09.12.05, 10:10
Witam !
Książka powstała jako efekt pracy młodego nauczyciela historii z Książenic,
uczącego w LO im. Powstańcow Ślaskich w Rybniku Dariusza Jądro. Zebrany przez
niego materiał zainteresował Wiceprzewodniczacego Ruchu Autonomii Śląska
Krzysztofa Klucznioka z uwagi na koncepcje polityczne ks. Tomasza i jego
brata Jana Reginków. Kluczniok poprosił o współpracę krewnych Reginków. W ub.
roku przypadała 30 rocznica śmierci księdza i z tej okazji w miejscu jego
urodzin i pochówku Dobrzeniu Wielkim na Opolszczyźnie odprawiona została
uroczysta msza św. po której tamtejsze koło RAŚ zorganizowało wieczór
wspominkowy. Tomasz Reginek przedstawił życiorys swojego stryja a K.Kluczniok
jego działalność polityczną. 17 listopada 2004 r. w Powiatowej i Miejskiej
Bibliotece Publicznej w Rybniku odbyła się Sesja Popularno - Naukowa na
której głównym tematem była działalność ks. Reginka jako proboszcza i
dziekana rybnickiego w okresie międzywojennym, którą przygotowal D. Jądro.
Byly też przedstawione referaty T. Reginka i K.Klucznioka oraz nowy ks.
Antoniego Reginka o działalności duszpasterskiej i teologicznej stryja. Jako,
że postać i dokonania tego nieprzeciętnego człowieka są w zasadzie nieznane
Ruch Autonomii Śląska postanowił opublikować treść referatów. Stało się to
możliwe dzięki wsparciu finansowemu rodziny Reginków.
Wybór Czuchowa w Gminie Czerwionka-Leszczyny na miejsce promocji książki nie
jest przypadkowy. W Czuchowie długie lata
mieszkali Reginkowie a ojciec dwóch referentów był tam wieloletnim
kierownikiem szkoły. Na poczatku przyszłego roku planowana jest jeszcze jedna
impreza promująca książkę w Dobrzeniu Wielkim.
Pozdrawiam
i liczę na dalszą współpracę.

Krzysztof Kluczniok

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    • szwager_z_laband Re: Reginek 09.12.05, 11:58
      Die oberschlesische Frage
      Ein Beitrag zu ihrer Geschichte und Lösung
      von Th. Reginek
      Alles für und durch mein Volk!
      Erster Teil.

      Die Geschichte der oberschlesischen Frage

      Die Selbständigkeitsbestrebungen Oberschlesiens
      Die Broschüre: „Selbstendiger Freistaat!“

      Ende Juli 1918 wurde der Verfasser von der Schweitz aus auf den Zusammenbruch
      Deutschlands aufmerksam gemacht. In Frankreich war man über die Vorgänge in
      Deutschland und Oesterreich ganz genau unterrichtet und erwartete bereits
      Anfang September den Ausbruch der Revolution, die der militärischen Macht das
      Rückgrat brechen sollte. Diese Nachricht bestärkte seine Absicht, in der
      kommenden Freiheitsstunde seinem oberschlesischen Volke, das kommenden
      Freiheitsstunde seinem oberschlesischen Volke, das schon Jahrhunderte lang die
      drückende Knechtschaft ertrug, in dem Kampfe um die selbständige freiheitliche
      Entwickelung behilflich zu sein. Schon längst hatten die bitteren Eindrücke und
      Erlebnise der Jugend- und Mannesjahre in seiner oberschlesischen Heimat, in
      Posen und dem übrigen Deutschland sowie in Galizien in ihm die Erkenntnis von
      der unbedingten Notwendigkeit eines selbständigen, an einen größeren Staat
      angeschlossenen Oberaschlesiens reifen lassen als die einziege Erlösung seines
      schwer heimgesuchten Volkes. Dieser Gedanke, der den meisten oberschlesischen
      Volksführern sympathisch war und auch im Volke selbst bei gelegentlichen
      zwanglosen Ausspruchen viel Anklang fand, wurde durch eine
      Broschüre „Oberschlesien, selbständiger Freistaat?!“ (Verlag „Oberschlesischer
      Kurier“) in die breite Oeffentlichkeit gebracht. Um die sozialen Schäden zu
      heilen, schwebte dem Verfasser das Bild eines an eine größere Macht
      angelehnten, sozialen Arbeiterstaates vor mit der Anteilnahme der Arbeiter an
      der Verwaltung und dem Industriegewinn und einer wohlausgebauten sozialen
      Reform, ähnlich wie es der australische

      Staat heute ist. Darum wurden in seiner ersten Schrift die sozialen Probleme
      Oberschlesiens ganz besonders in den Vordergrund gerückt. Vgl. Anhang I. Auszug
      aus der Broschüre. Die revolutionäre Umwälzung in Deutschland, welche eine
      sozialistische Regierung ans Ruder brachte, die allen Untertanen und
      Reichsvölkern freicheitliche Entwicklung zusicherte, berechtigte auch das
      oberschlesische Volk, das Selbstbestimmungsrecht beanspruchen sowie eine seiner
      kulturelen und nationalen Eigenart entsprechende Selbständigkeit anstreben zu
      dürfen.

      Die ersten Sitzungen

      Duch Vermittelung eines begeisterten Freundes des Selbständigkeitsgedankens
      fand am 26. November 1918 in Kattowitz eine Zusammenkunft mit zwei Vertretern
      der oberschlesischen Großindustrie statt, die, im Herzen dieser Idee schon
      längst zugetan, sich bereit erklärten, aktiv mitzuwirken. Das Vertrauen,
      welches man in Oberschlesien den beiden Herren entgegenbrachte, und die
      musterhaften sozialen Reformen, die sie zu Gunsten der Arbeiter in ihren
      Betrieben durchzuführen bemüht waren, ließen sie für die oberschlesische
      Volksbewegung geeignet erscheinen. Tags darauf kamen mehrere führende
      oberschlesische Persönlichkeiten in einer oberschlesischen Stadt zusammen,
      wobei die Selbständigkeitsfrage gründlich erörtert und die nächsten Maßnahmen
      zur Verbreitung dieser Idee unter dem Volke und einheitlicher Führung der
      Volksbewegung beschlossen wurden. Daß das Selbständigkeitsstreben nicht „ein
      plumper Schwindel einiger politischer Querulanten“ war, wie später offiziele
      oberschlesische Regierungsvertreter und die hakatistischen Zeitungen es
      darzustellen versuchten, ersieht man am besten daraus, dass überall wo die
      Autonomie Oberschlesiens erörtet wurde, sie lebhaftesten Beifal im Volke und in
      leitenden oberschlesischen Kreisen fand und dass sie, unabhängig von dieser
      Bewegung, in drei verschiedenen Gegenden Oberschlesiens von einflussreichen
      Personen offen gefördert wurde.“

      Th. Reginek

      aus dem alten Buch "Die oberschlesische Frage",
      herausgegeben vor dem Krieg
      Druck und Verlag von Leopold Nowak
      Königshütte O.-S., Ringstrasse No. 4.
      • szwager_z_laband Re: Reginek 09.12.05, 11:59
        „Die oberschlesische Frage“

        (Teil II)

        Die deutsche Regierung

        Die Absicht des Komitees ging zunächst dahin, in friedlicher Weise auf
        Deutschland, Polen und Tschechien einzuwirken, um Oberschlesien eine
        selbständige politische Stellung einzuräumen und seine Neutralität ähnlich wie
        die der Schweiz und Belgiens zu garantieren. Die sozialistische deutsche
        Regierung sicherte allen Volksstämmen Deutschlands eine selbständige
        freiheitliche Entwickelung zu, und die unabhängigen, sozialistischen
        Regierungsvertreter, besonders Dr. Haase, in einer Versammlung in Gleiwitz,
        erklärten offen ihre Bereitwilligkeit die Eigenart Oberschlesiens zu wahren und
        der Selbständigkeitsbewegung keine Hindernisse in den Weg zu legen. Von der
        deutschen Regierung also glaubte man keine Schwierigkeiten befürchten zu müssen
        geschweige denn, wie es nachher geschah, eine Verfolgung dieses „Hochverrats“
        mit Staatsgewalt.

        Polen

        Um die Stimmung der polnischen Führer und damit auch die Stellungnahme Polens
        zur Selbständigkeitsbewegung zu erfahren, erfolgte eine Aussprache mit
        führenden Personen und Vertretern der polnischen Presse. Wie es ja nicht anders
        zu erwarten war, erklärten die großpolnischen Vertreter ihre Unmöglichkeiten,
        eine solche Bewegung vorläufig zu unterstützen, da sie sich ja ein viel
        weiteres Ziel, die Einverleibung Oberschlesiens in Polen, gestellt hätten.
        Sollte ihr Plan missglücken, so war man dann gewillt,, mit allen Mitteln dafür
        einzutreten. Andere namhafte polnische Führer waren dem Autonomiegedanken nicht
        abgeneigt, glaubten aber, erst den weiteren Verlauf der Bewegung abwarten zu
        müssen, um danach ihre Entscheidung zu treffen. Eine Unterstützung von
        großpolnischer Seite war daher vorerst kaum zu erwarten. Damit war dem
        oberschlesischen Komitee auch der Weg nach Warschau zur Aufklärung der dortigen
        Regierung und von da nach Paris abgeschnitten. Der Vorwurf, man hätte Warschau
        absichtlich umgangen, ist also gründlich unberechtigt. Zudem befand sich Polen
        in dieser Zeit in so schwierigen Verhältnissen, dass es Oberschlesien kaum
        hätte helfen können.

        Tschechien. Erste Prager Reise

        Um etwas sicheres über das Schicksal Oberschlesiens zu erfahren, da die
        preußische Regierung darüber keine Aufklärung geben konnte, blieb schließlich
        nur ein Weg offen, der über Prag. Historische und wirtschaftliche gründe ließen
        ein Entgegenkommen in den Selbständigkeitsbestrebungen erwarten. Eine
        Kommission von drei oberschlesischen Vertretern entschloß sich, nach Prag zu
        gehen, um sich an Ort und stelle über die Stellungnahme Tschechiens und darüber
        hinaus die der alliierten Mächte zu vergewissern. Man muß staunen, mit welchem
        Scharfblick schon damals der tschechische Ministerpräsident Dr. Krqamarz die
        Bedeutung dieser Bewegung erfasste und welch lebhaftes Interesse er ihr
        entgegenbrachte!

