Sobieski

02.11.04, 21:09
http://www.gleiwitzer-kreis.de/streiflichter_geschichte.htm


Streiflichter der Gleiwitzer Geschichte





Gedenktafeln



Wer im Jahr 2004 in Gleiwitz über den Ring geht, der kann an einer Rathauswand
zwei Tafeln mit polnischer Inschrift sehen. Der unbedarfte Betrachter erhält
den Eindruck, sich in einer Stadt mit uralter polnischer Tradition zu
befinden. Und das ist wohl auch bezweckt. Wer aber im Geschichtsunterricht
etwas besser aufgepaßt hat, der merkt die Absicht und wird verstimmt.

Hier die beiden Tafeln:







Inschriften:



Auf die Bitten des Hl. Vaters und das demütige Flehen des Römischen Kaisers
Deutschlands ist

Jan III Sobieski

mit dem polnischen Rittertum

bei dem über zwei Monate von den Türken belagerten und von seinen Landsleuten
verlassenen Wien angekommen

und hat nach drei Tagen als

Oberster Befehlshaber

der verbündeten Truppen

am 12.September 1683 die türkische Gewalt vernichtet.

Der polnische König rettet Deutschland und das Christentum.

Diese Tafel wurde zum 200. Jubiläum 1883 errichtet.



Es war der Mensch - es war Jan.







Zum 300. Jubiläum des Sieges von Wien dem

polnischen König

Jan III Sobieski

als Gedenken an seinen Aufenthalt in unserer Stadt am 22. und 23. August 1683.

Diese Tafel wurde von der

Gleiwitzer Bevölkerung gestiftet

im September 1983.





Schon 1995 hatte ein Mitglied des DFK Gleiwitz darauf aufmerksam gemacht, daß
die Tafel von 1983 (rechte Tafel) nicht ganz den historischen Tatsachen
entspricht. Jan III Sobieski hatte die beiden Tage nicht in Gleiwitz
verbracht, sondern in einem Kloster, das damals weit vor den Toren der
damaligen Stadt lag. Er war dort als Gast freundlich aufgenommen worden.
Schließlich zog er mit seinem Heer als Gast durch das Gebiet des
Kaiserreiches. In Gleiwitz zu residieren, das Recht dazu konnte er sich als
König eines Nachbarlandes nicht nehmen, anders als z.B. Kaiser Sigismund, der
ja bereits 1420 einen Reichstag nach Breslau einberief und in dieser Zeit dort
natürlich auch residierte. Das Königreich Polen war ja auch kein Teil des
Kaiserreiches. Im September 1683 waren die Stadtväter von Gleiwitz sicherlich
froh, daß das Heer von Jan III Sobieski an der Stadt vorbeizog, ohne größere
Verwüstungen anzurichten. Und sicher hat ihn auch eine Abordnung der Stadt im
Kloster begrüßt, aber eine Huldigung als Landesoberhaupt wurde ihm nicht
zuteil. Die Grenze zwischen Schlesien und Polen hatte mehr als 600 Jahre
festen Bestand und war damit die stabilste Grenze, die je in Europa existiert
hat. Sie wurde erst 1922 durch die gewaltsame Abtrennung eines Teiles von
Oberschlesien verändert.

Nun zur Tafel von 1883 (linke Tafel), die vor 1945 nicht am Rathaus angebracht
war. Man sagt, daß diese Tafel früher in der Kreuzkirche (Klosterstr.- Ecke
Raudener Str.) hing. Bis jetzt hat sich noch niemand gefunden, der sich von
seinen regelmäßigen Gottesdienstbesuchen in der Kreuzkirche bis 1945 an diese
Tafel erinnern kann. Es könnte ja dann auch ein in deutscher Sprache
gehaltenes Pendant zu dieser Tafel geben, denn 1883 konnten doch nur sehr
wenige Gleiwitzer eine polnische Inschrift lesen.. Vielleicht hat die Tafel
auch in einem nicht öffentlich zugänglichen Bereich des zur Kreuzkirche
gehörenden Redemptoristenklosters gehangen. Das macht insofern Sinn, als ja
eben dieses Kloster 1683 den polnischen König beherbergt hatte.

Was waren die Hintergründe des königlichen Besuches?

Bereits im Ersten Nordischen Krieg, den Johann III Kasimir von Polen 1655-1660
gegen Karl X Gustav von Schweden führte, stand der Kaiser Leopold I auf der
Seite Polens. Die Osmanen hatten bereits im 16. Jhdt. große Teile des Balkans
erobert und drohten nun Anfang des 17. Jhdts., ihre Macht und damit den Islam
über weitere Teile Europas auszubreiten. So waren zunächst Österreich und
Polen von der starken osmanischen Militärmacht gleichermaßen bedroht. In
dieser Situation schlossen, vermittelt durch Papst Innozenz XI, die
Österreicher einen Allianzvertrag mit Johann III Sobieski, um der Bedrohung zu
begegnen. Auf der obigen Tafel liest sich das als "das demütige Flehen des
Römischen Kaisers Deutschlands"!

