pierwszy-donosiciel
30.12.11, 09:37
Także bardzo piękny wierszyk.
Bardzo rekomenduję do nauki języka niemieckiego...
Bardzo piękny wierszyk. Tym bardziej, że polski oryginał już od pokoleń znajduje się pod każdą polską strzechą..
Ot co...
Erster Gesang.
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Die Wirtschaft.
Rückkehr des jungen Herrn. Die erste Begegnung im Stübchen, die zweite bei Tische. Des Richters
wichtige Lehre von der Artigkeit. Des Kämmerers politische Bemerkung über Moden. Beginn des
Zwistes um Mutz und Falk. Die Klagen des Wojski. Der letzte Gerichtsfron. Ein Blick auf die damalige
politische Lage Litauens und Europas
2
.
…………….
Litauen! Wie die Gesundheit bist du, mein Vaterland!
Wer dich noch nie verloren, der hat dich nicht erkannt.
In Deiner ganzen Schönheit prangst du heut' vor mir,
So will ich von dir singen, - denn mich verlangt nach dir!
O heil'ge Jungfrau, Czenstochowas Schirm und Schild
3
,
Leuchte der Ostrabrama! Du, deren Gnadenbild
Schloss Nowogrodek und sein treues Volk bewacht:
Wie mich, als Kind, dein Wunder einst gesund gemacht,
Als von der weinenden Mutter in deinen Schutz gegeben,
Ich das erstorb'ne Auge erhob zu neuem Leben,
Und konnte gleich zu Fuß in deine Tempel geh'n,
Gerettet, Gott zu danken fürs Heil, das mir gescheh'n:
So wird zum Schoß der Heimat dein Wunder uns wiederbringen!
Indessen trage du mir der sehnenden Seele Schwingen
Zu jenen waldigen Hügeln, zu jenen grünen Auen,
Die weit und breit sich dehnen am Niemenstrom, dem blauen, -
Zu jenen Feldern, prangend voll bunter Ähren und Garben,
Wo goldig strahlt der Weizen, der Roggen silberfarben,
Rübsamen bernsteinhell, Buchweizen schneeig blüht,
In jungfräulichem Rot der durstige Quendel glüht,
Und, wie ein Band, durch Alles der grüne Rain sich schmiegt,
Drauf da und dort ein Birnbaum still die Krone wiegt.
Auf einem Hügel erhob sich mitten in solchem Land,
Von Birkengehölz umgeben, an eines Bächlein Rand,
Ein Herrenhaus, - von Holz, der Unterstock von Stein;
Es leuchten von Ferne die Wände weiß und rein,
Das Weiß vom dunklen Grün der Pappeln noch gehoben,
Die ihm zum Schutze dienen vor des Herbstwinds Toben;
Ein wohnlich saub'res Haus, wenn auch von mäßiger Größe,
Hat eine große Scheuer, und drei Getreidestöße
Liegen noch neben ihr – die fasste der Söller nicht mehr.
Man sieht wohl, reichgesegnet ist das Land umher.
Der Garben Zahl auch, die weit und breit auf dem Gelänge,
2
siehe Erläuterungen am Ende
3
Ganz Polen kennt das Wunderbild der heiligen Jungfrau auf dem Klarenberge (Jasna Gora) in
Czenstochau (poln. Czenstochowa). In Litauen befinden sich berühmte Wunderbilder der Muttergottes
in "Spitzen Tho…("Ostrabrama") zu Wilno, auf dem Schlosse in Nowogrodek, ferner in Zyrowicz und
Boruny). 4
Wie Sterne, dicht erglänzen, und auch der Pflüge Menge,
Die sich schon zeitig auf dem mächtigen Brachfeld zeigen,
Dem schwarzscholligen, (sicher derselben Herrschaft eigen
Und wohl bestellt, es sieht wie Gartenbeete aus -)
Das alles zeigt, dass Fülle und Ordnung herrscht im Haus;
Das Tor ist weit geöffnet und sagt dem Wand'rer an,
Dass freundlichen Empfang der Gast gewärtigen kann.
Ein zweispänniges Fuhrwerk kam eben durch das Tor,
Flog um den Schlosshof, fährt beim Gange wieder vor.
Ein junger Herr steigt aus; die verlassenen Pferde zieh'n
Das Gras abrupfend, langsam wieder zur Einfahrt hin.
Im Hof ist's öd'; ein Riegel verschließt die Tür zum Gang,
Von einem Pflöckchen durchstreckt. – Der Fremde fragt nicht lang,
Sucht sein Gesinde auf: er öffnet, ohne zu säumen,
Und tritt ins Haus. Wie lange war er nicht in den Räumen!