        In der Überzeugung, dass die neuerstandenen kleinen Staaten nur durch einen
        wirtschaftlichen Zusammenschluß sich behaupten und nur vor der Überschwemmung
        durch den allmächtigen internationalen Kapitalismus retten können, war er
        bestrebt, mit polen im guten Einvernehmen zu bleiben. Darum fürchtete er sich,
        für Oberschlesiens Selbständigkeit gegen den willen Polens aktiv einzugreifen,
        hoffte aber, durch ein autonomes Oberschlesien dem Wirtschaftsbündnis mit
        diesem und Polen näher zu kommen. Manche Differenzen zwischen den beiden
        Staaten friedlich beilegen und die wirtschaftlichen Interessen seines Landes,
        vor allem die notwendige Kohlenzufuhr sichern zu können. Aus diesen

        Gesichtspunkten heraus fand der Autonomiegedanke Oberschlesiens bei ihm wie im
        tschechischen Ministerium lebhaften Anklang. Deshalb beschloß er auch, alsbald
        den alliierten Mächten in Paris das Programm der Selbständigkeitsbewegung
        Oberschlesiens zu unterbreiten, um bestimmte Nachrichten über Oberschlesiens
        Zukunft zu erhalten. Soviel stand jedoch schon damals fest, dass Deutschland
        wirtschaftlich und militärisch für immer aus der Zahl der europäischen
        Großmächte ausgeschaltet werden sollte. Deshalb war mit der Abtretung wichtiger
        Industriezentren unbedingt zu rechnen, und auch Oberschlesien wurde stark in
        Erwägung gezogen. Es war also ganz selbstverständlich, daß man im Prag in
        Erwägung dieser und auch historischer und wirtschaftlicher Gründe bemüht war,
        die tschechischen Interessen in Oberschlesiens geltend zu machen, um sich
        wenigstens alle notwendige Kohlenzufuhr für die eigene hoch entwickelte
        Industrie zu sichern. Ein Selbständiges Oberschlesien enthob es der Sorge in
        dieser Hinsicht und bot ihm noch weitere wirtschaftliche Vorteile. Darum war
        auf eine wohlwollende Unterstützung, soweit dies ohne Gefahr für das eigene
        Land möglich war, stark zu hoffen.
        • szwager_z_laband Re: Reginek 09.12.05, 12:00
          DIE OBERSCHLESISCHE FRAGE

          (Teil III)

          Veröffentlichung der Broschüre

          Das oberschlesische Komitee entschloß sich deshalb in einer Ausschusssitzung
          vom 5. Dezember 1918, mit der Broschüre und mit einem deutsch-polnischen
          Flugblatte in die Oeffentlichkeit zu treten und den Selbständigkeitsgedanken
          eifrig zu verfechten. Da mit Abtretung Oberschlesiens stark zu rechnen war und
          Deutschland wegen der inneren Wirren seine Ansprüche auf Oberschlesien bei der
          Friedenskonferenz kaum zu verfechten vermocht hätte, zugleich auch dem
          Autonomie gedanken bisher nicht abgeneigt schien, glaubte das Komitee, die
          Aktion ungehindert aufnehmen und Deutschland durch Wahrung seiner Interessen
          mit einem selbständigen Oberschlesien noch einen Dienst erweisen zu können. Die
          bolschewistischen Unruhen in Deutschland, der schmähliche Rückzug aus Posen
          ließen auch für Oberschlesien, wo die Verbitterung und Verhetzung des Volkes
          durch auswärtige Elemente fast bis zur Siedehitze getiegen war, das Schlimmste
          befürchten und trieben zur Beschleunigung an. Bereits am 8. Dezember war die
          Broschüre: „Oberschlesien – ein selbständiger Freistaat?!“ in Flugblattform
          fertig.

          Die erste Stellungnahme der oberschl. Polit. Parteien zur Autonomie.

          Mittlerweile hatte der Autonomiegedanke Oberschlesiens auch ohne die Presse
          großen Anhang und viel Begeisterung gefunden. Um sich über die Bewegung
          Aufklärung zu verschaffen und eventuell die Leitung zu übernehmen, da man über
          das Komitee in der breiten Oeffentlichkeit noch nicht unterrichtet war, berief
          ein namhafter oberschlesischer Führer am 9. Dezember 1918 eine Versammlung ein,
          in der Vertreter aller Richtungen Oberschlesiens und darüber hinaus sich
          einfanden um neben anderen Fragen insbesondere zu der oberschlesischen Frage
          Stellung zu nehmen. Die Aussprache gestaltete sich sehr lebhaft. Man suchte
          zunächst im Interesse Breslaus die Autonomie ganz Schlesiens in den Vordegrund
          zu rücken. Doch fand dieser Gedanke bei den meisten oberschlesischen Vertretern
          sehr wenig Anklang. Schließlich einigte man sich auf die Autonomie
          Oberschlesiens und gedachte, die Förderung dieses Gedankens einer Kommission zu
          übertragen. Manche gingen bereits soweit, die Ausrufung der selbständigen
          Republik Oberschlesien zu befürworten, was jedoch abgelehnt wurde. Das
          neugebildete Komitee sollte für die Selbständigkeitsbewegung alle Kreise und
          Parteien Oberschlesiens interessieren, um so eine einheitliche Bearbeitung des
          Volkes zu erzielen und dem Vorwurf der Einseitigkeit und Förderung
          parteipolitischer Sonderinteressen zu entgehen. Völlig überraschend wirkte auf
          die Versammlung die Erklärung der Vertreter des oberschlesischen Komitees, daß
          alle diese Vorarbeiten bereits längst getroffen seien und sogar durch eine
          Broschüre, die alsbald verteilt wurde, der Weg zum Volke gebahnt sei. Darauf
          wurde die neue Kommission beauftragt mit dem Komitee in Verbindung zu treten,
          um ein einheitliches Zusammenwirken zu erzielen. Am nächsten Tage kam es nach
          einer lebhaften Auseinandersetzung zu einer Einigung, wonach die bisherige
          Zentrale zu belassen und das Komitee nur durch Aufnahme weiterer Mitglieder zu
          ergänzen sei.

          Die Stellungnahme der Regierung

          Eine zweite Prager Reise.

          Der Selbständigkeitsgedanke, durch Tausende von Exemplaren der deutschen
          Broschüre und des deutsch-polnischen Flugblattes unter das Volk gebracht, fand
          überall, abgesehen von den wenigen hakatistischen und großpolnischen Anhängern,
          das lebhafteste Interesse, und man forderte von allen Seiten seine baldige
          Verwirklichung. Um die Preusische Regierung darüber aufzuklären und die
          Einwilligung zu weiteren Maßnahmen zu erhalten, übernahm ein Mitglied des
          engeren Ausschusses, das die sozialdemokratische Richtung für die Bewegung zu
          interessieren und zu gewinnen hätte, während des ersten Kongresses der Arbeiter-
          und Soldatenräte in Berlin die Vermittlungsrolle. Die Unabhängigen
          Regierungsvertreter waren wie früher so auch jetzt den
          Selbständigkeitsbestrebungen nicht abgeneigt, die Gemäßigten nahmen eine
          unentschiedene abwartende Stellung ein. Jedenfalls konnte man erwarten, daß
          namhafter Widerstand von dieser Seite aus nicht zu befürchten wäre. Unter
          diesen Verhältnissen entschloß man sich, noch einmal in Prag Erkundigungen
          einzuziehen, um die Stellung der alliierten Mächte zu erfahren. Der Augenblick
          schien günstig, da der Präsident Masaryk, aus Paris heimgekehrt, zum ersten
          Male in Prag weilte. Eine zweimalige Aussprache mit dem führenden
          Persönlichkeiten führte zu denselben Resultaten wie früher. Die alliierten
          Mächte hätten sich zu der Autonomie Oberschlesiens noch nicht geäußert, doch
          wäre bei einer Großmacht auf größeren Widerstand zu rechnen. Man sollte
          versuchen, in Oberschlesien möglichst viel Unterschriften für die
          Selständigkeit zu sammeln, um dadurch die alliierten Mächte auf dem
          Friedenskongreß beeinflussen zu können. Zur Vermittelung wären sie gerne bereit
          und würden auch Vertreter für die Friedenskommission empfehlen.

          Die neue Regierung. Der Breslauer Volksrat.

          In Deutschland war in dieser Zeit ein großer Umschwung innerhalb der Regierung
          eingetreten. Die Unabhängigen, die der Autonomie Oberschlesiens am
          wohlwollendsten gegenüberstanden, traten aus der Regierung aus. Die Gemäßigten
          waren nun ihrerseits bestrebt, den Reichseinheitsgedanken mit allen Mitteln zu
          verfechten, um ihre parteipolitischen Ziele zu erreichen. In Oberschlesien
          fanden die Loslösungsbestrebungen in allen Schichten der Bevölkerung großen
          Anhang. Ganz polnische Gemeinden haben sich nach einer einzigen
          Aufklärungsversammlung fast vollzählig zum Autonomiegedanken bekannt und sich
          in die Listen für die Autonomie Oberschlesiens eingetragen lassen. Der Volksrat
          in Breslau, der über die Vorgänge in Oberschlesien genau unterrichtet war,
          gedachte, um Oberschlesien wenigstens als Bundesstaat für Deutschland zu
          retten, den Selbständigkeitsbestrebungen entgegenzukommen und nahm sogar einen
          eigenen Landtag für Oberschlesien in Aussicht. Seine Vorschläge für Autonomie
          Oberschlesiens, die dann durch den Provinzialvolksausschuß vom 30. Dezember
          1918 der Regierung unterbreitet worden, lauteten:

          I. Vorschlagsrecht und Einspruchsrecht bei der Besetzung der Stellen der
          Mitglieder der Regierung und der politischen und kulturel-politischen Beamten,
          z.B. der Landräte, Polizeischefs und Polizeibeamten, Amtsvorsteher,
          Kreisschulinspektoren, der Siedlungsbehörden, Justizverwaltungsbeamten.

          Eigener Selbstwerwaltungskörper Oberschlesiens, insbesondere für
          Wohlfahrtspflege. Oberschlesischer Landtag.

          II. Deutsche und polnische Amtssprache, und in den Gebieten mit mährischer
          Bevölkerung auch mährische Amtssprache.

          III. Das Verhältnis von Kirche und Staat in religiöser, politischer und
          wirtschaftlicher Beziehung kann nur mit Zustimmung der geordneten Vertretung
          von Oberschlesiern geändert werden.

          IV. Alle Verhältnisse des Religionsunterrichts in öffentlichen und privaten
          Schilen dürfen nur mit Zustimmung der geordneten Vertretung Oberschlesiens
          geändert werden.

          V. Eine eigene Delegatur des fürstbischöflichen Stuhles für Oberschlesien
          mit dem Sitz im Industriebezirk wird in Aussicht genommen.

          VI. Ein besonderer Kommissar für Oberschlesien wird beim Oberpräsidium und
          der Volksvertretung für Schlesien zur Aufrechterhaltung der Verbindung zwischen
          beiden und Oberschlesien bestellt werden.“
          • szwager_z_laband Re: Reginek 09.12.05, 12:00
            DIE OBERSCHLESISCHE FRAGE (V)

            Die Durchführung der Resolution vom 30. Dezember
            Die Erklärung der preußischen Regierung

            Wie ernst es die preußische Regierung trotz der höchstzugespitzten Verhältnisse
            mit ihren Versprechungen nahm, sei an ihrer eigenen Erklärung vom Anfang Juni
            1919 nachgewiesen. Unter Berufung auf die Resolution vom 30. Dezember 1918 habe
            sie für Oberschlesien folgende Maßnahmen durchgeführt:

            „1. Im Interesse der katholischen Oberschlesier ist zum Regierungspräsidenten
            in Oppeln ein Vertrauensmann der Zentrumspartei, Geheimrat Bitta ernannt
            worden, der die deutsche, polnische und tschechische Sprache beherrscht.

            2. Als Leiter bei der Schulabteilung bei der Regierung zu Oppeln ist der kath.
            Regierungsrat Pietsch berufen.

            3. In der Regierung in Oppeln ist der Regierungs- und Schulrat Dr. Bürger
            berufen worden, der 1908 eine Broschüre über die deutsche und die polnische
            Sprache herausgegeben hat, die seiner Zeit die Regierung verbot.

            4. Weiter ist in die Schulabteilung der Regierung in Oppeln der Geistliche
            Seminardirektor Werner aus Rosenberg berufen worden, der gleichfalls polnisch
            spricht. Es bestand zunächst die Absicht, für dieses Amt den Oberlehrer an der
            Ober-Realschule in Beuthen , Professor Durynek, zu ernennen, der wohl für die
            Stelle geeigneter gewesen wäre, umsomehr, als er von Jugend auf polnisch
            spricht.

            5. Ins Leben gerufen ist eine Kommission für die deutsch-polnische Bevölkerung,
            die sich aus dem Bürgermeister Friedrich in Beuthen und dem Justizrat
            Mierzejewski aus Myslowitz zusammensetzt.

            6. Bei der Oppelner Regierung sind zwei deutsch-polnisch sprechende Regierungs-
            Assessoren bestellt: Dr. Wronka und Maddey. Die Uebersiedelung des dritten
            Assessors steht bevor.

