Gość: Szwager
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30.09.03, 00:27
Henryk Kroll denunziert „Unser Oberschlesien“
Seit einigen Tagen werden wir in der Radaktion unserer Zeitung mit Anfragen
polnischer Journalisten geradezu überrollt. Wie stehen sie zur deutsch-
polnischen Nachbarschaft? Wie stehen Sie zu dem „Zentrum gegen
Vertreibungen“ in Berlin? Wie stehen Sie zu Herbert Hupka? Wie stehen Sie
zur EU-Integration Polens? Sogar aus der Görlitzer Stadtverwaltung wurden
wir über entsprechende Aktivitäten aufgebrachter polnischer Journalisten
informiert. Fragten wir nach dem Grund dieses plötzlichen Interesses
an „Unser Oberschlesien“, so lautete die Antwort: Führende Vertreter der
deutschen Organisationen in Oberschlesien nennen ihre Zeitung rechtsradikal
und gefährlich, sodaß sie eigentlich verboten gehöre. Empört und erstaunt
zugleich fragten wir bei unseren polnischen Kollegen nach: Welche „Vertreter
der Deutschen“ reden solchen Unsinn über diese an christlichen und
freiheitlich-demokratischen Werten orientierte Heimatzeitung, und das zu
einer Zeit, in der ohnehin im deutsch-polnischen Verhältnis die Wogen
hochschlagen. Die Antwort lautete einhellig: Der Sejmabgeordnete Henryk
Kroll hält ihre Zeitung für so extrem und gefährlich, daß ihr Erscheinen
eigentlich untersagt werden müßte. Und die, die uns das sagten, waren nicht
irgendwelche polnische Journalisten, sondern Redakteure angesehener
Medienorgane, wie z. B. vom Fernsehsender TVN oder von der
Tageszeitung „Rzeczpospolita“.
Wir können nur ahnen, auf welche Weise der Denunziant Henryk Kroll, der
immerhin auch Bezirksvorsitzender der „Sozial-Kulturellen Gesellschaft der
Deutschen im Oppelner Schlesien“ ist, diese unwahren, böswilligen und
beleidigenden Unterstellungen verbreitet. Dieser Vorgang ist unbeschreiblich
und wirft einmal mehr ein Licht auf die an alte Zeiten erinnernden
politischen Umgangsformen des Herrn Kroll & Co. Nach dem Motto „Wer nicht
für mich ist, ist gegen mich“ soll alles niedergemacht werden, was nicht in
den Kram passt. Als Joachim Czernek in der Frage einer Koalition der
Minderheit mit der SLD eine auch von unsere Zeitung vertretene, am
Subsidiaritätsprinzip orientierte, Position vertrat, gab es keine an
demokratischen oder europäischen Werten orientierte Diskussion. Sofort wurde
die Machtfrage gestellt, und der honorige Joachim Czernek verlor nicht nur
seine Position als Landrat, sondern wurde sogar aus der „Sozial-Kulturellen
Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien“ ausgeschlossen. Ähnlich
erging es zuvor Professor Gerhard Bartodziej. Viele Jahre war er angesehener
Präsident des „Verbandes der deutschen Gesellschaften in Polen“. Als er Ende
der neunziger Jahre laut darüber nachdachte, die deutschen Fördermittel mehr
für Maßnahmen zur Erhaltung der deutschen Identitäts- und Kulturarbeit
einzusetzen, wurde eine unredliche Stasi-Kampagne gegen ihn aufgebaut,
ähnlich brutal und verletzend, wie sich die jetzt gegen diese Zeitung
inszenierte Hetzkampagne gestaltet.
Unser Oberschlesien
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