem das Gefühl und Empfinden der Kinder
                    angesprochen werden, sie sollten von den gemeinsamen Ausflügen und Fahrten ein
                    Gesamterlebnis „mitnehmen“.

                    Außerdem wurden die Angehörigen des Jungvolks und der HJ zum Hilfsdienst für das
                    Winterhilfswerk (WHW) herangezogen: Sammeln von Geldspenden mit Sammelbüchsen
                    auf der Straße mit Abzeichenverkauf, Sortieren und Verpacken der Sachspenden. Zu
                    den Aufgaben gehörte auch das regelmäßige Einsammeln von Altmetall und Altpapier
                    für die Wiederverwendung in der NS-Wirtschaft. Es gab auch einen vorerst
                    freiwilligen Reichsarbeitsdienst (RAD) für Jugendliche. Ab 1935 wurde dieser
                    Pflicht für die männliche und ab 1939 für die weibliche Jugend. Dieser Dienst
                    wurde unter anderem beim Bau von Straßen, Kanälen und Befestigungen wie dem
                    Westwall eingesetzt.
                    • hanys_hans Re: Hitlerjugend. 23.11.08, 12:03
                      Stellung der HJ in Staat und Gesellschaft

                      Gegenüber Partei und Staat, schreibt Klönne, habe die HJ sich auf unterer Ebene
                      zwar relativ selbständig dargestellt, „tatsächlich aber war die HJ in ihrer
                      Führung völlig von der Führung des Regimes abhängig und stellte lediglich eine
                      erzieherische Exekutive derselben dar“. Innerhalb der HJ selbst seien wiederum
                      die hauptamtlichen Führungskader bestimmend gewesen.[19]

                      Schule und Elternhaus waren auf der Basis des HJ-Gesetzes von 1936 als
                      Erziehungsinstanzen neben der HJ formal garantiert, allerdings in äußerst
                      begrenzter Eigenständigkeit, da das gesamte Erziehungsrecht als „primär dem
                      ‚Volke‘, das heißt dem ‚Führer‘ und dem NS-Regime zustehend“ galt.[20] Ein
                      führender NS-Jugendrechtler brachte das auf die Formel, der völkische Staat als
                      höchste Gewalt überlasse „der Familie den völkischen Nachwuchs zu treuen
                      Händen.“[21] Durch Radioansprachen Schirachs an die Elternschaft und durch
                      HJ-Elternabende wurde der Anspruch des Regimes auf innerfamiliäres Einwirken
                      unterstrichen. Die HJ wiederum suchte „nicht ohne Erfolg“, wie es bei Klönne
                      heißt, „durch Forcierung einer bestimmten Art von Selbstbewusstsein und
                      Selbständigkeit der Jugendlichen“, die Einflussnahme durch das Elternhaus
                      geringzuhalten.“[22]

                      Im Verhältnis zu Schule und Lehrern wurde die Eigenständigkeit und Sonderrolle
                      der HJ von der NS-Führung deutlich hervorgehoben, indem Lehren und Führen zu
                      grundverschiedenen Dingen erklärt wurden, sodass Lehrer nach den Worten
                      Schirachs von vornherein nicht besser zum Jugendführer geeignet waren „als
                      irgendein anderer Volksgenosse.“[23] In den Schulen selbst wurde unter anderem
                      die Funktion des „Schuljugendwalters“ als eines speziellen HJ-Vertrauenslehrers
                      geschaffen. Im Zuge der Umsetzung von Vorgaben der Schuladministration und auf
                      Grund der nahezu durchgängigen Besetzung der Schulleiterstellen mit NS-Pädagogen
                      spielten die höheren Schulen eine wichtige Rolle bei der Erfassung der
                      HJ-Mitglieder sowie bei Sanktionen und Zwangsmaßnahmen gegenüber Unangepassten
                      und HJ-Dienstverweigerern.[24]

