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Witam w Gliwicach :)

14.09.04, 20:07
www.resistenza.de/krieg/anna.htm
Obserwuj wątek
    • von_fallersleben88 51 ofiar z Avasinis 14.09.04, 20:10
      www.resistenza.de/krieg/karstwehr.htm
      • von_fallersleben88 51 ofiar z Cumiany 14.09.04, 20:11
        www.resistenza.de/krieg/cumiana/cumiana.htm
        • von_fallersleben88 Schlesische Jugend 14.09.04, 20:28
          lexikon.idgr.de/r/r_u/rudolf-germar/rudolf-germar.php
        • Gość: A, a, a, der Winte Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 20:29
          A, a, a, der Winter der ist da.
          Herbst und Sommer sind vergangen,
          Winter, der hat angefangen,
          A, a, a, der Winter der ist da.

          E, e, e, nun gibt es Eis und Schnee.
          Blumen blüh'n an Fensterscheiben,
          Sind sonst nirgends aufzutreiben,
          E, e, e, nun gibt es Eis und Schnee.

          I, i, i, vergiß des Armen nie.
          Hat oft nichts, sich zuzudecken,
          Wenn nun Frost und Kält' ihn schrecken.
          I, i, i, vergiß des Armen nie.

          O, o, o, wie sind wir alle froh
          wenn der Niklaus wird was bringen
          und vom Tannenbaum wir singen
          O, o, o, wie sind wir Kinder froh.

          U, u, u, die Teiche frieren zu
          hei, nun geht es wie der Wind
          übers blanke Eis geschwind
          U, u, u, die Teiche frieren zu

          Text: Hoffmann von Fallersleben

          • Gość: Abend wird es wied Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 20:30
            Abend wird es wieder,
            Über Wald und Feld
            Säuselt Frieden nieder
            Und es ruht die Welt.

            Nur der Bach ergießet
            Sich am Felsen dort,
            Und er braust und fließet
            Immer, immer fort.

            Und kein Abend bringet
            Frieden ihm und Ruh,
            Keine Glocke klinget
            Ihm ein Rastlied zu.

            So in deinem Streben
            Bist, mein Herz, auch du:
            Gott nur kann dir geben
            Wahre Abendruh.

            Musik: Johann Christian Heinrich Rinck (1770 - 1846)
            • von_fallersleben88 Kampfbund Deutscher Sozialisten 14.09.04, 20:31
              lexikon.idgr.de/k/k_a/kampfbund-deutscher-sozialisten/kds.php
            • Gość: Morgen kommt der W Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 20:32
              Morgen kommt der Weihnachtsmann,
              Kommt mit seinen Gaben
              Trommel, Pfeife und Gewehr,
              Fahn und Säbel und noch mehr,
              Ja ein ganzes Kriegesheer,
              Möcht' ich gerne haben.

              Bring' uns, lieber Weihnachtsmann,
              Bring' auch morgen, bringe
              Musketier und Grenadier,
              Zottelbär und Panthertier,
              Roß und Esel, Schaf und Stier,
              Lauter schöne Dinge.

              Doch du weißt ja unsern Wunsch,
              Kennest unsere Herzen.
              Kinder, Vater und Mama
              Auch sogar der Großpapa,
              Alle, alle sind wir da,
              Warten dein mit Schmerzen.

              Morgen kommt der Weihnachtsmann
              Text: Hoffmann von Fallersleben, 1798 - 1874
              Melodie: nach einem französischen Volkslied
            • Gość: Es braust ein Ruf Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 20:33
              Es braust ein Ruf wie Donnerhall,
              Wie Schwertgeklirr und Wogenprall:
              Zum Rhein, zum Rhein, zum deutschen Rhein,
              Wer will des Stromes Hüter sein?
              Lieb' Vaterland, magst ruhig sein
              Fest steht und treu die Wacht am Rhein!

              Durch hunderttausend zuckt es schnell,
              Und aller Augen blitzen hell;
              Der deutsche Jüngling, fromm und stark,
              Beschirmt die heil'ge Landesmark.
              Lieb' Vaterland, magst ruhig sein
              Fest steht und treu die Wacht am Rhein!

              Er blickt hinauf in Himmels Au'n,
              Wo Heldengeister niederschau'n,
              Und schwört mit stolzer Kampfeslust:
              Du Rhein bleibst deutsch, wie meine Brust!
              Lieb' Vaterland, magst ruhig sein
              Fest steht und treu die Wacht am Rhein!

              So lang ein Tropfen Blut noch glüht,
              Noch eine Faust den Degen zieht,
              Und noch ein Arm die Büchse spannt,
              Betritt kein Feind hier deinen Strand!
              Lieb' Vaterland, magst ruhig sein
              Fest steht und treu die Wacht am Rhein!

              Und ob mein Herz im Tode bricht,
              Wirst du doch drum ein Welscher nicht,
              Reich, wie an Wasser deine Flut,
              Ist Deutschland ja an Heldenblut!
              Lieb' Vaterland, magst ruhig sein,
              Fest steht und treu die Wacht am Rhein!

              Der Schwur erschallt, die Woge rinnt,
              Die Fahnen flattern hoch im Wind:
              Zum Rhein, zum Rhein, zum deutschen Rhein,
              Wir alle wollen Hüter sein!
              Lieb' Vaterland, magst ruhig sein
              Fest steht und treu die Wacht am Rhein!

              So führe uns, du bist bewährt;
              In Gottvertrau'n greif' zu dem Schwert,
              Hoch Wilhelm! Nieder mit der Brut!
              Und tilg' die Schmach mit Feindesblut!
              Lieb' Vaterland, magst ruhig sein
              Fest steht und treu die Wacht am Rhein!

              Text: Max Schneckenburger, 1810 - 1849
              Melodie: Karl Wilhelm, 1815 - 1873

              Dieses Stück, etwa zeitgleich mit Hoffmann von Fallerslebens "Deutschland über
              alles" entstanden, macht deutlich, was andere zur gleichen Zeit für
              "vaterländische Gesinnung" hielten, dagegen ist Hoffmanns Lied doch recht harmlos...
              • Gość: Heut noch sind wir Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 20:34
                Heut noch sind wir hier zu Haus,
                Morgen geht's zum Tor hinaus,
                Und wir müssen wandern, wandern,
                Keiner weiß vom andern.

                Lange wandern wir umher
                Durch die Länder kreuz und quer,
                Wandern auf und nieder, nieder,
                Keiner sieht uns wieder.

                Und so wandr' ich immer zu,
                Fände gerne Rast und Ruh,
                Muß doch weiter gehen, gehen,
                Kält und Hitz ausstehen.

                Manches Mägdlein lacht mich an,
                Manches spricht: "Bleib lieber Mann!"
                Ach ich bliebe gene, gerne,
                Muß doch in die Ferne.

                Und die Ferne wird mir nah:
                Endlich ist die Heimat da!
                Aber euch, ihr Brüder, Brüder,
                Seh ich niemals wieder.

                Text: Hoffmann von Fallersleben (1798 - 1874)
                Melodie: aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
                • von_fallersleben88 Inni kumple Wehrwolfa 14.09.04, 20:36
                  lexikon.idgr.de/k/k_a/kameradschaft-sued/kameradschaft-sued.php
              • von_fallersleben88 Akcja Niemcy - Koledzy Wehrwolfa 14.09.04, 20:35
                www.idgr.de/texte/geschichte/nachkrieg/aktion-d-heller.php
              • von_fallersleben88 Sojusz hitlerowsko-arabski 14.09.04, 20:40
                lexikon.idgr.de/r/r_a/rami-ahmed/rami-ahmed.php
          • von_fallersleben88 Protoplasta ballestowej pseudowiedzy 14.09.04, 20:32
            lexikon.idgr.de/i/i_r/irving-david/irving-david.php
            • Gość: Ward ein Blümlein Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 20:36
              Ward ein Blümlein mir geschenket,
              hab's gepflanzt und hab's getränket.
              Vöglein kommt und gebet acht!
              Gelt, ich hab es recht gemacht.

              Sonne, laß mein Blümchen sprießen,
              Wolke, komm es zu begießen!
              Richt empor dein Angesicht,
              liebes Blümchen, fürcht dich nicht!

              Und ich kann es kaum erwarten,
              täglich geh ich in den Garten,
              täglich frag ich: Blümchen, sprich,
              Blümchen, bist du bös auf mich!"

              Sonne ließ mein Blümchen sprießen,
              Wolke kam es zu begießen
              jeder hat sich brav bemüht
              und mein liebes Blümchen blüht

              Wie's vor lauter Freude weinet
              freut sich, daß die Sonne scheinet
              Schmetterlinge, fliegt herbei
              sagt ihm doch, wie schön es sei

              Text: Hoffmann von Fallersleben (1798 - 1874)
              Melodie aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts
              • Gość: Der Frühling hat Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 20:37
                Der Frühling hat sich eingestellt;
                Wohlan, wer will ihn sehn?
                Der muß mit mir ins freie Feld,
                Ins grüne Feld nun gehn.

                Er hielt im Walde sich versteckt,
                Daß niemand ihn mehr sah;
                Ein Vöglein hat ihn aufgeweckt;
                Jetzt ist er wieder da.

                Jetzt ist der Frühling wieder da!
                Ihm, folgt, wohin er geht,
                Nur lauter Freude, fern und nah,
                Und lauter Spiel und Lied.

                Und allen hat er, groß und klein,
                Was Schönes mitgebracht,
                Und sollt's auch nur ein Sträußchen sein,
                Er hat an uns gedacht.

                Drum frisch hinaus ins freie Feld
                ins grüne Feld hinaus
                Der Frühling hat sich eingestellt
                wer bliebe da zu Haus?

                Text: Hoffmann von Fallersleben
                Musik: nach Johann Friedrich Reichardt
                • von_fallersleben88 Manfred Roeder 14.09.04, 20:39
                  lexikon.idgr.de/r/r_o/roeder-manfred/roeder-manfred.php

                  Cytat Roedera : "Wer Deutscher ist, kann kein Demokrat sein, und wer Demokrat
                  ist, kann kein echter Deutscher sein."

              • von_fallersleben88 Jeszcze jeden od Wehrwolfa 14.09.04, 20:37
                lexikon.idgr.de/w/w_o/worch-christian/worch-christian.php
                • Gość: Abend wird es wied Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 20:40
                  Abend wird es wieder,
                  Über Wald und Feld
                  Säuselt Frieden nieder
                  Und es ruht die Welt.

                  Nur der Bach ergießet
                  Sich am Felsen dort,
                  Und er braust und fließet
                  Immer, immer fort.

                  Und kein Abend bringet
                  Frieden ihm und Ruh,
                  Keine Glocke klinget
                  Ihm ein Rastlied zu.

                  So in deinem Streben
                  Bist, mein Herz, auch du:
                  Gott nur kann dir geben
                  Wahre Abendruh.

                  Musik: Johann Christian Heinrich Rinck (1770 - 1846)
                  • Gość: Wer hat die schöns Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 20:40
                    Wer hat die schönsten Schäfchen?
                    Die hat der gold'ne Mond,
                    Der hinter jenen Bäumen
                    Am Himmel droben wohnt.

                    Er kommt am späten Abend,
                    Wenn alles schlafen will,
                    Hervor aus seinem Hause
                    Zum Himmel leis' und still.

                    Dann weidet er die Schäfchen
                    Auf seiner blauen Flur,
                    Denn all' die weißen Sterne
                    Sind seine Schäfchen nur.

                    Sie tun uns nichts zu Leide
                    Hat eins das and're gern,
                    Und Schwestern sind und Brüder
                    Da droben Stern an Stern.

                    Und soll ich dir ein's bringen,
                    So darfst du niemals schrei'n,
                    Mußt freundlich wie die Schäfchen
                    Und wie ihr Schäfer sein.

                    Text: Hoffmann von Fallersleben (1798 - 1874)
                    Melodie: Johann Friedrich Reichardt (1752 - 1814)
                    • Gość: Summ, summ, summ! Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 20:41
                      Summ, summ, summ!
                      Bienchen summ herum!
                      Ei, wir tun dir nichts zu leide,
                      Flieg nur aus in Wald und Heide!
                      Summ, summ, summ!
                      Bienchen summ herum!

                      Summ, summ, summ!
                      Bienchen summ herum!
                      Such in Blüten, such in Blümchen
                      Dir ein Tröpfchen, dir ein Krümchen
                      Summ, summ, summ!
                      Bienchen summ herum!

