hanys_hans 18.09.04, 16:17 echo.ec.funpic.de/webpages/Mundart_Lausitzisch-Schlesisch_.jpg Odpowiedz Link Zgłoś Obserwuj wątek Podgląd Opublikuj
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 18.09.04, 21:09 ´s gleezsche Häusla Schneeweiße heizra Wände Die reine Aachablende, Die aale Tiere met hocher Schwele A Laderriemla heebt drenne die Fälle, Onderem Schendeldoche die Feuerletter, Eim Kihstolle brenne zwee Schänze on Etter, Dervier der Westhoffa glei On´s Quatschkaboimla derbei: Na gell, fella Häusla hoots Bei ons ei der Groofschaft Glooz (Robert Karger) Odpowiedz Link Zgłoś
laband Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 18.09.04, 21:21 sam bych kozdymu polecou wiersz "Auf der Ofenbank" - mo on tysz wersja slonsko "Uf der Ufenbanke" i gornouzycko "Uf der Ubembank" Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 18.09.04, 21:32 ´s gleezsche Häusla Schneeweiße heizra Mände Die reine Aachablende, Die aale Tiere met hocher Schwele A Laderriemla heebt drenne die Fälle, Onderem Schendeldoche die Feuerletter, Eim Kihstolle brenne zwee Schänze on Etter, Dervier der Westhoffa glei On´s Quatschkaboimla derbei: Na gell, fella Häusla hoots Bei ons ei der Groofschaft Glooz (Robert Karger) Musiouech to eszcze rou dac´ boc pieroonowego byka szczelyu, zamiast "Mände" naszkyklouech "Wände" W i M we altszrifcie soom blank podobne Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 22.09.04, 20:02 Uff Ustern zu Jitz hoot`s om längsta bei ins geschneit: Die Usterwuche ies nimme weit. Die Polmakatzla warn bale blühn, Schnieglöckla hoot`s schunt Eim Pusche stiehn, eim junga Groase A klenner Hoase, macht lauter Mannla, Wischt sich die Noase. Die Kinder, die Ranga, die wull`n a fanga, Mit langa Stecka hopsa se über Grabla und Hecka. Hops macht is Hasla, hops ei`s Looch! War koan anooch? Die Sunne plinzelt voo uba runder, Wane roatpern eim Durfe nunder. Wuhien ma sitt, wuhien ma fährt, Die Strooßa sein wie ausgekehrt. Gänsebluma uff jedem Tammla, Drunda derr Schafer treibt seine Lammla; Omseln pfeifa und Finka schloan, Die eene hiert uuf, die andre fängt oan. Ei jedem Goarta, verr jedem Toare Nischt wie Katla und Drusseln und Stoare. Die Sperliche quitscha, die Hummler summa, Ma werd noch ims Gehiere kumma, Ma werd om Ende noch toob dervoo. Woas ies dernoo? Singt ock, singt ock, euch giehts ju gutt Ihr hott ju noch geferres Blutt. Und derr Winter, dar ale toaprige Järge, Hoot sich verkrucha eis Geberge. A hoot sich verkrucha, Merr warn a nich sucha. Die Bluma hotta`s glei gewußt, Doß und a hotte naus gemußt. Kaum woar a aus`m Püschla naus, Doo koama schunt die errschta raus. Und hurtig, hurtig die Kinder ginga Summersinga, summersinga: Summer, Summer , Summer Iech bien a klenner Pummer. Der Herr ies schien, die Froo ies schien. Lußt ins nich zu lange stiehn. Die guldne Schnure gieht üms Haus. Tud aus! Tud aus! Treibt a Tud zum Durfe naus! (von Ernst Schenke) Odpowiedz Link Zgłoś
laband Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 22.09.04, 20:50 na tyj zajcie keroch ci poleciou od Pichulli tysz som slonske konski - widzious? Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 26.09.04, 10:14 www.heimatvest.de/images/mundart.jpg Odpowiedz Link Zgłoś
laband Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 26.09.04, 12:06 ciekawo mapa - ze kerego roku ona je? Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 26.09.04, 12:11 laband napisał: > ciekawo mapa - ze kerego roku ona je? > - Dialektkarte Deutschland (Ende 19. Jhdt) Odpowiedz Link Zgłoś
laband Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 26.09.04, 12:15 hanys_hans napisał: > laband napisał: > > > ciekawo mapa - ze kerego roku ona je? > > > - Dialektkarte Deutschland (Ende 19. Jhdt) Ta mapa je wuasciwie dosc dokuadno ze jednyom zasadniczom poprawkom - naszyj slonskyj godki i np kaszebskego tam bych niy zaliczou do "Polnisch" ale tak pokrywo sie z tym coch z tamtego czasu na tyn temat czytou. To je ale zrozumiaue bo autor koncyntrowou sie jak widac na dialektach czasto niymieckich przewazajoncych na danym terynie. Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 26.09.04, 18:42 Schmeckuster im de Fisse, meine Schmeckuster die schmeckt sisse, Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: ps 26.09.04, 12:23 laband napisał: > widza tyn Iwangorod noo widzisz Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Mundart Lausitzisch - Schlesisch 26.09.04, 18:44 Schmeckuster im de Fisse, meine Schmeckuster die schmeckt sisse, Schmeckuster im de Beene, bleib's ganze Johr derheme. Schmeckuster im de Kniee, hot' ganze Johr keene Sliehe (Flöhe). Schmeckustern im a Oarsch, wenns wieh tut, do soa's. Schmeckuster im a Bauch, dos ist der ale Brauch.     Schmeckuster im a Ricke, husts ganze Johr viel Glicke. Schmeckuster im de Ärme, doas sich Gott derborme. Schmeckuster im a Kop, zerschläst's ganze Johr keen Top. Schmeckuster über de Noase, do drüber left a Hoase. Schmeckuster um de Wanga, wir wem a Hoase fange. Im Munde der Jugend lautet er derber: Madla, Madla, loß dich peitscha, doaß dich ne de Flehlan beißa! und dann folgt der Heischevers: gim mer a E, oder zwe und a Stickla Usterkucha, ich war dich hinger draußa sucha. (von Maxivick) Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 26.09.04, 21:39 :" Guda Murja im a Gründunscht`g ". "Guda Murja im an Gründunscht`g! Die Frau - giht im Hause rüm, sie hoat an weiße Schürze üm mit an ruta Bande, Sie ist die schienst` im Lande, sie wird es nun doch denka an wird uns nun woas schenka." "Guda Murja im a Summer! Bin a kleener Bummer, bin a kleener König; gabt mir ne zu wenig, lußt mich ne z`r lange stihn will a Häusle wätter gihn!" Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 26.09.04, 22:05 "War`ne Ziege ei`m Hause hoot, muß au leida, doaß dar Buck durch`s Fanster guckt." Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 26.09.04, 22:08 "Su lange inser Herrgott nimmt, nahm ich wieder!" soate Honnfriede. Do noam a`s vierte Weib. "Voater", soate derr Junge, "mir kennta zusomma laba wie Brieder, wenn du dir doas Priegeln obgeweh`n kinnt`st." "Kupp-orbeet strengt oa." Do zug derr Uckse `s irschte Moal an Pflug. "Wenn dan derr Teifel ne hult, zuwoas ies a dann doo?" soate derr Pauer vu semm` Ufkoata (Advokaten)? "Derr liebe Herrgott wohnt au eim Kaller", soate derr Kerchvoater, wie a zum Weine ging. Warum ies a Hoan uff`m Kerchturme? Wenn`s an Henne wär, müßte derr Kanter jeden Murgen nuff giehn und die Eer runder huln. "Bei mir muß olles reene sein" soate dar Pauer. Doo zug a de Kotze aus`m Milcheemer und strich se dr`ieber ob. Wenns zu Trippeln oafängt, koan jeder Raan profezein. War`s mit dam zu tun kriegt, hott a Fiesch oam Schwanze gepackt. Hoan de Jumpfern`n stachlige Haut, doo blein se Jumpfern und warn keene Braut. Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 26.09.04, 22:13 Â Mei Gartla A Gartla muuß ma honn verr siech Schien eigeteelt und ohne Viech Gutt eigezehmt und ne zu gruuß Doss ma sich ne obrackern muuß Is ies zu wink a Blumrabatla Schunn besser is a kleenes Gartla Mit Beemla, Sträuchern und mit Bätlan Mit Bluma, Grienzeug und mit Heetlan An hinda eene Summerlaube Do koan ma ausruhn wie an Taube Ies schien, - do hoot ma viel zu tun Zu groaba, jata und begissa Denn die Suloate sool ne schissa Wenns rahnt, do gieh ich nei eis Haus Und sah vergniecht zum Fanster naus Do sools doch watern an au blitza Doas koan ju bluus mem Gartla nitza Denn Rahn muuß sein, und Sunnaschein Do koan dann olles gutt gedeihn An au derr Wind dar darf ne faaln Sust konnste tube Blieta sahn Dos andre macha Binn an Hummeln Die sich dann uff da Blieta tummeln Die summa und die fliega rimm Vu vorne har bis hinda nimm Und lohn sich vu kemm Menscha schtiern Die wulln doch kene Zeit verliern Aus damm wert dann, siehs eene Pracht Dar schiene Honig draus gemacht An frieh, wenns nooch ganz duuster ies Do sah ich naus, wie`s Water ies Is Fanster mach ich uuf ganz leise Do pfefft oo schunn die erschte Meise Die huppt dan ei memm Gartla rimm Und sitt sich schunn nooch Wermlan im Die Laubehoa ich austaffiert mit Bluma, wie sichs doch gehiert An uff dos Daach an Waterfoane Mit am geschnitzta Gockelhoane Do sah ich wu derr Wind har kimmt Und wie is Water sich benimmt Doas ies dann meine klene Welt Die mich da hier zusomma hält. (Arthur Trauschke) Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 26.09.04, 22:16 Immer denk ich on derheeme Immer denk ich on derheeme on die Schläsing lieb und traut, bunte Wiesa, griene Bäume, wies der Herrgott hingebaut. Uff der Kunrodstoler Seite guckts Kapella weit ins Land, links derhinga liegt de Leite, rechts dervier der Kullerrand. Und dos Liebersdorf grißt rieber, Liebersdorf und's Kiepalooch, bis zum Uksakuppe rieber zieht dar schworze Grubarooch, drunda liegt eim breeta Toole Salzbrunn schmuck und wunderschien, und eim letzta Sunnastrohle glänzt doos "Schlessla Ferschtensteen" majestätisch reckt durthinga inse Huchwald stulz sei Haupt, niemand tut sei Liedla singa vu "des Waldes Grienumlaubt". Wurzelbarg du ala Knucha, du läßt dich beschwerlich giehn, doch ich denk, eim sauerm Luche, muß doch bal derr Springuff bliehn. Guldner Frieden, Rebockschenke, wie mich dos noch immer juckt, und ich sah a Kliema Willem, wie a ei die Diele spuckt. Und ich sah a Friedrich Fritze hindarm Lodatische stiehn, an Zigarre a poor Witze, und donn konnste wieder giehn. Alles dos, wie weggerissa, nee, su konns ju gor nee blein. Lust Euch Alle recht schien grießa, blus nochmol derrheeme sein. (Waldenburger Heimatbote 1979) Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 26.09.04, 22:18 Die Ufabank (Ofenbank) von Helmut Nitzsche Oam Kachelufa ganz entlang do stoand die aale Ufabank. Dervor a bunter Vorhang hing. Die Banke woar a praktisch Ding. Die Teppe, wie die eiser'n Pfoanna, die foanda Ploatz durt wie die Koanna. Ma soag doas Zeug ne, doas woar kloar, weil oalles hingerm Vorhang woar. Doch uf dar Bank, dam woarma Platzla, do soassa Oma und doas Katzla. Besondersch wenn doas Waater schlecht, woar beeda dieser Ploatz siehr recht. Die Oma warmte sich a Ricka und toat durt ganne Strimpe stricka. Und dernaba ihre Koatze bewegt' doas Wullkneul mit dar Toatze. Die Ufabanke woar a Ding, oan dam derheeme jeder hing. Fier ihre Dienste soag ich danke inserer ala Ufabanke. Oals ich die Heimat hoab besucht, do hoab ich au oan sie geducht. Oals ich ei insrer Kiche stoand, die Ufabanke nimme foand. Die Koatze is schunt lange tut, die Oma uf dam Karchhof ruht. Weil sich verändert hoat die Welt, ma die Erinn'rung gern behält. Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 26.09.04, 22:19 Die Ufabank (2. Version) Glatzer Volkslied Im Wenter, wenn`s oft stermt on schneit, Wenn`s watern tut wie ne gescheit, Wenn`s Wendsweha schmäßt bis os Fanster ron, Doß ma oft ne naussahn kon, On is derzu gor schrecklich kalt, Doß ma kenn Hund naustreiba tut: Jo, do is om schiensta of der Ufabank, Wenn dos Pfeifla briet, do wird die Zeit ne lang. Wenn dos Feier prasselt, is eim Stiebla worm, Do kons watern, doß es Gott erborm. On setzt ma dann recht schien beisomm`, On is Gemietlichkeit gekomm`n, Do wird derzählt on Spaß gemacht, Manchmal bis zu metternacht. Der Kaffeetop stieht ei dam Rär, On wer will, der schenkt sich halt ei, On do setzt ma sich halt of die Ufabank, Denn beim Kaffeetop, do werd die Zeit ne lang. Wenn dos Feier prasselt, is eim Stiebla worm, Do kons watern, doß es Gott erborm. Of der Welt, do is halt imm`r asu, Do gahn die Leut`halt kene Ruh; A jeder, dar will halt wos bessers sein, On a beldt sich gor viel ein. Do is om besta, `s Pfeifla har, On ma lacht sich halt ens derzu; Denn om schiensta is halt of der Ufabank, Wenn dos Pfeifla briet, do werd die Zeit ne lang. Wenn dos Feier prasselt, is eim Stiebla worm, Do kons watern, doß es Gott erborm. Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 26.09.04, 22:20 `s verkannte Huchdeitsch (von Josef Tatsch) Der erschte Schultag wor gekumma. Die Mutter hotte, ganz geruhrt, ihr Jongla bei der Hand genumma on zo der Schule hiegefuhrt. Jetzt soß se ganz alleen derheeme on machte schun `n langa Hols, ob denn dos Honsla nee bal keeme - a wor halt doch ihr ganzer Stolz. Nu endlich kom har em die Ecke on zo der Türe reimarschiert a neia Zeeker stromm om Recke, wie`s für en Schüller sich gehiert. "Nee", bormt die Mutter, "nee, ihr leite, asu lang wor mei Honsla fort! Derzähl` ok glei, wie worsch denn heite, wos hot der Lehrer denn gesort?" "Jo", meente Hons, "dos ward wull plocha, wenn ick a ok verstanda hätt`! Du warscht a müssa salwer frocha; met ons hot har ok "biemisch" geredt." Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 26.09.04, 22:22 Die Ziederboahn Ihr kinnt se sahn juhraus, juhrein eim Ziedertoale raus und rein. Vu Zeit zu Zeit, doas muß ma soan, do isse schunn ganz schien gefoahrn; jedoch mir wissa’s ganz genau, die ihs auch monchmal siehr, siehr flau. Die ganze Schuld, ma koan doch schlissa, hot wull der Winter om Gewissa. Dar hot die Ziederboahne soat Und ufte schun zum Norrn gehoat. Wenn’s nämlich stebert und wenn’s schneit, do giehts ne lange ne weit. Ei Olbenruf, dort uba druba, do kimmt se mühsam oageschuba. Doas gieht asu; wie olle wisa, bis ei de Stoadt mit Hindernissa. Der Schnie, dar recht ei Barthelsdruf bis zu der Feueresse nuff. Die zwee Maschinlan tun sich schinda, `s gieht ne noah vurnem ne noah hinda, der Heizer flucht, die Schipper schwitza, der Zug, der sitzt und bleibt au sitza; der Schnie, der tutt a Weg versperrn, war nitfoahrn weil, muß warta lern. Wam groade ne vorm Woarta graut, der koan ja sitza blein, bis`s taut. Doas eene ihs bluß schien und gutt, die Dörfler hoan no ruhig Blutt; die loon sich ne Müh ` verdrissa, au wenn sie schließlich loofa missa. Ihr Leute, mit der Ziederboahn do müßt ihr schun Verständnis hoan, die fährt ju sust zu jeder Zeit, doas heeßt natürlich, wenn`s schneit; und kimmt se au`Stunde später, ma macht ne glei a Mordsgezeter, ma singt au ne glei Kloagelieder, zum Summer fährt se sicher wieder; Ich garantier`, vo Oanfang Mai, bis weit ei a Oktober nei. Die ihs schun gutt, de Ziederboahn, mir brauchta bluß kenn Winter hoan. Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 26.09.04, 22:22 Doas Tieschtuch Neulich but a Handelsmoan Menner Froo a Tieschtuch oan. Ich koam derzu und meente bissig: „A Tieschtuch ihs ganz überflüssig!“ Doo soate jer ufdringlich und zäh: „Überflüßig? Warum denn, hä?“ A schienes Tischtuch hoan doch heute, denk ich olle bessern Leute! Doo soate ich mit heiser Stimme: „Mir sein keene bessern Leute nimme! Mir braucha wirklich su en Wiesch nich! Mir hoan ju ken Tisch! Hans Rößler Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 26.09.04, 22:24 Der Nachtwächter A kimmt eim Durfe runder wie sunst noch nie Doas ies a reenes Wunder, A kimmt zu frieh! A kimmt mit sein`m Hunde. Nu doo! Nu doo! Zu frieh`n vulle Stunde. Schuld is de Froo. Krach hoan se bis im achte Mitsoamm gehoat. Doo schlich a naus ganz sachte. A weeß sich Roat. Zum Wächterhäusla loofa Ar und sei Hund. Durt kinn se ruhig schloafa Wie moanchmal schunt. Und wird heut nich gefiffa, Doo schlooft ock su. Doas hoat`r wullt begriffa: „Där Moan braucht Ruh!“ Hankowiak Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 26.09.04, 22:25 Dar biese Troom Grußes Schlachtfest woar gewast; Endlich woar derr Obend doo. Olle Kotza wurda groo Und der Kolle kruuch eis Naast. Vuulgesackt sei Bäuchla woar; Denn a hotte gutt gestuppt Wellfleesch, Wellwurscht, Plimpelwurscht, Viel getrunka und gesuppt, Wie`s halt ies onn sichta Taga, Obends leit eem oll`s eim Maga. Kolles Maga, dar woar vuulgesackt Und dam Kolle woar nich wuhl. Die Nacht woar schworz wie Pech und Room. A Käuzla uff`m Dache rief, Und wie derr Kolle endlich schlief, Doo hott`a goar` n biesa Troom: Ging derr Wind eim Uwarühre, Kloppt woas onn die Stubatüre, Koama lauter; ees, zwee, drei - Lauter fette Schweinla rei. Woar a ganzes Uufgebiete, Hotta lange Messer miete. Lauter Schweinla, lauter fette, Koama uff zwee Benn geloofa, Koama olle Bis onns Bette, Wu derr Kolle und toat schlofa. Finga olle oan zu singa, Stonnda doo und zeigta olle Lauter blanke Masserklinga: Kolle, Kolle, Kolle, Kolle, Kolle, du werscht jitz geschlacht`t Und aus dir werd Wurscht gemacht! Jitz fing doas Erschte oan zu sprecha: “Nuck nuck, merr warn a bale Stecha!” Und wie doas Erschte und hotte gered`t, Doo meente doas Zweete: ”A ies hibsch fett, Doo denk iech wull, doo wärsch is beste, Merr machta Wurscht, und zwoar gepreßte!” Doo meente doas Dritte:”`s ies gutt, `s ies gutt, Surgt ock ferr Blutt!” Jitz sproach doas Erschte: “Woas mach merr denn aber Mit dan Nierlan und mit dar Laber?” Doas Zweete sproach:”Doas macht keene Mühe, Doas kimmt oll`s ei die Brühe” Und doas Dritte sproach: “Macht ock errscht kee Gelärme, Surgt ock ferr Därme!” Doo finga se olle zu grunza oan: “Därme werd a wull salber hoan!” Und wackelta olle mit ihra Rüsseln: “Surgt ock ferr Schüsseln, surgt ock ferr Schüsseln.” Und doas Erschte sproach: “Merr warn ins setza: Masser wetza, Masser wetza!” Und wie se und hotta die Messer geschliffa, Doo meente doas Zweete: “Jitz zugegriffa. Hie gibt`s errscht kee Aber und kee Wenn, Merr nahma`n bale bei a Benn. Ees nimmt a beim linka, ees nimmt a beim rechta. Mier beeda haln a, ihr beeda stecht a!” Doo wurde dam Kolle ganz angst und bange, A loag und wond sich wie`n Schlange, A grief nooch derr Lompe, A grief noch`m Tochte, A flug aus`m Pochte. Und wie a naberm Bette loag, Doo wurd`a munter und erschroak. Nee, duchts´a, nee, kunnd`s tülscher sein, Ma kunnde jitz schunt`n Bluttwurscht sein. A grief sich onn die Uhrn, a grief sich onn die Beene, Nee Gott sei Dank, a woar noch keene. zurück zum Seitenanfang Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 26.09.04, 22:26 Derr Groabs`n ihr Häusel. Is hoot schunt tagelang geschneit. Der Schnie lait dick, dar Schnie lait weit. Ma koan nich mieh ei olle Ecka sugoar die Eisaboahn blieb stecka, derr Schnieflug fährt eim Dorfe nunder, Is doas a Wunder? Doas kleene Haus der Groabs`-Marie, doas steckt gur siehr eim hucha Schnie. Ma sitt erscht keene Türe. Die Fansterla, die viere, die hoot derr Wind gutt eigepackt. Doas ganze Häusla is versackt. Zum Friehjuhr, wenn die Sunne kimmt, bestimmt doas Durf eim Wosser schwimmt. Poßt uf, derr Schnie werd Montsche, na, doas gibt a Gepontsche! Doas Wosser stieht eim ganza Urt, dann schwimmt doas schiene Häusla furt, ju, üm doas Häusla ies geschahn - ihr werd`s ju sahn! Doch wenn doas Häusla nich zerrgieht, wenn`s uf semm Plotze feste stieht, wenn`s nich zerrweecht und standhoaft bleit, nee, wie sich doa die Groabs`n freit. Doa lacht dann die Marie: Ock furt, du bieser Schnie! - - Oelsebach-Hannes - - Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 26.09.04, 22:49 Die schlesische Mundart Wenn alles, was zu dichten und zu schreiben ich je versucht auch müßte untergehn im Strom der Zeit und ihrer Stürme Wehn - die schlesischen Gedichte werden bleiben, weil sie entsprossen treu aus der Natur und heimisch sind auf heimatlicher Flur. Carl von Holtei (1858) Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 26.09.04, 22:50 AUSBREITUNG DER SCHLESISCHEN MUNDARTEN HERKUNFT DER SCHLESIER Mit dem Begriff ',Schlesische Mundarten" ist - räumlich gesehen - nicht die Provinz Schlesien gemeint. Die fast Sieben Millionen ostdeutscher Menschen, die schlesisch sprachen wohnten auf einem Raume, der erheblich größer war als Preußisch-Schlesien Dieses bildete nur den Mittelpunkt eines Gebiets, zu dem nach allen Seiten hin noch große Räume mit Menschen schlesischer Zunge gehörten Im Westen erweiterte sich die schlesische Sprachlandschaft um das Gebiet der alten "Sechsstädte": Lauban, Görlitz, Löbau, Bautzen, Zittau (Kamenz sprach obersächsische Mundart), im Nordwesten und Norden bis zur niederdeutschen Sprachgrenze um die Niederlausitz (ausgenommen die wendischen Orte) und die Kreise Crossen, Züllichau und Schwiebus Im Südwesten und Süden zählte zur schlesischen Sprachgemeinschaft Nordböhmen mit Reichenberg und Friedland das südliche Riesengebirge und Ostböhmen mit Hohenelbe, Trautenau und Braunau, im Südosten Ostschlesien und Nordmähren mit Mährisch-Schönberg, ferner das Oppa-land (das "Österreich-Schlesien") und das Kuhländchen. Im Osten sprachen Grenzstriche der früheren Provinz Posen schlesisch: Lissa, Storchnest und Leiperode, Adelnau, Schildberg und Kempen. Die Grenze des geschlossenen schlesischen Sprachgebiets führte (von Süden nach Norden) über Piltsch, Zauditsch bei Katscher Bauerwitz, Leisnjtz bei Leobschütz Zülz, Falkenberg, Oppeln, Karlsmarkt, Reichtal bei Namslau, Groß Wartenberg nach Neumittelwalde. Westlich dieser Linie waren nur geringe nichtdeutsche "Einschübe" vorhanden: Außer mährischen Dörfern des Hultschiner Ländchens einige Dörfer mit tschechisch sprechenden Bewohnern in der Lewiner Ecke der Grafschaft Glatz (im "Böhmischen Winkel"), drei Dörfer bei Strehlen (Ansiedlung tschechischer Protestanten unter Friedrich dem Großen) sowie Teile des Kreises Hoyerswerda und Rothenburg/OL, wo wendisch gesprochen wurde. In Oberschlesien gehörten als geschlossene Stadt- und Dorfsiedelungen zur schlesischen Mundart: Kreuzburg mit Konstadt, Pitschen und Rosenberg, Oppeln mit Malapane, Groß Strehlitz, Guttentag, Himmelwitz und Peiskretscham, Oberglogau mit Krappitz, Klein Strehlitz, Proskau, Cosel, Gnadenfeld, Mechnjtz und Ratibor, Gleiwitz mit Schönwald, Reigersfeld und Kieferstädtl, Hindenburg, Beuthen, Königshütte, Kattowitz, Anhalt, Tarnowitz, Lublinitz, Loslau, Sohrau, Pleß und Rybnik. Besonders erwähnenswert als Volkstumsinseln sind Schönwald bei Gleiwitz, Anhalt und Kostenthal. Weiterhin gehörten zur schlesischen Sprachgemeinschaft die im polnischen und tschechischen Staate liegenden Sprachinseln: z. B. Bielitz, Alt-Bielitz, Wilmesau und die Zips. In diesen großen Raum, der sich zum schlesischen Sprachraum herausbildete strömten seit dem 13. Jahrhundert die Siedler, die Bauern- und Handwerkersöhne aus altdeutschem Land. Was sie in der neuen Heimat verbindet, ist zunächst die Blutsverwandtschaft; ihr geistiger Ausdruck aber ist die in den Grundzügen gleiche Mundart. Bereits im 14. Jahrhundert ist eine schlesische Gemeinsprache entwickelt, die sich vor allem auf dem Dorfe bis in unsere Tage erhalten hat, Einzelne Landschaften, Herrschaftsbereiche oder Parochien haben für sich wieder Teilmundarten entwickelt. Die gemeinsamen Spracheigenheiten, insbesondere der Vokalismus und Konsonantismus, weiterhin die Familien- und Ortsnamen lassen Rückschlüsse auf die Herkunft der Siedler zu. So zeigt z. B. Wolfgang Jungandreas in seinen "Beiträgen zur Erforschung der Besiedlung Schlesiens", daß einem Reinharz, Romers und Rückers bei Fulda ein Reinerz, Roms und Rückers in der Grafschaft Glatz entsprechen. In der Tat stammt auch ein beachtlicher Teil der deutschen Siedler aus Hessen, aus Mainfranken und Bayern. Etwa die Hälfte der urkundlich überlieferten Familiennamen weist auf thüringisch-meißnische Herkunft. Auch die schlesischen Dorfnamen auf -au, -bach, -berg, -burg, -dorf, -feld, -heide, -kirch, -hain, -stein, -walde, -wiese sind mitteldeutschen Ursprungs. Die Bildung auf -seifen (seiffen) tritt gruppenweise im Erzgebirge, Nordböhmen, im Iser- und Riesengebirge, in Mähren und in "Österreichisch Schlesien" auf und läßt auf die Einwanderung fränkischer Bergleute schließen. Der Anteil der niederdeutschen Namen ist gering; er beträgt etwa nur ein Fünftel der mitteldeutschen. Diesen Ergebnissen der Namensforschung entspricht auch die Mundart. Ihre Grundlage ist überwiegend mitteldeutsch' thüringisch' fränkisch, hessisch. Darin sind verflochten bayerisch-österreichische und niederdeutsche Lauteigenheiten. Das Bild wechselt von Ort zu Ort, von Tal zu Tal, von Landschaft zu Landschaft. So finden sich z. B. in der Mundart von Ratsdorf und Mährisch-Altstadt vorwiegend bayrisch-österreichische Lauteigentümlichkeiten; ähnlich liegt es auch - wenn auch schwächer - in Schönwald bei Gleiwitz' in Spindelmühle im Riesengebirge, in Kieslingswalde in der Grafschaft Glatz und in Katscher O.S. Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 26.09.04, 22:51 DIE LAUTLICHEN HAUPTMERKMALE DER SCHLESISCHEN MUNDARTEN Welches sind nun die gemeinsamen lautlichen Merkmale der schlesischen Mundarten? Wolf von Unwerth hat sie in seiner 1908 von der Breslauer Universität preisgekrönten Schrift zusammengefaßt. Die Ergebnisse seiner Forschung sind indessen besonders durch Wolfgang Jungandreas und Ernst Schwarz ergänzt' erweitert und berichtigt worden. Danach zeigen sich über alle Teilmundarten hinweg folgende gemeinsame Züge: 1. Altes (mittelhochdeutsches mhd.) langes a und gedehntes o fallen im Schlesischen zusammen; beide werden langes o (~ oo) mhd. schaf (Schaf) = schoof mhd. bodem, boden (Boden) = boodn Ebenso fällt altes (mhd.) langes o und gedehntes u zusammen; beide werden langes u ( = uu) mhd. groz (groß) = gruus mhd. busch (Busch) = puusch Ebenso fallen folgende vier alte (mittelhochdeutsche) Laute zu einemvLaut zusammen: mhd. langes e' oe' gedehntes i und ü. Alle werden zu langem i ( ii) ; oe und gedehntes ü werden also entrundet. mhd. zehe (Zehe) = tsiine rnhd. boese (böse) = biise rnhd. rnül, müle (Mühle) = miile rnhd. wise (Wiese) = wiise 2. Alte (mhd.) kurze Selbstlaute sind nicht nur in offener Silbe gedehnt worden, sondern auch in geschlossener Silbe, wenn früher in der verlängerten Form ein Doppelmitlaut stand: rnhd. ktoz (Klotz) = kloots rnhd. loch (Loch) = looch rnhd. nus (Nuß) = nuus rnhd. tisch (Tisch) = tiisch 3. Die alten (mhd.) Doppellaute uo, üe, ie, die zu u, ü und i geworden sind, werden vor t und inlautendem stimmlosen Geräuschlaute gekürzt: rnhd. huot (Hut) = hut rnhd. ruofen (rufen) = rufa rnhd. büechel (Büchlein) = bichl rnhd. sliezen (schließen) = schlissa 4. Altes germanisches mp und pp ist erhalten: stampan (stampfen) = stompa top (Topf) = tup (schlesisch: aim tupe = hochdeutsch: im Topf e) 5. Altes (westgermanisches) d ist zu t verschoben dac (Tag) = taak dam (Damm) = toam; (schlesisch: uffm torne = hochdeutsch: auf dem Damm) Diese Lautverschiebung weist jedoch bemerkenswerte Unterschiede auf in der Stellung nach l, n und r. Während nach 1 und n d gilt, ist das t nach r geblieben (schlesisch gortn [Garten] und schlesisch haln aus halden, hinda aus hinten). 6. Statt zu erwartendem b und d steht p und tu Bauer = paur buckel = pukl brüllen = priln dumm = tum Docht = toocht 7. Einige andere Lauterscheinungen kennzeichnen das Schlesische: a) Im Auslaut (wie auch inlautend neben stimmlosem Mitlaut) wird der Stimmton aufgegeben, es tritt eine Lautverhärtung ein: Lob = loop Tag = taak lebt = laapt Diese Erscheinung ist nichts anderes als das mittelhochdeutsche Auslauts-Gesetz. Es zeigt sich, daß das Schlesische (wie alle Dialekte) eine konservative Mundart ist, daß es manche Züge aus der mittelhochdeutschen Zeit bewahrt hat. b) Gegenüber den Nachbarmundarten, sowohl dem Obersächsischen und dem Nordwestböhmischen' unterscheidet sich das Schlesische durch die Bewahrung des Stimmtones bei Verschluß- und Reibelauten. Die schlesische Mundart kennt also das stimmhafte b' d, g' vielfach auch ein w für inlautendes f. Der Schlesier sagt biise -, während z. B. der Komotauer beeße spricht. Schlesisch heißt es uuwa' nordwestböhmisch aber uufm. c)Auch die wirkliche Verdoppelung, wie wir sie heute nur noch in Südschweizer Mundarten und im Italienischen hören, wie sie aber im Mittelhochdeutschen allgemein üblich war, findet sich im Schlesischen. Es heißt in der Grafschaft Glatz folla, fallen, aim toppe, im Topfe mit einer deutlichen "Zweigipflichkeit" des inlautenden Mitlauts, also fol-la. 8. Beachtlich sind schließlich auch Gemeinsamkeiten des Wortschatzes. Es genügt, hier das schlesische ok, landschaftlich och (althochdeutsch okkeret, okkert) = nur oder bloß anzuführen, das sich deutlich vom neer des Nordwestböhmischen abhebt. Es ist aus der alten Heimat mitgebracht worden und hat sich im Schlesischen so allgemein durchgesetzt, daß es infolge seines häufigen Gebrauchs geradezu zum Kennzeichen des Schlesischen geworden ist. Als typisch schlesisch seien nur noch zwei Wörter genannt: "Kretscham" und "Böhm." · "Kretscham" ist aus dem polnischen karczma (tschechisch krcma) = Dorfschenke übernommen und durch Metathese zu schlesisch "kratschm" entwickelt worden. Von daher leiten sich die verschiedenen Formen des bezeichnend schlesischen Familiennamens Kretschmar, Kretschmer, Kretschmann ab. · Mit "Böhm" (beem, biim, biima) ist bekanntlich unser Zehnpfennigstück gemeint. Die Bezeichnung soll auf die Zeit der Luxemburger in Böhmen zurückgehen, unter denen Schlesien durch den Vertrag von Trentschin 1335 endgültig ein Glied des Deutschen Reiches wurde. Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 26.09.04, 22:52 DIE SCHLESISCHEN TEILMUNDARTEN Daß sich im Schlesischen trotz aller Gemeinsamkeiten im Vokalismus und Konsonantismus eine große Zahl "Teilmundarten" entwickelt haben, fällt bis auf den heutigen Tag jedem aufmerksamen Beobachter auf. Die wissenschaftliche Mundartforschung trifft (nach Wolf von Unwerth) zunächst eine Zweiteilung in Stammundarten und Diphthongierungsmundarten. Stammundarten Unter Stammundarten versteht man diejenigen, die den im Schlesischen entwickelten Selbstlautstand im ganzen bewahrt haben; unter Diphthongierungsmundarten solche, die den Vokalismus besonders durch Zerdehnungen weitergebildet haben. Die Grenze zwischen beiden verlief von Crossen über den westlichen Teil des Kreises Grünberg, Naumburg a. Bober, Sorau, Sagan, Sprottau, Primkenau, Kotzenau, Haynau, Arnsdorf, Liegnitz, Oyas, Tentschel, Groß Baudiß, Weicherau, Lorzendorf, Ober Struse, Kanth, Kattern, Postelwitz, südlich Vielguth und Bernstadt über Wabnitz, Stradam nach Neumittelwalde. Alles, was westlich, südlich und südöstlich dieser Linie lag, gehörte zu den schlesischen Stammundarten, alles, was nördlich lag, zu den Diphthongierungsmundarten. Die Sprachlandschaft der Stammundarten gliedert sich wiederum in eine Reihe "Untermundarten": a) Da ist vor allen das "Gebirgsschlesische" zu nennen. Seine lautlichen Eigenheiten sind folgende: I. Das Endungs-a, d. h. das -en des Hochdeutschen bei Substantiven und Verben (soweit bei Verben der Wortstamm nicht auf "l" oder "nn" ausging) wird zu -a Die Menschen = menscha Die Kirschen = kerscha laufen = loofa essen = assa II. Die Verkleinerungssilbe -lein wird zu -la. Bäumchen = beemla Töpfchen = tipla III. mhd. kurzes e erscheint - soweit es nicht zu a geworden ist - als langes geschlossenes e. reden = reeda zeln = zeela IV. Für das -age, -oge des Mhd. (sagen, gezogen) steht uo oder oa, oder oi: sagen = soan, suon; gezogen = gezuon, gezoin Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 26.09.04, 22:54 Als Beispiel für das Gebirgsschlesische: "Tausend Worte Schlesisch" (Von Ernst Schenke) Jeder Mensch, woher er auch mag stammen, Redet gern, wie ihm der Schnabel wuchs. Doch wenn er mit "Höhern" kommt zusammen. Wird er vornehm und besinnt sich flugs. Denn der Dialekt paßt nicht für jeden, sagt er sich teils ängstlich, teils mit List, Aber wir wolln jetzt mal "Schlesisch" reden, Wie der Schnabel uns gewachsen ist. Assa, trinka, schloofa, stiehn und sitza Sagt bei uns der Mensch, der sich nicht ziert. Renna, loofa, liega, friern und schwitza, Das wird hier von jedermann kapiert. Essen, trinken, schlafen, stehn und sitzen Ist auch in der Schläsing täglich Brauch; Rennen, laufen, liegen, friern und schwitzen muß der "Usinger" wie andre auch. Wischt er die Nase sich, so ist's die "Noase", Läßt er sich einen Zahn ziehn, ist's "derr Zoahn", Schießt einen Hasen er, so ist's "derr Hoase", Die Frau, das ist "die Froo", der Mann "derr Moan". Uba, unda, haußa oder hinne Bringt der Schlesier sein Dasein zu; Kommt er nicht hinaus, so steckt er drinne, "Trübetimplich" ist er, doch auch "fruh". "Mucksch" ist er mitunter, "mieseldrähtig", "Eppsch" tun kann er, wenn ihn was verdrießt, "Freindlich" kann er sein, jedoch auch "grätig", Wenn er hustet, "kuuzt" er, dieses "Biest". Liebt er ein "Madel", nennt er sie "is Schatzla", "Mei Schamster" sagt zu ihm das junge "Blutt"; Umhalst er sie und gibt er ihr "a Schmatzla", Spricht leise sie zu ihm: "Iech bien derr gutt!" Ist die Liebe dann soweit gediehen, Daß 'ne Heirat draus wird, macht er "Huxt", Möglichst wenn im Mai die "Beeme bliehen", Und da wird getanzt, "geteebst", "gejuxt". "Kließla" gibts von frischem "weeßnem Mahle", "Sträselkucha", Sauerkraut und "Krien" und "derr Bräutjam" spricht zur Braut: "Na, Ahle, Is's uff inser Huxt nich wunderschien?" Doch später, da gibts "Surga monch Gebindla", Do wird "is Köppla" schwer "als wie a Kerbs" Und wenn "derr Seeger" schlägt "is letzte Stündla" Spricht er: "Ju, ju, iech gieh jitz uff a Sterbs". Die Grenze des Gebirgsschlesischen führt von Rochlitz im deutschböhmischen Riesengebirge über die Tafelfichte, Bad Schwarzbach, an der Schwarzbach entlang bis unterhalb Friedebergs an den Queis, von da über Greiffenberg, Löwenberg, Goldberg, Lobendau, Wildschütz, Koischwitz, Alt Beckern, Arnsdorf, Jeschkendorf, Groß Tinz, Mois, Gräbendorf, Fürstenau, Kanth, Zobten, Strehlen, Münsterberg, Ottmachau, Neisse, Zülz, Oberglogau, Leobschütz. Im Süden bildet die deutsch-tschechische Sprachgrenze den Abschluß, so daß die sudetenschlesischen Mundarten von Ostböhmen (nach Ernst Schwarz freilich infolge starker Eigenheiten als besondere Mundartgruppe aufzufassen), vom Braunauer Ländchen, vom Adlergebirge, von ehemals Österreichisch-Schlesien, und vom Oppaland noch zum Gebirgsschlesischen zu rechnen sind. b) Eine Abart des Gebirgsschlesischen bildet das Glätzische. Seine Teilmundarten, zu denen das "Niederdörfische" (um Neurode) und das "Oberdörfische" (Habelschwerdt-Mittelwalde) ,die Mundarten von Braunau, von den deutschen Gemeinden im Adlergebirge, von Grulich und von Freiwaldau (Österreichisch-Schlesien) gehören. weisen folgende gemeinsamen Züge auf: I. i und u werden zu e und o geheilt: Milch = melch Junge = jonge II. mhd. ou wird zu langem a (= aa) boum = baam ougen = aacha III. mhd. ei und öu und -age, oge werden zu offenen langen Lauten oder zu Zwielauten: fleisch = flääsch, flaisch, flaasch böume = bääme, boime, baime wagen = wään, woin gezogen = getsään, getsoin Im Gedicht des verdienstvollen Glatzer Heimatdichters Robert Karger werden die Besonderheiten des "Gleetzischen" deutlich: "Dodoowa been ich derhaime" Nammt a Stecka ei de Hand, Lott ons of de Barje steija! Satt, wos fier a Wonderland Onsa Aacha sich tutt zeija! Leit's nie donda heegebrätt, Wie a hibsch gemostert Tichla? Oawer goar, wenn ainer hätt Oofgebleetert's Belderbichla? Dodoowa been ich derhaime, Wuu zengstrem Barje stehn. Mai Groofschoft, mei ainzije, klaine, Du Ländla, wunderscheen! c) Westlich grenzt innerhalb der Stammesmundarten an das Gebirgsschlesische die "Oberlausitzer Mundart" mit dem Gebiet der alten "Sechsstädte" (nur Kamenz i. Sa. ausgenommen, das obersächsische Mundart spricht), und dem Nordböhmischen um Reichenberg und Friedland i. B., östlich des Gebirgsschlesischen trifft man auf die Mundarten des Brieg- Grottkauer Landes. Im Lautstand sind sie ziemlich gleich. I. Anstelle des Gebirgsschlesischen Endungs-a erscheint hier ein silbisches n oder m. Es heißt also: essen = assn schlafen schloofn. schoofm II. Ebenso tritt für das -la in der Verkleinerungsform ein silbisches "l" Bäumchen = beeml Töppchen = tipl III. Für das lange geschlossene e des Gebirgsschlesischen steht ein langes offenes ä (= ää): reeda = räädn zeela = tsääln IV. Das -nt und -nd erscheint hier als -ng: gefunden = gefung hinten = hing mhd. ze endes = zengst V. mhd. langes i wird im Brieg-Grottkauer Gebiet zu langem ä mhd. swin = swään VI. mhd. kurzes e in knecht, recht u. ä. wird zu ai (ein deutlicher Zwielaut): also knaicht, raicht, wobei das i nur kurz an das lange a angehängt wird. VII. die Lautverbindungen .age, oge erscheinen als oi: sagen = soin gezogen = getsoin VIII. R und l werden sehr guttural (gaumig) gesprochen. Diese Sprechweise (die sich auch in den Diphthongierungsmundarten findet) wird gern als Einfluß des Polnischen ausgegeben, da die Polen ebenfalls ein gutturales l kennen. Aber es läßt sich nachweisen, daß ein solches l schon im Spätmittelalter im Schlesischen zu finden ist, nicht bloß im Nordschlesischen und im Oberlausitzischen, sondern auch im Nordböhmischen, wo ein slawischer Einfluß um diese Zeit ausgeschlossen ist. Das sind Aussprachen des l, die von daheim aus dem altdeutschen Land mitgebracht worden sind. Wir haben ja die ähnliche gutturale Bildung des 1 auch im Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 26.09.04, 22:56 Holländischen und Englischen. Das Beispiel von Rudolf Gärtner mag für die Oberlausitzer Mundart die lautlichen Eigentümlichkeiten zeigen. "'s koam amo Ennr zu mir, woas kenner aus der Äberlausitz woar, dar wullte uf Äberlausitzsch woas viertroin, ich sellt'sn waign derr Aussprooche iebrhiern. Ich soite: ,Na, doo schißt ock luus!' Und a fungk oa. Ar hott aber 'n Zungenschlaag nö richt'g wegk, ar kunnte sei Schmecklappel nä wie sichs gehurrt an Maule rimwelkern, derrmitte klong olls su troige, 's woar kee Soft hinne. ,Halt!' soit ich, ,woart amo! doo miß merr irschtert a boar Vuriebungn machn derrzu! doas mit dan ,r' is noo nä richt'g und doas mit ,l' o nä; Soit amo: ,rrr'- ,r' machte dar. - Nee, Ihr mißt de Zunge ubm on Gubm oalähn, su ,rrr'. Nu soit amo Rrrhabarrrberrr'. ,Rhabarber'- ,Nee, Rrrhabarrrberrr'. ,Rrhabarrber.' Nu, doas is no kenner, darde ei derr Äberlausitz gewachsn is. - Doo hoa 'ch Euch amo woas uhfgeschriebn dohiet, ich waarsch Euch amo vierlaasn, doas laast Ihr derrnoo amo: ,Ei Ruppersdorf doo rissn de Riepl Rießler-Reinhulds Runkelriebm raus und ei Reinsch-Richards rutn Rampler-Rusn-Rankn rupptn die Rajkl o noo droarim!' Na, ich ducht mersch ju glei - 's woar nischt nä. Mitm ,L' gings glei goar nä. Ich goabm doo an annern Zädl: Nü laast amo: Lucke-Lobl, Lurenz-Laberächt und Liebschersch-Lui ei Lekkerschdurf giehn ei leisn Laderlotschn und lussn 'ch lange schunt lange Loodn wachsen!' Nu loas darsch groade wie's enner macht, darde vermeinswägn aus Berlin is. ,Nee', soit ich doo, ,nahmt merrsch nä iebl, a Edlruller wardt Ihr eim Labn nä'." Die Diphthongierungsmundarten Das Gebiet der Diphthongierungsmundarten umfaßt die Kreise Grünberg, Glogau, Fraustadt, die nördlichen Teile der Kreise Freystadt, Sagan. Sprottau, Steinau, die Kreise Wohlau, Lüben, Trebnitz, Trachenberg und Militsch sowie Teile der Kreise Breslau und Oels. Diese Sprachlandschaft wird volkstümlich als das "Neiderländische" bezeichnet. Es weicht in seinen Lautverhältnissen auffallend von den Stammmundarten ab. I. Für das i des Stammgebietes tritt ai oder (im NW und 0) langes e: Tisch = taisch oder teesch Schnitte = schnaite oder schneete II. Für uu der Stammundarten tritt au oder (im NW und 0) langes o: Stube = schtaube oder schtoobe gruß = graus oder groos III. Für oo des Stammgebiets steht im NW und 0 au: Toop = taup Kohle = kaule Im mittleren Teile steht dafür ein langes offenes o, das lautlich dem a in engl. water entspricht und gewöhnlich oa geschrieben wird. Toop = toap koole = koale IV. mhd. langes i erscheint zwischen Oels und Glogau als langes fast geschlossenes e: Swin = schween Im gleichen Raum ist mhd. langes u zu langem fast geschlossenem o geworden. hus = hoos Im gesamten Gebiet wird ein gutturales (gaumiges) L gesprochen, das im Grünberger Kreise (ausgenommen der westliche Teil) nach dunklen Selbstlauten oft verloren geht, oder nach hellem Selbstlaut, oder wenn es silbe-bildend auftritt, als kurzes o erscheint: Teil = taio Vogel = foago viel = vaio Derr Graußknaicht (von Arthur Schoke) Eich bei a Graußknaicht vau alem Schlaag, Eich schoff und schuffte a ganze Taag. Eich huo kenn Sunntich is ganze Jauhr Froet ock meen Poer, 's wirklich wauhr. Zwee Sackvell truo eich uff eimuol weg, A stärksten Kerle, eich schmeeß'n ei a Dreck. Maukleißol aß eich dree Schissoln uff, En Rinken Klaublichwurscht noch aubendruff, Und Laderhausen, die huo eich au, Und Taubak schnupp eich, 's ie halt asau. Mei Vuoter seelig kunnts au nie laun, Und eich bei ebens see eenz'ger Sauhn. Zwischen den Stammundarten und den Diphthongierungsmundarten liegt in den Kreisen Breslau, Neumarkt, Liegnitz, Lüben, Haynau, Goldberg die Kräutermundart Sie führt ihren Namen von den "Kräutern", den Krautbauern, die um Breslau wohnten und wöchentlich zweimal mit ihrem "Kraut" zum Markt nach Breslau kamen. Im südlichen Teil des oben bezeichneten Gebiets gilt noch das -a und -la des Gebirgsschlesischen; der weitaus größere Teil hat aber schon das silbische -n, -m und -l. Man spricht hier schon schneete, schtoobe wie im Neiderländischen" aber noch schwain und haus wie im Gebirge. Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 26.09.04, 22:57 Uber das Oberschlesische gibt es so gut wie keine wissenschaftlichen Arbeiten, wenn man von den hervorragenden Beiträgen Gusindes, Maks, Friedrich Graebischs und einiger kleiner Mundartsammler absieht, die sich nur mit Schönwald, Kostenthal, Anhalt, Bielitz u. ä. befassen, also mit den mittel- und oberdeutschen Sprachinseln von Oberschlesien. Wie die Volkstumsverhältnisse in diesem Teile Schlesiens lagen, das hat die oberschlesische Abstimmung am 20. März 1921 klar bewiesen, obwohl sie unter den denkbar ungünstigsten Umständen für uns Deutsche durchgeführt wurde. Sprachlich wurde in den am Anfang dieses Aufsatzes als geschlossene Stadt- und Dorfsiedelungen genannten Orten (die 1921 mit 85-95 % für Deutschland stimmten) meist ein volkstümliches Hochdeutsch gesprochen. das sich im Tonfall unverkennbar als oberschlesisch erwies. Die Arbeiter auf Hütten und in Gruben sprachen vielfach eine Mischung von Deutsch und Wasserpolnisch. Hier traf man den Kumpel, der in Beuthen, Gleiwitz, Königshütte, Kattowitz, in Rudahammer und Bobrek unter Tage schwitzte den Sefflik, den Karlik, den Antek und den Franzek - oft genug schon von den Schlesiern verkannt, nicht zu reden von denen, die in Hamburg. München oder Konstanz wohnten. Wer hat gewußt, was für ein gesundes und urtümliches Volksleben sich hier entfaltet hatte! Wem war bekannt. wie treu deutsch die Oberschlesier in ihrem Denken und Tun sich immer gezeigt hatten! Kann man es ihnen übelnehmen, wenn sie "sähr beese" werden, wenn da einer kommt und sie wegen ihres Dialektes zu Polen stempeln will? Dann wird der Antek nicht bloß "beese", da wird er "schlächt" und - da "hast du nicht ginstigk". Aber sonst ist der Oberschlesier, ganz gleich ob es der Antek (Toonla sagen sie im Gebirge) oder der Franzek (Franzla) oder der Josek (Joosla) ist, sonst ist er ein sehr "gemietlicher" Mensch, der einen gesunden Humor hat, freilich nicht immer für zarte Nerven berechnet. Es ist hier nicht möglich, dies näher auszuführen. Wenn nirgends auf der Welt, so hat sich hier das Gesetz der Muttersprache ausgewirkt: Menschen mit slawischen Namen haben sich als die treuesten Deutschen erwiesen und umgekehrt: Menschen mit schönen deutschen Familiennamen als Feinde alles Deutschen. Sie waren freilich in Oberschlesien in der Minderheit. Auch Gewalt und Verlockung konnten daran nichts ändern. Schließlich zeugen für das deutschsprachige Oberschlesien seine bedeutenden Dichter und Schriftsteller: Eichendorff, Freytag, Ulitz, Wiessalla. Scholtis, Hayduk, Niekrawietz u. a. Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 26.09.04, 22:58 BEDEUTUNG DER MUNDARTEN Wenn für jeden Menschen seine Mundart ein lebendiges Stück der Heimat bedeutet, dann trifft das heute ganz besonders für die Schlesier zu. Die Mundart ist mehr als ein interessantes Stück der Dialektforschung, sie ist auch mehr als ein Stück gemütlicher Unterhaltung bei Heimatabenden, sie ist lebendes Erbe von Vater und Mutter und lebendiges Zeugnis für urwüchsiges Deutschtum im deutschen Osten. Dieses Zeugnis aus Herzensgrund zu leben und zu geben ist heilignüchterne Aufgabe und Verpflichtung der Schlesier. (von MaxiVick) Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 26.09.04, 22:58 Schlesische Mundart im Westen Veröffentlicht von E. Kunick am 1.7.1968 im schlesischen Gebirgsboten Die 16 geschlossenen Transporte, die im Mai 1946 den Hauptteil der Kreisbevölkerung heraus-brachten, gingen nach Niedersachsen. Der Niedersachse, besonders auf dem flachen Lande, spricht sein Platt fast in allen Lebenslagen. Platt ist ihm die Hauptsache, die Muttersprache, die er beherrscht. Hochdeutsch ist ihm mühsam angelernt, in dem er sich nicht sicher fühlt, in dem er dauernd den dritten und vierten Fall falsch gebraucht. Er spricht auch in der Stadt, wenn es irgend geht, sein Platt und ist sicher, das ihm der Städter die Anwort gibt, ohne die Nase zu rümpfen. Ähnlich liegen die Verhältnisse in Bayern und Schleswig Holstein, wo auch viele Schlesier leben. Anders war es in Schlesien. Die schlesische Mundart weicht vom Hochdeutschen viel weniger ab als das Platt. Deshalb sah der Städter in Schlesien in der Dorfmundart irrtümlicherweise ein verdorbenes mißbrauchtes Hochdeutsch und lehnte sie ab, obwohl sein Stadtdeutsch auch von der Mundart her beeinflußt war. Aber auch der Dörfler, der die Mundart im Gespräch Seinesgleichen gern gebrauchte, schämte sich ihrer häufig, wenn er mit Städtern redete. Jetzt in der Fremde weiß der Schlesier erst, wie er an seiner Mundart hängt. Mit den Mitreisenden in der Bahn z.B. fühlt er sich gleich freundschaftlich verbunden, wenn er ihn an seiner Sprache als erkennt, Auch der Schlesier aus der Stadt hört oder liest heute gern Gedicht oder eine Erzählung in schlesischer Mundart. „Erst in der Fremde hab ich dich gefunden, mein Schlesierland.“ Und doch ist die Lage der Erhaltung des Schlesischen hier im Westen nicht günstig. Der Niedersachse wird sich der zugewanderten Minderheit zuliebe nicht ändern. Zudem sprechen die zahlreich Vertriebenen, die aus den Provinzen an der Ostsee hierher kamen, auch Platt. So ist der Schlesier überall in der Minderheit, sei bei der Arbeit, sei es im Verkehr oder sei es in der Schule. In den acht Dörfern der Winsener Elbmarsch sind von 480 Schülern nur 60 Schlesier, von denen etwa die Hälfte noch im Kindesalter die Heimat verlassen mußte. Im Unterricht sprechen unsere Kinder hochdeutsch, in der Pause und auf der Straße mit ihren Kameraden Platt. Das Schlesisch hält sich am besten in den bäuerlichen Schlesierfamilien, in denen noch mehrere Kinder zu Hause sind. Das genügt nicht um den Rückgang der schlesischen Mundart aufzuhalten. Was für ein schlesisch wird sich wohl entwickeln, wenn die bayrischen, die schwäbischen, ober- und niedersächischen usw. Sch-lesierdirndel und –buben in der schlesischen Heimat wieder zusammen kommen. Wir wollen nun nicht lange sprachliche Erörterungen über unsere Mundart bringen, sondern einige Proben der schlesichen Gebirgsmundart geben. Den älteren Heimatfreunden sind die sicher eine Freude. Beim Klang schlesischer Laute wacht die Erinnerung an die Kindheit und das Heimatdörfchen auf, da stehen Jugendfreunde und spätere Bekannte wieder lebendig und unserer Seele. Schlesisches Lachen und schlesischer Humor, schlesische Sitte und schlesischer Brauch umgeben uns, aber auch schlesische Gemütstiefe und schlesischer Ernst. In den schlesischen Landsmannschaften, die das Verbundenheitsgefühl der schlesischen Menschen untereinander und mit der Heimat pflegen, nehmen die schlesische Mundart und das schlesische Lied einen hervorragenden Platz ein. Es gilt, was unser Landsmann Max Hermann Neiße gesungen hat: „Was man liebt, kann man nie vergeben; heimatlich vertraute Töne überall uns treu umwehen; denn die Heimat bleibt bestehen in dem Lied verstoßener Söhne.