Bis nun hielt ihn die Schule in der Stadt entfernt, -
Wie wohl ist ihm! Er hat doch endlich ausgelernt!
Nun wird von jeder Wand sein Blick so festgehalten,
Es grüßt sie mit vollem Herzen, die wohlbekannten, die alten!
Noch mit denselben Tapeten sind sie ausgeschlagen,
Der Hausrat ganz wie damals in seiner Kindheit Tagen;
Jetzt scheint ihm Alles freilich nicht mehr so groß, so schön; -
Dieselben Bilder sieht er, die er damals geseh'n:
Hier in der Czamarka Kosciuszko, den Blick zum Himmel gekehrt,
Mit beiden Händen hält er umspannt sein starkes Schwert,
So war er, als er einstmals am Altar geschworen,
Mit diesem Schwert zu verjagen die drei Usurpatoren
Oder auf ihm zu verbluten. Im polnischen Gewand
Sitzt dort, die Freiheit betrauernd, Rejtan
4
, - in seiner Hand
Sieht man, aufs Herz gerichtet, ein blitzendes Messer ragen, -
Phädon und Catos Leben sind vor ihm aufgeschlagen.
Und dort der junge Jasinski
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, so schön, so voller Gram, -
Daneben Korsak, der niemals von seiner Seite kam,
Auf Pragas Schanzen steh'n sie, auf Russenhaufen beisammen,
Kühn hau'n sie drein, - und Praga steht schon ringsum in Flammen.
Und sieh', im Holzgehäuse, an der Alkoventür
Die alte liebe Spieluhr sogar erkennt er hier,
Und zieht in kindlicher Freude, wie einstmals, an der Schnur,
Und Dombrowskis
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alte Weise spielt die alte Uhr.
Er eilt durchs ganze Haus, nach jenem trauten Stübchen,
Wo er vor zehn Jahren gespielt als kleines Bübchen.
4
Thaddäus Rejtan, einer der energischsten und reinsten Patrioten aus der Geschichte der
Zerstückelung Polens. Nach dem Teilungsakte vom Jahre 1773, gegen den er, als Landbote für
Nowogrodek, auf dem Reichstage mit unbeugsamem Widerstande angekämpft hatte, wurde er
wahnsinnig vor Schmerz über die Schmach des Landes und machte seinem Leben mit eigener Hand
ein Ende. (d. Ü.)
5
Jasinski leitete 1794, während des großen Aufstandes unter Kosciuszko, die insurrektionelle
Bewegung in Litauen. Während der Erstürmung der Warschauer Vorstadt Praga durch Suwarow war
er, neben Korsak und Grabowski, einer der heldenmütigsten Verteidiger des Platzes. Die Aufopferung
der Helden war vergeblich: Praga wurde erstürmt (4. Nov. 1794), und die Russen wüteten auf die
unmenschlichste Weise wider die Besiegten. Es wurde weder Geschlecht noch Alter geschont –
12000 Menschen sollen an jenem Tage unter den Händen der Russen umgekommen sein. Das war
"das Blutbad von Praga", von dem noch später, im 12. Gesange, die Rede ist. (d. Ü.)
6
Das berühmte Lied: "Noch ist Polen nicht verloren!" (d. Ü.) 5
Kaum ist er eingetreten, stutzt er und weicht zurück:
Ein Frauengemach! Er mustert's mit erstauntem Blick;
Wer mag hier wohnen? Der alte Oheim war unvermählt, -
Die Tante hatte zum Wohnort Petersburg erwählt!
Die Wirtschaftsfrau? Unmöglich! – Was soll der Flügel nur?
Und Noten auf ihm und Bücher, - von Ordnung keine Spur;
Im holden Durcheinander Alles umhergezaust, -
Das waren nicht alte Händchen, die da so gehaust.
Und hier ein weißes Kleid auf die Sessellehne gebreitet,
Frisch vom Nagel geholt, zum Auszieh'n vorbereitet;
Und auf den Fenstern duften, in Blumentöpfen gehegt,
Geranium, Veilchen, Astern, Levkojen, wohlgepflegt;
Er tritt an eins der Fenster: ein neues Wunder, sieh'!
Im Obstgarten, am Rande, wo Unkraut sonst gedieh,
Lag nun ein winzig Gärtlein, geteilt von schmalen Stegen,
und Sträuße von englischem Gras und Münze allerwegen;
Als Namenszug geformt, fasst es ein Zäunchen ein,
Ein winziges, hölzernes, mit schimmernden Maßliebreih'n;
Die Beetchen waren frisch begossen von sorgender Hand,
Man sah noch das Blechgefäß, das auf dem Boden stand.
Doch, wo ist die Gärtnerin? sie war wohl eben hier;