                      Summ, summ, summ!
                      Bienchen summ herum!
                      Kehre heim mit reicher Habe,
                      Bau uns manche volle Wabe,
                      Summ, summ, summ!
                      Bienchen summ herum!

                      Summ, summ, summ!
                      Bienchen summ herum!
                      Wollen bei den Christgeschenken
                      freudig deiner auch gedenken
                      Summ, summ, summ!
                      Bienchen summ herum!

                      Summ, summ, summ!
                      Bienchen summ herum!
                      Mit dem Wachsstock dann wir suchen
                      Pfeffernüss und Honigkuchen
                      Summ, summ, summ!
                      Bienchen summ herum!

                      (Text: Hoffmann von Fallersleben (1798 - 1874), Melodie aus dem 18. Jahrhundert)
                      • Gość: "Garstiger Gesang" Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 20:43
                        "Garstiger Gesang" begeisterte


                        Michael Zachcial rezitierte am Heinzenwies-Gymnasium Fallersleben-Texte
                        IDAR-OBERSTEIN Wer von den Schülern am Gymnasium an der Heinzenwies bisher den
                        Dichter Hoffmann von Fallersleben nur als Urheber von "Deutschland, Deutschland
                        über alles" oder "Kuckuck, Kuckuck ruft's aus dem Wald" gekannt hatte, wurde
                        schnell eines Besseren belehrt. In zwei ganz besonderen Schulstunden erlebten
                        die etwa 120 Gymnasiasten der Oberstufe und einer zehnten Klasse in der Aula des
                        Gymnasiums einen "Hoffmann von Fallersleben", der als "Vormärz" - Dichter
                        politisch eindeutig Stellung bezog. Auf Initiative der Musiklehrerin Jutta
                        Gerhold und in Zusammenarbeit mit der Fachschaft Deutsch war der Bremer Musiker
                        Michael Zachcial, der auch beim "Städtischen Kinderliederfestival" aufgetreten
                        war, eingeladen worden. Er präsentierte Ausschnitte aus seinem anspruchsvollen
                        Programm "Knüppel aus dem Sack" oder "Die garstigen Gesänge des Hoffmann von
                        Fallersleben. Dabei stellte er den Dichter des Deutschlandliedes als kritischen
                        Vertreter des literarischen Vormärzes vor. Im Zentrum standen Lieder, die das
                        deutsche Spießbürgertum und Philisterdasein sowie die Träume und Erfahrungen der
                        Amerika-Auswanderer des 19. Jahrhunderts thematisierten. Die ironisch - bissigen
                        und mit Sprachwitz versehenen Texte wurden mit Melodien, die aus dem
                        Volksliedbereich stammen, kombiniert. Verknüpft wurde der Vortrag der
                        politischen Lieder mit Informationen zuzr Biografie des Autors und zu sozialen
                        und historischen Hintergründen zu der Entstehung der einzelnen Texte. Das
                        Engagement und das mitreißende Gitarrenspiel des Rezitators und Musikers ließ
                        die aufmerksam zuhörenden Schüler mit stetig wachsender Begeisterung dem
                        informativen Vortrag folgen. Erst nach mehreren Zugaben konnte "die
                        fächerübergreifende Unterrichtseinheit" beendet werden, und Zachcial wurde
                        abschließend - ebenfalls unterrichtsuntypisch - von einigen Zuhörern sogar um
                        Autogramme gebeten. (jas) Nahe-Zeitung vom 29. März 2003
                        • von_fallersleben88 Dezerter z Bundeswehry 14.09.04, 20:45
                          lexikon.idgr.de/z/z_u/zuendel-ernst/zuendel-ernst.php
                      • von_fallersleben88 Auschwitz - Birkenau 14.09.04, 20:43
                        lexikon.idgr.de/a/a_u/auschwitzluege/auschwitzluege.php
                    • von_fallersleben88 ANP 14.09.04, 20:42
                      lexikon.idgr.de/a/a_m/american-nazi-party/american-nazi-party.php
                  • von_fallersleben88 SSS w Saksonii 14.09.04, 20:42
                    lexikon.idgr.de/s/s_k/skinheads-saechsische-schweiz/s-s-s.php
                    • Gość: Ein Männlein steht Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 20:45
                      Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm,
                      Es hat von lauter Purpur ein Mäntlein um.
                      Sagt, wer mag das Männlein sein,
                      Das da steht im Wald allein
                      Mit dem purpurroten Mäntelein.

                      Das Männlein steht im Walde auf einem Bein
                      Und hat auf seinem Haupte schwarz Käpplein klein,
                      Sagt, wer mag das Männlein sein,
                      Das da steht im Wald allein
                      Mit dem kleinen schwarzen Käppelein ?

                      Das Männlein dort auf einem Bein
                      Mit seinem roten Mäntelein
                      Und seinem schwarzen
                      • Gość: Eine kleine Geige Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 20:45
                        Eine kleine Geige möcht ich haben,
                        Eine kleine Geige hätt' ich gern!
                        Alle Tage spielt ich mir
                        Zwei, drei Stücken oder vier,
                        Und sänge und spränge gar lustig herum,
                        Ja, sänge und spränge gar lustig herum,
                        Di del di del dum dum
                        Dumm dumm dumm dumm !

                        Eine kleine Geige klingt gar lieblich,
                        Eine kleine Geige klingt gar schön !
                        Nachbars Hans und unser Spitz
                        Kämen alle wie der Blitz:
                        Und sängen und sprängen gar lustig herum,
                        Ja, sängen und sprängen gar lustig herum,
                        Di del di del dum dum
                        Dumm dumm dumm dumm !

                        (Text Hoffmann von Fallersleben (1798 - 1874, Musik: trad)
                        • von_fallersleben88 SS - Siggi 14.09.04, 20:49
                          lexikon.idgr.de/b/b_o/borchardt-siegfried/borchardt-siegfried.php
                      • Gość: Der Kuckuck und de Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 20:46
                        Der Kuckuck und der Esel,
                        Die hatten großen Streit,
                        Wer wohl am besten sänge
                        Zur schönen Maienzeit

                        Der Kuckuck sprach: "Das kann ich!"
                        Und hub gleich an zu schrei'n.
                        Ich aber kann es besser!
                        Fiel gleich der Esel ein

                        Das klang so schön und lieblich,
                        So schön von fern und nah;
                        Sie sangen alle beide
                        Kuckuck, Kuckuck, i-a!

                        Text: Hoffmann von Fallersleben
                        Musik: Carl Friedrich Zelter (1758 - 1832)
                        • Gość: Auf unsrer Wiese Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 20:47
                          Auf unsrer Wiese gehet was,
                          Watet durch die Sümpfe,
                          Es hat ein weißes Röcklein an,
                          Trägt auch rote Strümpfe,
                          Fängt die Frösche, schwapp, wapp, wapp,
                          Klappert lustig, klapperdiklapp!
                          Wer kann es erraten?

                          Ihr denkt, es ist ein Klapperstorch,
                          Watet durch die Sümpfe;
                          Er hat ein weißes Röcklein an,
                          Trägt auch rote Strümpfe,
                          Fängt die Frösche, schwapp, wapp, wapp,
                          Klappert lustig, klapperdiklapp,
                          Nein - es ist Frau Störchin.

                          (Text Hoffmann von Fallersleben, Musik: trad.)
                          • von_fallersleben88 Kolejna HaKaTa 14.09.04, 20:53
                            lexikon.idgr.de/v/v_e/verein-fuer-das-deutschtum-im-ausland/vda.php
                        • Gość: KNÜPPEL Re: Hoffmann von FallerslebenKNÜPPEL AUS DEM IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 20:50
                          KNÜPPEL AUS DEM SACK

                          1837, in: Unpolitische Lieder 1

                          Von all den Wüschen auf der Welt
                          nur einer mir anjetzt gefällt
                          KNÜPPEL AUS DEM SACK !
                          Und gäbe Gott mir Wunschesmacht,
                          ich dächte nur bei Tag und Nacht
                          KNÜPPEL AUS DEM SACK !

                          Dann braucht ich weder Gut noch Gold,
                          ich machte mir die Welt schon hold
                          mit: KNÜPPEL AUS DEM SACK !
                          Ich wär ein Sieger, wär ein Held,
                          der erst´ und beste Mann der Welt
                          mit: KNÜPPEL AUS DEM SACK !

                          Ich schaffte Freiheit, Recht und Ruh,
                          und frohes Leben noch dazu
                          beim: KNÜPPEL AUS DEM SACK !
                          Und wollt ich selbst recht lustig sein,
                          so ließ ich tanzen groß und klein
                          beim: KNÜPPEL AUS DEM SACK !

                          Oh, Märchen, würdest Du doch wahr,
                          nur einen einzigen Tag im Jahr
                          KNÜPPEL AUS DEM SACK !
                          Ich gäbe drum, ich weiß nicht was,
                          und schlüge drein ohn´Unterlaß
                          KNÜPPEL AUS DEM SACK !

                          Aufs Lumpenpack! Aufs Hundepack!
                          • von_fallersleben88 Jednego mniej 14.09.04, 20:51
                            lexikon.idgr.de/k/k_u/kuehnen-michael/kuehnen-michael.php
                            • Gość: VETTER Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 21:18
                              VETTER MICHELS VATERLAND

                              Sag wo ist, sag wo ist Vetter Michels Vaterland
                              sag wo ist, sag wo ist Vetter Michels Vaterland

                              Wo Belagerungszustand ein Recht ist
                              und das Volk ein gehorsamer Knecht ist
                              wo die Volksvertreter Philister sind
                              und die ärgsten Heuler die Minister sind
                              Da ist Vetter Michels Vaterland
                              da ist Vetter Michels Vaterland

                              Sag wo ist, sag wo ist Vetter Michels Vaterland
                              sag wo ist, sag wo ist Vetter Michels Vaterland

                              Wo der Allerhöchste nicht Gott ist
                              und wo Mut und Gesinnung Bankrott ist
                              wo der Teufel mit Fürsten im Bunde steht
                              und Einheit und Freiheit zugrunde geht
                              Da ist Vetter Michels Vaterland
                              da ist Vetter Michels Vaterland

                              Sag wo ist, sag wo ist Vetter Michels Vaterland
                              sag wo ist, sag wo ist Vetter Michels Vaterland

                              Wo das Laster bestirnt und gekrönt ist
                              wo die Wahrheit verfolgt und verpönt ist
                              wo nirgends für Freiheit noch Raum ist
                              wo die bessere Zukunft ein Traum ist
                              und wo am Ende alles einerlei ist
                              wenn es nur nicht gegen unsere Polizei ist
                              da ist Vetter Michels Vaterland
                              da ist Vetter Michels Vaterland
                        • von_fallersleben88 Kolejny Hupka 14.09.04, 20:50
                          lexikon.idgr.de/h/h_u/hupka-steffen/hupka-steffen.php
                          • Gość: Michels Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 21:16
                            Michels Abendlied

                            6.Juni 1845
                            (in: Schwefeläther)

                            Ich weiß deine Werke, daß du weder kalt noch warm bist;
                            ach ! daß du kalt oder warm wärest ! (Offenbarung Johannis 3, 15.)

                            Ich bin ein freier Mann,
                            nie ficht die Furcht mich an.
                            Für Fortschritt nehm' ich stets Partei,
                            ich denke, red´ und handle frei -

                            Chor (ganz leise):
                            Mit Polizeierlaubnis,
                            Erlaubnis.

                            Ich habe Kraft und Mut,
                            zu opfern Gut und Blut:
                            Ich gebe Geld, ich sammle Geld
                            für die Verfolgten aller Welt -

                            Chor:
                            Wenn’s nur nicht ist verboten,
                            verboten

                            Ich bin beseelt zumal
                            für das was liberal.
                            Zu Dankadressen nah und fern
                            geb’ ich auch meinen Namen gern -

                            Chor:
                            wenn’s nur nicht ist gefährlich,
                            gefährlich.

                            Ich bin ganz rücksichtslos,
                            ich werde furios,
                            ich schimpf' und fluch' auf Tyrannei,
                            Zensur, geheime Polizei -

                            Chor:
                            wenn niemand ist zugegen,
                            zugegen.
                      • von_fallersleben88 Jeszcze jeden 14.09.04, 20:46
                        lexikon.idgr.de/k/k_u/kuessel-gottfried/kuessel-gottfried.php
                        • Gość: Schweren Anfang Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 20:54
                          Lied vom Schweren Anfang

                          1843, Melodie: Üb immer Treu und Redlichkeit (Mozart)

                          Frag nicht, was fängt man heute an
                          wir sind in großer Not
                          ach, daß man nichts mehr schreiben kann
                          das freie Wort ist tot!