                      Eine eigene kirchliche Jugendarbeit, die über die religiöse Unterweisung
                      hinausging, wurde von der HJ ebenso abgelehnt und bekämpft wie die Arbeit
                      konfessioneller Jugendverbände. Die Unterdrückungsmaßnahmen gingen mit
                      häufigeren Polemiken in Zeitungen und Zeitschriften der HJ gegen den
                      „politischen Konfessionalismus“ einher. Im Bereich der legalen Jugendarbeit
                      wurden die Kirchen auf diese Weise tatsächlich ausgeschaltet.[25]

                      Die konzentrierteste Form der elternunabhängigen und weitestgehend auch
                      schulunabhängigen erzieherischen Einflussnahme auf den HJ-Nachwuchs stellten die
                      während des Zweiten Weltkriegs eingerichteten Kinderlandverschickungslager (KLV)
                      dar. Denn die anfänglich noch als Lagerleiter fungierenden Lehrer der aus
                      bombengefährdeten Gebieten evakuierten Klassen wurden im Zuge des systematischen
                      Ausbaus der KLV dem HJ-Führungsapparat untergeordnet, den „KLV-Standortführern“
                      oder „Hauptlagermannschaftsführern“, die ihrerseits den Gebietsführungen der HJ
                      unterstanden.[26]

                      Die in der Zeit bis 1933 noch vorhandenen selbständigen Gestaltungsmöglichkeiten
                      der HJ-Führer vor Ort gingen zunehmend durch die Übernahme hoheitlicher
                      Funktionen nicht nur bei der Kinderlandverschickung, sondern auch im
                      HJ-Streifendienst, HJ-Landdienst und beim Reichsberufswettkampf verloren. Die
                      HJ-Karriere wurde zur wesentlichen Grundlage für die spätere Übernahme höherer
                      Funktionen beispielsweise in der NSDAP, in der SS oder auch im
                      Reichsarbeitsdienst.[27] Außerdem spielte die HJ auch für die allgemeine
                      Berufsnachwuchslenkung zwischen 1938 und 1945 eine immer stärkere Rolle. So
                      wurden die von der HJ erstellten Beurteilungskarten für die Schulabgänger zur
                      Grundlage von Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung der Arbeitsämter, die
                      über eigene HJ-Sachbearbeiter verfügten. Auch zu Jugendämtern und Gerichten
                      unterhielt die HJ enge Beziehungen. Straftäter aus den Reihen der HJ mussten
                      gemäß Erlass des Justizministeriums den HJ-Verantwortlichen verpflichtend
                      gemeldet werden, sodass es zu parallel laufenden HJ-Disziplinarverfahren kam.[28]
                      • hanys_hans Re: Hitlerjugend. 23.11.08, 12:05
                        Gliederung

                        Die ursprünglich der SA angegliederte Hitlerjugend geriet nach dem Röhm-Putsch
                        1934 zunehmend unter den Einfluss der SS. Manche 17-jährigen Hitlerjungen wurden
                        bereits der SS-Eliteeinheit „Leibstandarte Adolf Hitler“ zugeführt.[29]

                        Neben der Gliederung nach Alter und Region gab es eine Vielzahl von
                        HJ-Sonderorganisationen, um die Jugendlichen hinsichtlich ihrer Talente und
                        Interessen zu erfassen und an das Regime zu binden. Den Sinn des umfassenden
                        Organisationswesens sprach Hitler 1938 in einer Rede in Reichenberg
                        (Sudetenland) unter dem Jubel der angetretenen und ihm im Kollektivrausch
                        verfallenen Jugendlichen unverblümt aus: „Diese Jugend, die lernt ja nichts
                        anderes als deutsch denken, deutsch handeln. Und, wenn hier dieser Knabe, dieses
                        Mädchen mit ihren zehn Jahren in unsere Organisation hineinkommen, und dort nun
                        so oft zum erstenmal überhaupt eine frische Luft bekommen und fühlen, dann
                        kommen sie vier Jahre später vom Jungvolk in die Hitler-Jugend. Und dort
                        behalten wir sie wieder vier Jahre, und dann geben wir sie erst recht nicht
                        zurück in die Hände unserer alten Klassen- und Standeserzeuger (Lachen), sondern
                        dann nehmen wir sie sofort in die Partei, oder in die Arbeitsfront, in die SA,
                        in die SS, in das NSKK undsoweiter. […] Und sie werden nicht mehr frei ihr
                        ganzes Leben! (Heil-Rufe)“
                        • hanys_hans Re: Hitlerjugend. 23.11.08, 12:06
                          Altersgliederung und Regionalstruktur