            7. Die neu berufenen Dezernenten der Schulabteilung haben am 1 März 1919 eine
            Verfügung über die Einführung des polnischen Religionsunterrichtes und eines
            neuen Planes über den Unterricht in der polnischen Sprache erlassen. Zu diesem
            Zwecke sind am 1 April 1919 189 polnisch sprechende Lehrer in solche
            Dorfgemeinden versetzt worden, die bisher polnisch sprechende Lehrer nicht
            hatten.

            8. Beabsichtigt ist gleichfalls eine Kundmachung der Verfügungen der Regierung
            in deutscher und polnischer Sprache. Dahin gehende Berichte des
            Regierungspräsidenten befinden sich bereits im Ministerium zur Entscheidung.“

            Die Gegenmaßnahmen
            Unwillkürlich sprachen nicht allein die polnischen, sondern auch ein großer
            Teil der deutschen oberschlesischen Zeitungen ihre Verwunderung über eine
            solche Durchführung des Regierungsprogrammes vom 30 Dezember aus. Man sah
            deutlich, wie auch die neue sozialistische Regierung mit Lug arbeitete und nur
            ihre parteipolitischen Interessen betrieb. Denn selbst die kleinen
            Konzessionen, die sie dem unterdrückten oberschlesischen Volke zu machen
            glaubte, verstand sie durch Gegenmaßnahmen illusorisch zu machen. An die Seite
            des kommissarischen Regierungspräsidenten berief sie alsbald den ostpreußischen
            evangelischen Sozialdemokraten Hörsing, der als oberschlesischer
            Staatskommissar die Regierungsgeschäfte des Präsidenten zu kontrollieren hatte.
            Hörsings Stellvertreter, der bei der häufigen Abwesenheit des Kommissars die
            Geschäfte zu führen hat, wurde ein junger jüdischer Referendar. Die traurige
            Berühmtheit, welche in der Folgezeit der rücksichtlose oberschlesische Diktator
            Hörsing mit seinem Stabe von Geheimpolizisten und seinem Grenzschutz erlangt
            hat, ist ebenso hinlänglich bekannt wie sein Beitrag zur Entfremdung selbst des
            größten Teils der deutschen oberschlesischen Bevölkerung gegenüber Deutschland.

            Der polnische Unterricht kommt aus Mangel an geschulten Lehrkräften oder
            ernstem Willen wenig zu Geltung. Weiterhin wurden drei oder vier katholische
            Regierungskräfte, meist aus dem Westen, und einige katholische Landräte
            berufen. Die Oberschlesier sind aber noch hierfür nicht preußisch genug. Der
            berüchtigte Geheimerlaß des Gesamtministeriums von 1886, der so recht die
            ricksichtslose Ungerechtigkeit und Seelenlosigkeit der preußischen
            Personalpolitik in Oberschlesien beleuchtet, wonach kein preußischer
            Staatsbürger polnischer Muttersprache irgend ein Staatsamt in der Ostmark
            bekleiden durfte, wird nur auf dem Papier aufgehoben. Doch selbst dazu bedarf
            es für die „freiheitliche“ sozialdemokratische Regierung erst der Enthüllung
            durch die Broschüre v. Gerlachs: „Der Zusammenbruch der deutschen
            Polenpolitik“. Für den Gerechtigkeitssinn der bisher außerordentlich
            bevorzugten evangelischen Staatsbürger ist aber so recht bezeichnend, das
            bereits die Aufhebung des Geheimerlasses und die Berufung der wenigen
            katholischen Beamten eine Anzahl oberschlesischer Superintendenten veranlasste,
            im Namen der evangelischen Diözesen Oberschlesiens nachdrücklichst Protest
            gegen diese „Verletzung der Parität“ und „Gefährdung evangelisch-deutscher
            Interessen“ zu erheben. (Wie einige oberschlesische Blätter entrüstet
            berichteten.)

            Die evangelisch- deutschen Interessen
            Wie sieht es in Wirklichkeit mit den evangelisch-deutschen Interessen in
            Oberschlesien aus? Der berüchtigte Geheimerlaß hat dazu geführt, dass fast
            jeder irgendwie wichtige Beamtenposten vom Landrat bis zum Nachtwächter
            möglichst mit evangelischen, nicht oberschlesischen Beamten besetzt wurde.
            Während auf rund 2 200 000 Einwohner in Oberschlesien kaum 200 000 Evangelische
            und 19 000 Juden kommen, also nur etwa zehn Prozent Nichtkatholiken, sind in
            dem Heere oberschlesischer Staats-, Kommunal- und Privatbeamten kaum zehn
            Prozent Katholiken vertreten, die nicht einmal aus Oberschlesien stammen. Etwa
            dreiunddreißig Prozent der kommunalen Ehrenämter und fünfzig Prozent der
            Handelsrichterstellen sind von Juden besetzt. Durch die Gewährung der
            berüchtigten Ostmarkenzulage an die Beamten und die doppelte Anrechnung der in
            Oberschlesien zugebrachten Amtsjahre wurde den eingeborenen katholischen
            Oberschlesiern noch eine weitere Schmach zugefügt. (Vgl. „Oberschlesische
            Zeitung“ Nr. 176 vom 9. VII. 19.) An die spitze der oberschlesischen Kommission
            zur Friedenskonferenz wurde ausgerechnet der typische Vertreter des preußischen
            Hakatismus, der frühere Oppelner Regierungspräsident v. Schwerin der mit Küster
            und Mädler das Unheil über Oberschlesien heraufbeschworen hat, entsandt. Als
            Sachverständige wurden ihm sieben Protestanten, sechs Juden und nur fünf
            Katholiken, darunter sehr wenige Oberschlesier, beigegeben. Da man die
            katholische Geistlichkeit, die in Oberschlesien noch einen maßgebenden Einfluß
            ausübt, unmöglich übersehen konnte, wählte man als ihren Vertreter einen
            Pfarrer, der schon längst jegliche Fühlungnahme mit dem oberschlesischen Volke
            verloren hat und als Vertreter von der oberschlesischen Geistlichkeit
            nachdrücklichst abgelehnt worden ist. Doch selbst zu dieser Wahl hat sich die
            oberschlesische Regierung erst nach großen Bedenken entschieden.

            Die Diktatur Hörsings
            Die Diktatur Hörsings hat dann vollends dazu beigetragen, dem oberschlesischen
            Volke den Rest des Vertrauens zur preußischen Regierung zu rauben. Die von den
            offiziellen oberschlesischen Vertretern „diesen tiefgründigen Kennern des
            oberschlesischen Volkes“, so heiß ersehnte Gewaltpolitik feiert ihre Triumphe.
            Der verschärfte Belagerungszustand wird über Oberschlesien verhängt.
            Straßenverbote werden erlassen. Um 9 Uhr darf niemand mehr die Straße betreten.
            Um ½ 9 Uhr müssen alle Lokale geschlossen sein. Ein besonderes Zensurgesetz
            wird aufgestellt. Der sogenannte Grenzschutz überschwemmt Oberschlesien. Die
            Dragonaden beginnen. Um diese unerhörten Maßnahmen zu rechtfertigen, werden
            unsinnige Gerüchte über die Zustände in Oberschlesien in die Welt gesetzt.
            Ausschreitungen einzelner Vertreter werden der polnischen Bevölkerung zur Last
            • szwager_z_laband Re: Reginek 09.12.05, 12:01
              Die Diktatur Hörsings
              Die Diktatur Hörsings hat dann vollends dazu beigetragen, dem oberschlesischen
              Volke den Rest des Vertrauens zur preußischen Regierung zu rauben. Die von den
              offiziellen oberschlesischen Vertretern „diesen tiefgründigen Kennern des
              oberschlesischen Volkes“, so heiß ersehnte Gewaltpolitik feiert ihre Triumphe.
              Der verschärfte Belagerungszustand wird über Oberschlesien verhängt.
              Straßenverbote werden erlassen. Um 9 Uhr darf niemand mehr die Straße betreten.
              Um ½ 9 Uhr müssen alle Lokale geschlossen sein. Ein besonderes Zensurgesetz
              wird aufgestellt. Der sogenannte Grenzschutz überschwemmt Oberschlesien. Die
              Dragonaden beginnen. Um diese unerhörten Maßnahmen zu rechtfertigen, werden
              unsinnige Gerüchte über die Zustände in Oberschlesien in die Welt gesetzt.
              Ausschreitungen einzelner Vertreter werden der polnischen Bevölkerung zur Last
              gelegt und als Polenputsche und politische Unruhen hingestellt. Die
              Spionagepsychose von 1914 wird von der Hochverräterpsychose von 1919 abgelöst.
              Zahlreiche Verhaftungen der sogenannten großpolnischen Führer werden
              vorgenommen, um sie aus Mangel an Beweisen nach qualvoller langer Haft wieder
              freizugeben. Dagegen lässt man verbrecherische Subjekte, die das menschliche
              Leben und die öffentliche Sicherheit aufs schlimmste gefährdet haben und als
              Anstifter der von Zeit zu Zeit gleichsam auf höheren Wink inszenierten Putsche
              sich betätigen, nach kurzer Haft wieder frei und duldet sie sogar in den
              Arbeiterräten. Haussuchungen werden unter irgend einem Vorwande angeordnet.
              Niemand fühlt sich noch Herr im eigenen Hause. Zahlreiche polnische Blätter
              werden eingestellt, das polnische Unterkommissariat wird gewaltsam aufgelöst,
              weil es für die Rechte der unterdrückten Bevölkerung fruchtlos eintritt. Selbst
              deutschorientierte Oberschlesier werden Verdächtigungen und Verfolgungen
              ausgesetzt. Die oberschlesische Zentrumspartei, welche die gerechten Interessen
              der Oberschlesier zu verfechten sucht und Oberschlesien auf gütlichen Wege für
              Deutschland retten möchte, wird ähnlich wie in der Kulturkampfzeit den
              schwärzesten Verdächtigungen ausgesetzt. Der oberschlesische Tyrann, der über
              eine größere Macht verfügt als selbst der absolutistische Herrscher, umgibt
              sich außer dem Grenzschutz mit einem Heere von geheimen Kriminalpolizisten, die
              ganz Oberschlesien mit ihrem Spitzelwesen überziehen und selbst vor dem
              intimsten Familienleben nicht Halt machen. Jedes nicht günstige Wort über
              Hörsing und deine Maßnahmen kann schon verhängnisvoll werden. Eine ungeheure
              Nervosität bemächtigt sich der durch den langen Krieg ausgehungerten und
              entnervten oberschlesischen Bevölkerung, die trotz Lebensmittelangebote von
              Posen, weiter darben muß. Hunderte von Einwohnern flüchten nach Polen, um ihre
              Freiheit und ihr Leben in Sicherheit zu bringen. In Oberschlesien selbst
              knirscht das Volk in ohnmächtiger Wut unter dem Hörsingschen Joch. Hin und
              wieder flammt der Haß, von auswärtigen, meist Berliner Hetzern geschürt, in
              kleinen wilden Streiks auf. Noch hält die geknechtete Arbeitermasse die
              Hoffnung auf die baldige Erlösung durch das feindliche Besatzungsheer aufrecht.
              Als auch hier ein Monat nach dem anderen hoffnungslos verstreicht, bricht
              endlich die Geduld des armen Volkes. Spontan wider den Willen ihrer Führer
              erheben sich in zahlreichen Orten des oberschlesischen Industriebezirks die
              gequälten und verhetzten von preußischen Spitzeln unter der Maske polnischer
              Freunde betörten Massen, überfallen den verhaßten Grenzschutz und bemächtigen
              sich der öffentlichen Gebäude. Die polnische Regierung hat Beweise, daß hier
              von preußischer Seite absichtlich auf einen Aufruhr hingearbeitet wurde, um
              dann um so rücksichtloser gegen das polnische Volk vorgehen zu können. Der
              unselige längst gefürchtete Bürgerkrieg mit all seinen Schrecken und
              Grausamkeiten verschlingt Hunderte von Opfern. Kostbares, oberschlesisches
              Blut, das bereits im Weltkrieg am reichlichsten vergossen wurde, fließt auf den
              Straßen und Feldern Oberschlesiens. Weitere Opfer fordert das blutige
              Standrecht Hörsings, der nun unumschränkter Gewalthaber ist. „Die vollziehende
              Gewalt geht auf den Militärbefehlshaber über. Wer mit der Waffe in der Hand
              betroffen wird, wird sofort ohne Gerichtsverhandlung erschossen. Unter Waffen
              in der Hand ist jedes unbefugte Waffentragen zu verstehen…. Alle öffentlichen
              Lokale sind um 8 ½ Uhr zu schließen. In der Zeit von 9 Uhr abends bis 4 Uhr
              morgens darf niemand ohne polizeilichen Ausweis die Straße betreten… Allen
              gegen Lohn oder Gehalt beschäftigten Personen wird der Streik verboten. Es ist
              daher insbesondere verboten, Aufforderung zur Arbeitseinstellung auf Grund von
              Beschlüssen und von der Arbeit durch Zwang ferngehaltene Personen haben sich
              sofort zur Arbeitsstelle zu begeben.“ Hörsing, der früher selbst die frühere
              Regierung bekämpft und gegen ihre Gewalttätigkeit geeifert hat, vergisst jetzt
              selbst, daß man nicht mit Handgranaten und Maschinengewehren die Liebe des
              Volkes gewinnt, sondern nur noch mehr die Verbitterung schürt und zu neuen
              Unruhen Anlaß gibt. Er erntet nun das, was er mit seinen Genossen jahrelang
              gesät hat, da die Sozialdemokratie bestrebt war, mit allen Mitteln der
              Verhetzung der „rückständigen durch die Pfaffenherrschaft verdummten“
              oberschlesischen Bevölkerung ihre materialistisch-sozialistischen Ideen
              einzupfropfen. In Oberschlesien ist buchstäblich in Erfüllung gegangen, was
              Sombart von dem heutigen Proletariat schreibt: Es ist gar nicht zu sagen, welch
              ungeheuren, inneren Zusammenbruch es bedeutet muß, wenn aus diesem stumpfen,
              einförmigen gualvollen Leben… der kindliche Glaube genommen wird, daß es gerade
              den Armseligen und Beladenen im ewigen Leben doppelt gut ergehen wird. Es ist
              wie wenn das letzte Abendrot von den Kuppen der Berge verschwindet und die Welt
              nun im stumpfen Dunkel der Nacht daliegt.“ Dumpfe Verzweiflung lagerte über
              Oberschlesien, im Blut suchte man alle freiheitlichen Regungen zu ersticken;
              doch der Geist des endlich erwachten oberschlesischen Volkes läsßt sich nicht
              zertreten. Nach der dunklen Nacht der Bitternisse und Leiden wird auch für das
              arme oberschlesische Volk der lichte Tag der Freiheit und des Glückes kommen.
          • szwager_z_laband Re: Reginek 09.12.05, 12:03
            Die oberschlesische Frage