                          Frag nicht, was fängt man heute an
                          wir sind verzweiflungsvoll
                          ach, daß man nichts mehr lesen kann
                          das ist doch arg und toll!

                          Frag nicht, was fängt man heute an,
                          das ist nun mal der lauf,
                          in Deutschland fängt man niemals an
                          in Deutschland hört man auf!
              • von_fallersleben88 WAW 14.09.04, 20:54
                lexikon.idgr.de/w/w_e/weisser-arischer-widerstand/waw.php
                • Gość: VOM SCHLARAFFENLAN Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 20:55
                  VOM SCHLARAFFENLAND

                  Geschrieben im Jahre 1844, also vier Jahre vor der deutschen Revolution
                  von 1848, kommt einem der Text heute fast vor,
                  als wäre es ein Nachruf auf die Wünsche und Hoffnungen der 89er...

                  Kommt, wir wollen uns begeben
                  jetzo ins Schlaraffenland
                  seht da ist ein lustig Leben
                  und das Trauern unbekannt
                  seht da läßt sich billig zechen
                  und umsonst recht lustig sein
                  Milch und Honig fließt in Bächen,
                  aus den Felsen quillt der Wein

                  Alle Speisen gut geraten,
                  und das Finden fällt nicht schwer
                  Gäns und Enten gehen gebraten
                  überall im Land umher
                  Mit dem Messer auf dem Rücken
                  läuft gebraten jedes Schwein
                  Oh wie ist es zum entzücken,
                  Ei, wer möchte dort nicht sein.

                  Und von Kuchen, Butterwecken,
                  sind die Zweige voll und schwer
                  Feigen wachsen in den Hecken,
                  Ananas im Busch umher
                  Keiner darf sich mühen und bücken,
                  alles stellt von selbst sich ein
                  Oh, wie ist es zum entzücken,
                  Ei, wer möchte dort nicht sein

                  Und die Straßen allerorten,
                  jeder Weg und jede Bahn
                  sind gebaut aus Zuckertorten,
                  und Bonbons und Marzipan
                  Und von Brezeln sind die Brücken,
                  aufgeführt gar hübsch und fein
                  Oh, wie ist es zum entzücken,
                  Ei, wer möchte dort nicht sein

                  Ja, das mag ein schönes Leben,
                  und ein herrlich Ländchen sein
                  Mancher hat sich hinbegeben,
                  aber keiner kam hinein
                  ja, und habt ihr keine Flügel,
                  nie gelangt ihr bis ans Tor
                  denn es liegt ein breiter Hügel
                  ganz von Pflaumenmus davor.
                  • Gość: Landsknechtlied Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 20:57
                    Landsknechtlied - Sehnsucht in die Heimat

                    1826

                    Nur Geduld ! bald ist es besser.
                    Nehm ich in die Hand den Pflug,
                    wird mein Schwert ein Weidemesser,
                    meine Pickelhaub ein Krug.

                    Hirsch und Hasen will ich jagen,
                    niemand soll mein Feind sonst sein.
                    Meine Beut ein Erntewagen !
                    Und den zwing ich schon allein.

                    Süßer schmeckt am eigenen Tisch
                    mir mein Brot und kühles Bier
                    als Limonen, Wein und Fisch
                    indes reichen Manns Quartier.

                    Gott, du kennst das Gut' und Rechte
                    mein Begehr und mein Beschwer
                    Gott, verleih dem armen Knechte
                    eine gute Wiederkehr !

                    Wo die Amsel singt im Flieder,
                    wo der bunte Häher schreit,
                    dahin, bring mich wieder,
                    gib zum Spessart dein Geleit
                    • Gość: FREIHEIT Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 20:58
                      DAS LIED VON DER FREIHEIT

                      (1843)

                      Es lebe, was auf Erden /
                      nach Freiheit strebt und wirbt
                      von Freiheit singt und saget /
                      für Freiheit lebt und stirbt

                      Die Welt mit ihren Freuden /
                      ist ohne Freiheit nichts
                      die Freiheit ist die Quelle /
                      der Tugend und des Lichts

                      Es kann, was lebt und webet /
                      in Freiheit nur gedeihn
                      das Ebenbild des Schöpfers /
                      kann nur der Freie sein

                      Frei will ich sein und singen /
                      so wie der Vogel lebt
                      der auf Palast und Kerker /
                      sein Frühlingslied erhebt

                      Die Freiheit ist mein Leben /
                      und bleibt es immerfort
                      mein Sehnen, mein Gedanke /
                      mein Traum, mein Lied und Wort

                      Es lebe was auf Erden /
                      nach Freiheit strebt und wirbt
                      von Freiheit singt und saget /
                      für Freiheit lebt und stirbt

                      Fluch sing ich allen Zwingherrn /
                      fluch aller Dienstbarkeit
                      Die Freiheit ist mein Leben /
                      und bleibt es allezeit.
                      • Gość: AUSWANDERUNGLIED Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 20:59
                        AUSWANDERUNGLIED

                        (1848)

                        Unsere Fürsten hatten viel versprochen
                        doch das Halten schien nicht ihre Pflicht
                        haben wir denn nun so viel verbrochen
                        warum hielten sie ihr Versprechen nicht

                        Schlimmer wird es jetzt von Tag zu Tage
                        schweigen ist nur unser einzig Recht
                        Untertanen ziemet keine Klage
                        gehorchen muß dem Herrn der Knecht

                        Heute trifft es jenen, morgen diesen
                        jeder hier im Land ist vogelfrei
                        Unsere Brüder werden ausgewiesen
                        mehr als alles Recht gilt Polizei

                        Deutsche Freiheit, die lebt nur im Liede
                        Deutsches Recht, das ist ein Märchen nur
                        Deutschlands Wohlfahrt ist ein langer Friede
                        voll von lauter Willkür und Zensur

                        Darum ziehen wir aus dem Vaterlande
                        kehren nun und nimmermehr zurück
                        suchen Freiheit uns am fremden Strande
                        Freiheit das ist unser Lebensglück !
                      • Gość: Der erste April Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 21:00
                        Der erste April

                        1. April 1843

                        Wie wir als Knaben uns doch neckten!
                        Wie wir voll Schelmenstücke steckten!
                        Ich mach´s noch heute nicht bekannt,
                        Wonach ich einstmals ward gesandt,
                        Ich schweige still,
                        Sonst hört ich heute noch: April, April!
                        Man schickt den dummen Narren
                        wie man will.

                        Nach ungebrannter Asche gingen,
                        Nach Mückenfett und seltnern Dingen
                        wir ernsthaft in des Krämers Haus,
                        Der warf uns dann zur Tür hinaus.
                        Schweig still, schweig still!
                        Sonst ruft man heute noch: April, April!
                        Man schickt den dummen Narren
                        wie man will.


                        Wie wir´s gemacht als kleine Kinder,
                        So macht´s ein König auch nicht minder:
                        Er schickt sein Volk nach Freiheit aus,
                        Es kehret wiederum nach Haus
                        Ganz still, ganz still.
                        Die Nachbarn rufen laut: April, April!
                        Man schickt den dummen Narren
                        wie man will.
                        • Gość: WIE IST DOCH DIE Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 21:02
                          WIE IST DOCH DIE ZEITUNG INTERESSANT

                          28.Mai.1841
                          in: Unpolitische Lieder 2

                          Wie ist doch die Zeitung interessant
                          für unser liebes Vaterland !
                          Was haben wir heute nicht alles vernommen !
                          Die Fürstin ist gestern niedergekommen,
                          und morgen wir der Herzog kommen,
                          Hier ist der König heimgekommen,
                          dort ist der Kaiser durchgekommen,
                          bald werden sie alle zusammenkommen -
                          Wie interessant ! wie interessant !
                          Gott segne das liebe Vaterland !

                          Wie ist die Zeitung doch interessant
                          für unser liebes Vaterland !
                          Was ist uns nicht alles berichtet worden !
                          Ein Portepeefähnrich ist Leutnant geworden,
                          ein Oberhofprediger erhielt einen Orden,
                          die Lakaien erhielten silberne Borden,
                          die höchsten Herrschaften gehen nach Norden,
                          und zeitig ist es Frühling geworden -
                          Wie interessant ! wie interessant !
                          Gott segne das liebe Vaterland !
                          • Gość: Pfaffen Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 21:03
                            Pfaffen

                            22. Mai 1840 (Unpolitische Lieder, 2.Teil)

                            Ihr seid nicht Christen, seid nur Pfaffen,
                            seid nicht des Heilands Ebenbild;
                            ihr führte nicht der Liebe Waffen
                            und traget nicht der Demut Schild.

                            Der Heiland hat der Welt den Frieden,
                            und nur der Sünde Krieg gebracht:
                            Ihr aber habt zum Krieg hienieden
                            die ganze Menschheit angefacht.

                            Ihr kreuzigt täglich noch den Heiland;
                            erschien' er , wie er einst erschien,
                            Ihr rieft wie die Juden weiland
                            und lauter nur: Ha, kreuzigt ihn !
                          • Gość: TOD UND LEBEN Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 21:04
                            TOD UND LEBEN

                            (Unpolitische Lieder)

                            Wenn du erzählest,
                            Deutsche Geschichte
                            Hexenprozesse, Hexengerichte
                            segne ich unsere Zeit
                            wo man weit und breit
                            keine deutsche Hexe kennt
                            keine foltert und verbrennt
                            Die Menschen waren früher
                            dumm und schlechter
                            doch wir sind aufgeklärt
                            und viel gerechter

                            Wenn du erzählest,
                            Deutsche Geschichte
                            von Demagogen deine Berichte
                            ist ein Hexengericht
                            doch so schlimm noch nicht
                            als auf Fürstenmachtgebot
                            jahrelang lebendig tot
                            Die Menschen waren früher
                            dumm und schlechter
                            und wir sind aufgeklärt
                            und viel gerechter
                            • Gość: GOTT SEI DER ARMEN Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 21:05
                              GOTT SEI DER ARMEN SEELE GNÄDIG !

                              16. Februar 1840 -Unpolitische Lieder, 1.Teil
                              Melodie: Wer niemals einen Rausch gehabt hat

                              Der Herr von Leib regierte jetzt,
                              ein ganz gewaltiger Mann,
                              er ist gar wert und hochgeschätzt,
                              und bleibt es auch fortan,
                              denn viele Millionen sind
                              ihm Untertan mit Weib und Kind.

                              Frau Seele schaffet Tag und Nacht,
                              das arme gute Weib,
                              gräbt edles Erz aus manchem Schacht
                              und nur für Herrn von Leib,
                              denn Herr von Leib das ist der Staat,
                              ihr wißt schon was der nötig hat.

                              So wird in Kriegs - und Friedenszeit
                              sein teures Haupt bewacht,
                              und zwar in Glanz und Herrlichkeit,
                              weil‘s ihm Vergnügen macht;
                              und dies Vergnügen kennt kein Ziel
                              und kostet viel, ja viel viel viel.

                              Manch junger Held erhält viel Geld,
                              bloß weil er Wache steht,
                              und sorglos durch die Friedenswelt
                              zu Uniformen geht.
                              Drum zieh den bunten Rock auch an,
                              o Seel‘, und werd‘ ein Kriegesmann !
                            • Gość: Langweilig Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 21:06
                              Langweilig und schlecht

                              6. Juli 1841 - Unpolitische Lieder, 2.Teil
                              Melodie: Mein Lebenslauf ist Lieb und Lust

                              Wie ist die Willkür und Gewalt
                              doch in der Welt gemein!
                              Die Welt ist schon so klug und alt
                              und muß doch dienstbar sein!
                              Wann bricht der Freiheit goldener Strahl
                              in unsere Nacht hinein?
                              Wann endet unser Joch einmal,
                              wann unsere Not und Pein?
                              O weh! O weh!
                              Wann unsere Not und Pein?

                              Geduld ist unsere Fröhlichkeit,
                              Gehorsam unser Glück,
                              und niemals kommt Zufriedenheit
                              in unsere Welt zurück.
                              Wohl anders wird es jeden Tag,
                              doch besser wird es nie.
                              Wer das ein Glück noch nenne mag,
                              ist dumm wie‘ s liebe Vieh,
                              o weh! O weh!
                              Ist dumm wie‘ s liebe Vieh.
                              • Gość: Trauernden Esel Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 21:07
                                Die Trauernden Esel nach Murillo

                                Juli 1841 - unpolitische Lieder, 2.Teil
                                Melodie: Es waren zwei Königskinder

                                Nach glaubwürdigen Reiseberichten gibt es noch bis auf den heutigen Tag in einem
                                Dorfe der Pyrenäen eine Familie Esel, die in gerader Linie von dem Esel
                                abstammen, auf welchem der Heiland seinen Einzug in Jerusalem hielt.

