Gość: Johann
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26.03.03, 18:52
Wasserpolnisch, Wasserpole, Wasserpolak bis Wasserpolacke als "Schimpfwort"
sind deutsche Begriffe, die sich nicht nur auf oberschlesische
Sprachverhältnisse beziehen, sondern auch auf die Soziologie und Politik in
und gegenüber dem deutschen Oberschlesien.
Obwohl es auch im polnischen Teil Oberschlesiens ähnliche Entwicklungen gab,
die in fast jedem Grenzgebiet oder einem "Länderdreieck" vorkommen.
Mit Wasser kann man bekanntlich verdünnen, verwässern, aufweichen etc.
Nachdem der Begriff aber eigentlich Wasser-deutsch-tschechisch-polnisch
heißen müßte, da das abgekürzte und vereinfachte "Wasser-polnisch" nicht
zutrifft, müßte man für den oberschlesischen Raum seine Geschichte, seine
ethnische Zusammensetzung und die Geschichte der ethnischen Entwicklung in
ihrer Chronologie betrachten, um zu einem Verständnis dieser Begriffe zu
kommen.
Die autochthonen Einwohner des deutschen Oberschlesiens sprachen
verschiedene Dialekte, welche einerseits deutsch, tschechisch oder auch
polnisch beeinflußt waren, oder durch das Umfeld und die Berufe und die
verrichteten Arbeiten. Teilweise entwickelte sich in diesem Raum eine
typische "Reviersprache" der Bergleute und Hüttenwerker einerseits und
andererseits eine eigene der Landbevölkerung, die ja stark an die
industriealisierten Ballungsräume gebunden war.
Alles unter den Begriff "Wasserpolnisch" zu bringen, wäre nicht nur eine
Vereinfachung, sondern direkt falsch. Aber man hat es hauptsächlich von
Außenstehenden, also nicht Oberschlesiern stark vereinfacht und mit diesem
irreführenden Begriff belegt.
Als Oberschlesien wirtschaftlich, also industriell sehr starke Entwicklung
nahm, wanderten hauptsächlich sehr viele Menschen aus dem benachbarten
polnischen Teil Oberschlesiens, jedoch wesentlich mehr aus dem eigentlichen
Polen nach Oberschlesien ein und brachten ihre Sprachen mit, die dann nach
und nach sich veränderten.
Auch ins Ruhrgebiet wanderten Menschen aus Polen ein und hatten sehr lange
ein ähnliches Wasserpolnisch gesprochen, welches allerdings anders durch den
westfälischen Einfluß klang. Die dortige Bevölkerung hat aber eine eigene
"Reviersprache" ebenso, wie die Menschen in Oberschlesien, entwickelt.
Heute gibt es zum Teil auch ein Wassertschechisch in Tschechien, ein
Wassertürkisch in Deutschland, ein Wasserarabisch in Frankreich etc.,
welches durch eingewanderte "Gastarbeiter" gesprochen wird. Es sind weder
Muttersprachen, noch Sprachen der Gastgeberländer.
Ein Wasserpole war eben jemand, den eben diese sprachlichen Veränderungen
kennzeichneten.
Assimilation, Integration war in Oberschlesien problematischer, als
beispielsweise in Westfalen, da Polen gleich in der Nähe lag und die
"Gastarbeiter sogar als Pendler nach Deutschland zur Arbeit kamen.
Als dann das Land Polen nach dem 1.Weltkriege begann, zusammen mit den
Siegermächten, eine Demontage Deutschlands zu betreiben, war Polen als
Trittbrettfahrer dieses Vorgangs soweit gegangen zu behaupten, das deutsche
Oberschlesien wäre polnisch und hat daher polnisch zu werden, weil dort so
viele "Polen" leben.
Nur nebenbei bemerkt wollte die Mehrheit der eingewanderten Polen nicht von
ihrer ursprünglichen Heimat eingeholt werden, die sie ja freiwillig oder aus
wirtschaftlicher Not verließen und daher votierten sie für den Verbleib des
von Polen geforderten Oberschlesien bei Deutschland. Wie bekannt kam es ganz
anders und nach dem 2.Weltkriege noch viel schlimmer. Auch für die so
genannten Sudetendeutschen kam es zu einer solchen Katastrophe, die ihnen
durch Siegermächte-Diktate die erzwungene und nicht durch Volksabstimmung
legitimierte Einweisung in den tschecho-slovakischen Staat einbrachte.
Alle diese Vorgänge, die der Schwächung und Demontage Deutschlands dienten
und mit riesigen Gebietsverlusten und Bevölkerungsopfern einhergingen,
führten dann zu solchen Begriffen, wie "Wasserpolacke", da die einfachen
Menschen meinten, diese Wasserpolen wären die Verursacher der Katastrophen.
Dabei war es eine Schweinerei, die sich die Politiker haben einfallen
lassen, um ihren Wirtschafts-Lobbyisten oder Nationalisten oder Faschisten
aller Färbungen und Nationen einen Gefallen zu tun, die immer wieder die
eigentlichen verdeckten Kriegstreiber und Menschenverachter waren und auch
heute noch überall zu finden sind.
Heute zeichnet es sich anhand so vieler "Wassersprachen" und
"Wassersubkulturen" wieder ab, daß man über die Globalisierung oder die
Multikultigesellschaften zu neuen Ordnungen strebt, die garantiert zu
Spannungen und Kriegen führen werden. Es war immer schon so und wenn es
nicht sofort zum Ausbruch kommt, so liegt es daran, daß die an Gewalt und
Kriegen interessierten den Zeitpunkt auch bestimmen. Heute baut man noch
auf den "Konsum", aber der ebbt ab und so bereitet man schon vorsichtshalber
ein Ventil vor, welches man schon immer anwendete, um die Wirtschaften
anzukurbeln, Märkte zu erobern, an Rohstoffe zu kommen oder auch an Billige
Arbeitskräfte. Die man heute als Asylanten und Flüchtlinge regelrecht
produziert, ohne das es diese selber bemerken.
Am Ende haben wir in Mitteleuropa ein einziges Arbeitslager und keinen
Lebensraum.
Analog entsteht dann, wie das "Wasser-polnisch",
"Wasser-deutsch-tschechisch-polnisch" ein Leben, daß man als mit
"Umweltdrecks-leben" bezeichnen kann, das man dann irgendwo in einem
Plattensilo einer Industrielandschaft fristet. Diejenigen, den eine solche
Entwicklung nutzt, die leben auf den Bahamas oder in anderen Paradiesen
dieser Erde.