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Polen am Bau

27.04.11, 22:02
Tutaj ścieżka dźwiękowa do poniższego tekstu :

www.youtube.com/watch?v=NxWNQ2paWO4&feature=related

Handwerk
In einer Verhandlung vor dem Amtsgericht in Köln wurde folgende Studie
vorgetragen:
"Herr Vorsitzender, wir haben am Institut für Arbeitsethik der Universität
Görlitz eine
Vergleichsstudie über die unterschiedlichen Arbeitsweisen von deutschen
und polnischen
Handwerkern durchgeführt:
Stellen Sie sich vor, Herr Vorsitzender, 5:30 h morgens, es klingelt an
Ihrer Tür. Davor stehen
Polek und seine polnische Handwerkertruppe, um Ihre Wohnung zu renovieren.
Sechs
energische Gesichter sagen nur eins: ,Lasst uns arbeiten, arbeiten,
arbeiten.'
Zur gleichen Zeit an einem anderen Ort: auch der deutsche Handwerksmeister
ist schon aktiv
- er sägt. Sein Gesicht sagt nur eins: ,Lasst mich pennen, pennen,
pennen.'
5:32 h: Polek und seine Leute laden den Wagen aus. Sie sind am Morgen aus
Warschau
gekommen, in der Nacht haben sie zuvor in Braunschweig eine Doppelgarage
gebaut und in
Hannover zwei Dächer neu eingedeckt. Sie, Herr Vorsitzender, erklären
Polek, was zu tun ist:
die ganze Wohnung renovieren! Alle Tapeten ab, im Wohnzimmer einen
Wanddurchbruch,
alle Elektrik neu, alle Rohrleitungen neu, alle Wände neu verputzen, die
Decken abhängen,
den Stuck erneuern, die Fußböden erhöhen, Spachteln und Streichen, das Bad
fliesen, in die
Küche Rauhfaser und Laminat. Polek wundert sich: er dachte, es gibt Arbeit
für den ganzen
Tag.
6:30 h: Der deutsche Handwerksmeister dreht sich noch einmal um.
7:00 h: Ihre Wohnung, Herr Vorsitzender, sieht aus wie Dresden '45. Die
Tapeten sind runter,
Polek, Wischek und Marek schlitzen Elektroleitungen in die Wände, Jarek
und Antek
verputzen gleichzeitig, und Franek bereitet die Küche für Laminat und
Rauhfaser vor.
7:30 h: Der deutsche Handwerksmeister steht auf. Er geht in's Bad, sieht
sich selbst im
Spiegel und konstatiert: Dem deutschen Mittelstand ging's noch nie so
schlecht wie heute.
7:50 h: Die Polen haben die ersten Wände verputzt und gespachtelt.
8:00 h: Der deutsche Handwerksmeister frühstückt. Dann holt er seinen
Lehrling ab und
macht sich auf den Weg zu Ihnen. Unterwegs bemerken die beiden, dass sie
vor der Arbeit
noch tanken müssen. Sie halten an. Jeder zwei Bier, zwei Korn, drei
Jägermeister - der
Arbeitstag kann beginnen.
9:30 h: Die Polen haben das erste Zimmer Ihrer Wohnung verputzt. Sie
arbeiten seit vier
Stunden ununterbrochen, sie werden ein wenig müde. Sie, Herr Vorsitzender,
schlagen eine
Pause vor. Aber Polen haben da ihre eigene Methode. Sie schrauben eine
Steckdose ab, jeder
packt einmal an die Kontakte, danach sind alle wieder hellwach und
arbeiten weiter.
9:35 h: Es klingelt. Der deutsche Handwerksmeister steht vor Ihrer Tür. Er
sieht aus wie der
dicke Bruder der Wildecker Herzbuben, trägt einen Kittel und darunter ein
T-Shirt mit der
Aufschrift ,Bier formte diesen schönen Körper'. Die Hose hängt so auf
,halb acht', dass Sie
seine Gesäßbacken sehen können, das so genannte ,Maurer-Decolleté'. Er
begrüßt Sie auf
kölsch: ,Isch bin die Firma Pütz, sin Sie der verstopfte Siphon?' Sie
nicken und lassen ihn
herein.
10:15 h: Die Polen haben das zweite Zimmer fertig verputzt.
10:20 h: Der deutsche Handwerksmeister schaut den verstopften Siphon und
sagt den
klassischen Satz: ,Oh-oh-oh, oh dat wird teuer.' Ein bedeutender Satz:
jedes ,Oh' bedeutet für
Sie, Herr Vorsitzender, 50 Euro mehr als im Kostenvoranschlag angegeben.
,Oh, dat wird
teuer,' ist einer von vier Sätzen, die der deutsche Handwerker in seiner
Ausbildung lernt. Die
anderen drei sind: ,An Ihrer Stelle würde ich das alles neu machen
lassen', ,Datt war ich nich,
datt war schon vorher kaputt,' und ,Brauchen Sie unbedingt eine Rechnung?'
Obserwuj wątek
    • przyjaciel.krolika Polen am Bau cz. 2 27.04.11, 22:03
      15:50 h: Sie, also Sie, Herr Vorsitzender, haben die gesamte
      Krankengeschichte des
      deutschen Handwerksmeisters, seiner Familie, seiner Freunde, seines
      Dackels und der
      Freunde und Familie seines Dackels gehört. Sie kennen seine Hämorrhoiden
      besser als er
      Ihren Siphon. Den Grund für seine Krankheit weiß er natürlich auch: die
      Arbeit, der Stress,
      der Druck, den man als Mittelständler hat, dieser UN-GLAU-BLICHE Druck.
      Und diese UNMENSCH-
      LICHEN Steuern. Wenn er nicht grundsätzlich schwarz arbeiten würde, könnte
      er
      die gar nicht bezahlen. Und dann noch die rot-grüne Regierung - das
      schlägt auf die Psyche.
      Er kann schon nicht mehr essen, nicht mehr trinken, er hat noch nicht
      einmal mehr Lust auf
      Sex mit seiner Frau. Während er sein siebtes Bier köpft, stellen Sie, Herr
      Vorsitzender, sich
      vor, wie Handwerker überhaupt Sex haben. Rufen die beim Orgasmus wohl
      ,Schatz, ich
      komme', oder rufen die ,Schatz, halt Dich bereit, ich komme zwischen 8 und
      14 Uhr' und
      berechnen ihr dafür die Anfahrt?
      Plötzlich piept die Uhr des Handwerksmeisters: 15:58 h. Feierabend. Sie
      werden nervös. Ihr
      Siphon. Sie schlagen vor, der Handwerker könnte doch einfach etwas länger
      arbeiten. Aber
      Meister und Lehrling schauen Sie an wie zwei Tele-Tubbies. Hirnforschungen
      haben ergeben,
      dass die Worte ,länger' und ,arbeiten' von deutschen Handwerkern
      syntaktisch nicht in einen
      sinnvollen Zusammenhang gebracht werden können. Also packen die beiden
      alles ein und
      bitten Sie um insgesamt 420 Euro für den Arbeitstag. Und den Siphon, den
      werden die beiden
      auch noch reparieren. Sie kommen demnächst mal wieder vorbei. Am besten,
      Sie halten sich
      zwischen Mai und September schon mal grundsätzlich bereit."

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Nakarm Pajacyka