                                Die Esel gingen im Leide,
                                drob staunte die ganze Welt,
                                weil grün noch war die Heide,
                                und Disteln noch trug das Feld.

                                Sie gingen tief gebücket
                                und ließen hangen das Ohr,
                                und hatten den Schwanz geschmücket
                                mit einem langen Flor.

                                Was hat sich denn zugetragen ?
                                Wir staunen und schweigen still,
                                und niemand weiß zu sagen,
                                was diese Trauer will.

                                Wer meldet uns jetzunder,
                                was diese Trauer soll ?
                                Wer deutet uns das Wunder ?
                                Hört zu, ich weiß es wohl.

                                Es starb im spanischen Lande,
                                noch eh‘ ein Jahr verfloß,
                                vom Heilandseselstande
                                schon wieder ein echter Sproß.

                                Drum gehen die Esel im Leide,
                                als ob verdorben das Feld,
                                als ob versenget die Heide
                                und gestorben wäre die Welt.
                                • Gość: Die Verbrüderung Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 21:08
                                  Die Verbrüderung

                                  6. Januar 1840
                                  (Unpolitische Lieder)
                                  Melodie: An dem reinsten Frühlingsmorgen ging die Schäferin und sang

                                  Nur im Osten kann es tagen,
                                  und es tagte wunderbar
                                  und im Osten ward geschlagen
                                  Frankreichs sieggewohnte Schar.

                                  Und die Moscowiterhorden
                                  haben uns das Heil gebracht,
                                  sind mit uns verbrüdert worden
                                  durch die deutsche Freiheitsschlacht.

                                  Die Verbrüderung kann nur fruchten,
                                  bringt uns Segen immerdar:
                                  Dankbar gehen wir drum in Juchten,
                                  essen dankbar Kaviar.
                                  • Gość: Chinesisches Lobli Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 21:11
                                    Chinesisches Loblied
                                    Samstag, 15.Mai. @ 23:37:00 CEST von admin

                                    2.Mai 1841 (Unpolitische Lieder, 2.Teil)

                                    Stehende Heere müssen wir haben,
                                    Stehende Heer' im himmlischen Reich.
                                    Wär' es nicht wahrlich Jammer und Schade,
                                    wenn wir nicht hätten manchmal Parade,
                                    wenn wir nicht hörten den Zapfenstreich ?
                                    Stehende Heere müssen wir haben,
                                    stehende Heer' im himmlischen Reich.

                                    Stehende Heere müssen wir haben,
                                    weil sie in Umlauf bringen das Geld:
                                    Wo die Soldaten zechen und zehren,
                                    muß sich der Handel und Wandel vermehren,
                                    stehende Heere müssen wir haben,
                                    weil sie in Umlauf bringen das Geld.

                                    Stehende Heere müsen wir haben;
                                    wo sie bestehen, bestehen auch wir.
                                    Wenn wir die stehenden Heere nicht wollten,
                                    wüßten die Junker nicht, was sie sollten,
                                    Ach ! und die meisten verschmachteten schier.
                                    Stehende Heere müssen wir haben;
                                    wo sie bestehen, bestehen auch wir.
                                  • Gość: Chatten Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 21:12
                                    Chatten
                                    5. Februar 1840 - Unpolitische Lieder, 1.Teil

                                    Sitte war‘s in alten Tagen
                                    bei der edlen Chattenschar:
                                    Bis man einen Feind erschlagen
                                    ließ man wachsen Bart und Haar.

                                    Auch noch heute gibt es Chatten,
                                    die mit langen Bärten gehen,
                                    weil sie noch das Glück nicht hatten
                                    irgendeinen Feind zu sehen.

                                    Wo die meisten Feinde waren,
                                    drang der Chatte wild hinein,
                                    Von des Leibes Feigheitshaaren
                                    wollt‘ er zeitig sich befreien.

                                    Wir auch heute haben Chatten,
                                    die mit langen Bärten gehen,
                                    doch sie wollen auch den Schatten
                                    eines Feindes nicht mal sehen.
                                    • Gość: Mississippi Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 21:14
                                      Hier am Mississippi

                                      (1844 - Texanische Lieder)

                                      Brüder, lasst uns froh jetzt das Glas erheben
                                      denn wir können frei ja nur im Ausland leben.
                                      Können ohne Pass überall spazieren
                                      ohne Polizei täglich kommersieren.
                                      Hier am Mississippi!

                                      Freies Denken gilt so wie freies Sprechen
                                      Nirgends hier für ein Staatsverbrechen
                                      hier amcht kein Gendarm jemals uns Bedrängnis
                                      und kein Bettelvogt führt uns ins Gefängnis.
                                      Hier am Mississippi!

                                      Michel baue nicht ferner deine Saaten
                                      fürs Beamtenheer und die Herren Soldaten
                                      Michel, faß ein Herz, endlich auszuwandern
                                      Hier gehörst du dir, da nur stets den andern.

                                      Adel, Ordenskram, Titel, Rang und Stände
                                      und so dummes Zeug hat allhier ein Ende
                                      Hier darf nie ein Pfaff mit der Höll uns plagen
                                      nie ein Jesuit uns die Ruh verjagen.
                                      Hier am Mississippi!

                                      Früher lebten wir gleichsam nur zur Strafe
                                      und man schor auch uns gerade wie die Schafe
                                      Brüder, lasst uns darum, singen, trinken, tanzen!
                                      Keiner darf und kann hier uns je kuranzen.
                                      Hier am Mississippi!

                                      Michel baue nicht ferner deine Saaten
                                      fürs Beamtenheer und die Herren Soldaten
                                      Michel, faß ein Herz, endlich auszuwandern
                                      Hier gehörst du dir, da nur stets den andern.
    • Gość: Nicht Mord, nicht Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 21:20
      Nicht Mord, nicht Bann, nicht Kerker

      März 1850

      Nicht Mord, nicht Bann, noch Kerker
      nicht Standrecht obendrein
      es muß noch stärker kommen
      soll es von Wirkung sein.

      Ihr müßt zu Bettlern werden
      müßt hungern allesamt
      Zu Mühen und Beschwerden
      verflucht sein und Verdammt

      Euch muß das bißchen Leben
      so gründlich sein verhaßt
      daß Ihr es fort wollt geben
      wie eine Qual und Last

      Erst dann vielleicht erwacht noch
      in Euch ein besserer Geist
      Der Geist, der über Nacht noch,
      Euch hin zur Freiheit heißt
      • Gość: HINÜBER Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 21:22
        HINÜBER, HERÜBER

        (Schön Ännchen - 1857) Mal was leichtes, hatten wir uns gedacht, für die CD, bei
        all der schweren Kost, gleichzeitig das "schönste" Liebeslied aus seiner Feder:
        (Das war wirklich nicht seine Stärke...)

        Es webte schön Ännchen ohn Unterlaß
        als dächte sie weder an dies noch an das
        ließ hurtig das Schiffchen wandern
        von einer Seite zur andern

        Herüber, hinüber,
        herüber, hinüber

        Doch schneller als das Schiffchen flog
        ihr Herz zum fernen Geliebten zog
        Ach, könnt er bei mir doch weilen
        ach, könnt ich zu ihm doch eilen

        Herüber, hinüber, herüber, hinüber

        Da pochte schneller und lauter das Herz
        und größer wurde der Sehnsucht Schmerz
        das arme liebe Mädchen
        es netzte mit Tränen die Fädchen

        Herüber, hinüber, herüber, hinüber

        Und ehe der Einschlag zu Ende gebracht
        der Liebste plötzlich die Türe aufmacht
        da gab´s zwei glückliche Herzen
        und welch ein Kosen und Scherzen

        Herüber, hinüber, herüber, hinüber
      • Gość: BUNDESZEICHEN Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 21:23
        BUNDESZEICHEN I UND II

        2.Oktober 1842

        Frei und unerschütterlich
        wachsen unsere Eichen
        Mit dem Schmuck der grünen Blätter
        stehn sie fest in Sturm und Wetter
        wanken nicht noch weichen.

        Wie die Eichen himmelan
        trotz den Stürmen streben
        wollen wir auch ihnen gleichen
        frei und fest wie deutsche Eichen
        unser Haupt erheben.

        Darum sei der Eichenbaum
        unser BUNDESZEICHEN
        daß in Thaten und Gedanken
        wir nicht schwanken oder wanken
        niemals muthlos weichen
        März 1850

        Soll uns keine Hoffnung werden,
        keine mehr in unserem Leide
        Ach ! Der erste Baum, der grünet,
        ist die deutsche Trauerweide
        Deutschland kannst Du dich noch rühmen
        deiner Reben, deiner Eichen ?
        Deutschland nimm die Trauerweide
        jetzt zum Wahr- und Lebenszeiche
        • Gość: Was lange währt Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 21:25
          Was lange währt, wird gut

          oder Die Drei Schweizer - 6. April 1844
          in: Maitrank
          Melodie: Was soll ich in der Fremde tun

          Mit meinem Liebchen an der Hand
          ist mir die Zeit entflohen
          O weh mir armen Lieutenant,
          wie lange wart' ich schon!
          Bezög ich doch nur bald, ja bald
          la la la la la la la la la la
          Das Kapitänsgehalt!

          Zehn Jahre bin ich Kandidat,
          zum Warten wie verdammt.
          O glücklich wer ein Liebchen hat
          und kommt dann gleich ins Amt!
          Ein Amt auch noch so klein, so klein,
          ach wär ein Amt nur mein!

          Ich bin Assessor fünfzehn Jahr
          und Bräutigam zugleich,
          an allem arm, wie ich es war
          und nur an Hoffnung reich.
          Heiraten möchte ich bald, ja bald,
          doch hab ich kein Gehalt.

          Geduld ist eines Christen Pflicht,
          Hoffnung sein schönstes Gut.
          Drum, liebe Brüder, klaget nicht,
          und fasset frischen Mut!
          Ja, liebe Brüder, Mut nur Mut!
          Was lange währt, wird gut.
          • Gość: Lauter Triftige Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 21:26
            Lauter Triftige Gründe

            30. April 1844 (in: Maitrank)
            Melodie: Hänselein, willst du tanzen?

            "Deutscher Mann, willst du sprechen
            nicht auch ein freies Wort?"
            O nein, ich kann nicht sprechen,
            es ist hier nicht am Ort.
            Ich will noch werden allerlei,
            und wenn ich sprech ein bißchen frei,
            so werd' ich weiter nichts.

            "Deutscher Mann willst du sprechen
            nicht auch so frei wie wir?"
            O nein, ich kann nicht sprechen,
            fürwahr, es schadet mir.
            Ich will noch haben mehr Gehalt,
            und sprech' ich frei, so werd' ich alt
            und kriege weiter nichts

            "Deutscher Mann, willst du sprechen
            nicht auch wie jeder Christ?"
            O nein, ich kann nicht sprechen,
            weil' s zu gefährlich ist.
            In Untersuchung mag ich nicht,
            Weitläufigkeiten lieb' ich nicht,
            drum sprech ich lieber nichts.
          • Gość: TEUFEL Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 21:27
            KRIECH DU UND DER TEUFEL

            in: Maitrank

            Melodie: Oh, Berlin, ich muß dich lassen

            Ja, verzeihlich ist der Großen
            Übermut und Tyrannei
            denn zu groß und niederträchtig
            ist des Deutschen Kriecherei !

            Sieht ein Deutscher seines Fürsten
            höchsterbärmlich schlechten Hund
            tut er gleich in schönen Worten
            seine Viehbewunderung kund

            sieht ein Deutscher seines Fürsten
            altersschwaches Pferd
            ist er freudig doch ergriffen
            von des Gaules früherem Wert

            sieht ein Deutscher seines Fürsten
            allerältestes Hoffräulein
            denkt er, eine Bürgerstochter
            könnte doch so schön nicht sein

            Sieht ein Deutscher seines Fürsten
            jämmerlichsten Kammerherrn
            steht er still und grüßt in Ehrfurcht
            und er sieht ihm nach von fern

            sieht er nun den Fürsten selber,
            oh, wie ist er dann entzückt
            wenn Durchlaucht ihn wieder grüßt,
            nun dann wird er fast verrückt

            er erzählt dann allen Menschen
            welche Gnade ihm widerfuhr
            daß Durchlaucht ihn hat gewürdigt
            mehr als eines Blickes nur.

            er erzählt den Kindeskindern,
            ja, ich habe ihn gesehn !
            Und bei Gott nun kann ich ruhig,
            ruhig in die Grube gehen
            • Gość: Bewußtsein Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 21:28
              Das erwachte Bewußtsein

              aus: Maitrank, Melodie: Ein Jäger aus Kurpfalz

              Bei einer Pfeif Tabak,
              bei einer Pfeif Tabak
              bei einer guten Pfeif Tabak,
              und einer Flasche Bier
              politisieren wir

              Juja ! Juja !
              Wie glücklich ist fürwahr der Staat
              der solche Bürger hat,
              der solche Bürger hat.