Im Herbst 1682 brach ein riesiges osmanisches Heer (ca. 250000) auf und
erreichte im Juli 1683 die Nähe von Wien. Das Übergabeultimatum vom 15.7. 1683
lehnten die Wiener ab und die Belagerung begann. Wien wurde von 11000 Soldaten
und 5500 Mann Bürgerwehr verteidigt, es war also nicht von "allen Landsleuten
verlassen" worden, wie auf der Tafel behauptet. Der Kaiser sandte ein
Entsatzheer (ca. 43000 Mann).

Inzwischen war Johann III Sobieski in Polen bemüht. mit der finanziellen
Unterstützung durch den Kaiser eine Armee zu rekrutieren. Es gelang ihm
hervorragend, ein schlagkräftiges und diszipliniertes Heer mit Kämpfern aus
vielen europäischen Volksgruppen aufzustellen. Es waren keinesfalls alle nur
aus dem "polnischen Rittertum". Die große Leistung des polnischen Königs, alle
Gruppen in diese gemischte Truppe erfolgreich zu integrieren, wird gemeinhin
unterschätzt. Er befehligte im Ergebnis eigentlich die erste "europäische Armee".

Das kaiserliche Entsatzheer, befehligt von Karl V Leopold von Lothringen und
zusammengesetzt aus kaiserlichen, sächsischen, bayerischen und
fränkisch-schwäbischen Kontingenten (ca. 45000 Mann) erreichte Anfang
September die Umgebung von Wien. Die zweimonatige Belagerung hatte bereits zu
großen Verlusten der Osmanen und zu einer kritischen Lage der Wiener
Verteidiger geführt. Das Entsatzheer konnte zwar die Belagerer schwächen,
erlitt aber auch selbst große Verluste. Johann III Sobieski war mit seinem
Heer erst am 15. August in Polen aufgebrochen - die Rekrutierung hatte wohl
mehr Zeit als vorgesehen beansprucht - und kam verspätet an der Donau erst zu
einem Zeitpunkt an, als die Kämpfe schon alle Seiten stark geschwächt hatten.
Er konnte mit seinem Heer (ca. 26000 Mann) die Donau ungestört überqueren, da
der Übergang zuvor von Karl von Lothringens Truppen freigekämpft worden war.
Dieses frische und schlagkräftige Truppenkontingent hat dann schließlich, in
Verbindung mit Johann III Sobieskis großer Erfahrung als Heerführer, dazu
geführt, daß in der folgenden Schlacht am Kahlenberg am 12. September 1683 die
Türken von den vereinigten Streitkräften vernichtend geschlagen werden konnten.

Der Verlauf der Schlacht ist weitgehend aus z. T. stark heroisierenden
Darstellungen bekannt und braucht nicht weiter geschildert zu werden.

Was waren die Resultate der Schlacht um Wien, der Schlacht am Kahlenberg?

Zunächst ist klar: Wien wurde gerettet, und zwar kurz vor seinem Fall.

Klar ist auch: Der Sieg am Kahlenberg hat letzten Endes zum Untergang des
Osmanischen Reiches als Großmacht geführt.

Wurde auch Deutschland gerettet? Zunächst wurde erst einmal Österreich-Ungarn
vor einer weiteren Besetzung durch die Türken bewahrt, und wohl auch Polen vor
einem Einfall der Türken. Und das ganze Kaiserreich? Das ist sicherlich eine
vage Spekulation, denn das Kaiserreich war wohl doch etwas zu groß für die
osmanische Macht.

Und wurde das Christentum durch Johann III Sobieski gerettet? Das gehört
sicherlich ganz ins Reich der märchenhaften Übertreibungen. Dafür hätte erst
einmal ganz Europa unterworfen werden müssen. Und selbst dann: Der Balkan
wurde viele Jahre lang von den Türken beherrscht. So ist z. B. im bulgarischen
und ungarischen Volk das Wissen um "das türkische Joch" noch heute ganz
lebendig. Aber kein Mensch kann behaupten, daß in diesen Ländern das
Christentum ausgelöscht worden sei.

Johann III Sobieski starb 1696, sein Nachfolger auf dem polnischen Thron
wurde August II (der Starke) von Sachsen.

Johann III Sobieski war mit Sicherheit einer der Großen der europäischen
Geschichte, er hat nationalistische Überhöhungen ganz gewiß nicht nötig..



