Gość: von Bartenbruch
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28.04.04, 01:23
Les@s machen Zeitung
Der Tag hatte am Morgen begonnen. Nach dem Aufwachen bin ich aufgestanden
und habe mir im Radio sofort die neuesten Meldungen angehört. Dann habe ich
mir die Zähne geputzt. Ich verwende dabei immer eine Zahnpasta, die mir die
freundliche Verkäuferin in der Drogerie um die Ecke verkauft hat. Es zeigt
sich immer wieder, wie wichtig es ist, auf die Menschen in der nächsten
Umgebung zu hören. Dann habe ich in der Badewanne mit einem entspannenden
Orangenbadesalzbad ein Bad genommen und die Zeitung gelesen. Das
Orangenbadesalz hat mir auch die nette Verkäuferin in der Drogerie verkauft.
Die Zeitung bringt mir immer jemand vorbei, den ich zwar noch nie gesehen
habe, der aber sehr nett sein muss, weil er wirklich jeden Tag die Zeitung
vorbeibringt. Beim Lesen der Zeitung bin ich immer wieder erstaunt, wie sehr
dieser Wahlkampf die Österreicher und Österreicherinnen bewegt. Dann habe ich
mich auf den Weg gemacht. Es sollte wieder ein spannender Tag werden, mit
viel Kontakt zu den Menschen, den Österreichern und Österreicherinnen.
Wir sehr die Menschen auf mich zugehen, habe ich sofort in der Trafik
gemerkt, weil mich der Trafikant mit einem "Guten Morgen" begrüßt hat. Ich
habe ihm ein herzliches "Guten Morgen" erwidert, und ich glaube, dass ich
damit wieder einen Österreicher überzeugt habe, dass ich mich immer und
überall für alle Österreicher und Österreicherinnen einsetze.
Der Wahlkampftag war wieder sehr anstrengend, aber wie an jedem Tag, gab es
auch heute wieder ein Ereignis, dass ich nie wieder vergessen werde. In einer
Pause hat mir heute ein Kollege erklärt, wie die österreichische
Redewendung "ins Fettnäpfchen treten" entstanden ist: In den Bauernhöfen, als
es noch viele Pferde gab, standen überall Näpfe - heute sagt man Töpfe - mit
Fett zum Einfetten der Pferdehufe herum. Und dann haben die Leute immer
gesagt, wenn jemand in einen dieser Töpfe hineingestiegen ist, "der ist
wieder in ein Fettnäpfchen getreten". Es ist schon erstaunlich, dass man,
auch wenn man soviele Sprachen spricht, immer wieder etwas dazulernen kann.
Man muss einfach mit den Leuten, den Österreichern und Österreicherinnen
sprechen, den Kontakt suchen, mit ihnen sprechen und zuhören, und nicht
abgehoben nicht mit den Leuten, den Österreichern und Österreicherinnen,
sprechen und ihnen nicht zuhören.
Jedenfalls habe ich heute gelernt, wie es entstanden ist, wenn die Leute
sagen, dass man in ein Fettnäpfchen tritt. Obwohl ich mich schon frage, wie
ein Hutschpferd überhaupt treten kann. Und wenn ein Hutschpferd nicht treten
kann, wie kann es dann in ein Fettnäpfchen treten. Und wie kann es dann
dauernd in Fettnäpfchen treten.
Wie so oft bleibt auch an diesem spannenden Wahlkampftag eine Frage offen:
Wie kann ein Hutschpferd dauernd in Fettnäpfchen treten?
Ich habe mich aber nicht beirren lassen, und es war wieder ein sehr schöner
und sehr erfolgreicher Wahlkampftag. Und als der Tag zu Ende war, habe ich
mir die Zähne geputzt mit der Zahnpasta, die mir die Verkäuferin von der
Drogerie um die Ecke verkauft hat. Und dann habe ich noch schnell in mein
Tagebuch geschrieben. Und dann bin ich schlafen gegangen.
Ich freue mich schon auf morgen, wenn ich nach dem Aufwachen aufstehen werde
und wieder ein spannender Tag mit viel Kontakt zu den Leuten, den
Österreichern und Österreicherinnen, beginnt.
Childerich von Bartenbruch