“ Schlesier, erfreue dich an einem schlesischen Buch, lies aber auch deinen Kundern daraus vor! Führe deine Kinder zu unseren Landsmannschaften zu! Rege sie ab, ein schlesisches Buch zu lesen! Wenn ihnen dies anfangs auch nicht ganz leicht fallen wird, sie werden sich einrichten und Freude daran finden, etwas von Ernst Schenke oder einen anderen schlesischen Dichter zu lesen, vorzulesen oder im frohen Kreise vorzutragen. Unsere Heimatzeitungen, wie der "Schlesische Gebirgsbote“, können auch hierbei helfen. Unsere schlesischen Landsmannschaften sollten kleine Leihbüchereien für ihre Heimatfreunde anlegen. In diesen sollen aber auch unsere hochdeutschen Dichter aus Schlesien mit ihren Erzählungen, Romanen und Abhandlungen nicht fehlen. Die schlesische Mundart ist nun einmal unsere heimische, uns Schlesiern eigne Sprache. Sie unser Vätererbe. Vor 100 und mehr Jahren, als in Schlesien die Landbevölkerung noch überwog, war sie fast die alleinige Sprache unser Ahnen. Wir wollen sie als Vätererbe nicht vergessen und unseren Kindern und Enkeln soweit es möglich ist, weitergeben. Der aale Seeger Als geborener Landshuter bin ich früher jedes Jahr zu Besuch nach Landeshut gekommen. Als isch einmal meinem Onkel, den Uhrmachermeister Springer in der Wallstraße besuchte, erlebte ich nachstehende Unterhaltung, die mit viel Vergnügen gemacht hat und die ich hier in schlesischer Mundart wiedergeben möchte. Ei a Loadn koam anne Pauerfroo mit am Kurbe rei. „Schien duda Murgn! Iech breng ock insern aala Seeger; mei Moan hoot`n rundergeschmissa, und nu gieht a nimme.“ „Nanu, wie ies denn doas possiert?“ woar die Froage. Na, doas weil Ihn`glei derzähln. Vurigen Sunntich hotta m`r Stiftungsfest vom Militärvereine, und a poar Fraß- und Schißbuda woarn oo doo. Oabends woar mei Moan eia Kratschn geganga un ei dr Nacht turklich heemgekumma. Ei dr Nacht hott a dann ne eis Bette gefunda und hott sich ei der Stube uffs Sofa geläht. Doas woar ganz gutt. Aber mitta ei dr Nacht hier ich`n uff eemol prilln und gleich druff a Gepulter. Ich stieh uf und mache Licht und doar sah iech die Bescheerung! Do loag nämlich inser aaler Seeger unda uff die Diele, und mei Moan soaß ganz verdreht uff`n Sofa und soate: „Bies ock ne biese, Emma, mir hoat getreemt, is wullte mich enner erschissa, do hoa iech um Hilfe geprillt. Dobe muß iech mit`m Hemdsärmel oam Perpentickel hängagebliebn sein. Do ies derr Seeger zuerscht uff miech und dann ei die Stube gefolln.“ Woas sullte iech nu dazu soan? Is Verrickste ies, woas `m getreemt hotte. A meente: „Weeßte, war mich erschiessa wullte? Da Schißbudamoan! Iech gucjte oabends zu, wie geschussa wurde. Do stoand a bemoalter Moan aus Blecj, da zum Uffziehn ging. Dar machte egoal sei Maul uf und zu. Jedesmol, wenn as ufmachte, froaß a a Kließla, kee richtiges, ock ees aus Gips. Uff die ruffkummada Kließla mußte ma schissa, daaß se dam Blechmoane eim Maule zerplotzta. Da Schißbudamoan mit dam grußa Maule ies mir nu ei der Nacht eigekumma; a hoote salber a Gewehr und zielte uf miech.“ Honn de denn su anne Verricktheit schunn amol gehiert? - - - Na, kurz und gutt, oam andern Murgn honn mir a Seeger wieder uffgehanga, aber a tickte bluuß a poarmoal, dann blieb a stiehn. Mei Moan soate: „Do wärscht a halt missa miete no Landshutt nahma, wenn de uff a Moarkt giehst“. Und nu breng iech a Invaliden.“ „Es is gutt, Froo Kretschmern“, meente derr Meester, „ich wird sehen was kaputt ist, in 14 Tagen können Sie ihm wiederholen.“ Der Kratschmern schimpfte beim Nausgiehn: „Muuß m`r der Aale die Uhre runderschmeißa! Na, laba Se ock gesund!“ Willi Schien, Düsseldorf Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 27.09.04, 08:18 Kräutermundart' Diejenigen Bauern und Gärtner, welche in Breslau ihr Kraut' feilboten, wurden auch Krautbauern' genannt. Da die Krautbauern aus weitem Umkreis von links und rechts der oder immer wieder in Breslau zusammentrafen, hatte sich hier in der Mitte Schlesiens sogar eine eigene Mundart, die sogenannte Kräutermundart', entwickelt. Sie war von Liegnitz bis Oels verbreitet und vereinigte sprachliche Besonderheiten des Gebirgsschlesischen, das überwiegend links der Oder, und des Neiderländischen, das rechts der Oder verbreitet war. Wî toier duos ascho? - Sechs grascho duos ascho! - Gots hago, Gots hago, So toier duos ascho? Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 27.09.04, 08:21 Eich tanze mit der mûme, Ai, wuoz wirt der féter suon? De mûme haut ane blûme, Der feter weilse huon, Unt eich auch, unt eich auch, Mêne schirze hót a lauch. Ich tanze mit der Base, Ei, was wird der Vetter sagen? Die Base hat eine Blume, Der Vetter will sie haben, Und ich auch, und ich auch, Meine Schürze hat ein Loch . Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 27.09.04, 08:23 Schnuoderniko, schnuoderniko, suosz uf der wêde, hót a glimscho, hót a glimscho, wûlde weitn schnêdn, a sâ sich im unt uo, s' hóte kaine druo, a sâ sich im unt uo, s' hóte kaine druo, Schnadernikel, Schnadernikel, saß auf der Weide, hat ein Messer, hat ein Messer, wollte Weiden schneiden, er sah sich um und um, es waren keine dran, er sah sich um und um, es waren keine dran. Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 27.09.04, 23:38 Gedicht des Monats Oktober 2004 Herbstmaneever Ihr Loite, dreht etz rechtiech uff! Doas Beßla Geld! Ach, plommp doo druuf! Häärt bloß nee off doas Remgeploapper, Die Rente, die werd emmer knoapper. Doas Spoarn, es hoot doch goar kann Zweck, Die letzta Zeetscher messa weg. Weil ons der Staat oa's Laader gieht, Denn dar hoot ooßiech Oppetiet. Ar sefft on fresst zom Wahrverschieta, Tutt noie Plooja ons uufbieta, Ar ieberleet, on britt on britt, Wu's wu zom Oaboahrn ärn woas gitt. A, wenn ma woas eim Strompe hoot, Doo wiel ar droa, schookschwääre Noot! Ar macht der Jujend a känn Mutt, Ma freet siech blooß, ies doas denn gutt? - Wie sella die die Zukonft sahn? - Woas soll ock waarn!? Woas soll ock waarn!? - Sei mer denn wärkliech schon oam Ende? Wu ies die Wende? Wu die Wende?? - Koan's dar? - Koan's jerr? - Waar blooß? Waar? Ma sitt derkroitze on derquaar. On toappst wie blend doarch doas Gelände. Fall't zom Erboarma blooß die Hände. Es ies beim ganza Remmgeteever, Geroade wie beim Herbstmaneever. Ma schisst siech off a Wenter ei On hofft off's Eis, - doas friert oalls ei. Hofft, doaß on wenn doas Friehjoahr kemmt, Oalls woas derfroarn dervoone schwemmt. Erhard Gertler Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 03.10.04, 14:22 Auf der Kaschel Och es schneit! Was einmal da mehr! Komm, wir gehen kascheln! Ja, hast du auch Schuhe mit Zwecken? Gib dir Obacht! Jez komm ich! Schups mich nur nicht um! Jez mach ich schupupo. Jäsdäkusche, meine Hantschkes sind klatschnaß! Jessas, da war ja eine Lusche! Komm nächstens eher! Wenn die Finsterkeit kommt und die Laternen Angehen müssen wir wieder zu Hause sein – sonst gibt es Dresche! Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 03.10.04, 14:23 Auf der Eisbahn im Wilhelmspark Borg mir mal die Leijer! Kuck, der Dikus kann einen Flieger! Sollen wir zusammen eine Kanone probieren? Das war aber kriwatschlich! Ja, so wie beim Semmelbacken Geh`n wir in die Bude zum Aufwärmen- da ist ein Kanonek! Ich hab einen Behm auf ein Glas Milch Ich hätte jetzt Zips auf einen Krupniok. Zuhause gibt es bestimmt Be-Schnitten! Oder Häckerle. Ich freue mich schon auf meine warmen Potschen… und ich auf Mama! Tschüss Erinnerungen von Magda Roggel, 1. Vorsitzende des „Gleiwitzer Kreis“ Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 03.10.04, 14:28 Ein Wort gibt das andere – Und die Heimat Reist man in deutschen Landen, wird man überall verstanden, wenn man schlichtweg hochdeutsch spricht; manch Wort jedoch versteht man nicht in Gegenden, wer will`s bestreiten, mit sprachlichen Besonderheiten. So gab`s in unserem Heimatland Auch Worte die nur uns bekannt. Kohlrabi ist`ne Oberrübe, wer Dresche kriegt, der bekommt Hiebe, Welschkraut ist Wirsing, wie man weiß, wer kaschelt, der rutscht übers Eis, Haderlok ist ein Lumpensammler, ein Hacher ist ein halber Gammler. Mit Gutalin putzt man die Schuhe, die Potschen bring`n den Füssen Ruhe. Babe ist Kuchen, Brinkel sind Krümmel, ein Pampoin ist ein richt`ger Lümmel. Wer schlafen will braucht`ne Zudecke, ein Reissbrettstift heißt bei uns Zwecke, ein Behm ist ein 10-Pfennig-Stück, auf Buxliks hat der Lehrer Spick, Gallert, das ist schöne Sülze, kriegt sie haue, ja dann brüllt sie. Lusche ist`ne Wasserpfütze, wer sportlich ist, trägt Schiebermütze. Mit Stürzen deckt man Töpfe ab, den Motscher bringt gar nichts auf trab, spiekige Bojkes sind etwas zum Lachen, der Schmodder trägt dreckige Sachen, Laberaffen labern was einmal da mehr. dem Tetka geht wirklich alles verquer. Jeder Kuschik – du meine Güte, ein Demlak ist `ne doofe Tüte, pschinzo – das haste dir wohl gedacht, wer tschiupt, hat ein Tauschgeschäft gemacht. Klacken sind Wasserrüben, Säuglinge sehr den Nuppel lieben. Mit tschiepperle, tschip, tschip lockt man die Hühner, Pamufl machen keine Diener Pichl er so viel Sobtziks aus der Pulle, kommt sie gleich mit der Nudelkulle, `ne Krause ist ein Einmachglas, Wichse auf den Toches ist kein Spaß. Pullen geht man stets allein, Krupniok, das ist die Wurst vom Schwein. Der Dupa ist zu gar nichts nutz. Wer pumpst, kennt nichts vom Umweltschutz. Fuschikokel besagt alles Außer Denver oder Dallas. Noch manches Wort` könnt ich zitieren, doch würde viel zu weit es führen. Ein Wort nenn`ich jetzt noch zum Schluss, weil ich es einfach nennen muss. Es drückt, ob hitzig, ob mit Kühle, aus der Palette der Gefühle: Anerkennung, Tadel, Lob Sanft und freundlich, wütend, grob, dies Wort vergess ich nimmer Pjeron, pierunie – es passt immer. (Heinz Olesch) Dieser Beitrag wurde von Rudolf Kalka dem 2. Vorsitzender des „ Gleiwitzer Kreis“ übermittelt. Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 03.10.04, 14:46 Der Wieheißter Präziser: Wörter, wie wir sie kennen. - Oder: noch kennen? Eine Erinnerungsmöglichkeit für alle Oberschlesier. Verfasser: Karl Mosler, Hohe Straße 140, 50129 Bergheim . Einige Erklärungen zur Wahl der hier aufgenommenen Wörter. Im Prinzip sollten hier nur Wörter oberschlesicher (schlesischer) Mundart stehen, die so nicht - oder aber ganz selten - in anderen Regionen deutscher Sprache gebraucht werden. Wörter, die die Eigenständigkeit der deutschen Kultur in Oberschlesien betonen. Deswegen wurden hier keine Wörter polnischen Ursprungs berücksichtigt, trotzdem sie von vielen Menschen zur oberschlesichen Mundart gerechnet werden. Aber Ausnahmen bestetigen die Regel: Denn auch hier finden Sie doch einige markante Wörter, deren Wiege die polnische Sprache ist. Und noch etwas: Natürlich ist diese Liste unvollständig. Ich hoffe, daß ich sie mit Ihrer Hilfe, liebe Oberschlesier, liebe Gleiwitzer, weiter ausbauen kann. Auch Korrekturen oder Ergänzungen sind erwünscht. Außerdem habe ich am Ende der Liste noch einige, mir eingeflüsterte Wörter untergebracht, die auch auf ihre Übersetzung warten. Beim Erstellen dieser Liste haben mir maßgeblich geholfen: Paul Weirauch, Rudolf Kalka, Dr. Gerhard-Paul Fabian und andere Mitglieder des Gleiwitzer Kreises wie auch Herr Wolfgang Haase. Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 03.10.04, 21:16 A wenn i föih van Frai bäimgäib däu schlög´s grod hälwa draa Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 03.10.04, 22:37 Abgerührte -> Kuchen aus Rührteig, Rührkuchen, Sandkuchen(?), Napfkuchen abschreiben -> im Sinne: auf einen Brief antworten achte, neune, ... -> Zählweise, Anzahl Ambrot -> Abendbrot Antree -> Diele, Eingangsbereich der Wohnung Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 06.10.04, 21:52 Baba, Babe -> Stürzkuchen Backpfeife -> Maulschelle, Ohrfeige Bäre -> Beere Bebbock -> Gespenst, Geist (böser) Befej -> Küchenschrank begratschen -> etwas (unnötig) berühren, schmutzig machen, befummeln Behm -> 10-Pfennigstück Beitel -> (kleiner) Junge belabern -> vollreden, aufdringlich einreden, über jemanden herziehen bemammeln -> bekleckern, beschmieren (das Gesicht beim Esssen) Beuka -> Geschichte, Erzählung Beutlik -> kleiner Beutel bissel -> ein wenig, etwas Blaubeeren -> Heidelbeeren (vaccinium) Blaukraut -> Rotkraut Blödock -> dummer, blöder Mensch Bob -> Bohnenart (dick, groß) Boden -> Dachspeicher, Trockenboden Bombsel -> Bonbon Brillok -> Brillenträger (junger) Brinkel -> Krümel Brinkel -> Krümel Bua -> Beule Bumelka -> geschwänzte, nicht abgearbeitete Schicht Bunzlok -> Tontopf, Tongeschirr (aus Bunzlau) Bux -> Taugenichts, Lausbube, (Dieb) Buxlik -> kleiner Lausbube Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 06.10.04, 22:29 Dämlack -> dummer, dämlicher Mensch Dickusch -> Dicker dotte -> dort Dragoner -> großer Mensch (Weib), Mannesweib, stark gebauter Mensch drapko -> schnell dreiviertel-, halb-, viertel- -> Zeitangabe: z.B.: dreiviertelzwölf = ein Viertel vor Zwölf Dresche -> Prügel, eine Abreibe bekommen, Schläge Dummerjahn -> einfältiger, dummer Mensch Dupa -> einfältiger, dummer Mensch Dupek -> Einfaltspinsel, dummer Mensch Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 06.10.04, 22:33 er hat sich nich gegeben -> er hat sich nicht in's Boxhorn jagen lassen erscht -> zuerst Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 09.10.04, 23:02 Wenn ich heute Dir woas wünsche Sulls ock bluß doas eene sei: Immer a recht fruh Gemitte Und doas Harz voll Sunneschein! Wras ma Glücke heeßt eim Läben Und im woas bearmt und surgt Nimmt zu risch a bieser Winde weg - ' s ist ju olles ock geburgt- Doderwägen winsch ich nichte Wie Dei Harz vull Sunneschein Und su recht a fruh Gemnitte Doo koan duch kee Wind nich nein Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 09.10.04, 23:26 Biegt ma uff am langa Wäge Im ne neue Ecke rim Tutt ma wull a brikel roasta Und ma sitt sich amoal im. Heute sist de ooch zurücke Denkst: Ich hoa's duch weit gebrucht Doß dar Wäg su lang wird wärden, Hätt ich wärklich nich geducht! Steeenich woar a ufft und hulprich Stellweise zwoarscht ooch schien Gellock hä zurücke mechste Duch beleibe nimmeh giehn? Gieht`s ooch noch a Stückla wetter Ges duch aber ist gewiß: Im a Obend gieht sichs besser Wenn ma gleich ang müde is. Gieht hernooch dar Wag zu Ende Wenn de sunne undergieht Und doas T ur zur grußa Heemte Noahnde, uffen vier dir steht wird St. Petrus freundlich sprecha Gelt, du kimmst recht gerne oan Na kumm rei du langegeester Wandermüder Pilgermoan Duch bis hurthien gieht recht staate Nimm der och gehierig Zeit Und wir wünschen recht vu Harzen 's wäre noch a brinkel weit. Möchta uff dar Weiterreese Dir recht viele Bluma bliehn Doß de soan mußt: Im a Obend Gieht sich's wärklich irschte schien!" Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 12.10.04, 19:18 Derr Kerschboom Derr Kerschboom blieht! Nee, satt ock die Pracht! Gestern hoot ma nooch nischten gesahn. Oaber obends dar worme Raan, do ies a derblieht ei derr tiefa Nacht. Derr Kerschboom blieht! Kummt olle raus! Wie an junge Braut, asu stieht a do. De Sunne lacht, un de Luft ies loo, un tausend Binn, die summa ims Haus. Der Kerschboom blieht! Un sei weeßes Kleed streechelt a linder, a zoarter Wind. Su streechelt de Mutter ihr liebes Kind. Un itze ies es Friehling weet und breet! Das Gedicht stammt von Wilhelm Vielhauer. Odpowiedz Link Zgłoś
Gość: rodak Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch IP: *.dip.t-dialin.net 12.10.04, 19:27 beno@beno.sytes.net Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 12.10.04, 20:21 Noch ein Gedicht vom blühenden Kirschbaum: De Grußmoad kimmt früh zur Haustüre raus und reibt de verschlofena Oga sich aus. De blecherne Milchkoanne hoot se ei Hända und wiel ei a Kühstoal zum Melka sich wenda. Uff eemoal do schreit se: "Herr Jesses, die Proacht! Der Kerschboom ies ufgeblüht heut über Noacht. WieŽs duftig und frisch dorch a Hof rüberzieht. Der Kerschboom blieht, der Kerschboom blieht!" Derfrischt und gestärkt dorch enn kernfesta Schloof gieht o schunt der Pauer durt über a Hof. "Nu satt ock a Kerschboom, no gestern goanz öde, und heutŽ stieht a do ei emm schluhweeßa Kleede. Nu ies oaber Zeit, doaß mer Summerkurn seet und doaß mer die letzta Kartuffeln vulls leet und doaß mer mit Moacht itz oans Mistfoahra gieht, der Kerschboom blieht, der Kerschboom blieht." Eim Ufa knistertŽs und die Feueresse roocht, weil ebenst de Fraue a Murgenkoffe kocht, und wie se ei der Joagd dorchs Fanster tutt gucka; "Nee satt bluß die Blüta, die schnieweißa schmucka. Na, Gott seiŽs gedoankt, doaß doas Friehjoahr fängt oan, nu werd doch doas Vieh baale Grienfutter hoan. De Freede, wenn vull doann der Milchkaller stieht, der Kerschboom blieht, der Kerschboom blieht." Der Friedl derwacht, und er joammert und kloat, ihm tremmte, doaß ar wieder keene Schuloarbeet hoat. Uf eemoal: "Woas ies denn durt vürgegoanga? War hoat denn uff a Kerschboom die Bluma gehoanga? Heidi, nu ies Summer, heidi, nu ies schien, gelt Mutter, nu koan iech boarfiessig giehn. Die Stieweln, die gieb ock dam Lumpamoanna miet, der Kerschboom blieht, der Kerschboom blieht." Der Froanze ging oabends, wie oalles schunt schluf, zur Russel und pischbert: "Moachs Fansterla uff. Denn siech, ich tu dir woas Gutts vermelda, vu heute oan koaste dich ne mie verkälta. Ei dan Blieta uffŽm Kerschboom singt schunt der Stoar, und wenn se wärn reif sin, do sein ber a Poar. Mach uff, doaß der Duft dorch dei Fansterla sprüht, der Kerschboom blieht, der Kerschboom blieht" Dieses Gedicht stammt aus der Feder von Robert Sabel. Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 12.10.04, 20:41 's ies geschlacht Onser Nutschla ies geschlacht, 's woar doas Oallerbeste. Hoot emmer 's Kreppla laargemacht On froaß oalle Reste. Ieber a Joahr hoa mersch gehoat, 's hott a fett Genecke. Klääne Äujlan hooats gehoat On woar rond on decke. Etza hoan ses oabgestocha On ei brocka lieja; Flääsch on Woarscht on Goalertknocha, Oalls doas woas mer mieja. Och, wie watt ons doas on schmecka, Ei a nächsta Taaga! Die Gusche wa mer ons belecka On ons behn a Maaga. A ganzes Joahr lang watt's nee fahla, Doo oa Woarscht on Broota. - On doas Nächste woas mer haala, Watt a wieder gutt geroata. Erhard Gertler Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 12.10.04, 20:44 Kiehehitta Mier treiba naus! Mier treiba naus! Die Kiehe off die Wääda. Eim Stoalle hillts kä Viech nee aus, Nää satt ock blooß die Frääda! Se troaba rään zom Gronde datt, Met huuch gehobnem Schwanze. Die Frääde haat, nä, satt ock , satt! Ies wie beim Kärmeßtanze. Die Pfuuta schlenkarn hie on har, Zengst naus die ganze Strecke. Die Koalbe on doas Exla a, Oalle sein rään gemecke. Doas letze Grien, nä ies doas schien, War koan die Fraßlost massa? Met a Klaua tief eim Klie-e stiehn, Dernoo Kliebliemlan frassa. Oals Härttajengla henderhar, Doas Peitschla lett ma knoalla, -'s Kartoffelfoier lodert a,- Waam teet doas nee gefoalla? Och welche Lost! Och welche Lost! Mier sein doch Pauerkender. Aach wenn's äm oosiech Oarbt a kost, Mier laaba halt gesender. Erhard Gertler Odpowiedz Link Zgłoś
Gość: rodak Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch IP: *.dip.t-dialin.net 12.10.04, 21:02 Müller Bernhard Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 20.10.04, 20:23 Oktober Oktobertage bloo und kloar, Rut hängt derr wilde Wein ümsToar, Schien roocha die Kartuffelfeuer, Reif sein die Trauba om Gemäuer. Die letzte Ruse ies vertreugt, Derr Alerveibesummer fleugt. Die Schwalbla zwitschern noch awing, Ziehen furt und sein verschwunda flink. Bunt ies derr Puusch und jede hecke Und jedes schleppt Kartufelsäcke, Und jedes giecht und hilft beim Klauba. Merr nahma Kerbse ob und Trauba, Merr hulln a Mais vom Felde rei, Merr hubeln Kraut und sauerns ei, Merr giehn die reifa Nüsse schloan, Merr loaba Rüba uff Woam, Merr trata underm Weezenkranze Mitsomma van zu Lust und Tanze, Merr schoffa durt, merr arbta hier, Und surga ferr a Winter vür. Oktobertage kloar und bloo, Wie schnell ies jitz der Obend doo, Wie zeitlich schunt werd Licht gemacht. Die Hersche hiert ma ei derr Nacht, Ma hiert oo ob und zu enn Schuuß, Die Sterne leuchta kloar und gruuß. Doch jitz erchäbt sich gruußer Sturm. Is roast und heult üm Haus und Turm. Derr bunte Puusch werd groo und koahl, Die Wulka hänga bis ei's Toal, Kee Blatla meh om Boome bleit, Und aus woarsch mit derr guda Zeit. (aus "Das heitere Ernst Schenke Buch" Schlesische Erzählungen und Gedichte im Jahreslauf) Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 20.10.04, 21:18 Doas Schweinla Nee, doas Schweinla, nee, doas schiene, "Sieh ock, Moan!" rief die Pauline. "Sieh ock, Moen, doas weiße Falla! Sieh ock, jitz kimmt's aus'm Stalla (Ställchen). Sieh ock, sieh ock - ganz alleene, Nee, die ollerliebsta Beene, Nee, die ollerliebsta Guckla, Sieh ock, sieh ock - Nuckla, Nucbla! Sieh ock, jitze steckt's a Rüssel Ei die Schüssel. Sieh ock, sieh ock, siste, siste! Jitze wühlt's awing eim Miste. Nee, herrjekersch, sieh ock, Moan, Sitt sich doas possierlich oan! Und is dräht sich Und is lät sich, Sieh ock, sieh ock, und is frät sich. Und is fängt ang oan zu brumma Und is werd glei runderkumma Voo dam Miste, voo dam frische Und is läßt sich nich erwischa. Nee, doas ollerliebste Dingla Hoot a Schwänzle, wie a Ringla. Sieh ock, wie derrsch puutzig tutt! Nee, bien iech dam Dingla gutt! Hätt merr groade nich gegassa, Weßte, Moan, iech kännd derrsch frasse!" Doch doas guldne Schweinla jitze Lät sich mitta ei 'n Fütze. Und is lät sich - Und is dräht sich - Och, und die Pauline frät sieh. Und doas Ding, doas kleene, stromme, Sielt sich ei dam nossa Schlomme. "Sieh ock, Moan!" rufft die Pauline, Nee doas Schweinla - nee, doas schiene, Roabeschworz kimmt's aus dar Füitze! "Nu", spricht ar - "doo friß ock jitze." (Ernst Schenke) Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 20.10.04, 21:26 Ustermurga Die Kuppe ies noch weiß, Doch unda, uff derr Bache Schwimmt furt is letzte Eis, Die Omsel uff 'm Dache Singt, laut ihr Usterlied. Eim Goarta Stoare feifa. A lindes Lüftla zieht, Und Kinderpotschla greifa Nooch Himmelschlüsseln schien. Junghaasla munter springa, Und Lercha, Lercha singa, Und Polmakatzla blühn. Derr Lenz gieht übersch Land Hält Veilchen ei derr Hand Und weeß - is werd gelinga. (Ernst Schenke) Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 24.10.04, 12:01 schlesien.nwgw.de/img/sch1-440px.jpg Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 31.10.04, 09:40 Eim Oktober Eim Oktober, eim Oktober läst der Herbstwind üm die Schober, Werd ist Loob eim Pusche bunt, Und die Astern blühn, die zoarta, Und die Schwalbla überm Goarta Zwitschern leise: "Laabt gesund!" Eim Oktober, eim Oktober, Gieht durchs Land a Moan, a grober, Packt die Beeme oan und spricht: "Schütteln war iech euch jitzunder Olls woas uba ies muuß runder, Wenn glei Ost und Krone bricht!" Eim Oktober, eim Oktober, Troan die Neiße und der Bober Und die Uder Wosser viel, Und merr spürns onn olla Enda, Onn a Füssa, onn a Hända, Doß derr Winter Kumma wiel. (aus "Das heitere Ernst Schenke Buch" Schlesische Erzählungen und Gedichte im Jahreslauf) Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 