31.12.07, 19:44
Einen guten Rutsch wünscht allen Forumteilnehmern

Paul Prass (Original)
Obserwuj wątek
    • Gość: borgia Schock-2007 tritt vollkommen überraschend zurück IP: *.iesy.net 31.12.07, 20:06
      Es galt als das beste Jahr 2007 aller Zeiten. Jetzt aber fühlt es
      sich „ausgelaugt, leer, verbraucht" – und das, obwohl es erst seit
      wenigen Monaten im Amt ist. Bei einer Pressekonferenz kündigte 2007
      nun seinen baldigen Rückzug an. Es wolle wieder "mehr Zeit für seine
      Familie" haben.
      Beobachter hatten dem Jahr schon seit längerer Zeit eine gewisse
      Amtsmüdigkeit attestiert. „Ja“, gesteht 2007 nach einem langen Zug
      an seinem Zigarillo, „seitdem mein Budget schon Ende Oktober
      aufgebraucht war, fühle ich mich leer und ausgebrannt.“ Man solle
      sich mal in seine Lage hineinversetzen, fordert das Jahr: „Jeden Tag
      muss ich präsent sein, ich schiebe unbezahlten Wochenenddienst und
      habe keinen Tarifvertrag.

      Ehrlich gesagt: Ich will nicht mehr.“ Keine Frage: Die hohen
      Anforderungen haben 2007 offensichtlich zermürbt. Kritiker
      bemängeln: Es gelang dem Jahr nicht viel. Die Naturkatastrophen in
      Mitteleuropa waren ein Witz, deutsche Angriffskriege fanden so gut
      wie gar nicht statt, Weltmeisterschaften gab es nur in
      Randsportarten (Handball, G 8, Kindstötungen).

      „Ich wünsche meinem Nachfolger viel Glück bei der Umsetzung seiner
      ehrgeizigen Vorhaben“, sagt 2007, „ich für meinen Teil will jetzt
      einfach nur wieder ein Jahr sein, dass in Ruhe sein Bier trinken
      darf. Aber keine Sorge: Bis 23.59 Uhr bin ich noch
      selbstverständlich für Sie da.“


      Was erhoffen Sie sich von 2008?
      - Besser gekleidete Islamisten
      - Einen Streik, bei dem Sie selber mitmachen können
      - Den Untergang der WELT
      - Weniger Sex
      - Mehr Jahreszeiten
      - Eine Frau/Mann (Sie sind Bauer/Baeurin)
      - Dass jemand Ihren G-8-Punkt findet (Sie sind Baeurin/Frau)
      - Knuts Fell
      - Mecklenburg-Vorpommern
      - Bessere Umfragen


    • Gość: borgia Fragen an den ZWIEBElfisch Was rutscht da an oder IP: *.iesy.net 31.12.07, 20:12
      Was rutscht da an oder zu S/y/i/lvester?

      Lieber Zwiebelfisch, wie heißt es denn nun richtig: Silvester oder
      Sylvester? Bekommt man Geschenke an Weihnachten oder zu Weihnachten?
      Und was bedeutet der Spruch mit dem Rutsch? Leser stellen Fragen
      rund um den Jahreswechsel, der "Zwiebelfisch" gibt Auskunft.

      Guter Rutsch!

      Warum wünscht man sich zum Jahreswechsel eigentlich immer
      einen "guten Rutsch"? Woher stammt die Vorstellung, man würde ins
      neue Jahr rutschen?

      Martin Winter, Nürnberg


      Lieber Herr Winter, der traditionelle Silvester-Gruß "Guten Rutsch!"
      hat überhaupt nichts mit rutschen zu tun. Der viel
      beschworene "Rutsch" leitet sich vom hebräischen Wort für Neujahr
      ab: Rosch ha-Schana ("Anfang des Jahres"). Es handelt sich um eines
      der vielen Wörter, die aus dem Jiddischen ins Deutsche eingeflossen
      sind, so wie
      auch "Chuzpe", "malochen", "Massel", "meschugge", "schmusen", "Stuss"
      , "Tacheles" und "Zoff". Guter Rutsch heißt also wörtlich: guter
      Anfang!

      Silvester oder Sylvester?

      Sag mal, Zwiebelfisch, wie heißt es denn nun richtig: Silvester oder
      Sylvester? Ich war immer der Ansicht, Ersteres wäre die richtige
      Variante, aber da ich jetzt immer wieder in irgendwelchen TV-
      Shows "Sylvester" lese und mein "Word" mit "Silvester" gar nix
      anfangen kann, dachte ich mir, ich frag einfach mal dich, bevor ich
      in all meine Neujahrswünsche einen Rechtschreibfehler einbaue!