            (Teil IV)

            Sitzung des Provinzial-Volksausschusses vom 30. XII. 1918

            Diese Zugeständnisse erfüllten die hakatistischen Kreise, die jetzt eine
            Abrechnung befürchten mussten mit noch größerem Schreck. Immer dringendere und
            intensivere Hilferufe der oberschlesischen Hakatisten und Regierungs-
            Sozialdemokraten kamen nach Berlin. Da entschloß sich die neue preußische
            Regierung endlich, öffentlich dazu Stellung zu nehmen. Für den 30 Dezember 1918
            wurde eine vertrauliche Versammlung aller Regierungsvertreter und der Regierung
            genehmer oberschlesischer Vertreter im Rathaus zu Breslau anberaumt. Ueber
            diesen Provinzialvolksausschuß, der für die preußische Geschichte
            Oberschlesiens eine so verhängnisvolle Bedeutung haben sollte und darum ganz
            besondere Beachtung verdient, teilt die Pressestelle des Volksrates zu Breslau,
            Zentralrat für die Provinz Schlesien, Folgendes mit: „Die in den letzten Wochen
            hervorgetretenen separatistischen Bestrebungen in Schlesien und besonders in
            Oberschlesien hatten Veranlassung gegeben, für Montag, den 30. Dezember 1918
            den Provinzialausschuß für Schlesien im Breslauer Rathaus zusammenzurufen. Der
            Sitzung präsidierte der preußische Minister des Innern Hirsch. Ihr wohnten
            ferner der Volksbeauftragte Landsberg, Vertreter aller Regierungsbehörden mit
            Oberpräsident Dr. von Guenther an der Spitze, ferner Vertreter aller
            politischen Parteien, des Zentralsoldatenrates und der militärischen Behörden
            sowie der oberschlesischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerkreise bei. Die
            Verhandlung berührte in der Hauptsache die tschechische und die oberschlesische
            Frage .... In der oberschlesischen Frage wurde nach eingehenden vielstündigen
            Verhandlungen, in denen alle Gründe besprochen wurden, die für eine Lostrennung
            Schlesiens und Oberschlesiens vom Reiche überhaupt in Betracht kommen, die
            nachstehende

            E n t s c h l i e ß u n g

            Nahezu einstimmig gefasst:

            1. Alsbaldige Besetzung leitender Stellen und politischer Beamtenstellen
            mit Männern, die Verständnis für die Besonderheiten der Verhältnisse
            Oberschlesiens haben und Vertrauen bei der Bevölkerung genießen, unter weitest
            gehender Heranziehung katholischer, polnisch sprechender Männer wird zugesagt.

            2. Das Verhältnis von Kirche und Staat in religiöser, politischer und
            wirtschaftlicher Beziehung kann nur unter Wahrung aller berechtigten Wünsche
            Oberschlesiens auf gesetzlichen Wege und nach Einvernehmen mit den kirchkichen
            Behörden geändert werden.

            Die Erteilung des Religionsunterrichtes in den öffentlichen und privaten
            Schulen darf gleichfalls nur unter Wahrung aller berechtigten Wünsche
            Oberschlesiens auf gesetzlichem Wege geregelt werden.

            Dabei wird die Regierung mit aller Macht eintreten für die Freiheit der
            Religionsübung, für den Religionsunterricht in der Muttersprache in der Schule
            und für die Unversehrtheit des kirchlichen Vermögens.

            3. Eine eigene Delegatur des fürstbischöflichen Stuhles für Oberschlesien
            mit dem Sitz im Industriebezirk wird bei kirchlicher Stelle erbeten werden.

            4. Vor dem Erlaß von Anordnungen, die wichtige oberschlesische Interessen
            berührten , hat die Zentralregierung mit den zuständigen schlesischen Behörden
            Fühlung zu nehmen.

            5. Ein besonderer Kommissar für Oberschlesien wird beim Oberpräsidium und
            dem Zentralrat für Schlesien zur ständigen Vertretung der Wünsche
            Oberschlesiens bestellt werden.

            Die Zusammensetzung des Provinzialvolksausschusses ließ jedoch für den Geist
            und die Durchführung der gefassten Beschlüsse Schlimmes befürchten. Als
            offizielle oberschlesische Volksvertreter und Sachverständige hatte man drei
            Hakatisten reinsten Wassers, einen jüdischen Sanitätsrat, einen evangelischen
            Oberbürgermeister und einen freisinnigen Stadtschulrat eingeladen, die sich
            noch bis in die jüngste Zeit durch „eifrige Förderung der deutschen Kultur“ in
            Oberschlesien ausgezeichnet hatten, im Denken und Fühlen der oberschlesischen
            Volkspsyche dagegen vollkommen fremd geblieben waren.

            Daneben waren noch einige evangelische Herren aus Kreutzburger Gegend anwesend.
            Katholische deutsch und polnisch sprechende Oberschlesier fehlten im
            offiziellen Vertreterkreise ganz. Als Gäste waren nur einige oberschlesische
            Juristen erschienen. Vom Komitee der Oberschlesier bekamen durch Vermittelung
            eines der Gäste drei Vertreter die Erlaubnis zur Teilnahme, jedoch erst nach
            sorgfältiger Prüfung ihrer Polenimmunität, obwohl zwei von ihnen der polnischen
            Sprache überhaupt nicht mächtig waren. Gewiß aber war ihre katholische
            Ueberzeugung Grund genug, um sie nicht mehr als vertrauenswürdig einzuschätzen.
            Der Verlauf der Sitzung bewies, dass die neue Regierung und ihre
            oberschlesischen Vertreter und Sachverständige selbst aus den letzten Vorgängen
            in Oberschlesien nichts gelernt hatten und in ihrem kurzsichtigen Optimismus
            sich nicht belehren lassen wollten. Oberschlesien galt ihnen auch weiter als
            das arme Aschenbrödel, das sich mit ein paar Versprechungen abweisen ließe.
            Alle Warnungen vor den drohenden Gefahren und alle Bitten der Vertreter des
            oberschlesischen Komitees, Oberschlesien entgegenzukommen und durch die
            Verleihung der Autonomie auf die aufgeregten Gemüter versöhnend einzuwirken,
            prallten wirkungslos ab, zumal die offiziellen „Kenner“ Oberschlesiens die Lage
            im rosigsten Lichte schilderten und die oberschlesische Bevölkerung für
            durchaus deutschfreundlich und der preußischen Regierung zugetan erklärten.
            Selbst eine etwaige Volksabstimmung sei nicht zu befürchten. Nur müsse die
            preußische Regierung bestrebt sein, durch den erforderlichen Schutz ihre
            Autorität zu wahren. Der Oberschlesier sei für die revolutionäre Freiheit noch
            nicht reif und müsse durch die frühere Gewaltpolitik erst wieder zur Ordnung
            und Arbeitsamkeit sowie zur Vaterlandsliebe gebracht werden. Darum müsse, wie
            dies auch die Pressestelle berichtet, die Regierung bereit sein, alles, was in
            ihren Kräften stehe, nach dieser Richtung hin zu tun. Die Regierung bezw.
            Landsberg erklärte sich auch bereit, diesen Schutz (gemeint ist die
            Militärmacht bezw. Der spätere Grenzschutz) entweder direkt von Berlinaus zu
            gewähren oder in der Weise zu dirigieren, wie es in den vorliegenden Anträgen
            („der oberschlesischen offiziellen Volksvertreter- und beglückter“) verlangt
            wurde.

