laband
28.04.04, 18:12
O co wouajom Poloki we Niymcach? Czyli co znoduech we mojyj kszince.
A co na to Sorby kerych wyciepli ze Polski???
Aufruf der Polen in Deutschland an die deutschen Politiker
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gerhard.schroeder@bundestag.de
joschka.fischer@bundestag.de
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guido.westerwelle@bundestag.de
wolfgang.schaeuble@bundestag.de
angela.merkel@bundestag.de
friedrich.merz@bundestag.de
erika.steinbach@bundestag.de
Sehr geehrte Damen und Herrn,
in letzter Zeit machen zwei Initiativen in den deutsch-polnischen Beziehungen
Schlagzeilen: Zum einen das sog. "Zentrum gegen Vertreibungen ", zum anderen
die "Preußische Treuhand ". Beide Initiativen sind in der derzeitigen Form
für die deutsch-polnischen Beziehungen kontraproduktiv, da sie auf der einen
Seite falsche Hoffnungen und alte Vorurteile wiederbeleben, auf der anderen
Seite Mißtrauen und Angst wecken.
Zur Preußischen Treuhand:
Sicherlich haben finanziell die Vertriebenen in Deutschland trotz
Lastenumlage den höchsten Preis für das Dritte Reich und seine Folgen zahlen
müssen. Trotzdem sind ihre Forderungen gegen den polnischen Staat
unbegründet. Abgesehen davon, daß an der Verantwortung des derzeitigen
polnischen Staates für die in Yalta und Potsdam gegen den Willen der
polnischen Exilregierung beschlossene Westverschiebung Polens berechtigte
Zweifel bestehen, stünden solche Ansprüche nicht isoliert im Raum. Denn der
polnische Staat hat durch den Zweiten Weltkrieg gegen den Willen seiner
Organe mehr Gebiete im Osten verloren, als im Westen erhalten. Bei einer
gegenseitigen Aufrechnung bliebe die Frage offen, was mit polnischen
Forderungen gegen die BRD sei, die sich aus dem Zweiten Weltkrieg ergeben:
Kriegszerstörungen, Bevölkerungsverlust, Gebietsverlust, deutsche und
sowjetische Besatzungszeiten von 1939-1945 und von 1945-1989,
Entwicklungsstopp, aufgezwungene Planwirtschaft etc. Wenn man die Tür zu
r historischen Wiedergutmachung aufstieße, kämen eventuell noch Forderungen
aus dem Ersten Weltkrieg und der preußischen Besetzung von Westpolen nach den
polnischen Teilungen im 18. Jh. hinzu. Eine solche Aufrechnung würde auf
beiden Seiten nur böses Blut schaffen und am Ende zum Nachteil der BRD
ausgehen. Genau das sollte durch den deutsch-polnischen Freundschaftsvertrag
von 1991 verhindert werden. Eine Initiative, wie die "Preußische Treuhand "
gefährdet diesen Konsens. Daher wäre es im gegenseitigen deutsch-polnischen
Interesse, wenn beide Seiten vereinbarten, daß solche Fragen nicht vor den
europäischen oder sonstigen internationalen Gerichten zu erörtern sind.
Zum Zentrum gegen Vertreibungen:
Es ist sicherlich nichts dagegen einzuwenden, wenn man an das Leid von
Menschen erinnern möchte. Allerdings bedarf es dazu einer Reflexion, die
nicht einseitig ist und auch den Kontext darstellt. Es bedarf einer
Darstellungsweise, die das Ganze mit richtigen Schwerpunkten zeigt und nicht
nur einen einseitigen Ausschnitt, der auf subjektiven Erlebnissen und
Ansichten beruht. Denn sonst mutiert das "Zentrum gegen Vertreibungen "
schnell zu einem "Zentrum gegen Polen und Tschechien ". Eine "neutral-
objektive " Darstellung von Fakten gibt es in diesem Sinne nicht. Denn das
Nennen oder Hervorheben von gewissen Fakten (z.B. der Vertreibungen der
Deutschen in ihren Einzelheiten, der deutschen Geschichte Schlesiens etc.),
ohne die Nennung und Hervorhebung von anderen Fakten (z.B. der Ermordungen
und der Vertreibungen der Polen in ihren Einzelheiten, der polnischen
Geschichte Schlesiens etc.), ohne die Darstellung des gesamten Kontext (z.B.
der Kriegsschuld, der Situation des besetzten
Polens etc.), ist eine Verzerrung der Geschichte und in diesem Fall ein
unterschwelliges Verbreiten von Vorurteilen gegen Polen und Tschechien. Dies
gilt um so mehr, da bei sehr vielen Deutschen leider ein Unwissen über Polen
vorherrscht und sie daher einer Verzerrung nicht durch ihr eigenes Wissen
entgegentreten können. Bei der Einrichtung eines solchen Zentrums sollten
daher insbesondere zwei Punkte Beachtung finden:
1. Die Gebiete östlich von Oder und Neiße haben eine gemeinsame deutsch-
polnische Vergangenheit.
