szwager_z_laband
16.03.11, 18:41
„Lange habe ich mit mir gerungen, ob ich den wörtlich aus dem Polnischen übersetzten Bericht aus dem Todeslager Lamsdorf in seiner ganzen Scheußlichkeit wiedergeben soll. Nachdem ich Freunde und viele nahestehende Personen konsultiert habe, rieten mir alle, dies zu tun. Ich habe mich entschlossen, diesen Bericht so, wie er original aus dem Polnischen übersetzt wurde, abzudrucken, was die oft merkwürdige Satzstellung erklärt.
Daß diesen Bericht ein Pole, Herr Janusz Rudnicki, und seine Frau verfasst haben, verpflichtet mich geradezu, dieses Werk der Ehrlichkeit, des Mutes und der Aufrichtigkeit als Dank der Öffentlichkeit zu übergeben.
Der Autor hat die ganze Scheußlichkeit geschildert, die mit der ethnischen Austreibung der deutschen Bevölkerung verbunden war, für die der Name Lamsdorf nur symbolisch als für das ganze, in seiner Grausamkeit bis heute anhaltende Geschehen steht.
Die heute in der Bundesrepublik gezielt betriebene Verniedlichung und Verharmlosung dieser Austreibungsverbrechen samt der damit verbundenen Scheußlichkeiten kann nur noch mit dem Mittel der ganzen
Härte der historischen Wahrheit
beendet werden und damit – so Gott will – ein Umdenken und eine Rückbesinnung auf rechtliche und moralische Werte in unserer Gesellschaft fördern.
Nur wer Unrecht ein Ende bereitet, gibt dem Recht die Chance des Neuanfangs.“
Nicht wir Deutschen, sondern ein Pole schreibt über das größte – nach 1945 – polnische Konzentrations-Lager in Lamsdorf für Deutsche.
Wie man sieht, gibt es in jedem Land Menschen, die den Mut aufbringen und das Risiko auf sich nehmen, für die Wahrheit einzutreten, gegen den bestimmenden Geist. An dieser Stelle möchte ich dem Autor dieses Artikels,
Herrn Janusz Rudnicki
sowie auch dem Herausgeber der Zeitschrift „Zly“, Herrn Jerzy Urban, und seiner Frau, der Redakteurin, und auch vielen Mitstreitern im stillen meine allergrößte Hochachtung entbieten und herzlichen Dank sagen.
Die Zeitschrift „Zly“ (Böse) war herausgegeben durch Herrn Jerzy Urban, früherer Pressesprecher der VRP, und verantwortlicher Redakteur war seine Frau. Vor ein paar Wochen wurde diese Zeitschrift durch Warschau praktisch verboten.
Der Autor des Interviews mit dem Stellvertreter des Kommandanten von Lamsdorf, Ignac Szypula, ist der bekannte Schriftsteller Janusz Rudnicki. Der Kommandant von Lamsdorf, Czeslaw Gemborski, wohnt in der Nähe der Staatsanwaltschaft in Kattowitz und bleibt weiterhin unbehelligt von Justitia.
„Polska
Nur wir haben uns entschlossen, diesen Text zu drucken. Der Autor wandte sich an viele Radaktionen. Alle haben abgesagt.
Polnische Schande
Wir haben nicht vergessen, wer begann den Zweiten Weltkrieg, auch nicht, wer erbaute das Lager Lamsdorf. Relation, welche vorgestellt wird vom hervorragenden polnischen Schriftsteller der Neueren Geschichte, Janusz Rudnicki, zeigt den Zeitabschnitt des Lagers, als die Henker wir waren - Polen.
Das Dorf Lamsdorf liegt 30 km südwestlich von Oppeln. In den Jahren 1870-1871, in der Zeit des preußisch-französischen Krieges, entstand hier das Gefangenen-Lager. Während des Zweiten Weltkrieges befand sich hier einer der größten Lager-Komplexe für Gefangene der Wehrmacht. Man schätzt, dass durch das Lager gingen ca. 380 000 Gefangene, davon etwa 200 000 russische.
Den Tod von über 42 000 Menschen symbolisiert das Denkmal der Martyrologie von Kriegsgefangenen in Lamsdorf.
Am 18. Juni 1945
erging eine vertrauliche damals Anordnung des Wojewoden für Schles.-Dombrowa in Sachen Polonisierung von Oppelner Schlesiern. Ein Fragment des Original-Textes:
„Bedingungslose Entfernung der Deutschen aus ihrem landwirtschaftlichen Besitz und sie hinter die Oder-Neiße schicken oder sie mit ganzen Familien an einem abgesonderten Ort ansiedeln, wenn Siedler und Repatrianten kommen, die auf diesen Gehöften angesiedelt werden sollen. „
Diese Anordnung unterschrieb Wojewoda. Divisions-General Alexender Zawadzki.