            Daß die Versammlung infolge ihrer sonderbaren altpreußischen Zusammensetzung
            und der noch sonderbareren Aufklärung durch die drei offiziellen Vertreter
            sowie nach der schneidigen Attacke des Volksbeauftragten Landsberg, der den
            Oberschlesiern den wohlgemeinten dringenden Rat gab, lieber unterzugehen als
            nur den Versuch zur eigenen Rettung zu machen und nach alten preußischen Muster
            alle Loslösungsbestrebungen mit der Staatsgewalt bedrohte, fast einstimmig den
            Gedanken einer Autonomie Oberschlesiens ablehnte, war von vornherein jedem
            klar. Gewagt ist es aber vom preußischen Staatsminister Heine, im Juli 1919 in
            der Nationalversammlung zu Weimar zu erklären, dass oberschlesische Volk hätte
            die Selbständigkeit als Aristokraten- und Kapitalistenmache abgelehnt. Denn die
            drei offiziellen oberschlesischen Vertreter, die sie ablehnten, waren ohne
            Wissen und Willen des Volkes, das sich für diese, ihm politisch und religiös
            gänzlich fremden Herren energisch bedankt hätte , bestellt worden. Treffend war
            der Ausspruch eines der Herren über die Haltung der neuen Regierung in der
            Polenpolitik: sie habe nur den Schafpelz an Stelle der Uniform angezogen, um
            die polnischen Schafe um leichter betölpeln zu können. Auf ein
            verständnisvolles Entgegenkommen von Seiten der preußischen Regierung war nach
            diesem Aushang der Versammlung nicht mehr zu rechnen. Sie bedeutete den
            Todesstoß für manchen noch deutschfreundlichen Oberschlesier, der auf
            friedliche Weise im
            • szwager_z_laband Re: Reginek 09.12.05, 12:06
              Sie bedeutete den Todesstoß für manchen noch deutschfreundlichen Oberschlesier,
              der auf friedliche Weise im Einvernehmen mit der preußischen Regierung die
              Lösung der oberschlesischen Frage ersehnt hatte. Das Misstrauen der Vor-
              Novemberfrage, ja gänzliche Hoffnungslosigkeit inbezug auf entsprechende
              kulturelle Bewegungsfreiheit der Oberschlesier im Einvernehmen mit der neuen
              Regierung zogen jetzt weite Kreise.
            • ballest Re: Reginek 09.12.05, 12:15
              "Duch Vermittelung eines begeisterten Freundes des Selbständigkeitsgedankens
              fand am 26. November 1918 in Kattowitz eine Zusammenkunft mit zwei Vertretern
              der oberschlesischen Großindustrie statt, die, im Herzen dieser Idee schon
              längst zugetan, sich bereit erklärten, aktiv mitzuwirken. Das Vertrauen,
              welches man in Oberschlesien den beiden Herren entgegenbrachte, und die
              musterhaften sozialen Reformen, die sie zu Gunsten der Arbeiter in ihren
              Betrieben durchzuführen bemüht waren, ließen sie für die oberschlesische
              Volksbewegung geeignet erscheinen"
              a kto to bou te dwa przemysuowcy?
              • szwager_z_laband Re: Reginek 09.12.05, 12:20
                tukej przewaznie som ino domysuy - ze zrozumiauch wzglyndow zresztom te co to
                finansowali kryli sie za inkszymi i chcieli byc przinajmiyj narazie anonimowe
      • sloneczko1 Re: Reginek 09.12.05, 21:45
        szwager_z_laband napisał:

        > Die oberschlesische Frage
        > Ein Beitrag zu ihrer Geschichte und Lösung
        > von Th. Reginek
        > Alles für und durch mein Volk!
        > Erster
        Teil.............................................................Laband........mosz
        szcyńscie,że mom dobre serce i niy korza Ci tego tłumaczyć,ale som tu tysz inksi
        co niy umiom asz tak po niymiecku a mogli by sie coś ciekawego dowiedzieć :)
        .............
        • szwager_z_laband Re: Reginek 10.12.05, 06:18
          ciesza sie ze mie rozumisz :)
    • szwager_z_laband Re: Reginek 09.12.05, 12:11
      Der Bund der Oberschlesier
      Seine spätere innere Wandlung

      Um die Interessen Oberschlesiens zu wahren, den Selbständigkeitsgedanken im
      Volke zu pflegen und die Selbständigkeitsbewegung einheitlich zu leiten wurde
      vom oberschlesischen Komitee im Februar 1919 der Bund der Oberschlesier mit
      folgendem Programm begründet:

      1. Sofortige Aufhebung der gesamten gegen die polnischen Oberschlesier
      gerichteten preußischen Ausnahmegesetze.

      2. Unverzügliche Einführung der Gleichberechtigung der polnischen mit der
      deutschen Sprache vor Gerichten, Behörden, in Kirchen und Schulen jeder Art.

      3. Unverzügliche Besetzung der Staatsämter mit Oberschlesiern, die beider
      Sprachen mächtig sind und aus den in Oberschlesien vorhandenen
      Religionsbekenntnissen entnommen werden in dem Verhältnisse, als diese in
      Oberschlesien vertreten sind.

      4. Freiheit der Religionsübung. Keine Trennung von Kirche und Staat. Keine
      Einziehung der Kirchen- und Klostergüter. Errichtung einer besonderen Delegatur
      (Weihbischof), deren Inhaber ein oberschlesischer doppelsprachiger katholischer
      Geistlicher sein soll.

      5. Weitester Ausbau der sozialen Gesetzgebung (Arbeiterfürsorge). Hebung
      der Volksbildung.

      6. Unteilbarkeit Oberschlesiens. Im Falle der Abtrennung Oberschlesiens vom
      Deutschen Reiche durch die Friedenskonferenz: die Gründung eines neutralen
      selbständigen oberschlesischen Freistaats mit einer aus allgemeinen, gleichen,
      direkten, unmittelbaren, geheimen Wahlen nach dem Verhältniswahlsystem
      hervorgegangenen Volksvertretung und einer Verfassung, die insbesondere auch
      den Forderungen 1 bis 5 und den Schutz der nationalen Minderheiten Rechnung
      tragen muß.

      Wie tief die Selbständigkeitsidee im Volke bereits Wurzel gefasst hat, geht aus
      den Zehntausenden von Mitgliedern hervor, die schon im ersten Monat dem Bund
      der Oberschlesier sich anschlossen. Es waren beide Nationen und alle Schichten
      der Bevölkerung vertreten. Der „freiheitlichen“ sozialdemokratischen
      preußischen Regierung war natürlich der Bund ein Dorn im Auge und, wie ihre
      Vertreter in einer Versammlung in Kattowitz erklärten, gefährlicher als die
      polnischen Hochverräter selbst. Man sah in ihm nur eine geschickte Maskierung
      einer gefährlicher polnischen Agitation. Von polnischer Seite verdächtigte man
      ihn gleichfalls, im Dienste des deutschen Kapitalismus und früheren
      reaktionären hakatistischen Regierung zu stehen. Unter diesen Verhältnissen
      hatte der Bund schon bei seiner Gründung recht viele Schwierigkeiten zu
      überwinden und war manchen Schikanen ausgesetzt. Doch trotz Anfeindungen und
      Verdächtigungen hat er die ersten Monate hindurch eine der polnischen
      Bevölkerung wohlwollende Haltung gewahrt und ist warm für die Interessen der
      polnischen Oberschlesier eingetreten. Später jedoch trat zum Teil unter dem
      Zwange der Verhältnisse eine Aenderung ein, die seine bisherige Neutralität und
      Aufgabe, auf die zweisprachige oberschlesische Bevölkerung versöhnend
      einzuwirken, gefährden konnte. Da zudem seit März 1919 in großindustriellen
      Kreisen Bestrebungen einsetzten, eine deutsch-amerikanische Vertrustung der
      oberschlesischen Industrie herbeizuführen und mit Hilfe des internationalen
      Kapitalismus ihre deutschen Interessen zu wahren, sah der Verfasser darin eine
      Gefährdung der oberschlesischen Arbeiterbevölkerung und zog sich vom Bunde der
      Oberschlesier, dessen Gründung er nahe stand, ganz zurück. Als die freie
      Vereinigung, die zum Schutze der deutschen Interessen in Oberschlesien
      gegründet infolge ihrer maßlosen hakatistischen Hetze in Oberschlesien viel
      Unheil angerichtet hatte, dann sang- und klanglos im August 1919 aus
      Oberschlesien verschwand, übernahm der Bund Der Oberschlesier die meisten ihrer
      Mitglieder und erhielt dadurch noch mehr ein nur deutsches Gepräge.

      Die Autonomie Oberschlesiens und die auswärtigen Diplomaten

      Im April traf der Verfasser gelegentlich einer Privatreise nach der Schweiz mit
      verschiedenen auswärtigen Diplomaten zusammen, die der oberschlesischen Frage
      ein lebhaftes Interesse entgegenbrachten. Da sie mit der Friedenskonferenz in
      naher Verbindung standen und Gelegenheit hatten, indirekt ihre Entscheidungen
      zu beeinflussen, sollen hier einige ihrer Aeußerungen verzeichnet werden. Viele
      äußerten die Befürchtung, dieses reiche Ländchen Mitteleuropas, das jetzt so
      heiß umworben sei, könnte einst der Zankapfel für die drei Nachbarreiche
      werden. Da zudem das Teschener Gebiet und die deutschen Sudetenländer
      erhebliche äußere und innere politische Verwickelungen veranlassten, war man
      nicht abgeneigt, eine Vereinigung dieser drei strittigen Gebiete anzuregen. Es
      wäre damit ein autonomer Staat von ca. 40 000 qkm und 4,5 Millionen Einwohnern
      geschaffen worden, in dem ähnlich wie in der Schweiz den drei Nationen, die
      sich hier begegneten, freiheitliche Entwicklung ermöglicht worden wäre. Die
      Polen sollten wirtschaftlich in Oberschlesien, die Tschechen im Teschener
      Gebiet entschädigt werden. Zugleich sollte diese neugeschaffene Staat, um ihm
      eine größere Rückversicherung zu ermöglichen, mit Polen und Tschechen in einem
      Wirtschaftsbund vereinigt werden. Dadurch wären die Differenzen zwischen den
      Polen und Tschechen, die auf einander angewiesen sind, in friedlicher Weise
      gelöst, ihre gegenseitigen Interessen in den strittigen Gebieten gewahrt und
      der betreffenden gemischten Bevölkerung freiheitliche Entwicklung verschafft
      worden. Es sollte die Balkanisierung dieser reichen Gebiete Mitteleuropas für
      die Zukunft verhindert und Deutschland die Gelegenheit geboten werden, den
      schweren Verlust Oberschlesiens, die Schädigung seiner wirtschaftlichen
      Interessen durch soweit wie möglich sich erstreckende Conzessionen eher zu
      verschmerzen und über Oberschlesien hinweg sich mit Polen und Tschechen
      wirtschaftlich zusammenzuschließen.

      Die polnische Friedenskommission und ihr Autonomieentwurf.

      In dieser Zeit traf jedoch von Paris die Nachricht ein, dass das Schicksal
      Oberschlesiens bereits entschieden sei. Anfang April kam der Verfasser mit
      einer Kommission der Friedenskonferenz, die von Paris heimkehrte, zusammen und
      erfuhr da schon die Lösung der oberschlesischen Frage, wie sie, abgesehen von
      kleinen Grenzänderungen, nach einem Monat in Deutschland bekannt gegeben wurde.
      Auf seine Bedenken hin, Oberschlesien mit seiner kulturellen und nationalen
      Eigenart ohne weiteres mit Polen zu verschmelzen, hat man schon damals auf
      polnischer Seite die Absicht kundgetan, den abgetretenen preußischen Provinzen
      eine ziemlich weit gehende Autonomie zu gewähren. Es sollte ein
      Verfassungsentwurf in dieser Hinsicht ausgearbeitet und möglichst bald dem
      Landtag in Warschau und der Pariser Friedenskonferenz unterbreitet werden.
      Leider scheint dieser Entwurf in Warschau viel Schwierigkeiten gefunden zu
      haben, was bei der dort herrschenden Unkenntnis über Oberschlesiens Volk und
      Verhältnisse nicht verwunderlich war. Wenn schon bei der preußischen Regierung
      nach hundertfünfzigjähriger Herrschaft wenig Verständnis für Oberschlesien zu
      finden ist, wie sollte man es in Warschau erwarten, das sich früher wenig um
      Oberschlesien gekümmert hat. Außerdem schien die polnische Regierung die erste
      Zeit auch dem „preußischen Nationalismus“ zu verfallen, der
      im „Staatsinteresse“ alles zu zentralisieren und das Prinzip der Freiheit und
      Gerechtigkeit rücksichtslos zu vergewaltigen sucht. Als endlich nach vier
      Monaten, mehr unter dem Zwange der veränderten Verhältnisse und der Vorgänge in
      Posen der sogenannte Korfantysche Verfassungsentwurf bekannt wurde, der den von
      Preußen abgetretenen Gebieten kaum die rechtliche Stellung einer preußischen
      Provinz einräumte, wurde er selbst in dieser ganz verwässerten Form als viel zu
      weitgehend und darum unannehmbar von der linksgerichteten polnischen Presse
      abgeleh
      • szwager_z_laband Re: Reginek 09.12.05, 12:12
        Als endlich nach vier Monaten, mehr unter dem Zwange der veränderten
        Verhältnisse und der Vorgänge in Posen der sogenannte Korfantysche
        Verfassungsentwurf bekannt wurde, der den von Preußen abgetretenen Gebieten
        kaum die rechtliche Stellung einer preußischen Provinz einräumte, wurde er
        selbst in dieser ganz verwässerten Form als viel zu weitgehend und darum
        unannehmbar von der linksgerichteten polnischen Presse abgelehnt.