              Da wird dann viel erzählt,
              ganz viel wird da erzählt
              gar viel und mancherlei erzählt
              gestritten und gelacht,
              und manch ein Witz gemacht

              Haha ! Haha !
              Wie glücklich ist fürwahr der Staat
              der solche Bürger hat,
              der solche Bürger hat.

              Dann stoßen wir auch an,
              wir stoßen auch mal an
              auch auf die Deutsche Freiheit an,
              und unsere Polizei
              sitzt fröhlich mit dabei

              Und wenn die Stunde schlägt,
              ja, wenn die Stünde schlägt
              und wenn die Feierstunde schlägt
              Löscht man die Lichter aus
              und wir , wir gehen nach Haus !

              Gut Nacht ! Gut Nacht !
              Wie glücklich ist fürwahr der Staat
              der solche Bürger hat,
              der solche Bürger hat.
              • Gość: Bei des Storches Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 21:47
                Bei des Storches Wiederkehr

                Habt Ihr ihn noch nicht vernommen?
                Auf dem Dache sitzt er schon
                Unser Storch ist heimgekommen
                Hört doch, hört den frohen Ton!
                Klappre du, klappre du
                klapp klapp klapp
                Klappre du, klappre du immerzu !

                Ja, du bist nun eingetroffen
                nach so mancher Winternacht
                hast enthüllet unser Hoffen
                und den Frühling uns gebracht
                Klappre du, klappre du
                klapp klapp klapp
                Klappre du, klappre du immerzu !

                Ach, wie tönt in unsere Ohren
                doch so süß der frohe Ton
                Ja, wir sind wie neugeboren
                denn der Winter ist entfloh' n
                Klappre du, klappre du
                klapp klapp klapp
                Klappre du, klappre du immerzu !

                Anmerkung:
                Eines der unzähligen Beispiele für das Bild des Frühlings,
                das den Aufbruch in eine bessere Zukunft symbolisiert
                Der Flüchtling Hoffmann nimmt in seinem politischen Kampf
                auch ein Kinderlied zwischen revolutionäre Gesänge !

                in: Maitrank
              • Gość: Wie einer gern ein Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 21:48
                Wie einer gern ein Poet werden wollte


                "Gib mir poetisches Genie
                Ideen, Witz und Phantasie"!
                So wandte sich vertrauensvoll
                ein Fürst zum Musengott Apoll

                "Und gibst du diese Gaben mir,
                so bau' ich einen Tempel dir
                so schön wie einst Walhalla war,
                die dir erbau'n hieß ein Barbar."

                Der Gott der kannte seinen Mann,
                Er dachte: warte nur, Tyrann !
                Es hat gereimet sich noch nie
                Die Tyrannei und Poesie.-

                Zerknirscht und ganz verzweiflungsvoll
                lag vor dem Bilde des Apoll
                allzeit des Fürsten Majestät,
                als ob er Reu und Buße tät.

                Ach ! wie er so zerknirscht da lag
                so manche Nacht, so manchen tag !
                Fürwahr, es war erbarmungsvoll !
                Da gab ihm k e i n G e h ö r Apoll.

                in: Deutsche Salonlieder
                • Gość: Philister Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 21:49
                  Das Lied vom deutschen Philister

                  in: Deutsche Salonlieder (von der CD der Gruppe "Grenzgänger")

                  Ein sehr anschauliches Beispiel für die Aktualität der Texte
                  von Hoffmann von Fallersleben. Das ganze unterlegt mit einem schön treibenden
                  sechs-achtel Beat, der sich zu einem leicht afrikanisch anmutenden zwölf-achtel
                  wandelt.

                  Der deutsche Philister, das bleibet der Mann
                  auf den die Regierung vertrauen noch kann
                  der passet zu ihren Beglückungsideen
                  der läßt mit sich alles gutwillig geschehn

                  Befohlenermaßen ist er stets bereit
                  zu stören, zu hemmen den Fortschritt der Zeit
                  zu hassen ein jegliches freies Gemüt
                  und alles, was lebet, was grünet und blüht

                  Sprich, deutsche Geschichte, bericht es der Welt
                  wer war doch dein größter berühmtester Held
                  Der Deutsche Philister, der Deutscheste Mann
                  der alles verdirbt was man Gutes begann

                  Was schön und erhaben, was wahr ist und recht
                  das kann er nicht leiden, das findet er schlecht
                  so ganz, wie er selbst ist, so kläglich, gemein
                  hausbacken und ledern soll alles auch sein

                  Solange der Philister regieret das Land
                  ist jeglicher Fortschritt daraus wie verbannt
                  denn dieses erbärmliche feige Geschlecht
                  das kennet nicht Ehre, nicht Tugend und Recht

                  Du Sklav der Gewohnheit, du Knecht der Gewalt
                  käme dein Simson, o käm er doch Bald
                  Du Deutscher Philister, du gräßlichste Qual
                  o holte der Teufel dich endlich einmal

                  Doch leider hat Beelzebub keinen Geschmack
                  an unsern Philistern, dem lumpigen Pack
                  und wollten sie selber hinein in sein Haus
                  so schmiß der die Kerle zum Tempel hinaus
                  • Gość: ballest Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip0.t-ipconnect.de 14.09.04, 22:04
                    Du bist einmalig ! lieber "BüstenHalter" :-))))

                    --

                    pyrsk
                    ballest
                • Gość: Wallfahrtslied Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 21:51
                  Wallfahrtslied zum heiligen ungenähten Rock

                  Werft fort, werft fort, die Bibel fort !
                  denn was bedarf‘ s anjetzt für die Welt
                  noch Gottes Wort ?

                  Greift schnell, greift schnell zum Wanderstock !
                  Mehr Heil und Gnaden beut für die Welt
                  jetzt Gottes Rock.

                  Frisch auf, frisch auf mit frommen Sinn
                  zum gnadenreichen Rock ohne Naht
                  nach Trier hin

                  Beugt dort, beugt dort wie einst das Vieh
                  vor Jesu Krippelein, vor dem Rock
                  noch eher das Knie.

                  Ablaß, Ablaß von Sünd‘ erhält
                  auf Lebenszeit, wer fromm vor dem Rock
                  jetzt niederfällt

                  Hoffmannsche Tropfen –
                  Melodie: Glück auf, der Steiger kommt (Hoffmann merkt an: In einem jetzt (1844)
                  gedruckten Büchelchen: "Der heilige Rock zu Trier. Gedruckt mit Genehmigung.
                  Bei D. Riesen in der Hosenstraße Nro. 211, in Trier" beginnt S.16 ein Lied:
                  "Würdigstes der Altertümer ! / das uns je die Welt gezeugt; / dir sei nach dem
                  Allerhöchsten / unser Knie zuerst gebeugt."
                  • Gość: Der Regierungsrat Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 14.09.04, 21:51
                    Der Regierungsrat

                    Der Morgen graut, der Regierungsrat
                    sitzt schon bei seinen Geschäften
                    ist ausgerüstet für Kirch und Staat
                    mit frisch erneuerten Kräften
                    er denkt mit Freuden an seine Pflicht
                    und schreibet einen neuen Bericht

                    Er sitzt und sitzt in den Akten tief
                    hat Weib und Kind vergessen
                    und hätte, wenn ihn die Frau nicht rief
                    sogar die Mahlzeit vergessen
                    Er setzt sich zur Familie und spricht
                    von nichts als von seinem neusten Bericht

                    Der Regierungsrat nimmt sich kaum Zeit
                    mit Ruhe das Mahl zu verzehren
                    da sieht man ihn schon mit Geschäftigkeit
                    zurück an die Arbeit kehren
                    zwar hat er gegessen, doch weiß er es nicht
                    er dachte nur stets an seinen Bericht

                    Beneidenswertes Menschenlos,
                    oh selig verlebte Stunden
                    Der Regierungsrat und sein Aktenstoß
                    sind ewiglich treu verbunden
                    und wenn am Ende das Herz ihm bricht
                    so stirbt er an seinem letzten Bericht
                    • Gość: Was haben wir Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 17.09.04, 20:26
                      Was haben wir Gänse für Kleidung an

                      Was haben wir Gänse für Kleider an?
                      Gi, ga, gack?
                      Wir gehen barfuß allezeit
                      In einem weißen Federkleid.
                      Gi, ga, gack!
                      Wir haben nur einen Frack.

                      Was trinken wir Gänse für einen Wein?
                      Gi, ga, gack?
                      Wir trinken nur den stärksten Wein,
                      Das ist der Gi - ga - Gänsewein,
                      Gi, ga, gack,
                      Ist stärker als Rum und Rak.

                      Was haben wir Gänse für eine Kost?
                      Gi, ga, gack!
                      Des Sommers gehn wir auf die Au
                      Des Winters speist die Bauersfrau
                      Gi, ga, gack!
                      Uns aus dem Hafersack.

                      Was reden wir Gänse für Sprachen doch?
                      Gi, ga, gack!
                      Wir könnten Professoren sein,
                      Wir reden Griechisch und Latein,
                      Gi, ga, gack!
                      Ist unser Schnick und Schnack.

                      Was machen wir Gänse am Martinstag?
                      Gi, ga, gack!
                      Man führt uns aus dem Stall hinaus
                      In einem fetten Martinsschmaus
                      Gi, ga, gick!
                      Und bricht uns das Genick.
                      • Gość: Spitzkugeln Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 17.09.04, 20:28
                        1849 - Spitzkugeln (Zeit-Distichen)

                        Hoffmann von Fallersleben veröffentlichte diese kleinen Zweizeiler, um nach der
                        gescheiterten Revolution von 1849 seinen Landsleuten deutlich die Meinung zu
                        "geigen" - eben spitze Kugeln abzufeuern. Er wird wenig Gehör gefunden haben,
                        aber seiner Seele Luft gemacht haben.

                        Zeit-Distichen, erschienen im Selbstverlag, Darmstadt 1849,
                        In Kommission bei Leske
                        1 Distichen, wenn ihr gefallt gar niemandem, würd ich sehr traurig
                        Doch, wenn ihr allen gefielt, würd ich noch trauriger sein.
                        2 Ja, wir haben geschwärmt für die schwarzrotgoldene Freiheit,
                        und man hat, welch Glück ! Alles uns gnädig verziehn
                        3 Freiheitstrunkenes Volk, wie liegst du im Katzenjammer
                        Und kein Märzverein machet sobald dich gesund
                        4 Immer garstiger wird doch die alte Jungfer Europa
                        heute würde wohl Zeus schwerlich zum Ochsen um sie.
                        5 Freiheit wollte das Volk durch Verfassung breitester Basis
                        aber es folgt auf den März immer ein erster April.
                        6 Wollen’s versuchen einmal mit einem anderen Monat
                        Was uns der März gebracht märzet man wiederum aus.
                        7 Dächtet ihr immer zunächst nicht an euch, so würde die Zukunft
                        euer sein und der Staat machte mit euch dann noch Staat
                        8 Strebt ihr Bürger zu sein, so vergeßt nicht Menschen zu bleiben
                        Gehet unter der Mensch, taugt auch der Bürger nicht viel
                        9 Vieles habt ihr studiert, doch eins nur lerntet ihr gründlich
                        Systematisch das Volk machen zum zahlenden Knecht.
                        10 Was doch die Freiheit vermag, ihr ginget als Hasen zu Bette
                        Und als Tiger und Leu’n grüßt euch der rosige Tag.
                        11 O wie schreit ihr so laut, daß das Vaterland in Gefahr ist
                        Wie patriotisch ! und doch – seid ja nur ihr in Gefahr.
                        12 Feige nennt ihr das Volk – Still, still ! Maulhelden, was wollt ihr
                        Habt ihr nicht immer das Volk, immer gelassen im Stich ?
                        13 Alle meint ihr es gut mit des Volkes Rechten und Freiheit
                        Aber ich fand, ihr meint’s doch am besten mit euch.
                        14 Schufte mit Eichenlaub, abtrünnige Altliberale !
                        Fällt mit dem Herbste das Laub, bleibt nur noch übrig der Schuft.
                        15 Fürsten belohnten euch zwar, abtrünnige Feinde des Volkes !
                        Aber des Volkes Fluch läßt euch nicht Ruhe noch Rast.
                        16 Welch ein hoher Genuß, wenn man kann mit ehrlichen Männer
                        Eine Minute des Tags heutigen tags sich noch freu’n
                        17 Mancherlei Krankheit gibt’s und die Sterblichen sterben an mancher
                        Doch daß man stirbt an der Zeit, hat noch kein Doktor gewußt.
                        18 Die Pyramide von Kugeln zerfällt, wenn du unten was wegnimmst
                        Nimmst du die oberste ab, kann noch das ganze bestehn
                        19 Wollte der König der Kön‘ge das Fleh’n der Nationen erhören
                        Würd auf der Welt ein Zaunkönig hinfort nur noch sein.
                        20 Daß du von Gottes Gnaden nur bist, das hast du bewiesen
                        Ja, sonst hätte gewiß längst dich der Teufel geholt
                        21 Willst du, mein deutsches Volk, für die Freiheit fechten, so mach es
                        Nicht wie der Handwerksbursch ficht – wenn er bettelt um Brot.
                        22 O wie seid ihr verwandt, du himmlisches China und Deutschland
                        Original und Kopie ! dort Mandarinen wie hier !
                        23 Wachet ! Ihr könnt ja schlafen genug im Schoße des Grabes;
                        Wachet ! Der Freiheit Ruf schallt für die Lebenden nur.
                        24