Dr. W. Meisel
    • laband Re: Sobieski 02.11.04, 21:25
      wiy mozno sam kery wiyncyj o losach tyj tablicy ze 1883 roku?
      • ballest Re: Sobieski 02.11.04, 21:54
        Nie wiym, ale jedno wiym, z Sobieski jest tak heroizowany w historii Polski jak
        kiedys Armia Andersa i jej ZDOBYCIE Monte Cassino !!!!
        • laband ?? 02.11.04, 21:56
          przeczytej uwaznie tyn artikel!

          bezto tak mie to zaciekawiouo!!
          • ballest Laband nie znom kaj ta tafla wisiaua 02.11.04, 22:47
            Przypuszczom ze w tym polskim klosztorzen a ul.Kozielski !
            • laband Re: Laband nie znom kaj ta tafla wisiaua 03.11.04, 09:13
              te sformuowanie ize zodyn sie do dzisiej niyznod kery by jom tam widziouz jednyj
              strony mie irytuje a z drugyj strony tyn tekst, a raczyj forma w jakiyj go szkryfli.

              ???

              zastanawiom sie tysz eli faktycznie istniaua tako tablica odpowiednik po
              niymiecku(co bouo by logicznym) i czi przipadkym niy odloli jyj we Glywickyj
              Hucie???

              Dodatkowo trefiouch na wiadomosci ize w tych lazach 1883 i 1983 podobnych tablic
              we Europie(Krakow, Wiedyn) odloli wiyncyj.

              To wszysko co sam szkryflom to ino moje piyrsze sznupanie we temacie dauo. Mosz
              jake uwagi abo przemyslynia na tyn temat?

              ps


              tyn napis na wiyrczu niy poradza przeczytac - mozno kerys ze Glywiczokow zrobi o
              tym mauy fotoreportarz(?)
              • meg_s Re: 03.11.04, 09:21
                a jaśniej - co Cię zdenerwowało ?

                póki co zajrzyj do skrzynki
                i odpowiedz na pytania z sąsiedniego wątku - ale drab ;)
                • laband Re: 03.11.04, 09:51
                  niy snerwowauo ino je dosc zagadkowe

                  ps

                  czytom tyn wontek i sznupia za tym "Placym Inwalidow" - musza tera isc za
                  interesmi -
        • tigletpilesar Re: Sobieski 02.11.04, 22:00
          Oj Ballest, Ballest ... czas coś z tym zrobić.
          Tu jest link dla Ciebie:
          katalog.onet.pl/7955,kategoria.html
          ... póki nie jest za późno.
    • laband Re: Sobieski 03.11.04, 21:19
      Dziynki Margotko!

      Dostouech te zdjyncia tych obuch tablic. Tera ech je ale dopiyro obejzou.
      Oczywiscie forma w jakyj to je szkryfniynte potwierdzo czasy w kerych ta tablica
      zostaua powieszono. Wiysz cos wiyncyj o domniymanym miejscu kaj piyrszy roz jom
      powiesili. Nic nikaj niy stoi na tyn temat - przinajmiyj jo sie do dzisiej z
      niczym na tyn temat niy styknou. Autora tysz niy znomy no i cos o fundatorach
      tysz niykaj znonsc niy idzie. Jak wiysz we Glywickyj Hucie trocha takich rzeczy
      robiyli no to mozno i ta tablica je tam zrobiono.
      • laband Re: Sobieski 04.11.04, 10:08
        I tak przi okazi przipomna co juz sam kedys ciekawego i zwionzanego ze sobieskim
        i okolicami Glywic bouo spominane.
        Sobieski niy bou ino we Glywicach, kaj ochrzciou jednego Araba i jednego
        Kaumuka, i kaj faktycznie zagosciou ( a niy ino we "Wszyskich Swiyntych). Bou
        tysz we Rudach.
        W klasztorze w Rudach, za Fryderyka II, jedyn pruski poukownik, kerymu bouo
        Kleist, znoloz pozuocano karyta (woz tyumfalny) od Sobieskego na kerym stouo
        "Currus triumphalis Joannis Sobieski Regis Polonorum" (karyta ta ofiarowali
        Sobieskymu Wiedynczyki). Ostaua sie we Rudach bo sobieski zuozou jom tam jako
        wotum. Kleist przerobiou ta karyta na ambona(kazalnica) i we Prusach Wschodnich
        w jakims drzewniynym kosciele jom dou za ambona.

        Wiy mozno ktosik kaj by to moguo byc we Prusach, kaj ta karyta szukac?

    • laband Re: Sobieski 10.11.04, 18:40
      tukej cos podobnego:

      miasta.gazeta.pl/katowice/1,35019,2385034.html
      no i we wontku "kaj sie straciou Hanys" je mauo informacja ale ciekawo, kery
      godo nawet po kerym moscie we Raciborzu Sobieski przeprawiou sie przez Odra
      • laband Re: Sobieski 10.11.04, 19:08
        www.katowice.uw.gov.pl/opracowania/emp_n/bedzin-04.jpg
        to ta samo
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