grba
01.06.05, 19:47
Po raz trzeci zamieszczam fragment dokumentu z epoki Die Pogromnacht des
9.11.1938 dotyczący Górnego Śląska. Znajdziecie tu wiele faktów
z "Kryształowej Nocy". Podano kwoty zrabowane żydowskim współobywatelom.
Opisano udział wszelkich nazistowskich organizacji nie wyłączając Hitler
Jugend.
Die Pogromnacht des 9.11.1938
Der Terror gegen die Juden
Quelle: Deutschland-Berichte der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands
(Sopade) 1934-1940, Fünfter Jahrgang, 1938, Nr.11, Seite A27ff
Oberschlesien, 1. Bericht: Die antijüdischen Ausschreitungen in Oberschlesien
sind auf Befehl der Breslauer SS-Leitung erfolgt. Die SS-und SA-Mannschaften
waren im Besitz von Listen; die Aktion im engeren Industriebezirk lag in den
Händen des Hindenburger Kreisleiters Jonas.
In Hindenburg wurde die Aktion unter Ausschaltung der SA von der SS
durchgeführt. Die SA gilt nicht als zuverlässig. Sie hat beim Abtransport
polnischer Juden über die deutsche Grenze zuviel gestohlen. Das Signal zum
Pogrom ist am 8. November gegen 11 Uhr abends gegeben worden, zugleich
erhielt
die Polizei den Befehl, sich nicht einzumischen, sondern lediglich
das „neugierige Publikum" fernzuhalten. Gegen 4 Uhr morgens hörten Einwohner
in
der Nähe der Synagoge eine heftige Detonation und kurz darauf stand die
Synagoge in Flammen. SS-Trupps rückten an, auch Polizei und Feuerwehr waren
bald am Platze. Die Feuerwehr beschränkte sich von vornherein auf den Schutz
der umliegenden Gebäude. Kurz nachdem die Flammen bereits sichtbar waren, es
mag am 9. November gegen 5 Uhr morgens gewesen sein, erschien der Kreisleiter
Jonas, der der Polizei den Auftrag gab, niemanden zur Brandstelle zuzulassen.
Die Polizei vertrieb daraufhin alle Zuschauer, die sich vor der Brandstelle
angesammelt hatten, verhaftete auch einige Passanten, die kritische
Bemerkungen
gemacht hatten. In der Zwischenzeit wurden dann auch Geschäfte und
Privatwohnungen von Juden zerstört.
Gegen 8 Uhr morgens sind auf der Brandstelle der Synagoge Gefängnisinsassen
mit
den Gefangenenaufsehern erschienen, Magistratstuhr-werke standen gleichfalls
zur Verfügung. Es wurde sofort mit den Aufräumungsarbeiten begonnen. Die noch
stehenden Mauern der Synagoge wurden von der Hitlerjugend in Gegenwart eines
SS-
Führers aus Hindenburg mittels Handgranaten und Dynamit umgelegt. Gegen 10
Uhr
wurde auf die Brandstelle ein größerer Transport von Mädchen und Jungens
jüdischer Herkunft gebracht, die das Metall aus Schutt und Mauerwerk
aussortieren, die Stücke säubern und in ein bereitstehendes Polizeiauto laden
mußten.
Noch während die Hindenburger Synagoge brannte, zogen Trupps von je 4 bis 6
SS-
Leuten in jüdische Geschäfte, zunächst in die Glashütte und das große
Porzellangeschäft von Eisner, das kurz und klein geschlagen wurde. Der Wen
der
dort zertrümmerten Waren wird auf 150 000 RMk gesehätzt. Gewöhnlich begaben
sich 2 SS-Leute mit einem Polizisten in die Privatwohnung der Kaufleute,
forderten die Schlüssel vom Geschäft, und wenn das Geschäft bereits „fertig"
war, kam die Privatwohnung dran. Übereinstimmend wird berichtet, daß
gewöhnlich
nicht ein einziger Gegenstand ganz geblieben ist: Teppiche und Kleider,
Betten
und sämtliche Wäsche sind zerrissen und zerschnitten, kurz, alles ist
vernichtet worden. Und so ging es Straße um Straße. Es mögen gegen 40
Einzeltrupps der SS bei dieser Aktion beschäftigt gewesen sein.
Nur ein einziges Konfektionshaus, das von Himmelfärb verfiel nicht dem
Vandalismus, da der Inhaber bei der Herausgabe der Schlüssel erklärt hatte,
er
überweise sein ganzes Geschäft der Winterhilfe. Noch im Verlauf der
Mittagsstunden erschien auch ein Kraftwagen eines großen Hüttenunternehmens
und
brachte die Konfektion im Werte von etwa 85 000 RMk. aus dem Geschäft in die
Sammelstelle der Winterhilfe.
In der Dorotheenstraße in Hindenburg erschienen bei einer 83-jährigen
jüdischen
Witwe einige SS-Männer, nahmen ihr die letzte Habe von 10 RMk. und schlugen
dann ihre Wohnung, Zimmer und Küche, kurz A 38 und klein.
Bei einer Kaufmannsfrau in der Kronprinzenstraße erschienen nach der
Verhaftung
des Mannes ein Zivilist und ein SA-Mann und forderten von ihr im Auftrage der
Partei 300 RMk. Als die Frau erklärte, sie besitze keinerlei Mittel, mußte
sie
sich Geld im Hause borgen und ihre Kleinigkeiten hergeben, so daß etwa 100
RMk.
beisammen waren, die dann „beschlagnahmt" wurden, natürlich ohne Quittung.
Die
Wohnung war schon vorher demoliert worden. „Meine Mutter hätte auch einen
Pelz
haben können", erzählte ein Kind in der Volksschule in Hindenburg, „. . .
aber
die Mutter hat gestohlene Sachen nicht gewollt." Andere Nazi-Kinder geben
offen
zu, was der Vater alles mitgebracht hat, als die jüdischen Geschäfte
geplündert
wurden. In der NSDAP weiß man natürlich Bescheid, ohne gegen die Täter
einzuschreiten. Einem SA-Führer in Hindenburg, einem Bäckermeister, der sich
gerühmt hatte, die Juden zur Brandstelle befördert zu haben, erklärte seine
Schwägerin, er habe sich die Taschen gefüllt und für ihn hätte sich die
Aktion
gelohnt. Er lächelte und stritt nicht ab.