Am 14. Juli 1945,
Landrat von Niemodlin, Wladyslaw Wedziocha, organisierte eine vertrauliche Beratung in Sachen „Lösung des Problems der Nationalität“ im Kreis Niemodlin.
Fragment des Original-Textes:
Man entschloss sich für das Straflager für Kriegsgefangene in Lamsdorf, in dem man ohne Schwierigkeiten etwa 20 000 Menschen unterbringen konnte.“
Czeslaw G. (Gemborski) war der Kommandant des Lagers von Ende Juli 1945 bis zum Tage seiner Verhaftung am 10. Oktober 1945.
Nach seiner Verhaftung milderte sich der Terror im Lager. Menschen sind weiterhin gestorben, aber vorwiegend an Hunger und Krankheit. Das größte polnische Konzentrationslager hörte auf zu existieren im Herbst des Jahres 1946.
Die Deutschen behaupten, dort starben 6000 Personen.
Czeslaw Gemborski wurde nochmals verhaftet im Juni 1956. Freigesprochen im Jahre 1959. Der Prozess war eine Farce.
Czeslaw Gemborski wohnt bis heute in Oppeln. Ignaz Szypula, der Vertraute von Czeslaw Gemborski starb im Jahre 1973, wahrscheinlich fiel er betrunken vom Balkon, obwohl Czeslaw Gemborski das bestreitet. Sogar das.
Die nachfolgende „Beichte“ ist eine Punktion aus 2 Büchern.
Das erste, „Die Hölle von Lamsdorf“ (Pieklo Lambinowic) erschien in Deutschland, Autor ist Heinz Esser, Lagerarzt, er überlebte Lamsdorf (Laumann-Verlagsgesellschaft, 1994, IV Auflage).
Autor des zweiten Buches „Cien Lambinowic (Schatten von Lamsdorf), ist Edmund Nowak (Centralne Muzeum Jencow Wojennych w Lambinowiecach-Opolu, Opole 1991, wydanie 1.“
Bevor ich mit diesem Bericht beginne, möchte ich feststellen, dass mich dieser in seiner ganzen Tragweite so erschüttert hat, dass ich glaubte, ihn gar nicht abschreiben zu können. Ich habe mir das Buch
„Die Hölle von Lamsdorf“ gekauft.
Es ist das Grauenhafteste, was ich je gelesen habe.
Doch bereits 1945 bei der Rückkehr in meine Heimat nach Steinau/Oder, wo ich als 11-Jährige für die Polen die Straße kehren musste, habe ich selbst aus dem Keller eines ehemaligen Zigarrengeschäftes am Marktplatz, das als Gefängnis benutzt worden ist, grässlichste Schreie gehört. Man erzählte, dort unten würden deutsche Menschen an den Füßen aufgehängt und ihnen von Polen das Hirn aus dem Kopf geschlagen sowie Nägel unter die Fingernägel getrieben.. Ich versuchte, diese Schreie aus meinem Gedächtnis zu verdrängen.
Im Jahre 2003 waren unser 1. Vorsitzender der schlesischen Landsmannschaft, mein Mann und ich zu einem Besuch nach Alt-Schalkendorf im Raume Oppeln zu unserem deutschen Freundeskreis eingeladen. Bei dieser Gelegenheit schauten wir uns Lamsdorf an und legten Blumen an der Gedenkstätte nieder.
Der ehemalige Kommandant des Lagers Czeslaw Gemborski wurde – nach Anklagen von deutschen Überlebenden - mehrmals von der polnischen Justiz befragt, doch immer wieder freigelassen. Er verstarb unbehelligt vor etwa 5 Jahren in Oppeln eines natürlichen Todes in seinem eigenen Bett.(E.M.)
Und nun zu dem Artikel des Polen Janusz Rudnicki:
Beichte des Ignaz Szypula:
„Mein Vater überlebte 4 Jahre deutsche Lager, danach lebte er im Gips-Korsett, später im Gips-Bett und starb, denn man hatte ihm 4 Wirbel der Wirbelsäule beschädigt. Meinen Bruder haben mir die Deutschen im Jahre 1944 getötet, meine Mutter wurde nach dem Krieg 4mal operiert und starb, ich lebe noch. Aber kann sterben. Ich gehe zu Ende wie dieses Jahrhundert, Jahrhundert des Teufels, jeder muss mir recht geben.
Nicht mehr lange gehe ich dort, wo ich selbst geschickt habe. Wie viele? In Deutschland leben noch ein paar, die scheißen weich, wenn sie meinen Namen hören, reicht es?
Ich heiße Ignaz Szypula, im Lager bekannt als „pan Ingnaz“ (Herr Ignaz) In unserem Lager, für sie (die Deutschen). Tod für Tod. Dachten, dass was, dass sie ein Patent haben zum Töten? Wer sollte Gerechtigkeit ausüben, die G