                          Bereits im Juli 1933 gab Schirach entsprechende Bestimmungen für die
                          „HJ-Gliederungen“ heraus:

                          * Das Deutsche Jungvolk (DJ) umfasste nun die 10- bis 14-jährigen Jungen,
                          genannt Pimpfe,
                          * der Jungmädelbund (JM) umfasste die 10- bis 14-jährigen Mädchen,
                          * die eigentliche Hitlerjugend umfasste die 14- bis 18-jährigen Jungen,
                          * der Bund Deutscher Mädel (BDM) die 14- bis 18-jährigen Mädchen. Später
                          wurde der BDM auf 17 Jahre Höchstalter begrenzt, ihm folgte
                          * das BDM-Werk Glaube und Schönheit für 17- bis 21-jährige Mädchen.

                          Die Strukturen der vier Hauptgliederungen trugen zwar unterschiedliche
                          Bezeichnungen, waren aber gleich aufgebaut. Unterhalb der Reichsjugendführung
                          wurde das Reichsgebiet in – je nach Zeitstellung – zwischen 20 und 42 Gebiete
                          (bei DJ und eigentlicher HJ) oder Obergaue (bei JM und BDM) aufgeteilt, die
                          ihrerseits immer feiner untergliedert waren, bis hin zu den nach Wohnorten
                          organisierten Kleingruppen aus je zehn Mitgliedern, die als Jungenschaft (DJ),
                          Kameradschaft (eigentliche HJ), Jungmädelschaft (JM) oder Mädelschaft (BDM)
                          bezeichnet wurden.

                          Unterhalb der Ebene Jungstamm/Stamm/… umfassten die Gliederungen der HJ jeweils
                          vier Einheiten der nächstniedrigeren Ebene, oberhalb war der Umfang von
                          geografischen Gegebenheiten abhängig, ein Bann bzw. Untergau bestand aus vier
                          bis sechs Jungstämmen/Stämmen/…, die Gebiete bzw. Obergaue aus etwa 20 Bannen
                          oder Untergauen. Ein Jungstamm/Stamm/… umfasste durchschnittlich etwa 600
                          Mitglieder, ein Bann oder Untergau zwischen 2400 und 3600 Mitglieder.[30]

                          Das Deutsche Reich war 1934 insgesamt in fünf Obergebiete und 19 Gebiete bzw.
                          Obergaue unterteilt, 1938 kam mit dem Anschluss Österreichs ein sechstes
                          Obergebiet dazu.[31] Bis 1942 stieg die Zahl der Gebiete bzw. Obergaue auf
                          insgesamt 42, dazu kamen vier Befehlsstellen in den besetzten Staaten
                          (Reichsprotektorat Böhmen und Mähren, Generalgouvernement, Niederlande, Osten
                          für Ost- und Südosteuropa). Im Reichsgebiet orientierten sich die Grenzen der
                          Gebiete an der Gaueinteilung der NSDAP.[32]
                          • hanys_hans Re: Hitlerjugend. 23.11.08, 12:06
                            Sonderformationen

                            In den Folgejahren wurden „Sonderausbildungen“ in einigen Sonderformationen
                            eingerichtet, die für Jugendliche bestimmter Begabungen oder Interessengebiete
                            attraktiv waren:

