Gość: Ulrich
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29.02.04, 12:19
Seit einiger Zeit entdecken wir in unserer oberschlesischen Heimat ein neues
Phänomen.
Neben der Zugehörigkeit zum deutschen, polnischen oder anderem Volkstum
bekennt sich ein Teil der jetzigen dort lebenden Bewohner zu
einer „Oberschlesischen Nationalität". So prüft z. Zt. der Europäische
Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg die Zulassung einer
oberschlesischen Nationalität in Polen.
Beantragt wurde dies vom "ZLNS =Zwiazek Ludnosci (Bund der Bevölkerung
oberschlesischer Nationalität).
Neben der polnischen Amtssprache wird wasserpolnisch als Muttersprache
beantragt. Dies wäre auf den ersten Blick ohne Bedeutung, wenn hier nicht für
wasserpolnisch die Bezeichnung schlesisch (Slask, slaskie) verwendet würde.
Leider wird zunehmend diese irreführende Definition auch von einigen
deutschen Medien (teilweise sogar in Heimatzeitungen) und Teilen des
Deutschen Freundschaftskreises (DFK) benutzt.
Hier entwickelt sich, bewusst oder teilweise unbewusst, eine erneute
Geschichtsfälschung, zu der wir als Erlebnisgeneration nicht schweigen
dürfen, „Nomen est omen"!
Wer will ernsthaft bestreiten, dass in Schlesien (Nieder- und Oberschlesien)
bis 1945 die Umgangssprache deutsch (Hochdeutsch und einige deutsche
Dialekte) war?
Das schließt nicht aus, dass in einigen oberschlesischen Dörfern ein Teil der
älteren Generation neben deutsch auch die wasserpolnische Mundart (ein
Gemisch aus polnisch, böhmisch-mährisch, deutsch) beherrschte.
Der zeitweise Gebrauch des Wasserpolnischen von einer verschwindend kleinen
Minderheit heute als schlesisch zu bezeichnen, ist eine Beleidigung der vier
Millionen deutschsprechenden Schlesier (Nieder- und Ober-Schlesier), die nur
wegen ihres Deutschtums und teilweiser Verweigerung des Antrages auf
Verifizierung ihre angestammte Heimat verlassen mussten.
Fazit: wasserpolnisch = schlesisch?
Nein: „SCHLESISCH = DEUTSCH!".