      Anke Müller

      Liebe Anke, den männlichen Vornamen gibt es in beiden Formen, für
      den letzten Tag im Jahr gibt es jedoch nur die Form mit "i". Der
      Name geht zurück auf Papst Silvester I., der am 31. Dezember des
      Jahres 335 starb. Weil man ihm wundersame Heilkräfte nachsagte und
      lange Zeit glaubte, er habe den römischen Kaiser Konstantin getauft
      (was sich jedoch als falsch erwies), wurde er heilig gesprochen,
      seitdem ist der 31. Dezember sein Namenstag. Erst die Kalenderreform
      unter Papst Gregor XIII. im Jahre 1582 führte dazu, dass sich in der
      christlichen Welt der 1. Januar als Neujahrstag durchsetzte und
      Silvester somit zum letzten Tag des Jahres wurde. Bis dahin galt in
      weiten Teilen Deutschlands der 25. Dezember als Beginn des neuen
      Jahres.

      Silvester leitet sich übrigens vom lateinischen Wort silvam ab und
      bedeutet so viel wie Waldbewohner. Die Römer schrieben den Namen
      mit "i", in späterer Zeit schlich sich aus typografischen Gründen
      oft ein "y" ein. Viele Schreiber und Kopisten bevorzugten das
      griechische "y" gegenüber dem lateinischen "i", weil es deutlicher
      und besser lesbar war. Phonetisch macht es keinen
      Unterschied: "Sylvester" wird genauso ausgesprochen wie "Silvester",
      nicht etwa mit einem "ü".
      Dass viele die Schreibweise mit "y" verwenden, mag - wie so oft - an
      den amerikanischen Vorbildern liegen: Hollywoodstar Sylvester
      Stallone ist heute wohl mehr Menschen ein Begriff als jener Papst,
      der vor 1668 Jahren starb. Ebenfalls bekannter dürfte Kater
      Sylvester sein, jene "böse Miezekatze", der es bis heute leider
      nicht gelungen ist, dem nervtötenden Kanarienvogel Tweety den Kopf
      abzubeißen.

      Meine "Word"-Version macht bei Silvester übrigens keine Probleme.
      Klicken Sie bei der Rechtschreibprüfung einfach auf das Feld "Zum
      Wörterbuch hinzufügen", dann merkt sich das Programm, was es noch
      nicht kennt.

      Viel Glück in 2004!

      Lieber Zwiebelfisch, mittlerweile wird nicht mehr "Viel Glück im
      Jahr 2004" oder "Viel Glück 2004", sondern "Viel Glück in 2004"
      gewünscht. Das Projekt wird "in 2003" abgeschlossen, und der Umsatz
      soll "in 2004" erhöht werden. In der Schule habe ich noch gelernt,
      dass es im Englischen zwar "in 2003" heißt, im Deutschen aber
      schlicht "2003" oder "im Jahr(e) 2003". Das scheint niemanden mehr
      zu kümmern, denn mittlerweile "macht" ja einiges "Sinn" (mehr...),
      wofür es normalerweise Grammatikfehler und Abzüge für schlechten
      Stil geben würde. Ich finde es erschreckend, dass so wenig Wert
      darauf gelegt wird, die Sprache zu pflegen. Vielleicht ist es auch
      nur "natürlich", dass unsere Sprache sich verändert, Sprache ist ja
      immer etwas Dynamisches, wir sprechen ja auch nicht mehr wie unsere
      Großeltern. Die Geschwindigkeit, wie diese Veränderungen
      stattfinden, überrascht mich allerdings schon.

      Liebe Frau Heilmann, Sie haben völlig Recht, was die Verwendung der
      Präposition "in" vor Jahreszahlen betrifft: Es handelt sich nicht um
      Standarddeutsch. Weder wurde die Bundesrepublik Deutschland "in"
      1949 gegründet, noch wurde Gerhard Schröder "in" 1998 erstmals zum
      Bundeskanzler gewählt. Angesichts der beherzten Erneuerungen der
      Sprache einerseits und der zaghaften Reformen in der Politik
      andererseits ist es aber durchaus möglich, dass er in 2006 abgewählt
      wird.

      Die "In"-flation verdanken wir vor allem dem Wirtschaftsjargon, der
      sich stärker als jeder andere Bereich am Englischen orientiert.
      Umsätze, Erlöse, Börsengänge und Fusionen werden im Deutschen
      zunehmend "in" zweitausend-x gemacht. Kurios ist, dass die korrekte
      deutsche Form hier einmal knapper als die englische ist. Die in
      anderen Fällen oft gehörte Begründung, die deutsche Entsprechung sei
      zu umständlich, kann hier nun wirklich nicht gelten.

      Oft aber wird die Präposition wohl auch aus Angst vor
      Missverständnissen verwendet. Eine Aussage wie "Der Senator kündigte
      an, 2005 neue Dienstwagen zu bestellen" könnte als leicht überzogene
      Massenbestellung aufgefasst werden und den Senator in Verlegenheit
      bringen. Daher glaubt mancher, er gehe auf Nummer sicher, wenn er
      der Jahreszahl ein "in" voranstellt. Bislang gilt aber noch die
      Empfehlung, in solchen Fällen "im Jahre" zu schreiben: "Der Senator
      kündigte an, im Jahre 2005 neue Dienstwagen zu bestellen."


Nie masz jeszcze konta? Zarejestruj się


Nakarm Pajacyka