arnold7
03.09.06, 11:46
Geboren am 23.2.1879 in Posen
1896 - 1900 Studium an der TH Berlin-Charlottenburg und TH München
1907 - 11 Stadtbauinspektor in Breslau
1911 - 22 Stadtbaurat in Kattowitz (z tej okazji jest ten watek)
1924 - 33 Bausenator in Altona
1939 - 49 Exil in der Türkei
1949 - 52 Referent für Aufbauplanung in Hamburg
Gestorben am 26.4.1956 in Hamburg
Gustav Oelsner wird 1879 als Sohn einer deutsch-jüdischen Familie im
preußischen Posen geboren, er konvertiert aber noch in seinen Jugendjahren
zum evangelischen Christentum. Nach seinem Abitur beginnt er an der
Charlottenburger Technischen Hochschule ein Architekturstudium, das mit der
Vermittlung historischer Stile noch ganz dem das 19. Jahrhundert prägenden
Historismus verpflichtet ist. Durch seinen Bruder, der Medizin studiert, und
den Besuch einiger Vorlesungen über Sozialhygiene an der Humboldt-Universität
kommt Oelsner aber früh mit medizinisch-hygienischen Reformbestrebungen in
Kontakt, die sich speziell um die Bekämpfung der Tuberkulose und der Cholera
bemühen, die vor allem in den eng bebauten Mietshausvierteln der
kaiserzeitlichen Großstädte grassieren. Nach einem Gastsemester an der TH
München im Sommer 1899 schließt Oelsner im Frühjahr 1900 sein Studium ab und
unternimmt eine Studienreise durch Italien. Im Anschluß daran praktiziert er
in mehreren Architekturbüros, darunter bei namhaften Architekten wie Paul
Wallot oder Max Hasak, für den er als Bauleiter beim Bau des Kaiser-Friedrich-
Museums tätig ist.
Nach einer dreijährigen Tätigkeit besteht Oelsner 1904 die zweite
Hauptprüfung zum Regierungsbaumeister. Er wird als Bauleiter der Technischen
Hochschule nach Breslau beordert, Anfang 1907 wechselt er als
Stadtbauinspektor in den Gemeindedienst der Stadt. In Breslau, einem der
Zentren der modernen Bewegung jener Jahre, freundet er sich mit Hans Poelzig
und Max Berg an. Auch die ersten eigenen Bauten Oelsners verweisen mit
sachlichen Grundformen, einer verhalten klassizistischen Gestaltung und dem
Verzicht auf überflüssiges Dekor auf die Reformtendenzen in der Architektur,
die 1907 in der Gründung des Deutschen Werkbundes kulminieren. Im Alter von
erst 32 Jahren wird Oelsner 1911 als Stadtbaurat nach Kattowitz berufen,
einer oberschlesischen Industriestadt im deutsch-polnischen Grenzgebiet, wo
er neben dem Entwurf städtischer Bauten auch mit kommunalpolitischen Aufgaben
betraut ist. Wegen des Anschlusses Oberschlesiens an Polen nach dem Ersten
Weltkrieg scheidet Oelsner am Ende seiner Amtsperiode 1922 aber wieder aus
dem Dienst aus. Vom preußischen Volkswohlfahrtsministerium wird er Anfang
1923 mit der Erstellung eines Generalsiedlungsplans für das Unterelbegebiet
des Hamburg-Altonaer Raums beauftragt.
www.architekten-portrait.de/gustav_oelsner/index.html