31.10.04, 16:16 Die Obrechnung Der Schmidt ging obends über Land Die eechne Krücke ei derr Hand. Sei Nupper, dan a Gootlieb nante A selba Wäg uff beemzu rannte. Eim Pusche traffa sich die beeda, Und ferr enn Strolch hält jeder jeda. Die packa sich ei finstrer Nacht Und haun sich, doß die Schwoarte kacht. Uff eemoll spricht derr Schmidt: "Nanu, Woas ies denn doas ? - Dich kenniech ju !" Derr Gootlieb, dar zwoar nich viel fitt, Dar sricht: "Och du bist's, Rupper Schmidt ?" Beteppert stiechn beeda jitze "Nee", spricht derr Schmidt, "du machst schunt Witze. Gllei mit derr Kricke miech zu schloan Asu woas koan iech nich vertroan. Du hättst diech sulln a bisla zügeln, Nu mußt' iech diech halt oo verprügeln. Doch chier' amoll, doas ies nich schlim. Js gieht ju schunt siehr lange drim, Doß iech mit dir mei liebes Sühnla Zu rupsa hoa a kleenes Hühnla. Schunt wuchalang beobacht't iech, Doß sich dei Gaansch, doas Luderviebch Mit senn zahn Gänsa asu gerne Kimmtreibt bei mir ei derr Luzerne. Jech wulld' miech lange schunt beschwern, Und diech amoll awing belehrn, Doß sich asu woas nicht gehiert, Nu ies ju doas dohie possiert, Doo ies dar Foll ferr miech erlädigt." Derr Gootlieb rufft: "Nee, wie doas poßt ! Mir fällts vom Herza wie 'n Lost. Jech wulld' diech oo schunt längst besucha Weil deine Hinner seit drei Wucha Sich ei memm Goarta mausig macha. Nu huste ju dei Teel gekriggt. Nee, wie siech doas doch monchmoll schickt." "Nu äbenst" spricht derr Nupper Schmidt, "Doo is ju gutt, doo sein merr quitt." (aus "Das heitere Ernst Schenke Buch" Schlesische Erzählungen und Gedichte im Jahreslauf) Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 10.12.04, 18:22 Die schlesische Mundart Wenn alles, was zu dichten und zu schreiben ich je versucht auch müßte untergehn im Strom der Zeit und ihrer Stürme Wehn - die schlesischen Gedichte werden bleiben, weil sie entsprossen treu aus der Natur und heimisch sind auf heimatlicher Flur. Carl von Holtei (1858) Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 01.01.05, 15:27 Obendlied Von Ernst Schenke Jitz foahrn die Wane wieder nei, Derr Obend kimmt geganga. Derr Schäfer treibt die Lammla ei, Die freedig heemverlanga. Die Sunne ies eim Undergiehn, Is erschte Sternla sitt ma stiehn, Die Nacht hoot oangefanga. Die Felder liega stille doo, Die Reenla und die Stäge; Um Puusch und Wiese toerds schunt groo, Verloon sein olle Wäge. Derr Nabel spinnt um Boom und Strauch, Vom Puusche kimmt a kühler Hauch, Derr Kauz rufft eim Gehäge. Odpowiedz Link Zgłoś
Gość: gosc Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch IP: *.dip.t-dialin.net 01.01.05, 15:41 's ies geschlacht Onser Nutschla ies geschlacht, 's woar doas Oallerbeste. Hoot emmer 's Kreppla laargemacht On froaß oalle Reste. Ieber a Joahr hoa mersch gehoat, 's hott a fett Genecke. Klääne Äujlan hooats gehoat On woar rond on decke. Etza hoan ses oabgestocha On ei brocka lieja; Flääsch on Woarscht on Goalertknocha, Oalls doas woas mer mieja. Och, wie watt ons doas on schmecka, Ei a nächsta Taaga! Die Gusche wa mer ons belecka On ons behn a Maaga. A ganzes Joahr lang watt's nee fahla, Doo oa Woarscht on Broota. - On doas Nächste woas mer haala, Watt a wieder gutt geroata. Erhard Gertler Kiehehitta Mier treiba naus! Mier treiba naus! Die Kiehe off die Wääda. Eim Stoalle hillts kä Viech nee aus, Nää satt ock blooß die Frääda! Se troaba rään zom Gronde datt, Met huuch gehobnem Schwanze. Die Frääde haat, nä, satt ock , satt! Ies wie beim Kärmeßtanze. Die Pfuuta schlenkarn hie on har, Zengst naus die ganze Strecke. Die Koalbe on doas Exla a, Oalle sein rään gemecke. Doas letze Grien, nä ies doas schien, War koan die Fraßlost massa? Met a Klaua tief eim Klie-e stiehn, Dernoo Kliebliemlan frassa. Oals Härttajengla henderhar, Doas Peitschla lett ma knoalla, -'s Kartoffelfoier lodert a,- Waam teet doas nee gefoalla? Och welche Lost! Och welche Lost! Mier sein doch Pauerkender. Aach wenn's äm oosiech Oarbt a kost, Mier laaba halt gesender. Erhard Gertler Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 01.01.05, 16:17 Uff derr Uder bien iech derrheeme von Ernst Schenke Uff berr Uder bien iech derrheeme, Mei Koahn ies meine Welt, Woffer, Stranb unb Beeme, Nicht, woas merr besser gefällt. Meine Arbeit ies mei Stulz, Fech foahre Gisa, iech foahre Hulz, Kohle aus oberfchlesischa Gruba, Steene aus insem Geberge druba. Fech foahre Garschte, iech foahreWeesze Woas Tausende fchossta mit Mühe unb Schweesze. Über merr huuch diee Wulka zihn Frisch bläst merr derr Wind ei die Hoare, Meine Keefe gieht weit ei die Sremde hien, Fech foahre, iech soahre. Wosser, Strand unb Beeme, Nicht, woas merr besser gesällt, Uff derr Uder bien ich berrheeme, Mei Koahn ies meine Wlelt. Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 01.01.05, 20:02 Der kluge Moan (Ernst Schenke) Doo woar amoll a klenner Moan, Dar machte sich enn gruußa Ploan. A schienes Haus, a Packsla Guld, Doas hält a gerne hoan gewullt. Flink ließ a sich enn Geldsaak nähn, Die Leimt woar gutt, a kunnd sich frähn, Die errschte Arbeit woar geschafft, Jitz, sproach doas Mannla, werd gerofft. Vuul muuß a warn, dar ganze Saak, Bis ruff, dernoo ies Feiertaag. Doas Mannla sproachs, und schunt gings luuß, Is Geld woar kleen, derr Saak woar gruuß. A raffte Toaler, blank und rund, A hoot sich kaum die Luft gegunnt. Und sattersch, wie die Zeit verging, Doo hott a Geld, und nich zu wing. Die Zeit war doo, derr Saak woar vuul, Jitz woar dam Mannla endlich wühl. Jitz, sproach a, war iech errschtens baun Und zweetens gute Bissla kaun. Voo Hörnlan war iech miech jitz nahm, Die war iech merr mit Putter schmärn. Wurscht war iech assa, Fleesch und Speck, Sust hoot doas Laba goar kenn Zweck. Und ies gebaut mei neues Haus, Doo lahn iech miech zum Fanster naus, N Toobakfeife werd geroocht Und mittichs Iah iech miech eis Poocht. Und jeda Taag gieh iech spotziern, Iech war a feines Laba führn. Doas Mannla hotts kaum ausgeducht, Doo hoot derr Tuud onns Haus gepucht. A koam und noahm doas Mannla miet, Aus woar is Laba und is Lied, Weg woar doas Mannla voo derr Welt, Die Erba teelta sich is Geld. (Leimt -> Leinwand, Poodit -> Bett) Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 01.01.05, 21:24 Das Konzert Ernst Schenke Letzt soaß ein Tümpel durte A Froosdi und machte: „Quak!" Und wie derr Gaansch doas hurrte, Doo macht a: „Gaak, gaak, gaak!" A Entla hotts vernumma Und hurtig woarsch derrbei, Is koam glei hargeschwumma Und schnatterte miet nei. Kaum woar a Versal gesunga, Doo gings: „Miau, miau!" Die Kotze koam gesprunga, Derr Hofhund rief: „Wau, wau!" A ballte noch nicht lange, Doo fluug a kienner Fink Huuch uff die Wäschestange Und fief gar flink, flink, flink. Nu krähte uff'm Steene Oo glei derr Gockelhoahn, Is Ferkeria, is kleene, Doas fing zu quietscha oan. Derr gruuße Uchse brummte, Die Kalbla machta: „Muuh!" A kleenes Mückla summte, Die Omsel fief derrzu. Drei Battelmusikanta, Die spielta durt a Lied Und olle Kinder rannta Glei hien und soanga miet. Doo woar doas n Musikke, Nee, hätt err bluus gesahn, Asu a schienes Stücke Werds nich glei wieder gan! Odpowiedz Link Zgłoś
Gość: -- Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch IP: *.protonet.pl / *.protonet.pl 02.01.05, 12:45 Aby prześledzić zaprezentowaną tutaj twórczość w gwarze śląskiej i łużyckiej trzeba trochę czasu. Już samych autorów jest trochę (Ernst Schenke, Erhard Gertler, Carl v. Holtei, Heinz Olesch, Artur Trauschke, Hans Roessler, Joseph Tasch, Maxivick, Robert Karger, Hankowiak), a to dopiero zaledwie część. Może przydało by się też trochę więcej info o twórcach. Powiedzmy np. że Fridrich Peter Hankowiak * 1890 + 1954 pisał i dichterzył w gwarze dosyć sporo. Poza tym, może ktoś pokusił by się o przełożenie na hochdeutsch niektórych wierszyków, by zwiększyć krąg odbiorców, na poza Śląsk. Pozdrawiam. Odpowiedz Link Zgłoś
Gość: Oberschlesier Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch IP: *.dip.t-dialin.net 02.01.05, 19:57 W co czwarej niemieckojezycznej pozycji o Slasku znajdziesz cos z tego o czym wspomniales, ale zadko gdzie znajdziesz tlumaczenia na oberschlesisch. Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 07.01.05, 20:08 i8.ebayimg.com/03/i/02/7a/4e/e8_1_b.JPG Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 01.02.05, 09:05 Die Grottkauer Vesper Gruttke is 'ne schiene Stoadt Struderi de rallala Do hoan se letzt 'ne Vasper gehoat Struderi de ra Spansch, ungarisch hoan s'gesunga Struderi de rallala Mit Lichtlan sein se rimgesprunga Struderi de ra Uf 'm Chure stund a grußer Schrank Struderi de rallala Do hinga d' Pfeiflan korz un lang Struderi de ra Und wie a ieber de Kletzlan griff Struderi de rallala A jedes Pfeifla enzaln pfiff Struderi de ra Dar eene wullde 'ne Schachtel zerschneida Struderi de rallala Do wunkt'm a andrer: ar sull's loan bleiba Struderi de ra Dar eene hoat eis Hulz neug'bissa Struderi de rallala Do hoat doas Ding juchheisa gekrissa Struderi de ra Jetzt broachte se zwee Zuber oan Struderi de rallala Dadruffe hoan se rimgeschloan Struderi de ra Dan een dan koan ich goar ne vergassa Struderi de rallala Dar wulld's a messinga Doarm uffrassa Struderi de ra Do stund a Ding uf eenem Bein Struderi de rallala Doas mucht' am Teifel sene Grußmutter sein Struderi de ra Und wie ar'm su ieber a Bauch wegstrich Struderi de rallala Do brummt' doas Ding goar firchterlich Struderi de ra Zuletzt do koam a tälscher Moan Struderi de rallala Dar hoat am Stuck a Säckla droan Struderi de ra Doas hoat a a Leiten firgerackt Struderi de rallala Und moncher hoat woas neigestackt Struderi de ra VOLKSLIED Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 01.02.05, 14:53 Kleines Breslauer Wörterbuch Wenn ich an meine Kindheit denke, fällt mir ein >Kleines Wörterbuch Breslauer Ausdrücke und Redewendungen ein. Ob ein Breslauer Dialekt existiert, ist umstritten. Meines Wissens gibt es nur eine Breslauer Aussprache des Hochdeutschen. Das ist eine Vereinfachung, Zuammen-ziehung und etwas verwaschene Redeweise der differenzierten hochdeutschen Wörter oder - kurz gesagt - so ein >Nuscheln<. Zur Breslauer Sprechweise gehört auch, daß pf als f (Ferd, Feife, Flaume), z gelegentlich als scharfes s = ß (umßingeln), daß gelegentlich i als ü (Kürche, Kürschen) ausgesprochen werden und schließlich viele Breslauer >Wasser im Zahn< haben. Natürlich kennt der Breslauer auch Wortneuschöpfungen. Die Breslauer Sprache ist durchaus etwas Echtes, wenn auch nicht einem Dialekt wie dem schlesischen vergleichbar. In abgewandelter Form hört man Breslauer Ausdrücke in Berlin - aber welcher Berliner stammt schon nicht aus Breslau? Fern vom heimatlichen Breslau nimmt man nun neue, >einheimische< Redewendungen an. Unüberhörbar klingt aber Breslauer Reden durch, das sich auch unsere in der >Fremde< geborenen Kinder schon angewöhnt haben. Nun einige Proben: Ärschlich - >Agathe, da Gashahn tropft, die Puppe kotzt< - Appelgriebsch - Bändel (Schnur, auch >Spuckat<) - Bäudel -Beule - bleede - Blöo - Dienstbolzen (Dienstmädchen) - dämlich - Dämlack - Dätz - Fangnus - fantern - Fatzke - Ferdekuttel - flennen -Flunsch - Föten - Fütze - fummeln - Funzel -Gake-Gamel- grätschen -Hienerplinz - Hopse - Irsel (Ursel) - Karussel (Betonung auf dem u) -kascheln (seh wie französisches g in Loge zu sprechen) - Kascher - kat-schen - Kirte (Kurt) - Kirve (Kurve) - klatschen (verraten) - Klomut-tel - Klunker - Knäppel (Knöpfchen) - Koppstick - kriewatschlig -kummocke (komm doch) - labern (reden) - Laberlätzel - Latschen (Pantoffeln) - latschen (gehen) - Lilie (Spucke oder Speichel) - Lulatsch -Lusche (hier wieder seh wie französisch g) - Lutschbombon - mähren (langweilig sein) - manschen - Menkenke - Mohspritze - Mostrich -motschen - Muttel - Nischel - nu freilich - Nulpe - nuppeln - nuscheln - Oberrüben - Oberstiebchen - Pampe-Pampel-Pauer-Pimmer - plee-ken - plemplem - Posemuckel - Potschen - Puckel - Ränftel - Kitsche -schacken - Schickse - Schippelkugeln - >schischau, schäm dich, alle Leute sehn dich!