                        Seid ihr nicht selber begeistert, wie wollt ihr das Volk doch begeistern ?
                        Eine Revolution macht man nicht mit dem Verstand.
                        25 Wenn nicht endlich das Volk sein Wohl und Wehe verstehen lernt,
                        mag’s wie der Bär am Strick tanzen und betteln um Brot.
                        26 Größer nur wollt ihr das Vaterland ? Ihr Thoren, was singt ihr ?
                        Ist dann nicht der Kosack immer der glücklichste Mann ?
                        27 Stimmt zum Gesange die Welt ein Gefühl, so ist es die Freiheit,
                        leider gelangte das Volk nur zu der Katzenmusik.
                        28 Schmeißt die Tradition in die Rumpelkammer der Vorzeit,
                        oder das Menschengeschlecht bleibt ein ewiger Sklav.
                        29 Weil Jahrhundertelang ihr das Volk nicht geliebt und geachtet
                        Soll euch jetzt das Volk lieben und achten im Nu?
                        30 Ja, die Studierten, sie sind der Hemmschuh aller Bewegung,
                        ob es nun geht ins Tal oder empor auf den Berg.
                        31 Immer noch treibt ihr Heiligendienst vor dem gläubigen Haufen,
                        und zum trierischen Rock macht ihr ein königlich Kleid
                        32 Schimpft nicht immer das Volk, daß es unempfänglich und träg ist
                        Schimpft euch selber, denn ihr seid ja nur selber dran schuld
                        33 Bis an die Tasche, so weit geht euer Liberalismus
                        Dringt er etwa hinein, kommt er nicht wieder hinaus
                        34 Unsere Fürsten opfern anjetzt die Kinder der Freiheit
                        Ihrem Moloch, der zum Dank nächstens sie selber verzehrt.
                        35

                        Dummheit oder Verrat – das waren u n s e r e Dänen.
                        Ehe wie diese gesehen, hatten uns jene besiegt.

                        36
                        Wenn ihr jegliches Rot, auch das Rot der Rose verbietet-
                        Nie vertilgt ihr das Rot eurer entsetzlichen Scham.
                        • Gość: Vogel Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 17.09.04, 20:35
                          Alle Vögel sind schon da

                          1. Alle Vögel sind schon da,
                          Alle Vögel, alle!
                          Welch ein Singen, Musiziern,
                          Pfeifen, Zwitschern, Tierelier'n!
                          Frühling will nun einmarschier'n,
                          Kommt mit Sang und Schalle.

                          2. Wie sie alle lustig sind,
                          Flink und froh sich regen!
                          Amsel, Drossel, Fink und Star
                          Und die ganze Vogelschar
                          Wünschet dir ein frohes Jahr,
                          Lauter Heil und Segen!


                          1835
                          • Gość: DEMAGOG Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 17.09.04, 20:37
                            DER EWIGE DEMAGOG

                            (30.4.1842)
                            in: Deutsche Lieder aus der Schweiz

                            Schleppt den Frühling in den Kerker
                            denn er ist ein Demagog
                            weil er der gewohnten Herrschaft
                            seines Vaters entzog
                            Uns um unsere langen Nächte
                            und den schönen Schlaf betrog
                            Schleppt den Frühling in den Kerker
                            denn er ist ein Demagog

                            Schleppt den Frühling in den Kerker
                            der die Welt in Aufruhr bringt
                            Bäche rauschen, Bäume flüstern
                            jeder Vogel zirpt und singt
                            und auch in die Menschenherzen
                            wunderbare Regung dringt
                            Schleppt den Frühling in den Kerker
                            der die Welt in Aufruhr bringt

                            Schleppt den Frühling in den Kerker
                            setzt den Winter auf den Thron
                            Legitim ist nur der Winter
                            und ein Demagog sein Sohn
                            Dieser aber will nichts weiter
                            nichts als Revolution
                            Schleppt den Frühling in den Kerker
                            setzt den Winter auf den Thron
                        • Gość: Ziutek Do debilka Hanyska IP: *.dip.t-dialin.net 17.09.04, 20:38
                          Czy ty w koncu kiedys zmadrzejesz? Cos mi sie wydaje ze juz sam w to zwatpiles?
                          • Gość: Adolf Re: Do debilka Hanyska IP: *.dip.t-dialin.net 17.09.04, 20:40
                            laband /szwager i inne wredne gebelsy to wy jestescie debilami
                            splac twoje kredyty ty faszysto
                            • Gość: Ziutek Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 17.09.04, 20:44
                              EIN NEUES LIED AUS MEINER ZEIT

                              Geschrieben am 15. Juni 1842, wir haben nur einen Satz umformuliert,
                              schon war der Text wieder hochaktuell !

                              Refrain: Ein politisch Lied, ein garstig Lied,
                              so dachten die Dichter mit Goethen
                              und glaubten, sie hätten genug getan,
                              könnten sie girren und flöten !

                              Von Nachtigallen, von Lieb und Wein,
                              von blauen Bergesfernen
                              von Rosenduft und Lilienschein,
                              von Sonne, Mond und Sternen
                              doch anders dachte das Vaterland,
                              das will von der Dichterinnung
                              keinen verbrauchten Leiertand,
                              und keine biedere Gesinnung

                              Refrain:

                              Ich sang nach alter Sitt und Brauch
                              von Mond und Sterne und Sonne
                              von Wein und Nachtigallen auch,
                              von Liebeslust und Wonne
                              Da rief mir zu das Vaterland,
                              Du sollst das Alte lassen
                              den alten verbrauchten Leiertand,
                              du sollst die Zeit erfassen

                              Refrain:

                              Denn anders geworden ist die Welt,
                              es leben andere Leute
                              was gestern noch stand, schon heute fällt,
                              was gestern nicht galt, gilt heute
                              Und wer nicht die Kunst in unserer Zeit,
                              weiß gegen die Zeit zu richten
                              der werde nun endlich beizeiten gescheit
                              und lasse lieber das Dichten.

                              Ein politisch Lied, ein garstig Lied,
                              so dachten die Dichter mit Goethen
                              und glaubten, sie hätten genug getan,
                              könnten sie girren und flöten !

                              in: Deutsche Lieder aus der Schweiz
                              • Gość: Adolf Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 17.09.04, 20:46
                                L' Allemagne partout

                                Februar 1842
                                (in: Deutsche Lieder aus der Schweiz)
                                Melodie: Kein Feuer, kein Kohle, kann brennen so heiß

                                Ihr Freunde, so lasset das Fremde doch ruhn !
                                Wir haben genug noch zu Hause zu tun.

                                Das Fremde bewundern kann jedermann;
                                macht Eigenes, was man bewundern kann !

                                Überall mir das Gut' und das Schöne gefällt,
                                doch bin ich kein Affe der ganzen Welt.

                                Ich weiß, was ich habe, ich weiß was ich bin,
                                ich bin ein Deutscher mit Leib und mit Sinn.

                                Das Fremde zu hassen, das fällt mir nicht ein,
                                doch kann ich und will ich ein Deutscher nur sein.

                                Und bleib' s bis zum letzten Atemzug -
                                nun liebt oder haßt mich, nun wißt ihr genug.
                            • Gość: pimpek Re: Do debilka Hanyska(Adolfa) oT! IP: *.dip.t-dialin.net 17.09.04, 20:45
    • Gość: Adolf Re: Witam w Gliwicach :) IP: *.dip.t-dialin.net 17.09.04, 20:44
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      • Gość: wacus Debilek Hanysek-leczenie nie pomoglo! IP: *.dip.t-dialin.net 17.09.04, 20:46
        • Gość: Ziutek Re: Debilek Hanysek-leczenie nie pomoglo! IP: *.dip.t-dialin.net 17.09.04, 20:48
          Wächterlied

          9. Dezember 1840
          Deutsche Lieder aus der Schweiz

          Der Wächter sang herab von hoher Zinnen:
          Die Nacht sie eilt von hinnen !
          Wacht auf ! Wacht auf und lasset nicht
          das süße Licht
          des neuen Tags verrinnen !

          Da hörte man die kleinen Vöglein singen
          und Preis dem Tage bringen,
          dem Tage, der von langer Nacht
          sie frei gemacht
          und aus des Schlafes Schlingen.

          Des Volkes Sänger aber blieben liegen
          in guter Ruh' und schwiegen;
          sie wollten nicht in Wald und Hag
          dem neuen Tag
          mit Sang entgegen fliegen.
        • Gość: Ziutek Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 17.09.04, 20:49
          Wächterlied

          9. Dezember 1840
          Deutsche Lieder aus der Schweiz

          Der Wächter sang herab von hoher Zinnen:
          Die Nacht sie eilt von hinnen !
          Wacht auf ! Wacht auf und lasset nicht
          das süße Licht
          des neuen Tags verrinnen !

          Da hörte man die kleinen Vöglein singen
          und Preis dem Tage bringen,
          dem Tage, der von langer Nacht
          sie frei gemacht
          und aus des Schlafes Schlingen.

          Des Volkes Sänger aber blieben liegen
          in guter Ruh' und schwiegen;
          sie wollten nicht in Wald und Hag
          dem neuen Tag
          mit Sang entgegen fliegen.
          • Gość: Adolf Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 17.09.04, 20:50
            Frühlingslied eines Verbannten

            28. April 1843
            in: Deutsche Lieder aus der Schweiz
            Melodie: Und wüßten' s die Blumen, die kleinen

            Ich geh auf den sonnigen Hügel und schau in die grüne Welt.
            Es hat sich in Freud' und Hoffnung gekleidet der Wald und das Feld.
            Ich steh' auf dem sonnigen Hügel und schau in die Ferne hinein:
            O könnt' ich bei meinen Lieben, dort hinter den Wäldern doch sein!

            O könnt ich die Tage der Kindheit erneuen in meiner Brust!
            Mit euch noch einmal träumen des Frühlings selige Lust !
            O Nachtigall trag die Botschaft zu meinen Lieben hin !
            Sag allen, daß in der ferne ich immer bei ihnen noch bin.

            Trag meinen Sang hinüber
            und grüße mein Heimatland !
            O Nachtigall, laß dich bitten -
            du bist ja nicht verbannt.
            • Gość: Ziutek Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 17.09.04, 20:52
              Das deutsche Nationalgefühl

              Wie könnt ich mich doch nennen
              Gänsdarm, das bin ich nicht !
              Ich bin ja eine Gensdarme,
              wie jeder weiß und spricht.
              "Was, meint Ihr, soll ich sagen,
              ein Schand-arm ? Wahrlich, nein !
              Da müßt ich euch ja schimpfen !
              Das fällt mir gar nicht ein !"

              "Gänsdarm so steht' s geschrieben
              und anders heißt es nicht;
              wie wollt ihr mir beweisen,
              daß man es anders spricht ?"
              Ich will' s euch bald beweisen,
              daß ich kein Gänsdarm bin:
              Ihr müßt jetzt auf der Stelle
              mit mir zum Richter hin ! -

              Sie traten vor den Richter,
              der hörte sie beide an
              Und sprach: Gensdarme ist französisch,
              Französisch, mein lieber Mann !
              "Ei sapperment, französisch -
              das geht mich gar nichts an:
              Ich bin einmal ein Deutscher,
              der kein Französisch kann."

