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23.09.04, 18:07
Selbstdarstellung des Arbeitskreises "Geschäfte mit der Armut"
Der Arbeitskreis "Geschäfte mit der Armut" gründete sich im Dezember 1997 im
Nachgang einer Tagung zum Thema unseriöse Finanzdienstleistungen im Bereich
der Kreditvermittlung und Schuldenregulierung. Ergebnis des - in dieser Form
vermutlich erstmaligen - Treffens von Praktikern aus den Bereichen
Strafverfolgung, Verbraucherschutz und Schuldnerberatung war zunächst der,
von allen Beteiligten geäußerte, starke Wunsch nach einer engeren Vernetzung,
da Einzelmaßnahmen von allen Beteiligten als unzureichend betrachtet wurden.
Entsprechend wurde eine regelmäßige Zusammenarbeit in Form einer
Arbeitsgruppe vereinbart.
Der AK "Geschäfte mit der Armut" ist besetzt mit Mitarbeitern verschiedener
wohlfahrtsverbandlicher und kommunaler
Schuldnerberatungsstellen,Landesarbeitgemeinschaften der Schuldnerberatung
und der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Als bundesweit organisierte
Arbeitsgruppe beschäftigt er sich insbesondere mit dem Phänomen unseriöser
Anbieter von Kreditvermittlung und gewerblicher Schuldenregulierung.
Die Aufgabenschwerpunkte liegen in der Informations- und
Entscheidungssammlung, dem Aufbau einer Informationsstruktur für Verbraucher-
und Schuldnerberatungen sowie der Präventions- und Öffentlichkeitsarbeit.
Ziel des Arbeitskreises war und ist es, eine engere Zusammenarbeit von
Polizei, Staatsanwaltschaft, Gewerbeämtern, Politik, Verbraucherschutz und
Schuldnerberatung zu fördern. Der Interdisziplinäre Austausch wird durch die
regelmäßige Einladung von Gästen aus den Anerkennungs- und
Strafverfolgungsbehörden, Gewerbeämtern und Verbraucherschutzvereinen sicher
gestellt.
Um seine Aufgaben erfüllen zu können, ist der Arbeitskreis auf die Mitarbeit
der örtlichen Schuldner- und Verbraucherberatungsstellen angewiesen. Die von
diesen Stellen eingebrachten Informationen und eigene Erkenntnisse werden
gebündelt und ausgewertet, um ein effektiveres Vorgehen gegen unseriöse
Finanzdienstleister zu ermöglichen. Neben der Einleitung und Unterstützung
von wettbewerbs-, ordnungs- oder strafrechtlichen Maßnahmen gegen einzelne
Anbieter und Anbietergruppen im Einzelfall, steht gleichberechtigt die
Unterstützung von Gremien, wie der Berliner "Arbeitsgruppe Transparenz" , die
die Problematik in ressortübergreifender Zusammenarbeit angehen.
Im Rahmen der Präventionsbemühungen steht der Arbeitskreis regelmäßig mit
Hintergrundinformationen als Ansprechpartner für Rundfunk und Printmedien zur
Verfügung. Beiträge des Arbeitskreises erscheinen in den
Fachveröffentlichungen der Schuldnerberatungen. Das vom Arbeitskreis
erstellte Handbuch "Geschäfte mit der Armut" soll den örtlichen
Beratungsstellen eine effektive Arbeitshilfe zum Umgang mit unseriöser
Kreditvermittlung und gewerblicher Schuldenregulierung an die Hand geben. Das
Handbuch kann, dank der Förderung durch die Bundesministerien für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend sowie für Verbraucherschutz, Ernährung und
Landwirtschaft, den Schuldnerberatungsstellen kostenfrei zur Verfügung
gestellt werden.