        Die oberschlesischen Polen

        Da trat aber im oberschlesischen polnischen Lager selbst eine Wendung ein.
        Während die oberschlesischen Nationalpolen anfangs jede Sonderstellung
        Oberschlesiens innerhalb Polens ablehnten und eine völlige Verschmelzung
        anstrebten, um möglichst bald mit der Vorherrschaft des Deutschtums und der
        deutschfreundlichen Zentrumspartei aufzuräumen, wurden sie durch die deutschen
        Demonstrationen, die schwankende Haltung eines Teiles ihrer Anhänger, durch die
        verschiedenen Bestrebungen der industriellen Kreise, die eine Verschmelzung
        Oberschlesiens mit Polen verhindert wollten, nachdenklich. Zugleich waren die
        Differenzen zwischen Warschau und Posen deutlich genug, um selbst den
        Extremsten die Augen zu öffnen, dass man auf politischem Gebiete auf Liebe und
        Dankbarkeit nicht zu rechnen habe, sondern von vornherein seine Interessen
        festlegen müsse. Viele von den verstiegenen Idealisten, die für den besonnenen
        Oberschlesier nur zu bald den Vorwurf eines „Renegaten“ bereit hatten, wenn er
        nicht voll und ganz in das Lob Polens einstimmte und – die Interessen seiner
        Heimat zu wahren wagte, haben sich allmählich zu der nüchternen Realpolitik
        des „do ut des“ bekehrt. Voll Anerkennung muß hier vermerk werden, dass schon
        Mitte Mai, als durch den Friedensvertrag Oberschlesien ohne Weiteres Polen
        zuerkannt worden war, von einflussreicher maßgebender polnischer Seite trotz
        widerstreitender Meinungen vieler radikaler oberschlesischer Heißporne die
        Berechtigung der Sonderstellung Oberschlesiens zugestanden und eine
        dementsprechende Denkschrift nach Warschau und Posen eingereicht wurde. Mit der
        gewaltsamen Auflösung des oberschlesischen polnischen Unterkommissariats wurde
        diese wichtige Vermittelung unterbrochen.!
    • szwager_z_laband Re: Reginek 09.12.05, 12:14
      Die oberschlesische Frage (VII)

      Der erste Korfantysche Verfassungsentwurf

      Ein weiterer Schritt auf diesem Wege bedeutete dann der sogenannte Korfantysche
      Verfassungsentwurf, der jedoch in Warschau als zu weitgehend, in Oberschlesien
      als ungenügend betrachtet wurde. Es ist von der oberschlesischen Bevölkerung
      mit Freude empfunden worden, dass Korfanty für die Interessen seiner Heimat in
      Warschau so warm eingetreten ist, und allgemein gab man sich der Hoffnung hin,
      dass er nicht auf halbem Wege stehen bleiben, sondern als der geborene
      Vermittler zwischen Polen und Oberschlesien seiner schwer heimgesuchten Heimat
      zu der lang ersehnten, wohl an Polen angelehnten, aber sonst selbständigen
      freiheitlichen kulturellen Entwicklung verhelfen wird. Der Dank eines jeden
      Oberschlesiers aber auch jedes weitblickenden Polen wäre ihm gewiß.

      Die Autonomie und die „Gazeta Ludowa“

      Besondere Beachtung verdient ein Artiekel der „Gazeta Ludowa“ vom 5. August
      1919, eines Blattes, das die extreme polnische Richtung vertreten hat.
      Ausgehend von dem Autonomieprojekt Korfantys und dessen Bekämpfung durch die
      Presse in Polen erhebt der Verfasser gegen diese Opponenten im oberschlesischen
      wie auch polnischen Interesse entschiedenen Widerspruch. Diese Opposition in
      Polen könne unberechenbaren Schaden für Polen haben. Je mehr Freiheit die
      Autonomie Oberschlesiens enthalte, desto größer seien die Aussichten, daß
      Oberschlesien bei der Abstimmung Polen treu bleibe. „Ihr Herren, (sich an die
      Warschauer Adresse wendend) die ihr die bei uns herrschenden Verhältnisse nur
      teilweise kennt, könnt anscheinend die Gefahren nicht übersehen, die dem
      polnischen Volke seitens der Deutschen – und wahrscheinlich in allernächster
      Zeit – drohen.“ Die Gefahr bildeten zwei Faktoren: Die Vorbereitung für eine
      Selbständigkeit Oberschlesiens von deutscher Seite und die Aufteilung des
      Grundbesitzes. Schließlich erwähnt dieses auch sonst über die geheimen Vorgänge
      in Oberschlesien so gut informierte Blatt die großen Gefahren, welche
      Oberschlesien von Seiten des allmächtigen internationalen, insbesondere
      amerikanischen Großkapitals drohen. Diese wichtige Tatsache, die sich mit den
      Nachrichten aus dem Ausland und den oberschlesischen Zeugenaussagen deckt,
      verdient später besondere Erwähnung. Mit einer Aufforderung an Warschau, die
      Autonomie Oberschlesiens möglichst schnell durchzuführen, schließt dieser
      Artikel mit richtigen Mahnung: „Warschau in deinen Händen liegt das Los
      Oberschlesiens!“

      Die Zusammenkunft der oberschlesischen poln. Akademiker

      Noch bedeutsamer in dieser Hinsicht ist eine Zusammenkunft vom 8. Juli 1919 von
      zweihundert polnischen oberschlesischen Akademikern, die unter anderen zu der
      Autonomie Oberschlesiens Stellung nahmen und in einer Resolution die
      Vereinigung aller an Polen abgetretenen oder abzutretenden preußischen Gebiete
      unter der Oberherrschaft Polens und eine weitgehende Autonomie für diese
      Gebiete forderten. Die Resolution ist den Zentralbehörden in Posen und Warschau
      zugeschickt worden. Es ist bezeichnend, daß endlich

      Auch diese Kreise, die bisher der Autonomie, abgeneigt schienen, die
      Unmöglichkeit einer völligen Verschmelzung Oberschlesiens mit Polen offen
      zugaben und bestrebt waren, die Interessen ihrer Heimat zu wahren. Zwar ging
      auch jetzt noch ihre Absicht dahin, Oberschlesien mit Posen und Westpreußen zu
      verschmelzen, ohne die großen völkischen und kulturellen Unterschiede zu
      beachten, die zwischen Oberschlesien und Posen bestehen und stets trennend und
      hemmend auf die gegenseitige Entwickelung dieser beiden Gebiete einwirken
      würden.

      Anschluß an Polen

      Schon das Selbstbestimmungsrecht Oberschlesiens weist auf eine Sonderstellung
      hin, der auch die Pariser Friedenskonferenz, besonders Lloyd George, Rechnung
      trägt, wenn er warnt, aus Oberschlesien ein neues Elsaß-Lothringen in Polen zu
      schaffen. Die Gefahren, die seit kurzem diesem Selbstbestimmungsrecht von
      seiten des internationalen Kapitalismus drohen, der den Oberschlesier in seiner
      eigenen Heimat seiner völkischen Eigenart berauben und dadurch entwurzeln
      möchte, um ihn desto rücksichtloser ausbeuten zu können, ferner der notwendige
      Zusammenschluß aller gemäsigten deutschen Einwohner vor der Abstimmung, um von
      vornherein eine absolute Mehrheit zu sichern, werden hoffentlich läuternd
      einwirken. Das gemeinschaftliche Interesse Oberschlesiens wie auch Polens
      selbst erheischt das Zusammenstehen aller oberschlesischen Kräfte und
      Fähigkeiten – mögen sie aus den Kreisen der polnischen Intelligenz stammen –
      das Zusammenarbeiten in einem selbständigen auf der Gleichberechtigung und
      Freiheit des polnischen und deutschen Volksteiles aufgebauten und an Polen
      angeschlossenen Oberschlesien. Solange noch die Bodenschätze Oberschlesiens in
      den Händen der einheimischen Großindustriellen waren, und der Friedensvertrag
      noch nicht unterzeichnet war, konnte man hoffen ein solches Ideal vielleicht
      auch in einer ganz selbständigen neutralisierten Republik Oberschlesien zu
      verwirklichen. Nachdem aber ein Teil der Industrie Oberschlesiens in die Hände
      des allmächtigen internationalen Großkapitalismus übergegangen sein soll, und
      dieser in Mitteleuropa eine solche Vorherrschaft erlangt hat, wäre es fürwahr
      ein Verbrechen das oberschlesische Volk, besonders die Arbeiterbevölkerung,
      durch Schaffung eines solch kleinen Staates der unumschränkten Herrschaft
      dieser egoistischen Geldmächte auszuliefern. Mit dem Teschener Gebiet zu einem
      Herzogtum vereinigt und an Polen angeschlossen, zugleich Glied des
      mitteleuropäischen Wirtschaftsbundes und in Verbindung mit Frankreich vermag
      das Herzogtum Schlesien nicht nur der Erdrosselung durch den übermächtigen
      Geldkapitalismus zu entgehen, sondern es kann auch vermöge seiner friedlichen
      und freiheitlichen Entwickelung durch die Entfaltung seiner früheren Energie
      und Arbeitskraft seinem schwer bedrängten Mutterstamm Polen den größten Dienst
      erweisen. Die freiwillige Gewährung dieser Autonomie wird den heißersehnten
      Zusammenschluß der meisten polnischen und deutschen Oberschlesier bewirken und
      eine für Polen günstige Abstimmung in jedem Falle sichern. An Warschau liegt es
      also, das, was Preußen Oberschlesien trotz seiner Aufopferung bis jetzt versagt
      hat, freiwillig zuzugestehen und dem erwachsenen Sohne, der nach 600 Jahren zu
      seiner natürlichen Mutter zurückkehrt, diese Rückkehr dadurch zu erleichtern,
      daß es ihm die freiheitliche Stellung im Rahmen des polnischen Reiches
      einräumt, die seiner bisherigen eigenartigen Entwickelung entspricht.
    • szwager_z_laband Re: Reginek 09.12.05, 12:16
      Die oberschlesische Frage (VIII)