< - Schiß - Schnaftel - Schneesicher - Schnicke - Schnipsel -Schnutelschaber - schupsen - Seeche - Sipo - Steppel - Tachtel - Teele (Hund) - tälsch - Tippel - tschitscheringrien - tumm - timplich - ver-kotteln - verkudeln - vespern - Watsche - > Wiederkloppe zehrt nich< -Zinken (Nase) - zinnen (aus den Augenspalten gucken) - zu'ner (geschlossener) Wagen. Auf Vollständigkeit konnte diese Aufstellung natürlich keinen Wert legen. Aber das genügt wohl. KLAUS OESTERREICH Der Breslauer Gabeljürge Der aale Meergot, ar heeßt wull Näpptun, derr wollde eim schläsischen Wosser einst ruhn -und da de Schläsinger ihm gutt gesunnen, do da bauten se lauter Näpptunsbrunnen, wunderscheene barocke Plantsch- und Wosserbecken, Arabesken und Orniamente an der Kaschte ihren Ecken -und der Gabeljürge sälber, die Gabel ei der Hand, wor a Wosserspucker uff huchem Stand. Wos brauchten die Schlesier Versailles und Sanssouci -reich wie de Ferschten, dos waren ju sälber sie, drum mährten se ärscht gor nich lange und viel, sundern leisteten sich uff'm Ringe ihr Wosserspiel -do kunnde man obends aristokratsch zengstrüm bummeln und iebertags liss man de Kleenen zumpeln und tummeln -dos machte Vagniegen, dos machte tälsch und froh ei Gruß-Brassel, Liegnitz, Gleiwitz und sustewo. Dar Name Näpptun, derr freilich kunnde nischt sagen und drum insern Schlesiern ooch gor nich behagen -asu ward der olle Römer plutze und korzerhand in a gemütlichen Gabel Jürgen umbenannt, und als a sulcheener dürft" er's prubieren, mit'n Klabatschken um de Wette zu tischkerieren: A prustet, schwoppert, plustert, gockert wos er kann, a flennt und lacht druff, der Gabeljürge, dr Wossermann! Und eemol, ihr Leute, do reckt a de kripplichen Glieder, do schlumpert der Jürge zur Heemte plutz wieder, do läßt er sei Wosser licht loofa und plätschern, do läßt er's mal hopsen und preschen und treetschern - ei sieben Forben sponnt er an Friedensbogen, verpudit, da wird ohne Gemähre heemwärts gezogen - Schluß mit'm labrigen Lasten- und Ausgleichsgewürge, uff gieht's ei de Täler und übersch Gebürge - na, leeft mer ock blußig: heem will ich und muß ich - dos soat euch der Gabeljürge! GABELJÜRGE Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 07.06.05, 19:09 schlesische Redewendungen Wie ins dar Schnaobel gewachsa ies Sechzig schlesische Sprichwörter, Scherzausdrücke und Redewendungen. Ein Beitrag zur Wesensart des Schlesiers. Wie man aus den Sprüchen Salomos, den Sprichwörtern des israelitischen Volkes, auf den Charakter des Volkes bedeutsame Schlüsse ziehen kann, so können wir mit den schlesischen Sprichwörtern einen Beitrag zur Kennzeichnung der Wesensart des Schlesiers geben. Wir nennen darum im folgenden sechzig Sprichwörter, Scherzausdrücke und Redewendungen des Schlesiers. 1 Ock nie verzaoga, solange noo a Kliessla eim Tuppe ies (Kliessla=Klößel) - sagt der Schlesier. Dies Sprichwort deutet schalkhaft die mit wenigem zufriedene, geduldig ausharrende Art des Schlesiers an. Wir haben auch nicht verzagt, als "kee Kliessla eim Tuppe" war, als wir in der Notzeit der Nachkriegsjahre manchmal mittags nicht wußten, was wir abends essen sollten. 2 's kimmt, wies kimmt, 's kimmt immer (kimmt == kommt) - deutet scherzhalt die mehr passive Haltung des Schlesiers an. Er ist mehr Amboß als Hammer. In ähnlicher Weise sagt er von der Medizin, und nicht nur von dieser. 3 Hilfts, dao hilits, hilfts nischt, dao schodt's wingstns nischt (wingsins = wenigstens^. 4 Nu ja ja, nee nee - eine Verlegenheitslormel, die die etwas unbestimmte Art des Schlesiers andeutet, der nicht anstoßen möchte. 5 Närnd giehts drähnder haar und zu wie uff dar Walt (Närnd = nirgends, drähnder == drehender, verdrehter, haar und zu: Tautologie) - sagt der Schlesier, wenn er sich scherzhaft zu sonderbaren Dingen äußern will, die ihn aber nicht aus der Fassung bringen können. 6 Mao muß ulfs Beste hulla und ufis Schlimmste gefaßt sein - die Dinge nehmen, wie sie kommen, sich nicht unterkriegen lassen. 7 Eim Menschenlabn giehts wie eim Stolle, daos timmste Viech plääkt am mährschtn (plääkt = blökt, brüllt, mährschtn = meisten) - über einen Protz macht sich der Schlesier in seinem schlichten Sinn nur lustig. Verleumdungen bringen ihn nicht aus dem Häuschen. Dafür hat er gleich mehrere Sprichwörter zur Hand: 8 'ch hao an breetn Pucki, dao hol viel Platz. 9 War sich ärgert, dar wird groo und hat zeitlabends nischt davoo. 10 Wenn Ärger fett macht, 'ch wöög zwee Zentner. Der gesprächige Schlesier weiß in seiner redseligen schalkhaften Art mit vielen Worten auszudrücken, das man auch mit einem Worte wiedergeben könnte. Statt "meinetwegen" sagt er z. B. 11 Wa-ign mir und und männertholbn mag dar Junge Haosn kriegn (Wa-ign mir = meinetwegen, männertholbn == meinethalben, also dasselbe) oder: 12 's bleibt sich Jack wie Hoos und Strump wie Niederschuh. 13 'sis noo nie ei dam Tippi, ei dams kochn sull - meint, es ist noch nicht so weit. 14 Wenn d" Schneckn weern biesein un d Reis-chgebindl werrn bliehn, waar'ch kumm (biesein = überstürzt laufen, Reis-chgebindl = Bund Reisig) - umschreibt redselig; ich komme gar nicht. 15 Ee Tippi eis andre und a Wischhaoder daozwischn (Wischhaoder == Autnehmelappen) - antwortet man einem Neugierigen, der fragt, was gibt es denn fressen? "Gebratene Lämmerschwänzel' meint dasselbe. Seinen Mitmenschen kann der Schlesier scherzhaft, bildhaft in freundlichem Humor in vielfacher Weise beschreiben: 16 Aar is su lang wie dar Tag vor Juhonns (Johanni der längste Tag im Jahr), oder 17 Aar is su gruus, ar kennt aus dar Dachrinne suppn, oder 18 Wenn daar schtienich stirbt, daan missns' mitn Uulhäkl immreissn (schtienich eigenartige schlesische Konjugationsform statt stehend, vgl. "sei kuchnich Wasser == kochend Wasser im Sdilesierlied, Uufhäkl = Ofenhaken) - alles drei scherzhalt einen großen Mann andeutend. 19 Aar is suu stork, aar kinnt Kirchen feeltroin (feeltroin = feiltragen, herumtragen). 20 Aar sitt aus, als wenn err zahne derwirgt und dan Elften ei dar Mache hätt (derwirgt = erwürgt, ei dar Mache = in Arbeit). 21 Wenn ich verwirrt war, 'ch zerreiß aan' Laaberwurscht (verwirrt = böse), bildhaft, scherzhaft von einem starken, bösen, wütenden Menschen gesagt. 22 Aar hat noo d' Eierschaln hingern Uhrn - er ist unreif. 23 Aar pullt, als wenn ar am Spisse hing (prillt = brüllt). 24 Aar plääkt wie a Feuerkolb (pläkt = blökt, Feuerkalb ein Hörn, mit dem bei Feuer alarmiert wird) - er schreit laut. 25 Aar frißt wie a Scheundrescher (mit dem Flegel in der Scheune zu dreschen galt als besonders schwere Arbeit) - hat guten Appetit. 26 Aar hott aane Wompe wie a Achtzigtaolerlaard (Wompe == Bauch, Achtzigtalerpferd seinen Wert bezeichnend und seine Größe) - ist dick. 27 Mao kennt'n a Vaterunser durch'n Pitch bloosn, oder 28 Aar sitt aus wies Leidn Christi, oder 29 Aar kraobst (oder grätscht) rim wie die Fliege ei dar Puttermilch - scherzhafte Bezeichnungen für einen leidenden Menschen. 30 Aar macht Schriete wie aan Gärtnerschkuh (Gärtner-Wirtschattsbesitzer, im Westen "Kotier") große und doch wieder unbeholfene Schritte. 31 Aar glänzt wie Schinders sei Insitsaak (Schinder = Fleischer, Insit = Fett, Schmär) - er ist fett, geölt. 32 Aar hott keene eenz'ge Laus im Gsicht und keene Schuhschmiere frißt ar oh nie - sagt man scherzhaft von einem Menschen, von dem nicht viel zu sagen ist. 33 Aar sitt aus wie a junger Elitbiehmer (Biehm-Böhm. Die gangbarste Münze in Schlesien ist der "Böhm". Das Wort erinnert daran, daß die Münzstätte in Böhmen war, ähnlich wie das in ganz Deutschland bekannte Wort "Taler" von Joachimstal in Böhmen, den Ort der dortigen Münze, herkam) - er sieht vornehm aus. 34 Aar tutt, als wenn dar grüße Hund sei Paote war - tut stolz. 35 Aar tutt, als err dan Heiligen die Zinn abgebissen hätt (Zinn == Zehen) - er tut scheinheilig. 36 Aar sitzt drin wie d' Maode eim Speck - er hat sich gut hereingesetzt, es geht ihm gut. 37 Aar rennt rim wie d' Maus ei a Sechswuchn (nach der Geburt der Kleinen, wenn sie viel zu beschaffen hat) oder 38 Aar is bewuschbert wie a Ihrwirmel (bewuschpert von wisbern, Ihr-wirmel = Ohrwurm mit seinen vielen Füßen) - Er ist emsig, umsichtig, betulich, wie eben der Schlesier ist. 39 Aar hotfs weg wie Schmieds Kotz, wenn ses getressn hott - er v^/Steht seine Sache. In seinem köstlichen echten Launen-Humor weiß der Schlesier freundlich ein liebes Wort scherzhaft zu sagen. Ich habe es selbst erlebt, wie der Bauer beim Schweineschlachten nach dem Tischgebet sagte: 40 Nao doo lußt Euch ock besser schmeckn als es ies. 41 A Bißl was mecht schunt sein (schunt = schon) - ist bald als Scherzwort, bald als Antwort gedacht, wenn man das gute Essen des Gastes rühmt, bald dst es auch Begleitwort, wenn man etwas "mitbringt". Der Schlesier kommt nicht gern mit leeren Händen. - Er möchte .immer Freude machen, ist mitteilsam. 42 De timmsten Bauern honn d' grißtn Katuffln - kann er wohl sich selbst verhöhnend bei gutem Essen sagen. 43 Uff daam kann man bis Bautzn reiten - sagt man von einem stumpfen Messer. Ganz aus dem Lebensbe'reich des .Bauern sind auch die 'folgenden Scherzworte genommen: 44 Uffs maogerschte Faard satzn sich d' märschtn Fliegn wir sagen gern umgekehrt "Die schlechtesten Früchte sind es nicht, an denen die Wespen nagen." 45 's hoot ieberall aan Hund, dar d' beßt - überall gibt es böse Menschen. 46 Kleene Kräätn honn oo Gift - auch kleine Menschen sind gelegentlich schlecht. 47 Daor Windmiller soit immer: 's kimmt rimm (soit = sagt, rim = herum). Wir sagten in Schlesien 1946, wenn du ein Geheimnis zwei anderen sagst. dann kannst du es gleich in der Zeitung der "Roten Armee" abdrucken. In scherzhaften Ausdrücken kann' sich der Schlesier nicht genug tun. 48 Zum Oderzuschittn - sagt er gewollt übertrieben, wenn etwas in großer Fülle vorhanden ist. 49 Mir in heute keene Fenggeige zu teuer (Plenniggeige, eine Geige, die nur einen Pfennig kosten würde) - für scherzhaftes Protzen. 50 Udos nie zuviel wird, drei Biehm seins schunt - scherzhafter Ausdruck gegenüber einem kleinen Gernegroß. 51 Dao drin is ja mancher Mutter ihr Kind - hier liegt allerlei durcheinander. * Die Seite 69 Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 07.06.05, 19:40 > boarbs = barfuss > Heet = > Heffa = > hieschloon = der Länge lang hinfallen > hinne = drinnen > Kareete = altes, klappriges Gefährt (Auto, Wagen) > katschen = schmatzen, ist aber nicht ganz genau, im sächsischen gibt es den Ausdruck "kätschen", der trifft es genau. > Koastawoan = Kastenwagen > Kulle = Kugel > Letterwaanla = Leiterwagen > Loda = Haare > Lootsche = > maahrn = mehrn, langsam sein, Zeit verplempern > Maiakatschka = > noatschen = heulen > plempern = kenne ich nur als "verplempern" = Zeit vergeuden > Omssa = Ameisen > praaschen = > Puusch = Wald > Roaber = Schubkarre aus Holz > Ruttabasa = Besen, meist aus Birkenreisig gebunden > Schnicke = Haue, Dresche > Schwuppe = Rute, Peitsche > timplich = dumm, ungeschickt > a Treppl = ein Tropfen > urschen = vergeuden > Waanla = kleiner Wagen > Ziehne = Zehe Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 07.06.05, 20:28 www.genealogienetz.de/reg/SCI/maps/sprache.gif Odpowiedz Link Zgłoś
ballest Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 07.06.05, 21:36 Hanys, jakim dialektem w Ujezdzie godali, ze tam jest inny zakryslony ? Odpowiedz Link Zgłoś
hanys_hans Re: Mundart Lausitzisch - Schlesisch 07.06.05, 21:54 To je tako Sprachinsel (Sprachinseln sind punktuell oder flächenhaft auftretende, relativ kleine geschlossene Sprach- und Siedlungsgemeinschaften in einem anderssprachigen größeren Gebiet.) Schönwald (Bojków) tysz byu! Odpowiedz Link Zgłoś