                            * die Flieger-HJ
                            * die Motor-HJ
                            * die Marine-HJ
                            * die Nachrichten-HJ
                            * die Reiter-HJ
                            * die HJ-Bergfahrtengruppen
                            * der HJ-Streifendienst einschließlich der HJ-Feuerwehrscharen
                            * die HJ-Feldschere
                            * die BDM-Gesundheitsdienstmädel
                            * die Gebirgsjäger-HJ
                            * der HJ-Landdienst

                            Die meisten dieser Sondereinheiten waren den Bannführern unterstellt, wurden
                            aber je nach örtlichen Gegebenheiten auch als Sonderscharen, -gefolgschaften und
                            -stämme eingerichtet. Mit der Vermittlung von Fachkenntnissen vor allem in
                            technischen und militärischen Bereichen gingen die HJ-Aktivitäten über die
                            gewöhnliche Jugendarbeit weit hinaus.

                            Im BDM gab es gemäß dem nationalsozialistischen Frauenbild anfangs nur
                            „Spieleinheiten“ und „Gesundheitsdienstscharen“ als Sondereinheiten. Im Krieg
                            kamen Fernmeldedienste, Haushaltsführung und Sanitätsdienste hinzu. So
                            ausgebildete Einheiten wurden gezielt zusammengefasst und in Notfällen
                            eingesetzt, wobei die Mädchen von ihrer Schul- oder Berufsausbildung
                            freigestellt wurden.[33]
                            • hanys_hans Re: Hitlerjugend. 23.11.08, 12:07
                              Die HJ im Zweiten Weltkrieg

                              Mit dem Angriff des nationalsozialistischen Deutschen Reiches auf Polen im
                              September 1939 wurde die HJ mit eben der Situation konfrontiert, für die sie
                              ideologisch und praktisch geschult worden war. Allein 314 Vollzeit-HJ-Führer
                              fielen diesem ersten Feldzug zum Opfer.[34] Diese und die darauffolgenden
                              Kriegsverluste wurden in der HJ aber als Erscheinungsformen des propagierten
                              Heldentums vermittelt: „Die Schrecken des Krieges störten uns Knaben nicht, sie
                              zogen uns an. Daß unsere Väter einberufen wurden, schien nur recht und billig.
                              Und der ‚Heldentod‘ gehörte dazu. Viele der Lieder, die wir in der Schule und
                              später in der Hitlerjugend lernten, handelten von der Ehre, fürs Vaterland zu
                              sterben: Die Fahnen wehten ins Morgenrot und leuchteten zum frühen Tod, heilig
                              Vaterland war in Gefahren, mochten wir sterben, Deutschland stürbe nicht, und
                              fern bei Narvik lag ein kühles Grab.“[35]
                              • hanys_hans Re: Hitlerjugend. 23.11.08, 12:07
                                Einsatz in der „Heimat“

                                Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs ordnete Schirach an, dass „alle Arbeit allein
                                der Kriegführung zu dienen“ habe. Mit dem Einzug aller wehrfähigen Männer verlor
                                auch die HJ viele Leitungskräfte. Die nachrückenden HJ-Führer waren oft nicht
                                älter als ihre Untergebenen. Damit geriet die hierarchische Gliederung und
                                Disziplin unter den übrigen Verbänden in eine Krise. Darauf reagierte das
                                NS-Regime am 9. Mai 1940 mit einer „Polizeiverordnung“ „Zum Schutz der Jugend“,
                                die die Bestimmungen und Vorschriften zur HJ vermehrte und verschärfte. Auch der
                                HJ-Streifendienst sollte polizeiliche Aufgaben übernehmen. Unter dem Etikett der
                                „Selbstführung“ wurden noch bestehende Einrichtungen für die Nachwuchssicherung
                                aufgelöst.[36]