      Verhandlungen mit Korfanty und sein zweiter Verfassungsentwurf

      In Warschau schien man auch immer mehr geneigt zu sein, Oberschlesien in dieser
      Beziehung entgegenzukommen. Ende August fanden in Berlin Verhandlungen mit
      Korfanty statt, die auf weitgehende Zugeständnisse in der Autonomie
      Oberschlesiens schließen ließen. In einer Zuschrift an den Verfasser wies
      Korfanty auf seine Bemühungen hin, in Warschau die Interessen seiner
      oberschlesischen Heimat zu wahren. Man war anfangs dort geneigt , den
      abgetretenen und abzutretenden preußischen Gebieten insgesamt eine gewisse
      Autonomie zu gewähren. Für diesen Teil sollte, abgesehen vom Heer und äußere
      Politik, ein Minister kompetent sein, durch den allein sich alle Instanzen nach
      Warschau wenden sollten und der auch alle Verwaltungsmaßnahmen der Warschauer
      Regierung erst zu bestätigen hätte. Diese Einrichtung war nur für die
      Uebergangszeit und eigens dazu bestimmt, die kulturellen und wirtschaftlichen
      Interessen der preußischen Gebiete zu schützen und alle fremden Elemente von
      der Verwaltung fern zu halten. Das ganze abgetretene preußische Gebiet sollte
      in drei Herzogtümer Posen, Pommern und Schlesien mit provinzieller Verwaltung
      zerfallen. Da jedoch diese provinzielle Selbständigkeit, die auch Preußen
      Oberschlesien anbot, wenig Anklang fand, habe sich Korfanty bemüht, für die
      drei abgetretenen preußischen Provinzen eine insbesondere in kultureller
      Beziehung weitgehende Autonomie zu erwirken und dem entsprechende
      Verfassungsentwürfe der Warschauer Regierung vorgelegt. Er sei jedoch dabei auf
      einen sehr großen Widerstand der links gerichteten Parteien gestoßen, die aber
      im Landtag weit in der Minderheit wären. Das Zentrum und die Rechte wären der
      Autonomie der Herzogtümer nicht abgeneigt. Besonders unterstützt werde er durch
      die Selbständigkeitsbewegung in Galizien, das infolge der zu plötzlicher
      Vereinigung mit Kongresspolen gelitten habe. Bereits hier seien große
      kulturelle, nationale und wirtschaftliche Differenzen zum Vorschein getreten,
      dass man allgemein den Gedanken der Zentralisation Polens nach preußischen
      Muster fallen lasse. Die Rücksichtnahme auf die auswärtige Politik zwang die
      polnische Regierung, den Ruthenen in Ostgalizien und den Weißrussen in Litauen
      eine kulturelle Selbständigkeit zuzugestehen. Darum erklärten sich auf einer
      der letzten Senatssitzungen alle Parteien, die linksgerichteten einbezogen, für
      einen autonomen Ausbau der verschiedenen Gebiete Polens und für eine
      weitgehende Selbständigkeit der Herzogtümer, vor allem in der kultureller
      Hinsicht. Bei der Bearbeitung der polnischen Staatsverfassung habe man diese
      autonome Verwaltung und Entwicklung der polnischen Gebiete zur Grundlage
      genommen und die polnische Regierung wie der polnische Landtag hätten dem
      Obersten Rat (Conseil Supręme) in Paris ihre Absicht kundgetan, die
      Staatsverfassung Polens auf der Autonomie der Herzogtümer verankern zu wollen.
      Die erste Aufgabe des polnischen Landtags wäre nun, diesen Verfassungsentwurf
      zu bestätigen, woran bei seiner Mehrheit für die Autonomiegedanken nicht mehr
      gezweifelt werden könnte.

      Polen würde demnach ähnlich wie die Schweiz in einzelne größere und kleinere
      Cantone (wojewodztwa) zerfallen, die sich in der Verwaltung und kulturellen,
      nationalen und wirtschaftlichen Entwicklung der weitgehendsten Freiheit
      erfreuten. Nur das Heer und die auswärtige Politik wären in Warschau
      konzentriert. Oberschlesien als selbständiges Herzogtum hätte seine eigene
      Verwaltung mit einheimischen oberschlesischen Beamten, die mit dem Volke und
      den oberschlesischen Verhältnissen vertraut, endlich im Stande wären, der
      Eigenart des Oberschlesiers Rechnung zu tragen, den Wünschen der polnischen und
      der deutschen Bürger gerecht zu werden und damit den heißersehnten Frieden
      herbeizuführen. Mit dem nationalen Frieden wäre der kulturelle und
      wirtschaftliche Aufstieg Oberschlesiens gewährleistet und dadurch auch Polen
      eine kräftige Stütze für die Zukunft gesichert.

      Verhandlungen in Warschau und Paris

      Ende September hatte der Verfasser Gelegenheit, in Warschau mit führenden
      Persönlichkeiten der polnischen Regierung die oberschlesische Frage zu
      besprechen. Oberschlesien sollte, ähnlich wie Ostgalizien , eine Sonderstellung
      eingeräumt werden. Mit dem Teschener Gebiet vereinigt, sollte es weitestgehende
      Autonomie in kultureller, wirtschaftlicher, finanzieller und politischer
      Hinsicht erhalten. Der Landtag und die polnische Regierung sollte eine
      offiziele Zusicherung in dieser Hinsicht abgeben für den Fall, dass
      Oberschlesien durch die Abstimmung an Polen falle.

      Im Dezember 1919 kam der Verfasser gelegentlich einer sozialen Studienreise
      durch Rheinland und Frankreich in Paris mit einem der besten polnischen
      Diplomaten zusammen und brachte die oberschlesische Frage eingehend zur
      Aussprache. Hier bekam er auch die Zusicherung, dass die Selbständigkeit
      Oberschlesiens, soweit es ohne Gefährdung der allgemein polnischen Interessen
      möglich ist, gewahrt werden sollte. Die Eigenart Oberschlesiens wurde in Paris
      voll und ganz anerkannt. Auch an anderen Stellen brachte man der Sonderstellung
      Oberschlesiens mehr Interesse entgegen als es früher der Fall war.

      Das Verhalten der polit. Parteien zur Selbständigkeitsbewegung

      Die sozialdemokratische Regierungspartei

      Den Selbständigkeitsgedanken hat die Gewaltpolitik Hörsings nicht aus der Welt
      schaffen können. Je näher der Zeitpunkt herankam, wo er mit seinem Grenzschutz
      und seiner Geheimpolizei das Abstimmungsgebiet räumen sollte, desto kleinlauter
      wurde es im alldeutschen und sozialdemokratischen Lager. Man bagann endlich in
      Berlin und Weimar einzusehen, dass man dem oberschlesischen Volke
      entgegenkommen müsse, wolle man auf seine Zuverlässigkeit bei der Abstimmung
      für Deutschland rechnen. Die oberschlesische sozialdemokratische
      Regierungspartei an sich war der Selbständigkeitsbewegung abgeneigt, mussten
      doch ihre Führer befürchten, in dem neugeschaffenen Staate Oberschlesien,
      selbst wenn er bei Deutschland verbliebe, ihren maßgebenden Einfluß zu
      verlieren. Als Fremde, die mit dem oberschlesischen Volke weder den Glauben
      noch die Interessen ihrer Heimat gemein haben, sind diese Führer lediglich
      Sendlinge der Berliner Sozialdemokratie. Durch ihre maßlose Agitation haben sie
      viel zur Verhetzung und Sittenlosigkeit der ausgebeuteten und durch die
      politischen Kämpfe aufgeregten Arbeiterbevölkerung beigetragen. Die Revolution
      brachte die Regierungssozialdemokratie auf den Gipfel ihrer Macht. Aber nur zu
      bald erfolgte der Rückschlag, das beste Zeichen, dass die Sozialdemokratie der
      Eigenart des oberschlesischen Volkes vollkommen fremd geblieben ist und nur als
      letzter Nothelfer begrüßt wurde. Das Treiben Hörsings und Genossen, nicht
      oberschlesische, sondern Berliner Parteiinteressen zu vertreten, führte zu
      einer allgemeinen Enttäuschung, und heute ist Hörsing, dieser einst von der
      betörten Masse so freudig begrüßte „Volksbeglückter“, der bestgehasste Mann
      Oberschlesiens. Ein großer Teil der Parteianhänger ging ins polnische Lager
      über und die Extremen schlossen sich der unabhängigen und kommunistischen
      Partei an, was gleichfalls nur die Frucht der grenzlosen Verbitterung des
      armen, enttäuschten Volkes war. Die sozialdemokratische Regierungspartei sah
      mehr und mehr ihren Einfluß schwinden, und suchte durch den bereits
      geschilderten Kampf gegen „die Pfaffenherrschaft“ und die „klerikal-
      kapitalistischen“ Sonderbestrebungen ihre Position mit Gewalt zu behaupten.
      Nicht so sehr der vielgepriesene Reichseinheitsgedanke, als vielmehr der Kampf
      um ihre bedrohte Machtstellung und um die sozialdemokratische Zukunft in
      Oberschlesien veranlasste die oberschlesischen Mehrheitssozialisten in ihrer
      Vertretersitzung vom 27. J
      • szwager_z_laband Re: Reginek 09.12.05, 12:17
        Nicht so sehr der vielgepriesene Reichseinheitsgedanke, als vielmehr der Kampf
        um ihre bedrohte Machtstellung und um die sozialdemokratische Zukunft in
        Oberschlesien veranlasste die oberschlesischen Mehrheitssozialisten in ihrer
        Vertretersitzung vom 27. Juli in Hindenburg, die Politik des Zentralrates in
        Breslau in der Autonomiefrage Oberschlesiens als völlig verfehlt, verwirrend,
        ja sogar für Oberschlesien schädlich zu verurteilen. Sie bringt gegen die
        Selbständigkeitsbestrebungen die ärgsten Verdächtigungen vor, und fordert die
        Arbeiterschaft

        Und den Mittelstand auf, mit allen gesetzlichen Mitteln die
        Loslösungsbestrebungen aufs schärfste zu bekämpfen, und die Hochverräter als
        das, was sie (nach Hörsings Ansicht) seien, zu kennzeichnen. Sie spricht dem
        oberschlesischen Diktator Hörsing und seiner Gewaltpolitik ihr volles Vertrauen
        aus, und erwartet, dass Genosse Hörsing seine Macht über Oberschlesien weiter
        anzuwenden wisse. Unter diesem Gesichtspunkte ist auch die Stellungnahme des
        oberschlesischen Staatskommissars zur Autonomiefrage Oberschlesiens in der
        Nationalversammlung in Weimar verständlich, wo er die Selbständigkeitsbewegung
        kurzer Hand als Macht der Industriekapitalisten und Großgrundbesitzer erklärte,
        um sie vor dem Bauern, Arbeitern, Angestellten und Handwerkern im übrigen
        Deutschland zu deskreditieren.

        Die ablehnende Haltung des sozialdemokratischen preußischen Ministers Heine
        gegenüber allen Bestrebungen, Oberschlesien noch vor der Abstimmung als
        selbständigen Bundesstaat auszurufen, ist aus den gleichen, parteipolitischen
        Interessen begreifbar. Es gelang wohl der Mehrheitspartei, ihren Einfluß dahin
        geltend zu machen, daß am 4 August alle Parteien Oberschlesiens mit Ausnahme
        der Unabhängigen sich bereit erklärten, die alsbaldige Schaffung einer
        selbständigen Provinz Oberschlesien bei den maßgebenden Stellen mit allen
        Mitteln zu betreiben, und im Augenblick die Frage des selbständigen
        Gliedstaates praktisch nicht weiter zu behandeln. Doch dieser Triumph der
        Regierungssozialdemokraten war nicht von langer Dauer. Die enttäuschten
        oberschlesischen Arbeitermassen, welche die Parteiinteressen der Berliner
        Sozialdemokratie auf eigene Kosten nicht weiter zu unterstützen geneigt waren,
        verließen in hellen Scharen die Mehrheitspartei. Die mühsam zustande gebrachte
        Einigung der Parteien ging bald auseinander. Der volle Zusammenbruch dieser
        verfehlten Politik trat schon bei den Gemeindewahlen in Oberschlesien ein, wo
        die Regierungssozialdemokraten fast den ganzen Anhang verloren. Mit dem
        Einmarsch der alliierten Besatzung wird auch diese letzte Stütze der
        regierenden, sozialistischen Partei schwinden.
    • szwager_z_laband cd czyli cos do Slezana i Ballesta 09.12.05, 12:48
      Dugoch nikaj niy dowou dalszego ciongu, ale zdo mi sie ize juz czas prziszou
      sie za to juzas dac :)

      Die unabhängige Partei.

