Gość: Marek derSchlesier
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14.07.04, 17:55
Kinsky gewinnt Klage und erhält Grundstück zurück
In einem spektakulären Streit um Nachkriegs- Enteignungen hat ein
tschechisches Gericht der Klage des böhmischen Adligen Frantisek Graf Kinsky
(68) auf Rückgabe seiner Immobilien stattgegeben. Ein 3000 Quadratmeter großes
Grundstück in Ostböhmen sei zu Unrecht als "Feindeigentum" auf Grundlage der
Benes-Dekrete verstaatlicht worden, zitierte die Tageszeitung "Pravo" am
Mittwoch aus dem Urteil des Gerichts in Chrudim. Es ist der erste juristische
Erfolg von Kinsky seit einem Aufsehen erregenden Appell tschechischer
Politiker an Gerichte, "Nachkriegsergebnisse nicht zu revidieren". Seitdem
hatte Kinsky mehrere Prozesse verloren. Ihre Urteile hatten die Gerichte zuvor
mit dem Argument begründet, Kinsky sei zum Zeitpunkt der Enteignung Deutscher
gewesen. Der in Argentinien lebende Adlige bestreitet dies. Wörtlich sagte er:
"Ich stelle nicht die Dekrete in Frage. Ich glaube nur, dass sie zu Unrecht
auf mich angewendet wurden". Die Dekrete waren im Zweiten Weltkrieg vom
tschechoslowakischen Präsidenten Edvard Benes im Exil erlassen worden. Auf
Grund einer der Verordnungen wurden 1945 fast alle Deutschen in der
Tschechoslowakei kollektiv enteignet. Kinsky beharrt jedoch auf der
Darstellung, die tschechische Staatsangehörigkeit nie freiwillig abgegeben zu
haben. Er möchte in Tschechien mit 157 Klagen Gebäude und Grundstücke im Wert
von insgesamt 1,3 Milliarden Euro zurückbekommen, die auf Grund der Dekrete
konfisziert worden waren. Zu den Immobilien gehört das berühmte Kinsky-Palais
am Altstädter Ring im Prager Stadtzentrum.
www.radio.cz/de/nachrichten/54315
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