                                Die Einführung der Dienstpflicht veränderte die Aufgaben von HJ-Jugendlichen
                                zunächst kaum. Sie ersetzten in den ersten Kriegsjahren vor allem die
                                Arbeitskräfte von zum Wehrdienst eingezogenen Männern und leisteten z. B.
                                Ernteeinsätze, Sammelaktionen, Boten- und Kurierdienste, halfen bei der
                                Postzustellung, beim Roten Kreuz und bei Behörden. Jungen blieben bis zum 16.
                                Lebensjahr, Mädchen bis zum 18. Lebensjahr von Dienstverpflichtungen an
                                auswärtigen Orten befreit und behielten Urlaubsrecht.[37]

                                Seit 1940 vermehrten sich die alliierten Bombenangriffe auf deutsche Städte. Nun
                                wurden Angehörige der HJ verstärkt mit Aufgaben des Luftschutzes betraut. Schon
                                15-jährige HJ-Führer wurden auch als Führungskräfte bei der
                                Kinderlandverschickung (KLV) verpflichtet. Sie leiteten dort zusammen mit einem
                                Lehrer Lager für Kinder und Jugendliche auf dem Land und waren dabei für die
                                unterrichtsfreie Zeit zuständig.
                                • hanys_hans Re: Hitlerjugend. 23.11.08, 12:08
                                  Einsatz in besetzten Gebieten

                                  In den von Deutschen besetzten Gebieten erhielten HJ-Gruppen Polizeiaufgaben,
                                  die denen der SS ähnelten. Zudem wurden nach einer Idee von Reichsjugendführer
                                  Axmann, Schirachs Nachfolger, Eliteeinheiten von 16- bis 18-jährigen
                                  Hitlerjungen aufgestellt: so im Juli 1943 eine Panzergrenadierdivision mit dem
                                  Namen „Hitlerjugend“, die unter SS-Brigadeführer Kurt Meyer im Oktober 1943 in
                                  die 12. SS-Panzer-Division „Hitlerjugend“ überführt wurde.[38] Sie wurde im Juni
                                  1944 an der Westfront gegen die Invasion der Alliierten eingesetzt und dort
                                  nahezu vollständig aufgerieben.
                                  • hanys_hans Re: Hitlerjugend. 23.11.08, 12:08
                                    Einsatz in der Kriegsendphase

                                    Mit „Wehrertüchtigungslagern“ wurden etwa 20.000 Jugendliche als Freiwillige für
                                    den „Endsieg“ mobilisiert.

                                    1943 scheiterten Versuche der Reichsjugendführung, die Dienstabläufe der als
                                    Flak- oder Marinehelfer dienstverpflichteten Schüler nach dem Vorbild des
                                    HJ-Dienstes zu gestalten; die Flakhelfer blieben aber formal Mitglieder der HJ,
                                    dies blieb durch den Zusatz in der amtlichen Bezeichnung „Luftwaffenhelfer (HJ)“
                                    und durch die als Teil der Uniform vorgeschrieben HJ-Armbinde erkennbar.

                                    HJ-Angehörige wurden schließlich auch im Volkssturm eingesetzt und für den
                                    Werwolf angeworben.
                                    • hanys_hans Re: Hitlerjugend. 23.11.08, 12:08
                                      Forschungstendenzen

                                      Wie die „Vergangenheitsbewältigung“ insgesamt setzte auch die gründliche
                                      Aufarbeitung des Komplexes Hitler-Jugend im Nachkriegsdeutschland erst mit
                                      erheblicher zeitlicher Verzögerung ein. Bis in die 1960er Jahre hinein gab es
                                      kaum mehr als die Erlebnisberichte Betroffener.[39] In den Akten und
                                      Aufzeichnungen aus den ersten Nachkriegsjahren wurde eine schuldhafte
                                      Mitverantwortung für NS-Verbrechen nach Kater nur sehr selten eingestanden. Vor
                                      allem junge NS-Offiziere wiesen das „Re-education“-Programm zurück, mit dem etwa
                                      die britische Siegermacht in ihrer Besatzungszone und ihren
                                      Kriegsgefangenenlagern eine demokratische Kultur unter den Deutschen
                                      wiederherstellen wollte. Wer sich mit ihnen kooperationswillig zeigte, wurde als
                                      „Nestbeschmutzer“ diffamiert.[40]