2. Weder der Staat Polen, noch die polnische Bevölkerung trägt die
Verantwortung für die Vertreibung der Deutschen.
Hier zur historischen Begründung (Nachweise aus Norman Davies "Im Herzen
Europas "
Zu1: Bei der Gründung Polens im 10. Jh. gehörten die Gebiete östlich der Oder-
Neiße zu Polen - Schlesien, Pommern und Westpreußen (an der unteren
Weichsel). Sie wurden von polnischen Stämmen, den Pommern, Kaschuben,
Slezacy, Opolanen etc. bewohnt. Ostpreußen wurde von baltischen Stämmen (mit
den Litauern verwandt) bewohnt und gehörte nicht zu Polen. Die bekanntesten
Städte dieser Regionen wurden zu dieser Zeit von Polen gegründet bzw.
ausgebaut: Breslau/Wroclaw, Kolberg/Kolobrzeg, Danzig/Gdansk - die ersten
beiden im Jahre 1000 von Boleslaw Chrobry zu Bistümern erhoben. Der Bau der
meisten gotischen Bauwerke (Kathedralen, Bürgerhäuser, Rathäuser) in diesen
Städten wurde in der polnischen Zeit angefangen. In den folgenden
Jahrhunderten luden die polnischen Herrscher viele Ausländer nach Polen ein,
um das Land besser wirtschaftlich erschließen zu können: v.a. Juden
(Toleranzedikt von Kalisch 1265), Deutsche, Niederländer, Italiener und
Franzosen. 1226 lud z.B. Konrad von Masowien
den Deutschen Orden (Kreuzritter) nach Ostpreußen ein, der auch deutsche
Siedler mitbrachte. Das Miteinander im Mittelalter verlief gut, da man damals
nicht in nationalen Kategorien dachte, sondern sich alle als Untertanen des
polnischen Königs, bzw. des jeweiligen polnischen Teilfürsten
(Senioratsverfassung 1138-1320) ansahen. Im 12. Jh. besetzte Brandenburg den
westlichen Teil Pommerns und 1308/9 besetzten die Kreuzritter Westpreußen und
Danzig/Gdansk. Im 14. Jh. verlor das geschwächte Polen auch den westlichen
Teil Schlesien an Tschechien (Böhmen). Nach dem Wiedererstarken Polens im
14./15. Jh. gewann Polen 1466 Westpreußen und Ostpommern mit Danzig/Gdansk
zurück, sowie Ermland/Warmia mit Allenstein/Olsztyn und erhielt im gleichen
Jahr den Rest von Ostpreußen als Lehen (1525 bestätigt). Ungarn und
Tschechien (Böhmen) mit Schlesien kamen im 15. Jh. zum Reich der polnisch-
litauischen Jagiellonen (bis 1526). Danach wurden sie habsburgerisch bzw.
osmanisch. Westpommern (Stettin
) kam 1648 zu Schweden und ab 1660 war Ostpreußen (ohne Ermland/Warmia) nicht
mehr polnisches Lehen, sondern kam zu Brandenburg. Schlesien wurde in den
drei schlesischen Kriegen 1740-1763 durch Preußen unter Friedrich II besetzt.
Polen wurde im 18. Jh. dreimal (1772, 1793, 1795) zwischen Preußen,
Österreich und Rußland auf Initiative Friedrichs II geteilt. Dabei kam 1772
Westpreußen und Ostpommern zu Preußen, 1793 Danzig/Gdansk und Großpolen
(Posen/Poznan) sowie 1795 Warschau/Warszawa. Danzig/Gdansk war während den
Napoleonischen Kriegen eine freie Stadt, genauso wie zwischen 1918-1939. Nach
dem Wiener Kogreß 1814/15 behielt Preußen den größten Teil seiner polnischen
Besitztümer - bis auf Warschau. 1871 kamen diese Gebiete an das neu
entstandene Deutschland. Nach dem Ersten Weltkrieg mußte Deutschland einen
großen Teil dieser Gebiete wieder an den neu entstandenen polnischen Staat
abtreten. Nach 1939 wurden diese dem deutschen Reich eingegliedert und
1944/45 der entstehenden Vo
lksrepublik Polen gegeben. Diese erhielt als Ausgleich für den Verlust ihrer
Ostgebiete auch Niederschlesien, Pommern und Ostpreußen.
Die Bevölkerung dieser Gebiete war in ihrer Geschichte wechselhaft. Nach der
Völkerwanderung im 4-6 Jh. waren diese Gebiete von Polen bewohnt. Im
Mittelalter kamen viele Siedler aus dem Westen: Juden, Deutsche,
Niederländer, Italiener, französische Hugenott