      Konseguenter in der oberschlesischen Politik war die unabhängige
      sozialdemokratische Partei. Gemäß ihrem Program der Internationalität und
      Uninteressierheit in der Polenfrage, nahm sie unter dem ersten
      niederschmetternden Eindruck der Friedensbestimmungen die Einverbleibung
      Oberschlesiens in Polen als etwas Unabänderliches hin. Ihre Führer standen, als
      sie noch an der Regierung teilnahmen, der Selbständugkeitsbewegung
      Oberschlesiens duechaus loyal gegenüber. Erst ihr Ausscheiden führte, wie
      früher geschildert, einen Umschwung in der preußischen Regierung herbei. Auf
      einem Bezirkstage in Gleiwitz lehnte die Unabhängige Partei es ab, für irgend
      einen kapitalistischen Klassenstaat zu "votieren" und stellte ihren Anhängern
      anheim, nach eigenem Ermessen sich an der Volksabstimmung zu beteiligen. Diesem
      Beschluß verdankte die Partei ihren wachsenden Einfluß in Oberschlesien, da
      viele Arbeiter, so radikal sie auch sonst in ihrer Weltanschauung und
      Verbitterung sein mögen, die Heimatinteressen in den Vordergrund stellten und
      die Gewaltpolitik Hörsings schroff ablehnten.

      dbj
      • szwager_z_laband Re: cd czyli cos do Slezana i Ballesta 09.12.05, 13:47
        Die Demokraten und die deutsch-nationale Volkspartei.

        Die deutsch-nationale und deutsch-demokratische Partei waren unter den
        veränderten Verhältnisen viel zu schwach, um einen erheblichen Einfluß aud die
        Selbstendigkeitsbewegung uuszuüben. Mit dem Sturz der früheren reaktionären
        preußischen Bewegung sank auch ihre Macht dahin, die soviel Unheil über
        Oberschlesien gebracht und zu der heutigen Abneigung der oberschlesischen
        Bevölkerung gegen Preußen am meisten beigetragen hat. Anfänglich waren beide
        Parteien gegen jede sebständigkeit Oberschlesiens, und in der denkwürdigen
        Sitzung vom 30. Dezember 1918 waren sie neben den Regierungssozialdemokraten
        die heftigsten Gegner des Autonomiegedankens. Mit hilfe der "Freien Vereinigung
        zum Schutze der deutschen Interessen in Oberschlesien" suchten sie mit allen
        erdenklichen Mitteln das oberschlesische volk für Preußen zu erwärmen. Die
        geringen Erfolge in dieser Hinsicht, die furchtbaren Friedensbedingungen, die
        zunehmende Unzufriedenheit und deutschfeindliche Bewegung im oberschlesichen
        Volke haben schließlich auch diese Kreise zu der Ueberzeugung gebracht, daß
        Oberschlesien nur durch weitestgehende Selbständigkeit vor dem Schicksal, an
        Polen zu fallen, bewahrt werden kann. Bemerkenswert ist es, daß selbst das
        Organ der Großindustrie und der Deutschnationalen, die "Ostdeutsche
        Morgenpost", die zum Zwecke der Propaganda für das Verbleiben Oberschlesiens
        bei deutschland gegründet wurde, plötzlich eifrig für die Autonomie
        Oberschlesiens und ihre baldige Verwirklichung eintrat.

        dbj
        • szwager_z_laband Re: cd czyli cos do Slezana i Ballesta 09.12.05, 14:08
          Es protestier dagegen, daß die provinzielle und gesetzgeberische Tätigkeit erst
          nach der abstimmung kommen soll und bringd sogar den folgenden
          Vorschlag: "Vielleicht wäre es angebracht, in den nächsten Tagen große
          Demonstrationen für den Selbständugkeitsgedanken zu inszenieren, um der
          Regierung zu zeigen, daß hinter dem Begehren nicht wenige Interessentengruppen,
          sonder die breiten Massen stehen. Die Regierungh muß gewonnen werden, unbedingt
          Taten an die Stelle von Versprechungen zu setzen." "O, welche Wendung innerhalb
          eines halben Jahres" schreibt die "Schlesische Volkszeitung". Als damals die
          Frage des oberschlesischen Freistaates angeschnitten wurde, waren alle so
          schnell fertig mit dem vorbedachten Wort "Hochverrat". Eine solche wandlung war
          selbst der preußischen Regierung und ihrem sozialdemokratischen Vertreter
          Hörsing überraschend und peinlich. Darum berief man schleugnist für den 30.
          Juli eine Versammlung aller politischen Parteien und einigte sich schließlich
          dahin, eine oberschlesische Arbeitsgemeinschaft zu bilden mit dem Zwecke,
          Oberschlesien bei Deutschland zu erhalten. Daneben sollte aber auch, wenn es
          sich als unbedingt notwendig erweisen sollte, die Frage der Errichtung eines
          oberschlesischen Freistaates in entsprechender Weise erörtert werden, obwohl
          diese Frage zunächst nicht in den Vordergrund gerückt werden sollte.

          dbj
          • szwager_z_laband Re: cd czyli cos do Slezana i Ballesta 09.12.05, 14:34
            Die unabhängigen blieben der Vereinigung fern. Um den Einfluß der preußischen
            Regierung zu stärken und eine Majorisierung durch die Selbständigkeitsfreunde
            zu verhindern, solltensogar verschiedene außerhalb Oberschlesiens ansässige
            Organisationen Mitglieder werden. Doch schon nach einigen Tagen schien die
            mühsam zusammengebrachte Arbeitsgemeinschaft in die Brüche zu gehen. Darum
            berief der Zentralrat für die Provinz Schlesien bereits am 4. August die schon
            früher erwähnte Sitzung des Vorstandes des Zentralrates mit Vertretern aller
            politischen Parteien Oberschlesiens mit Ausnahme der Unabhängigen. Es wurde
            die "berühmte" Einigung erzielt, gemeinsam für die baldige Errichtung einer
            Provinz Oberschlesien einzutreten und die Frage des selbständigen Gliedstaates
            nicht weiter zu behandeln. Die Verbindung der deutsch-nationalen und
            demokratischen Partei mit der "ganz gefährlichen christlichen Volkspartei" in
            der Selständigkeitsbewegung schien damit vorläufig verhindert zu sein. Die
            Zentrumsvertreter stimmten dem Beschluß zwar für ihre Person zu, erklärten aber
            ausdrücklich, keine weitere Vollmacht zu besitzen. Bereits am 13. August
            erklärte die oberschlesische Zentrumspartei, sich an der Arbeitsgemeinschaft
            nicht mehr zu beteiligen, um sich die volle Bewegungsfreiheit zu sichern. Eine
            gleichgeltende Erklärung erließ auch die sozialdemokratische Partei, damit
            endigte trotz vieler weiterer Versöhnungsversuche, die vielgerühmte
            oberschlesische Arbeitsgemeinschaft, und der deutsch-nationalen und -
            demokratischen Partei stand der frühere Weg wieder offen.

            dalyj bydzie "Das oberschlesische Zentrum."
    • szwager_z_laband Zentrum 09.12.05, 16:49
      Das oberschlesische Zentrum.

      Das oberschlesische Zentrum bezw. die katholische Volkspartei hatte in der
      Selbstąndugkeitsbewegung den schwierigsten Stand. Da ihre Mitglieder beiden
      Nationen und allen Schichten der Bevłlkerung vom konservatiw-reaktionąren
      Aristokraten bis zum radikal-demokratischen Arbeiter entstammen, wobei das
      Bindende und Gemeinsame meist nur die religiłsen Interessen sind, ist es
      selbstverstąndlich, da+ ihre Stellung zur Selbstąndigkeitsbewegung kein
      einheitliches und klares Bild abgibt und darum von hakatistischer und
      gro+polnischer Seite aus zahlreichen Verdąchtigungen und Verleumdungen
      ausgesetzt worden ist. Die oberschlesische Zentrumspartei als solche hat nie
      den geringsten Zweifel darżber belassen, da+ sie es aus idealen, besonders
      vaterląndischen, kulturellen, wirtschaftlichen und nicht zuletzt aus religiłsen
      Grżnden fżr ihre Pflicht erachte, bis zum letzten Augenblick fżr das Verbleiben
      Oberschlesiens bei Deutschland einzutreten und hat in diesem sinne ihre
      Mitglieder stets angewiesen. Noch am 4. Juni 1919 haben in Oppeln die
      Vertrauensmąnner aus ganz Oberschlesien eine dementsprechende Resolution
      gefaßt. Wenn dann die am 28. Juli in Breslau tagende Vertrauensversammlung der
      schlesischen Zentrumspartei an die Regierung die dringende Mahnung gerichtet
      hat, Oberschlesien eine selbständige Stellung im Reiche zu gewähren, so tat sie
      es nur, um dieses Gebiet für Deutschland zu retten.

      dbj
      • szwager_z_laband Re: Zentrum 10.12.05, 06:56
        Sie hat sich als solche auch dem Zwang der Arbeitsgemeinschaft gefügt, obwohl
        sie dadurch den Unwillen, oder sogar den abfall vieler ihrer oberschlesischen
        Anhänger befürchten mußte. Wo nämlich die reindeutschen Anhänger überwiegen,
        wie in der Neißer und Neustädter Gegend, stand man der Selbständigkeitsbewegung
        ziemlich kühl, ja sogar ablehnend gegenüber. In der gemischtsprachigen Gegend
        jedoch, wo der Druck der früheren und die Gewaltpolitik der jetzigen Regierung
        am meisten lastete, gewann der Autonomiegedanke von wornherein unter den
        Zentrumsmitgliedern sehr großen Anhang und führte zu einer gewissen Scheidung
        innerhalb der oberschlesischen Zentrumspartei, die dann durch die
        Friedensbedingungen noch mehr, auch nach außen hin, erweitert wurde. Das
        Abstimmungsgebiet bildete jetzt gleichsam eine Zentrumspartei für sich, welche
        in der überwiegenden Mehrzahl ihrer Mitglieder für die Selbständigkeit
        Oberschlesiens warm eintrat, überzeugt, daß die Verleihung der autonomie an
        Oberschlesien das einziege Mittel sei, um dieses wertvolle Gebiet wenigstens
        als Bundesstaat Deutschland zu erhalten.

        dbj
        • szwager_z_laband Re: Zentrum 10.12.05, 12:56
          Das Verhalten der sozialdemkratischen preußischen Regierung, der drohende
          Kulturkampf für die Katholiken Deutschlands, die Schulreform, die Hetze gegen
          den Papst, und die Verdächtigungen der deutschen Katholiken von seiten der
          evangelischen Deutsch-Nationalen und z.T. auch der deutschen Demokraten, nicht
          zuletzt die Gewaltpolitik Hörsings und Genossen haben in einem nicht
          unerheblichen Teile der oberschlesischen Zentrumsanhänger die abneigung gegen
          Preußen, ja sogar gegen Deutschland so gesteigert, daß sie nicht einmal mehr für
          den Gedanken eines deutschen Bundesstaates zu gewinnen waren, sondern eine
          vollkommene Loslösung, die Errichtung einer selbständiger Republik Oberschlesien
          anstrebten. Ein kleiner Teil, dem die Arbeitsgemeinschaft der oberschlesischen
          Zentrumspartei mit den übrigen oberschlesischen Parteien zuwider war, war sogar
          nicht abgeneigt, für den Anschluß Oberschlesiens an Polen einzutreten, wenn
          Polen gewillt wäre, die der polnisch-deutschen Eigenart entsprechende
          selbständige Stellung Oberschlesiens einzuräumen. Daß die Zahl dieser Anhänger,
          die nur auf einen zusammenschluß in der oberschlesischen Volkspartei warten, von
          Tag zu Tag anwächst, dazu hat die preußische Regierung durch ihr Verhalten in
          der oberschlesischen Autonomiefrage selbst beigetragen. Die Kommunalwahlen im
          november 1919, die eine Mehrheit für die Polen ergaben, haben gezeigt, für wie
          Viele die Katholische Volkspartei und die Sozialdemokratische Partei nur ein
          Notbehelf war.

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Nakarm Pajacyka