                                      Im Zuge der Studentenbewegung setzte sich die bundesdeutsche Öffentlichkeit seit
                                      etwa 1965 intensiver mit der NS-Vergangenheit und ihren Folgen auseinander. Dazu
                                      trugen auch NS-Kenntnisdefizite bei Schülern, fremdenfeindliche oder
                                      antisemitische Haltungen, häufigeres Auftreten rechtsextremer Jugendgruppen
                                      sowie eine latente Demokratiefeindlichkeit in Teilen der Bevölkerung bei.[41]
                                      Nun wurden die sozial- und tiefenpsychologischen Bedingungen und autoritären
                                      Grundhaltungen stärker reflektiert, die Aufstieg und Herrschaft der NSDAP, vor
                                      allem die Massenverbrechen der NS-Zeit ermöglicht und begleitet hatten. Dabei
                                      erforschten die Sozialwissenschaften nicht mehr vorrangig die Aktionen der
                                      NS-und HJ-Führung, sondern den Bevölkerungsalltag der NS-Zeit „von unten“. Für
                                      Focke/Reimer galt es zu zeigen, „wie die Nazis die Jugendlichen in ihre
                                      Organisationen preßten, ihre Freizeit praktisch abschafften und sie mit ihrer
                                      Ideologie vollstopften.“[42]

                                      Eine zweite Welle von Erlebnisberichten und Memoiren ehemaliger HJ-Mitglieder
                                      fand nun Aufnahme. Sie vermittelten ein vielschichtigeres Bild der Lage
                                      Jugendlicher während der NS-Zeit und zeigten auch Formen der
                                      Anpassungsverweigerung. Kater schließt:[43]

                                      „Das traumatische Wissen um die von einer totalitären Diktatur erzeugte
                                      Gewaltherrschaft und Intoleranz hatte diese Menschen davon abgehalten, sich zu
                                      erinnern, solange ihnen die Schande und die Katastrophe noch zu nahe gingen. Im
                                      Alter fiel es ihnen leichter, sich den Erinnerungen zu stellen und sich noch
                                      einmal vor Augen zu führen, wo in dieser Schreckensherrschaft ihr Platz gewesen
                                      war und was sie dazu beigetragen hatten…“

                                      Die neuere Forschung rückte vom Bild des monolithischen Blocks ab, das die
                                      NS-Führung für die damalige deutsche Jugend entworfen und erfolgreich propagiert
                                      hatte. Nach Klönne misslang die NS-Sozialisation bei vielen damaligen
                                      Jugendlichen: Jugendbanden entzogen sich dem HJ-Drill, illegale oppositionell
                                      eingestellte jugendbündische Gruppen bestanden fort.[44] Mancherorts bewirkten
                                      auch angedrohte Strafen für HJ-Dienstverweigerung nichts. So wurde im
                                      bayerischen Landkreis Landsberg Mitte 1942 festgestellt, dass seit zwei bis drei
                                      Jahren kein HJ-Dienst mehr stattgefunden hatte.[45] Andererseits schien die HJ
                                      nach Klönne weitverbreitete Erwartungen der Zeit vor und um 1933 zu erfüllen,
                                      besonders für bis dahin „unterprivilegierte“ (das heißt von der Jugendbewegung
                                      kaum erfasste) Gruppen wie die Landjugend und den Großteil der weiblichen
                                      Jugend. Beiseite geräumt schienen nun „soziale Abstände, Stadt-Land-Unterschiede
                                      oder geschlechtsgebundene Differenzen“.[46]

