Gość: alois
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14.10.03, 22:05
Immer noch polnisches Nein zu zweisprachigen
Ortsbezeichnungen. Eine
Verpflichtung aus dem deutsch-polnischen
„Vertrag über gute Nachbarschaft
und freundschaftliche Beziehungen" ist
noch immer nicht von Polen eingelöst: die
Zulassung zweisprachiger Ortsschilder.
Dies ist seit jetzt schon zwölf Jahren überfällig.
Die gegenwärtige Bundesregierung
hat sich damit abgefunden, polnisches
Nichtstun ohne jeden Widerspruch hinzunehmen
und zu schweigen. In Polen
wächst sogar der Widerstand gegen die
endliche Erfüllung der im Vertrag übernommenen
Pflicht, zweisprachige Ortsschilder
zu errichten. Erst jüngst hat der in
Oberschlesien besonders aktive Sejm-Abgeordnete
der Katholischen Nationalbewegung
(RNK), Jerzy Czerwinski, nicht nur
gegen die Gedenkstätten für die Gefallenen
des Zweiten Weltkrieges wegen des
Eisernen Kreuzes als Symbol und wegen
der deutschen Namen der Gefallenen, sondern
auch gegen zweisprachige Ortsschilder
protestiert. Er erhielt dabei auch
die Unterstützung einer gleichfalls auf der
äußersten Rechten als Nationalisten operierenden
Liga der Polnischen Familien mit
einem Offenen Brief an den Woiwoden angesichts
der „Beunruhigung über die Eskalation
der Forderungen und Aktivitäten
der deutschen Minderheit". Ihren Zorn gegen
den Beitritt Polens zur EU vom1. Mai
2004 laden polnische Extremisten, aber leider
nicht nur diese, auf die Deutschen und
alles Deutsche im Lande ab. Zur Namensgebung
der heimatlichen Orte gingen
selbst die Nationalsozialisten bei ihrer Aktion
der gewaltsamen Germanisierung
slawisch klingender Ortsnamen nicht so
weit, auch Lubowitz, den Geburtsort Josephs
von Eichendorff, umzubenennen, im
Gegensatz zu den polnischen Nationalisten.
Fortdauernd und hartnäckig muss gefragt
und gefordert werden: Wann endlich
gibt es wie in der Lausitz oder Südtirol auch
in Schlesien zweisprachige Ortsschilder?
Der Vertrag und der Beitritt zur Europäischen
Union verpflichten Polen.