              Und meine deutsche Sprache,
              die lass' ich mir nehmen nicht:
              Gänsdarm ist deutsch, deutsch sprech ich
              vor Gott und vor Gericht."

              Eine wahre Geschichte
              Melodie: Frisch auf zum fröhlichen Jagen -
              in. (Deutsche Gassenlieder)

              Dieser Text ist sicherlich ein gutes Beispiel dafür, welche seltsamen Gebilde
              das angestrengte Ringen um eine eigene nationale Kultur erzeugte - das wirkt
              doch sehr verkrampft und bemüht. Aber Fallersleben behauptet, daß es eine wahre
              Geschichte ist...
              • Gość: pimpek Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 17.09.04, 20:53
                Das bescheidene Glück

                in. (Deutsche Gassenlieder) -
                Melodie: Als Adam, als Adam die Eva gesehen

                Bescheidenheit führet zum Höchsten der Welt,
                zu Ehren und Ansehen und Adel und Geld.

                Wie viel die Bescheidenheit endlich vermag,
                das lehret uns Rothschild jeglichen Tag.

                Ein König der Juden ist Jesu Christ,
                und Rothschild der Jude der Könige nur ist.

                Ist der Papst der Herr der Gläubigen allein
                will Rothschild Gläubiger der Herren nur sein.

                Was soll ihm die Judenemanzipation ?
                Er ist ein Bankier und ein Christenbaron.

                Wer bracht' es in seiner Bescheidenheit
                bei Juden und Heiden und Christen soweit ?

                Ja, wollte der Rothschild bescheidener sein,
                so ließ er auf Philosophie sich noch ein.

                Denn wenn er studierte den Hegel anjetzt,
                so würd' er Jehova zu guter Letzt.

                Anmerkung: Amschel Meyer Rothschild leitete das internationale Bankhaus in
                Frankfurt, seine vier Brüder die Banken in London, Paris, Wien und Neapel - auch
                politisch besaßen sie viel Macht und Einfluß.
                • Gość: wiechu Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 17.09.04, 20:56
                  Hoffmann und die Frauen

                  Einige Frauengestalten in Hoffmanns Leben, entnommen einer Broschüre des
                  Museums in Wolfsburg...
                  Das Gretchen von Poppelsdorf

                  Hoffmann war zum Studium nach Bonn gegangen. Er wohnte im nahegelegenen
                  Poppelsdorf im "Haus an der Kirche" bei der Familie eines Porzellanmalers und
                  Steindruckers. Gretchen war die Tochter des Hauses.

                  Hoffmann v. F.:

                  "Sie war ein Landmädchen in Tracht, Sprache und Sitten. Sie trug ein
                  perlengesticktes Häubchen, und wenn sie zur Stadt ging, ein großes weißes Tuch
                  über dem Kopfe und wieder darüber, wenn sie etwas zu tragen hatte, den Korb, der
                  auf einem wollenen Kranze ruhte. Sie war das hübscheste Mädchen des Dorfes und
                  wußte alle die Lieder, die man zum Tanze und bei Zusammenkünften zu singen
                  pflegte. "Hoffmann schrieb die Lieder auf und sammelte sie, hatte aber auch
                  wieder große Lust zum eigenen Dichten gefunden. Unter dem Titel "Lieder und
                  Romanzen" erschienen seine ersten Liebesgedichte 1821 bei Bachem in
                  Köln...Gretchen war mein Taggedanke., Gretchen war mein Traum!" schwärmt
                  Hoffmann.1820.
                  Henriette von Schwachenberg

                  Im März des Jahres entschloß sich Hoffmann, von Bonn aus zu seiner Familie nach
                  Fallersleben zu wandern.Mit leichtem Gepäck und voller Übermut machte er sich
                  zusammen mit Wilhelm Hengstenberg auf den Weg. Man sah ihnen an, daß sie
                  Studenten auf Wanderschaft waren: Schirmmütze, Halstuch, deutscher Rock, ein
                  mächtiger Ziegenhainer, eine kurze Pfeife mit schwarz-rot-goldenen Quasten und
                  ein auf die Brust herabhängender Tabaksbeutel.Fröhlich gelangten sie nach Wetter
                  an der Ruhr - der Heimat Wilhelm Hengstenbergs - und von dort auf das
                  benachbarte Gut "Haus Hove". Die Dame des Hauses, Henriette von Schwachenberg,
                  empfing die beiden Freunde sehr freundlich. Sie hatte nach einer Ehescheidung
                  ihren Mädchennamen wieder angenommen und lebte nun mit den 2 kleinen Kindern bei
                  ihrem verwitweten Vater.In einem Brief an Hoffmann schreibt sie: "Wir Weiber
                  sind wahrlich nicht zu beneiden! Unser Glück ist schon groß, - wenn wir nicht
                  unglücklich sind."Hoffmann begann die um 5 Jahre ältere Frau ernsthaft zu
                  lieben. Er umwarb sie aufrichtig, stieß aber auf vorsichtige Zurückhaltung. Sie
                  empfand große Zuneigung zu dem jungen Mann, konnte sich jedoch äußeren Zwängen
                  und ihren negativen Erfahrungen nicht entziehen. Enttäuscht zog sich Hoffmann
                  zurück.1842 hatte Henriette, die wieder heiratete aber auch weiterhin Hoffmanns
                  Leben und Wirken interessiert verfolgt hatte, von der Absetzung als Professor
                  der Universität und von der Ausweisung aus Breslau erfahren. Sie schrieb ihm
                  sofort und bot ihm - auch finanzielle - Unterstützung an. 1844 trafen sich beide
                  in Bad Soden. Dabei lernte Hoffmann auch den 2. Gemahl Henriettes, den Juristen
                  Gustav Foerster, kennen. Ein Jahr später, im Dezember 1845, stirbt sie. Zurück
                  blieb eine dauerhafte Freundschaft zwischen Foerster und Hoffmann von Fallersleben.
                  • Gość: rodak Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 17.09.04, 20:58
                    Spitzelberichte über Hoffmann von Fallersleben

                    10. Dezember 1841

                    "Erst seit ungefähr einem Jahr ist abermals eine politisch – literarische Macht
                    entstanden, die zwar mit unsichtbaren Waffen ficht, aber um so tiefere Wunden
                    den bestehenden Staatsverhältnissen schlägt, je weniger schmerzlich dieselben
                    für den ersten Augenblick empfunden werden. Diese Waffe ist das satirisch –
                    politische Lied, welchem durch Witz, Ironie, derber Anschauungsweise und Humor,
                    für alle Klassen des Volkes eine unwiderstehlicher Reiz und darum ein Einfluß
                    auf den Zeitgeist verliehen wird, der durch äußere Gewaltmittel kaum zu
                    unterdrücken ist. Und dieser Einfluß wird um so größer und gefährlicher, je
                    einfacher und volkstümlicher die Sprache des Liedes ist, und je wichtiger und
                    geheiligter die Gegenstände sind, welche der Dichter zum Zweck seiner Angriffe
                    wählt."
                    6. Oktober 1842

                    "...er erschien mit fliegenden Haaren (struppigen), mit der schmutzigen Kappe
                    auf dem Ohre; mit dichtem Bart und deutschem Rock, dazu einen ungeheuren
                    Knotenstock, den besonders alle Franzosen recht anstößig fanden."
                    14. März 1843

                    Hoffmann ist schon so weit, "daß er in Bierhäusern, unter seinen Verehrern seine
                    Lieder vorsingt."
                    3. April 1843

                    Hoffmann scheint "durch seine Entsetzung von der Professur nur ein Gefallen
                    geschehen zu sein. Er ist nun ein fahrender Sänger, der überall fetiert wird..."
                    Manchen Zeitgenossen mißfällt, daß der "heruntergekommene Professor", den man
                    spöttisch den "Generalkneipier" nennt, die deutschen Fürsten in Liedern schlecht
                    mache, die er in seiner Brusttasche "auf Champagneretiketten geschrieben" bei
                    sich trage und "die er gleich bereit sei, nach niederträchtigen Meodien zu singen."
                    April 1844

                    "...seine Bewegungen und Manieren, die Art seines Vortrages, seine Sprache, ja
                    selbst seine Physiognomie kündigen ihn als einen 'alten Studenten' an, aus der
                    Periode, welche die ersten sieben oder acht Jahre nach den Freiheitskriegen umfaßt."
                    "Wie wir Hoffmann zu kennen glauben, wird er nie, mag sich auch in Deutschland
                    ereignen, was da wolle, eine Rolle spielen. Er hat entweder keinen Begriff von
                    dem praktischen Leben, oder, weil er demselben lange fernblieb, kein Geschick
                    dazu, es praktisch aufzufassen."
                    16. Dezember 1844

                    Hoffmann durchzog das Großherzogtum Baden "in wahrem Triumph. Überall wurde er
                    fetiert... Wie behauptet, sind in Baden seine politischen Lieder ganz ins Volk
                    gedrungen. In einem kleinen Orte hätten bei einem Essen die Bürgermeisterin und
                    die Schulmeisterin sein Censorlied gesungen.
                    • Gość: Ziutek Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 17.09.04, 21:00
                      Schüler und Student

                      1798

                      Gerade neun Jahre nach dem 14. Juli 1789, dem Tag des Sturms auf die Bastille,
                      dem Beginn der französischen Revolution, wird am 2. April 1798 in dem Flecken
                      Fallersleben August Heinrich Hoffmann, als Sohn von Heinrich Wilhem Hoffmann,
                      einem Kaufmann, und Dorothea Balthasar geboren. Hoffmanns Vater war 5 Jahre lang
                      Bürgermeister des kleinen Ortes, das zum Herzogtum Hannover gehörte, das
                      wiederum Teil des in Auflösung befindlichen "Heiligen römischen Reiches
                      Deutscher Nation" war. Dieses war in hunderte kleiner Fürstentümer und
                      Territorien und die beiden sich uneinigen Großmächte Preußen und Österreich
                      zerfallen. Die Revolution im Nachbarland Frankreich, das dadurch zur Nation
                      wurde, deren Bürger die gleichen Rechte besaßen, hatte in den völlig
                      rückständigen deutschen Landen kaum Wirkung. Die Fürsten befahlen, ihre
                      unmündigen Untertanen hatten zu gehorchen, starre Standesschranken regelten das
                      Leben. Man erzählte sich die Geschichte vom alten Kaiser Barbarossa, der im
                      Kyffhäuser Berg mit seinen Soldaten darauf wartete, daß seine Stunde schlug.
                      1803

                      Statt dessen kam, als Hoffmann fünf Jahre alt war, der Kaiser Napoleon, und nun
                      sollten die Untertanen das Land ihrer Fürsten verteidigen. Überall im Lande
                      wurden Rekruten ausgehoben. "Die jungen Bauernkerle wurden nachts aus ihren
                      Betten geholt und wenn sie nicht willig folgten, mit Gewalt fortgeschleppt.",
                      heißt es in seinen Lebenserinnerungen. Diese "gepreßten Vaterlandsverteidiger"
                      wurden eingesperrt und teilweise in die Armee geprügelt. So war es nicht nur in
                      Hannover, und daher kann es nicht verwundern, daß bald die französischen
                      Revolutionstruppen siegten, und so wurde der Flecken Fallersleben französisch,
                      eine Schwadron reitender Artillerie wurde im Ort stationiert

                      Hoffmann und die anderen Kinder liebten die "schönen Uniformen und zogen überall
                      mit, wenn es Übungen und Paraden gab. Wir konnten uns nur wundern, wenn wir zu
                      Hause hörten: Das sind unsere Feinde..." Hoffmann beschreibt die Franzosen als
                      freundlich, die Soldaten wurden von ihren Vorgesetzten niemals roh behandelt und
                      sie verhielten sich auch nicht wie Knechte, das stand im absoluten Gegensatz zu
                      dem, was er bei seinen Landsleuten erleben mußte, es gab keine Prügel, kein
                      Spießrutenlaufen, die Kinder spielten gerne Soldat, das Soldatenleben schien
                      lustig zu sein.