                                      Die langfristige Wirkung der HJ-Indoktrination auf die Betroffenen ist eher
                                      individuell als allgemein ermittelbar. Rolf Schörken weist darauf hin, dass
                                      flächendeckende „Kurse“ und „Lehrpläne“ dazu erst 1936 eingeführt wurden und ab
                                      1939 kriegsbedingt nur noch eingeschränkt umgesetzt werden konnten. Vielfach
                                      habe es am einzelnen HJ-Führer gelegen, welchen Umfang die ideologische
                                      Unterweisung annahm.[47] Die ab 1937 errichteten, der HJ unterstellten
                                      Adolf-Hitler-Schulen hatten 1943 nicht mehr als 2027 Schüler und stagnierten bei
                                      fortschreitendem Krieg aus Geldmangel.[48]
                                      • hanys_hans Re: Hitlerjugend. 23.11.08, 15:44
                                        Amerykanski Hitlerjugend

                                        Die beiden 13 Jährigen Zwillinge Lamb und Lynx Gaede aus Kalifornien haben
                                        rassistisches Gedankengut von kindsbeinen auf eingetrichtert bekommen.

                                        https://www.20min.ch/images/content/2/0/3/20399539/21/1.jpg


                                        Hitlerjugend 2007

                                        Über gerechte Kindererziehung wurden ja bereits tonnenweise Bücher geschrieben.
                                        Die Eltern dieser beiden Teenager haben mit Sicherheit keines davon gelesen.
                                        Vielleicht mit Ausnahme eventueller Erstauflagen aus dem Jahr 1939 zum Thema
                                        Hitlerjugend. Die beiden 13 Jährigen Zwillinge Lamb und Lynx Gaede aus
                                        Kalifornien haben rassistisches Gedankengut von kindsbeinen auf eingetrichtert
                                        bekommen. Lamb und Lynx gründeten die Band "Prussian Blue" (= preussisch Blau –
                                        eine Anspielung auf ihre deutschen Wurzeln) und verbreiten ihre Parolen an
                                        Konzerten in Form harmlos wirkender Liedchen. Oberflächlich ähneln sie vom
                                        Konzept her den berühmten Olsen-Zwillingen, die ein Medienimperium auf ihrem
                                        makellosen Girlie-Image aufbauten.


                                        «Wir sind stolz darauf, weiss zu sein. Wir wollen weiterhin weiss sein», so Lynx
                                        gegenüber dem US-TV-Sender ABC. «Wir wollen, dass unser Volk weiss bleibt, und
                                        wollen nicht, wissen sie, ein Durcheinander. Wir wollen nur unsere Rasse
                                        erhalten.» Songs wie «Sacrifice» - eine Ode an Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess
                                        – zeugen von der Indoktrinierung der Gaede-Zwillinge. Die Lyrics loben Hess als
                                        «Mann des Friedens, der nie aufgab.»

                                        Lamb will sich, sobald sie anfängt zu pubertieren und der Bartwuchs einsetzt,
                                        sich ein Oberlippen Bärtchen wachsen lassen. Lynx hingegen leibäugelt damit,
                                        sich für den Umweltschutz einzusetzen und im öffentlichen Fernsehen für Zyklon B
                                        betriebene Autos Werbung zu machen.

                                        Und Wenn sie dann beide einmal in ein Alter kommen wo sie selbstständig anfangen
                                        zu denken und begreiffen, dass sie Opfer einer neuen Form von Kindsmissbrauch
                                        geworden sind, schneiden sie Erich Gliebe, ihrem Manager der
                                        US-Nazi-Plattenfirma Resistance Records, vielleicht eigenhändig die Eier ab!

                                        Erich Gliebe: «Elf bis zwölf Jahre – das ideale Alter, um Kids mit ihrer
                                        Rassenidentität vertraut zu machen. Prussian Blue sind das ideale
                                        Propagandainstrument für die Jugend.»

                                        digglerz.blogspot.com/2007/10/hitlerjugend-2007.html
                                        • socer-schlesier Polskie oszolomy. 25.11.08, 13:29
                                          wiadomosci.gazeta.pl/Wiadomosci/1,80277,5987738,Kolejna_niemiecka_gazeta__Sprawe_Pokrzeptowicz_upolityczniono.html

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Nakarm Pajacyka