                      Der Sieg der Franzosen bedeutete auch formal das endgültige Ende des alten
                      Reichs, am 6. August 1806 legt Franz II die Kaiserkrone nieder, Napoleon teilt
                      das Land neu auf, und Hannover wird den Preußen zugeschlagen. Die Stimmung in
                      der Bevölkerung ist zunächst gegen die neuen Herren, in alter Untertanentreue,
                      über die Hoffmann später so oft spotten sollte, hängt man am Landesfürsten fest.
                      Zwar ist man die Franzosen mit ihren Abgaben los, aber unter den Preußen ergeht
                      es den Menschen keineswegs besser. Die Veränderungen lassen den Ort mehr oder
                      weniger unberührt, allerdings gibt es zunächst keine Soldaten mehr in
                      Fallersleben, Dafür reichlich Gerüchte. Und im Herbst des gleichen Jahres ziehen
                      tausende preußische Soldaten durch den Ort, Fußvolk, siegessicher, mit Trommeln
                      und lebenden Truthähnen als Verpflegung, ein beeindruckendes Bild für den
                      Knaben, erneut gibt es Krieg. Schon einige Wochen später kommen die Soldaten
                      zurück, "im erbärmlichen Aufzug, sie hatten nichts weiter gerettet als das Leben
                      und den Brotbeutel. ..Durch ihren traurigen Anblick und die Erzählungen von
                      ihren Leiden und Strapazen erregten sie allgemein großes Mitleid , sie fanden
                      überall Unterstützung. Die Durchzüge der Flüchtlinge und Versprengten dauerten
                      noch mehrere Tage fort." Aus dem "Hamburger Unparteiischen Korrespondenten" ,
                      den Hoffmanns Vater zweimal wöchentlich aus dem liberaleren Hamburg kommen ließ,
                      erfuhren die Fallerslebener von der Schlacht bei Jena . Hoffmann saß mit am
                      Tisch, lauschte den politischen Debatten und las auch vor. " Der Haß gegen
                      Preußen, der im Kurstaate Hannover ein ziemlich allgemeiner gewesen, war jetzt
                      ziemlich verschwunden, das große Unglück hatte große Teilnahme erweckt....So oft
                      man auf Blüchers Niederlage in Lübeck und die dortigen Greuel zu sprechen kam,
                      wurden wir über die Franzosen empört...Ja!, rief dann eine Stimme, es ist mit
                      uns Deutschen vorläufig vorbei...! und eine andere meinte dagegen: Laß nur ! Die
                      Preußen werden die Franzosen ins Land locken und ihnen den Garaus machen. Leider
                      hatte jene erste Stimme, ich glaube, die meines Vaters, recht: es war vorläufig
                      mit uns vorbei, es folgte ein schmachvoller Friede ".
                      • Gość: Adolf Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 17.09.04, 21:01
                        Nachruf auf Hoffmann von Fallersleben


                        Deutschland galt dein erstes Lieben,
                        Deutschland glt dein letztes nur;
                        ja, du bist ihm treu geblieben,
                        deinem edlen Sängerschwur;
                        riefts ihn frohen Liederschalles
                        jubelnd einst um Himmelszelt:
                        "Deutschland Deutschland über alles,
                        über alles in der Welt !"

                        Ach, wie oft für deine Treu
                        hat man dich verfemt, verdammt,
                        trieb man hassend dich aufs Neue
                        fort von Heimat, Haus und Amt !
                        Doch die Nacht des tiefsten Falles
                        hat uns noch dein Sang erhellt:
                        "Deutschland Deutschland über alles,
                        über alles in der Welt !"

                        Und erfüllt ward dein Vertrauen
                        auf des deutschen Volkes Kraft;
                        durftest noch im Spätrot schauen,
                        wie das Reich sich aufgerafft;
                        wie voll mächt’gen Widerhalles
                        siegreich scholl von Belt zu Belt:
                        "Deutschland Deutschland über alles,
                        über alles in der Welt !"

                        Und du fielst ! – Aus deinen Händen
                        sank des Liedes Feldherrnstab ! –
                        Unsere letzten Grüße senden
                        trauernd wir dem Dichtergrab.
                        Aber dann – wie Donner hall es –
                        steig der Schwur zum Sternenzelt:
                        "Deutschland Deutschland über alles,
                        über alles in der Welt !"

                        Ernst Scherenberg verfaßte diesen Nachruf auf Hoffmann von Fallersleben, den er
                        auch am Grabe vortrug
                        • Gość: Ziutek Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 17.09.04, 21:02
                          Generalfeldmarschall Graf Moltke - Zum 26. Oktober 1873

                          Wem gilt am heutigen Tage
                          des Dankes Sang und Wort ?
                          Ein Held ist heute geboren,
                          Gott hat ihn auserkoren
                          zu Deutschlands Segenshort.

                          Das bist Du, edler Moltke !
                          Dank dir viel tausendmal !
                          Du kriegserfahrener Denker,
                          du sicherer Schlachtenlenker,
                          du glücklicher General !

                          Du hast das Volk, das nur dachte,
                          zum Tatenvolk gemacht;
                          den Sieg stets vorbereitet,
                          zu Ruhm und Ehr' uns geleitet
                          durch manche glückliche Schlacht.

                          So sei denn heut' und immer
                          herzinnig deiner gedacht,
                          und noch in fernen Tagen
                          soll Deutschland singen und sagen,
                          was du für uns vollbracht.

                          8. Oktober 1873
                          (aus dem Nachlaß)

                          Melodie: es waren drei Reiter gefangen, oder: Schier dreißig Jahr bist du alt
                          • Gość: Adolf Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 17.09.04, 21:06
                            Der Rhein

                            Der deutsche Rhein – ! Wie klingt das Wort so mächtig!
                            Schon sehn wir ihn, den goldig-grünen Strom,
                            Mit heitern Städten, Burgen stolz und prächtig
                            Die Lurlei dort und dort den Kölner Dom!
                            Der freie Rhein – ! Gedächtnis unsrer Siege,
                            Du mit dem Blut der Edelsten getauft,
                            Ruhm unsrer Väter, die in heil’gem Kriege
                            Mit Liedern nicht, mit Schwerten dich erkauft

                            Ich sah ihn auch – es war ein böses Zeichen,
                            Novemberwolken hingen drüber hin,
                            Nicht strömen, nein! mich dünkt, ich sah sie schleichen,
                            Die goldne Flut, wie eine Bettlerin;
                            Als klagte sie, daß noch mit Zoll und Banden
                            Sie ungestraft der Fremdling knechten darf,
                            Daß noch ein Wort, verfälscht und mißverstanden,
                            Sie von des Meeres keuschem Busen warf !

                            Ich sah das Land — die Traube sah ich reifen,
                            Die rechte Milch, um Männer großzuziehn,
                            Ließ weit hinaus mein flammend Auge schweifen,
                            Dem nie ein Traumbild lieblicher erschien:
                            Ein lautes Echo donnernd fortzutragen
                            Schien Strom und Tal und Felsen mir bereit;
                            Doch – gradheraus! man darf das Wort nicht wagen,
                            Das freie Wort, ihr wißt es! ist gefeit!

                            Wer hat nun Recht, zu sagen und zu singen
                            Vom freien Rhein, dem freien deutschen Sohn?
                            O diese Lieder, die so mutig klingen,
                            Beim ew’gen Gott, sie dünken mich wie Hohn.
                            Ja wolltet ihr erwägen und bedenken,
                            Welch stolzes Wort von eurer Lippe kam,
                            Ihr müßtet ja das Auge niedersenken,
                            mit bittern Tränen, voller Zorn und Scham!

                            Es gilt nicht Dir, der du zuerst gesungen
                            Das stolze Wort vom freien deutschen Rhein
                            Das durch die Welt sich adlergleich geschwungen:
                            Dich schließ im Geist in meinen Arm ich ein!
                            Aus voller Brust ist dir das Lied gequollen,
                            Und nicht im Käfig hast du es bewahrt:
                            Frei fliegt es hin, wohin die Winde wollen –
                            Du tatest recht! und das ist Sängerart.

                            Euch gilt mein Ruf, ihr Fürsten und Vasallen,
                            In deren Händen unser Schicksal liegt! –
                            Euch Deutschen gilt es, nah und fern, euch allen,
                            Soweit ein Hauch von deutschem Munde fliegt:
                            Mit euch zuerst müßt ihr den Kampf beginnen!
                            Soll unverführt von heiserem Geschrei
                            Und ungetrübt des Rheines Welle rinnen,
                            So seid zuerst ihr selber deutsch und frei!

                            Denn käme nun die Stunde der Gefahren,
                            Die wir am Himmel dämmernd schon gesehn,
                            Ich meine wohl, ihr würdet bald gewahren,
                            Daß es nicht leicht ist, Schlachten zu bestehn.
                            Nicht jene Burgen werden niedersteigen,
                            Die Mädchen küssen, aber kämpfen nicht,
                            Die stummen Fische, glaubt mir, werden schweigen,
                            Und Ruder brechen, wo ein Reich zerbricht.

                            ’s gibt einen andern, kräftigern Genossen
                            Als jene Trümmer bröckelndes Gestein:
                            Wer ihm den Arm, den Busen ihm erschlossen,
                            Der siegt durch ihn — und auch durch ihn allein!
                            Ein Feuer ist’s, das unauslöschlich zündet,
                            Ein Zauberwort, das Mauern niederreißt —
                            Drum frisch gewagt und euch mit ihm verbündet:
                            Es ist der deutsche, ist der freie Geist!

                            Gebt frei das Wort, ihr Herrn auf euren Thronen!
                            So wird das andre sich von selbst befrein.
                            Wagt‘s und vertraut! In allen euren Kronen,
                            Wo gibt’s ein hellres, edleres Gestein?
                            Die Presse frei! Uns selber macht zum Richter,
                            das Volk ist reif! – ich wag’s und sag es laut:
                            Auf eure Weisen baut, auf eure Dichter,
                            Sie, denen Gott noch Größ‘res auch vertraut ! –

                            Sei deutsch, mein Volk! verlern den krummen Rücken,
                            An den du selbst unwürdig dich gewöhnt!
                            Mit freier Stirn gradaufwärts mußt du blicken,
                            Vom eignen Mut gesittigt und verschönt.
                            Es kann den Fürsten selber nicht gefallen,
                            Dies schmeichlerisch demütige Geschlecht –
                            Ein offnes Auge! so geziemt es allen,
                            Zu Boden sieht das Tier nur und der Knecht. –

                            So wird’s erreicht! Und wenn in künft’gen Tagen
                            Das stolze Frankreich unsern Rhein begehrt,
                            Wir werden es mit Lächeln dann ertragen,
                            Dann ohne Lieder, doch die Hand am Schwert.
                            Denn dann gelang’s, ihn ewig fest zu flechten:
                            Die goldne Freiheit soll die Fessel sein!
                            Dann lohnt e sich, bis in den Tod zu fechten,
                            Dann, deutsch und frei, dann bleibt er unser Rhein!
                            • Gość: Ziutek Re: Hoffmann von Fallersleben IP: *.dip.t-dialin.net 17.09.04, 21:07
                              1840 – der freie deutsche Rhein

                              Sie sollen ihn nicht haben
                              den freien deutschen Rhein,
                              ob sie wie gierige Raben
                              sich heiser danach schrein

                              So lang er ruhig wallend
                              sein grünes Kleid noch trägt
                              so lang ein Ruder schallend
                              In seine Woge schlägt

                              Sie sollen ihn nicht haben,
                              den freien deutschen Rhein,
                              so lang sich Herzen laben
                              an seinem Feuerwein

                              So lang in seinem Strome
                              noch fest die Felsen stehn,
                              so lang sich hohe Dome
                              in seinem Spiegel sehn

                              Sie sollen ihn nicht haben
                              Den freien deutschen Rhein
                              So lang dort kühne Knaben
                              Um schlanke Dirnen freien

                              So lang die Flossen hebet
                              Ein Fisch auf seinem Grund
                              So lang ein Lied noch lebet
                              In seiner Sänger Mund

                              Sie sollen ihn nicht haben
                              Den freien deutschen Rhein
                              Bis seine Flut begraben
                              Des letzten Manns Gebein

                              Ende Juli / Anfang August 1840, also ein Jahr vor Hoffmanns "Lied der Deutschen"
                              in der "Trierischen Zeitung" von Nikolaus Becker
                              • hanys_hans Re: Hoffmann von Fallersleben 18.09.04, 10:08
                                "Witam w Gliwicach :) von_fallersleben"

                                Mie sie cojs´ widzi ze Hoffmann von Fallersleben czynsciyj witou w Groß
                                Raudyn(Rudy Wiekie) jak w Glywicach

                                Sam moom dwa bildy uod niego dynkmala z kerchowu Schloß Corvey kouo Höxter

                                mitglied.lycos.de/corvey1/corvey6.jpg

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